Der Hobbit: Eine unerwartete Reise – OT: The Hobbit: An Unexpected Journey – Extended Edition (2012) (WS3)

Aktualisierung: Ich habe „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ am 25. Dezember 2023 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Während alle Welt – und damit meine ich alle Welt – zurzeit völlig im „Star Wars“-Fieber zergeht, habe ich mich erneut einer anderen populären Saga angenommen. Meine inzwischen vierte Sichtung von „Der Hobbit: Eine unterwartete Reise“ markiert für mich auch dieses Jahr den Beginn der Weihnachtszeit und ich bin hoffnungsvoll die Trilogie noch 2015 zu beenden. Der Einstieg in diese mir inzwischen nur allzu bekannte Reise, war für mich schon einmal ein wunderbares Erlebnis…

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„The Hobbit: An Unexpected Journey“ war für mich bereits letztes Jahr zweifellos der stärkste Teil der Prequel-Trilogie. Dennoch hatte ich noch etliche Kritikpunkte, die auch dieses Mal nicht komplett verschwunden sind, doch inzwischen immer stärker in den Hintergrund treten. Negativ formuliert, gewöhne ich mich stetig an den Film und seine Schwächen. Positiv gesehen, konnten mich seine Stärken überzeugen, was wohl auch daran liegt, dass ich mich zum letzten Weihnachtsfest ausführlich mit der Entstehungsgeschichte des Films beschäftigt habe und somit nun tatsächlich alle Zwerge zweifelsfrei unterscheiden kann, in vielen Szenen besondere Details wahrnehme und so manche Design-Entscheidung besser verstehe.

Die erste Stunde des Films – und damit genau die oft verhasste Zeit in Beutelsend bis zum Aufbruch der Gefährten – finde ich immer noch perfekt. Hier hat Peter Jackson wirklich alles richtig gemacht und ich fühle mich so stark in Mittelerde zu Hause, wie bei „Der Herr der Ringe“ selbst. Auch hat sich abermals gezeigt, wie gut Jackson hier den Ton der eher kindgerechten Vorlage und die Bezüge zu seiner vorangegangenen Filmtrilogie verknüpft. In diesem ersten Teil funktioniert das für mich tatsächlich erstaunlich gut. Was die bestehenden Kritikpunkte (Radagast der Braune, Videospiel-Kamera in der Goblin-Höhle, Azog der Schänder usw.) angeht, so sind sie mir dieses Mal tatsächlich deutlich weniger negativ aufgefallen. In Erinnerung bleiben für mich ohnehin eher die wirklich starken Szenen, wie z.B. das Rätselraten zwischen Bilbo und Gollum. Einfach nur toll.

Bestimmt ist es keine objektive Wertung, doch ich liebe Peter Jacksons Mittelerde und während der vier Sichtungen von „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ hat sich der Film nun endgültig in mein Herz gespielt. Selbst wenn ich kommendes Jahr eher wieder zu „Der Herr der Ringe“ greifen werde, so werde ich dazwischen immer wieder gerne zu diesem chronologischen Anfang der Geschichte zurückkehren: 9/10 Punkte.

Teenage Mutant Ninja Turtles (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Teenage Mutant Ninja Turtles“ am 8. September 2023 zusammen mit den Kindern erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem auch die vergangene Woche wieder irrsinnig schnell vergangen ist, steht ein weiteres Wochenende vor der Tür. Trotz Feiertag werde ich mich morgen auf die Baustelle begeben, denn der Einzugstermin rückt unaufhaltsam näher. Somit habe ich den Freitagabend für ein wenig Unterhaltung genutzt – oder zumindest das, was „Teenage Mutant Ninja Turtles“ als Unterhaltung versteht. Ich möchte meiner Besprechung jedoch nicht vorgreifen, also lest selbst…

