Vergessene Welt: Jurassic Park – OT: The Lost World: Jurassic Park (1997) (WS1)

Nach einer anstrengenden und viel zu langen Woche habe ich mich sehr auf den Filmabend am Freitag gefreut. Da ich mit dem Zwergofanten noch beim Karate-Training war, sind wir erst kurz vor 21 Uhr aufs Sofa gekommen. Dort hat natürlich „Vergessene Welt: Jurassic Park“ auf uns gewartet. Ich war sehr gespannt, wie mir diese Fortsetzung eines meiner absoluten Lieblingsfilme heute gefallen würde. Also auf zur Isla Sorna und Dinos jagen… 🦖

Vergessene Welt: Jurassic Park (1997) | © Universal Pictures Germany GmbH

Vergessene Welt: Jurassic Park (1997) | © Universal Pictures Germany GmbH

Eine typische Fortsetzung der 1990er Jahre

Natürlich wusste ich schon, was auf mich zukommt. Sowohl Michael Crichtons Buchfortsetzung als auch Steven Spielbergs Adaption können dem bahnbrechenden ersten Teil nicht das Wasser reichen. Dieser ist in jeder Hinsicht perfekt. Das fängt schon bei der Handlung an: In der Fortsetzung gibt es viel zu viele Figuren und Handlungselemente. Der Fokus auf das Wesentliche fehlt. Nirgends lässt sich das besser ablesen, als im aufgesetzt wirkenden Finale, in dem der Tyrannosaurus rex durch San Diego poltert. Für sich genommen eine unterhaltsame Sequenz, doch im Kontext des restlichen Films wirkt sie fehl am Platz. Überhaupt besitzt „Vergessene Welt: Jurassic Park“ einen seltsam unausgewogenen Rhythmus. Viele Szenen ziehen sich und andere wiederum sind zu schnell vorbei. Vermutlich fällt das gerade im Vergleich zu „Jurassic Park“ so stark auf, da es kaum einen zweiten Film gibt, der seine Geschichte so perfekt und auf den Punkt zu erzählen weiß.

Trotz meiner Kritik gibt es etliche tolle Szenen in „Vergessene Welt: Jurassic Park“: Natürlich die Truck-Sequenz oder der Angriff der Raptoren im hohen Gras. Auch einige Todesszenen sind mir im Kopf geblieben, wie z.B. der Angriff der Compsognathus auf Dieter (Peter Stormare), dessen Tod nur durch das Blut im Flusslauf angedeutet wird. Aufgrund seiner übertrieben aufgeblähten Figurenansammlung gibt es natürlich auch viele neue Schauspieler:innen zu sehen, von denen mir vor allem der famose Pete Postlethwaite (auch bekannt aus „Alien 3“) im Kopf geblieben ist. Die Hauptfiguren kommen nicht an die des ersten Teils heran und harmonieren dennoch ganz gut miteinander. Man hat hier versucht eine Fortsetzung zu schaffen, die von allem mehr bietet und dabei doch den Kern der Geschichte ein wenig aus den Augen verloren. John Williams hat extra ein neues Theme für „Vergessene Welt: Jurassic Park“ geschrieben, welches großartig zur Isla Sorna passt. Dennoch habe ich mich gefreut, als auch das klassische Theme wieder eingespielt wurde.

Fazit

Tatsächlich fällt „Vergessene Welt: Jurassic Park“ im Vergleich zum nahezu perfekten Vorgänger deutlich ab. Für sich genommen ist es ein guter bis sehr guter Film, der spannende Szenen und eigenwillige Figuren besitzt. Stets unterhaltsam und doch fühlt sich das Pacing nicht immer richtig an. Zweifellos aber eine gelungene Fortsetzung, welche sich über die Jahre, und seit meiner letzten Sichtung, immer weiter in mein Herz gespielt hat: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Jurassic Park (1993) (WS1)

Nachdem wir heute den Kindergeburtstag des Zwergofanten im Ninja Warrior Park Germany gefeiert haben (ein ausführlicher Bericht folgt noch), waren die Kinder abends völlig ausgelaugt. Kein Wunder nach den sportlichen Höchstleistungen. Abends haben sich jedoch alle noch auf dem Sofa eingefunden, weshalb es auch endlich soweit war: Wir haben uns „Jurassic Park“ angeschaut. Ein Film, der mir unfassbar viel bedeutet. Wie er dem Rest gefallen hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung. 🦖

