Game of Thrones – Season 3

Nachdem in den USA bereits die vierte Staffel gestartet ist und für Zündstoff sorgt, bin ich endlich dazu gekommen „Game of Thrones – Season 3“ nachzuholen. Auch diese hat unter den Fans für hitzige Diskussionen gesorgt, was mich aufgrund der Buchvorlage auch nicht verwundert. Insofern war ich mehr als gespannt, wie die Macher der Serie gewisse Ereignisse adaptiert haben… Spoiler sind zu erwarten.

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Auch wenn ich erst im Januar die zweite Staffel nachgeholt habe, brauchte ich am Anfang wieder eine gewisse Anlaufzeit, um in Westeros anzukommen. Zudem war mir „A Storm of Swords“ noch sehr präsent, was automatisch zu einem beständigen Vergleich zwischen Buchvorlage und Serienadaption führte. Auch wenn sich HBO für die Verfilmung des dritten Bandes der „A Song of Ice and Fire“-Reihe deutlich mehr Zeit (nach aktuellem Stand wohl ca. eineinhalb Staffeln) genommen hat, so wirkte die Handlung auf mich doch ziemlich gehetzt. Nach ein paar Episoden hatte mich die Serie allerdings wieder komplett im Griff und ich kann nur kritisieren, dass nach 10 Folgen schon wieder alles vorbei war. Meiner Meinung nach hätten es für diese Staffel ruhig 12 bis 13 Episoden sein dürfen.

Erneut fand ich es ziemlich geschickt, wie die Autoren gewisse Handlungsstränge verknappt bzw. Charaktere umbesetzt haben: So wurde z.B. Jaimes Peiniger durch einen Bolton-Schergen ersetzt, was im Sinne der Geschichte perfekt funktioniert hat. Teils wurden auch Schwerpunkte gesetzt, die ich so nicht ewartet hätte (z.B. die ausführlichen Szenen mit Beric Dondarrion und der Brotherhood Without Banners). An anderen Stellen merkt man, dass das Medium Film bzw. Serie doch ganz anders funktioniert, als ein geschriebener Text: Die Wendungen um die Identitäten von Ser Barristan Selmy als neuer Verbündeter Daenerys Targaryens und Theon Greyjoy als Spielball Ramsey Boltons fehlten komplett. Dies ist einerseits schade, da die Wirkung im Buch teils enorm war, andererseits funktioniert die Geschichte auch ohne zusätzliche Twists perfekt.

Der grausame Höhepunkt der Staffel ist natürlich die Episode „The Rains of Castamere“, welche mich trotz Kenntnis der Vorlage ziemlich mitgenommen hat. Wahrlich beeindruckend grausam. Ich konnte die Spannung kaum ertragen – und als es soweit war, wollte ich es nicht wahrhaben. Auch wenn mich die Schilderung in der Vorlage noch mehr verstört hatte, so war die emotionale Wirkung in der Serie beinahe noch größer. Dies ist vor allem der ausführlicheren Darstellung der Beziehung zwischen Robb und seiner Frau Talisa zu verdanken, die im Buch komplett außen vor gelassen wurde. Zurecht eine Episode, die in die Seriengeschichte eingehen wird.

Innsgesamt war auch die dritte Staffel von „Game of Thrones“ einfach nur großartige, wenn auch – trotz knapp 10 Stunden Laufzeit – zu kurze Unterhaltung. Vielleicht vermisse ich auch einfach den zweiten Teil des Romans, der noch so einige fantastische Szenen für den Leser bzw. Zuschauer bereithält. Diese wurden allerdings in die vierte Staffel ausgelagert. So bleibt nur die Vorfreude – und die ist gewiss enorm: 10/10 (9.5) Punkte.

