Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere – OT: The Hobbit: The Battle of the Five Armies (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ am 26. Dezember 2015 und am 27. Dezember 2023 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nachdem es im letzten Jahr leider nicht mehr geklappt hat, habe ich heute endlich das große Finale von Peter Jacksons jüngster Mittelerde-Saga gesehen. Glücklicherweise hat das Roxy Renaissance Cinema wieder geöffnet, so dass ich nicht mehr auf das große Multiplex samt HFR und 3D angewiesen war, sondern eine Vorführung in Originalsprache, mit 24 Bildern pro Sekunde und in 2D genießen konnte. Wirklich sehr angenehm und nur zu empfehlen. Doch was hatte „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ abgesehen von den formidablen Rahmenbedingungen zu bieten?

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Der Film schließt nahtlos an seinen Vorgänger an. Kein Prolog, keine Exposition. Wäre der Titel nicht eingeblendet worden, hätte man sich auch am Ende von „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ wähnen können. Meiner Meinung nach ein deutliches Zeichen, dass Smaugs Vernichtung auch am Ende des Vorgängers mehr Sinn gemacht hätte bzw. Peter Jackson es eben gleich bei zwei Teilen hätte belassen sollen. Dabei ist die reine Laufzeit nicht einmal das Problem, funktionieren doch die erweiterten Fassungen weit besser, als die aufs Nötigste reduzierten Kinoversionen. Speziell bei diesem fulminanten Finale fällt doch stark auf, dass neben der Schlacht kaum Platz für Charakterentwicklung oder weiterführende Handlung bleibt. Die Wandlung von Thorins Gemütszustand ist, zum Beispiel, kaum nachvollziehbar, dafür gibt es eine Schlachtszene nach der anderen.

Für mich sind die zweieinhalb Stunden wie im Flug vergangen und ich hätte wirklich gerne noch mehr gesehen. Aber nicht mehr noch mehr Kämpfe, sondern mehr Geschichte. Wollte Peter Jackson nicht die Lücke zu „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ schließen? Außer ein paar recht plumpen Anspielungen war hiervon aber nichts zu sehen. Die Schlachten selbst sind imposant inszeniert, doch hat man das alles schon besser in „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ gesehen. Neben dem großen Gruppengemetzel fand ich wirklich gefallen an den Einzelkämpfen, d.h. Thorin gegen Azog oder Legolas gegen Bolg haben für mich ausgezeichnet funktioniert – trotz einiger CGI-Stunts unseres liebsten Kampfelben.

Jede Szene mit Martin Freeman und Ian McKellen war erneut eine große Freude. Auch die Zwerge waren toll anzusehen, besonders da ich nach etlichen Stunden Sichtung der Video-Anhänge nun das Gefühl habe, sie alle wirklich gut zu kennen. Leider merkt man gerade an den charakterbezogenen Stellen, dass Handlung fehlt bzw. nur verkürzt wiedergegeben wurde. Somit reiht sich die Kinoversion von „The Hobbit: The Battle of the Five Armies“ vor dem direkten Vorgänger ein, doch hinter den erweiterten Fassungen sowie der Kinofassung des ersten Teils:

  1. „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ (Extended Edition)
  2. „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ (Extended Edition)
  3. „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ (Kinoversion)
  4. „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ (Kinoversion)
  5. „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ (Kinoversion)

Da ich so ziemlich der einzige Mensch bin, dem die unzähligen Enden von „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ nicht zu lang waren, hätte ich mir vom letzten filmischen Besuch in Mittelerde natürlich etwas mehr gewünscht – dennoch war das Finale gelungen und machte Lust darauf, gleich noch einmal „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ einzulegen. Habe ich natürlich nicht gemacht, doch hoffe ich in genau einem Jahr alle sechs Teile in den erweiterten Fassungen sehen zu können – und bin dabei besonders auf einen Vergleich der Wirkung der unterschiedlichen Inszenierungsarten gespannt. Insgesamt also ein versöhnlicher Abschied, der jedoch einiges an Potential verschenkt: 7/10 Punkte.

