The Fall Guy (2024)

Der letzte Filmabend der Herbstferien. Damit habe ich acht Filme in der letzten Woche gesehen. Wie schön! So könnte es gerne weitergehen. Den Abschluss machte mit „The Fall Guy“ ein Film, den die Kinder schon länger sehen wollten. Ich selbst hatte mich auch darauf gefreut. Was der Film über einen Stuntman zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🎥

The Fall Guy (2024) | © Universal Pictures Germany GmbH

The Fall Guy (2024) | © Universal Pictures Germany GmbH

Ein Stuntman für alle Fälle (in der Kinofassung)

Natürlich kenne ich die TV-Vorlage „Ein Colt für alle Fälle“. Die Serie war damals typische Nachmittagsunterhaltung. Irgendwo zwischen „Das A-Team“ und „Knight Rider“. Ich wusste allerdings schon im Vorfeld, dass der Film bis auf den Namen der Hauptfigur (eben Colt Seavers) und den Beruf des Stuntman nichts mit der Serie gemein haben sollte. Im Vorfeld unserer Sichtung stand noch die Frage im Raum, ob wir den Extended Cut oder die Kinofassung anschauen sollen. Normalerweise greife ich bei Verfügbarkeit immer zur erweiterten Fassung, doch ein wenig Recherche hat gezeigt, dass diese sich wohl eher wie ein unrunder Rohschnitt anfühlen soll. Nun gut, dann eben doch zur Kinofassung gegriffen, was mir auch ganz recht kam, denn es war schon spät und mit zwei Stunden Laufzeit ist auch diese nicht zu knapp bemessen.

Während der ersten dreiviertel Stunde dachte ich, das wird nichts mehr. Obwohl ich Setting und Schauspieler:innen wirklich mochte, hat sich speziell das Pacing von „The Fall Guy“ komplett falsch angefühlt. Irgendwie kam kein Rhythmus zustande. Sollte ich doch zur falschen Schnittfassung gegriffen haben? Wohl eher nicht, denn viele Szenen haben sich jetzt schon zu lang angefühlt. Ab dem zweiten Akt gewinnt der Film dann deutlich an Tempo und kann ein paar tatsächlich schöne Stuntszenen ausspielen. Auch mochte ich die Geschichte und die Tatsache, dass Stuntleute zu Held:innen werden. Das gibt von mir auf jeden Fall noch einmal Bonuspunkte. Ryan Gosling (erst gestern in „Crazy, Stupid, Love.“ gesehen) und Emily Blunt (u.a. „A Quiet Place“) harmonieren gut zusammen und auch die Nebenrollen sind top besetzt. Glücklicherweise konnte sich „The Fall Guy“ bis zum Finale noch steigern und bot insgesamt gute Unterhaltung:

Fazit

Vermutlich hatten wir uns alle von „The Fall Guy“ mehr erwartet. Am begeistertsten war noch der Zwergofant aufgrund der Stunts. Verstehe ich auch. Bei mir konnte der Film in der zweiten Hälfte einige Punkte wettmachen. Dennoch wäre mehr drin gewesen. Bei der nächsten Sichtung dann doch der Extended Cut. Wer seichte und gute Unterhaltung sucht, sollte ruhig einmal reinschauen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Crazy, Stupid, Love. (2011) (WS1)

Der zweite Filmabend ohne den Zwergofanten in Folge. Er treibt sich abermals auf einer Geburtstagsfeier herum und ich habe nach „Booksmart“ erneut einen Film ausgesucht, der dem Zappelinchen gefallen dürfte. Die Wahl ist auf „Crazy, Stupid, Love.“ gefallen, den ich bei meiner ersten Sichtung herausragend fand. Ob er mich auch 13 Jahre später noch zu begeistern wusste? 💔