Bones – Season 8

Auch wenn ich nach der vorangegangenen Staffel eher ernüchtert war, hat mein Feierabendprogramm noch eine Serie benötigt, der man ohne Weiteres Episode für Episode folgen kann – selbst mit kurzen Schlafpausen. Da ich mich in dem Serienuniversum bereits auskenne, hat es sich angeboten „Bones – Season 8“ weiterzuverfolgen. Ob es sich gelohnt hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Noch weiter als bereits mit der siebten Staffel driftet „Bones“ im achten Jahr immer mehr in Richtung Soap Opera ab. Zudem scheinen die Figuren ihren Biss zu verlieren und es sich in ihren festgefahrenen Rollen nur allzu bequem zu machen. Um es einfach auszudrücken: Den Autoren gehen die Ideen aus. Zwar gibt es theoretisch interessante Ansätze, wie die Geistergeschichte „The Ghost in the Machine“, doch wird selbst solch eine Idee völlig unsinnigen Handlungselementen geopfert.

Recht spannend fand ich – zumindest zu Beginn – den durchgängigen Fall rund um Serienmörder Christopher Pelant sowie ein paar nette Einzelfälle. Insgesamt gesehen waren die 24 Episoden der Staffel jedoch zu den Vorjahren ziemlich redundant, was zur Folge hatte, dass ich tatsächlich öfter mal bei der Sichtung eingeschlafen bin. Aufgrund der prozeduralen Struktur, konnte ich allerdings ohne Probleme beim nächsten Fall wieder einsteigen. Ob das nun positiv zu bewerten ist?

Wie bereits bei der verwandten Serie „The Mentalist“ sehe ich wirklich nicht mehr die Notwendigkeit hier am Ball zu bleiben. Zwar sind mir die Charaktere irgendwie vertraut, doch kommen viele Fälle über Mittelmaß einfach nicht mehr hinaus. Für Fans – ich selbst wende mich nun lieber wieder anderen Serien zu, bei denen ich dann hoffentlich wach bleibe: 6/10 (6.4) Punkte.

World War Z – Extended Action Cut (2013)

Inzwischen ist es wirklich schwierig geworden einen Film zu sehen, ohne bereits im Vorfeld eine gewisse Meinung zu ihm zu haben. Im aktuellen Fall von „World War Z“ wusste ich bereits im Vorfeld, dass mir der Film unmöglich gefallen kann: Das komplette Missachten der Buchvorlage, die fehlende Härte und rennende Zombies hatten die Entrüstung der Genrefans befeuert – und ich war mir sicher einen deutlichen Verriss schreiben zu müssen…

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Nachdem ich erstmals von der Ankündigung des Films gehört hatte, stellte ich es mir schwierig bis unmöglich vor aus Max Brooks‘ Vorlage mit dem seltsamen deutschen Titel „Wer länger lebt, ist später tot: Operation Zombie“ eine kohärente Filmhandlung zu adaptieren. Dann kam der Trailer und schnell war klar, dass der Film nicht mehr viel mit der fiktiven Interviewsammlung gemeinsam haben würde. Die CGI-lastigen Zombie-Wellen sahen zudem albern aus und Brad Pitt als Hauptdarsteller in einem Zombie-Film ließ auch nichts Gutes vermuten. Die größtenteils vernichtenden Kritiken taten ihr Übriges, um meine Erwartungen gegen Null tendieren zu lassen. Dennoch war ich neugierig und gespannt, was Marc Forster („James Bond 007: Ein Quantum Trost“) denn aus der Vorlage gebastelt hat.

Was soll ich sagen? Ich mochte den Film. Die erste halbe Stunde fand ich sogar ziemlich großartig, da sie mich emotional komplett involviert hatte und mich nicht von der Sofakante weichen ließ. Hier wurden Erinnerungen an den Anfang von „28 Days Later“ wach, nur eben im familiären Umfeld – und mit deutlich mehr Budget. Auch den weiteren Verlauf der Handlung fand ich interessant, hat man aus Brooks‘ Vorlage doch tatsächlich nur den Titel „World War Z“ als grundlegendes Element genommen und eben auch einen Kriegsfilm inszeniert: So gibt es etliche Schauplätze, viel Action und Militärgedöns zu sehen. Eben etwas anderes, als ein klassischer Zombiefilm vermuten lassen würde.

