One Tree Hill – Season 3

Kaum zu glauben, schon wieder eine Serienstaffel abgeschlossen – inzwischen gehört „One Tree Hill – Season 3“ auch zum allabendlichen Ritual. Selbst wenn wir die Sichtungen aufgrund von Planungsgesprächen (und anderen lustigen Tätigkeiten) oft erst spät abends begonnen hatten, so ließen wir die langen Tage doch meist mit einer Episode ausklingen. Ob das immer ein Vergnügen war, lest ihr in der folgenden Besprechung… Spoiler sind zu erwarten.

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Über den Großteil der Laufzeit setzt „One Tree Hill“ im dritten Jahr konsequent dort an, wo man die Serie am Ende der zweiten Staffel verlassen hat: Die Ehe von Nathan und Haley ist eines der zentralen Themen, weiterhin spielt Lucas‘ Herzkrankheit eine große Rolle, und es gibt – keine Überraschung an dieser Stelle – etliche Paar-Konstellationen, welche kleinere bis größere Dramen zu überwinden haben. Keinesfalls vergessen darf man natürlich Dan Scott, der in einer irrwitzigen Aktion zum Bürgermeister aufsteigt und diese neue Machtposition natürlich schamlos ausnutzt.

Alles beim alten – könnte man zumindest meinen, doch im letzten Drittel schlägt „One Tree Hill“ mit den beiden Episoden „With Tired Eyes, Tired Minds, Tired Souls, We Slept“ und „Who Will Survive, and What Will Be Left of Them“ einen komplett neuen Weg ein. Dies kam für mich sehr überraschend und hätte ich so von der Serie auch nicht erwartet. Das Thematisieren eines Amoklaufs an einer amerikanischen Highschool mag nicht sonderlich innovativ erscheinen, im Rahmen dieses doch meist eher seichten Teenie-Dramas fielen diese Episoden jedoch stark aus dem Rahmen.

Speziell der Ausgang des Amoklaufs war denkwürdig, da es nicht nur den Charakter Dan Scott in einem komplett neuen Licht zeigt, sondern auch den weiteren Verlauf der Serie verändert. Ich weiß bisher noch nicht, was ich vom eiskalten Mord an Keith Scott halten soll. Bisher war Dan eine Figur, die völlig übertrieben geschrieben war, welche jedoch auch Grauzonen aufwies, d.h. es gab durchaus Momente, in denen hätte man dem Bösewicht von Tree Hill tatsächlich ein Gewissen zusprechen können – dies gilt nun nicht mehr: keine Grauzone, nur noch Schwarz und Weiß. Ein interessanter Schritt, der jedoch auch gewisse Möglichkeiten nimmt, die Geschichte weiterzuerzählen.

Weiterhin erwähnenswert ist abermals die musikalische Untermalung: Mit Fall Out Boy und Nada Surf gibt es erneut ein paar bekannte Bands zu sehen. Daneben wird der bisher äußerst generische Score (d.h. wenn gerade keine Pop-Songs zu hören sind) erstmals von Explosions in the Sky eingespielt, was eine wahre Freude ist! Die Post-Rock-Band hatte bereits der Serie „Friday Night Lights“ ihren unverwechselbaren Stempel aufgedrückt, und auch „One Tree Hill“ gewinnt atmosphärisch unglaublich durch die neuen Klangwelten. Wäre mein Leben vertont, würden im Hintergrund wohl auch Explosions in the Sky laufen. Einfach großartig!

Das Finale birgt erneut etliche Cliffhanger und zwingt mich vermutlich möglichst bald mit der vierten Staffel zu beginnen. Das dritte Jahr fand ich bisher am gelungensten, weil die Abstimmung der Charaktere aufeinander inzwischen perfektioniert wurde, und sich die Autoren dieses Mal auch etwas mehr getraut haben. Ob die Richtung, in die sich die Serie nun entwickelt, tatsächlich über mehrere Staffeln trägt, wird sich allerdings noch zeigen müssen: 8/10 (8.1) Punkte.