Teenage Mutant Ninja Turtles (2014) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Teenage Mutant Ninja Turtles (2014) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Die damals in Deutschland noch als Teenage Mutant Hero Turtles bezeichneten Figuren waren die Helden meiner Kindheit. Die ursprüngliche Zeichentrickserie aus den späten 80er Jahren habe ich geliebt, die Actionfiguren fand ich großartig und auf dem SNES habe ich Konamis „Turtles in Time“ bis zum Umfallen gespielt. Der 1990er „Turtles“-Film dürfte zudem zu einem meiner ersten Kinobesuche zählen. Ich bin mit den Turtles aufgewachsen – und umso schmerzhafter war es zu sehen, dass sich ausgerechnet Michael Bay dem Franchise annimmt. Und dann führt auch noch Jonathan Liebesmann Regie, der sich mit „Texas Chainsaw Massacre: The Beginning“ und „Zorn der Titanen“ ja schon einen ganze besonderen Namen gemacht hat.

Um es kurz zu machen: Es hätte (noch) schlimmer kommen können. Speziell das neue Design der Turtles passt für diesen realistischen Ansatz doch deutlich besser, als ich dies befürchtet hatte. Die Dynamik zwischen den Figuren funktioniert auch irgendwie, doch so richtig zünden mag die Neuinterpretation nicht. Vielleicht ist aber auch genau dieser Vergleich das Problem: Wer weiß, ob die heutigen Kids nicht diese neue, hippe Art der Inszenierung abfeiern und den Film so wahrnehmen, wie ich damals die Cartoons und die alten Filme? Schwierig, ganz schwierig. Und traurig, ganz traurig.

Als Fan der ersten Stunde konnte ich mit vielen Elementen nichts mehr anfangen. Die Bay-Produktion setzt klar auf den „Transformers“-Look, doch was für mich bei diesem Larger-Than-Life-Franchise noch bis zu einem gewissen Grad funktioniert hat, wirkt hier einfach nur noch aufgesetzt. Speziell die dämliche Handlung hat extrem häufig an meinen Nerven gezerrt und von Besetzungsentscheidungen wie Megan Fox als April O’Neil möchte ich gar nicht erst anfangen. Immerhin hat es Will Arnett (Gob Bluth, „Arrested Development“) endlich auf die große Leinwand geschafft und für so manch unterhaltsame Szene gesorgt.

Fazit

Ein paar Mal kamen bei der Sichtung sogar nostalgische Gefühle auf, nur um im nächsten Moment wieder zerstört zu werden. Unterhalten wurde ich auch teils ganz gut, doch so richtig fallen lassen konnte ich mich nicht. Letztendlich war bei diesem Produktionsteam wohl nichts anderes als glattgebügelte Hochglanzaction zu erwarten – und dennoch schmerzt es ein wenig: 4/10 Punkte.

Knights of Badassdom (2013)

Nach einer ziemlich anstrengenden Woche mit viel Arbeit, schlaflosen Nächten und einer fiesen Erkältung, war der Freitagabend das erste große Ziel. Zum Abschalten habe ich mich für „Knights of Badassdom“ entschieden, der sich noch ganz frisch in meiner Sammlung befindet. Ob der LARP-Spaß auch nach der Sichtung dort verweilen darf, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Über „Knights of Badassdom“ hat man in den letzten Jahren viel gelesen. Zumindest in den einschlägigen Online-Medien. Der Film liest sich tatsächlich wie der wahr gewordene Traum eines jeden Fantasy-Nerds: eine Rollenspiel-/LARP-Komödie mit Horror-Einflüssen und beliebten Genre-Stars. Neben Peter Dinklage (Tyrion Lannister, „Game of Thrones“) erfreuen Summer Glau (River Tam, „Serenity“), Ryan Kwanton (Jason Stackhouse, „True Blood“), Danny Pudi (Abed, „Community“)  und viele andere bekannte Schauspieler das Herz der Fans. Wirklich ein Fest, aus dem man einen unglaublichen Film hätte zaubern können. Leider jedoch verrennt sich Regisseur Joe Lynch an der einen oder anderen Stelle.