Was die häufig kritisierte fehlende Härte angeht, so kann ich dies nicht nachvollziehen. Natürlich fehlen Ausweideszenen, doch hätte dies meiner Meinung nach auch nicht zu diesen Zombies bzw. Infizierten gepasst. Mit Blut wird – zumindest im sogenannten Extended Action Cut – dennoch nicht gespart und mich hätte vor ein paar Jahren auch eine 18er Freigabe für diesen Film nicht gewundert.

Man muss sich einmal vor Augen halten, wie sich dieses Subgenre entwickelt hat: In den 90er Jahren war es noch nahezu unmöglich ungeschnitten an irgendeinen Zombiefilm heranzukommen. Die Toten wandelten höchstens in den Schmuddelecken der Videotheken. Dann kamen die ersten Mainstream-Filme, wie Zack Snyders „Dawn of the Dead“-Remake oder Danny Boyles „28 Days Later“ – ja selbst Romero meldete sich mit „Land of the Dead“ zurück. Und heute? Heute findet man die TV-Serie „The Walking Dead“ ungeschnitten im DVD-Regal, die grafisch härter ist als alles, was man in den 80er Jahren auf den Index gestellt hat. Und nun eben ein Big Budget-Zombiefilm mit Brad Pitt in der Hauptrolle. Für einen kleinen Teil von mir ist dies auch heute noch vor allem eines: unfassbar!

Wie man es auch dreht und wendet: Ich hatte großen Spaß mit „World War Z“. Der Film ist sicher nicht perfekt und ab dem Mittelteil oft auch unsauber in seiner Dramaturgie. Mit den Zombie-Wellen wird es teils auch übertrieben und das Quasi-Happy-End kommt auch zu plötzlich. Dennoch kann ich die große Schelte absolut nicht nachvollziehen und kann den Film tatsächlich selbst Genrefreunden empfehlen. Lasst euch nicht verrückt machen und schaut, wie weit es eure Zombies in Hollywood gebracht haben: 7/10 Punkte.

Outland: Planet der Verdammten (1981)

Nach beinahe drei Wochen Pause endlich einmal wieder ein Film. Die Auswahl ist groß, die berühmten Namen sind zahlreich – und doch hatte ich Lust auf einen kleinen Science-Fiction-Film aus den 1980er Jahren. Peter Hyams „Outland: Planet der Verdammten“ hatte ich das letzte Mal vor bestimmt 15 Jahren gesehen. Vermutlich im Nachtprogramm nach der Spätschicht im Zivildienst, wie so viele Filme. Trügen die guten Erinnerungen?

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Ich liebe die Filme der 80er Jahre. Vermutlich weil ich mit ihnen aufgewachsen bin, aber auch besonders aufgrund ihrer handwerklichen Umsetzung. Auch wenn so mancher Effekt in gewissen Einstellungen ziemlich angestaubt wirkt, so transportieren andere Miniaturaufnahmen und Setdesigns so unglaublich viel mehr Atmosphäre, als dies heute mit CGIs möglich wäre – ein fantastischer Look, der nicht von ungefähr an Ridley Scotts „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ erinnert. Beide Filme könnten direkt in einem Universum spielen, so ähnlich wirkt zeitweise das Produktionsdesign. Auch Jerry Goldsmiths atmosphärischer Score scheint Motive seiner eindringlichen 1979er Komposition aufzugreifen.

