Rapunzel: Neu verföhnt – OT: Tangled

Disney’s back! Wie schön. Ich liebe ja die klassischen Disney-Filme. Doch irgendwann haben sie begonnen an Qualität zu verlieren und Pixar hat dem ehrwürdigen Animationsstudio – trotz offizieller Zusammenarbeit – den Rang abgelaufen. Ich weiß gar nicht mehr genau, was mein letzter Disney-Film war, doch nachdem ich eine Menge ausgelassen hatte, schien „Rapunzel: Neu verföhnt“ trotz des unschönen deutschen Titels sehr sehenswert geworden zu sein. Insofern war meine Vorfreude groß und ich sollte nicht enttäuscht werden…

„Tangled“ – so der um einiges gelungenere Originaltitel – ist ein klassischer Disney-Film, wie er im Buche steht. Es wird eine bekannte Märchenhandlung nacherzählt, es wird getanzt und gesungen, es gibt lustige Sidekicks, eine zarte Liebesgeschichte und einen eindeutigen Bösewicht. Dennoch wirkt der Film viel morderner als z.B. „Cindarella“ oder auch „Die Schöne und das Biest“, was aber weniger an der verwendeten Animationstechnik (ja, auch Disney ist schon seit Längerem im 3D-Zeitalter angekommen), als an der spritzigen Erzählweise der Geschichte. Das Tempo ist höher, die Dialoge gewitzter und dennoch fügt sich alles zu einem einheitlichen Bild zusammen. Wirklich sehr gelungen!

Auch wenn die Geschichte nicht mit großen Überraschungen auftrumpft, so sind es jedoch die Details, die überzeugen. Jeder Nebencharakter wirkt bewusst platziert und jeder auch noch so kleine visuelle Gag sitzt. Dabei sollte man aber nicht den Fehler machen eine Art „Shrek“ zu erwarten, denn „Tangled“ nimmt sich als klassischer Märchenfilm durchaus ernst, was zu einigen herrlich kitschig-schönen Einstellungen führt, die wir an Disney-Filmen eben so lieben. Davon gerne bitte wieder mehr.

Ebenso kann die Besetzung voll und ganz überzeugen. Mandy Moore klingt genauso süß und naiv, wie man sich Rapunzel eben vorstellt. Donna Murphy (Denise Goodman, „Trust Me“) weiß als böse Mutter Gothel zu brillieren und Zackary Levi (Chuck Bartowski, „Chuck“) gibt einen herrlich charmanten Tagedieb. Wahrlich famos! Mit Ron Perlman, Jeffrey Tambor und Brad Garrett seien dann nur einige der Nebendarsteller genannt. Ein wahres Fest also für Film- und Serienfreunde.

Zwar reicht „Tangled“ in meinen Augen noch nicht an die ganz großen Disney-Klassiker heran, doch der erste Schritt in die richtige Richtung ist getan. Der Film ist eigenständig und versucht weder Pixar zu kopieren, noch auf Teufel komm raus irgendwie anders modern zu sein. Er weiß seine Stärken geschickt auszuspielen und überzeugt somit auf ganzer Linie. Wie gesagt, äußerst gerne mehr davon: 8/10 Punkte.

18 Gedanken zu “Rapunzel: Neu verföhnt – OT: Tangled

    • Zuletzt wieder im Double Feature mit BOLT gesehen, den ich nunmehr ja doch noch eine Ecke unterhaltsamer einstufe (allein die ersten 10 Minuten stellen die Action in THE INCREDIBLES locker in den Schatten). Falls du den noch nicht kennst, kann ich ihn dir auch nur empfehlen (auch hier tolle Star-Synchro). Byron Howard hat bei mir jetzt jedenfalls erst mal einen Stein im Brett.

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      • „Bolt“ steht auch schon lange auf meiner Liste. Werde ich mir demnächst auch einmal zulegen. Überhaupt habe ich wieder richtig Lust auf Disney bekommen. Das „Der König der Löwen“-Release auf Blu-ray ist auch schon dick im Kalender markiert. Wird bestimmt ein Erlebnis.

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  1. Am besten fand ich zwar immer noch „Küß den Frosch“ – da war Disney noch richtig Disney. Tangled war in Ordnung, hat mich aber auch nicht so vom Hocker gerissen. Ich glaube, Disney muss einfach einsehen, dass sie nicht mehr die Nummer 1 in Sachen Animation sind.

    Weswegen wohl sonst würden sie jetzt so verzweifelt sein und „The Lion King“ noch einmal ins Kino bringen?

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  2. „Küss den Frosch“ war der Film direkt davor, oder? Da habe ich sehr gemischte Kritiken gelesen, doch wollte ich auch schon immer mal reinschauen, was ich jetzt wohl auch einmal machen werde. Wenn Disney sich auf seine alten Stärken zurückbesinnt, was sie bei „Tangled“ durchaus gemacht haben, dann kann man mit ihnen auf jeden Fall noch rechnen.

    Ob es eine 3D-Neuauflage von „The Lion King“ braucht sei einmal dahingestellt. Wird aber wohl so oder so lukrativ für den Konzern werden. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf die kommende 2D-Blu-ray.

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