Jurassic Park (1993) | © Universal Pictures Germany GmbH

Jurassic Park (1993) | © Universal Pictures Germany GmbH

Noch heute der perfekte Blockbuster

Obwohl „Jurassic Park“ einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist, liegt die letzte Sichtung bereits 17 Jahre zurück. Kaum zu glauben. Dennoch konnte ich heute noch jeden Dialog mitsprechen, was zeigt, wie häufig ich den Film damals gesehen habe. Überhaupt war ich als Kind komplett im „Jurassic Park“-Fieber. Mit 11 Jahren habe ich Michael Crichtons Vorlage „Dino Park“ gelesen und war so fasziniert, wie zuvor noch von keinem Buch. Danach wurde jeder Zeitungsschnipsel über die Verfilmung des Romans ausgeschnitten und auswendig gelernt. 1993 war es dann endlich soweit: Steven Spielbergs Film kam in die Kinos. Das war damals ein Hype, wie man ihn sich heute kaum noch vorstellen kann. Jeder wollte diesen Film sehen. Vor allem Kinder, die im Dino-Fieber waren. Aufgrund der nicht gerade zimperlichen Inszenierung, und der sich darauf beziehenden Presseberichte, haben die Kinobetreiber jedoch strengstens darauf geachtet, dass niemand unter 12 Jahren „Jurassic Park“ sieht. Ich war am Startwochenende, gerade zwölf geworden, mit meiner Mutter im Kino und habe miterlebt, wie andere Eltern mit ihren Kindern des Kinos verwiesen wurden. Bis heute eine meiner allerliebsten Kinoerinnerungen. Vergleichbar wohl nur mit Zuschauenden, die 1977 „Star Wars“ auf der großen Leinwand erleben durften oder 2001 „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“, was auch mein zweites großes Kinoerlebnis gewesen ist.

Ich werde immer in meiner Dino-Phase sein

Ich muss auch heute wieder sagen, dass es kaum einen zweiten Blockbuster gibt, der so perfekt durchkomponiert wurde, wie „Jurassic Park“. Damit meine ich noch nicht einmal den unfassbaren Score von John Williams oder die bahnbrechenden visuellen Effekte. Nein, ich schreibe vom Drehbuch und der Dramaturgie. Es findet ab der ersten Szene soviel Setup statt (Alan Grant mag keine Kinder, die Gefährlichkeit der Velociraptoren usw.), welches auch komplett eingelöst wird. Das Payoff ist deshalb unfassbar befriedigend. Ich liebe so etwas. Heutzutage ist das in dieser Konsequenz leider kaum noch in Filmen zu finden. Jeder Aspekt greift wie ein Zahnrad ins nächste. Anhand von „Jurassic Park“ könnte man ganze Vorlesungen füllen, wie man funktionierende Filme dreht. Lustigerweise sollten sich gerade die Fortsetzungen (speziell die späteren) nicht mehr auf die Tugenden des ersten Teils besinnen. Vermutlich wird er bei mir auch deshalb immer einen solch besonderen Stellenwert besitzen. Als ich vorhin beim ins Bett bringen einen Velociraptor nachahmte meinte der Zwergofant: „Oh schaut, der Papa ist in seiner Dino-Phase.“ Und ich erwiderte nur: „Ich werde immer in meiner Dino-Phase sein.“

Worauf ich noch kurz eingehen möchte, ist die 3D-Präsentation des Films. Wie auch „Titanic“ gehörte „Jurassic Park“ zu den wenigen Filmklassikern, welche auf dem Höhepunkt des 3D-Booms eine 3D-Konvertierung erfuhren, die damals sogar kurz im Kino aufgeführt wurde. Ich bin nun im Heimkino in den Genuss gekommen und ein solcher ist diese besondere Fassung tatsächlich. Wie auch bei „Titanic“ ist der 3D-Effekt überragend gut gelungen. Da können die meisten Standard-3D-Filme, die im Zuge der kontemporären Postproduktion konvertiert wurden, nicht mithalten. Leider gibt es heute kaum noch Möglichkeiten den Film so zu genießen. Wenn ihr die Chance habt, und 3D nicht abgeneigt seid, dann solltet ihr sie ergreifen.