Der Hobbit: Smaugs Einöde – OT: The Hobbit: The Desolation of Smaug – Extended Edition (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ am 23. Dezember 2015 und am 26. Dezember 2023 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nachdem ich letztes Jahr mit „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ eines meiner schlimmsten Kinoerlebnisse hatte, war ich umso gespannter wie der Film nun mit den gewohnten 24 Bildern pro Sekunde wirken würde. Ebenfalls eine Neuerung war die um 25 Minuten erweiterte Fassung, was bei dieser ausgewalzten Filmtrilogie auch leicht ein Rückschritt hätte sein können. Warum das nicht der Fall ist, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Nach der letztwöchigen Sichtung von „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ war ich noch komplett in Mittelerde und die Vorfreude – trotz des letztjährigen Desasters – groß. Schon nach ein paar Sekunden begannen die Erinnerungen an die grauenhafte Videoästhetik zu verblassen. Trotz viel CGI und unnatürlich wirkenden Kamerafahrten wirkte „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ endlich wie ein Film – und nicht mehr wie das Urlaubsvideo Peter Jacksons. Was die restlichen technischen Aspekte angeht, so überzeugt der Film nahezu auf ganzer Linie. Speziell Erebor und Smaug sind über jeden Zweifel erhaben. Man sieht deutlich, dass diesen Sequenzen ein Großteil des Budgets zugute kam. Fantastisch!

Auch inhaltlich hat mir der Film viel Freude bereitet. Das in meinen Augen größte Manko (die im Vergleich zum Buch veränderte Ankunft bei Beorn) wurde in der erweiterten Fassung wieder im Film ergänzt. Hier blitzt dann auch tatsächlich die kinderfreundliche Vorlage auf, wovon ich gerne noch mehr gesehen hätte. Aber auch die düstereren Szenen, mit denen Peter Jackson die Brücke zu seiner „Der Herr der Ringe“-Trilogie schlägt, funktionieren in der erweiterten Fassung einfach besser. Einzig auf die verlängerten Szenen in Seestadt hätte ich verzichten können, denn so gerne ich auch Stephen Fry sehe, so wenig haben diese Ergänzungen zur Handlung beigetragen.

Die Schwächen des Vorgängers (digitale Orks, Azog usw.) ziehen sich übrigens auch durch diesen Film, allerdings gibt es auch ein paar klassische Masken zu bewundern, die ungleich besser funktionieren. Seltsam, dass das niemandem in der Produktion aufgefallen ist. Letztendlich war meine damalige Schätzung gar nicht so schlecht und mit 24 fps und den sinnvollen Handlungserweiterungen schafft es „The Hobbit: The Desolation of Smaug“ tatsächlich an seinen Vorgänger aufzuschließen. Zwar immer noch meilenweit von den chronologischen Nachfolgern entfernt, doch immerhin ein unterhaltsamer und bombastisch inszenierter Trip nach Mittelerde. Das letzte Kapitel kann kommen: 8/10 Punkte.

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise – OT: The Hobbit: An Unexpected Journey – Extended Edition (2012) (WS2)

Aktualisierung: Ich habe „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ am 19. Dezember 2015 und am 25. Dezember 2023 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine aktualisierte Besprechungen veröffentlicht.

Vorweihnachtszeit ist Reisezeit, zumindest auf dem Bildschirm. Wie es bereits seit Jahren Tradition ist, habe ich mich abermals nach Mittelerde begeben. Ob die inzwischen dritte Sichtung von „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ (zum zweiten Mal in der Extended Edition gesehen) meinen bisherigen Eindruck von Peter Jacksons Prequel-Trilogie verändert hat?

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Wie bereits bei der Zweitsichtung vor einem Jahr, hatte ich die Hoffnung, dass dieses Mal der Funke endgültig überspringt. In gewisser Weise ist er das auch. Die erste Stunde fand ich großartig. Die Ankunft der Zwerge in Beutelsend trifft genau den Ton der Vorlage, wie ich sie mir stets vorgestellt hatte – und fügt sich auch perfekt in Peter Jacksons Version von Mittelerde ein. Ich liebe dieses Gefühl von Abenteuer und Aufbruch, das beständig in der Luft liegt. Kein Wunder, war doch der ähnlich gelagerte „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ lange mein Lieblingsteil der Ursprungstrilogie. Leider jedoch gelingt es dem Film nicht seine Stärken bis zum Schluss auszubauen.