Auch inhaltlich rennt Peter Hyams mit „Outland“ bei mir offene Türen ein. Ich liebe die Sci-Fi-Geschichten der 70er/80er Jahre. Diese Kombination funktioniert für mich einfach, selbst wenn sie – wie in diesem Fall – nur das Setting für ein ganz anderes Genre bietet. Im Prinzip wird eine klassische Westerngeschichte erzählt: ein neuer Sheriff ist in der Stadt, der böse Minenbesitzer nutzt seine Mitarbeiter aus und zwischendurch trifft man sich zum Trinken in der Bar. Dies alles steuert natürlich auf die unausweichliche Konfrontation zwischen Gut und Böse zu, nicht jedoch ohne zuvor die obligatorischen Revolverhelden zum Showdown in die Stadt zu holen. „High Noon“ im Weltraum. Einfach, aber effektiv.

Für mich gehört „Outland“ zu den kleinen Sci-Fi-Klassikern, die zu unrecht ein wenig untergegangen sind. Mit Sean Connery bietet der Film zudem einen charismatichen Hauptdarsteller und Peter Hyams („Das Relikt: Museum der Angst“) hat auf der Hochzeit seines Schaffens alles aus dem Setting herausgeholt – einzig die Handlung hätte, besonders in der zweiten Filmhälfte, ein wenig mehr Eigenständigkeit vertragen dürfen. Dennoch ein unterschätzter Genremix der frühen 80er Jahre. Unbedingt sehenswert: 8/10 Punkte.

Let Me In (2010)

Nachdem meine Freizeit in den letzten Tagen gegen Null tendierte und sich die Besucherzahlen dieses Blogs in ähnlichen Regionen eingefunden haben, wollte ich vorerst nur noch effiziente Kurzkritiken verfassen. Irgendwo muss man ja anfangen. Doch nach einem anstrengenden Arbeitssamstag wanderte Matt Reeves „Let Me In“ auf die Mattscheibe – und hat mich komplett gefesselt. Folglich keine Kurzbesprechung. Als Filmfreund hat man es schon nicht leicht…

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Die Geschichte des Films hatte mich schon länger gereizt. Allerdings wusste ich nicht, welche Version ich mir ansehen soll. Das schwedische Original „So finster die Nacht“ aus dem Jahr 2008, oder das zwei Jahre später folgende US-Remake „Let Me In“? Die meisten werden sagen: natürlich das Original! Allerdings verstehe ich kein Schwedisch und liegt beiden Filmen eine Buchvorlage zugrunde. Aufgrund ebenfalls sehr guter Kritiken und meiner Kenntnis der Originalsprache, habe ich mich letztendlich für das Remake entschieden. Auf jeden Fall eine gute Wahl, wenngleich ich nun doch neugierig auf „Let the Right One In“ bin.

Es mag am heutigen Tag liegen, doch so mitgenommen hat mich schon lange kein Film mehr. Die Atmosphäre ist unglaublich dicht. Dabei ist es nicht leicht das Gesehene emotional einzuordnen. Was das Genre angeht, bewegt sich der Film irgendwo zwischen Horror und Coming-of-Age, was ohnehin schon eine interessante Mischung ist. Auch die Charaktere sind nicht leicht zu greifen. Man fühlt sich von ihnen abgestoßen und fiebert dennoch mit ihnen mit. Die Trostlosigkeit der Wohnsiedlung sickert aus jedem einzelnen Frame – und doch gibt es irgendwo da draußen Hoffnung.

Der 80er Jahre Look ist Regisseur Matt Reeves („Cloverfield“) wirklich exzellent gelungen. Einzig ein paar CGI-Elemente wirken ein wenig befremdlich, jedoch könnte ich mir vorstellen, dass dies durchaus beabsichtigt war, um die animalische Seite Abbys zu unterstreichen. Am meisten konnten mich jedoch die beiden Jungdarsteller Kodi Smit-McPhee, den ich bereits in „The Road“ toll fand, und Chloë Grace Moretz, die ich seit „Kick-Ass“ immer für ein wenig überbewertet hielt, begeistern. Wirklich fantastische Leistungen!