Fazit

Auch heute hatte ich bei „Jurassic Park“ wieder einige Male Gänsehaut. Der Film hat mich erneut komplett begeistert. Die Kinder waren leider schon ziemlich müde und speziell das Zappelinchen hat teils mit dem Schlaf gekämpft. Der Zwergofant wurde dagegen von den immens spannenden Szenen in der zweiten Hälfte wachgehalten. So angespannt habe ich ihn schon lange nicht mehr erlebt. Ich bin nun extrem neugierig auf unsere weitere Reise. Für mich liegt das Highlight schon hinter uns, doch das heißt ja nicht, das es den Kindern genauso gehen muss: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Ready Player One (2018) (WS1)

Ein weiterer Tag mit Rückenschmerzen geht zu Ende. Jedoch habe ich das Gefühl, dass es langsam besser wird. Jetzt da der Urlaub zu Ende ist. Einmal wieder typisch! Da wir am Wochenende eine Übernachtungsgästin haben, stand heute noch ein Filmabend  im Familienkreis auf dem Programm. Unsere Wahl ist auf „Ready Player One“ gefallen. Warum und wieso und wie der Film heute bei uns ankam, lest ihr in der folgenden Besprechung… 👾

Ready Player One (2018) | © Warner Home Video

Ready Player One (2018) | © Warner Home Video

Meine kurze Geschichte mit VR

Ich hege seit jeher eine große Faszination für VR. Vor inzwischen beinahe 10 Jahren habe ich über „Virtual Reality mit Oculus Rift, Google Cardboard und ähnlichen Systemen“ geschrieben. Das Oculus Rift DK1 war damals sogar meine erste Begegnung mit VR. Danach bin ich in die Welt der Cardboard-ähnlichen Brillen eingestiegen und habe diverse VR-Apps auf dem Smartphone ausprobiert. Ein kurzes Vergnügen. Zeitsprung in den Oktober 2024: Neben der unbezahlbaren Apple Vision Pro hat Oculus bzw. inzwischen Meta die Quest 3 veröffentlicht, welche dank  globalem Preisnachlass sowie Rabattaktionen endlich erschwinglich war. Seit einer knappen Woche habe ich die VR-Brille (aufgrund des Rückens leider nur eingeschränkt) ein wenig testen können und bin komplett begeistert, welch großen Schritt die Technik in den letzten 10 Jahren seit dem ersten Oculus Rift Development Kit gemacht hat. Auch der Rest der Familie, allen voran der Zwergofant, ist fasziniert. Kein Wunder also, das die Vorfreude auf „Ready Player One“ groß war.

Willkommen in der OASIS!

Doch nun genug von meinen neuerlichen VR-Ausflügen (dazu folgt zu gegebener Zeit vielleicht noch ein extra Artikel) und zum Film: Ich habe Ernest Clines Roman damals verschlungen. Er war genau mein Ding und ich habe mich durch die unzähligen Popkulturreferenzen komplett abgeholt gefühlt. Ja, so einfach bin ich gestrickt. Steven Spielbergs Filmadaption hat mir beim ersten Mal auch sehr gut gefallen, wenngleich ich doch enttäuscht war ob der vielen Änderungen. Bei der heutigen Sichtung hatte ich das Buch gar nicht mehr so präsent im Kopf und den zweiten Teil „Ready Player Two“ habe ich nie gelesen. Der Hype ist verflogen und ich konnte somit entspannter auf die Verfilmung blicken. Gerade im Hinblick auf meine aktuellen VR-Erfahrungen ist es schon erstaunlich, wie gut Cline bzw. Spielberg diese Welt visuell weitergedacht hat. Das war für mich heute wohl der faszinierendste Aspekt. Auch dass die Technik in der Welt von „Ready Player One“ eindeutig den Massenmarkt erreicht hat. Ich bin mir sicher, das wird uns auch noch bevorstehen. Vielleicht eher in Richtung Augmented Reality bzw. Mixed Reality, doch wenn der Sprung in den nächsten 10 Jahren ähnlich groß ist, wie in den letzten 10 Jahren, dann sind wir von der OASIS gar nicht mehr so weit entfernt. Nur eben mit den 80% Werbung im Sichtfeld der User, wie von Bösewicht Nolan Sorrento prophezeit, wenn die Hoheit bei Meta bleibt.

Die Handlung des Film ist eine recht klassische Dystopie, nur eben mit großem Abenteueraspekt, der unsere Held:innen auf eine Schnitzeljagd durch virtuelle Welten führt. Szenen wie der Besuch von „The Shining“ sind großartig, andere dagegen zu überladen. Aber ja, auch das macht im Kontext des Films Sinn. Auch die popkulturellen Referenzen sind teils zu viel des Guten. Da mag ich es lieber dezent, wenn z.B. Alan Silvestri beim Einsatz des Zemeckis-Cube noch einmal sein „Zurück in die Zukunft“-Thema anspielt. Insgesamt hätte ich mir noch mehr Eintauchen in die Vergangenheit James Hallidays gewünscht. Dafür gerne weniger Action. Aber ich habe ja auch schon festgestellt, dass ich in der virtuellen Realität lieber gemächlich meine Umgebung erkunde und keine wilden Schießereien mag.

