Vielleicht, vielleicht auch nicht – OT: Definitely, Maybe

Nach langer, langer Zeit habe ich mich doch tatsächlich zu einem Blindkauf hinreißen lassen. Adam Brooks „Vielleicht, vielleicht auch nicht“ schien mir eine gute Wahl zu sein, um dem Genre der romantischen Komödie einmal wieder einen Besuch abzustatten. Doch wie wir wissen, gibt es bei Blindkäufen nur eine 50:50-Chance tatsächlich einen guten Film zu erwischen. Zu welcher Gruppe darf sich „Definitely, Maybe“ zählen?

Normalerweise spare ich mir bei meinen Filmbesprechungen eine Zusammenfassung der Handlung. Schließlich gibt es dafür genügend Webseiten. Doch dieser Film macht mir leicht: Mit „Definitely, Maybe“ erlebt der Zuschauer die Prämisse von „How I Met Your Mother“ – nur eben in Film- statt Serienform. Ryan Reynolds (Berg, „Two Guys and a Girl“) spielt Will Hayes, einen Vater, der sich gerade in der Scheidung befindet und seiner Tochter zu erklären versucht, warum das mit ihm und ihrer Mutter nicht so ganz einfach ist. Der Clou bei der Sache: Er erzählt von drei Frauen in seinem Leben und lässt die Tochter raten, welche von diesen letztendlich ihre Mutter ist. Eine Mystery-RomCom sozusagen.

Die Geschichte umspannt beinahe 20 Jahre und entführt den Zuschauer somit ins New York der 90er Jahre. Man erlebt, wie Will Hayes in der New Yorker Wahlkampfzentrale Bill Clintons mitarbeitete, wie er seine eigene Firma aufbaut und natürlich wie er die drei Frauen kennenlernte, die die romantische Seite seines Leben prägten. Ich war wirklich erstaunt und erfreut, wie wenig auf den Beziehungskisten herumgeritten wird und wieviel Freiraum der eigentlichen Charakterentwicklung eingeräumt wurde. Sehr gelungen.

Gegen Ende gelingt es jedoch auch „Definitely, Maybe“ nicht den für romantische Komödien obligatorischen Kitsch komplett zu umschiffen. Doch mich hat das nicht weiter gestört, denn auch der Kitsch gehört eben zum Genre. Zudem hat der Film mit seiner Vater-Tochter-Beziehung bei mir natürlich voll in eine Kerbe geschlagen. Somit konnte ich auch über diverse Logikfehler und Ungereimtheiten hinwegsehen.

Wenn man sich darauf einlässt, bietet Adam Brooks „Vielleicht, vielleicht auch nicht“ wunderbare Unterhaltung mit tollen Darstellern (u.a. Isla Fisher, Kevin Kline), einem gut geschriebenen Drehbuch und einem von Florian Ballhaus toll eingefangenem Big Apple. Ich kann nicht verstehen, warum der Film – im Gegensatz zu anderen, weit klischeehafteren Vertetern des Genres – so untergegangen ist. Einfach nur gute, kurzweilige Unterhaltung: 8/10 Punkte.

9 Gedanken zu “Vielleicht, vielleicht auch nicht – OT: Definitely, Maybe

  1. Ich kann dir in allem zustimmen, auch in in der Punktzahl, da ich ihn schon zweimal geschaut habe und mit Sicherheit irgendwann wieder schauen werde.
    Abigail Breslin und Isla Fisher sind toll! 😉

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  2. @Willems: Ja, ist denke ich wirkliche in Film zum öfter schauen. Ein echter Feel-Good-Movie sozusagen und das nicht einmal nach Nerdtalk-Definition… 😉

    Stimmt, Abigail Breslin habe ich ganz vergessen. Hat mir natürlich auch sehr gut gefallen!

    @Dos Corazones: Dann mal viel Spaß mit dem Film. Bin auf deine Kritik gespannt!

    @Flo Lieb: Du sagst es! Dabei habe ich dieses Mal gar nicht zuvor nach deiner Einschätzung geschaut. Hmm, very mysterious…

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  3. Ich habe „Vielleicht, vielleicht auch nicht“ bereits im Kino zweimal gesehen – und schon diverse Male zu Hause. Was hauptsächlich an der bezaubernden Isla Fisher liegt. Die Auflösung der Identität der Mutter empfand ich sogar als relativ überraschend und weit weniger kitschig als befürchtet. Kurz gesagt: Ich mag diesen Film. Sehr sogar.

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  4. Anscheinend hat der Film doch eine höhere Bekanntheit, als ich ursprünglich angenommen hatte. Freut mich! Die Auflösung fand ich auch überraschend, da doch jeder mit Isla Fisher gerechnet hatte – ich für meinen Teil mochte das Ende auch, aber bis zu einem gewissen Grad steh ich auch auf Kitsch… 😉

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