Das ist das Ende – OT: This Is the End (2013)

Nach einem langen Tag (u.a. Fliesenmarkt, Terrarium und Freibad) sind wir auch heute wieder viel zu spät auf das Sofa gekommen. Filme jenseits der 120 Minuten sind somit schon einmal flach gefallen, was „Das ist das Ende“ mit seinen knapp 110 Minuten nach ganz oben auf die Liste der möglichen Filme katapultierte. Ich war mir der gewagten Wahl aufgrund des Spiels mit der Metaebene durchaus bewusst, was meine bessere Hälfte letztendlich auch schnell im Traumland verschwinden ließ. Wäre das auch für mich die bessere Wahl gewesen?

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Mit Humor ist das so eine Sache. Entweder er zündet, oder eben nicht. Besonders Komödien aus dem Dunstkreis um Seth Rogen funktionieren bei mir nicht immer, doch mag ich es wenn auch in diesem Genre die üblichen Konventionen gesprengt werden. Vielleicht hatte ich deshalb auch Gefallen am Genremix „Your Highness“ gefunden, an den diese Komödie teils erinnert. Doch zum Anfang: In „This is the End“ begleiten wir diverse Hollywood-Stars, die sich selbst spielen (u.a. Seth Rogen, James Franco, Jonah Hill, Jay Baruchel, Danny McBride, Craig Robinson, Michael Cera, Emma Watson), auf eine wilde Party, die plötzlich in der wortwörtlichen Apokalypse endet. Nun geht es um das reine Überleben. Sollte man meinen. Doch der Film bewegt sich so beständig am puren Wahnsinn, dass man sich als Zuschauer nie sicher sein kann. Eine Anarcho-Komödie par excellence!

Wie bereits beschrieben war ich nach ca. 15 Minuten allein mit dem Film. Komödien leben jedoch oft vom gemeinsamen Seherlebnis – dennoch hatte ich unglaublich viel Spaß und mich oftmals weggeschmissen vor Lachen. Wie mag der Film erst zünden, wenn man ihn mit jemandem schaut, der, wie man selbst, alle Schauspieler und ihre Film- oder Serienrollen kennt? In dieser Hinsicht ist der Film so meta, dass man ihn dem normalen deutschen Kinozuschauer wohl kaum zumuten mag. Ich jedoch war schon aufgrund der Anspielungen entzückt, welche durch völlig abgedrehte Entwicklungen (z.B. Michael Cera oder Danny McBride mit Channing Tatum) auf die Spitze getrieben wurden.

Natürlich darf man den Film nicht ernst nehmen. Einige der improvisierten Szenen zünden nicht immer 100%ig, was durchaus zu Längen führt, doch andere Szenen haben mich vor Lachen nach Luft schnappen lassen. Der Film ist zotig und oft auch kindisch, doch weit nicht so platt, wie man dies eventuell erwarten würde. Die übersteigerten Versionen der Schauspieler harmonieren fantastisch miteinander und besitzen sogar so etwas wie Tiefe. Das Finale setzt dem zuvor Gezeigten zudem noch die Krone auf, was jeden Glauben an eine Botschaft, die der Film eventuell vermitteln will, hinfällig werden lässt. Wenn ihr euch so glücklich schätzen könnt und in eurem Freundeskreis Filmfans habt, die auch nur ein Drittel der Darsteller kennen, dann schnappt sie, legt „Das ist das Ende“ ein – und ihr werdet eine äußerst vergnügliche Zeit verleben. Unglaublich unterhaltsam. Wer hätte es gedacht? 8/10 Punkte.

20 Gedanken zu “Das ist das Ende – OT: This Is the End (2013)

  1. Den mochte ich auch sehr, vor allem die Michael Cera-Momente.
    Oder Emma Watson in ihrer Gastrolle. Ein wenig Mäkeln konnte ich nur am Schluss in Sachen Musikauswahl, denn wenn im Himmel wirklich Songs von Boygroups laufen, ziehe ich doch lieber ein Stockwerk tiefer ein 😉

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    • Emma Watsons Rolle war großartig angelegt. Herrlich! Was die Musikauswahl angeht, so waren das auch für mich keine himmlischen Klänge. Hat aber irgendwie zur absurden Atmosphäre gepasst. Trotz BSB ein großer Spaß!

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  2. Von dem Film hatte mir letztens eine Freundin erzählt, der scheint ja wirklich lustig zu sein! Kommt direkt auf die Liste 🙂

    Andere Frage: Terrarium? Hast du etwa auch kleine Reptilien zuhause? 🙂

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    • Ist auch wirklich lustig! Zumindest wenn man auf diese Art von Anarcho-Meta-Humor steht. Bin gespannt was du drüber schreibst, wenn du ihn einmal gesehen hast… 🙂

      Das Freiluft-Terrarium lag in der Nähe des Fliesenhändlers und wir mussten die Kinder mit der Aussicht auf einen Besuch desselben bei Laune halten. Reptilien haben wir nicht, allerdings habe ich gestern Nacht einen Frosch, zwar Amphibie aber immerhin, aus dem Lichtschacht gerettet.

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    • Gerade das Überzogene hatte mir gefallen. Ebenfalls fand ich es gut, dass Drehbuch und Dramaturgie nicht geschliffener waren, denn das wäre meiner Meinung nach für das Konzept eher abträglicher gewesen.

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    • Genau das hatte mich auch positiv überrascht. Meiner Meinung nach war er aber doch wieder nicht so doof, dass man sich darüber hätte ärgern müssen. Die perfekte Mischung einfach für das Gebotene.

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  3. Ja, ein Film mit teils eeecht platten Humor, aber hey.. Auch bei mir hat das absolut funktioniert. 😉 Fand generell schön, dass die Schauspieler mit ihren eigenen Klischees gespielt haben, wie Joah Hill als nettester Typ aller Zeiten oder James Franco als Pseudo-Künstler. Den Film kann man auch ohne Probleme ein zweites Mal schauen und findet dann noch 1-2 Sachen mehr, die einem zum Lachen bringen… Bei mir ist es auf jeden Fall so.

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    • Ich denke auch, dass der Film ein relatives hohes Wiederholungssichtungspotential (was für ein Wort!) besitzt. Da gibt es bestimmt noch so einiges zu entdecken und irgendwie freue ich mich jetzt schon drauf. Muss mal ein paar Freunde darauf ansetzen, denn in geselliger Runde macht der Film bestimmt noch einmal so viel Spaß! 😀

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