Prince of Persia: Der Sand der Zeit – OT: Prince of Persia: The Sands of Time

Nachdem der Film im Dibbelabbes-Blog kürzlich positiv erwähnt wurde und er zudem günstig zu erstehen war, gab ich „Prince of Persia: Der Sand der Zeit“ trotz Vorbehalte eine Chance. Damals hätte ich die Videospielverfilmung sogar beinahe im Kino gesehen, doch es kam letztendlich anders. Aus heutiger Sicht muss ich sagen, dass dies kein sonderlich großer Verlust war, doch lest selbst…

Mit der direkten Vorlage kam ich selbst nie in Berührung. Ich kenne nur das Ursprungsspiel aus dem Jahr 1989, das ich damals ab und zu auf dem Computer (286er mit Monochrom-Bildschirm) des Vaters eines Freundes spielte. Heute erinnere ich mich hauptsächlich an die flüssige Animation der Spielfigur, einige Frustmomente und die herrlich düdelige Orientalmusik. Mit diesem Klassiker hat der Film nicht mehr viel gemein, obwohl die Umsetzung dessen Geschichte auch nicht viel platter hätte ausfallen können. Nun also eben der Sand der Zeit, ein magischer Dolch und allerlei Verschwörungsunfug.

An sich habe ich mich ja durchaus auf die Zeitreise-Thematik gefreut. Nach der kürzlichen Sichtung der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie sogar sehr. Leider jedoch macht der Film – außer ein paar netten Effektspielereien – so rein gar nichts aus diesem Potential. Alles läuft sehr linear nach dem 08/15-Abenteuerschema ab, ohne dass es auch nur die geringsten Überraschungsmomente gibt. Selbst die Nazgûl-Verfolgung aus „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ wird nahezu identisch inszeniert nachgestellt. Einzig und allein die Orientatmosphäre weiß teilweise zu gefallen, bleibt aber aufgrund der nur zu bekannten westlichen Schauspieler viel zu generisch.

Anfangs hatte ich große Probleme den von mir sehr geschätzten Jake Gyllenhaal als Prinz Dastan ernst zu nehmen. Damit meine ich weniger seinen extra für diese Rolle gestählten Körper oder die übertriebenen Actioneinlagen, sondern eher die Figur, wie sie im Drehbuch angelegt ist: ein Draufgänger, stets ein flotter Spruch auf den Lippen, ein Außenseiter unter seinen Brüdern und doch von seinem Vater bevorzugt sowie als vernünftiger und edler Erlöser gefeiert? Irgendwie passt hier Einiges nicht zusammen. Genauso wie bei den meisten anderen Charakteren, die oft handeln als wäre ihren Schauspielern kurz vor der Szene eine neue Drehbuchfassung unter die Nase gehalten worden.

Auch wenn ich mich in meiner Kritik eher auf die negativen Aspekte des Films konzentriert habe, so bleibt doch festzuhalten, dass „Prince of Persia: The Sands of Time“ ein recht unterhaltsamer Film ist. Die Action ist nett in Szene gesetzt, sieht aber oft zu künstlich aus. Geschichte, Schauspieler (positiv: Gemma Arterton, negativ: Ben Kingsley) und Score (typisch Hans Zimmer-Schmiede) schaffen es dagegen nicht den Film über den Durchschnitt zu heben. Kann man sehen, muss man aber nicht: 5/10 Punkte.

9 Gedanken zu “Prince of Persia: Der Sand der Zeit – OT: Prince of Persia: The Sands of Time

  1. Als großer Fan der alten PS2-Spiele war ich für diesen Film irgendwie nach dem ersten Trailer schon Feuer und Flamme. So als Popcorn-Film eigentlich ganz unterhaltsam, mehr aber auch nicht. Da hast du schon vollkommen recht.

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  2. @donpozuelo: Im besten Fall hätte ich mir Popcornkino à la „Fluch der Karibik“ erwartet, im schlechtesten einen Totalausfall. Insofern kann ich mit dem Zwischending recht gut leben. Halt nur schade, dass für so viel Mittelmaß so unglaublich viel Geld ausgegeben wird.

    @mathias1302: Für eine Videospielverfilmung war das schon ganz okay, stimmt. In diesem Bereich ist immer noch „Silent Hill“ mein Favorit, aber ich kenne auch dort die Vorlage nicht.

    @Flo: Den Einstieg fand ich seltsamerweise auch am schwächsten. Schlechte Effekte, schlechtes Pacing und schlampiges Drehbuch. Alfred Molina fand ich zwar recht gelungen, aber etwas zu sehr auf Comic Relief getrimmt.

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  3. Pingback: Media Monday #38 « Tonight is gonna be a large one.

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