Die erste Hälfte des Films fand ich wirklich sehr unterhaltsam. Zwar ein wenig unbeholfen inszeniert, doch mit dem Herz am richtigen Fleck und ein paar nette Rollenspiel-Klischees aufgreifend. Mit Auftauchen des übernatürlichen Elements beginnt Lynch jedoch ein wenig zu tief in den Bluteimer zu greifen und vernachlässigt Charaktere und Geschichte. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob es nicht lustiger gewesen wäre, die LARPer hätten sich nur gegen die Paintballer zur Wehr setzen müssen. Jedoch auch der Kampf gegen die echten Monster besitzt einen gewissen Charme, den man doch viel, viel amüsanter hätte gestalten können.

Letztendlich ist „Knights of Badassdom“ rein objektiv betrachtet kein sonderlich guter Film, zu offensichtlich sind die Schwächen im Drehbuch und der Inszenierung. Dagegen steht ein unglaublich sympathischer Cast, der sichtlich Freude am Spiel hatte, und eine trashig-lockere Atmosphäre, die es schwer macht dem Film böse zu sein. Ich wurde somit auch bestens unterhalten und bin trotz extremer Müdigkeit nicht eingeschlafen. Da muss man auch einmal ein Auge zudrücken können: 6/10 Punkte.

Die Braut des Prinzen – OT: The Princess Bride (1987)

Meine heutige Besprechung von Rob Reiners Fantasy-Klassiker „Die Braut des Prinzen“ soll zeigen, wie wichtig die Erwartungshaltung bei einer Filmsichtung ist – speziell wenn es sich um einen älteren Film handelt, der einem nicht schon seit Kindheitstagen begleitet. Wie ich auf „The Princess Bride“ gestoßen bin und was sich seit meiner Erstsichtung vor knapp 12 Jahren geändert hat, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Im Jahr 2003 war ich komplett im Fantasy-Fieber: „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ hatte das Kino für mich verändert und ich war auf der Suche nach vergleichbaren Erfahrungen. Ob nun Ralph Bakshis Zeichentrick-Version des gleichen Stoffes, George Lucas‘ „Willow“ oder Ridley Scotts „Legende“ – es wurde jeder Film geschaut, der auch nur annähernd dem Fantasy-Genre zugeordnet werden konnte. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis ich über „Die Braut des Prinzen“ stolpern sollte. Um es kurz zu machen: Die damalige Sichtung war eine einzige Enttäuschung.

Ich hatte einen ernsthaften Fantasy-Film erwartet und kam mit dem humorvollen Märchencharakter, der die Geschichte natürlich ausmacht, so überhaupt nicht klar. Die DVD wurde an eine Kommilitonin verkauft, die meine Argumente gegen den Film überhaupt nicht nachvollziehen konnte (aus heutiger Sicht verständlich), und ich hätte schwören können, dass ich nie wieder einen Gedanken an „The Princess Bride“ verschwenden würde. Es kam jedoch anders, aus filmhistorischer Sicht wurde mein Interesse wieder geweckt und somit wanderte vor Kurzem die Blu-ray ins heimische Filmregal – und was soll ich sagen? Mit der richtigen Erwartungshaltung ist der Film tatsächlich ein ziemlicher Volltreffer.

Wenn ich 2003 schon gewusst hätte, dass „Die Braut des Prinzen“ eher an „Shrek“ oder „Der Sternwanderer“ (den es damals natürlich noch nicht gab) erinnert, als an große Fantasy-Epen, dann wäre mir die Enttäuschung wohl erspart geblieben. Heute wusste ich die liebevolle Rahmenhandlung (ein Großvater, gespielt von Peter Falk, liest seinem Enkel, gespielt von Fred Savage, eine Geschichte vor) genauso zu schätzen, wie die wunderbar komische Erzählung rund um Buttercup, Westley, Inigo Montoya und wie sie alle heißen. Ein wunderbares Märchen, das selbst nach all den Jahren noch verzaubern kann – auch wenn mich wohl nie die Magie erreicht, die Zuschauern zuteil wird, die den Film noch aus der eigenen Kindheit kennen.

