Bad Apples (2025)

Wir hatten dieses Wochenende kinderfrei, sprich die Kinder waren mit ihren beiden Cousins und ihrer Cousine zum Übernachten bei den Großeltern. Frau bullion und ich hatte uns vorgenommen, endlich einen Essensgutschein einzulösen und das direkt mit einem Kinobesuch zu verbinden. Eigentlich hatte ich „Das Ende der Sterne“ geplant, doch stolperte ich über „Bad Apples“, der sogar im Originalton lief und dank Kinofest selbst im Deluxe-Saal für einen annehmbaren Preis. Der Hauptgrund war allerdings die Prämisse des Films, doch dazu mehr in der folgenden Besprechung… 🍎👩‍🏫

Bad Apples (2025) | © Sony Pictures

Bad Apples (2025) | © Sony Pictures

Unfassbar bedrückend, verstörend und witzig

„Bad Apples“ ist das perfekte Gegenstück zu Zack Creggers „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“. Im Zentrum der Geschichte steht eine Lehrerin (unfassbar gespielt von Saoirse Ronan), die mit einem schwierigen Schüler zu kämpfen hat. Danny macht nicht nur ihr das Leben schwer, er sorgt dafür, dass die gesamte Klasse aus dem Gleichgewicht gerät. Eine Situation, die traurig nah an der Realität ist, wie Frau bullion zu bestätigen wusste. Aufgrund einer Eskalation kommt es dazu, dass die Lehrerin Danny bei sich zu Hause im Keller einsperrt. Dies mag unrealistisch klingen, doch ist es so nachvollziehbar erzählt, dass ich dies dem Film hoch anrechne. Es ist immer klar, dass das Verhalten der Lehrerin falsch ist. Auch Marie, so heißt Saoirse Ronans Figur, ist sich dessen bewusst. Aber es bleibt stets nachvollziehbar. Durch diesen Kniff und das behutsam und durchdacht geschriebene Drehbucht, bleibt „Bad Apples“ in einer möglichen Realität verankert.

Der Ton des Films ist dabei stets satirisch, aber nie übertrieben. Die Inszenierung ist extrem geerdet und man weiß dadurch nie, in welche Richtung die Geschichte schlägt. Es hätte genauso gut in Richtung Thriller oder sogar Horror kippen können. Doch „Bad Apples“ wird eher zu einer schwarzen Komödie. Im späteren Verlauf spielt noch Pauline, die Musterschülerin der Klasse, eine größere Rolle. Diese wird grandios von Nia Brown verkörpert, welche im letzten Drittel für gleichzeitig verstörende als auch unfassbar witzige Szenen sorgt. Ich musste teils laut lachen und war damit weit nicht der Einzige im Kino. Die Romanadaption sagt viel über das Schulsystem, Lehrer:innen, Eltern und Gesellschaft aus. Ich möchte nicht alles vorwegnehmen, doch kann ich nur noch einmal meinen Punkt vom Anfang bestärken: „Bad Apples“ würde sich perfekt zu einem Double-Feature mit „Weapons“ eignen. Ein wahrlich herausragender Film, der leider nur einen sehr kleinen Kinostart bekommen hat.

Fazit

Ich bin schwer begeistert von „Bad Apples“ und kann ihn euch nur ans Herz legen, sollte der Film bei euch laufen. Er ist absolut packend und besitzt so einige Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte, auch wenn sie im Verlauf des Films bereits angelegt sind. Saoirse Ronan und die Kinderdarsteller:innen sind fantastisch und Jonatan Etzler Regie auf den Punkt. Ein wirklich großartiger Film. Solltet ihr euch unbedingt anschauen: 9/10 Punkte.

22 Bahnen (2025)

Heute stand ein besonderer Filmabend auf dem Programm. Das Zappelinchen hatte Frau bullion den Film „22 Bahnen“ auf Blu-ray zum Geburtstag geschenkt und mit einem Drei-Gänge-Menü (siehe Foto unten) verknüpft. Heute sollte es endlich soweit sein und entsprechend stand das Zappelinchen den Großteil des Tages in der Küche, um Essen und Snacks vorzubereiten. Der Zwergofant hat ihr dabei geholfen und nach dem mehr als leckeren Essen haben wir alle uns gemeinsam den Film angeschaut. Wie uns dieser gefallen hat? 🏊‍♀️