Olympus Has Fallen (2013)

Vermutlich hätte ich das mit dem Filmschauen heute lieber lassen sollen: Die ganze Familie war noch geschlaucht von der gestrigen Geburtstagsfeier und dank eines Handwerkertermins in aller Frühe mussten wir bereits nach nur wenigen Stunden Schlaf wieder aus den Federn. Dennoch schob ich abends mutig „Olympus Has Fallen“ in den Player, den Stief-Zwilling zu Roland Emmerichs ebenfalls 2013 erschienenen „White House Down“. Welcher Film sich letztendlich besser schlägt, wird sich vermutlich in den nächsten Tagen herausstellen…

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Wie bereits erwähnt war ich ziemlich müde und musste während der Sichtung teils schwer mit dem Schlaf kämpfen. Dies sind nie die besten Voraussetzungen für einen Film, doch glaube ich seine negativen und positiven Aspekte dennoch recht gut wiedergeben zu können. Zunächst einmal liebe ich das Setting: Seit „The West Wing“ sehe ich gerne alles was in und um fiktive Weiße Häuser geschieht – und sei es nur um danach festzustellen, dass niemand Präsident Jed Bartlet das Wasser reichen kann. Die gebotene Prämisse („Stirb langsam“ im Weißen Haus) verprach zudem einen äußerst unterhaltsamen Actionfilm, der die ernstere Variante der beiden Stief-Zwillinge darstellen sollte.

Bereits der Prolog trieft nur so vor Nationalgefühl und Foreshadowing auf die Ereignisse, die da noch kommen werden. Auch wenn ich übermäßigen US-Patriotismus in Filmen durchaus zwiespältig sehe, so fand ich die Kritik daran in diesem Film doch maßlos übertrieben. Speziell die erste halbe Stunde stellt sowohl Secret Service als auch alle anderen sicherheitsrelevanten Gruppen in Washington, D.C. als unfähige Trottel da. Kein Grund darauf stolz zu sein. Dennoch ist der Angriff auf das Weiße Haus bombastisch inszeniert und bildet gleichzeitig die beste Actionsequenz des Films. Der darauf folgende „Die Hard“-Verschnitt macht ebenfalls Spaß, doch sobald schwerere Geschütze ins Spiel kommen, zerstört der Film viel von seinen Pluspukten durch billigste CGI-Effekte und absolut dämliche Handlungselemente (u.a. ein plötzlich auftauchender Waffen-Prototyp oder ein globaler Zugangscode, um auf einen Schlag alle Atomwaffen der USA zu sprengen).

Ich hatte mir von dem Film wirklich einiges erwartet, wurde letztendlich jedoch ein wenig enttäuscht. Gerald Butler ist nur ein leidlich engagierter Bruce Willis-Ersatz, viele Szenen sind viel zu comichaft für den doch eher ernsten Ton des Films, und das Finale kann mit den eröffnenden Actionszenen in keinster Weise mithalten. Ich hatte zwar meinen Spaß mit „Olympus Has Fallen“, doch würde ich mein Geld inzwischen auf Roland Emmerichs Variante des Themas setzen – mal sehen, ob ich damit richtig liege: 6/10 Punkte.

Elysium (2013)

In den letzten Jahren konnten sich Sci-Fi-Freunde über eine wahre Welle an Genrefilmen freuen. Zu diesen gehört auch „Elysium“ von Regisseur Neill Blomkamp, der bereits 2009 mit „District 9“ einen beeindruckenden Genrebeitrag abgeliefert hatte. Nachdem die Verfilmung des Videospiels „Halo“ unter seiner Regie nicht zustande kam, waren die Erwartungen für das Nachfolgeprojekt immens hoch. Kann das Ergebnis mit dem außergewöhnlichen Kinodebüt mithalten?