Crazy, Stupid, Love. (2011) | © Warner Home Video

Crazy, Stupid, Love. (2011) | © Warner Home Video

Immer noch wundervoll aber auch gealtert

„Crazy, Stupid, Love.“ ist inzwischen 14 Jahre alt. Das sieht man dem Film auch an. Wahnsinn. Damals hatte ich ihn als extrem modern wahrgenommen. Der filmische Look scheint sich seitdem tatsächlich weiterentwickelt zu haben. Wie jedoch sieht es inhaltlich aus? In großen Teilen funktioniert die romantische Komödie immer noch perfekt, was am fantastischen Ensemble liegt: Steve Carell (bekannt aus u.a. „The Office“), Ryan Gosling (u.a. „Drive“ aus dem gleichen Jahr), Emma Stone (u.a. „La La Land“ zusammen mit Ryan Gosling), Julianne Moore uvm. harmonieren so gut miteinander, dass es eine wahre Freude ist. Hinzu kommt (Achtung, Spoiler!) ein Enthüllung, die den letzten Akt einläutet und immer noch fantastisch funktioniert. Das Zappelinchen saß laut schreiend auf dem Sofa und ist gar nicht mehr klargekommen. Einfach herrlich, das zu beobachten. Wann werden wir „The Sixth Sense“ schauen?

Dennoch enthält der Film auch Elemente, die heute nicht mehr so gut funktionieren. Die ganze Babysitter-Geschichte samt Nacktfotos würde man inzwischen wohl anders schreiben. Das fühlt sich alles ein wenig unangenehm und zurecht aus der Zeit gefallen an. Der Hauptplot, dass sich der Womanizer auch ändern kann und die Versöhnung zwischen Cal und seiner Frau, all das hat mir immer noch ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert (auch wenn ich die Rede auf der Schulveranstaltung heute doch sehr cringe fand). Ich mochte die Atmosphäre des Films und dass er eine gute Balance zwischen Humor und Herzlichkeit hinbekommt. Auch das möchte ich zu großen Teilen den Schauspieler:innen zurechnen. War „Crazy, Stupid, Love.“ eine der letzten großen RomComs? Mir kommt es fast so vor. Irgendwie schade, dass das Genre eingeschlafen zu sein scheint. Vielleicht kommt es mir auch nur so vor. Die Zeitreise zurück ins Jahr 2011 lohnt sich auf jeden Fall.

Fazit

„Crazy, Stupid, Love.“ war die perfekte Wahl für diesen Filmabend. Das Zappelinchen hat den Film geliebt und alleine das macht mich glücklich. Ich war nicht so ausnahmslos begeistert, wie beim ersten Durchgang, hatte aber auch wieder sehr viel Spaß damit. Empfehlungen für moderne RomComs nehme ich gerne entgegen. Immer noch wirklich sehenswert: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: war den zweiten Tag in Folge auf einer Geburtstagsfeier)

Booksmart (2019) (WS1)

Der Zwergofant ist auf einer Geburtstagsfeier, sprich das Zappelinchen konnte sich den Film für den heutigen Filmabend aussuchen. Da sie selbst keine Idee hatte, habe ich ihr eine Auswahl zusammengestellt und letztendlich ist ihre Wahl auf „Booksmart“ gefallen. Eine gute Wahl, da ich den Film bei meiner ersten Sichtung wirklich sehr mochte. Wie er uns gemeinsam gefallen hat? 🎒👩‍🎓

Booksmart (2019) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)

Booksmart (2019) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)

Eine wundervolle Coming-of-Age-Komödie

Ich muss ja sagen, dass ich zu Beginn ein wenig skeptisch war, da ich Olivia Wildes Regiedebüt als durchaus sexuell aufgeladen in Erinnerung hatte. Mir war es früher oft unangenehm, so etwas mit meinen Eltern zu schauen. Wobei ich so etwas auch nie mit meinen Eltern gesehen habe. Da war die Sex-Szene in „Der Name der Rose“ schon das Wildeste, an das ich mich erinnern kann. Bei „American Pie“ und Co. wäre ich vermutlich im Boden versunken. Allerdings ist a) unsere Beziehung eine andere, als jene zwischen mir und meinen Eltern, und b) ist „Booksmart“ deutlich smarter und wertschätzender erzählt, als es die Welle der Teenie-Komödien der späten 1990er Jahre war. Vielleicht ist es die weibliche Perspektive? Obwohl die beiden Hauptfiguren auch kein Blatt vor den Mund nehmen, wirkt ihre Geschichte authentisch, herzlich und unfassbar witzig. Vielleicht die beste aller Coming-of-Age-Komödien?

