Outland: Planet der Verdammten (1981)

Nach beinahe drei Wochen Pause endlich einmal wieder ein Film. Die Auswahl ist groß, die berühmten Namen sind zahlreich – und doch hatte ich Lust auf einen kleinen Science-Fiction-Film aus den 1980er Jahren. Peter Hyams „Outland: Planet der Verdammten“ hatte ich das letzte Mal vor bestimmt 15 Jahren gesehen. Vermutlich im Nachtprogramm nach der Spätschicht im Zivildienst, wie so viele Filme. Trügen die guten Erinnerungen?

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Ich liebe die Filme der 80er Jahre. Vermutlich weil ich mit ihnen aufgewachsen bin, aber auch besonders aufgrund ihrer handwerklichen Umsetzung. Auch wenn so mancher Effekt in gewissen Einstellungen ziemlich angestaubt wirkt, so transportieren andere Miniaturaufnahmen und Setdesigns so unglaublich viel mehr Atmosphäre, als dies heute mit CGIs möglich wäre – ein fantastischer Look, der nicht von ungefähr an Ridley Scotts „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ erinnert. Beide Filme könnten direkt in einem Universum spielen, so ähnlich wirkt zeitweise das Produktionsdesign. Auch Jerry Goldsmiths atmosphärischer Score scheint Motive seiner eindringlichen 1979er Komposition aufzugreifen.

Auch inhaltlich rennt Peter Hyams mit „Outland“ bei mir offene Türen ein. Ich liebe die Sci-Fi-Geschichten der 70er/80er Jahre. Diese Kombination funktioniert für mich einfach, selbst wenn sie – wie in diesem Fall – nur das Setting für ein ganz anderes Genre bietet. Im Prinzip wird eine klassische Westerngeschichte erzählt: ein neuer Sheriff ist in der Stadt, der böse Minenbesitzer nutzt seine Mitarbeiter aus und zwischendurch trifft man sich zum Trinken in der Bar. Dies alles steuert natürlich auf die unausweichliche Konfrontation zwischen Gut und Böse zu, nicht jedoch ohne zuvor die obligatorischen Revolverhelden zum Showdown in die Stadt zu holen. „High Noon“ im Weltraum. Einfach, aber effektiv.

Für mich gehört „Outland“ zu den kleinen Sci-Fi-Klassikern, die zu unrecht ein wenig untergegangen sind. Mit Sean Connery bietet der Film zudem einen charismatichen Hauptdarsteller und Peter Hyams („Das Relikt: Museum der Angst“) hat auf der Hochzeit seines Schaffens alles aus dem Setting herausgeholt – einzig die Handlung hätte, besonders in der zweiten Filmhälfte, ein wenig mehr Eigenständigkeit vertragen dürfen. Dennoch ein unterschätzter Genremix der frühen 80er Jahre. Unbedingt sehenswert: 8/10 Punkte.

Let Me In (2010)

Nachdem meine Freizeit in den letzten Tagen gegen Null tendierte und sich die Besucherzahlen dieses Blogs in ähnlichen Regionen eingefunden haben, wollte ich vorerst nur noch effiziente Kurzkritiken verfassen. Irgendwo muss man ja anfangen. Doch nach einem anstrengenden Arbeitssamstag wanderte Matt Reeves „Let Me In“ auf die Mattscheibe – und hat mich komplett gefesselt. Folglich keine Kurzbesprechung. Als Filmfreund hat man es schon nicht leicht…

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Die Geschichte des Films hatte mich schon länger gereizt. Allerdings wusste ich nicht, welche Version ich mir ansehen soll. Das schwedische Original „So finster die Nacht“ aus dem Jahr 2008, oder das zwei Jahre später folgende US-Remake „Let Me In“? Die meisten werden sagen: natürlich das Original! Allerdings verstehe ich kein Schwedisch und liegt beiden Filmen eine Buchvorlage zugrunde. Aufgrund ebenfalls sehr guter Kritiken und meiner Kenntnis der Originalsprache, habe ich mich letztendlich für das Remake entschieden. Auf jeden Fall eine gute Wahl, wenngleich ich nun doch neugierig auf „Let the Right One In“ bin.

