The LEGO Movie (2014)

Eine anstrengende Woche geht zu Ende – und doch komme ich meinen Bloggerpflichten nach und bespreche mit „The LEGO Movie“ einen (sogar noch recht aktuellen) Film. Wie sich diese Spielzeug-Verfilmung im Vergleich zu Peter Bergs „Schiffe versenken“ bzw. „Battleship“ schlägt, erfahrt ihr in der kommenden Besprechung zwar nicht, doch solltet ihr dennoch unbedingt weiterlesen…

the_lego_movie

Vermutlich sollte ich zunächst etwas zu meiner persönlichen Beziehung zu den bunten Bausteinen schreiben: Als Kind war LEGO für mich das Größte. Ich konnte mich tagelang hinsetzen und immer wieder die verschiedensten Sachen bauen. Zwar hatte ich auch etliche Fertigbausätze (z.B. eine Ritterburg oder ein riesiges Piratenschiff), doch am meisten Spaß hatte ich damit eigene Welten zu entwerfen und die kleinen gelben Figuren darin Geschichten erleben zu lassen. Mein vor weit über 20 Jahren gebautes Prachtexemplar (ein individuell gebautes Raumschiff) liegt übrigens immer noch beinahe vollständig aufgebaut in einer Kiste im Keller.

Für mich sind die schönsten Kindheitserinnerungen, zumindest was das alleine Spielen angeht, untrennbar mit LEGO verbunden. Was allerdings animierte LEGOs – speziell auch die schon seit Jahren existierenden Videospiele – angeht, so hat sich der Reiz für mich nie erschlossen. Insofern war ich umso gespannter, wie denn „The LEGO Movie“ bei mir ankommen würde.

Anfangs war ich fast schon ein wenig überfordert von den knallbunten Farben und dem beinahe etwas hakeligen Animationsstil (der das LEGO-Spielen aber natürlich perfekt trifft). Es passiert unglaublich viel und man muss schon wirklich am Ball bleiben, um keinen Gag zu verpassen. Und Gags gibt es reichlich! Was die Art des Humors angeht, so hat mich der Film oft an eine etwas harmlosere Variante von „Die Simpsons“ erinnert, und der popkulturelle Overkill steht den Anspielungen eines „Ralph reichts“  in der Videospielwelt in nichts nach. Wirklich großartig!

Die Geschichte ist dabei einerseits wunderbar simpel gestrickt, sie besitzt andererseits allerdings auch etliche Ebenen, über die man in vielerlei Hinsicht schmunzeln kann. Auch wenn „The LEGO Movie“ im Prinzip als ein einziger, großer Werbespot für das dänische Spielzeugunternehmen gesehen werden könnte (und er es zu gewissen Teilen bestimmt auch ist), so wäre das doch eine zutiefst zynische Sicht auf das Werk. Man könnte Elemente des Films sogar als gewisse Kritik an den Franchise-Baukästen der letzten Jahre sehen, wodurch die wilde Kombinierwut mit den einfachen Bausteinen gehemmt wurde. Letztendlich funktioniert der Film auf jeder Ebene erstaunlich gut – und wenn durch den Erfolg mehr LEGO-Sets verkauft werden, was dann evtl. einen zweiten Film anstößt, soll es mir nur recht sein.

Neben den wunderbaren Sprechern (u.a. Chris Pratt, Will Arnett, Alison Brie, Charlie Day) sticht vor allem die großartige Inszenierung heraus, welche die bespielte LEGO-Welt fantastisch in CG-Bilder überträgt. Die Figuren sind nie 100%-ig glatt und wirken nur wie aus dem Computer, nein, sie haben Schrammen, kleine Fehler und bewegen sich wie von Hand, was im Rahmen der Handlung natürlich auch nur Sinn macht. Ihr merkt, ich bin rundum begeistert und kann euch die Sichtung von „The LEGO Movie“ nur ans Herz legen: 9/10 Punkte.

