10.000 B.C. – OT: 10,000 B.C.

Nachdem die DVD von Roland Emmerichs „10.000 B.C.“ bereits seit über einem halben Jahr ungesehen im Regal stand, ist mir der Film gestern spontan wieder eingefallen. Nach unzähligen vernichtenden Kritiken hatte ich nie wirklich Lust auf eine Sichtung, obwohl sich die Thematik für mich eigentlich vielversprechend anhörte. Somit konnte ich nun ohne jegliche Erwartungen an den Film herangehen.

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Um es kurz zu machen: Der Film hat mich gut unterhalten. Kein Meilenstein in irgendeiner Form, doch weit von einem Desaster entfernt. Die Geschichte – soweit vorhanden – deckt sich ziemlich genau mit Mel Gibsons genreverwandtem „Apocalypto“, welcher jedoch in jeder Hinsicht gelungener ist. Eine höhere Zivilisation entführt Mitglieder eines einfachen Stammes, woraufhin ein Rettungstrupp loszieht und in ein fremdes Reich voller Gefahren eindringt. Noch etwas Mystik und eine Liebesgeschichte. Fertig ist die episch angehauchte Fantasysaga.

Die meisten Kritiker kreiden dem Film historische Ungenauigkeiten an. Unpassende Flora und Fauna. Unpassende Sprache. Unpassende Kleidung und unpassende Fähigkeiten. Da muss man sich doch tatsächlich fragen, ob sie auch den mangelnden Realismus – sprich unpassende Geisterpiraten – in den „Fluch der Karibik“-Filmen beanstandet haben. Um Freude daran zu finden muss man „10.000 B.C.“ natürlich als das sehen, was es ist: Ein simples Fantasyabenteuer, welches mit der Idee einer verlorenen Zivilisation spielt. Nicht mehr und nicht weniger.

Besonders gut gefallen haben mir der Epilog und die anschließende Reise. Inhaltlich eher mau, doch gespickt mit tollen Landschaftsaufnahmen und unterhaltsamen Actionsequenzen. Die anschließende Zusammenkunft der verschiedenen Stämme sowie das Schmieden des ach so innovativen Plans zur Befreiung der Sklaven fand ich dagegen eher etwas zäh. Umso beeindruckter war ich jedoch von dem detailverliebten Modell der Pyramidenstadt. Wirklick ein audiovisueller Hochgenuss.

Für mich passt „10.000 B.C.“ astrein in Emmerichs Gesamtwerk. Hirnlose Unterhaltung mit übertriebener und wuchtiger Optik. Nicht wirklich schlechter als „Independance Day“, „Transformers“ oder andere Effektblockbuster. Wer intellektuell forderndes Kino sehen möchte, ist hier natürlich an der falschen Adresse. Überraschend unterhaltsam: 6/10 Punkte.

13 Gedanken zu “10.000 B.C. – OT: 10,000 B.C.

  1. Hatte mir den seinerzeit aus der Videothek geliehen und fand ihn mit einem Wort langweilig. Vielleicht war ich am Tag der Sichtung auch nicht aufnahmefähig genug, um die positiven Seiten des Filmes richtig zu würdigen. Apocalypto hatte mir da einiges mehr an Spaß bereitet.

    Vielleicht kann mich Emmerich mit 2012 mehr überzeugen. Da rummst es wenigstens so ordentlich, dass man gar nicht dabei einschlafen kann.

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  2. Die zweite Filmhälfte fand auch ich etwas zäh bzw. eben langweilig. Allerdings hat mir das Setting sehr gut gefallen und der Film war visuell stark genug, um mich bei der Stange zu halten. „Apocalypto“ war natürlich weit mitreißender, keine Frage.

    Ob ich mir „2012“ ansehen werde kann ich noch nicht sagen, doch spätestens wenn einem die DVD hinterhergeworfen wird, werde ich wohl doch wieder schwach und werde wieder einen Blick riskieren.

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  3. Nicht mehr und nicht weniger.