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Die Prämisse gefällt mir trotz der wenig subtilen Umsetzung nach wie vor: Die Erde ist drastisch überbevölkert, die Kluft zwischen Arm und Reich ist nicht nur soziopolitisch unüberbrückbar – die Reichen haben sich folglich auf eine im Orbit der Erde schwebenden Luxus-Raumstation zurückgezogen; die Armen dagegen hausen in postapokalyptisch angehauchten Slums in einer Art Polizeistaat. Alleine das Setting lässt Erinnerungen an die sozialkritischen Sci-Fi-Klassiker der 70er Jahre wach werden: „Soylent Green“, „Logan’s Run“ oder „Rollerball“ – die Filme waren inhaltlich relevant und dennoch unterhaltsam. Auch der 2011er „In Time“ hatte sich an einem ähnlichen Ansatz versucht, konnte die Kritiker jedoch nicht überzeugen. Mir hatte er dagegen ziemlich gut gefallen.

Auch „Elysium“ zeigt ein erschreckendes Zukunftsszenario, das größtenteils leider zum reinen Setting für brachiale Action verkommt. Man sieht wenig von den beiden Welten und die Eindrücke bleiben blass. Die Handlung rund um Max (Matt Damon), der nach einer tödlichen Strahlendosis die Heilung auf Elysium sucht, hätte durchaus Potential gehabt eine größere Geschichte zu erzählen, doch der Fokus auf die Konfrontation mit einem Söldnertrupp, die den Großteil des Films einnimmt, hat außer Krawall nur wenig zu bieten. Wirklich schade, denn die formalen Aspekte sind wirklich famos. Gerne hätte ich noch mehr vom Leben auf Elysium und der Erde erfahren.

Immerhin inszeniert Blomkamp die Action wunderbar roh und direkt; der Gewaltlevel ist hoch, was zum verzweifelten Setting passt. Dennoch ist die nicht enden wollende Verfolgungsjagd irgendwann ermüdend und selbst Sharlto Copley (bekannt aus „District 9“) als psychopathischer Söldner kann die fehlende Handlungstiefe nicht mit reinem Unterhaltungswert aufwiegen. Auch wenn man die Charaktere nicht so gut kennenlernt, wie ich mir das gewünscht hätte, so fand ich das vorhersehbare Ende doch ziemlich bewegend. Ich bin mit sowas aber auch immer leicht zu kriegen.

Letztendlich bleibt „Elysium“ ein imposanter Actionstreifen mit interessantem Setting und dem Gefühl nicht genutzter Chancen. Wie auch Genrekollege „Oblivion“ aus dem gleichen Jahr, kann der Inhalt mit der formalen Umsetzung leider nicht mithalten. Für Genrefans dennoch absolut sehenswert. Neill Blomkamp kann aber mehr, da bin ich mir ganz sicher: 7/10 Punkte.

Das ist das Ende – OT: This Is the End (2013)

Nach einem langen Tag (u.a. Fliesenmarkt, Terrarium und Freibad) sind wir auch heute wieder viel zu spät auf das Sofa gekommen. Filme jenseits der 120 Minuten sind somit schon einmal flach gefallen, was „Das ist das Ende“ mit seinen knapp 110 Minuten nach ganz oben auf die Liste der möglichen Filme katapultierte. Ich war mir der gewagten Wahl aufgrund des Spiels mit der Metaebene durchaus bewusst, was meine bessere Hälfte letztendlich auch schnell im Traumland verschwinden ließ. Wäre das auch für mich die bessere Wahl gewesen?

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Mit Humor ist das so eine Sache. Entweder er zündet, oder eben nicht. Besonders Komödien aus dem Dunstkreis um Seth Rogen funktionieren bei mir nicht immer, doch mag ich es wenn auch in diesem Genre die üblichen Konventionen gesprengt werden. Vielleicht hatte ich deshalb auch Gefallen am Genremix „Your Highness“ gefunden, an den diese Komödie teils erinnert. Doch zum Anfang: In „This is the End“ begleiten wir diverse Hollywood-Stars, die sich selbst spielen (u.a. Seth Rogen, James Franco, Jonah Hill, Jay Baruchel, Danny McBride, Craig Robinson, Michael Cera, Emma Watson), auf eine wilde Party, die plötzlich in der wortwörtlichen Apokalypse endet. Nun geht es um das reine Überleben. Sollte man meinen. Doch der Film bewegt sich so beständig am puren Wahnsinn, dass man sich als Zuschauer nie sicher sein kann. Eine Anarcho-Komödie par excellence!