Fazit

Ich hatte heute wieder sehr viel Spaß mit „Ready Player One“. Gerne hätte ich mich noch länger in dieser Welt aufgehalten. Ob der Film zum zweiten Teil noch jemals kommen wird? Der Zwergofant war ziemlich begeistert und das Zappelinchen zumindest angetan. Wenn jemand von euch in Metas VR-Welten unterwegs ist, gebt gerne Bescheid. Ich stehe noch ganz am Anfang. Doch irgendwann werde ich vielleicht, wie Parzival in diesem Film, auf größere Entdeckungstour gehen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Avengers: Endgame (2019) (WS1)

Nach einem erfolgreichen Tag, zumindest wenn ich an die Arbeiten im Chaoskeller denke, hatten wir abends Großes vor: Endlich stand mit „Avengers: Endgame“ das Finale der Infinity-Saga auf dem Programm. Schon verrückt, dass wir seit dem Start mit „Iron Man“ im März in nur sieben Monaten durchgekommen sind. Allerdings haben wir auch kaum etwas anderes gesehen. Wie uns das Finale gefallen hat? 💎

Avengers: Endgame (2019) | © Walt Disney

Avengers: Endgame (2019) | © Walt Disney

Der epischste aller epischen Endkämpfe

Unsere Sichtung von „Avengers: Infinity War“ lag inzwischen auch schon wieder einen Monat zurück. Genug Zeit also, um die kleinen Details zu vergessen. Glücklicherweise hatte ich den Film schon einmal gesehen und konnte somit die Lücken für die Kids auffüllen. Die ersten vierzig Minuten sind für einen Marvel-Film doch erstaunlich düster und wir sehen die Auswirkungen des Vorgängerfilms recht schonungslos umgesetzt. Danach beginnt der Zeitreiseplot, der im Grunde so funktioniert, wie das Finale von „Zurück in die Zukunft II“, sprich unsere Figuren reisen in bereits bekannte Szenen der vorangegangenen Filme zurück. Das ist unglaublich unterhaltsam und bisweilen auch überraschend schockierend. Speziell das Zappelinchen wollte das Ableben einer ihrer liebsten Figuren nicht wirklich akzeptieren. Auch wenn „Avengers: Endgame“, und das sollte für niemanden eine Überraschung sein, viele Todesfälle seines Vorgängers wieder rückgängig macht, so ist er doch erstaunlich konsequent, was ein paar der alteingesessenen Held:innen angeht.

Neben den gigantischen Schauwerten sind es vor allem die ruhigen Momente, die mich begeistern. Da kommt es dem Film tatsächlich zugute, dass sich die Russo-Brüder drei Stunden Zeit für ihre Geschichte lassen. Es ist Raum für Emotionen und der Epilog mag zwar ausgewalzt wirken, doch ist es der absolut passende Abschied von unseren liebgewonnenen Figuren. Aber ich mochte die unzähligen Enden ja auch schon bei „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“. Überhaupt ist es schön zu sehen, dass „Avengers: Endgame“ wirklich als Schlusspunkt stehen könnte. Es gibt keine Mid- oder After-Credit-Szene, keine Andeutungen oder gar Cliffhanger. Nein, das MCU hätte mit diesem Film auch enden können. Hat es natürlich nicht und ich bin nun wirklich gespannt, wie es weitergeht. Die nächsten drei Filme kenne ich zwar schon, doch möchte ich dieses Mal auch die wichtigsten Serien mitnehmen. Und auch die Filme weiterschauen. Aber vermutlich nicht mehr so geballt am Stück, wie die ersten drei Phasen des MCU.

Fazit

„Avengers: Endgame“ ist in jeder Hinsicht beeindruckend. Eine wahre Achterbahnfahrt von einem Film. Ich war erneut sehr begeistert und die Kinder ebenso. Allerdings haben sie ziemlich an den gefallenen Held:innen zu knabbern. Ich bin gespannt, wie uns die weitere Reise nun gefallen wird. Für dieses monumentale Werk kann ich beinahe die höchste Punktzahl zücken: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Zathura: Ein Abenteuer im Weltraum (2005)

Wieder einmal geht ein vollgestopfter Freitag zu Ende. Um 19:30 Uhr habe ich den Zwergofanten vom Karate-Training abgeholt, wo er heute zum Schüler der Tages gekürt wurde. Frau bullion und das Zappelinchen waren mit Freundinnen auf einer Autorenlesung und ich habe mit dem Zwergofanten „Zathura: Ein Abenteuer im Weltraum“ angeschaut. Die Verfilmung einer Geschichte des „Jumanji“-Autors hatte ich schon länger auf dem Schirm und die Gelegenheit war heute günstig. 🚀