Rob Reiners Regie ist angenehm klassisch und die Darsteller passen perfekt in ihre Rollen. Den größten Aha-Effekt erlebte ich wohl, als ich Mandy Patinkin (ganz genau: Saul Berensen aus „Homeland“) als Indigo Montoya wiedererkannte. Es sind eben doch schon über 25 Jahre ins Land gezogen, was man auch an den charmant wirkenden, gezeichneten Matte-Paintings und dem 80er Jahre Score merkt. Wer weiß, vielleicht schafft es „Die Braut des Prinzen“ mich bei der nächsten Sichtung noch mehr für sich einzunehmen? Diese zweite Sichtung war auf jeden Fall schon ein Fezzik-Schritt in die richtige Richtung: 8/10 Punkte.

Thor: The Dark Kingdom – OT: Thor: The Dark World (2013)

Aktualisierung: Ich habe „Thor: The Dark Kingdom“ am 20. April 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Ein langes Wochenende steht bevor! Der perfekte Zeitpunkt also meine erste Filmsichtung seit – lässt man den Franken-Tatort einmal außen vor – sage und schreibe vier Wochen anzugehen. Nachdem ich mit „Iron Man 3“ begonnen hatte, die zweite Phase des Marvel Cinematic Universe (MCU) nachzuholen, war es naheliegend mit „Thor: The Dark Kingdom“ damit nun auch weiterzumachen. Denn auch wenn ich „Avengers: Age of Ultron“ wohl nicht im Kino sehen werde, so möchte ich doch wenigstens theoretisch vorbereitet sein…

Thor: The Dark Kingdom (2013) | © Walt Disney

Thor: The Dark Kingdom (2013) | © Walt Disney

Den ersten Auftritt des nordischen Gottes bzw. dem was Marvel aus ihm gemacht hat, fand ich wirklich unterhaltsam: „Thor“ war mir nach „The Avengers“ und dem ursprünglichen „Iron Man“ sogar der liebste Film der ersten Phase des MCU. Auch der zweite Teil schickt sich an den Unterhaltungsfaktor hochzuhalten: Während ich den dritten Auftritt des Eisenmanns schon ein wenig ermüdend fand, präsentiert der TV-Regisseur Alan Taylor mit „Thor: The Dark World“ eine astreine Fantasygeschichte, die wohl auch ohne Marvel-Unterbau funktioniert hätte. Der besondere Charme liegt allerdings abermals in der Verknüpfung mit unserer nur allzu bekannten Welt, was jedoch nicht so ausführlich genutzt wird, wie noch im ersten Teil.

Inszenierung und Effekte sind abermals auf extrem hohem Niveau, die Geschichte dagegen ist austauschbar und lebt alleine durch ihre Charaktere sowie pompöse Schauplätze und Actionszenen. Über den weiteren Auftritt Lokis habe ich mich sehr gefreut und auch die restlichen Bezüge zum Klassentreffen der Superhelden sind angenehm unaufdringlich in den Film eingeflochten. Weiterhin toll fand ich es Zachary Levi (Chuck aus der gleichnamigen TV-Serie) sowie Idris Elba, den ich erst kürzlich in „The Wire“ absolut großartig fand, zu identifizieren – auch wenn dies unter Maske und Make-up gar nicht so einfach war.

Fazit

Letztendlich bietet auch „Thor: The Dark Kingdom“ typische Marvel-Unterhaltung ohne viel Tiefgang, dafür mit zerstörerischer Action und der richtigen Dosis Humor. Einfach unterhaltsam anzusehen, wenngleich ich mich inzwischen frage, wie diese Erfolgsformel noch das weitere Dutzend angekündigter MCU-Filme tragen soll. Irgendwann läuft sich doch auch dieses Rezept tot: 7/10 Punkte.

