Riddick: Chroniken eines Kriegers – Director’s Cut – OT: The Chronicles of Riddick

Im Anschluss an „Pitch Black“ habe ich mir gestern noch David Twohys Fortsetzung „Riddick: Chroniken eines Kriegers“ im Director’s Cut angesehen. Dies war meine erste Sichtung und aufgrund diverser vernichtender Kritiken war meine Erwartungshaltung nicht all zu groß. Letztendlich bekam ich dann genau das, womit ich gerechnet hatte: Einen großen, albernen Sci-Fi-Actionfilm.

Zunächst einmal finde ich die grundlegende Idee des Films samt Übernahme des Charakters aus „Pitch Black“ sehr gelungen. Viele Kritiker haben sich daran gestört, dass eine Nebenfigur aufgeblasen wird, doch ich finde den Schritt nur konsequent, war Riddick im Vorgänger doch eindeutig der interessanteste Charakter. Ich hatte zudem immer gedacht, dass die beiden Filme außer dem Antihelden nichts gemein haben. Dem ist allerdings nicht so: Es wird Bezug auf die Ereignisse aus „Pitch Black“ genommen und die Überlebenden spielen tragende Rollen in der Fortsetzung. All das wirkt seltsamerweise nicht erzwungen oder aufgesetzt – und das obwohl „The Chronicles of Riddick“ eine ganz andere Art Film darstellt, wie sein Vorgänger.

In den Chroniken wird eine episch anmutende Geschichte erzählt. Fantasyelemente übernehmen die tragende Rolle und das Design scheint Filmen wie „Stargate“ oder „Dune“ entsprungen. Die erste halbe Stunde konnte mich auch wirklich begeistern: Es wird von Planet zu Planet gereist, gibt unzählige Figuren und mystische Namen. Die Einführung der Charaktere fand ich zudem sehr gelungen. Doch dann betreten die Bösewichte die Bühne. Diese sind – neben ihrer Eigenschaft Welten auszulöschen – leider überhaupt nicht furcheinflößend. Da hatte ich selbst vor den Grashüpfern aus „Galaxy Quest“ mehr Respekt. Die Kostüme wirken wie aus der originalen „Star Trek“-Serie und die Dialoge sind teils so haarsträubend, dass es an Körperverletzung grenzt. Ich habe mich oft wirklich in einer Parodie gewähnt. Unglaublich.

Sobald die Handlung wieder direkt bei Riddick und Co. ist, macht der Film allerdings wirklich Spaß. Der Gefängnisaufenthalt samt Ausbruch ist sehr gelungen. Sowohl vom Produktionsdesign, als auch von der Action. Man darf  allerdings keine Sekunde über Logik, sowie Sinn und Zweck des Ganzen nachdenken, dann kann man den Unterhaltungswert auch voll und ganz genießen. Denn den besitzt der Film auf jeden Fall. Davon abgesehen ist Riddick wirklich eine tolle Figur. Sicher sollte man von Vin Diesel keine Shakespearschen Schauspielleistungen erwarten, doch als Actionheld taugt er allemal.

Die Geschichte an sich wäre auch gar nicht schlecht wären da nicht, ja wären da nicht die Necromonger. Ich weiß auch nicht was Twohy hier geritten hat. Die Idee (Aufzwingen einer dubiosen Religion) wäre ja an sich noch ganz brauchbar, aber die Handlungen der Figuren, die wirklich dummen Dialoge und die schrecklichen Kostüme machen aus den Villains einfach nur Witzfiguren. Dieser Umstand nimmt dem Film so viel. Es ist wahrlich eine Schande.

„The Chronicles of Riddick“ ist ein wirklich unterhaltsamer Sci-Fi-Actioner, der eigentlich alles besitzt, was man als Genrefreund braucht: Fremde Welten, Raumschiffe, Action, einen schnittigen Helden, Effekte en masse und eine einigermaßen brauchbare Geschichte. Doch leider besitzt der Film auch die Necromonger. Somit sind mehr als 6/10 Punkte leider nicht drin.