Wie bereits beschrieben war ich nach ca. 15 Minuten allein mit dem Film. Komödien leben jedoch oft vom gemeinsamen Seherlebnis – dennoch hatte ich unglaublich viel Spaß und mich oftmals weggeschmissen vor Lachen. Wie mag der Film erst zünden, wenn man ihn mit jemandem schaut, der, wie man selbst, alle Schauspieler und ihre Film- oder Serienrollen kennt? In dieser Hinsicht ist der Film so meta, dass man ihn dem normalen deutschen Kinozuschauer wohl kaum zumuten mag. Ich jedoch war schon aufgrund der Anspielungen entzückt, welche durch völlig abgedrehte Entwicklungen (z.B. Michael Cera oder Danny McBride mit Channing Tatum) auf die Spitze getrieben wurden.

Natürlich darf man den Film nicht ernst nehmen. Einige der improvisierten Szenen zünden nicht immer 100%ig, was durchaus zu Längen führt, doch andere Szenen haben mich vor Lachen nach Luft schnappen lassen. Der Film ist zotig und oft auch kindisch, doch weit nicht so platt, wie man dies eventuell erwarten würde. Die übersteigerten Versionen der Schauspieler harmonieren fantastisch miteinander und besitzen sogar so etwas wie Tiefe. Das Finale setzt dem zuvor Gezeigten zudem noch die Krone auf, was jeden Glauben an eine Botschaft, die der Film eventuell vermitteln will, hinfällig werden lässt. Wenn ihr euch so glücklich schätzen könnt und in eurem Freundeskreis Filmfans habt, die auch nur ein Drittel der Darsteller kennen, dann schnappt sie, legt „Das ist das Ende“ ein – und ihr werdet eine äußerst vergnügliche Zeit verleben. Unglaublich unterhaltsam. Wer hätte es gedacht? 8/10 Punkte.

Prisoners (2013)

Nach einer kurzen Nacht und einem noch längeren Tag hat der entspannte Teil des Abends eigentlich viel zu spät begonnen, um noch einen Film zu schauen. Dennoch wollte ich endlich den viel gelobten „Prisoners“ sehen, was mit einer Laufzeit von über 150 Minuten ein gewagtes Unterfangen war. Um 23:30 Uhr saßen meine Frau und ich schließlich wie gebannt vor dem Fernseher und mussten das Gesehe erst einmal verdauen. Ein besseres Zeichen kann es für einen gelungenen Film wohl nicht geben – doch lest selbst die spoilerfreie Besprechung…

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Glücklicherweise wusste ich zuvor kaum etwas über den Film, außer seiner groben Prämisse und dass er eben sehr gelungen sein soll. Ich bin jemand, der bei mehr oder weniger klassischen Whodunits beständig am Rätseln ist – und meist treffen meine Theorien dann auch ziemlich früh ins Schwarze. Auch bei „Prisoners“ hatte ich mir mehrmals eingebildet, den Film durchschaut zu haben. Fehlanzeige. Aaron Guzikowskis Drehbuch wartet mit etlichen Wendungen auf, die ich meist nur mit kurzem Vorsprung erkennt hatte – wenn überhaupt. Äußerst angenehm fand ich zudem Denis Villeneuves zurückgenommene Inszenierung, die den Schauspielern und den von Kameramann Roger A. Deakins‘ wunderbar trostlos eingefangenen Bildern entsprechend viel Freiraum gibt. Die letzte große Wendung, mag man sie als solche bezeichnen, wird zudem völlig nebenbei und im Sinne der Geschichte erzählt. Keine Effekte, kein Tusch, kein erzwungener Aha!-Effekt. Nur die Emotionen der Charaktere. Großartig!