„The Hobbit: An Unexpected Journey“ besitzt ein paar Elemente, mit denen ich mich einfach nicht anfreunden kann. Den übermäßigen CGI-Einsatz empfinde ich nach wie vor als zu viel des Guten, jedoch ist der Film technisch zweifellos gut gemacht und oft auch toll anzusehen. Auch Radagast der Braune sehe ich immer noch zwiespältig, wenngleich ich mich so langsam an ihn gewöhne. Dagegen funktioniert der Antagonist Azog der Schänder überhaupt nicht für mich. Ich kann verstehen, dass Jackson eine beständige Bedrohung aufbauen wollte und auch die Hintergrundgeschichte finde ich durchaus brauchbar – nur was soll dieses künstliche und absolut austauschbare Design? Wirklich eine Schande, besonders wenn man sich die fabelhaften Orks aus der Originaltrilogie ansieht. Da wäre jeder Ork aus dritter Reihe eine bessere Wahl gewesen. Kein Charisma, nichts.

Es ist wirklich nicht einfach mit diesem Film: Auch wenn ich bei der heutigen Sichtung gewisse Punkte (noch) stärker und andere wiederum (noch) schwächer fand, als während der letzten beiden Male, so ändert sich an der Gesamtwertung jedoch nichts. Für mich ist „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ immer noch ein wunderbar unterhaltsames Fantasy-Abenteuer, das jedoch einfach nicht an seinen 10 Jahre alten Vorgänger (bzw. Nachfolger) anschließen kann – und auch was die Fortsetzung angeht, so kann ich noch überhaupt nicht absehen, wie sie mir bei der kommenden Sichtung gefallen wird: 8/10 Punkte.

300 (2007) (WS1)

Nachdem die Fortsetzung „300: Rise of an Empire“ inzwischen schon wieder aus den Kinos verschwunden ist und sich im Heimkino breitgemacht hat, war es für mich an der Zeit mit „300“ noch einmal zu den Ursprüngen der martialischen Fantasy-Geschichtsstunde aufzubrechen. An meine damalige Erstsichtung im Kino habe ich noch gute Erinnerungen und somit war ich gespannt, wie der Film den Test der Zeit überstanden hat…

300 (2006) | © Warner Home Video

300 (2006) | © Warner Home Video

Wie zu erwarten war ich erneut von der audiovisuellen Wucht des Films beeindruckt. Um ehrlich zu sein, dachte ich nach den ersten paar Minuten noch, dass ich den Film damals zu streng bewertet hätte. Irgendwann wurde ich jedoch auch dieses Mal der schönen Bilder überdrüssig und wünschte mir ein wenig Handlung als Abwechslung zu den imposanten Schlachtszenen – und siehe da, die gab es auch. Leider jedoch wirkt der gesamte politische Verschwörungsteil dermaßen dröge und einfältig, dass man sich prompt wieder in die Schlacht zurückwünscht. Puh, glücklicherweise hat der Film hier weiterhin Schauwerte zu bieten. Nur nicht von so etwas wie Handlung ablenken lassen. Cinematisches Fast Food für das Auge.

Da Zack Snyder „300“ völlig überstilisiert und comichaft inszeniert hat, und dabei auch inhaltlich keinen Hehl daraus macht, einfach nur ein unterhaltsamer Comicfilm sein zu wollen, kann ich auch nach dieser zweiten Sichtung die Debatte nicht nachvollziehen, die um den Film aufgemacht wurde. Als Ex-Zivi (so etwas kennt man ja heute nicht mehr), kann ich mich ohnehin nicht in die Gedankenwelt des militärischen Drills und Aufopferns einfühlen, doch selbst wenn man für so etwas empfänglich ist, muss einem doch klar sein, dass dieses Macho-Sparta nichts weiter als eine männliche Power-Fantasy ist. Da gibt es wahrlich wichtigere Diskussionen, die man führen sollte.

Letztendlich bleibt „300“ auch beim zweiten Mal ein unglaublich gut aussehender Film, in dem Zack Snyder wirklich zeigen konnte, dass er eine visuelle Sprache besitzt und diese auch einzusetzen weiß: Die Bilder sind zurecht in die Kinogeschichte eingegangen. Der Film macht Spaß, aber nicht satt. Inhaltlich ist er leider recht schwach auf der Brust und auch emotional weiß er nicht mitzureißen; Kino ist allerdings ein visuelles Medium – und dieses weiß „300“ bis zur Perfektion auszunutzen: 7/10 Punkte.

Alles eine Frage der Zeit – OT: About Time (2013)

Normalerweise stehe ich abends länger vor dem Regal und überlege, welcher Film uns für die nächsten zwei Stunden unterhalten darf. Heute ist die Wahl kurz und schmerzlos auf „Alles eine Frage der Zeit“ gefallen, der mir erst kürzlich vom wohl größten Filmfreund ans Herz gelegt wurde, den ich in meinem realen Umfeld kenne. Und was soll ich sagen? Vielen Dank für die Empfehlung!

