Cars (2006)

Bisher habe ich jeden Pixar-Film gesehen und für grandios befunden. Die meisten davon sogar im Kino. Selbst den Animationsklassiker „Toy Story“ durfte ich im Kino bewundern. Ein Film des californischen Studios ist jedoch an mit vorbeigezogen: „Cars“ – und das obwohl hier einmal wieder John Lasseter auf dem Regiestuhl („Toy Story“, „Toy Story 2“, „Das große Krabbeln“) saß.

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Warum ich auf „Cars“ nicht sonderlich heiß war, möchte ich kurz erklären: Zunächst einmal bin ich kein sonderlicher Autofreak. Wenn Freunde oder Kollegen in Ausstattungsmerkmale aktueller PS-Boliden schwelgen, entlockt mir das nur ein müdes Gähnen. Das ist irgendwie nicht meine Welt. Für mich ist ein Auto ein Fortbewegungsmittel – nicht mehr und nicht weniger. Zudem hat sich der Film in eine gänzlich andere Richtung bewegt, als von mir erwartet. Nach der ersten Ankündigung hatte ich bereits ein festes Bild im Kopf: Eine Welt in denen Autos – von Menschen unbemerkt – ein eigenes Leben führen. Ähnlich wie „Toy Story“ nur eben mit lebenden Autos anstelle von Spielzeugen. Als dann eine reine Autowelt präsentiert wurde, war ich schwer enttäuscht.

Da Pixar eben Pixar ist und mich noch nie enttäuscht hat, habe ich dem Film – trotz eher verhaltener Kritiken und meiner eigenen Vorbehalte – eine Chance gegeben. Die ersten 15 Minuten dachte ich dann: ‚Okay, das wird der erste Pixar-Film, der mich kalt lässt.‘ PS-Boliden rennen um die Wette, überall nur Autos, eine laute und tösende Inszenierung. Keine Charaktere. Nur Action. Schnitte im MTV-Stil. Und all das in einem Pixar-Film. Unglaublich.

Doch schon bald war der Spuk vorbei und es wurde klar, dass die Darstellung der Rennwelt so extrem inszeniert war um einen Kontrast zu dem darzustellen, was noch folgen sollte: Die ruhige Abgeschiedenheit von Radiator Springs. Hier gibt es noch wirklich Automobile mit Charakter – und plötzlich hat auch die Welt der Autos angefangen für mich zu funktionieren. Liebevolle Details (VW-Käfer), liebenswürdige Charaktere, grandiose Bilder. Plötzlich war wieder alles da, was einen Pixar-Film ausmacht. Allein die Geschichte gewinnt hier keinen Blumentopf. Sie wurde schon dutzende Male (u.a. in „Doc Hollywood“ mit Michael J. Fox) erzählt und bietet wenig Neues. Allerdings kann „Cars“ mit anderen Stärken Punkte sammeln: Die Animation der an sich starren Blechkarossen ist grandios. Ich konnte mich gar nicht daran satt sehen. Auch Landschaften, Licht und Ausstattung. Ein Traum für jeden CGI-Freund.

„Cars“ ist sicherlich nicht der stärkste Pixar-Film. Vermutlich sogar der schwächste. Doch was bedeutet das schon? Ich war auf jeden Fall mehr als positiv überrascht und werde bestimmt noch öfter in dem kleinen Städtchen an der Route 66 vorbeischauen: 9/10 Punkte.

14 Gedanken zu “Cars (2006)

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  2. Ich habe Cars damals im Kino gesehen und fand ihn gut. Genau wie du habe ich nach den ersten 15 Minuten gedacht „Na klasse, ist wohl ein Reinfall“. Autos sind auch nicht mein Ding…
    Aber dann hat sich die Geschichte so schön entwickelt, sie wurde lustig und mitreißend und dann kam das Happy End… Da fand ich den Film dann gut 🙂

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  3. @ Paul: Dann sehen wir die Sachen ja ähnlich. Fand die Entwicklung des Films auch sehr positiv und bei der nächsten Sichtung werde ich selbst den Prolog zu schätzen wissen, der ja im Kontext so auch Sinn macht.

    @ TheRudi: Für mich hatte sich die Pixar-Magie wieder in Radiator Springs eingestellt. Ob nun die Wüstenlandschaft, die sich aus dutzenden Autoteilen zusammensetzte, die Traktoren oder die VW-Käfer. Hatte für mich alles sehr viel Charme.

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  4. Wenn man sich an der Optik auch begeistern kann, ist der Film sicherlich nicht schlecht. Ich fand die Handlung aber ziemlich langweilig und wäre beinahe weggenickt. Vielleicht hab ich ihn auch in einer schlafbedüftigen Phase gesehen. 9 von 10 scheinen mir bei aller Freude über die Technik aber übertrieben.

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  5. Ich denke deine schlechte Einschätzung liegt an der Sichtung in einer Phase des erhöhten Schlafbedarfs. Langweilig fand ich den Film nicht. Dazu gab es zu viel zu entdecken – zumindest für mich. Außerdem mag ich ab und zu auch einfache Geschichten – und finde insgeheim auch „Doc Hollywood“ toll… 😉

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  6. Danke!

    Der Film kann meiner Meinung nach jede zusätzliche positive Stimme gebrauchen, denn er IST wirklich vorzüglich.
    War damals nach den Trailern auch sehr skeptisch und überhaupt nicht „heiss“ auf CARS, bin dann aber -nachdem meine Arbeitskollegin begeistert aus der Pressevorführung kam- doch kurz nach dem Kinostart ebenfalls reingegangen und war ebenfalls äußerst angetan. Tolle Figuren, viel Liebe zum Detail (eben die VW-Käfer oder die Reifenspuren im Himmel) und von der Story her etwas, was mir persönlich doch recht nahe war. Habe ihn seitdem mehrfach wieder gesehen und nutze die DVD auch immer (angesprochene Anfangsviertelstunde), wenn ich meine neue Anlage und meinen neuen Fernsehr präsentieren will. =)

    Als schwächsten bisherigen Pixar-Film beurteile ich nämlich letztjährigen Ratatouille, der mich gar nicht packen konnte und letztlich vor allem eines war: Nett.

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  7. Das sehen wir dann ja ähnlich. Ich hatte – wie gesagt – nur etwas mit den Autos zu kämpfen. Hat bei mir eine relativ lange Eingewöhnungsphase gebraucht. Ratten und gutes Essen sind mir da einfach näher… 😉

    Dennoch ein wirklich toller Film!

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  8. Jaaa, Cars. Wie oben schon bemerkt, fand ich den toll. Sind dir denn auch die Reifenspuren im Staub auf der Fensterscheibe aufgefallen, auf denen die VW-Käfer cruisen? So cool.
    Und Luigi! Super. Ich hab Cars jetzt schon ein paarmal gesehen und ich freu mich jedesmal wieder.

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  9. Nein, die Reifenspuren sind mir nicht aufgefallen – aber das macht nichts. So habe ich noch einen Grund mehr für eine weitere Sichtung. Ich glaube sowieso, dass es noch viele sehenswerte Details zu entdecken gibt! 🙂

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