Kaitlyn Dever (u.a. bekannt aus „Dopesick“) und Beanie Feldstein klicken so unglaublich gut. Ich habe den beiden ihre Freundschaft zu 100% abgenommen. Wirklich unfassbar gut gespielt. Doch auch die Nebenrollen sind alle famos besetzt und der Film fühlt sich an, als würde man mit den Jugendlichen durch diese letzte gemeinsame Nacht treiben. Trotz aller platten und albernen Szenen wohnt „Booksmart“ eine Sentimentalität inne, die wahrhaftig wirkt, jedoch nie zu viel Raum einnimmt. Der Film ist schnell erzählt und das Tempo ist stets hoch. Zeit zum Durchatmen bleibt kaum. Ich mochte auch sehr, dass keine Figur ihr Klischee zu 100% erfüllt, sondern mehr zu bieten hat als man auf den ersten Blick vermuten würde. Wirklich sehr gelungen. Ich wünschte mir mehr Filme dieser Art. Leider wurde Olivia Wildes zweiter Langfilm „Don’t Worry Darling“ von etlichen Skandalen erschüttert und seit diesem hat man nichts mehr von ihr als Regisseurin gesehen.

Fazit

Mir hat „Booksmart“ auch bei der zweiten Sichtung unglaublich viel Spaß gemacht. Vielleicht noch mehr als beim ersten Mal, was auch an der gemeinsamen Sichtung mit dem Zappelinchen zusammenhängt. Sie hat extrem viel gelacht und es gab keine Schammomente, weder auf der einen noch der anderen Seite. Auch davon abgesehen kann ich den Film nur empfehlen. Herrlich witziges Coming-of-Age: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: war auf einer Geburtstagsfeier)

Beetlejuice Beetlejuice (2024)

Ein sonniger Herbsttag voller Gartenarbeit geht zu Ende. Nachdem ich den Zwergofanten vom Karate-Training abgeholt hatte, gab es noch lecker Pizza und danach mit „Beetlejuice Beetlejuice“ einen weiteren Filmabend. Ich war schon sehr gespannt auf diese Fortsetzung. Ob Tim Burton an den grandiosen ersten Teil anknüpfen konnte? 🪦

Beetlejuice Beetlejuice (2024) | © Warner Home Video

Beetlejuice Beetlejuice (2024) | © Warner Home Video

Als Legacy Sequel von den Toten auferstanden

Um es kurz zu machen: Ja, Tim Burton hat so ziemlich alles aus der späten Fortsetzung von „Beetlejuice“ herausgeholt, was man herausholen konnte. Er trifft den Ton des Originals ziemlich perfekt, der alte Cast ist zu großen Teilen wieder am Start und die Geschichte bietet frische Aspekte und bereichert die Welt der Lebenden und der Toten. Der größte Unterschied zum ersten Teil ist wohl, dass der titelgebende Lottergeist Beetlejuice hier andauernd auftritt und dem Film komplett seinen Stempel aufdrückt. Die damaligen Hauptfiguren, die frisch verstorbenen Maitlands, fehlen im Sequel komplett. Das fand ich einerseits schade, andererseits nutzt Tim Burton diesen Umstand auch, um sich komplett in den Irrsinn seines neuen Protagonisten fallen zu lassen. Somit besitzt „Beetlejuice Beetlejuice“ zwar etwas weniger Herz und dafür noch mehr jenseitiges Chaos.

Mit Monica Bellucci, Justin Theroux, Willem Dafoe und natürlich Jenna Ortega gibt es etliche Neuzugänge zum Cast, die wahrlich viel Spaß mit ihren Rollen haben. Es ist schon ein Kunststück, 36 Jahre nach dem ersten Teil noch einmal so gekonnt den Geist des Originals einzufangen. Hut ab, Tim Burton! Allerdings ist auch keine Szene so ikonisch, wie manche (Stichwort: Day-O) von damals. Nicht jeder Gag zündet und es gibt im Grunde nur mehr von allem. Speziell von den Einblicken ins Jenseits. Macht aber alles nichts, denn „Beetlejuice Beetlejuice“ bietet wunderbare Unterhaltung für alle Fans und solche, die es (z.B. durch Jenna Ortega und „Wednesday“) noch werden wollen. Speziell Michael Keaton möchte ich noch hervorheben, der in die Rolle des Unruhestifters schlüpft, als hätte er sie nie abgelegt. Großartig!