Apocalypto

Da es mit der Kinosichtung einmal wieder nichts geworden ist, habe ich Mel Gibsons „Apocalypto“ nun auf DVD nachgeholt. Eine Schande, denn der Film ist unglaublich bildgewaltig und demnach für die große Leinwand gemacht. Doch auch auf meinem bescheidenen 26 Zoller weiß der Film durchaus einen solch mitreißenden Sog zu entfalten, wie ich ihn schon länger nicht mehr erlebt habe.

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Wie so oft bei Gibsons Filmen, muss man sich zwangsweise auch wieder mit den Kritikern auseinandersetzen. Bereits „Braveheart“ hatte man ja historische Ungenauigkeit vorgeworfen. Nun trifft es also „Apocalypto“. Und wieder kann ich nur sagen: Es ist ein Unterhaltungsfilm. Gibson zeigt keineswegs den Untergang einer Kultur. Kein Historienepos. Er zeigt eine actionbetonte Abenteuergeschichte, die in der Welt der Mayas spielt. Man sollte den Film nicht als etwas hochstilisieren, das er gar nicht ist. Gibsons private Äußerungen helfen bestimmt nicht dabei seinen Ruf als weltoffenen Menschen zu untermauern, doch sollte man deswegen nicht seine künstlerischen Ambitionen von vornherein verdammen.

Selbst wenn man mit der Geschichte nichts anfangen kann, so muss man doch zugeben, dass „Apocalypto“ etwas Neues in der Kinolandschaft darstellt. Dazu gehört auch den Film in Maya mit Untertiteln zu zeigen. Kritiker sehen dieses Mittel wieder als Untermauerung der gewollten historischen Authentizität, doch ich sehe darin eher ein Stilmittel um den Zuschauer noch mehr in diese fremde Welt zu versetzen. Etwas, das dem Film auch unglaublich gut gelingt. Schon lange war ich nicht mehr so fasziniert von den Bildern und mitgerissen von der Handlung eines Films. Selbst wenn am Ende nur ein klassischer Spannungsfilm in ungewöhnlichem Setting bleibt, so reicht das schon völlig aus um mich zu begeistern. Vielleicht hätten einige Kritiker bei der Sichtung ihre Maya-Lexika beiseite legen sollen.

Audiovisuell ist der Film grandios – bzw. wäre grandios, wäre da nicht der Einsatz von Digitalkameras. Ich kann mich mit dem Videolook im Kinofilm einfach nicht anfreunden. Solche Szenen reißen mich immer wieder aus dem Film raus. Es mag Leute geben, denen das gar nicht auffällt oder die sich nicht daran stören, doch für mich ist das stets ein ästhetischer Bruch. Besonders da der Film teils auch auf 35mm gedreht wurde. Warum also der Videolook? Es gibt schließlich genug Wege diesen in der Postproduktion zu vermeiden. Vielleicht kann mir jemand erklären, was den Einsatz – neben Handlichkeit der Kameras, Kosten etc. – im ästhetischen Sinn rechtfertigt.

Hervorzuheben sind in „Apocalypto“ auch klar die Darsteller. Allesamt recht schauspielunerfahren und vermutlich gerade deswegen so authentisch. Wirklich beeindruckend und mitreißend. Man ist in der Geschichte involviert. Die Figuren bedeuten einem etwas. Trotz aller Fremdartigkeit. So soll es sein.

Mel Gibson ist mit „Apocalypto“ ein superspannender Abenteuerfilm vor grandioser Kulisse gelungen. Wer den Film als das wahrnimmt was er ist, wird fantastisch unterhalten. Garantiert. Störend fand ich den Videolook, aber vielleicht gibt sich das mit weiteren Sichtungen. Vorerst vergebe ich: 8/10 Punkte.

Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt – OT: Pirates of the Caribbean: At World’s End (2007)

Aktualisierung: Ich habe „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ am 3. Juni 2011 und am 9. September 2022 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Gestern Abend habe ich endlich „Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt“ gesehen, einen der von mir mit größter Spannung erwarteten Filme diesen Jahres. Der zweite Teil war klar als Prolog zum großen Finale angelegt, weshalb meine Hoffnungen für den dritten Teil der Trilogie seit August letzten Jahres beständig gewachsen sind. Trotz unzähliger vernichtender Kritiken – es wurde teils sogar der Vergleich mit der „Matrix“-Trilogie gezogen – habe ich mich tierisch auf die Sichtung gefreut, woran ein paar positive Kritiken nicht ganz unschuldig waren.

Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt (2007) | © Walt Disney

Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt (2007) | © Walt Disney

Zu Beginn von „At World’s End“ wird man sofort in die Handlung hineingeworfen. Gut also, wenn man im Vorfeld noch einmal die Gelegenheit hatte die Vorgänger zu sichten bzw. eine gelungene Zusammenfassung zur Hand hat. Insofern habe ich mich recht schnell wieder in der Piratenwelt zurecht gefunden. Captain Jack Sparrow ging dem Film die ersten Minuten noch ab, dafür durften wir mit Captain Sao Feng (Chow Yun-Fat) einen neuen Piraten im Bunde begrüßen. Es werden Allianzen geschlossen, es wird betrogen und hintergangen, es wird gekämpft, gestorben, gerettet und geheiratet. Ein buntes Treiben, das uns Gore Verbinski auch im dritten Teil seiner Piratenreihe präsentiert.

Die Handlung, die auf den ersten Blick recht verworren erscheinen mag, ist eigentlich recht simpel. Zu simpel um drei Stunden zu füllen. Gestreckt wird der Film durch bedeutungsschwangere Dialoge, stets überraschende Verräter und epische Kampfszenen. Leider nimmt sich der Film hier teils etwas ernst. Ihm geht die lockere Atmosphäre des zweiten Teils ab. Doch glücklicherweise stolpert noch ab und zu Captain Sparrow durch das Bild. Zwar nicht mehr so häufig, wie im Vorgänger, doch Johnny Depps Szenen stellen auch hier stets die wirklichen Highlights dar. Grandios unterhaltsam.

„Fluch der Karibik 3“ ist nicht der große Abschluss, den ich mir erhofft hatte. Dennoch ist der Film meilenweit von einem Disaster à la „Matrix: Revolutions“ entfernt. Der erste Teil um Captain Jack und Co. bot eine schlüssige und somit stimmige Geschichte, tolle Figuren und viel Spaß. Der perfekte Unterhaltungsfilm. Der Mittelteil der Trilogie war klar als solcher angelegt: Es wurden neue Figuren eingeführt, Handlungsstränge eröffnet und ansonsten wurde einfach voll und ganz auf Spaß gesetzt. Ich denke hier allein an die Kannibaleninsel, welche zwar keine direkte Bedeutung für die große Handlung hatte, aber einfach unglaublich viel Spaß machte. Der dritte Teil widmet sich wieder ganz der Handlung: Ein Fehler, denn so viel Substanz gibt es da gar nicht. Allein die letzten paar Minuten (Jack und Nussschale) haben wieder die reine Luft der Unterhaltung der Vorgänger geatmet. Insofern wäre ich einem vierten Teil nicht abgeneigt, wenn er sich wieder mehr auf die Stärken der Filme besinnt.

Aller Kritik zum Trotz ist „At World’s End“ immer noch ein großes Piratenspektakel, das sich nur teilweise zu ernst nimmt. Spaß macht der Film trotzdem, auch wenn ich mehr erwartet hätte: 7/10 Punkte. Nun habe ich auf alle Fälle wieder richtig Lust auf die Vorgänger bekommen.