Es mag am heutigen Tag liegen, doch so mitgenommen hat mich schon lange kein Film mehr. Die Atmosphäre ist unglaublich dicht. Dabei ist es nicht leicht das Gesehene emotional einzuordnen. Was das Genre angeht, bewegt sich der Film irgendwo zwischen Horror und Coming-of-Age, was ohnehin schon eine interessante Mischung ist. Auch die Charaktere sind nicht leicht zu greifen. Man fühlt sich von ihnen abgestoßen und fiebert dennoch mit ihnen mit. Die Trostlosigkeit der Wohnsiedlung sickert aus jedem einzelnen Frame – und doch gibt es irgendwo da draußen Hoffnung.

Der 80er Jahre Look ist Regisseur Matt Reeves („Cloverfield“) wirklich exzellent gelungen. Einzig ein paar CGI-Elemente wirken ein wenig befremdlich, jedoch könnte ich mir vorstellen, dass dies durchaus beabsichtigt war, um die animalische Seite Abbys zu unterstreichen. Am meisten konnten mich jedoch die beiden Jungdarsteller Kodi Smit-McPhee, den ich bereits in „The Road“ toll fand, und Chloë Grace Moretz, die ich seit „Kick-Ass“ immer für ein wenig überbewertet hielt, begeistern. Wirklich fantastische Leistungen!

Auch wenn ich die leise Stimme in meinem Kopf nicht ganz verdrängen kann, die behauptet das schwedische Original wäre bestimmt noch besser gewesen, wird mir „Let Me In“ wohl noch lange im Gedächtnis bleiben. Genau solche Genrefilme will ich sehen. Aufgrund des Remake-Faktors lasse ich bei der Bewertung noch wenig Luft für das Original – obwohl es ja häufig so ist, dass einem die Fassung, die man zuerst gesehen hat, auch weiterhin besser gefällt: 8/10 Punkte.

Silent Hill: Revelation (2012)

Vermutlich hätte es mir eine Warnung sein sollen, dass ich gut 10 Minuten kämpfen musste, bis die Blu-ray endlich vom Player gelesen wurde. Vielleicht eine Art der Qualitätssicherung, von der ich bisher noch nichts wusste. Doch da es letztendlich noch geklappt hat, wollte ich mir „Silent Hill: Revelation“ natürlich auch ansehen. Zur Einordnung meiner Besprechung: Ich kenne keines der Spiele, doch Christophe Ganses Verfilmung des ersten Teils mochte ich sehr. Spoiler sind zu erwarten.

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Zu Beginn des Films war ich stark verwirrst, bricht er doch komplett mit dem fantastischen Finale des Vorgängers. Warum ist die Tochter wieder zurück in der realen Welt? Ein paar Minuten später wurde dieser abstruse Reset völlig hanebüchen aufgeklärt. Ahja. Die erste Hälfte des Films fühlte sich ein wenig wie eine 80er Jahre Horror-Fortsetzung an. Ich musste öfter an die „A Nightmare on Elm Street“-Reihe denken, in der sich Realität und Albtraum auch stets vermischt haben. Die Entscheidung, ob dies im Jahre 2012 jedoch ein Qualitätsmerkmal ist, lasse ich an dieser Stelle bewusst offen.

Die Schockszenen des Films funktionieren größtenteils und ich saß oft doch recht angespannt auf der Sofakante. Allerdings bin ich auch sehr empfänglich für diese Art der Inszenierung – zumindest wenn es sich um irrationalen Horror handelt. Sobald die Handlung – wenn man sie so nennen mag – jedoch weiter vorangeschritten war, ist auch die Angst verflogen und hat einem beinahe schon hysterischen Lachen Platz gemacht. Genauso vorhersehbar wie die meisten Schockeffekte, ist auch die Geschichte. Jedes Mal wenn ich mir dachte ‚Die werden doch nicht…‘ kam es dann auch so. Angefangen beim Twist – wenn man ihn so nennen mag – um Vincent, bis hin zur Auflösung des gesamten Mumpitz. Untertroffen wurde das alles nur noch von den absolut haarsträubend geschriebenen Dialogen.

Es war ja zu erwarten, doch nach dem atmosphärisch wirklich tollen ersten Teil, hatte ich mir wenigstens nettes Sightseeing in Silent Hill erwartet. Doch selbst da versagt der Film. Was Sean Bean, Kit Harington, Malcolm McDowell und Carrie-Anne Moss in diesen Film getrieben hat? Wer die ersten beiden zusammen sehen will, der sollte sich lieber noch zum dutzendsten Mal die erste Staffel „Game of Thrones“ anschauen. Die folgenden Punkte gibt es nur, weil ich dem Film zugestehen muss, dass er mich doch ein paar Mal gepackt hat und er ein bis zwei nette Bilder liefern konnte. Muss man aber wirklich nicht sehen: 3/10 Punkte.