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Bei „About Time“ kommen einige Dinge zusammen, die ich an Filmen liebe: Zunächst einmal wäre da das Zeitreisen. Seit ich damals auf der Geburtstagsfeier eines Grundschulfreundes ein paar Minuten von „Zurück in die Zukunft“ erhaschen durfte, war es um mich geschehen. Dann Richard Curtis, in dessen Geschichten ich mich bereits mit „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ verliebt hatte und dessen „Notting Hill“ in meinem Leben stets einen ganz besonderen Platz einnehmen wird. Hinzu kommt eine wunderbare Vater-Sohn-Geschichte, für welche ich ohnehin empfänglich bin. Kein Wunder also, dass all diese Elemente bei mir Eindruck hinterlassen sollten…

Ich finde es toll, wie beiläufig das doch sehr fantastische Element der Zeitreise in den Film eingearbeitet wurde. Es wirkt zu keiner Zeit störend oder wie ein reines Gimmick. Typische Themen, wie der Schmetterlingseffekt oder der Einsatz der Fähigkeit um Reichtum zu erlangen, werden zwar direkt angesprochen, doch mit einer wunderbaren Leichtigkeit wegerklärt, dass es eine Freude ist. Somit konzentriert man sich eher auf Charaktere und Emotionen, als auf die Logik – bzw. deren temporäre Abwesenheit. Speziell die Schauspieler (allen voran der großartige Bill Nighy sowie die bezaubernden Domhnall Gleeson und Rachel McAdams) verleihen dem Film eine Bodenständigkeit, die man bei der ausgefallenen Prämisse leicht hätte vermissen können.

Am Ende von „About Time“ war ich gerührt, glücklich und – auch wenn die Botschaft des Films nicht sonderlich innovativ ist – nachdenklich. Natürlich habe ich nach dem Betreten der dunklen Küche auch die Türe hinter mir geschlossen, die Fäuste geballt und an einen bestimmten Moment gedacht. Und ich habe mir vorgenommen den Film garantiert nicht zum letzten Mal gesehen zu haben. Um eben alle Details noch einmal genießen zu können. Ein größeres Kompliment kann man Richard Curtis wohl nicht machen. Wenn man nicht der weltgrößte Zyniker ist, dann sollte man dieser fantastischen Romanze auf jeden Fall eine Chance geben – ihr werdet es nicht bereuen: 9/10 Punkte.

The LEGO Movie (2014)

Ich habe „The LEGO Movie“ am 22. Juni 2019 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Eine anstrengende Woche geht zu Ende – und doch komme ich meinen Bloggerpflichten nach und bespreche mit „The LEGO Movie“ einen (sogar noch recht aktuellen) Film. Wie sich diese Spielzeug-Verfilmung im Vergleich zu Peter Bergs „Schiffe versenken“ bzw. „Battleship“ schlägt, erfahrt ihr in der kommenden Besprechung zwar nicht, doch solltet ihr dennoch unbedingt weiterlesen…

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Vermutlich sollte ich zunächst etwas zu meiner persönlichen Beziehung zu den bunten Bausteinen schreiben: Als Kind war LEGO für mich das Größte. Ich konnte mich tagelang hinsetzen und immer wieder die verschiedensten Sachen bauen. Zwar hatte ich auch etliche Fertigbausätze (z.B. eine Ritterburg oder ein riesiges Piratenschiff), doch am meisten Spaß hatte ich damit eigene Welten zu entwerfen und die kleinen gelben Figuren darin Geschichten erleben zu lassen. Mein vor weit über 20 Jahren gebautes Prachtexemplar (ein individuell gebautes Raumschiff) liegt übrigens immer noch beinahe vollständig aufgebaut in einer Kiste im Keller.

Für mich sind die schönsten Kindheitserinnerungen, zumindest was das alleine Spielen angeht, untrennbar mit LEGO verbunden. Was allerdings animierte LEGOs – speziell auch die schon seit Jahren existierenden Videospiele – angeht, so hat sich der Reiz für mich nie erschlossen. Insofern war ich umso gespannter, wie denn „The LEGO Movie“ bei mir ankommen würde.