22 Bahnen (2025) | © LEONINE

22 Bahnen (2025) | © LEONINE

Eine wirklich gelungene Romanverfilmung

Frau bullion mochte Caroline Wahls Roman „22 Bahnen“ sehr gerne. Entsprechend war sie auf die Verfilmung gespannt. Das Zappelinchen hat das Buch in der Schule gelesen und dort auch bereits den Film gesehen. Nur der Zwergofant und ich hatten noch keine Berührungspunkte mit der Geschichte bzw. wusste ich bereits worum es geht und mir waren auch einige der lauteren Kritikpunkte bekannt. Die Handlung ist eher schwermütig und zeigt die Herausforderungen einer jungen Frau, die sich um ihre jüngere Schwester kümmern muss, weil ihre Mutter Alkoholikerin ist. Weiterhin gilt es einen Schicksalsschlag aus der Vergangenheit zu verarbeiten und eine Perspektive für die eigene Zukunft zu finden. Der Titel „22 Bahnen“ hat den Ursprung in der einzigen freien Zeit, die unsere Protagonistin während des Tages hat.

Auch wenn der Film keine bahnbrechende (Wortspiel unbeabsichtigt) Geschichte erzählt, so mochte ich ihn doch wirklich sehr gerne. Sowohl die stimmungsvolle Inszenierung als auch das Schauspiel, allen voran Luna Wedler als Tilda. Inhaltlich wird die Darstellung von Armut oft kritisiert, was für mich kein großer Punkt war. Armut wird im Film eigentlich nicht so sehr zum Thema gemacht. Der Alkoholismus der Mutter und die daraus resultierende Verantwortung, die Tilda übernehmen muss, steht im Zentrum der Geschichte. Hier ist bei Weitem nicht alles elegant oder perfekt erzählt, doch für mich hat die emotionale Kraft der Geschichte dennoch funktioniert. Vielleicht war ich auch einfach nur platt vom vielen, leckeren Essen:

Fazit

Sowohl den Kennerinnen der Vorlage als auch den Nichtkennern hat „22 Bahnen“ sehr gut gefallen. Das Buch scheint ausführlicher und noch packender zu sein, doch für mich hat auch die Verfilmung wirklich gut funktioniert. Inhaltlich vielleicht zu einfach gedacht, doch emotional haben mich die fantastischen Schauspielleistungen und die durchdachte Inszenierung auf jeden Fall abgeholt: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Anaconda (2025)

Nach einem kalorienreichen Ostermontag, haben wir uns abends auf dem Sofa versammelt, um den Tag mit einem Film ausklingen zu lassen. Die Wahl fiel auf „Anaconda“ aus dem Jahr 2025. Kaum einen Trailer habe ich im Kino häufiger gesehen. Knapp vier Monate nach Release läuft der Film auch schon auf Netflix. Also haben wir uns in den Dschungel begeben und sind auf Schlangenjagd gegangen. 🐍

Anaconda (2025) | © Sony Pictures

Anaconda (2025) | © Sony Pictures

Tolle Idee für ein Remake, doch leider nicht genug

Den originalen „Anaconda“ habe ich 1997, also vor unfassbaren 29 Jahren, tatsächlich im Kino gesehen. Ich mochte ihn damals recht gerne für das war er ist: Ziemlich platter Tierhorror mit schönem Setting. Zuletzt habe ich den 1997er „Anaconda“ vor neun Jahren noch einmal gesehen und mein damaliger Eindruck hatte sich bestätigt. Der Film hat noch unzählige  Direct-to-Video-Fortsetzungen nach sich gezogen, von denen ich jedoch keine gesehen habe. Dann wurde das Remake bzw. Reboot angekündigt und tatsächlich war ich vom Konzept begeistert: Fans des Films (gespielt von Jack Black und Paul Rudd) haben sich die Rechte am Franchise besorgt und wollen kostengünstig ein Remake bzw. Reboot bzw. eine Reimagination des 1997er Films drehen. Quasi ein Meta-Remake über das Filmemachen verpackt als Tierhorrorkomödie. Schon alleine für diese Idee wollte ich den 2025er „Anaconda“ lieben.