    Naja, wenn man von tiefstem Schnee einen Schritt in die schwüle eines Regenwaldes macht, um 30 Meter weiter in die Steppen einer Sahara einzutauchen, dann fragt man sich eben schon, was das eigentlich soll. Dass alle Stämme miteinander kommunizieren können, kommt dann noch hinzu. Aber wir wissen ja inzwischen, bei dir machen’s vormerklich die hübschen Bilder 😉 😛

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  4. Wie es der Zufall will, habe ich gerade parallel deine Kritik offen und konnte demnach mit solch einem Kommentar rechnen. Ist aber auch völlig okay, denn mich haben die diversen Logikfehler – obwohl sie mir aufgefallen sind – tatsächlich nicht gestört. Sie haben, wenn man so will, zum anspruchslosen – ja beinahe schon trashigen – Fantasycharme des Films gepasst. Manchmal reichen mir tatsächlich schöne Bilder. Manchmal aber auch nicht. Ich bin da sehr wundersam… 😉

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  5. Ich bin an sich auch positiv überrascht gewesen vom Film. Sicherlich kein Meisterwerk, dafür sieht man doch zu deutlich die handschrift Emmerichs und die ist nun mal nicht besonders sauber. Irgendwie schafft es der Film anfangs doch, so etwas wie Realismus zu vermitteln und hat mich dann über die famosen Bilder der Landschaften staunen lassen. Da kam mir erst hinterher in den Sinn, dass das doch so alles gar nicht recht zusammen passen mag – allerdings war da der Film scon vorbei.

    Roland Emmerich mag ich immer noch nicht, aber ich habe mir vorgenommen, mir den Film ein zweites mal anzuschauen. Einzig uns allein das lahme Schauspiel der Darsteller hat mir am Film nicht gefallen. Aber das passt zu Emmerich, der da eben einfach kein so glückliches Händchen bei der Auswahl und Führung selbiger hat.

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  6. Na, da findet sich nun ja doch noch jemand, dem der Film auch gefallen hat. Emmerich ist für mich eben Emmerich. „ID4“ fand ich als Jugendlicher ganz toll, „Godzilla“ hatte mich recht gut unterhalten und „The Day After Tomorrow“ fand ich auch überdurchschnittlich gelungen. Immer ganz unterhaltsame Filme, wenngleich weit davon entfernt wirklich gut zu sein. Insofern sehe ich da in Bezug auf „10.000 B.C.“ keine großen Abstriche. Eben einer unter dutzenden von Krawallregisseuren.

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  7. Von ID4 war ich als Jugendlicher damals mehr als enttäuscht. Völlig überschätzt… Godzilla war für mich nur noch schlechter und The Day after tomorrow war irgendwie seltsam einfallslos. Emmerich macht ja an sich das typische Hau-drauf-Kino, brachiale Action, übertrieben und das alles ohne Sinn und Verstand. Nur gibt’s da mit Michael Bay jemanden, der das deutlich besser kann. Und wenn ich mir dann schon Filme angucke, die maßlos übertrieben sind, dann lieber die, wo sie es auch richtig raushängen lassen: eben Michael Bay-Filme. Dagegen wirken die Emmerich-Machwerke einfach vergleichsweise mau.

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  8. Michael Bay wollte ich auch als passenden Vergleich anführen. Eigentlich sind es beide Regisseure wohl nicht wert, dass man solch analytische Diskussionen über sie zu führt, jedoch kommt mir Bay stehts berechnender (und größenwahnsinniger) vor, als Emmerich, der auf mich eher immer etwas naiv wirkt.

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  9. Ja, aber im Gegensatz zu den Emmerich-Filmen machen mir die Filme von Michael Bay unheimlich viel Spaß, auch wenn die Komik bei den Bay-Filmen hin und wieder unfreiwillig ist. Wenn man schon auf die Kacke hauen muss, dann wenigstens richtig. 😉

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  10. Hmm, hat er dir dann doch so gut gefallen :)? Aber die historischen Ungenauigkeiten habe ich ihm in meiner Kritik ja auch nicht wirklich vorgeworfen, da fielen andere Punkte viel viel schwerer ins Gewicht. Vielleicht hast du dich da ja etwas von der zugegebener Maßen tollen Optik blenden lassen 😉 *hehe*

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  11. Ja, hat mir wirklich so gut gefallen. Wobei gut natürlich relativ ist und ich ihn insgesamt knapp über dem Durchschnitt sehe. Daran haben natürlich die tollen Aufnahmen einen Großteil beigetragen. Manchmal lasse ich mich ganz gerne blenden.

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  12. Pingback: 10.000 B.C. (2008) | Film-Blogosphäre

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