Anfangs war ich fast schon ein wenig überfordert von den knallbunten Farben und dem beinahe etwas hakeligen Animationsstil (der das LEGO-Spielen aber natürlich perfekt trifft). Es passiert unglaublich viel und man muss schon wirklich am Ball bleiben, um keinen Gag zu verpassen. Und Gags gibt es reichlich! Was die Art des Humors angeht, so hat mich der Film oft an eine etwas harmlosere Variante von „Die Simpsons“ erinnert, und der popkulturelle Overkill steht den Anspielungen eines „Ralph reichts“  in der Videospielwelt in nichts nach. Wirklich großartig!

Die Geschichte ist dabei einerseits wunderbar simpel gestrickt, sie besitzt andererseits allerdings auch etliche Ebenen, über die man in vielerlei Hinsicht schmunzeln kann. Auch wenn „The LEGO Movie“ im Prinzip als ein einziger, großer Werbespot für das dänische Spielzeugunternehmen gesehen werden könnte (und er es zu gewissen Teilen bestimmt auch ist), so wäre das doch eine zutiefst zynische Sicht auf das Werk. Man könnte Elemente des Films sogar als gewisse Kritik an den Franchise-Baukästen der letzten Jahre sehen, wodurch die wilde Kombinierwut mit den einfachen Bausteinen gehemmt wurde. Letztendlich funktioniert der Film auf jeder Ebene erstaunlich gut – und wenn durch den Erfolg mehr LEGO-Sets verkauft werden, was dann evtl. einen zweiten Film anstößt, soll es mir nur recht sein.

Neben den wunderbaren Sprechern (u.a. Chris Pratt, Will Arnett, Alison Brie, Charlie Day) sticht vor allem die großartige Inszenierung heraus, welche die bespielte LEGO-Welt fantastisch in CG-Bilder überträgt. Die Figuren sind nie 100%-ig glatt und wirken nur wie aus dem Computer, nein, sie haben Schrammen, kleine Fehler und bewegen sich wie von Hand, was im Rahmen der Handlung natürlich auch nur Sinn macht. Ihr merkt, ich bin rundum begeistert und kann euch die Sichtung von „The LEGO Movie“ nur ans Herz legen: 9/10 Punkte.

Das ist das Ende – OT: This Is the End (2013)

Nach einem langen Tag (u.a. Fliesenmarkt, Terrarium und Freibad) sind wir auch heute wieder viel zu spät auf das Sofa gekommen. Filme jenseits der 120 Minuten sind somit schon einmal flach gefallen, was „Das ist das Ende“ mit seinen knapp 110 Minuten nach ganz oben auf die Liste der möglichen Filme katapultierte. Ich war mir der gewagten Wahl aufgrund des Spiels mit der Metaebene durchaus bewusst, was meine bessere Hälfte letztendlich auch schnell im Traumland verschwinden ließ. Wäre das auch für mich die bessere Wahl gewesen?

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Mit Humor ist das so eine Sache. Entweder er zündet, oder eben nicht. Besonders Komödien aus dem Dunstkreis um Seth Rogen funktionieren bei mir nicht immer, doch mag ich es wenn auch in diesem Genre die üblichen Konventionen gesprengt werden. Vielleicht hatte ich deshalb auch Gefallen am Genremix „Your Highness“ gefunden, an den diese Komödie teils erinnert. Doch zum Anfang: In „This is the End“ begleiten wir diverse Hollywood-Stars, die sich selbst spielen (u.a. Seth Rogen, James Franco, Jonah Hill, Jay Baruchel, Danny McBride, Craig Robinson, Michael Cera, Emma Watson), auf eine wilde Party, die plötzlich in der wortwörtlichen Apokalypse endet. Nun geht es um das reine Überleben. Sollte man meinen. Doch der Film bewegt sich so beständig am puren Wahnsinn, dass man sich als Zuschauer nie sicher sein kann. Eine Anarcho-Komödie par excellence!

Wie bereits beschrieben war ich nach ca. 15 Minuten allein mit dem Film. Komödien leben jedoch oft vom gemeinsamen Seherlebnis – dennoch hatte ich unglaublich viel Spaß und mich oftmals weggeschmissen vor Lachen. Wie mag der Film erst zünden, wenn man ihn mit jemandem schaut, der, wie man selbst, alle Schauspieler und ihre Film- oder Serienrollen kennt? In dieser Hinsicht ist der Film so meta, dass man ihn dem normalen deutschen Kinozuschauer wohl kaum zumuten mag. Ich jedoch war schon aufgrund der Anspielungen entzückt, welche durch völlig abgedrehte Entwicklungen (z.B. Michael Cera oder Danny McBride mit Channing Tatum) auf die Spitze getrieben wurden.