Die Herrschaft des Feuers – OT: Reign of Fire (2002)

Es gibt Filme, die sowohl bei den Kritikern durchfallen, als auch beim Massenpublikum schlecht ankommen – und dennoch schaue ich sie mir immer wieder gerne an. Zu diesen Filmen gehört auch „Die Herrschaft des Feuers“, der mich nun schon seit ca. 10 Jahren stets wieder vor den Bildschirm lockt. Warum ist das so? Und konnte mich Rob Bowmans Genremix auch bei der inzwischen dritten oder vierten Sichtung überzeugen?

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Mich hatte damals die Idee des Films begeistert: Drachenkämpfe in der Moderne. Wahnsinn! Das Filmposter versprach auch viel Action, was wohl für die größten Enttäuschungen sorgte: Entgegen der Erwartungen zeigt „Reign of Fire“ nicht den Kampf der Menschheit gegen die Drachen, sondern die Zeit danach. Die Erde ist verwüstet und letzte Überlebende versuchen in einem Endzeit-Setting, das „Mad Max“ Konkurrenz machen könnte, zu überleben. Ab und zu schaut auch ein Drache vorbei, doch die erwartete Helikopter vs. Drachen-Action beschränkt sich auf ein paar wenige – und deshalb vermutlich umso effektivere – Szenen.

Wie bei den meisten Geschichten, die eine kleine Gruppe Überlebender ins Zentrum stellen, welche gegen eine Bedrohung von außen (seien es nun Zombies oder Drachen) kämpfen müssen, stehen die zwischenmenschlichen Konflikte im Mittelpunkt. Christian Bales Charakter Quinn muss sich schon bald mit dem cowboyhaften Drachentöter Denton Van Zan (großartig verkörpert von Matthew McConaughey) herumschlagen, der eine ganz eigene Agenda verfolgt. All dies ist kein großes Drama, doch hat mir das Setting und die Dynamik zwischen den Figuren wirklich gut gefallen.

Was die Geschichte angeht, so wirkt sie teils nicht sonderlich durchdacht und oft ein wenig konstruiert. Sei es drum. Die Drachen sind absolut spektakulär und fantastisch in Szene gesetzt. Die Dialoge bewegen sich eher auf B-Movie-Niveau, doch gibt es immerhin ein paar schöne Oneliner. Außerdem kann wohl niemand einem Film böse sein, in dem Christian Bale und Gerard Butler in schlecht sitzenden Kostümen und mit Holzlichtschwertern einer Horde von Kindern „Star Wars“ vorspielen, da es in dieser Zukunft keinerlei Unterhaltungsmedien mehr gibt.

„Die Herrschaft des Feuers“ mag kein perfekter Film sein, doch kann ich die teils vernichtende Kritik absolut nicht nachvollziehen. Wer Drachen, Endzeit und „Star Wars“ mag, der sollte unbedingt einmal reinschauen. Ein originelles Konzept, das leider nur bedingt aufgeht – und mir dennoch bei jeder Sichtung viel Freude bereitet: 7/10 Punkte.

Hit & Run (2012)

Welcher Filmfreund hat sich in seiner Jugend nicht einmal mit paar Freunden zusammengetan, um einen Film zu drehen? Sei es der Abi-Abschlussfilm, ein amateurhafter Horrorstreifen oder eine Projektarbeit während des Studiums. Wer wissen möchte, wie so etwas in Hollywood aussieht, der sollte sich einmal „Hit & Run“ anschauen: Dax Shepard hat ein paar Freunde zusammengetrommelt und eben genau diese Art von Film umgesetzt…

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„Hit & Run“ ist kein besonders guter Film, aber ein ziemlich symapthischer. Geschrieben von Dax Shepard, gedreht von Dax Shepard und mit Dax Shepard und seiner Frau Kristen Bell in den Hauptrollen. Wer sich nun fragt, wer die beiden sind, der braucht nun eigentlich nicht mehr weiterlesen – ihr seid aber natürlich gerne dazu eingeladen! Ich kenne Dax Shepard aus der TV-Serie „Parenthood“, in der ich ihn absolut großartig finde! Auch Kristen Bell ist mir als „Veronica Mars“ nicht nur in guter, sondern in bester Erinnerung. Für mich also Grund genug in diesen Film reinzuschauen, von dem man hierzulande weder etwas gelesen, noch gehört hatte.