Game of Thrones – Season 4

Während die gesamte Blogosphäre zurzeit mit Besprechungen, Spekulationen und Theorien zur fünften Staffel explodiert, habe ich es endlich geschafft „Game of Thrones – Season 4“ nachzuholen. Auch diese Staffel bot wieder ein tolles Erlebnis, wenngleich mir der Ausflug nach Westeros mit 10 Episoden viel zu kurz vorgekommen ist. Ich kann mir nur annähernd das Glücksgefühl vorstellen, das Serien-Neulinge in ein paar Jahren haben werden, wenn sie alle sieben Staffeln am Stück schauen können…

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Der vierte Band der „A Song of Ice and Fire“-Saga war für mich das bisher schwächste Buch der Reihe – wenn auch weit davon entfernt wirklich schlecht zu sein. Umso gespannter war ich also, wie die Autoren der TV-Serie mit der teils überfrachteten Handlung der Vorlage umgegangen sind. Hinzu kommt, dass sich ein Großteil der Staffel ohnehin auf die Handlung von „A Storm of Swords“ konzentriert, da dieser Band in der dritten Staffel nur bis ca. zur Hälfte verarbeitet wurde. Viel Handlung also für kurze 10 Episoden. Einmal mehr zeigt sich hier, dass die Entfernung von der Vorlage bzw. eine Umstrukturierung durchaus im Sinne einer gelungenen Adaption für ein neues Medium ist.

Freunde der Vorlage müssen dennoch keine Sorge haben: Auch die vierte Staffel atmet den Geist der Bücher und bietet einzelne Schlüsselszenen, die 1:1 den Romanen George R. R. Martins entnommen wurden. Auch wenn die Staffel kein zweites Red Wedding zu bieten hat, so verteilt sie vereinzelte Gewaltspitzen und Schockmomente doch wunderbar über ihre gesamte Laufzeit. Zwar kannte ich den Verlauf bereits durch die Vorlage, doch hat mich so manch unerwarteter Todesfall emotional doch stark gepackt. Speziell der Kampf zwischen The Mountain That Rides und der The Red Viper of Dorne muss für unvorbereitete Zuschauer extrem schockierend gewirkt haben.

Wie bereits die Episode „Blackwater“ in der zweiten Staffel, konzentriert sich auch die ebenfalls von Neil Marshall inszenierte Episode „The Watchers on the Wall“ einzig und allein auf die Schlacht um einen Schauplatz – in diesem Fall Castle Black. Marshall sprengt hier abermals die Grenzen des TV-Formats und liefert epische Schlachten, wie man sie sonst nur von der großen Leinwand kennt. Dennoch gehört auch diese Stunde grandioser TV-Unterhaltung für mich eher zu den schwächeren Episoden, da „Game of Thrones“ doch stark von den oft verzweigten Handlungssträngen lebt und ich genau diese Vielfalt liebe. Kein Wunder also, dass das sehr emotionale Finale somit zu meinen persönlichen Höhepunkten dieser Staffel zählt.

Wenn ich einen Kritikpunkt habe, dann dass die 10 Episoden so unglaublich schnell vergangen sind. Ich hätte liebend gern mehr Zeit in Westeros verbracht und möchte nun eigentlich nicht noch ein Jahr warten. Leider bleibt mir wohl nichts anderes übrig. Müsste ich diese Staffel qualitativ einordnen, so sehe ich sie auf einem Level mit der dritten Staffel – überhaupt hält die Serie ihr Niveau nahezu perfekt. Zudem bin ich mir sicher, dass die Kenntnis der Vorlage und dieser Welt zum Verständnis beiträgt und das Serienerlebnis deutlich aufwertet. Fantastische Unterhaltung – auch im weit fortgeschrittenen vierten Jahr: 10/10 (9.5) Punkte.