Ich habe schon lange keinen Film mehr gesehen, bei dem ich unter solch konstanter Spannung stand. Dabei gibt es kaum Actionszenen oder Schockmomente. Der Film ist stets sehr nah an seinen Figuren dran und lässt uns Zuschauer an ihrer Innenwelt teilhaben, ohne jedoch jeden Gedanken auszuformulieren. Themen wie Glaube, Determinismus, Selbstjustiz und Schuld bestimmen die kargen Bilder, doch gibt „Prisoners“ weder seinen Figuren noch uns Zuschauern eindeutige Lösungsansätze an die Hand. Einzig das oft wiederholte Zitat ‚Pray for the best, but prepare for the worst.‘ scheint stellvertretend für den gesamten Film zu stehen und hat mich beinahe über die gesamte Laufzeit an der Sofakante sitzen lassen.

Da ich nicht mehr zum Inhalt verraten möchte – schaut euch den Film einfach selbst an! –, bleibt mir nur noch seine formalen Aspekte, die großartigen Schauspieler und das packende Drehbuch zu loben. Obwohl, oder gerade weil, die Geschichte sehr langsam erzählt wird, entfaltet sie einen Sog, dem ich mich nur schwer entziehen konnte. Solltet ihr dieses Jahr nur einen Thriller schauen, dann legt „Prisoners“ in den Player – ihr werdet es nicht bereuen: 9/10 Punkte.

Das Relikt: Museum der Angst – OT: The Relic (1997) (WS1)

Da ich zurzeit einmal wieder einen Roman des Autorenduos Douglas Preston und Lincoln Child lese, den Nachfolger von „Dark Secret“, verspürte ich große Lust mir mit „Das Relikt: Museum der Angst“ noch einmal die bislang leider einzige Verfilmung eines ihrer Romane anzusehen. Im Gegensatz zur letzten Sichtung konnte ich dieses Mal Vorlage und Adaption besser trennen, was die Qualitäten des Films für mich noch greifbarer machte…

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Auch wenn es mir nach wie vor unverständlich ist, wie man die eigentliche Hauptfigur der Vorlage streichen konnte, so muss ich doch gestehen, dass Peter Hyams atmosphärisch recht nah an diese herankommt. Ich liebe den langsamen Spannungsaufbau und die pseudowissenschaftliche Note samt der archetypischen Hauptfiguren. Im besten Sinne werden hier Erinnerungen an „Der weiße Hai“, „Alien“ und „Jurassic Park“ wach – Regisseur Peter Hyams („Outland: Planet der Verdammten“) hat die großen Genrevorbilder genauestens studiert und weiß die einzelnen Versatzstücke effektiv einzusetzen.

Inszenatorisch kann man „The Relic“ auch aus heutiger Sicht kaum Vorwürfe machen. Mögen auch die CGIs ein wenig angestaubt wirken, so wird dies durch die geschickte Kombination mit praktischen Effekten wieder wett gemacht. Leider sieht man diese Vorgehensweise inzwischen immer seltener, was den inzwischen auch schon 17 Jahre alten Film beinahe schon klassisch wirken lässt. Die Handlung des Buches wurde dagegen stark komprimiert, was Fans der Vorlage erzürnen dürfte, doch obwohl ich mich zu diesen zähle, habe ich meinen Frieden mit der Adaption gemacht.

Für mich ist „Das Relikt“ nach wie vor einer meiner liebsten Monsterfilme und ich entdecke bei jeder Sichtung neue Aspekte. Dieses Mal ist mir im Finale besonders die Nähe zwischen Ellen Ripley und Margo Green aufgefallen. Eine weitere Referenz, die ich als Pluspunkt verbuche. Mal sehen, was die nächste Sichtung so ans Licht bringt: 8/10 Punkte.