Zathura: Ein Abenteuer im Weltraum (2005) | © Sony Pictures Entertainment (PLAION PICTURES)

Zathura: Ein Abenteuer im Weltraum (2005) | © Sony Pictures Entertainment (PLAION PICTURES)

Ein wunderbar klassisches Kinderabenteuer

Während der Sichtung habe ich mich gefragt, aus welchem Jahr der Film denn stammt. Mir war bewusst, dass er deutlich nach dem originalen „Jumanji“ entstanden ist und doch konnte ich den Zeitpunkt nicht genau einordnen. Der Grund dafür liegt wohl in der klassischen Inszenierung. Regisseur Jon Favreau (bekannt für u.a. „Iron Man“) setzt auf größtenteils praktische Effekte und auch die Geschichte wirkt wie in den 1990er Jahren verankert. Apropos Geschichte: Diese ist nahezu 1:1 „Jumanji“ aus dem Jahr 1995 nachempfunden, nur dass das neue Brettspiel „Zathura“ heißt und den Dschungel gegen den Weltraum eintauscht. Die Mechanik ist also sehr ähnlich und doch wirkt „Zathura: Abenteuer im Weltraum“ wie ein ganz eigener Film.

Es war lustig Josh Hutcherson als Kinderdarsteller zu sehen, der Jahre später mit „Die Tribute von Panem: The Hunger Games“ weltberühmt wurde. Auch habe ich mich über den Auftritt von Dax Shepard gefreut, den ich seit der grandiosen Serie „Parenthood“ in mein Herz geschlossen habe. Zudem war es toll Tim Robbins einmal wieder zu sehen, auch wenn seine Rolle nicht sonderlich groß ist. Was macht „Zathura: Abenteuer im Weltraum“ nun so gelungen? Neben den praktischen Effekten ist es das kindgerechte Abenteuer, das mich komplett in den Film gezogen hat. Dieses besitzt viel Charme und weiß auch inhaltlich zu überzeugen. Ich mag diese Filmreihe einfach und habe ja selbst einen weichen Punkt für die modernen „Jumanji“-Sequels. Gegen die Hauptreihe ist „Zathura: Abenteuer im Weltraum“ leider etwas untergegangen. Umso froher bin ich, den Film nun endlich nachgeholt zu haben.

Fazit

Mir hat „Zathura: Abenteuer im Weltraum“ wirklich viel Freude bereitet. Auch der Zwergofant war sehr angetan, wobei er gerade die Szenen rund um die Zorgons doch ein wenig zu gruselig fand. Kann ich verstehen. Ich kann den Film allen Freund:innen von „Jumanji“ nur ans Herz legen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: war mit Frau bullion auf einer Autorenlesung;  Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Captain Marvel (2019) (WS1)

Nach einem langen Tag voller Gartenarbeit war ich abends ziemlich platt. Auf dem Programm stand „Captain Marvel“, an den ich mich irgendwie kaum noch erinnern konnte. Vermutlich war meine Aufmerksamkeit bei der letzten Sichtung, die an einem Weihnachtsfeiertag stattfand, durch das Fresskoma deutlich reduziert. Die Vorfreude hielt sich demnach in Grenzen, weshalb ich nun umso begeisterter bin! 🦸‍♀️

Captain Marvel (2019) | © Walt Disney

Captain Marvel (2019) | © Walt Disney

Zwischen Identitätskrise und 90er Buddy-Movie

Durch den chronologisch fragmentierten Aufbau des Films, musste ich mich erst einmal zurechtfinden. Es wird ein Mysterium aufgemacht, das sich erst nach und nach auflöst. Der Ton des Films schwankt dabei zwischen ernst und komisch, was überraschend gut funktioniert. Brie Larson ist eine großartige Besetzung für die alles überstrahlende Heldin und gerade ihr Zusammenspiel mit einem beeindruckend gut verjüngten Samuel L. Jackson ist fantastisch gelungen. In diesen Szenen erinnert „Captain Marvel“ an die großen Buddy-Movies der 1980er und 1990er Jahre. Wie passend! Es grenzt schon an ein Wunder, dass dieser oft humorvolle Plot mit dem bedeutungsschwangeren Krieg-im-Weltall-Handlungsstrang zusammen passt.

