Sanctum (2011)

Normalerweise kann ich ziemlich gut abschätzen, ob mir ein Film gefallen wird oder nicht. Der von James Cameron produzierte Abenteuerfilm „Sanctum“ schien wie gemacht für mich: Ich liebe Filme, die in weitläufigen Höhlen spielen, Unterwasserszenen werten für mich jeden Film auf und der Name James Cameron birgt für Qualität und hat mich bisher noch nie enttäuscht. Was soll da noch schief gehen? Leider so einiges, doch dazu später mehr…

Meine Erwartungshaltung war wirklich enorm und ich habe mich maßlos geärgert den Film im Kino verpasst zu haben. Auch eher durchschnittliche Kritiken konnten mich nicht abschrecken, hat mich doch z.B. auch der gerne verrissene „The Cave“ ausgezeichnet unterhalten. Die erste Enttäuschung kam als ich erfuhr, dass „Sanctum“ auf einer wahren Begebenheit beruhen soll. Soviel dann zum Thema – ich bin nun einmal ein Genrefreund – übernatürliche Elemente, doch war ich letztendlich auch hier guter Dinge, da mir die realistische erste Hälfte von „The Descent“ als äußerst beeindruckend in Erinnerung geblieben ist.

Was hat „Sanctum“ also zu bieten? Teils wirklich enorm schöne Bilder und einige schweißtreibende Szenen, die der klaustrophobischen Kombination aus räumlicher Enge und Wasser geschuldet sind. Leider jedoch war es das auch schon. Selten habe ich mich bei einem Film mehr über die Charaktere und ihre Entscheidungen aufgeregt. Ob nun der zurückgelassene Neoprenanzug und damit einhergehend das klischeehafte Frauenbild, das angespannte Vater-Sohn-Verhältnis oder der nervliche Zusammenbruch des Draufgängers. All dies hat man bereits dutzende Male so viel besser gesehen. Das Drehbuch ist wahrlich ein einziges Ärgernis.

Auch mit seiner Inszenierung gewinnt der „Sanctum“ keine Preise. Zwar sieht er größtenteils schon recht gut aus, doch lassen sich die beeindruckenden Einstellungen an einer Hand abzählen. Hier hatte ich mir – besonders im Vergleich zu den beiden oben genannten Filmen – deutlich mehr erwartet. Auf der Oberwelt sieht das Bild zudem übermäßig digital aus, was mir ohnehin nicht sonderlich zusagt. Auch erkennt man in vielen Einstellungen deutlich, dass der Film für 3D gedreht wurde. So gibt es seltsam anmutende Perspektiven oder unnötige Kamerafahrten zu sehen. Nicht wirklich störend, aber auffällig.

Insgesamt hat mich „Sanctum“ leider ziemlich enttäuscht, was natürlich auch mit meiner ursprünglichen Erwartungshaltung zusammenhängt. So habe ich gestern leider nicht das neue Standardwerk des Höhlentaucherfilms gesehen, sondern nur einen recht nett anzusehenden Abenteuerfilm mit teils drastischen Bildern und mauem Drehbuch. Genrefreunde (so es diese da draußen überhaupt gibt) können durchaus einen Blick riskieren, alle anderen können den Film links liegen lassen. Schade um die schöne Kulisse: 5/10 Punkte.

5 Gedanken zu “Sanctum (2011)

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