In grobe Zügen bzw. einzelnen Szenen funktioniert die Geschichte auch wunderbar. Immer dann, wenn die absurde Situation voll ausgespielt wird. Leider passiert das nicht oft genug und der Film kann sich nicht so recht entscheiden, ob er nicht lieber ein Tierhorror-Reboot oder eine Komödie über Amateur-Filmschaffende sein will. Es gibt nur wenige Szenen, die wirklich komplett funktionieren. Die Schauspieler:innen mag ich sehr und doch wirken ihre Darbietungen ein wenig gewollt. Wenn es dann zu großen Actionszenen kommt, wird es gar generisch und etwas langweilig. Da helfen auch Gastauftritte von Ice Cube und Jennifer Lopez nichts. Die meisten Gags bzw. Überraschungen wurden zudem bereits im Trailer verbraten, was immer schade ist. Das fasst es auch ganz gut zusammen: Es ist schade, wie wenig der 2025er „Anaconda“ aus seiner fantastischen Grundidee macht.

Fazit

Ich hatte durchaus Spaß mit dem 2025er „Anaconda“. Vermutlich sogar ähnlich viel, wie mit der 1997er Variante. Doch auch diese war bereits kein sonderlich guter Film. Umso brillanter war die Idee, ausgerechnet diesen Tierhorrorstreifen in Meta-Form zu rebooten. Die Kinder haben den Film, auch ohne Kenntnis des Originals, ganz ähnlich wahrgenommen. Wir wurden zwar gut unterhalten, aber so ganz wollte der Funke einfach nicht überspringen: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 6/10 Punkte; Zwergofant: 6/10 Punkte.)

Weapons: Die Stunde des Verschwindens (2025)

Gestern waren die Kinder auf der Geburtstagsfeier ihrer Cousine, welche sich bis weit in den späten Abend gezogen hat. Uns hatte spontan eine Freundin besucht, die noch bis zum Abendessen geblieben ist. Danach hatten wir die Gelegenheit einmal wieder einen Film zu sehen, der für Kinder nicht geeignet ist. Meine Wahl fiel auf „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“, den ich schon ewig sehen wollte. Ob Zach Creggers Film seiner Prämisse gerecht werden konnte? 🤡

Weapons: Die Stunde des Verschwindens (2025) | © Warner Bros

Weapons: Die Stunde des Verschwindens (2025) | © Warner Bros

„Magnolia“ als Horror-Groteske

Die Prämisse kannte man bereits aus dem Trailer: In einer amerikanischen Kleinstadt verschwinden um Punkt 2:17 Uhr morgens alle Kinder aus einer einzelnen Schulklasse. Alle bis auf eines. Sie verlassen die Häuser und rennen (siehe Bild oben) in die Nacht und waren nicht mehr gesehen. Mehr erfährt man im Trailer nicht. Auch im Film wird dieser Teil der Geschichte innerhalb der ersten fünf Minuten abgehandelt. Doch was passiert danach? Dann geht der Film erst richtig los. Zach Cregger erzählt „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“ wie „Magnolia“ oder auch „Pulp Fiction“, sprich als Episodenfilm, dessen Geschichten zusammenhängen und sich überschneiden. Dadurch entstehen teils absurde Szenen, die man zunächst überhaupt nicht einordnen kann. Am Ende wird alles zusammengeführt, so dass es inhaltlich überraschend viel Sinn ergibt und alles erstaunlich schlüssig erklärt wird.

Was „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“ so interessant macht, ist der Ton des Films: Das Mysterium ist wirklich mysteriös und dramatisch. Die Kleinstadt wird dadurch komplett in Mitleidenschaft gezogen. Zugleich ist der Film sehr unheimlich. Cregger gelingt es, ein paar extrem stimmungsvolle und absurd gruselige Szenen aufzubauen. Dabei gibt es nur wenige Jump Scares, die jedoch sehr effektiv sind und eher durch existierende Elemente im Bild und weniger durch laute Soundeffekte ausgespielt werden. Auch als gegen Ende eigentlich klar wird, worauf alles hinaus läuft, bleibt der Film spannend und verstörend. Neben all dem ist „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“ auch noch erstaunlich witzig. Ja, richtig gelesen. Cregger setzt Humor gekonnt ein und ließ mich teils laut auflachen (z.B. der Spritzenangriff im Zelt oder auch Teile des Finales). Solch eine Mischung sollte eigentlich nicht funktionieren, und ich bin mir sicher, dass sie auch nicht für jede:n Zuschauer:in funktioniert, doch mich hat der Film komplett abgeholt.