Auch wenn „Hit & Run“ durchaus hochwertig produziert wirkt, so enthält er doch einige Elemente, die ihn ein wenig amateurhaft wirken lassen. Angefangen bei den teils auf Biegen und Brechen auf Tarantino getrimmten Dialogen und Charaktern, bis hin zum harmlosen Verlauf der Geschichte. Jedes Mal, wenn es eine wirklich schockierende Wendung hätte geben können, rudert Shepard zurück. Man merkt dass ihm jede Figur (zu) sehr ans Herz gewachsen ist – und er sie dann eben in letzter Sekunde doch nicht komplett gehen lassen kann. Einfach zu nett und zu harmlos, wie auch sein Charakter, dem man den Ex-Gangster auch nie wirklich abnimmt.

Neben Bell und Shepard gibt es mit Joy Bryant und Ryan Hansen noch Kollegen der beiden Schauspieler aus den oben genannten Serien zu sehen, was mir persönlich viel Freude bereitet hat. Größter Star dürfte wohl Bradley Cooper (u.a. „The Hangover“ und „Silver Linings Playbook“) sein, der einen durchgeknallten Bankräuber spielt – und der sich am Ende auch als ein wenig harmlos entpuppt. Weitere bekannte Gesichter umfassen Tom Arnold, Beau Bridges und Jason Bateman. Für solch einen kleinen Film wahrlich eine illustre Runde!

Auch wenn der Film Schwächen im Timing und der Dramaturgie hat, so ist die Chemie zwischen Shepard und Bell erwartungsgemäß großartig und es gibt ein paar wirklich nette Dialoge zwischen ihnen. Alle Beteiligten scheinen großen Spaß an dem Roadmovie gehabt zu haben, der leider nur bedingt auf uns Zuschauer überspringen will. Wer sich zu den Anhängern von Shepard und Bell zählt, der dürfte sich gut unterhalten fühlen – alle anderen schauen lieber noch einmal „True Romance“, der eindeutig zu den Vorbildern des Films zählt: 6/10 Punkte.

Django Unchained (2012)

Dieses Wochenende ist das Wochenende der verpassten Filme: gestern das letzte James Bond-Abenteuer nachgeholt, heute den jüngsten Tarantino. Vor ein paar – okay, zugegebenermaßen ein paar mehr – Jahren wäre es für mich undenkbar gewesen, einen neuen Tarantino-Film nicht im Kino zu sehen. Letztendlich musste „Django Unchained“ sogar unwürdig lange im Filmregal warten, doch knapp drei Stunden Zeit wollen erst einmal gefunden werden. Heute war es jedoch endlich soweit – und es hat sich gelohnt…

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Bereits die Eröffnungstitel fühlen sich so richtig nach Film an. Nach einem großen Film. Tarantino gelingt es abermals spielend gleichzeitig Hommage und stilbildendes Original zu inszenieren. Großartig! Der erste Auftritt von Christoph Waltz als Dr. King Schultz steht dem aus „Inglourious Basterds“ in nichts nach, auch wenn er eine ganz andere Grundstimmung besitzt und wohl nicht in die Filmgeschichte eingehen wird. Überhaupt ist mir sein Charakter schnell ans Herz gewachsen – und auch wenn es ein paar Parallelen zwischen Dr. King Schultz und Hans Landa gibt, so finde ich nicht, dass Tarantino und Waltz (wie man häufig liest) diesen Charakter nur recycelt haben.

Die Handlung wird für Taratino unüblich ziemlich geradlinig erzählt, doch schließlich handelt es sich hierbei um einen Western (bzw. Southern) – ein durch und durch geradliniges Genre. Die erste Hälfte ist beinahe schon ein ungewöhnlicher Buddy-Movie mit einigem Abenteuerflair. Übertriebene Schießereien, skurrile Momente und viel Humor prägen diesen Abschnitt des Westerns. Bei der Ku-Klux-Klan-Szene musste ich mehr lachen, als bei den meisten ausgewiesenen Komödien über ihre gesamte Laufzeit. Einfach nur herrlich! Doch Tarantino wäre nicht Tarantino, würde die Atmosphäre nicht irgendwann komplett kippen.