Odd Thomas (2013)

Ein harmonischer, aber auch anstrengender Ostersonntag liegt hinter uns. Morgen geht die Eiersuche weiter, doch bis dahin habe ich mir die Zeit mit „Odd Thomas“ vertrieben. Der fantastisch angehauchte Mystery-Streifen von Stephen Sommers (u.a. „Die Mumie“ und „Van Helsing“) schien mir genau die richtige Art Zerstreuung nach solch einem Tag zu bieten…

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Gelesen habe ich über „Odd Thomas“ schon öfter. Speziell die Rezension des Filmforum Bremen hat Lust auf den Film gemacht. Da die Blu-ray letztens für gerade einmal 4 Euro zu haben war, musste ich einfach zuschlagen – und was soll ich sagen? Der Film hat meine Erwartungen zu 100% erfüllt: Er bietet nette, teils selbstironisch erzählte Mystery-Kost in einem wunderbaren Kleinstadt-Setting. Neben sympathischen Hauptfiguren wartet der Film zudem mit einigen tollen Nebenrollen auf, die von u.a. Willem Dafoe oder Patton Oswalt auch perfekt verkörpert werden. Die Inszenierung ist verspielt und unterhaltsam, kann jedoch das vermutlich eher eingeschränkte Budget nicht verleugnen.

Die Handlung ist stets spannend und nett erzählt, geübte Zuschauer werden die diversen Twists jedoch bereits Meilen gegen den Wind riechen. Wen das nicht stört, der erlebt zusammen mit den Charakteren einen unterhaltsamen übernatürlichen Thriller, der auf einer unerwartet düsteren Note endet. Obwohl auch diese Wendung für mich nicht überraschend kam, hat sie mich doch mehr mitgenommen, als ich das von diesem Film erwartet hätte.

Die letzte Einstellung deutet eine mögliche Zukunft für „Odd Thomas“ an, was mich auch zu dem Punkt bringt, den ich in vielen Besprechungen gelesen hatte: Der Film wirkt oft wie ein aufwändig inszenierter Pilot einer TV-Serie, speziell was die Erzählweise und das Timing angeht. Als solche würde die Prämisse auch perfekt funktionieren – und ich würde sie mir ansehen. Da es sich jedoch um einen Film handelt, würde ich mich auch über ein Sequel freuen – Dean Koontz‘ Romanreihe scheint ja erfolgreich genug zu sein: 7/10 Punkte.

Ruby Sparks: Meine fabelhafte Freundin (2012)

Nach einer nur kurzen, aber umso intensiveren Arbeitswoche waren wir am heutigen Karfreitag wieder für ein paar Stunden auf der Baustelle – dazu jedoch später mehr. Jetzt möchte ich euch erst einmal den Film „Ruby Sparks: Meine fabelhafte Freundin“ vorstellen, der eine wahrlich ungewöhnliche Prämisse bietet. Ob die Mischung aus Romanze, Fantasy, Drama und Komödie zu überzeugen weiß, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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„Ruby Sparks“ ist einer der Filme, die mich alleine durch ihre Prämisse ansprechen: Ein Autor schreibt über seine Traumfrau, die plötzlich ganz real vor ihm steht? Alleine das hat schon gereicht, um mein Interesse zu wecken. Erst während der Sichtung wurde mir klar, dass Paul Dano die Hauptrolle spielt. Ich kannte den Schauspieler bisher nur aus „Prisoners“, in dem er eine sehr verstörende Rolle innehatte. Somit war ich überrascht ihn als schüchternen Buchautoren zu sehen – es sei jedoch verraten, dass er gegen Ende des Films auch noch weit mehr zeigen kann. An seiner Seite spielt die bezaubernde Zoe Kazan, der auch das bemerkenswerte Drehbuch zu verdanken ist.