Mit den eigenen Waffen geschlagen

Heute leben viele Horrorfilme davon, möglichst nihilistisch zu sein. Happy End? Keine Chance. Umso erfrischender fand ich es, dass Creggers Film tatsächlich ein extrem befriedigendes Ende bietet. Nein, auch hier ist das Trauma nicht weggewischt und alle leben glücklich bis an ihr Lebensende. Aber dass das Böse so gekonnt von seinen eigenen Waffen, und das im wortwörtlichen Sinne, geschlagen wird, fand ich einfach nur grandios. Insgesamt ist „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“ ein in jeder Hinsicht extrem überraschender Film, der famos erzählt ist und einfach nur Spaß macht. Die 4K-Version überzeugt durch ein knackiges Bild, das die stimmungsvolle Inszenierung zum Leben erweckt. Kann ich nur empfehlen:

Fazit

„Weapons: Die Stunde des Verschwindens“ hat mich noch mehr begeistert, als ich das zuvor für möglich gehalten hätte. Genau mein Ding: Ich habe mich sehr gegruselt, die Geschichte hat mich in den Bann gezogen, die Figuren fand ich famos geschrieben, ich habe viel gelacht und wurde überrascht. Was will man mehr? So sollte Kino sein und ich freue mich jetzt schon darauf, den Film noch einmal zu sehen: 9/10 Punkte.

Zoomania 2 – OT: Zootopia 2 (2025)

Nach einem recht entspannten und verregnetem Samstag, an dem ich viel zu früh aufgestanden bin, ging es schon recht früh aufs Sofa. Alle waren platt, besonders das Zappelinchen, das einen langen Tag bei einer BRK-Fortbildung hinter sich hatte. Die Wahl für den Filmabend fiel auf „Zoomania 2“, den wir schon gerne im Kino gesehen hätten. Seit gestern läuft der Film auch auf Disney+, so dass wir ihn endlich nachholen konnten… 🐰🦊🐍

Zoomania 2 (2025) | © Walt Disney

Zoomania 2 (2025) | © Walt Disney

Eine charmante und actionreiche Fortsetzung

Der erste Teil von „Zoomania“ hat bei mir etwas gebraucht, um zu zünden. Bei der ersten Sichtung fand ich ihn nur ganz nett, doch bei der zweiten mit den Kindern war ich schon ziemlich begeistert. Bereits damals hatte ich angekündigt, die Fortsetzung unbedingt im Kino sehen zu wollen. Hat leider nicht geklappt. Dennoch haben wir uns sehr auf die heutige Sichtung gefreut. Und was soll ich sagen? „Zoomania 2“ konnte unsere Erwartungen voll und ganz erfüllen. Es ist kaum zu glauben, dass inzwischen zehn Jahre zwischen den beiden Filmen liegen. Es wirkt nicht so. Inhaltlich setzt die Fortsetzung ziemlich genau nach dem ersten Teil an und konzentriert sich dabei vorerst auf die Beziehung zwischen Judy Hops und Nick Wilde. Das fand ich einen schönen Einstieg, noch bevor der große Fall dieser Geschichte aufgerollt wird.

Beeindruckend ist erneut, wie viel es in den einzelnen Bildern zu entdecken gibt: Teils müsste man einzelne Szenen wirklich pausieren, um jeden visuellen Gag mitzunehmen. Die Welt von Zootopia wirkt einfach lebendig und ich fand es famos, in neue Biotope zu reisen. Speziell die Marsh-Market-Szene fand ich großartig! Auch der zweite Teil lebt von seinen visuellen Einfällen und der teils hanebüchenen Action. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Der Kriminalfall an sich ist durchaus spannend und interessant, aber nur wenig überraschend und sehr kindgerecht erzählt. Also genau so, wie es bei solch einem Film sein muss. Ich hatte wirklich viel Spaß mit all dem und würde mir einen dritten Teil auch gerne noch anschauen. Ein solcher wird in der Post-Credit-Szene direkt angedeutet und bei dem Erfolg von „Zoomania 2“ ist es nur eine Frage der Zeit.

Fazit

Wir alle hatten wirklich viel Spaß mit „Zoomania 2“. Ein Kinobesuch hätte sich auf jeden Fall gelohnt, doch auch zu Hause kann man viel Spaß mit Hops & Wilde haben. Die Kinder, und speziell das Zappelinchen, waren extrem begeistert und das ist schließlich alles, was man sich von einem Familienfilmabend wünschen kann. Extrem kurzweilige Unterhaltung mit schöner Botschaft: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Elio (2025)