Natürlich darf man den Film nicht ernst nehmen. Einige der improvisierten Szenen zünden nicht immer 100%ig, was durchaus zu Längen führt, doch andere Szenen haben mich vor Lachen nach Luft schnappen lassen. Der Film ist zotig und oft auch kindisch, doch weit nicht so platt, wie man dies eventuell erwarten würde. Die übersteigerten Versionen der Schauspieler harmonieren fantastisch miteinander und besitzen sogar so etwas wie Tiefe. Das Finale setzt dem zuvor Gezeigten zudem noch die Krone auf, was jeden Glauben an eine Botschaft, die der Film eventuell vermitteln will, hinfällig werden lässt. Wenn ihr euch so glücklich schätzen könnt und in eurem Freundeskreis Filmfans habt, die auch nur ein Drittel der Darsteller kennen, dann schnappt sie, legt „Das ist das Ende“ ein – und ihr werdet eine äußerst vergnügliche Zeit verleben. Unglaublich unterhaltsam. Wer hätte es gedacht? 8/10 Punkte.

Godzilla (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Godzilla“ am 24. April 2021 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Der Mai ist noch nicht einmal vorbei – und schon habe ich es zum ersten Mal in diesem Jahr ins Kino geschafft. Unglaublich! Mit der Neuinterpretation von „Godzilla“ fiel die Wahl auf einen Film, für den sich Kino auch richtig lohnt. Mit Dolby Atmos und 3D wurde folglich auch genug Schnick-Schnack geboten, um den Preis von 12 Euro(!) zu, ähm, rechtfertigen. Die Kritiken, die ich im Vorfeld überfolgen hatten, ließen entweder den Film des Jahrhunderts oder die größte Gurke aller Zeite erwarten – die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen… Spoiler sind zu erwarten.

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Auch wenn ich zu Godzilla als Filmmonster keine besonders tiefe Beziehung habe, so erinnere ich mich doch noch gut an regnerische Sonntagnachmittage, an denen ich mich von den japanischen Originalfilmen habe berieseln lassen. An die Handlung der Filme kann ich mich nicht mehr erinnern, doch hatte ich Spaß an den Monstern und Effekten – zumindest bis ich 1993 „Jurassic Park“ im Kino sah. Auch mit Godzilla sollte ich 5 Jahre später noch eine Begegnung auf der großen Leinwand haben: Nachdem mich Roland Emmerichs „Independence Day“ 1996 in einen Actionrausch versetzte, ließ ich es mir natürlich nicht nehmen 1998 auch seine stark amerikanisierte Interpretation von „Godzilla“ zu sehen. Auch wenn der Film viel Kritik einstecken musste, so hatte ich doch Spaß mit der großen, albernen Monsterhatz. Gut 16 Jahre später wählt Gareth Edwards einen gänzlich anderen Ansatz, der das Düsterkino moderner Blockbuster, wie z.B. „The Dark Knight“, mit dem Setting und den Themen der klassischen „Godzilla“-Filme kombiniert.

Man merkt dem Film an, dass Edwards seine Vorbilder genau studiert hat. Der eröffnende Helikopterflug erinnert unweigerlich an Steven Spielbergs „Jurassic Park“ und lässt in Gedanken John Williams eingängigen Score erklingen. Welch Freude! Auch die Ankuft der Wissenschaftler an der Ausgrabungsstätte weckt diese Assoziation – herrlich altmodisch erzählt und auf Ereignisse anspielend, die ihren Schatten vorauswerfen. Auch der familienlastige Teil der Geschichte weiß anfangs zu gefallen: Bryan Cranston (Walter White, „Breaking Bad“) als Nuklearwissenschaftler, der seine Frau bei einem Unfall verliert und daraufhin manisch nach den Gründen für das Unglück sucht. Da hätte man wirklich etwas draus machen können. Leider lässt man mit ihm einen der wenigen interessanten Charaktere des Films viel zu früh (und ohne Grund oder emotionale Wirkung) sterben und verlagert den Fokus vollkommen auf seinen Sohn; dargestellt von Aaron Taylor-Johnson (Kick-Ass, „Kick-Ass“), der mit leerem Blick unter seinen Muskelbergen leider immer ein wenig dümmlich wirkt. Da ich leider nur die synchronisierte Fassung gesehen habe, mag ich aber auch nicht zu harrsch mit der Schauspielleistung ins Gericht gehen. Toll war es jedoch nicht.