Fazit

Wie mir schon prophezeit wurde, hat mich „Beetlejuice Beetlejuice“ tatsächlich ziemlich begeistert. Wie die meisten Legacy Sequels hätte es auch diesen Film nicht unbedingt gebraucht, doch Tim Burton hat definitiv alles aus der Prämisse, die Geschichte weiterzuerzählen, herausgeholt. Die Kinder fanden ihn übrigens ähnlich gelungen wie den ersten Teil. Ob wir den Lottergeist noch einmal wiedersehen werden? 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Fubar – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 2)

Nach der lang erwarteten ersten Staffel von „Alien: Earth“ hatte ich keine direkte Nachfolgeserie für mein abendliches Programm auf dem Plan. Nach ein wenig Recherche bin ich auf die Serie „Fubar“ gestoßen, von der ich schon gehört hatte. Hauptsächlich als Serienprojekt von Arnold Schwarzenegger. Da ich Arnie stets sehr gerne sehe, und die Serie nur zwei Staffeln hat, habe ich einmal reingeschaut. 💥

Fubar | © Netflix

Fubar | © Netflix

Wenn mich nicht alles täuscht, ist „Fubar“ der bislang letzte Auftritt von Arnold Schwarzenegger als Schauspieler. Er ist inzwischen 78 Jahre alt und es bleibt abzuwarten, ob er noch einmal eine (Action-)Rolle übernimmt. Schon alleine deshalb dürfte sich für Fans ein Blick lohnen. Seid jedoch gewarnt, dass der Humor völlig übertrieben ist und absurde Soap-Opera-Elemente an der Tagesordnung sind. Wenn euch das nicht abschreckt, dann viel Spaß mit „Fubar“:

Staffel 1: Take Your Daughter to Work Day

Die erste Staffel beginnt wie eine Agenten-Show der 1990er Jahre. Die Sets sehen ein wenig zu sehr nach Sets aus und der Aufbau riecht nach Fall-der-Woche. Daneben gibt es noch einen großen Teil Familiendrama und viel Humor. Spätestens mit der zweiten Episode wird es dann so übertrieben albern, dass es eine wahre Freude ist. Ich hatte wirklich viel Spaß mit dieser Staffel, auch wenn sie tonal oft neben der Spur wirkt: Die Dialoge erinnern teils eher an „American Pie“, denn an eine Thriller-Serie, die Action wirkt manchmal zu hart für die oft seichte Handlung und warum mitten in der Staffel plötzlich die Enkeltochter an Krebs erkrankt, wissen wohl nur die Drehbuchgött:innen. All das schränkt den Spaß nicht wirklich ein, denn die Prämisse, dass Luke (Arnold Schwarzenegger) und seine Tochter Emma (Monica Barbaro) beide CIA-Agent:innen sind, vom Job des jeweils anderen nichts wissen, und dies zufällig bei einer Mission herausfinden, ist wunderbar unterhaltsam. Quasi wie „True Lies: Wahre Lügen“ in Serienform. Wer also Lust auf alberne Agenten-Action, wie in den 1990er Jahren hat, Arnie mag und über die tonalen Unstimmigkeiten hinwegsehen kann, dürfte viel Spaß mit dieser ersten Staffel haben: 8/10 (7.8) Punkte.

Staffel 2: That’s It and That’s All

Die zweite Staffel schließt direkt an das Finale der ersten an. Alle Figuren befinden sich zusammen im Safe House und müssen miteinander klarkommen. Der Klamauk wird hier schon auf elf gedreht (Stichwort Donnie). Unser Einsatzteam wird jedoch bald schon wieder auf Missionen geschickt, was mehr oder weniger (eher weniger) sinnvoll erklärt wird. War die erste Staffel schon völlig übertrieben und drüber, so steigert sich das in der zweiten noch einmal. Oft saß ich augenrollend vor dem Fernseher, musste im gleichen Moment aber auch grinsen. Für mich funktioniert das Konzept einfach und speziell Arnie sehe ich immer noch gerne in dieser Rolle. Zum bestehenden Cast stößt noch Carrie-Anne Moss (bekannt als Trinity aus „Matrix“) dazu, welche eine ehemalige deutsche Agentin und Lukes verflossene Liebe spielt. Mit weiterem Fortschreiten der Handlung wird auch „Fubar“ immer abgefahrener. Die comichafte Gewalt nimmt zu und die Figuren sind nicht mehr ernst zu nehmen. Wenn dann noch ein Babyschwein zu einem wichtigen Handlungselement wird, dann sollte das niemanden mehr verwundern. Der Twist in der letzten Episode war recht unmotiviert und zugleich nur wenig überraschend. Obwohl die Serie recht hart abgesetzt wurde, funktioniert das Staffelfinale von „Fubar“ jedoch auch als Serienfinale. Ich hatte weiterhin erstaunlich viel Spaß mit Arnie und seiner Gang: 8/10 (7.5) Punkte.