Auch wenn ich die leise Stimme in meinem Kopf nicht ganz verdrängen kann, die behauptet das schwedische Original wäre bestimmt noch besser gewesen, wird mir „Let Me In“ wohl noch lange im Gedächtnis bleiben. Genau solche Genrefilme will ich sehen. Aufgrund des Remake-Faktors lasse ich bei der Bewertung noch wenig Luft für das Original – obwohl es ja häufig so ist, dass einem die Fassung, die man zuerst gesehen hat, auch weiterhin besser gefällt: 8/10 Punkte.

Silent Hill: Revelation (2012)

Vermutlich hätte es mir eine Warnung sein sollen, dass ich gut 10 Minuten kämpfen musste, bis die Blu-ray endlich vom Player gelesen wurde. Vielleicht eine Art der Qualitätssicherung, von der ich bisher noch nichts wusste. Doch da es letztendlich noch geklappt hat, wollte ich mir „Silent Hill: Revelation“ natürlich auch ansehen. Zur Einordnung meiner Besprechung: Ich kenne keines der Spiele, doch Christophe Ganses Verfilmung des ersten Teils mochte ich sehr. Spoiler sind zu erwarten.

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Zu Beginn des Films war ich stark verwirrst, bricht er doch komplett mit dem fantastischen Finale des Vorgängers. Warum ist die Tochter wieder zurück in der realen Welt? Ein paar Minuten später wurde dieser abstruse Reset völlig hanebüchen aufgeklärt. Ahja. Die erste Hälfte des Films fühlte sich ein wenig wie eine 80er Jahre Horror-Fortsetzung an. Ich musste öfter an die „A Nightmare on Elm Street“-Reihe denken, in der sich Realität und Albtraum auch stets vermischt haben. Die Entscheidung, ob dies im Jahre 2012 jedoch ein Qualitätsmerkmal ist, lasse ich an dieser Stelle bewusst offen.

Die Schockszenen des Films funktionieren größtenteils und ich saß oft doch recht angespannt auf der Sofakante. Allerdings bin ich auch sehr empfänglich für diese Art der Inszenierung – zumindest wenn es sich um irrationalen Horror handelt. Sobald die Handlung – wenn man sie so nennen mag – jedoch weiter vorangeschritten war, ist auch die Angst verflogen und hat einem beinahe schon hysterischen Lachen Platz gemacht. Genauso vorhersehbar wie die meisten Schockeffekte, ist auch die Geschichte. Jedes Mal wenn ich mir dachte ‚Die werden doch nicht…‘ kam es dann auch so. Angefangen beim Twist – wenn man ihn so nennen mag – um Vincent, bis hin zur Auflösung des gesamten Mumpitz. Untertroffen wurde das alles nur noch von den absolut haarsträubend geschriebenen Dialogen.

Es war ja zu erwarten, doch nach dem atmosphärisch wirklich tollen ersten Teil, hatte ich mir wenigstens nettes Sightseeing in Silent Hill erwartet. Doch selbst da versagt der Film. Was Sean Bean, Kit Harington, Malcolm McDowell und Carrie-Anne Moss in diesen Film getrieben hat? Wer die ersten beiden zusammen sehen will, der sollte sich lieber noch zum dutzendsten Mal die erste Staffel „Game of Thrones“ anschauen. Die folgenden Punkte gibt es nur, weil ich dem Film zugestehen muss, dass er mich doch ein paar Mal gepackt hat und er ein bis zwei nette Bilder liefern konnte. Muss man aber wirklich nicht sehen: 3/10 Punkte.

Die Herrschaft des Feuers – OT: Reign of Fire (2002)

Es gibt Filme, die sowohl bei den Kritikern durchfallen, als auch beim Massenpublikum schlecht ankommen – und dennoch schaue ich sie mir immer wieder gerne an. Zu diesen Filmen gehört auch „Die Herrschaft des Feuers“, der mich nun schon seit ca. 10 Jahren stets wieder vor den Bildschirm lockt. Warum ist das so? Und konnte mich Rob Bowmans Genremix auch bei der inzwischen dritten oder vierten Sichtung überzeugen?