Girls – Season 1

Da ich seit einiger Zeit darauf verzichte TV-Serien live zu verfolgen, sammelt sich stets ein ziemliches Programm an, das es nachzuholen gilt. Auch die HBO-Produktion „Girls – Season 1“ gehört dazu. Zu Beginn war ich ein wenig skeptisch, denn teils habe ich durchaus so meine Probleme mit Judd Apatow, der Lena Dunhams Serie unter seine Fittiche genommen hat. Vielleicht war die positive Überraschung deshalb umso größer…

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Oft wurde „Girls“ im Vorfeld als „Sex and the City“ für eine neue Generation beschrieben. Auch dies hatte mich im Vorfeld abgeschreckt, konnte ich mit dem HBO-Hit der späten 90er/frühen 2000er Jahre nie etwas anfangen. Doch schon nach der ersten Episode kam mir Dunhams Serie viel wahrhaftiger vor, was auch dadurch unterstützt wird, dass es mit Shoshanna eine Figur gibt, die wie eine Satire auf die typischen „Sex and the City“-Fans angelegt ist. Überhaupt nimmt die Serie sich und ihre Figuren nie zu ernst und betrachtet ihre scheinbar ziellose Generation stets mit einem gewissen Augenzwinkern.

Vermutlich kann ich nicht richtig beurteilen, ob „Girls“ das Lebensgefühl junger Frauen Anfang 20 tatsächlich treffend wiedergibt, schließlich bin ich ein Mann und inzwischen auch bestimmt 10 Jahre älter als die Charaktere der Serie. Für mich fühlen sich gewisse Themen, Probleme und Zukunftsängste allerdings durchaus authentisch an, einzig der starke Fokus auf Sex wirkt – typisch für HBO – teils ein wenig forciert. Hinzu kommt ein Look, der direkt Instagram zu entspringen scheint und diese seltsame Art der beinahe schon zu perfekten Retro-Indie-Ästhetik trifft, die man heute eben schick findet – und es funktioniert auch hier tadellos.

Am meisten beeindruckt hat mich wohl Lena Dunham selbst, die nicht nur Serie und Charaktere erfunden hat, sondern sich auch für die Drehbücher verantwortlich zeigt, in den meisten Episoden Regie geführt hat und die Hauptrolle der Hannah Horvath gar wunderbar verkörpert. Ein echtes Multitalent. Großartig! Ich war wirklich oft überrascht, wie unkonventionell und überraschend so mancher Handlungsstrang doch weitergeführt wird. Die 10 Episoden à 27 Minuten mögen kurz erscheinen, jedoch sichert dieses Format auch die beständig hohe Qualität. Ich vermisse die „Girls“ bereits jetzt und freue mich unbandig auf die zweite Staffel: 9/10 (9.3) Punkte.

Farscape – Season 2

Nach der zweiten Sichtung der ersten Staffel hatte ich mich sehr darauf gefreut mit „Farscape – Season 2“ endlich auf weitere interstellare Abenteuer gehen zu können. Leider jedoch bin ich mit der Serie nicht so schnell vorangekommen, wie ich mir das gewünscht hätte – über ein Jahr habe ich für die Sichtung benötigt, was größtenteils daran liegt, dass ich die Serie alleine verfolge. Daran kann man gut erkennen, wie wenig Zeit ich tatsächlich alleine vor dem TV verbringe. Doch auch Serien machen zu zweit einfach mehr Spaß!

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In einigen Besprechungen hatte ich gelesen, dass „Farscape“ erst mit der zweiten Staffel zur Höchstform aufläuft. Insofern waren meine Erwartungen ziemlich hoch, was wohl der Grund dafür ist, warum ich nun ein wenig enttäuscht bin. Besonders die erste Hälfte der Staffel tritt ein wenig auf der Stelle und präsentiert Einzelepisoden, die teils zwar mit netten Ideen aufwarten, sich aber doch ziemlich ziehen. Hier merkt man wieder einmal, dass 22 Episoden vielleicht nicht das beste Format für Dramaserien sind und sich die Handlung oft in Nebensächlichkeiten verliert – besonders wenn die die Laufzeit der einzelnen Episoden mit ca. 46 Minuten auch noch großzügig bemessen ist. In der zweiten Hälfte verdichten sich jedoch die größeren Handlungsstränge, was auch den Charakteren zugute kommt.