Fazit

Ich muss zugeben, in „Fubar“ nur reingeschaut zu haben, weil ich eine Serie als Lückenfüller brauchte. Ich mag Arnie, auch in seinen seltsamen komödiantischen Rollen, weshalb ich mich recht schnell in der Serie heimisch gefühlt habe. Objektiv gut ist weder das Drehbuch, noch das Schauspiel. Aber die Serie macht unfassbar viel Spaß bzw. kann viel Spaß machen. Ich hätte mir noch gerne zwei bis drei weitere Staffeln angeschaut, bin aber auch mit dem existierenden Finale zufrieden. Arnies letzten(?) Auftritt als Action-Star kann man sich durchaus geben: 8/10 (7.7) Punkte.

Cars 2 (2011)

Heute Abend waren der Zwergofant und ich einmal wieder alleine, da die Damen des Hauses sich ein Theaterstück angeschaut haben. Bei unserem einsamen Filmabend stand „Cars 2“ auf dem Programm, den ich bisher auch noch nicht gesehen hatte. Ich kann mich allerdings noch gut an ein großformatiges Vorlesebuch erinnern, das sich der Zwergofant als Kind unzählige Male mit mir zusammen angeschaut hat. Und wie ist der Film? Das erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🏁

Cars 2 (2011) | © Walt Disney

Cars 2 (2011) | © Walt Disney

Eine überraschend gelungene Fortsetzung

„Cars 2“ eilt der nicht sonderlich schmeichelnde Ruf voraus, der schlechteste aller Pixar-Filme zu sein. Doch schon der erste „Cars“ hat ja nicht den besten Ruf und mir bzw. uns hat er sehr gut gefallen. Nun also der zweite Teil, der unsere Gang aus dem beschaulichen Radiator Springs nicht nur in die weite Welt führt, sondern auch noch in eine Agentengeschichte à la „James Bond“ verstrickt. Das war für viele Kritiker:innen wohl auch ein großer Kritikpunkt, den ich nicht so wirklich nachvollziehen kann. Schließlich versucht man hier etwas Neues und wärmt nicht nur den ersten Teil auf. Natürlich sollte man kein philosophisch angehauchtes Meisterwerk à la „Soul“ oder „Alles steht Kopf“ erwarten, doch wenn man einen reinen Abenteuerfilm sehen will, dann kann man unglaublich viel Spaß mit dem Film haben.

„Cars 2“ ist liebevoll erzählt und transferiert alle möglichen Agentenfilm-Klischees in die Autowelt dieses Franchises. Wie in meiner Besprechung des ersten Teils erwähnt, bin ich kein sonderlicher Autofreund. Dennoch mag ich die Figuren und die Dynamik mit der diese Welt inszeniert wird. In diesem zweiten Teil werden z.B. klassische Verfolgungsjagden, die normalerweise zu Fuß stattfinden, als Autoverfolgungsjagd inszeniert, was auf mehreren Ebenen komisch ist. Die Geschichte besitzt auch einen, wenig überraschenden, emotionalen Kern. Sowohl der Zwergofant als auch ich hatten viel Spaß mit dieser kunterbunten Agentengeschichte rund um den Autorennzirkus. Sicher nicht die naheliegendste Fortsetzung, doch eine, die für uns erstaunlich gut funktioniert hat.

Fazit

Ist „Cars 2“ der schlechteste Pixar-Film? Vielleicht. Bei dem hochqualitativen Output des Studios, ist das allerdings immer noch besser als viele andere Werke. Wir hatten viel Spaß mit diesem zweiten Teil und werden beim nächsten Filmabend zu zweit auch noch das große Finale anschauen. Wer hätte gedacht, dass wir in diese Reihe erst dann einsteigen, wenn der Zwergofant eigentlich schon viel zu alt ist? Aber was schreibe ich da, denn schließlich habe auch ich mit Mitte 40 noch viel Spaß mit den Filmen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: war im Theater; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Beetlejuice (1988) (WS1)