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Mich hatte damals die Idee des Films begeistert: Drachenkämpfe in der Moderne. Wahnsinn! Das Filmposter versprach auch viel Action, was wohl für die größten Enttäuschungen sorgte: Entgegen der Erwartungen zeigt „Reign of Fire“ nicht den Kampf der Menschheit gegen die Drachen, sondern die Zeit danach. Die Erde ist verwüstet und letzte Überlebende versuchen in einem Endzeit-Setting, das „Mad Max“ Konkurrenz machen könnte, zu überleben. Ab und zu schaut auch ein Drache vorbei, doch die erwartete Helikopter vs. Drachen-Action beschränkt sich auf ein paar wenige – und deshalb vermutlich umso effektivere – Szenen.

Wie bei den meisten Geschichten, die eine kleine Gruppe Überlebender ins Zentrum stellen, welche gegen eine Bedrohung von außen (seien es nun Zombies oder Drachen) kämpfen müssen, stehen die zwischenmenschlichen Konflikte im Mittelpunkt. Christian Bales Charakter Quinn muss sich schon bald mit dem cowboyhaften Drachentöter Denton Van Zan (großartig verkörpert von Matthew McConaughey) herumschlagen, der eine ganz eigene Agenda verfolgt. All dies ist kein großes Drama, doch hat mir das Setting und die Dynamik zwischen den Figuren wirklich gut gefallen.

Was die Geschichte angeht, so wirkt sie teils nicht sonderlich durchdacht und oft ein wenig konstruiert. Sei es drum. Die Drachen sind absolut spektakulär und fantastisch in Szene gesetzt. Die Dialoge bewegen sich eher auf B-Movie-Niveau, doch gibt es immerhin ein paar schöne Oneliner. Außerdem kann wohl niemand einem Film böse sein, in dem Christian Bale und Gerard Butler in schlecht sitzenden Kostümen und mit Holzlichtschwertern einer Horde von Kindern „Star Wars“ vorspielen, da es in dieser Zukunft keinerlei Unterhaltungsmedien mehr gibt.

„Die Herrschaft des Feuers“ mag kein perfekter Film sein, doch kann ich die teils vernichtende Kritik absolut nicht nachvollziehen. Wer Drachen, Endzeit und „Star Wars“ mag, der sollte unbedingt einmal reinschauen. Ein originelles Konzept, das leider nur bedingt aufgeht – und mir dennoch bei jeder Sichtung viel Freude bereitet: 7/10 Punkte.

Hit & Run (2012)

Welcher Filmfreund hat sich in seiner Jugend nicht einmal mit paar Freunden zusammengetan, um einen Film zu drehen? Sei es der Abi-Abschlussfilm, ein amateurhafter Horrorstreifen oder eine Projektarbeit während des Studiums. Wer wissen möchte, wie so etwas in Hollywood aussieht, der sollte sich einmal „Hit & Run“ anschauen: Dax Shepard hat ein paar Freunde zusammengetrommelt und eben genau diese Art von Film umgesetzt…

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„Hit & Run“ ist kein besonders guter Film, aber ein ziemlich symapthischer. Geschrieben von Dax Shepard, gedreht von Dax Shepard und mit Dax Shepard und seiner Frau Kristen Bell in den Hauptrollen. Wer sich nun fragt, wer die beiden sind, der braucht nun eigentlich nicht mehr weiterlesen – ihr seid aber natürlich gerne dazu eingeladen! Ich kenne Dax Shepard aus der TV-Serie „Parenthood“, in der ich ihn absolut großartig finde! Auch Kristen Bell ist mir als „Veronica Mars“ nicht nur in guter, sondern in bester Erinnerung. Für mich also Grund genug in diesen Film reinzuschauen, von dem man hierzulande weder etwas gelesen, noch gehört hatte.

