Saving Mr. Banks (2013)

Pünktlich zum Wochenende, das wir eigentlich schon verplant hatten, quält unseren Zwergofant bei fast 40 °C Fieber eine fiese Erkältung. Die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für einen Film – und dennoch hat „Saving Mr. Banks“ den Weg auf den Bildschirm gefunden. Trotz unzähliger Unterbrechungen und der Vorahnung einer Nacht ohne Schlaf, hat John Lee Hancocks Film einen Nerv bei mir getroffen…

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Ich mag Walt Disneys Version von „Mary Poppins“, deren Produktion in „Saving Mr. Banks“ nacherzählt wird. Sehr sogar. Dies mag unter anderem auch damit zusammenhängen, dass ich das Broadway-Musical tatsächlich am Broadway in New York City gesehen habe. Eine wahrhaft magische Erfahrung. Hinzu kommt, dass ich ohnehin ein großes Interesse an der Entstehungsgeschichte von mir wichtigen Filmen sowie ein Faible für Walt Disney habe. Wahrlich gute Voraussetzungen also, um den Film zu einem vollen Erfolg bei mir werden zu lassen.

John Lee Hancock hat sich wahrlich Mühe gegeben, sein nacherzähltes Zeitdokument authentisch wirken zu lassen. Mit Emma Thompson als „Mary Poppins“-Autorin P. L. Travers und Tom Hanks als Walt Disney ist die Besetzung der Hauptfiguren perfekt, welche durch die von Paul Giamatti, Bradley Whitford (Josh Lyman, „The West Wing“), Jason Schwartzman (Jonathan Ames, „Bored to Death“) und B. J. Novak (Ryan Howard, „The Office“) hochwertig besetzten Nebenrollen großartig ergänzt werden. Selbst Colin Farrell konnte mich schauspielerisch überzeugen, was wahrlich nicht immer der Fall ist.

Neben den Schauspielern überzeugt speziell die liebevolle Ausstattung sowie der an Technicolor erinnernde Look des Films. Auch Fans der Musical-Songs werden ihre wahre Freude haben, denn man erlebt deren Entstehungsgeschichte live mit. Von den audiovisuellen Reizen abgesehen, ist die Handlung recht geradlinig und ohne große Überraschungen. Ich hätte mir teils ein wenig mehr Tiefe in der Figurenzeichnung gewünscht und fordere in diesem Zuge sogleich eine verfilmte Walt Disney-Biographie mit Tom Hanks in der Hauptrolle!

Auch wenn „Saving Mr. Banks“ nicht perfekt durcherzählt ist, so gibt er einen guten Eindruck von der turbulenten und anstrengenden Entstehungsgeschichte samt ihrer angespannten Beziehungen. Das Schicksal der jungen P. L. Trevors hat mich zudem sehr berührt, was bei der Thematik auch kein Wunder ist. Oft hätte Hancock den Film ein wenig subtiler erzählen können, doch dann wäre es eben kein opulenter Disney-Film geworden. Und ein solcher hat ja schließlich auch seine Vorzüge: 8/10 Punkte.

6 Gedanken zu “Saving Mr. Banks (2013)

    • Freut mich zu lesen, dass dir der Film auch gefallen hat! 🙂

      Was die Rückblenden angeht, so empfinde ich es ähnlich. Nach Lüftung des Geheimnisses war es ein wenig plump; ebenso, dass die Tante auch äußerlich sofort als Vorlage von Mary Poppins zu identifizieren war. Für mich letztendlich aber nicht so drastisch, als dass ich weniger Punkte hätte geben müssen. Den Tod des Vaters fand ich dann nämlich doch sehr bewegend…

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  1. Wie bei Florian (nehme ich mal an), gab’s bei mir auch einen Punkt weniger: https://singendelehrerin.wordpress.com/2013/12/21/saving-mr-banks-john-lee-hancock-usaukaus-2013/

    Ich fand auch die Rückblenden in dieser Häufigkeit (und in der chronologischen Reihenfolge, so als würde sich Frau Travers genau in dieser Reihenfolge an die Ereignisse erinnern) nicht ganz befriedigend.

    Insgesamt aber ein Film, der mich viel zum Lachen gebracht hat, mich aber auch berührt hat!

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    • Die Rückblenden waren natürlich dramaturgisches Mittel, um den Zuschauer langsam an die Schlüsselszenen der Kindheit P. L. Travers‘ hinzuführen. Auch wenn ich die Szenen zwischen ihr und Disney bedeutend stärker fand, so hat mich diese gesteuerte Erinnerung nicht gestört.

      Was du in deiner Besprechung über die Freiheiten des Films schreibst, z.B. dass Travers letztendlich doch nicht 100%ig mit der Verfilmung zufrieden war, hatte ich danach auch gelesen. Dennoch funktioniert dieses gespielte Making of (wie Flo Lieb auch schreibt) wunderbar.

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