Mir hat an „Ruby Sparks“ wohl am meisten gefallen, dass er sich in keine Schublade stecken lässt. Er wirkt wie ein Indie-Film, ohne jedoch zu künstlerisch oder abgehoben zu sein. Es gibt eindeutige Fantasy-Elemente, welche jedoch nie ausformuliert werden. Er ist komisch und lässt dennoch in düstere Abgründe blicken. Dabei wirkt er jedoch stets leicht und auch ein wenig ungelenk. Wer eine Erklärung für die ungewöhnliche Prämisse sucht, wird wohl ebenso wenig glücklich werden, wie hoffnungslose Romantiker. Zoe Kazan zeichnet ein Beziehungsbild, das unberechenbar und zerbrechlich ist – und somit trotz seiner märchenhaften Aspekte ziemlich realistisch.

Auch wenn „Ruby Sparks: Meine fabelhafte Freundin“ kein perfekter Film ist, so hatte ich doch viel Spaß mit ihm – und er hat mich zum nachdenken angeregt. Das ist weit mehr, als die meisten romantischen Komödien von sich behaupten können. Als solche möchte ich den Film allerdings auch nicht bezeichnen, denn das würde ihm wahrlich nicht gerecht werden: 8/10 Punkte.

Die Eiskönigin: Völlig unverfroren – OT: Frozen (2013)

Nach dem unterhaltsamen Kurzfilm „Get a Horse!“ folgte mit „Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ natürlich noch der zugehörige Langfilm. Nachdem mich Disney mit „Rapunzel: Neu verföhnt“ (auch wieder so ein, ähm, toller deutscher Titel) ziemlich begeistert hatte, wollte ich den Nachfolger natürlich auch sehen. Damit bin ich ziemlich spät dran, doch kam man aufgrund des großen Erfolgs schon allein aufgrund der Merchandising-Produkte nicht um „Frozen“ herum. Wird der Film dem Hype also gerecht?

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Bei „Tangled“ war ich begeistert, dass sich Disney der alten Tugenden bedient und tatsächlich einmal wieder einen Märchenfilm mit Gesang und klassischer Handlung auf die Beine stellte. Auch „Frozen“ geht – sorry! – eiskalt in diese Richtung, sprich der Film lebt von viel Gesang, einer Liebesgeschichte und lustigen Sidekicks. Auch der Animationsstil wurde dem Vorgängerfilm entnommen, was nur konsequent ist. Warum auch an der Erfolgsformel herumdoktern? Da Disney vor ein paar Tagen die Fortsetzung ankündigte, scheint der Plan auch finanziell aufgegangen zu sein. Ich hoffe jedoch inständig, dass in den nächsten Jahren nicht noch unzählige weitere Märchenfilme nach Schema F ins Kino kommen, denn dann läuft sich auch diese Formel wieder tot und es muss erst wieder ein „Shrek“ kommen, um für neue Impulse zu sorgen.

Nach diesem Vorgriff wieder zurück in die Gegenwart und zu „Frozen“: Die Handlung ist eigentlich nicht der Rede wert, es wird eben Hans Christian Andersens „Die Schneekönigin“ komplett verdisneyfiziert, mit unzähligen lustigen Charakteren angereichert und in kindgerechte Abenteuerform gepresst. Das alles klingt nun eher negativ, doch der Film macht trotz altbekannter Formel unfassbar viel Spaß. Die Dialoge sind schmissig, die Action mitreißend und die Figuren liebenswert. Hinzu kommt eine glaubwürdige Chemie zwischen Anna (toll gesprochen von Kristen Bell) und Kristoff. Ganz so viel Glitzer und Eispaläste hätte ich nicht gebraucht und auch nicht jeder Song zündet, doch konnte ich erstaunlich gut über den Kitschfaktor hinwegsehen und wurde einfach nur zauberhaft unterhalten.