Auch wenn „Hit & Run“ durchaus hochwertig produziert wirkt, so enthält er doch einige Elemente, die ihn ein wenig amateurhaft wirken lassen. Angefangen bei den teils auf Biegen und Brechen auf Tarantino getrimmten Dialogen und Charaktern, bis hin zum harmlosen Verlauf der Geschichte. Jedes Mal, wenn es eine wirklich schockierende Wendung hätte geben können, rudert Shepard zurück. Man merkt dass ihm jede Figur (zu) sehr ans Herz gewachsen ist – und er sie dann eben in letzter Sekunde doch nicht komplett gehen lassen kann. Einfach zu nett und zu harmlos, wie auch sein Charakter, dem man den Ex-Gangster auch nie wirklich abnimmt.

Neben Bell und Shepard gibt es mit Joy Bryant und Ryan Hansen noch Kollegen der beiden Schauspieler aus den oben genannten Serien zu sehen, was mir persönlich viel Freude bereitet hat. Größter Star dürfte wohl Bradley Cooper (u.a. „The Hangover“ und „Silver Linings Playbook“) sein, der einen durchgeknallten Bankräuber spielt – und der sich am Ende auch als ein wenig harmlos entpuppt. Weitere bekannte Gesichter umfassen Tom Arnold, Beau Bridges und Jason Bateman. Für solch einen kleinen Film wahrlich eine illustre Runde!

Auch wenn der Film Schwächen im Timing und der Dramaturgie hat, so ist die Chemie zwischen Shepard und Bell erwartungsgemäß großartig und es gibt ein paar wirklich nette Dialoge zwischen ihnen. Alle Beteiligten scheinen großen Spaß an dem Roadmovie gehabt zu haben, der leider nur bedingt auf uns Zuschauer überspringen will. Wer sich zu den Anhängern von Shepard und Bell zählt, der dürfte sich gut unterhalten fühlen – alle anderen schauen lieber noch einmal „True Romance“, der eindeutig zu den Vorbildern des Films zählt: 6/10 Punkte.

Django Unchained (2012)

Dieses Wochenende ist das Wochenende der verpassten Filme: gestern das letzte James Bond-Abenteuer nachgeholt, heute den jüngsten Tarantino. Vor ein paar – okay, zugegebenermaßen ein paar mehr – Jahren wäre es für mich undenkbar gewesen, einen neuen Tarantino-Film nicht im Kino zu sehen. Letztendlich musste „Django Unchained“ sogar unwürdig lange im Filmregal warten, doch knapp drei Stunden Zeit wollen erst einmal gefunden werden. Heute war es jedoch endlich soweit – und es hat sich gelohnt…

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Bereits die Eröffnungstitel fühlen sich so richtig nach Film an. Nach einem großen Film. Tarantino gelingt es abermals spielend gleichzeitig Hommage und stilbildendes Original zu inszenieren. Großartig! Der erste Auftritt von Christoph Waltz als Dr. King Schultz steht dem aus „Inglourious Basterds“ in nichts nach, auch wenn er eine ganz andere Grundstimmung besitzt und wohl nicht in die Filmgeschichte eingehen wird. Überhaupt ist mir sein Charakter schnell ans Herz gewachsen – und auch wenn es ein paar Parallelen zwischen Dr. King Schultz und Hans Landa gibt, so finde ich nicht, dass Tarantino und Waltz (wie man häufig liest) diesen Charakter nur recycelt haben.

Die Handlung wird für Taratino unüblich ziemlich geradlinig erzählt, doch schließlich handelt es sich hierbei um einen Western (bzw. Southern) – ein durch und durch geradliniges Genre. Die erste Hälfte ist beinahe schon ein ungewöhnlicher Buddy-Movie mit einigem Abenteuerflair. Übertriebene Schießereien, skurrile Momente und viel Humor prägen diesen Abschnitt des Westerns. Bei der Ku-Klux-Klan-Szene musste ich mehr lachen, als bei den meisten ausgewiesenen Komödien über ihre gesamte Laufzeit. Einfach nur herrlich! Doch Tarantino wäre nicht Tarantino, würde die Atmosphäre nicht irgendwann komplett kippen.