45 Gedanken zu “The LEGO Movie (2014)

    • Ich fand „Ralph reichts“ ähnlich stark, wenngleich auch aufgrund anderer Elemente. „The LEGO Movie“ ist bestimmt schneller, abgedrehter und lustiger, doch hat „Ralph reichts“ mehr Herz, wofür ich auch immer zu haben bin. Ich finde beide Filme absolut famos!

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  1. Hat mich auch komplett überzeugt, vor allem des Humors wegen. Pratt und Arnett stachen da bei mir besonders heraus. Und in so einen Film sogar noch einen „Twist“ am Ende einzubauen, hat in der Tat was.
    Peter Berg ist übrigens auch ausführender Produzent bei „The Leftovers“, sodass ich knallhart analysieren kann – auch die Show ist besser als seine Schiffe-versenken-Verfilmung. Der Mann hat einen Lauf…

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    • Ja, der Twist hatte wirklich etwas. Irgendwie hatte ich aber auch so etwas in der Art erwartet (spätestens nach der Großen-Hand-Sequenz), weshalb ich es nicht als ganz so überraschend wahrgenommen hatte. Dennoch absolut konsequent in jeder Hinsicht.

      Peter Berg als Blockbuster-Regisseur ist so eine Sache, als Serienproduzent macht er aber tatsächlich eine gute Figur. Auch „Friday Night Lights“ hat er produziert – und das ist ja bekanntlich eine meiner liebsten Serien der letzten Jahre. Bin also gespannt auf „The Leftovers“.

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  2. Das Raumschiff wird im Keller gesucht und fotografiert. Sehen will 🙂

    Das Ding zwischen Batmans Gruppe und Han Solo ist doch der Lacher schlechthin 🙂 Batman ist sowiesi der Hit. Ich sage nur „first try“ 😀

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  3. Als Kind war LEGO für mich das Größte.

    Verfestigt – trotz deines Einwurfs, dass du mit den LEGO-Konsolen-Games wenig anfangen konntest – meinen Eindruck, dass der Film zuvorderst Leute anspricht, die mit LEGO gespielt haben. Zu denen ich nicht gehöre. Für mich blieb somit letztlich nur eine Handvoll Meta-Gags, die ich auch amüsant fand (Pratt, Brie und Freeman sind exzellent), dennoch bleibt am Ende eine durchschnittliche Animationskomödie.

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      • Ich hab als Kind draußen mit anderen gespielt 😉

        Konsolen hatte ich auch (wer nicht?), aber wenn ich daheim mit was spielte, dann eher mit meinen „He-Man“ oder „Jurassic Park“ Action-Figuren. Eine Carrera-Bahn hatte ich mal, aber selbst wenn Hollywood nun „The Carrera Movie“ machen würde, wäre ich wohl ähnlich wenig begeistert. Ich bin schlicht zu erwachsen und verbittert für so eine Art Film vermute ich 😀

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      • Ich bin schlicht zu erwachsen und verbittert für so eine Art Film vermute ich

        Das hatte ich schon befürchtet… 😉

        Mit He-Man hatte ich auch kurzzeitig gespielt, aber doch schnell wieder das Interesse daran verloren. Dafür hatte ich eine heiße Transformers-Phase, doch kommt all das nicht gegen LEGO an – später hat sich das mit den ersten Computern (C64) bzw. Konsolen (Game Boy) aber auch verlaufen. So richtig weiß ich das Spielzeug wohl erst heute zu schätzen und finde es klasse mit meinen Kids (aktuell noch LEGO Duplo) zu bauen… 🙂

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    • Mag schon sein, dass Nostalgie dabei ein großer Faktor ist, doch fand ich den Wortwitz wahrlich großartig und auch das Tempo enorm. Auf inszenatorischer Ebene kann man aber vermutlich weniger aus dem Film ziehen, wenn man die einzelnen Elemente nicht selbst schon tausendfach in der Hand hatte. Für mich insofern weit über dem Durchschnitt (da würde ich eher so etwas wie den x-ten „Ice Age“-Teil oder „Madagascar“ sehen).