Die Figuren bekommen mehr Tiefe als in vielen anderen Marvel-Filmen. Die Wandlung der scheinbaren Bösewichte zu Verbündeten geht ans Herz und die Gags haben mich teils laut zum Lachen gebracht. Auch die Kinder waren extrem begeistert und haben „Captain Marvel“ so gut bewertet, wie kaum einen zweiten MCU-Film. Das ist doch erstaunlich. Wenn Carol Danvers im Finale dann ihre kompletten Fähigkeiten auspackt, ist das nur noch mitreißend. Ich kann gut verstehen, warum Captain Marvel für junge Frauen und, wenn man nach dem Zwergofanten geht, auch junge Männer solch eine wichtige Figur innerhalb des MCU ist. Eine der besten Origin-Geschichten überhaupt und das so spät innerhalb des Franchises. Toll!

Fazit

Mich hat „Captain Marvel“ heute wirklich begeistert. Da hat für mich nahezu alles gepasst. Ich freue mich jetzt schon auf Carol Danvers Auftritt in „Avengers: Endgame“ und auch ihren zweiten Einzelfilm. Ein rundum gelungener Spaß mit fantastischer Superheldin. Stand heute einer meiner liebsten MCU-Filme: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

The Boys – Season 4

Ich hänge hinterher mit meinem Serienkonsum. Nachdem ich vor ein paar Monaten noch die erste Staffel des Spin-offs „Gen V“ eingeschoben hatte, wollte ich sogleich mit „The Boys – Season 4“ weitermachen. Das habe ich dann auch zeitnah, doch hat sich die Sichtung erstaunlich lange gezogen. Ein wenig ist die Luft vermutlich raus, doch warum die Serie immer noch Spaß macht, lest ihr hier. 🦸‍♀️🦸‍♂️

The Boys – Season 4 | © Amazon Prime Video

The Boys – Season 4 | © Amazon Prime Video

Eine zerfaserte Staffel mit Höhepunkt am Ende

Es fällt mir schwer wiederzugeben, was sich alles in dieser Staffel zugetragen hat. Es gibt unzählige Handlungsstränge abseits der Hauptgeschichte. Das ist einerseits erfrischend und auch herzergreifend (z.B. Hughies Abschied von seinem Vater), andererseits aber nimmt es auch zu viel Fokus vom eigentlichen Geschehen. Gerade langgezogene Abschweifungen, wie Hughie im Sado-Maso-Keller, hätte man sich meiner Meinung nach auch sparen können. Aber ja, auch das ist natürlich „The Boys“. Ebenso wie fliegende Killerschafe. Die Grenze zwischen albern, ultrabrutal und schockierend verschiebt sich fließend. All das funktioniert für mich nicht mehr so gut wie noch in der dritten Staffel oder auch in „Gen V“. Zum Spin-off bleibt mir noch zu sagen, dass die Verbindung eher oberflächlich bleibt und man der Handlung auch gut ohne dessen Kenntnis folgen könnte. Nur die Auftritte von ein paar Figuren des Spinn-offs würden ohne Kontext bleiben.

Richtig gut wird die Serie dann gegen Ende. Die Eskalation mit Homelander nimmt endlich Fahrt auf, der Einsatz des Shapeshifters ist extrem spannend und auch die Dynamik innerhalb der Boys wird interessanter. Da frage ich mich tatsächlich, warum man mit all dem so lange gewartet hat. Vermutlich fühlt sich die Staffel rückblickend auch deshalb ein wenig unrund an. Das Tempo war am Anfang zu gering bzw. wurden die Handlungsstränge zu fragmentiert erzählt. Gegen Ende hat die Staffel ihren Groove gefunden und ich hätte liebend gerne noch weitergeschaut. Das Staffelfinale war wirklich rund und eines der besten, das die Serie bisher zu bieten hatte. Somit wird mir die Staffel insgesamt doch in guter Erinnerung bleiben und ich freue mich jetzt schon auf das große Finale im kommenden Jahr.

Fazit

Auch wenn die Handlung der Staffel insgesamt durchwachsener war als in den Vorjahren, so beeindruckt „The Boys“ weiterhin mit bitterböser Satire, übertriebener Gewalt und auch überraschenden Emotionen. Gerade das Staffelfinale fand ich wirklich stark und macht Lust auf das Finale der Serie: 8/10 (7.9) Punkte.