Mit der Ankunft in Candyland, und dem damit verbundenen Auftritt von Leonardo DiCaprio (gebt dem Mann endlich einen Oscar!) als Calvin Candie, weicht die übertrieben und unterhaltsam inszenierte Gewalt von „Django Unchained“ plötzlich fiesem Realismus. An dieser Stelle beweist Tarantino erneut sein Können, indem er seinen Kritikern in klaren Bildern zeigt: all das kann Gewalt in Filmen sein – von spaßigen Blutfontänen in Großaufnahme, bis zum unangenehmen Einschlagen eines Schädels. Letzteres off-screen wohlgemerkt. Ein unverdauliches Fressen für seine üblichen Kritiker.

Trotz der immensen Laufzeit habe ich mich zu keiner Sekunde gelangweilt. Ich mochte die fantastischen Dialoge, die extrem motivierten Schauspieler, die Zwischentöne, die plötzlichen Stilbrüche, die tollen Landschaftsaufnahmen und den abermals mehr als perfekt zusammengestellten Soundtrack. Für mich ein echter Gewinner. Vor 15 Jahren hätte ich den Film in den kommenden Wochen bestimmt noch ein paar Mal gesehen. Heute bleibt vorerst dieser erste Eindruck – und der ist verdammt gut: 9/10 Punkte.

Bones – Season 7

Da ich es zurzeit nur mit Mühe und Not auf 6 Stunden Schlaf (am Wochenende oft noch weniger) bringe und meine Tage extrem vollgepackt sind, bin ich ab und zu ganz froh um halb zehn noch einmal schnell eine anspruchslose Serie einlegen zu können. Somit war „Bones – Season 7“ zwar alles andere als perfekte Serienunterhaltung, doch für den gewünschten Einsatzzweck genau die richtige Wahl. Spoiler sind zu erwarten.

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Nachdem sich unser Ermittlertraumpaar im Finale der sechsten Staffel endlich näher gekommen ist, was man als Zuschauer allerdings nicht mitbekommt, dreht sich im siebten Jahr alles um das Kind. Ich frage mich wirklich, wie man die über sieben Staffeln entwickelte Spannung zwischen zweit Charaktern so dermaßen unspektakulär verpuffen lassen kann. Unglaublich. Da hätten sich die Autoren lieber einmal Richard Castle und Kate Beckett zum Vorbild nehmen sollen. Die gleichen Voraussetzungen, aber ungleich mitreißender, emotionaler und unterhaltamer inszeniert.

Was den restlichen Soap-Anteil der Serie angeht, so plätschert dieser teils ganz nett vor sich hin, teils ist er aber auch ein wenig anstrengend. Den absolut unsäglichen Höhepunkt gab es zudem mit der Geburt des Bones/Booth-Babys in einem Stall zwischen Pferd und Esel. Genau. Immerhin gab es ein paar nette Fälle zu sehen, die sich teils über mehrere Episoden erstrecken. Auch eine Hollywood-Parodie wurde eingebaut, die ich durchaus unterhaltsam fand.

Alles in allem muss man das siebte Jahr von „Bones“ keinesfalls mehr gesehen haben. Die Charaktere sehe ich dennoch irgendwie noch gerne und somit hatte ich größtenteils auch meinen Spaß mit der Serie. Trotz der kurzen Staffel mit nur 13 Episoden habe ich es auf nur maximal zwei Episoden pro Woche gebracht, was – trotz offensichtlicher Schwächen – stets ein angenehmer Ausklang des Tages war. Harmlose Krimiunterhaltung eben: 7/10 (6.8) Punkte.