Spider-Man 3 (2007)

Aktualisierung: Ich habe „Spider-Man 3“ am 27. Mai 2023 zusammen mit den Kindern erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem sich in den letzten zwei Wochen kein Termin finden ließ, habe ich den gestrigen Kinotag endlich für einen Besuch von „Spider-Man 3“ genutzt. Aufgrund der kürzlichen Sichtung des Vorgängers, sowie diverser größtenteils doch recht positiver Berichte, war die Vorfreude mehr als groß. Da der Film noch aktuell in den Kinos läuft, werde ich einmal wieder eine Spoilerwarnung aussprechen: Weiterlesen demzufolge auf eigene Gefahr.

Spider-Man 3 (2007) | © Sony Pictures Entertainment

Spider-Man 3 (2007) | © Sony Pictures Entertainment

Peter Parker ist zurück – und mit ihm Spider-Man. Zu Beginn des Films befindet sich die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft – sowohl privat, als auch beruflich – auf einem Hoch. Wurde ja auch einmal Zeit, zudem die ganze Sache nicht allzu lange anhält. Neben privaten Problemen tauchen neue Bösewichte auf, die Spidey das Leben schwer machen. Doch damit nicht genug. Unser Held sieht sich plötzlich mit seiner dunklen Seite konfrontiert, was nicht nur sein Superheldensasein auf den Kopf stellt, sondern auch – bzw. besonders – Einfluss auf sein Privatleben hat.

Wie man sieht gibt es auch in „Spider-Man 3“ die bekannten Zutaten: Der allzu menschliche Held kämpft nicht nur gegen neue Feinde, sondern hat mit Alltagsproblemen, seiner Vergangenheit und sich selbst zu kämpfen. All das wirkt – besonders in Bezug auf die Vorgänger – nicht mehr sonderlich neu und innovativ. Glücklicherweise lebt der Film – meiner Meinung nach – eher von den kleinen, charakterbezogenen Szenen, die mir immer noch ein Lächeln auf das Gesicht zaubern können. Peter Parkers Wechsel zur dunklen Seite ist wirklich urkomisch und herrlich übertrieben inszeniert. Der Auftritt von Bruce Campbell ist göttlich und viele andere Details (z.B. Marschkapelle spielt Theme der TV-Serie) machen den Film wieder einmal wirklich sehenswert.

Die Haupthandlung hat dieses Mal mit drei Bösewichtern zu kämpfen. Meiner Meinung nach wäre hier weniger mehr gewesen. Zwar gibt es einige spektakuläre Kampfszenen zu bewundern, doch fühlt sich der Film hier zu vollgestopft an. Die Vorgänger wirken in der Haupthandlung somit um einiges harmonischer. Ein weiterer Kritikpunkt ist die übertriebene Rührseligkeit, welche mir zumindest zuvor nicht so negativ aufgefallen ist. Allerdings habe ich hier etwas die Synchro im Verdacht, die – besonders in gefühlvollen Szenen – öfters einmal zu versagen scheint.

Fazit

Alles in Allem ist „Spider-Man 3“ ein wirklich gelungener Abschluss. Tolles Popcornkino, das sich – und seinen Helden – selbst nicht zu ernst nimmt. Die Geschichte wirkt nun abgeschlossen und ich weiß nicht, inwiefern ein vierter Teil neue Aspekte zum Spinnendasein beitragen könnte. Sam Raimi hat mit den drei Teilen – meiner Meinung nach – die bisher unterhaltsamste Superheldentrilogie der Filmgeschichte geschaffen. Allen Freunden von Spidey sei der dritte Teil hiermit noch einmal ausdrücklich ans Herz gelegt: 8/10 Punkte.

Deep Blue Sea (1999)

Nachdem unser Running Sushi-Abend gestern spontan ins Wasser gefallen ist, habe ich mich auf andere Art und Weise an Fischen erfreut: Mit Renny Harlins „Deep Blue Sea“. Dieser Film verbindet alles, was ich mir von einem reinen Unterhaltungsfilm erhoffe. Da wird ein Wissenschaftsthriller mit Tierhorror gemixt und all das spielt am, im und unter Wasser. Popcornherz, was willst du mehr?