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  4. Ich fand den Film auf jeder Ebene großartig! Alleine die Animationsart ist grandios. Nicht einfach Feuer oder Wellen, nein, Legoflammem und Wasser aus Legosteinen! Unglaublich detailverliebt, und der Humor steht dem in nix nach.
    Lustigerweise hab ich den auch gestern geguckt. 😀

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    • Ist ja witzig, als hätten wir uns abgesprochen (aber wahrscheinlich hast du neulich einfach auch bei der Amazon-Aktion zugeschlagen)! 😀

      Die Detailverliebtheit hat mir auch extrem gut gefallen. Schon der an Stop-Motion-Animation angelehnte Stil sowie die von dir beschriebenen LEGO-Element in Flüssigkeiten oder Feuer. Einfach fantastisch!

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      • Ne, ich krieg irgendwie von Amazon-Aktionen nix mehr mit 😀
        Mein Kollege (53 Jahre alt) hatte den von seiner Frau zum Geburtstag bekommen, weil er sich auch heute noch von Lego begeistern lässt. Der Film hat den beiden dann aber doch nicht gefallen, da hat er ihn mir geschenkt. 😀
        Und bei Animationsfilmen ist der qualitative Unterschied zwischen DVD und BD meist recht gerin, von daher hatte ich da auch keine Probleme, dem geschenkten Gaul nicht ins Maul zu schauen 😉

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      • Na, das ist doch umso besser. Filme geschenkt zu bekommen ist toll! Übrigens finde ich den Unterschied gerade bei Animationsfilmen teils extrem, aber ich denke mit den meisten Filmen kann man sowieso unabhängig vom Medium Spaß haben… 🙂

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  5. @Flo: Ich hab auch größtenteils draussen gespielt (damals gab es noch nicht mal Telespiele) und trotzdem begeisterter Legobauer. Hatte auch viele Cowboys und Indianer 🙂
    HeMan und Konsorten war schon nach meiner Zeit 😉 Auch meine Töchter haben damals Duplo gespielt… später mehr Playmobil.

    Was heißt „verbittert für solche Filme“???

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  6. Hach, ich fühle mich so allein mit meiner Meinung zu diesem Film… Ich fand einfach schon das Konzept, Legos digital zu animieren, Mist. Für mich ist das ein einziger Werbefilm für Lego, wenn auch mit einer ganz netten, aber letztlich dann auch platten, Botschaft. Klar hab ich auch über die Anspielungen auf andere Filme/Franchises gelacht. Aber irgendwie hat er mich insgesamt nicht überzeugt. Er lief damals in der Sneak Preview und ich konnte mich nicht mal zu einem Artikel überwinden…

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    • Kann ja nicht jeder Film bei jedem ein Volltreffer sein… 😉

      Ich fand die Art der digitalen Animation toll, weil es eben nicht superflüssig animiert war, sondern eher an „digitales Stop-Motion“ erinnert hat. Auch den Werbeaspekt sah ich nur bedingt, da man die Aussage des Films ja auch an den Franchise-Bausets hätte begreifen können. Ich z.B. hätte nach dem Film lieber meine alte LEGO-Kiste mit hunderten von bunten Steinen aus dem Keller geholt, als in den Laden zu rennen und mir das „Harry Potter“-Schloss aus LEGO o.ä. zu kaufen.

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      • “ Ich z.B. hätte nach dem Film lieber meine alte LEGO-Kiste mit hunderten von bunten Steinen aus dem Keller geholt, als in den Laden zu rennen und mir das “Harry Potter”-Schloss aus LEGO o.ä. zu kaufen.“

        Ja, das ist sicher richtig. Trotzdem: bei mir kam es halt so an. Obwohl ich früher auch gern mit LEGO gespielt habe und ein LEGO-Gandalf und ein LEGO-Gimli an meinen Schlüsselbunden hängen. 😉 Manchmal funkt’s halt einfach nicht! 😉

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  7. Pingback: Get a Horse! (2013) | Tonight is gonna be a large one.

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