Mit der Ankunft in Candyland, und dem damit verbundenen Auftritt von Leonardo DiCaprio (gebt dem Mann endlich einen Oscar!) als Calvin Candie, weicht die übertrieben und unterhaltsam inszenierte Gewalt von „Django Unchained“ plötzlich fiesem Realismus. An dieser Stelle beweist Tarantino erneut sein Können, indem er seinen Kritikern in klaren Bildern zeigt: all das kann Gewalt in Filmen sein – von spaßigen Blutfontänen in Großaufnahme, bis zum unangenehmen Einschlagen eines Schädels. Letzteres off-screen wohlgemerkt. Ein unverdauliches Fressen für seine üblichen Kritiker.

Trotz der immensen Laufzeit habe ich mich zu keiner Sekunde gelangweilt. Ich mochte die fantastischen Dialoge, die extrem motivierten Schauspieler, die Zwischentöne, die plötzlichen Stilbrüche, die tollen Landschaftsaufnahmen und den abermals mehr als perfekt zusammengestellten Soundtrack. Für mich ein echter Gewinner. Vor 15 Jahren hätte ich den Film in den kommenden Wochen bestimmt noch ein paar Mal gesehen. Heute bleibt vorerst dieser erste Eindruck – und der ist verdammt gut: 9/10 Punkte.

Bones – Season 7

Da ich es zurzeit nur mit Mühe und Not auf 6 Stunden Schlaf (am Wochenende oft noch weniger) bringe und meine Tage extrem vollgepackt sind, bin ich ab und zu ganz froh um halb zehn noch einmal schnell eine anspruchslose Serie einlegen zu können. Somit war „Bones – Season 7“ zwar alles andere als perfekte Serienunterhaltung, doch für den gewünschten Einsatzzweck genau die richtige Wahl. Spoiler sind zu erwarten.

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Nachdem sich unser Ermittlertraumpaar im Finale der sechsten Staffel endlich näher gekommen ist, was man als Zuschauer allerdings nicht mitbekommt, dreht sich im siebten Jahr alles um das Kind. Ich frage mich wirklich, wie man die über sieben Staffeln entwickelte Spannung zwischen zweit Charaktern so dermaßen unspektakulär verpuffen lassen kann. Unglaublich. Da hätten sich die Autoren lieber einmal Richard Castle und Kate Beckett zum Vorbild nehmen sollen. Die gleichen Voraussetzungen, aber ungleich mitreißender, emotionaler und unterhaltamer inszeniert.

Was den restlichen Soap-Anteil der Serie angeht, so plätschert dieser teils ganz nett vor sich hin, teils ist er aber auch ein wenig anstrengend. Den absolut unsäglichen Höhepunkt gab es zudem mit der Geburt des Bones/Booth-Babys in einem Stall zwischen Pferd und Esel. Genau. Immerhin gab es ein paar nette Fälle zu sehen, die sich teils über mehrere Episoden erstrecken. Auch eine Hollywood-Parodie wurde eingebaut, die ich durchaus unterhaltsam fand.

Alles in allem muss man das siebte Jahr von „Bones“ keinesfalls mehr gesehen haben. Die Charaktere sehe ich dennoch irgendwie noch gerne und somit hatte ich größtenteils auch meinen Spaß mit der Serie. Trotz der kurzen Staffel mit nur 13 Episoden habe ich es auf nur maximal zwei Episoden pro Woche gebracht, was – trotz offensichtlicher Schwächen – stets ein angenehmer Ausklang des Tages war. Harmlose Krimiunterhaltung eben: 7/10 (6.8) Punkte.