Ein aufregender Tag geht zu Ende: Das Zappelinchen hatte ihre ersten Einsätze im Rahmen des BRK-Bereitschaftsdienstes (der letzte ging bis 22 Uhr). Dennoch haben wir zwischen zwei Einsätzen mit „Beetlejuice“ einen Filmabend eingeschoben. Meine letzte Sichtung lag schon sieben Jahre zurück und ich war gespannt, wie Tim Burtons Gruselkomödie bei den Kindern ankommt… 🪦

Beetlejuice (1988) | © Warner Home Video

Beetlejuice (1988) | © Warner Home Video

Ein völliger Fiebertraum von einem Film

Gestern Abend habe ich mich über „Blood & Sinners“ und die Tatsache gefreut, dass es auch heute noch originelle Filme gibt. Doch das ist nichts im Vergleich zu „Beetlejuice“, in dem Tim Burton wahrlich alle Register zieht: Das Jenseits ist so voller Esprit und Witz erzählt, dass es eine wahre Freude ist. Das Worldbuilding ist großartig und man wird durch die Hauptfiguren Adam (Alec Baldwin) und Barbara (Geena Davis) Maitland, die frisch Verstorbenen, wunderbar in die absurden Regeln dieser Welt eingeführt. Auch die Tatsache, dass der titelgebende Lottergeist Beetlejuice (bzw. Betelgeuse) für nur knapp 15 Minuten auftritt, und dieser damit eher eine Randbemerkung im großen Ganzen ist, kommt dem Film zugute. Dieser Gag bzw. Michael Keatons wunderbar überzogenes Spiel kann sich somit gar nicht totreiten.

Mein Highlight war auch heute wieder die fantastische Day-O-Szene, in der alle beteiligten Schauspieler:innen, allen voran Catherine O’Hara (u.a. Moira Rose aus „Schitt’s Creek“), eine unfassbar witzige Performance abliefern. Daneben mochte ich natürlich alles rund um das bürokratisierte Jenseits. Tim Burton schöpft hier bereits aus dem Vollen, was meiner Meinung nach nur so gut funktioniert, weil die Maitlands komplett bodenständig gezeichnet werden. Selbst als Gespenster in ihrem eigenen Haus. Übrigens war dies der erste Film, den wir alle vier in englischem Originalton gesehen haben und das hat erstaunlich gut funktioniert. Überhaupt waren die Kinder, speziell das Zappelinchen, deutlich begeisterter von „Beetlejuice“ als ich das vermutet hätte. Nach dem Film wurde sie noch zum letzten Einsatz des  Tages abgeholt. Schon alleine deshalb wird sie diese Sichtung wohl nicht so schnell vergessen.

Fazit

Mir hat „Beetlejuice“ heute noch einmal bedeutend besser gefallen als beim letzten Durchgang. Nun freue ich mich schon auf die Fortsetzung „Beetlejuice Beetlejuice“ und hoffe, dass Tim Burton damit den Ton des Originals trifft. Wie schon die „Addams Family“-Reihe perfekte Grusel-light-Unterhaltung für die ganze Familie: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Die Addams Family in verrückter Tradition – OT: Addams Family Values (1993)

Endlich Freitag, endlich wieder ein Filmabend. Dabei sind wir wieder spät vor den Fernseher gekommen, denn das Zappelinchen hatte heute ihre Vorstellung beim BRK und ich war mit dem Zwergofanten beim Karate-Training. Danach haben wir noch gegessen, uns über den Tag ausgetauscht und sind letztendlich viel zu müde aufs Sofa gefallen, um uns „Die Addams Family in verrückter Tradition“ anzuschauen. ⚰️

Die Addams Family in verrückter Tradition (1993) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Die Addams Family in verrückter Tradition (1993) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Eine Fortsetzung auf dem Niveau des ersten Teils

Nachdem uns bereits „Addams Family“ sehr gut gefallen hatte, war die Vorfreude auf den zweiten Teil durchaus groß. Im Gegensatz zum Vorgänger hatte ich diesen jedoch nicht so häufig in meiner eigenen Jugend gesehen. Vermutlich eine oder maximal zwei Sichtungen. Ich konnte mich eigentlich nur noch an die grobe Handlung und das Baby mit dem wundervollen Namen Pubert erinnern. Sowohl Look und Stimmung als auch die Handlung sind perfekt getroffen, um eine würdige Fortsetzung zu sein. Eine solche ist „Die Addams Family in verrückter Tradition“ zweifellos. Das mag auch daran liegen, dass erneut Barry Sonnenfeld auf dem Regiestuhl saß, der komplette Cast wieder mit von der Partie war (ergänzt durch die famose Joan Cusack) und nicht zu viel Zeit zum Vorgänger vergangen war.