Game of Thrones – Season 2

So schnell wie „Game of Thrones – Season 2“ habe ich in letzter Zeit wohl keine Serie gesehen. Bei nur 10 Episoden ist dies allerdings auch kein Wunder. Für mich war es abermals ein tolles Erlebnis in die Welt von Westeros einzutauchen, doch am meisten freue ich mich wohl darüber, dass sich auch meine treue Mitguckerin nun endlich in dieser düsteren Fantasywelt heimisch fühlt. Nach nicht einmal zwei Wochen war das Vergnügen allerdings auch schon wieder vorbei und die Zeit des Wartens auf Staffel 3 beginnt…

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Die zweite Staffel der epischen Romanadaption schließt nahtlos an das erste Jahr an: König Joffrey herrscht grausam in King’s Landing, während sich die rechtmäßigen Thronfolger (Renly und Stannis Baratheon) bekriegen und der König des Nordens (Robb Stark) versucht in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. „Game of Thrones“ – der Titel ist Programm. Von den Eregnissen hinter der Mauer oder in Quarth einmal ganz zu schweigen. Überall selbsternannte Könige, Anwärter und Emporkömmlinge. Wahrlich eine Freude! Doch auch die scheinbar kleineren Geschichten rund um Arya Stark oder Theon Greyjoy wissen zu gefallen und sind untrennbar mit dem größeren Ganzen verbunden – auch wenn das zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar ist…

Wer die Vorlage „A Clash of Kings“ kennt, dem wird die große Anzahl an Änderungen auffallen. Meist handelt es sich dabei um Straffungen, die größtenteils gelungen sind. So wurden ganze Handlungsorte (z.B. Storm’s End) gestrichen und Elemente aus diesen Erzählsträngen mit anderen Begebenheiten (z.B. Schattengeburt) verknüpft. Auch wenn ich es um so manchen ausführlicheren Handlungsabschnitt (z.B. Aryas Zeit in Harrenhal oder Daenerys im House of the Undying) schade fand, muss ich doch zugeben, dass die Autoren der Serie größtenteils mit Bedacht und durchaus sinnvoll gestrafft haben. Auch dies ist eine Kunst. An anderer Stelle gab es sogar Erweiterungen, wie z.B. die aufkeimende Liebesbeziehung zwischen Robb und Lady Talisa (im Buch ein ganz anderer Charakter), die ich wirklich sehr gelungen fand – besonders da dieser nebensächlich abgehandelte Handlungsstrang noch enorm an Bedeutung gewinnen wird.

Die aufwendige Schlachtenepisode „Blackwater“ mag für TV-Verhältnisse durchaus imposant sein, dennoch ist sie wohl der Teil der Serie, der am meisten gegen das Buch verliert. Darin hatte die Schlacht wahrlich epische Ausmaße und trotz gelungener Inszenierung durch Neil Marshall (u.a. Regisseur von „The Descent: Abgrund des Grauens“), bleibt letztendlich nur wenig davon übrig. Die Ereignisse hinter der Mauer fand ich dagegen großartig dargestellt, auch wenn die Fist of the First Men in meiner Vorstellung eher in einem dichten Waldgebiet lag. Die Chemie zwischen Ygritte und Jon stimmt auf jeden Fall und ich hoffe, dass es in der dritten Staffel auch ein paar Riesen zu sehen geben wird.

Nun ist erst einmal wieder Schluss mit den Abenteuern in und um Westeros – zumindest was die Serienadaption angeht. Ich bin hellauf begeistert und würde am liebsten sofort weiterschauen. Bis es soweit ist, begnüge ich mich noch mit den letzten 350 Seiten von „A Dance With Dragons“ und hoffe, dass George R. R. Martin zügig mit dem sechsten Band vorankommt. Wahrlich ein fantastisches Serienerlebnis, das ich jedem Freund epischen Erzählens nur empfehlen kann: 10/10 (9.6) Punkte.

Game of Thrones – Season 1 (WS1)

Nachdem ich bei der Vorlage inzwischen bis zum fünften Band vorgedrungen bin, war es Zeit auch der Serie wieder einmal einen Besuch abzustatten. Obwohl die zweite Staffel bereits im Regal wartet, wollte ich mir mit „Game of Thrones – Season 1“ noch einmal die Ereignisse des ersten Teils dieser epischen Geschichte ins Gedächtnis rufen. Mit Kenntnis der Vorlage nun ein ganz neues Erlebnis, das jeder Freund der Serie einmal gemacht haben sollte…

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Es ist wahrlich eine Freude die Geschehnisse in Westeros nun wissenden Blickes verfolgen zu können: Mance Rayder wird in einem Nebensatz erwähnt? Kein Problem, ist mir ja bestens aus „A Storm of Swords“ bekannt. Die politischen Verwicklungen in Dorne werden kurz angerissen? Sehr schön, diese wurden ja in „A Feast for Crows“ ausführlichst erläutert. Die Welt der Serie hat durch die Kenntnis der Vorlage enorm gewonnen. Sie ist reicher geworden und stellt für mich nun mehr als eine kompakte Bebilderung der Handlung dar. Enorm unterhaltsam und mitreißend inszeniert.