Heute stand endlich einmal wieder ein Filmabend auf dem Programm. Nach einer der forderndsten Arbeitswochen seit einer Ewigkeit (erstaunlich wie sich das immer noch steigern kann), habe ich mich abends aufs Sofa gefreut. Das Zappelinchen war beim Chorauftritt ihrer Cousine. Nachdem ich den Zwergofanten vom Karate-Training abgeholt hatte, hat sich noch mein Neffe zu uns gesellt und wir haben uns den Pixar-Film „Elio“ angeschaut, den ich schon gerne im Kino gesehen hätte. Wie er uns gefallen hat? Die Kritiken waren ja nicht sonderlich berauschend… 🛸

Elio (2025) | © Walt Disney

Elio (2025) | © Walt Disney

Ein kunterbuntes Sci-Fi-Abenteuer von Pixar

Die Geschichte um den jungen Elio, der seine Eltern verloren hat und sich nun mit seiner Tante zusammenraufen muss, ging mir durchaus zu Herzen. Die Bewältigungsstrategie des Jungen, von Aliens entführt werden zu wollen, bietet so manche witzige Situation. Spätestens wenn es dann wirklich soweit kommt, befinden wir uns in einem wilden und bunten Abenteuer, welches ein hohes Tempo und viele interessante Alien-Rassen zu bieten hat. Alles rund um Bösewicht Lord Grigon hat mich ein wenig an „Lightyear“ erinnert – und ja, in dessen Liga spielt „Elio“ irgendwie auch. Sowohl was das Setting als auch was die Qualität angeht. Beiden Filmen blieb der Publikumserfolg verwehrt und ich fand sie deutlich besser als der Durchschnitt. Kein neues Pixar-Highlight, aber ein nettes Sci-Fi-Abenteuer, das so manch charmanten Gag und eine zu Herzen gehende Geschichte bietet.

Ich mochte sehr, dass sich die Hauptfigur Elio Solís tatsächlich so verhält wie ein Kind. Ein Kind, das in seiner ganz eigenen Welt lebt, was in seiner Ausnahmesituation nur zu verständlich ist. Das ist manchmal anstrengend und fast ein wenig nervig, doch konnte ich mich gut reinfühlen. Wenn das nicht gelingt, dürfte die Kritik schon deutlich harscher ausfallen, auch weil der Rest der Geschichte nicht vor Innovation strotzt und hauptsächlich durch Situationskomik und ihre Figuren zu überzeugen weiß. Dennoch finde ich es insgesamt sehr schade, dass „Elio“ an den Kinokassen so abgestraft wurde. Das hat der Film nicht verdient, zumal er nicht nur eine Fortsetzung ist.

Fazit

„Elio“ mag nicht das Highlight unter den modernen Pixar-Filmen sein, vermutlich gehört er sogar zu den schwächeren Filmen des Studios, doch am Ende bleibt immer noch ein sehr sehenswertes Sci-Fi-Abenteuer. Ich konnte mich gut darauf einlassen und hatte einen famosen Abend. Auch die Kinder hatten ihren Spaß, wenngleich der Zwergofant auch nicht ganz so begeistert war: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: hat den Chorauftritt ihrer Cousine besucht; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Predator: Badlands (2025)

Momentan befinden wir uns komplett im „Stranger Things“-Fieber und haben gestern die zweite Staffel abgeschlossen. Nach noch einer Episode „Scrubs“ ist der Rest der Familie ins Bett verschwunden. Ich war noch nicht müde. Was also tun? Dank Fastenzeit war es keine Option bei Whisky, Kartoffelchips und Schokolade vor YouTube zu versumpfen. Also habe ich kurz vor 22 Uhr noch „Predator: Badlands“ eingeschaltet. Ob auch ich lieber ins Bett hätte gehen sollen?

Predator: Badlands (2025) | © 20th Century Studios

Predator: Badlands (2025) | © 20th Century Studios

Der Predator zwischen „Star Wars“ und MCU

Nach meiner kürzlichen Sichtung von „Predator: Killer of Killers“ hatte ich mich sehr auf den jüngsten Realfilm des Franchises gefreut, zumal ich auch Dan Trachtenbergs „Prey“ fantastisch fand. Im Vorfeld hatte ich schon viele sehr positive Besprechungen gelesen, so dass auch meine Vorfreude groß war. Mit Dek steht erstmals ein Yautja (so wird die kämpferische Rasse seit dem Vorgängerfilm offiziell genannt) als Protagonist im Zentrum. Ich habe Vergleiche zu „Terminator 2: Tag der Abrechnung“ gelesen, doch laufen diese für mich ins Leere, denn James Cameron hatte bewusst mit Erwartungen gespielt und diese überraschend gebrochen. In „Predator: Badlands“ war seit dem ersten Teaser klar, wohin die Reise geht. Ein frischer Ansatz, was ich grundsätzlich schon einmal begrüßenswert finde. Ob dieser jedoch zur „Predator“-Reihe passt?