Auch wenn die Handlung abwechslungsreicher wirkt und es deutlich mehr Schauplätze gibt, so mochte ich den fokussierten ersten Teil noch einen Tick mehr. Als Fortsetzung hätte ich mir jedoch keinen besseren Film wünschen können. Der Plot um die schwarze Witwe, die Onkel Fester umbringen will, daran aber scheitert, ist herrlich absurd und witzig. Die Sommercamp-Eskapaden von Wednesday und Pugsley mochte ich auch. Alles rund um das Baby ist ohnehin grandios. Insgesamt eine wirklich runde Sache und das in gerade einmal 94 Minuten inklusive Abspann erzählt. Das bekommt heute kaum noch ein Film hin. Barry Sonnenfeld war wahrlich der perfekte Mann für diese Familie.

Fazit

„Die Addams Family in verrückter Tradition“ schließt gekonnt an den Vorgänger an und ist allen Fans der wunderbar charmant-verrückten Familie zu empfehlen. Leider haben nur der Zwergofant und ich bis zum Ende durchgehalten. Die Nächte sind einfach zu kurz und die Tage zu vollgestopft. Da wünschte man sich die Energie, welche die Addams Family an den Tag bzw. die Nacht legt: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: ist leider während des Films eingeschlafen; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Addams Family – OT: The Addams Family – Extended Cut (1991)

Obwohl ich den Zwergofanten erst spät (inzwischen ist es um die Zeit schon komplett dunkel) mit dem Rad vom Karate-Training abgeholt habe, stand nach dem Essen noch ein Filmabend auf dem Plan. Mit „Addams Family“ haben wir endlich den Gruselmonat Oktober eingeläutet. Ein Film, den ich in meiner Kindheit und Jugend sehr häufig gesehen habe, und zu dem meine Kids durch die Netflix-Serie „Wednesday“ zumindest einen groben Bezug haben. 🪦

Addams Family (1991) | © Capelight Pictures

Addams Family (1991) | © Capelight Pictures

Ein spaßiges Plädoyer für das Ungewöhnliche

„Addams Family“ war nie mein Lieblingsfilm. Dennoch habe ich die Sichtung (damals musste man warten, bis Filme im Fernsehen liefen) stets mitgenommen. Ich konnte mich vor allem noch an die morbide Stimmung, das eiskalte Händchen und die große Party gegen Ende des Films erinnern. Die Handlung rund um Fester kam mir erst während der heutigen Sichtung wieder, mit der ich wirklich viel Spaß hatte. Neben der großartigen Ausstattung, ist „Addams Family“ vor allem ein Ensemblefilm: Raúl Juliá, Anjelica Huston, Christopher Lloyd, Christina Ricci usw. sind allesamt famos und drücken ihren Figuren einen individuellen Stempel auf. Es ist eine Freude ihnen dabei zuzusehen. Die Geschichte ist unterhaltsam und der Humor ergibt sich durch die als völlig normal inszenierte Andersartigkeit der Addams. Wundervoll!

Laut gelacht habe ich beim Schultheater, an das ich mich rückwirkend auch noch erinnern konnte. Doch auch viele andere Szenen haben mir ein Grinsen ins Gesicht gezaubert. Barry Sonnenfeld hat mit „Addams Family“, seiner ersten Regiearbeit, einen ikonischen Film geschaffen, der auch einige Kameratricks auf Lager hat. Hier merkt man die langjährige Erfahrung des Regisseurs als Kameramann. Betrachtet man die Produktionsgeschichte, so gibt es einige wundervolle Anekdoten zu entdecken: Zum Beispiel hat der Cast, allen voran die damals zehnjährige Christina Ricci, den Regisseur damals überzeugt, das Drehbuch zu ändern. Im Originalentwurf war Fester tatsächlich ein Hochstapler, doch die Schauspieler:innen hielten das für kein angemessenes Ende. Schon verrückt, so manche Produktionsgeschichten. Diese und noch viele mehr, findet man in der wundervollen Mediabook-Edition von Capelight Pictures, welche auch den minimal erweiterten Extended Cut enthält:

