James Bond 007: Ein Quantum Trost – OT: Quantum of Solace (2008)

Nachdem ich vor zwei Tagen meiner Erinnerungen an „Casino Royale“ aufgefrischt habe, war es an der Zeit mir erstmalig die direkte Fortsetzung „James Bond 007: Ein Quantum Trost“ anzusehen. Der Film wird unter den Bond-Fans gemeinhin als schwächster der Craig-Ära angesehen, weshalb meine Erwartungen von Beginn an ein wenig gedämpft waren. Konnte mich Marc Forsters Film dennoch überzeugen?

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Ungewöhnlich für Bond ist „Quantum of Solace“ eine direkte Fortsetzung der Geschehnisse des Vorgängers. Für mich als Freund des seriellen Erzählens also ein dicker Pluspunkt. Inszenatorisch versucht Forster – noch mehr als Martin Campbell mit „Casino Royale“ – James Bond in der heutigen Zeit zu verankern und biedert sich stark an moderne Sehgewohnheiten an, d.h. Bond wirkt über weite Strecken eher wie Jason Bourne, was sich auch in einer übertriebenen Wackelkamera zeigt. Dennoch macht es weiterhin Spaß Daniel Craig in der Rolle des 007 zu sehen. Man hätte nur nicht auf Teufel komm raus vesuchen sollen alles anders machen zu wollen.

Inhaltlich hatt ich mir eine mitreißende Rachegeschichte erhofft. Bond sinnt auch auf Rache, doch verpufft diese emotional leider größtenteils. Vielleicht hätten sowohl „Casino Royale“ als auch „Quantum of Solace“ gewonnen, wenn man die letzten 20 Minuten des ersten Films direkt vor den zweiten gepackt hätte. In seiner aktuellen Form hat mich der Film dem Geschehen leider recht unbeteiligt zuschauen lassen. Dabei gab es ein paar tolle Schauplätze zu bestaunen, deren Vielfalt tatsächlich an die alten Bond-Filme erinnert hat. Mein Favorit ist hier die Opernszene in Bregenz. Eine tolle Idee, die zudem sehr schön inszeniert wurde.

Das Finale, das eigentlich den Höhepunkt der Rache hätte darstellen müssen, verpufft leider vollkommen. Selbst für mich, als Zuschauer, der den Vorgänger erst vor ein paar Tagen gesehen hatte, war Vesper nur noch ein Name und die nicht wirklich ausgeübte Rache hing seltsam bedeutungslos in der Luft. Dabei hätte die Geschichte durchaus Potential gehabt und gerade Wasser als Motiv des Bösewichts zu benutzen, schien mir besonders gelungen. Man hätte mehr daraus machen müssen.

Letztendlich ist „Ein Quantum Trost“ kein schlechter Film. Doch eben auch kein wirklich guter. Bond-Feeling kommt selten auf und die schönen Schauplätze können über die unbefriedigende Rachegeschichte leider auch nicht hinwegtäuschen. Schade also, dass der Fortsetzungscharakter verschenkt und so nur ein netter Actionfilm daraus wurde: 6/10 Punkte.

11 Gedanken zu “James Bond 007: Ein Quantum Trost – OT: Quantum of Solace (2008)

    • Ich habe gestern über den Link in der OFDb noch einmal deine Kritik zu „Ein Quantum Trost“ gelesen und in der hattest du den Film sogar besser bewertet als ich. Hatte mich auch erstaunt, aber anscheinend hast du in einer Folgesichtung deine Meinung noch einmal angepasst. In der Grundtendenz (Drehbuch, Inszenierung) sehen wir die Sache aber ähnlich. Auf „Skyfall“ freue ich mich aber dennoch.

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  2. Zu dem werde ich in meiner Bond-Reihe noch kommen, aber als ich den damals im Kino gesehen habe, war ich schwer enttäuscht. Wirklich mehr Bourne als Bond. Naja… bin mal gespannt, wie der beim zweiten Mal auf mich wirken wird, jetzt wo ich vorbereitet bin 😀

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    • Mich stört es gar nicht so sehr, dass er anders als die alten Bonds ist, sondern vielmehr, dass die Prämisse so verschenkt wurde und die Handlung und Inszenierung teils immer etwas daneben wirken. Einzelne Szenen mal ausgenommen.

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  6. QUANTUM OF SOLACE ist in der Tat der schlechteste Daniel-Craig-Bond-Film. Allerdings muss man auch bedenken, das es in der Pre-Production-Zeit einen großen Drehbuchautoren-Streik gab und die Produktionsfirma MGM kurz vor dem Bankrott stand. Das ist natürlich keine Entschuldigung für die schlechte Qualität, aber zumindest eine Erklärung.

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    • Natürlich war es mit Sicherheit keine einfachen Produktionsbedingungen, doch ist das tatsächlich keine Entschuldigung. Selbst zweitklassige TV-Serien haben den Streik damals besser überspielt. Naja, so wirklich schlecht fand ich den Film ja nicht, doch hätte man aus der Ausgangslage einfach mehr machen müssen – von der hyperaktiven Montage einmal ganz abgesehen.

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