„Farscape“ ist ein Hybrid zwischen immer gleich aufgebauten Einzelfolgen, wie man es hauptsächlich noch aus den 80er und 90er Jahren kennt, sowie einem großen Handlungsstrang, der sich über mehrere Episoden erstreckt. Die übergreifende Geschichte wird hier in mehreren Dreiteilern erzählt, die meist einen zentralen Schauplatz aufweisen und sich um die Verfolgung John Crichtons durch Scorpius drehen. Diese sind dann auch eindeutig die stärksten Elemente, wenngleich es durchaus auch ein paar sehr gelungene Einzelepisoden gibt. Aufgrund seiner episodenhaften Struktur wirkt „Farscape“ inzwischen ein wenig angestaubt und ich hätte mir insgesamt einen größeren Fokus auf die übergreifende Handlung gewünscht.

Alles in allem ist auch die zweite Staffel gute und außergewöhnliche Sci-Fi-Unterhaltung. Inzwischen befürchte ich jedoch, dass „Farscape“ nie zu meinen Lieblingsserien gehören wird, denn dazu ist ihr qualitativer Aufbau zu heterogen. Dennoch freue ich mich auf die noch kommenden zwei Staffeln und das Finale „The Peacekeeper Wars“ – mal sehen, ob mich die dritte Staffel mehr für sich vereinnahmen kann: 8/10 (7.5) Punkte.

Trance: Gefährliche Erinnerung (2013)

Nach Wulfs euphorischer Besprechung im Medienjournal, wollte ich „Trance: Gefährliche Erinnerung“ unbedingt baldmöglichst nachholen; dass es letztendlich so schnell gehen würde, hätte ich allerdings auch nicht gedacht. Die Erwartungen waren ziemlich hoch, auch wenn ich – für einen Film von Danny Boyle in den letzten Jahren eher ungewöhnlich – im Vorfeld eher wenig über den Film gehört hatte. Für die Sichtung eines Mystery-Thrillers vielleicht auch nicht die schlechtesten Voraussetzungen…

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Auch wenn „Trance“ äußerst hochwertig aussieht, so wirkt er jedoch wie ein kleineres Projekt Danny Boyles. Kein Opus magnum, kein zweiter „Slumdog Millionaire“, sondern einmal wieder ein gänzlich anderes Genre als seine bisherigen Filme: ein Mystery-Thriller mit starken Neo-noir anleihen. Der Film hätte sich wahrlich in jede nur erdenkliche Richtung entwickeln können, doch schon bald wird klar, dass das Element der Hypnose und die damit verbundene unzuverlässige Erzählung im Vordergrund steht. Als geneigter Genrefreund begann ich somit nach spätestens 15 Minuten mir alle möglichen Szenarien auszumalen: Sollte es sich bei den Gangsterkumpanen nur um verschiedene Aspekte einer einzelnen Persönlichkeit handeln? Befindet sich die Hauptfigur (toll gespielt von James McAvoy) von Beginn an in Hypnose? Die endgültige Auflösung hatte ich im Vorfeld allerdings nur in Teilaspekten erraten.

Die Inszenierung des Films ist unglaublich treibend. Weniger Neo-noir als Neon-noir. Einstellungen, Farben und Score bilden einen Neon-Alptraum, der nicht nur James McAvoys Figure in den Wahnsinn treibt. Am auffälligsten war wohl, dass man in nahezu jeder Einstellung die einzelnen Charaktere über Spiegel oder durch Glasflächen betrachtet. Ein starkes Stilmittel, das die traumhafte Atmosphäre unterstreicht. Trotz seiner verspielten Bildsprache wirkt „Trance“ unglaublich leicht und ohne Anstrengung inszeniert. Leider lässt sich dies nicht zu 100% auf die Handlung des Films übertragen.