Tatsächlich fand ich es schwierig noch tiefer in die Welt der Yautja einzusteigen. Beim animierten Vorgänger fand ich das interessant, doch hier war mir die Darstellung des Heimatplaneten ein wenig zu öde geraten. Wie diese Rasse jemals hochentwickelte Raumschiffe oder Waffen hat herstellen können? Aber nun gut, vermutlich auch nicht wichtig. Ab dem Besuch des Todesplaneten Genna macht der Film richtig Spaß. Der Ansatz, Dek mit Thia (toll gespielt von Elle Fanning) eine ungleiche Partnerin an die Seite zu stellen, wirkt frisch und ungewohnt. Auch die Monster-Action macht Spaß und hat mich am ehesten an „Predators“ oder „Kong: Skull Island“ erinnert. Auch den kleinen Twist rund um Bud und den Kalisk mochte ich. Leider läuft am Ende alles auf eine große Materialschlacht mit Weyland-Yutani-Synthetics hinaus, was ich ein wenig ermüdend fand. Auch der Kampf gegen den Loading-Mech hat sich eher anstrengend angefühlt. Am Ende schließt sich der Kreis auf dem Heimatplaneten der Yautja. Natürlich gibt es auch einen Schlussgag, bei dem ich nur eine verpasste Chance sehe: Warum man hier nicht die fliehenden Überlebenden aus „Predator: Killer of Killers“ eingeführt und somit eine Brücke geschlagen hat? Dafür gibt es nur einen mauen Mutter-Witz. Insgesamt ist „Predator: Badlands“ für mich einer der schwächeren Teile der Reihe. Hatte Shane Black zu sehr am Ausgangsmaterial geklebt, so entfernt sich Dan Trachtenberg fast schon eine Spur zu weit davon. Somit ergibt sich die folgende, neue Rangliste:

  1. „Predator“ (1987) | 9/10 Punkte
  2. „Prey“ (2022) | 8/10 Punkte
  3. „Predator: Killer of Killers“ (2025) | 8/10 Punkte
  4. „Predator 2“ (1990) | 7/10 Punkte
  5. „Predators“ (2010) | 7/10 Punkte
  6. „Predator: Badlands“ (2025) | 7/10 Punkte
  7. „Predator: Upgrade“ (2018) | 7/10 Punkte

Fazit

Ich hatte viel Spaß mit „Predator: Badlands“ und mir dennoch mehr davon erhofft. Am gelungensten fand ich den Mittelteil, am schwächsten das Finale. Der Ton des Films ist ungewohnt für die Reihe, doch weiß ich noch gar nicht, wie ich das einordnen will. Auf jeden Fall ein spannender Beitrag, der mich jedoch nicht komplett abzuholen wusste. Was Dan Trachtenberg wohl als nächstes zaubert? 7/10 Punkte.

Havoc (2025)

Was macht man als Filmliebhaber, der in den letzten Jahren alle harten Filme verpasst hat, weil er nur noch Filme mit der Familie schaut (und das wohlgemerkt freiwillig und gerne), an einem freien Abend? Natürlich noch einen zweiten Film raussuchen. Nachdem ich bereits „Predator: Killer of Killers“ geschaut hatte, habe ich direkt noch Gareth Evans‘ „Havoc“ nachgeholt. Wie mir die Schlachtplatte gefallen hat? 🚔

Havoc (2025) | © Netflix

Havoc (2025) | © Netflix

Düstere und ultrabrutale Comic-Action

Mit „The Raid: Redemption“ hat Gareth Evans einen modernen Klassiker inszeniert und eine ganze Welle an beinharten Actionfilmen aus dem asiatischen Raum losgetreten. Der ultrabrutale Höhepunkt war bisher wohl „The Night Comes for Us“, welcher in verschiedenster Hinsicht Maßstäbe gesetzt hat. Mit „Havoc“, der sich jahrelang in der Produktionshölle befand, ist Gareth Evans wieder zu der Art Film zurückgekehrt, mit der er seinen ersten großen Erfolg feiern durfte. Dieses Mal befinden wir uns jedoch in einer nicht näher benannten amerikanischen Großstadt, die am ehesten an Gotham City erinnert. Kein Wunder, dass sich Tom Hardy hier wohlfühlt. Die Stadt wirkt wie ein überstilisierter Sündenpfuhl, was durch den übermäßigen CGI-Einsatz noch unterstrichen wird. Dabei muss ich allerdings sagen, dass ich diesen weit nicht so schlimm fand, wie man teils lesen kann. Die Künstlichkeit der Bilder passt irgendwie zur comichaft übertriebenen Atmosphäre.