Nach dem schönen Prolog ist der restliche Handlungsaufbau leider ein wenig schleppend. Auch der zweite große Handlungsstrang, der die Wissenschaftler um Ken Watanabe (in seiner Rolle leider völlig verschenkt) verfolgt, bleibt seltsam ereignislos, erinnert dabei aber stark an die Originalfilme um die Riesenechse. Ich hätte gerne mehr abenteuerliche und unterhaltsame Set Pieces gesehen, die der Film durchaus zu bieten hat (z.B. die Szenen auf der Eisenbahnbrücke), welche jedoch hinter etlichen bemüht wirkenden Dialogszenen hintenanstehen. Und jetzt komm mir keiner mit „Der weiße Hai“, „Jurassic Park“ oder ähnlichen Vergleichen, denn Spielberg spielte damals in einer ganz anderen Liga. Wenn es allerdings zur Sache geht, dann zieht Edwards wirklich alle Register und schafft unglaublich atmosphärische Bilder, die großartig komponiert sind. Die Action bleibt stets überschaubar und die Monster sind beeindruckend in Szene gesetzt. Ein audiovisueller Hochgenuss.

Insgesamt ist die 2014er Neuauflage von „Godzilla“ somit ein inhaltlich relativ flacher Actionfilm, der gerne mehr sein würde als er eigentlich ist. Wenn man über das schwache Drehbuch hinwegsehen kann und auch nicht mehr Anspruch erwartet, als bei den alten „Godzilla“-Filmen, dann sollte man sich zurücklehnen und ein mit ca. 2 Stunden Laufzeit etwas zu lang geratenes Bombastkinoerlebnis genießen. Auch wenn mir Guillermo del Toros vergleichbarer Kaiju-Klopper „Pacific Rim“ noch einmal deutlich besser gefallen hat, so haben sich mir manche Bilder des gestrigen Kinobesuchs doch eingebrannt. Kein Überflieger, aber für Monsterfreunde wirklich gute Unterhaltung: 7/10 Punkte.

Die Monster Uni – OT: Monsters University (2013)

Nach dem interessanten Kurzfilm „Der blaue Regenschirm“ stand nun endlich eine lang erwartete Fortsetzung auf dem Programm: Mit „Die Monster Uni“ hat Pixar mir den Wunsch erfüllt noch einmal in die Welt der Monster und Erschrecker zurückzukehren. Ich kann kaum glauben, dass seit meiner ersten Begegnung mit Mike und Sully inzwischen schon 13 Jahre vergangen sind. Dreizehn Jahre. Vielleicht wirkte es deshalb zu Beginn auch etwas befremdlich die Charaktere in jüngeren Jahren zu sehen – bei dieser Fortsetzung handelt es sich nämlich um ein waschechtes Prequel!

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Wie der Titel vermuten lässt, begleiten wir Mike und Sully während ihres turbulenten Studentenlebens. Der Film bietet alles, was man von einem amerikanischen College-Film erwarten würde – nur natürlich in einer kindgerechten Variante. Was an Sex und Anzüglichkeiten eingespart wird, machen Verbindungen, Außenseiter, Leistungsdruck und Zukunftsängste wett. Hinzu kommen etliche Archetypen, die einem bereits unzählige Male in diversen Filmen begegnet sind – nur eben mit dem Twist, dass es sich um Monster handelt. Dies alles ist quietschbunt und temporeich inszeniert, doch leider entwickelt sich der Plot auch genau so, wie man es in diesem Genre erwarten würde: Der Film lässt leider genau den Einfallsreichtum vermissen, der den Vorgänger „Die Monster AG“ ausgezeichnet und bis heute zu meinem Lieblingsfilm des Animationsstudios gemacht hat.

Technisch ist der Film äußerst beeindruckend und ich hatte den Eindruck, dass Pixar möglichst viele Lichtstimmungen perfekt in Szene setzen wollte. So erleben wir mehrfach die goldene Stunde, gleißende Sonnenstrahlen, diffuses Licht und schummrige Dämmerungen. All dies sieht so unglaublich gut aus, dass ein beinahe schon fotorealistischer Eindruck entsteht – wären da nicht die vielfältigen Monster. Inhaltlich kann „Die Monster Uni“ leider nicht ganz mithalten, tritt er doch zu häufig auf der Stelle und nutzt das Potential dieser einfallsreichen Welt leider nicht komplett aus. Dennoch macht er jederzeit Spaß, bietet liebenswürdige Charaktere und nette Anspielungen auf den chronologischen Nachfolger.