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„Deep Blue Sea“ ist sicherlich nicht der intelligenteste und subtilste Film seiner Art, doch bestimmt einer der Filme mit dem perfektesten Spannungsaufbau. Harlin zieht hier wirklich alle Register. Auch inszenatorisch. Man fühlt sich selbst gefangen auf dieser fremdartigen Konstruktion mitten im Ozean. Den Elementen und den Haien ausgeliefert. Die Geschehnisse, die letztendlich in der großartigen Hubschrauberszene gipfeln, lassen mich – selbst nach der bestimmt dritten Sichtung – immer noch unruhig werden.

Erfreulich ist auch die Konstellation des Fischfutters. Zwar gibt es – wie immer in diesem Genre – nur Stereotypen, doch sind diese wenigstens einigermaßen glaubwürdig und sympathisch gezeichnet. Auch die Schauspieler wissen die Rollen gut auszufüllen. Selbst LL Cool J (was für ein Name) fällt als comic relief nicht sonderlich negativ auf und zeigt – im Gegensatz zu sonstigen Rapperkollegen – sogar ansatzweise Schauspieltalent.

Neben teils toll inszenierten Wasser- und Haiszenen, fallen allein ein paar CGI-Attacken negativ auf: Zu offensichtlich als Fremdkörper erkennbar. Ganz im Gegensatz zu den animatronischen Haien. Der Film hat allerdings auch schon 8 Jahre auf dem Buckel. Das darf man nicht vergessen.

Für mich ist „Deep Blue Sea“ immer noch einer der unterhaltsamsten Monsterfilme überhaupt. Renny Harlin hat seine Sache ausgezeichnet gemacht und ich finde es schade, dass er nicht mehr an die großen Budgets herangelassen wird – und ja, ich finde „Die Piratenbraut“ (OT: „Cutthroat Island“) klasse! Ich wünschte es gäbe mehr spaßige guilty pleasures, wie diesen Film: 8/10 Punkte.

Spider-Man 2 – Extended Version (2004)

Aktualisierung: Ich habe „Spider-Man 2“ am 20. Mai 2023 zusammen mit den Kindern erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Kurz vor dem Kinostart des dritten Teils, habe ich gestern meine Erinnerungen an „Spider-Man 2“ – dieses Mal in der erweiterten Fassung – etwas aufgefrischt. Mit Comicverfilmungen konnte ich lange Zeit nichts anfangen. Bevor sich meine große Filmleidenschaft entwickelt hat, fand ich die alten „Superman“-Filme zwar ganz nett, aber zu altbacken. Burtons „Batman“ war mir zu düster und artifiziell. Schumachers „Batman“ einfach zu billig. Die neue Superheldenwelle brachte schließlich „X-Men“ und „Hulk“. Beides interessante Filme, doch sie haben mich nicht wirklich mitgerissen. Mit Sam Raimis „Spider-Man“ kam 2002 schließlich der Film in die Kinos, der mir neue und alte Comichelden wieder zugänglich gemacht hat. Für mich ein – dieses Genre betreffend – wahrer Türöffner.

Spider-Man 2 (2004) | © Sony Pictures Entertainment

Spider-Man 2 (2004) | © Sony Pictures Entertainment

Was die „Spider-Man“-Filme für mich so zugänglich macht, ist die Ausgangssituation: Ein ganz normaler Junge stolpert in dieses Superheldenleben – ob er nun will, oder nicht. Die Alltagsprobleme bleiben jedoch bestehen. Sie bleiben für die Figur bestimmend und auch stets der Antrieb für sein Superheldendasein. Die Identifikation fällt unglaublich leicht. Zudem enthält die Welt genau den richtigen Grad an Realismus um zu funktionieren. Die Welt der alten „Batman“-Verfilmungen waren hier teils zu künstlich, bei „X-Men“ wurde teils zu sehr auf Realismus gepocht. Sam Raimi hat mit der Welt von „Spider-Man“ genau meinen Geschmack getroffen und – wie ich bereits erwähnte – damit auch die Türen zu den anderen Welten der Superheldenverfilmungen geöffnet.