Titan A.E. (2000) (WS1)

Heute habe ich mir lange überlegt, welchen Film wir uns denn anschauen wollen. Das Zappelinchen war auf einer Geburtstagsfeier, weshalb wir nicht mit dem nächsten MCU-Film weitermachen konnten. Nach ein wenig Stöbern im Filmregal und den Streaming-Diensten ist mir „Titan A.E.“ eingefallen, der es erst kürzlich auf meine Liste der beeindruckendsten Animationsfilme für Erwachsene geschafft hat. Die DVD befindet sich irgendwo in einer Kiste im Chaoskeller, doch Disney+ hat sogar die HD-Fassung im Programm. Gesagt, getan. 🚀

Titan A.E. (2000) | © 20th Century Studios

Titan A.E. (2000) | © 20th Century Studios

Einer der beeindruckendsten Animationsfilme

Meine letzte Sichtung von „Titan A.E.“ liegt inzwischen schon über 14 Jahre zurück. Völlig verrückt. Noch unvorstellbarer ist nur, dass der Film selbst schon 24 Jahre auf dem Buckel hat. Damals habe ich ihn sogar im Kino gesehen. Was für ein Glück! Leider war das Sci-Fi-Abenteuer ein solch großer Flop, dass Don Bluth sein Animationsstudio (u.a. „In einem Land vor unserer Zeit“ oder „Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIMH“) deshalb schließen musste. Eine Schande, denn „Titan A.E.“ war innovativ, mutig und hat sein Ding ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogen. Trotz der seltsamen FSK-6-Freigabe richtet sich der Film an ein erwachseneres Publikum. Die Geschichte ist düster, die Charaktere schroff und das Blut spritzt in so mancher Szene gewaltig. Inhaltlich wird eine packende Sci-Fi-Geschichte erzählt, die vor allem durch die Figuren zum Leben erweckt wird. Wenn man will, erkennt man, dass Joss Whedon am Drehbuch beteiligt war. Parallelen zu „Firefly“ sind durchaus vorhanden.

Auch die Animationstechnik war wohl fordernd für das damalige Publikum. Der Film kombiniert klassische 2D-Animation mit gerenderten Elementen. Hier merkt man dem Film seine frühe Entstehungszeit durchaus an. In manchen Szenen (z.B. dem finalen Katz-und-Maus-Spiel im Eisfeld) funktioniert diese Technik perfekt, andere dagegen wirken wie aus einer Videospiel-Zwischensequenz Anfang der 2000er Jahre. Dennoch ist der Stil faszinierend und funktioniert (für mich) tadellos. Ebenso stilistisch ausgefallen sind manche Passagen, die mit damals modernen Rock-Songs (u.a. „Over My Head“ von Lit) unterlegt werden. Vermutlich ist es auch dieser mutige Mix abseits der normalen Sehgewohnheiten, der „Titan A.E.“ letztendlich zu einem großen Flop gemacht hat. Oder einfach nur falsches Marketing. Mich jedenfalls hat der Film auch heute wieder extrem begeistert.

Fazit

Ich blicke mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf „Titan A.E.“ zurück. Lachend, weil mich der Film immer noch so sehr zu begeistern weiß, wie damals. Weinend, weil er der letzte Sargnagel für Don Bluth und sein Animationsstudio war. Falls ihr den Film bisher noch nicht gesehen habt, kann ich ihn euch nur dringend empfehlen. Mir wurde bei der Sichtung wieder richtig warm ums Herz und der Zwergofant hatte zumindest seinen Spaß: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: war auf einer Geburtstagsfeier; Zwergofant: 7/10 Punkte)

Prädikat: Lieblingsfilm

Rogue One: A Star Wars Story (2016) (WS1)

Ein Filmabend mitten unter der Woche. Wie konnte das denn passieren? Nachdem wir in unserer „Star Wars“-Filmrunde zuletzt „Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ gesehen haben, ist ein weiterer, geplanter Filmabend leider immer wieder gescheitert. Den Tod von James Earl Jones haben wir letztendlich zum Anlass genommen, mit  „Rogue One: A Star Wars Story“ noch einmal zu den Sternen zurückzukehren. 🚀

Rogue One: A Star Wars Story (2016) | © Walt Disney

Rogue One: A Star Wars Story (2016) | © Walt Disney

Ein mitreißendes Sequel zu „Andor“

Ich beliebe in der Zwischenüberschrift selbstverständlich zu scherzen. Zumindest ein wenig, denn „Rogue One: A Star Wars Story“ hat die Figur des Cassian Andor natürlich erst eingeführt und „Andor“ ist die zugehörige Prequel-Serie. Diese hat mir die Figur noch einmal deutlich näher gebracht und ich war gespannt, wie der Film nun nach Kenntnis der Serie funktionieren würde. Meine letzte Sichtung liegt bereits fünf Jahre zurück und dennoch war mir die Handlung noch ziemlich gut im Kopf. Tatsächlich ist die Geschichte auch gar nicht so relevant, da der Ausgang bestens bekannt ist und der Weg dorthin auch nicht vor Wendungen strotzt. Muss er aber auch gar nicht, denn um die Handlung geht es nur am Rande. So ging es zumindest mir bei der Sichtung. Die wahre Stärke von „Rogue One: A Star Wars Story“ liegt in der Form.