Insgesamt bin ich doch ein wenig enttäuscht, besonders wenn man bedenkt wie großartig z.B. die „Toy Story“-Fortsetzungen waren. Für mich tatsächlich einer der schwächsten Pixar-Filme, wenngleich dies natürlich Kritik auf äußerst hohem Niveau ist. Am Ende hatte ich tatsächlich Lust direkt im Anschluss noch einmal „Die Monster AG“ einzulegen, was ich letztendlich als doch sehr gutes Zeichen werte: 8/10 Punkte.

Game of Thrones – Season 3

Nachdem in den USA bereits die vierte Staffel gestartet ist und für Zündstoff sorgt, bin ich endlich dazu gekommen „Game of Thrones – Season 3“ nachzuholen. Auch diese hat unter den Fans für hitzige Diskussionen gesorgt, was mich aufgrund der Buchvorlage auch nicht verwundert. Insofern war ich mehr als gespannt, wie die Macher der Serie gewisse Ereignisse adaptiert haben… Spoiler sind zu erwarten.

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Auch wenn ich erst im Januar die zweite Staffel nachgeholt habe, brauchte ich am Anfang wieder eine gewisse Anlaufzeit, um in Westeros anzukommen. Zudem war mir „A Storm of Swords“ noch sehr präsent, was automatisch zu einem beständigen Vergleich zwischen Buchvorlage und Serienadaption führte. Auch wenn sich HBO für die Verfilmung des dritten Bandes der „A Song of Ice and Fire“-Reihe deutlich mehr Zeit (nach aktuellem Stand wohl ca. eineinhalb Staffeln) genommen hat, so wirkte die Handlung auf mich doch ziemlich gehetzt. Nach ein paar Episoden hatte mich die Serie allerdings wieder komplett im Griff und ich kann nur kritisieren, dass nach 10 Folgen schon wieder alles vorbei war. Meiner Meinung nach hätten es für diese Staffel ruhig 12 bis 13 Episoden sein dürfen.

Erneut fand ich es ziemlich geschickt, wie die Autoren gewisse Handlungsstränge verknappt bzw. Charaktere umbesetzt haben: So wurde z.B. Jaimes Peiniger durch einen Bolton-Schergen ersetzt, was im Sinne der Geschichte perfekt funktioniert hat. Teils wurden auch Schwerpunkte gesetzt, die ich so nicht ewartet hätte (z.B. die ausführlichen Szenen mit Beric Dondarrion und der Brotherhood Without Banners). An anderen Stellen merkt man, dass das Medium Film bzw. Serie doch ganz anders funktioniert, als ein geschriebener Text: Die Wendungen um die Identitäten von Ser Barristan Selmy als neuer Verbündeter Daenerys Targaryens und Theon Greyjoy als Spielball Ramsey Boltons fehlten komplett. Dies ist einerseits schade, da die Wirkung im Buch teils enorm war, andererseits funktioniert die Geschichte auch ohne zusätzliche Twists perfekt.

Der grausame Höhepunkt der Staffel ist natürlich die Episode „The Rains of Castamere“, welche mich trotz Kenntnis der Vorlage ziemlich mitgenommen hat. Wahrlich beeindruckend grausam. Ich konnte die Spannung kaum ertragen – und als es soweit war, wollte ich es nicht wahrhaben. Auch wenn mich die Schilderung in der Vorlage noch mehr verstört hatte, so war die emotionale Wirkung in der Serie beinahe noch größer. Dies ist vor allem der ausführlicheren Darstellung der Beziehung zwischen Robb und seiner Frau Talisa zu verdanken, die im Buch komplett außen vor gelassen wurde. Zurecht eine Episode, die in die Seriengeschichte eingehen wird.

Innsgesamt war auch die dritte Staffel von „Game of Thrones“ einfach nur großartige, wenn auch – trotz knapp 10 Stunden Laufzeit – zu kurze Unterhaltung. Vielleicht vermisse ich auch einfach den zweiten Teil des Romans, der noch so einige fantastische Szenen für den Leser bzw. Zuschauer bereithält. Diese wurden allerdings in die vierte Staffel ausgelagert. So bleibt nur die Vorfreude – und die ist gewiss enorm: 10/10 (9.5) Punkte.