So gerne ich filmische Mysterien mag, so schnell nutzen sich überkonstruierte Geschichten doch leider ab. Auch „Trance“ verliert sich irgendwann in seinen aufgeworfenen Mysterien, die zwar nicht sonderlich komplex sind, denen die Charaktere doch eindeutig untergeordnet werden. Somit glaube ich nicht, dass „Trance“ mich bei einer Zweitsichtung noch ebenso bei der Stange halten würde. Diese einmalige Sichtung hat mir jedoch enorm viel Spaß bereitet, was u.a. auch an Rosario Dawsons Darstellung der genretypischen Femme fatale liegt. Nicht nur für Fans des Ausnahmeregisseurs durchaus empfehlenswert: 7/10 Punkte.

Homeland – Season 2

Als ich die erste Staffel der Serie verschlungen habe, hätte ich nie gedacht, dass bis zur Sichtung von „Homeland – Season 2“ weit über zwei Jahre ins Land gehen. Ich war damals wirklich schwer begeistert und mir sicher eine neue Lieblingsserie entdeckt zu haben. Wie man das als Serienfreund so kennt, wurde ich in der Zwischenzeit allerdings gut abgelenkt. Nun war es jedoch soweit: Sollte ich mit der zweiten Staffel erneut ein Highlight der Serienunterhaltung erleben? Spoiler sind zu erwarten.

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Bot die erste Staffel Spannungskino und Charakterdrama auf höchstem Niveau, so nähert sich das zweite Jahr eher der inhaltlich vergleichbaren TV-Serie „24“ an. Die soll nun nicht abwertend klingen, habe ich mit Jack Bauer doch auch einige großartige Staffeln erlebt. Es fällt jedoch deutlich auf, dass der Fokus mehr auf Effekte und Twists gesetzt wird. Selbst bekannte Charaktere verlieren über den Verlauf der Staffel immer mehr an Glaubwürdigkeit. All das macht noch lange keine schlechte Serie, doch mit dem intensiven Erlebnis, das noch die erste Staffel bot, kann „Homeland“ im zweiten Jahr leider nicht mehr ganz mithalten.

Die erste Hälfte der Staffel hat mir wirklich ausgezeichnet gefallen und ich dachte noch, dass man das hohe Niveau halten kann: Carrie wird einigermaßen glaubwürdig zurück ins Spiel gebracht und darf sich sogleich in einem Auslandseinsatz beweisen. Auch die erste Wendung rund um Brody hat mir ausgezeichnet gefallen, da ich es ohnehin unglaubwürdig fand, dass er nach dem umstrittenen Finale des Vorjahres genauso weitermacht wie zuvor. Insofern nur konsequent, dass er die Seiten wechselt. Leider wollte man seine Figur weiterhin möglichst ominös wirken lassen und als dann die Affäre mit Carrie wieder aus dem Hut gezaubert wurde, hatte die Staffel für mich ihren Tiefpunkt erreicht.

Gegen Ende wird wieder Fahrt aufgenommen und ein Verschwörungsplot ins Spiel gebracht. War irgendwie zu erwarten, hat mich aber dennoch ein wenig unbefriedigt zurückgelassen. Obwohl Schauspieler, Inszenierung, Look usw. der ersten Staffel in nichts nachstehen, so wirkt die Serie in ihrem zweiten Jahr über weite Strecken einfach nicht so ausgefeilt. Besonders was das Drehbuch angeht. Das Staffelfinale hat mich dagegen wirklich noch einmal überraschen können – und auch wenn ich nicht mit jeder Charakterentwicklung einverstanden bin, so hätte ich danach dennoch gerne weitergeschaut.

Letztendlich ist meine Kritik wirklich Jammern auf hohem Niveau, denn auch im zweiten Jahr ist „Homeland“ eine packende und hochwertig produzierte Serie. Nach der grandiosen ersten Staffel hatte ich mir aber einfach ein wenig mehr erwartet. Angefixt bin ich dennoch wieder und werde somit bestimmt auch irgendwann in die dritte Staffel reinschauen – nur ist das Bedürfnis nicht mehr ganz so groß wie damals:  8/10 (7.7) Punkte.