Gareth Edwards hat seinen „Star Wars“-Film so treffsicher im Geiste der Originaltrilogie inszeniert, dass es eine wahre Freude ist. Natürlich könnte (und kann) man ihm übertriebenen Fanservice unterstellen, doch bis auf wenige unschöne Szenen (quasi alle mit der Uncanny-CGI-Version von Grand Moff Tarkin) wirkt „Rogue One: A Star Wars Story“ in großen Teilen als hätte er durchaus damals gedreht werden können. Die Weltraumschlachten sind wunderbar inszeniert und die größtenteils neuen Schauplätze fügen sich wunderbar ins „Star Wars“-Universum ein. Auch die Figuren mag ich gerne, wenngleich sie, gerade im Vergleich zur „Andor“-Serie, doch recht flach bleiben. Vielleicht liegt dieser Eindruck aber auch an der gestrigen Filmrunde, in der wir uns doch viel unterhalten haben. Da fällt es mir schwer, mich zu 100% auf den Film einzulassen. Aber darum ging es auch nicht und das Zusammensein stand im Vordergrund. Vermutlich sollten wir in dieser Runde das nächste Mal eine Komödie zusammen schauen. Das könnte deutlich besser funktionieren.

Fazit

Auch bei der wiederholten Sichtung hat mir „Rogue One: A Star Wars Story“ ausgezeichnet gefallen. Am liebsten hätte ich danach direkt mit „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ weitergemacht, da das Finale wirklich auf den Punkt ist und der zweite CGI-Gastauftritt glücklicherweise deutlich gelungener ist als der von Grand Moff Tarkin. Für mich weiterhin der beste unter den Disney-„Star Wars“-Filmen: 8/10 Punkte.

Ant-Man and the Wasp (2018) (WS1)

Heute haben wir den Großteil des Tages auf einem Geburtstag verbracht. Danach ging es zur Schimmelbeseitigung noch in den Keller und abends stand mit „Ant-Man and the Wasp“ die Rückkehr ins MCU an. Ich hatte den Film in recht guter Erinnerung und habe mich somit auf einen entspannten Filmabend gefreut. 🐜🐝

Ant-Man and the Wasp (2018) | © Walt Disney

Ant-Man and the Wasp (2018) | © Walt Disney

Eine sympathische Fortsetzung mit Wespe

Der erste Auftritt von „Ant-Man“ hatte mir zuletzt ausgezeichnet gefallen. Quasi genauso, wie beim ersten Durchgang. Auch fand ich „Ant-Man and the Wasp“ dieses Mal etwas schwächer als den ersten Teil und mir wird vor allem die Mid-Credit-Szene in Erinnerung bleiben. Alles davor ist erneut sehr sympathisch erzählt, gerade wenn es um die persönlichen Beziehungen rund um Scott Lang geht. Der Film ist in diesen erneut sehr komödiantisch, was ich immer noch gerne mag. Die Handlung an sich ist im Grunde eine Rettungsmission, von der ich gerne mehr gesehen hätte. Eine Art „Die Reise ins Ich“, nur eben im Quantenuniversum. Aber letztendlich bekommen wir eher typische Marvel-Action zu sehen. Immerhin mit dem Kniff der Schrumpfung.

Die Szenen, in denen sich Scott und Hope samt Fahrzeugen wild vergrößern und verkleinern, sind auch die unterhaltsamsten des Films. Die Action macht Spaß und selbst die Bösewichte (z.B. Walton Goggins, bekannt aus u.a. „Fallout“) wirken eher sympathisch. In einer Serie wäre „Ant-Man and the Wasp“ wohl eine Filler-Episode gewesen, aber eine wirklich gute. Einzig die Auswirkungen des Quantenuniversums auf das restliche MCU dürften noch spannend werden.

Fazit

Mir hat „Ant-Man and the Wasp“ heute genauso viel Spaß gemacht, wie bei meiner ersten Sichtung vor fünf Jahren. Die Kinder waren noch begeisterter. Sie lieben Ant-Man und auch die anderen Figuren des Films, speziell Luis. Nun nähern wir uns mit großen Schritten dem vorläufigen Finale: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)