Fazit

Ich hatte auch heute wieder viel Spaß mit der „Addams Family“. Tatsächlich haben sich auch die Kinder prächtig amüsiert, was ich nicht unbedingt vorausgesetzt hatte. Der Film ist ja schließlich schon ein wenig älter. Der zweite Teil steht nun quasi schon in den Startlöchern und ich vermute, dass wir auch einmal in „Wednesday“ reinschauen werden. Ein wundervoll morbider Spaß: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Cars (2006) (WS1)

Eine anstrengende Woche geht zu Ende. Hatte sie wirklich nur vier Tage? Ich kann es kaum glauben. Das Zappelinchen war heute auf einer Geburtstagsparty und Frau bullion mit einer Freundin essen. Somit waren der Zwergofant und ich alleine. Die Laune war nicht sonderlich gut, denn der junge Mann kränkelt, obwohl er ab morgen große Pläne hat. Typisch. Heute wollten wir auf jeden Fall einen Filmabend genießen. Obwohl auch erwachsenere Filme zur Wahl standen, hat sich der Zwergofant sich für den Pixar-Hit „Cars“ entschieden. Warum und wieso? Das lest ihr hier… 🚗

Cars (2006) | © Walt Disney

Cars (2006) | © Walt Disney

Ein von der Kritik zu unrecht gescholtener Hit

Es ist inzwischen bereits unfassbare 17 Jahre her, dass ich „Cars“ zum ersten Mal gesehen habe. Damals habe ich den Film wider Erwarten wirklich toll gefunden. Und das obwohl ich mit Autos eher wenig anfangen kann. Der Zwergofant wurde im selben Jahr geboren, als „Cars 2“ in die Kinos kam. Entsprechend ist er komplett in den Merchandising-Hype reingerutscht: Trinkflaschen mit Lightning-McQueen-Aufdruck, T-Shirts, Bettwäsche usw. Ich kann mich auch noch gut an ein Vorlesebuch zu „Cars 2“ erinnern. Und ein Piston-Cup-Brettspiel, das wir unzählige Male gespielt haben. Nicht zu vergessen auch die „Cars“-Carrera-Bahn, die heute noch auf dem Dachboden steht. Den Film jedoch haben wir nie komplett gesehen. Wieso? Der Zwergofant war schon immer eher ängstlich, was Filme angeht. Zumindest damals. Somit mussten wir den einzigen Versuch in der Szene abbrechen, als Lightning McQueen nachts aus dem seinem Transporter gerollt ist. Noch bevor der rote Flitzer überhaupt in Radiator Springs ankommt und dort seine neuen Freunde trifft.

Heute also haben wir gemeinsam „Cars“ nachgeholt und dem Kinderfilmhit Vorzug vor actionreicher Erwachsenenkost gegeben. Irgendwie schön. Aufgrund seiner Stellung als Gelddruckmaschine für Spielzeug und Merchandising-Produkte hat „Cars“ nicht den besten Ruf unter den Pixar-Filmen. Sieht man einmal von all den äußeren Faktoren ab, erzählt der Film zwar eine bekannte Geschichte, weiß diese jedoch mit viel Charme und tollen Figuren anzureichern. Die Autowelt ist zudem wirklich liebevoll dargestellt und sieht selbst nach 19 Jahren immer noch fantastisch aus. Die knapp zwei Stunden Laufzeit sind wirklich wie im Flug vergangen und sowohl der Zwergofant als auch ich mussten teils laut lachen und hatten beständig ein Grinsen im Gesicht. Man liest im Zusammenhang mit „Cars“ teils vom ersten kreativen Bankrott Pixars, dem ich absolut nicht zustimmen kann. Eine simple Geschichte, wunderbar unterhaltsam umgesetzt.

Fazit

Ich wiederhole mich: „Cars“ mag nicht der stärkste Pixar-Film sein, jedoch ist er definitiv mehr als sehenswert. Umso schöner, dass er auch für große Kinder und im inneren junggebliebene Erwachsene wie mich noch funktioniert. Es war ein richtig schöner Filmabend und wir werden uns beizeiten bestimmt noch den Fortsetzungen zuwenden, die ich auch noch nicht kenne: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: war auf einer Geburtstagsparty; Zwergofant: 9/10 Punkte.)