Letztendlich ist „Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ ein wunderbarer Animationsfilm, der Kinder wohl noch besser zu unterhalten weiß als Erwachsene. Wenn man jedoch im Herzen jung geblieben ist und zudem ein Faible für Musicals hat, dann sollte man sich von der kitschigen Glitzerverpackung nicht abschrecken lassen. Mein Zappelinchen hat die Blu-ray heute schon ganz aufgeregt in den Händen gehalten und wollte wissen, wann sie den Film denn endlich einmal sehen kann. Und ich kann nur sagen, ich freue mich auf die gemeinsame Sichtung: 8/10 Punkte.

Die fantastische Welt von Oz – OT: Oz the Great and Powerful (2013)

Mit Sam Raimis „Die fantastische Welt von Oz“ habe ich mir heute einen Film angeschaut, der zuvor eine halbe Ewigkeit ungesehen im Regal stand. Aufgrund teils vernichtender Kritiken war ich stets ein wenig vorsichtig, da ich das 1939er Musical „Der Zauberer von Oz“ einfach großartig finde. Wie sich Oz in den Händen von Disney letztendlich schlägt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Der Film beginnt, wie bereits die 1939er Fassung, im schwarzweiß gehaltenen Kansas. Dieser Kniff war vor über 75 Jahren genial, lockt heute jedoch niemandem mehr hinter dem Ofen hervor – zumal man die ganze Zeit wartet, wann denn nun endlich Farbe (und in diesem Fall auch eine Öffnung des Bildformats sowie 3D) ins Spiel kommt. Dennoch fand ich diesen nostalgisch geprägten Einstieg nett anzusehen und eine schöne Vorstellung des titelgebenden Zauberers. Bereits in diesen ersten Szenen zeigt sich, dass James Franco die ideale Besetzung von Oscar Zoroaster Phadrig Isaac Norman Henkle Emmannuel Ambroise Diggs bzw. kurz Oz ist und diesen mit bewusstem Overacting zu einer sympathischen, aber auch moralisch zweifelhaften Figur werden lässt.

Im zauberhaften Land angekommen, werden wir Zuschauer zusammen mit Oz erst einmal von Form und Farbe erschlagen. Viel zu bunt, viel zu übertrieben, viel zu kulissenhaft – könnte man zumindest meinen, doch lässt dieser Farbrausch tatsächlich Erinnerungen an an den originalen Kinofilm wach werden. Auch inhaltlich hatte ich während der ersten Filmhälfte wirklich meinen Spaß und ich war mir sicher, dass sich „Oz the Great and Powerful“ bei sehr guten 8 Punkten einpendeln wird – trotz fehlender Musical-Nummern.

Im letzten Drittel wandelt sich die ohnehin schon äußerst vorhersehbare Geschichte dann leider jedoch zu einem reinen Malen nach Zahlen: Es gibt keinerlei Überraschungen mehr, Charakterzeichnung verschwindet beinahe komplett und wird durch aufmarschierende Armeen ersetzt. Von Abenteuer ist leider nicht mehr viel zu spüren und es stellt sich Belanglosigkeit ein. Leider habe ich gegen Ende tatsächlich ein wenig das Interesse daran verloren, was sich denn so in Oz abspielt. Wirklich schade, denn das völlig übertriebene Setdesign und die Art der Inszenierung haben mir weiterhin viel Vergnügen bereitet.

Letztendlich hat Disney mit „Die fantastische Welt von Oz“ zu sehr auf Nummer sicher gespielt. Vielleicht hätte man sich mehr an der Handlung des Musical-Hits „Wicked: Die Hexen von Oz“ orientieren sollen, in dem eine deutlich spannendere Geschichte erzählt wird. Auch wenn ich tatsächlich ein wenig enttäuscht bin, so bereue ich den erneuten filmische Ausflug ins zauberhafte Land nicht. Man sollte sich nur wahrlich nicht zu viel erwarten: 6/10 Punkte.