Die Geschichte ist im Prinzip ein 08/15-Gangsterdrama mit korrupten Polizisten und ein paar jungen Erwachsenen, die zwischen die Fronten geraten. Im Grunde lebt „Havoc“ von zwei großen Actionszenen, welche atemlos und atemberaubend inszeniert sind. Das hat Gareth Evans wirklich drauf und wenn man Spaß an comichaft überzogener Gewalt hat, dann macht sowohl der Kampf im Nachtclub als auch das Finale in der Waldhütte enorm viel Spaß. Tom Hardy passt perfekt in diese Rolle und man merkt, dass er ein erfahrener Kampfsportler ist. Die Kämpfe sind wahrlich brachial und schmerzhaft anzusehen. Auch hier fällt das CGI-Blut in manchen Momenten auf, doch für mich war das nicht schlimm oder groß ablenkend. Geschmerzt hat mich eher so mancher Dialog oder wie sich die Geschichte teils entwickelt. Hier ist wenig Substanz vorhanden, was schade ist. Somit wird mir außer den ultrabrutalen Kampfszenen nur wenig in Erinnerung bleiben. Diese aber auf jeden Fall.

Fazit

„Havoc“ ist ein Film, bei dem der Name Programm ist. Lasst euch von den teils zu harten Kritiken nicht abschrecken. Der Film ist wahrlich nicht perfekt und hat so seine Probleme, doch darüber hinaus bietet er harte Action-Unterhaltung, wie man sie von Gareth Evans gewöhnt ist. Ich hatte meinen Spaß damit: 7/10 Punkte.

Predator: Killer of Killers (2025)

Heute ist die gesamte Familie ausgeflogen: Frau bullion besucht mit einer Freundin ein Konzert und die Kinder sind im Rahmen der Schulplatzmiete im Theater. Was also mache ich? Natürlich einen Film schauen. Nur welchen? Ich hatte mir ein paar Optionen überlegt, doch die gestrige Erwähnung im „Genre Geschehen“-Podcast hat „Predator: Killer of Killers“ direkt auf den ersten Platz katapultiert. 🥷

Predator: Killer of Killers (2025) | © 20th Century Studios & Hulu

Predator: Killer of Killers (2025) | © 20th Century Studios & Hulu

Animierte Action ohne Verschnaufpause

Ich muss gestehen, dass ich von der Aussicht auf einen animierten „Predator“-Film zunächst nicht sonderlich begeistert war. Ich hatte noch „Prey“ frisch im Kopf, den ich außerordentlich gelungen fand. Als ich den ersten Trailer von „Predator: Killer of Killers“ gesehen hatte, war ich zunächst etwas enttäuscht, denn ich hatte mir einen weiteren Realfilm von Dan Trachtenberg erhofft. Von „Predator: Badlands“ erfuhr ich erst kurz danach. Auf jeden Fall war mein Bedürfnis, in diesen animierten Zwischenfilm reinzuschauen, zunächst gering. Dann häuften sich jedoch die positive Stimmen und ich hatte mir fest vorgenommen, „Predator: Killer of Killers“ vor dem nächsten Realfilm nachzuholen. Gesagt, getan.

Nach der Sichtung muss ich meine erste Einschätzung ganz klar revidieren: Ich mochte den Animationsstil unfassbar gerne. Auch der Anthologie-Aufbau hat Spaß gemacht. Tatsächlich dachte ich mir, gerade bei den ersten zwei Geschichten, dass ich sogar gerne komplette Filme à la „Prey“ in diesen Settings und mit diesen Figuren gesehen hätte. Durch die kurze Dauer der einzelnen Episoden besitzt „Predator: Killer of Killers“ ein unfassbar hohes Tempo, das kaum Zeit zum Verschnaufen lässt. Die dritte Episode fand ich ein wenig schwächer, doch die Zusammenführung der einzelnen Figuren dann wieder richtig stark. Der Kniff in der Mid-Credit-Szene, noch einmal alle Protagonist:innen der vorhergehenden Filme zu sehen, hat mir auch gut gefallen. Ob das nötig gewesen wäre? Vermutlich nicht. Doch wenn man das Franchise nun tatsächlich (noch) größer ausbauen will, dann ist Dan Trachtenberg schon auf einem recht guten Weg. Hier mein bisheriges Ranking der Filme:

  1. „Predator“ (1987) | 9/10 Punkte
  2. „Prey“ (2022) | 8/10 Punkte
  3. „Predator: Killer of Killers“ (2025) | 8/10 Punkte
  4. „Predator 2“ (1990) | 7/10 Punkte
  5. „Predators“ (2010) | 7/10 Punkte
  6. „Predator: Upgrade“ (2018) | 7/10 Punkte

Fazit

Ich hatte befürchtet, „Predator: Killer of Killers“ sei nur Content für einen Streaming-Dienst. Allerdings ist dieser animierte Anthologie-Film weit gelungener als ich je gehofft hätte. Jede einzelne Geschichte ist sehenswert, die Action äußerst brutal und die Figuren erstaunlich gut ausgearbeitet. Sollte man als Fan der Reihe durchaus gesehen haben. Hat mich sehr positiv überrascht: 8/10 Punkte.

Die drei ??? und der Karpatenhund (2025)

Heute hat meine Schwägerin ihren Weihnachtsgutschein eingelöst und ihre drei Kinder waren bei uns. Nach viel Pizza war die Frage, ob lieber ein Film- oder  ein Spieleabend gewünscht sei und die Wahl fiel quasi auf beides: Zunächst haben wir uns „Die drei ??? und der Karpatenhund“ angeschaut und dann noch ein paar Runden „Stadt Land Vollpfosten“ in der Girls Edition gespielt. Wie hat uns der Film gefallen? 🌴

Die drei ??? und der Karpatenhund (2025) | © Sony Pictures

Die drei ??? und der Karpatenhund (2025) | © Sony Pictures

Ein ausführlicher Besuch in Rocky Beach

Vor ziemlich exakt drei Jahren hatten wir uns noch den Vorgänger „Die drei ??? – Erbe des Drachen“ noch im Kino angeschaut. Damals hatte ich noch bemängelt, dass die deutschen Schauspieler:innen in der kurzen Rocky-Beach-Sequenz ein wenig fehlplatziert wirkten. Danach wechselte der Schauplatz und es ging nach Transsylvanien, wo sich alles schon viel natürlicher angefühlt hat. „Die drei ??? und der Karpatenhund“ spielt nun jedoch komplett in Rocky Beach, was abermals befremdlich ist, denn Florian Lukas oder Jördis Triebel wirken einfach nicht sehr amerikanisch. Aber nun gut, das muss man als Zuschauer:in eben als gegeben hinnehmen. Wenn dann noch Ulrich Tukur auftaucht, ist klar, dass man sich hier in der Welt der Hörspiele befindet und nicht den tatsächlichen USA. Glücklicherweise muss man sagen.

Der Fall um den Karpatenhund hat einen netten Aufbau, befinden wir uns doch zu jeder Zeit im Mikrokosmos einer Wohnanlage. Ich kenne die Vorlage nicht, kann mir aber gut vorstellen, dass dies auch im Hörspiel sehr gut funktioniert. Der Fall ist teils durchaus spannend und nett konstruiert. Die Auflösung am Ende fand ich ein wenig zu einfach, aber man darf eben auch nicht vergessen, dass es sich hierbei um Kinder- bzw. Jugendkrimis handelt. Unterhaltsam ist all das durchaus und ich fand die Geschichte insgesamt wohl sogar einen Tick runder als „Die drei ??? – Erbe des Drachen“. Die Schauspieler der drei Detektive machen ihre Sache erneut gut, doch drängt nun vermutlich schon die Zeit, denn irgendwann werden sie zu alt für Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews sein. Gut, dass „Die drei ??? – Toteninsel“ schon nächste Woche in den Kinos anläuft.

Fazit

Die fünf Kinder hatten viel Spaß mit „Die drei ??? und der Karpatenhund“. Das Zappelinchen war sogar ziemlich begeistert. Es wurde viel gelacht und gefühlt kiloweise Süßigkeiten gefuttert. Ein erweiterter Filmabend also. Auch ich mochte die Fortsetzung durchaus, wenngleich wir so langsam aus dieser Art von Geschichte herauszuwachsen scheinen (vielleicht hängt dieser Eindruck auch mit der parallelen Sichtung von „Stranger Things“ zusammen). Gute Unterhaltung: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)