Da ich die Serie das erste Mal vor dem Lesen der Bücher gesehen habe, wurde meine Vorstellung der Charaktere natürlich auch entsprechend durch sie geprägt. Dies werte ich allerdings positiv, da HBO wirklich großartige Schauspieler gefunden hat, um Eddard Stark (Sean Bean), Tyrion Lannister (Peter Dinklage), Jon Snow (Kit Harington), Arya Stark (Maisie Williams), Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) usw. Leben einzuhauchen. Folglich also kaum verwunderlich, dass auch die neuen Charaktere der Romanreihe dieser Serienwelt entsprungen scheinen. Ich möchte gar nicht wissen, wie die Adaption als Filmreihe ausgesehen hätte. Bereits jetzt lassen sich kaum alle Handlungsstränge in je 10 Episoden pro Staffel unterbringen – und doch ist es (mit teils berechtigten Kürzungen) auf fantastische Art und Weise gelungen.

Zugegebenermaßen sieht so manches Set zu eindeutig nach Studio aus, doch wird dies durch die famosen Charaktere wieder wett gemacht, welche die Geschichte stets vorantreiben. Bei der Wahl zwischen Budget und Zeit für Charakterentwicklung wurde folglich die einzig richtige Entscheidung getroffen. Ich bin nun wahrlich gespannt, wie „A Clash of Kings“ umgesetzt wurde, bietet die Vorlage doch ein noch komplexeres Beziehungsgeflecht und epischere Momente. Kein Wunder, dass die Serie solch einen Anklang findet – und ich hoffe sie hat das Tor für hochwertig produzierte Buchverfilmungen in Serienform noch ein wenig weiter aufgestoßen. Bei dieser Qualität darf der Winter gerne kommen: 10/10 (9.5) Punkte.

Take Me Home Tonight (2011)

Eigentlich wollte ich heute die Eindrücke meines letztjährigen Mittelerde-Besuchs auffrischen, doch natürlich bin ich für solch einen Marathon viel zu spät vor den Fernseher gekommen. Also fiel die Wahl kurzerhand auf den angenehm kurzen „Take Me Home Tonight“, der ohnehin schon länger auf meiner Liste stand. Trotz teils verhaltener Kritiken hatte ich mich schon alleine aufgrund der Schauspieler und des 80er Jahre-Settings auf den Film gefreut…

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Sieht man sich den Trailer und das Poster der Films an, könnte man eine Teenie-Komödie à la „American Pie“ erwarten. „Take Me Home Tonight“ erinnert allerdings eher an Filme wie „American Graffiti“, „Dazed and Confused“ oder „Detroit Rock City“, die einen alles entscheidenden Zeitpunkt im Leben ihrer Protagonisten erzählen. Ein Nacht, die alles entscheidet. Michael Dowses Film mag sich mit den genannten Coming-of-Age-Klassikern nicht wirklich messen können, doch empfand ich die Energie und das Lebensgefühl dieser unsteten Zeit zwischen Schule und Beruf wirklich sehr gut eingefangen.

Topher Grace sehe ich als bekennender Fan von „Die wilden Siebziger!“ ohnehin sehr gerne und auch sein Filmpartner Dan Fogler ist mir in guter Erinnerung gewesen. Auch das restliche Ensemble (Anna Faris, Teresa Palmer und Chris Pratt) weiß zu überzeugen. Großartig fand ich es Michael Biehn (Kyle Reese, „The Terminator“) in einer unerwartet treffenden Rolle zu sehen. Fantastisch! Ich hatte wirklich enorm viel Spaß die Charaktere bei ihrer nächtlichen Reise durch Los Angeles zu begleiten.

Abzüge gibt es für die vorhersehbare Handlung und die teils ein wenig holprig wirkende Dramaturgie. Letztendlich wurden diese Aspekte für mich aber von den Schauspielern und der herrlichen 80er Jahre-Atmosphäre relativiert. Letztendlich bin ich wirklich positiv überrascht und könnte mir vorstellen, dass „Take Me Home Tonight“ durchaus öfter seinen Weg in den Player findet. Sehr symapthisch: 7/10 Punkte.