Die Geschichte ist einfach und doch mitreißen. Es gibt unglaubliche Actionszenen, doch nehmen diese nicht überhand und spielen sich in den Vordergrund. Dort steht stets Peter Parker, seine Familie, seine Freunde und M.J. Dadurch wirkt die Geschichte – trotz Vorhersehbarkeit – sehr ausgewogen und schlüssig. Der Verlauf gleicht dem des ersten Teils zwar verdächtig, doch aufgrund der Figurenkonstellationen und persönlichen Probleme Parkers (Verlust von Selbstbewusstsein und damit Verlust seiner Fähigkeiten etc.) ergeben sich völlig neue Eindrücke.

Fazit

Ich freue mich nun wirklich sehr auf den dritten Teil. Sam Raimi wird die Spinne schon schaukeln. Ebenso habe ich nach der gestrigen Sichtung Lust auf „Batman Begins“ bekommen, der immer noch ungesehen im Schrank steht. Auch „X-Men 3“ wartet noch auf seine Sichtung. Man merkt: Das Superheldenfieber wurde durch „Spider-Man 2“ erneut entfacht. Perfektes Popcornkino: 9/10 Punkte.

Anmerkung zur neuen Schnittfassung von „Spider-Man 2.1“: Mir sind – außer ein paar Szenen – keine sonderlichen Veränderungen zur Kinofassung aufgefallen. Die Sichtung liegt allerdings auch schon länger zurück. Wenn man noch keine Fassung sein Eigen nennt, ist man mit der 2.1-Version sicher gut beraten. Ansonsten kann man die Scheibe getrost im Regal stehen lassen.

Ab durch die Hecke – OT: Over the Hedge (2006) (WS1)

Nun habe ich doch schneller Zeit für eine weitere Sichtung von „Ab durch die Hecke“ gefunden, als gedacht. Dieser Eintrag ist nun insofern eine Premiere, als er die erste Wiederholungssichtung festhält, die ich tätige, seit ich begonnen habe meine Meinung so weitflächig zu verbreiten. Um solche Einträge leichter herausfiltern zu können, werde ich sie in Zukunft mit der innovativen Abkürzung WS (für Wiederholungssichtung) kennzeichnen.

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Neue Erkenntnisse haben sich durch die heutige Sichtung eigentlich nicht ergeben. Die Geschichte um die sympathischen Vorstadtviecher kann immer noch voll und ganz überzeugen. „Ab durch die Hecke“ festigt somit seinen Platz als bester CG-Animationsfilm knapp hinter den Pixarwerken und befindet sich damit fast schon auf einem Level mit den „Shrek“-Filmen aus gleichem Hause.

Neuigkeiten gab es dagegen im Making Of. Demnach basiert „Over the Hedge“ auf einem – anscheinend – ziemlich anarchistischen Comic, bei dem ein Waschbär und eine Schildkröte allerlei lustige Bemerkungen über das Verhalten von uns Zweibeinern machen. Danach sollte ich wohl einmal Ausschau halten.

Wie auch schon das letzte Mal ein großer Spaß, der wohl noch ein paar Sichtungen verträgt, bis es zu größeren Abnutzungserscheinungen kommt: 8/10 Punkte.

Born to be Wild – OT: Wild Hogs

Nach über einem halben Jahr war ich gestern endlich einmal wieder in der Sneak. Gehofft hatte ich auf „300“, meine schlimmste Befürchtung war – nach Sichtung des Trailers – „Herr Bello“. Mit dem letztendlich gezeigten „Born to be Wild“ hatte ich überhaupt nicht gerechnet, doch bereits nach den ersten paar Minuten war klar, was für ein Film die Zuschauer in den nächsten 100 Minuten erwartet.

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So kam es dann auch: Eine seichte, stargespickte Hollywood-Komödie von den ersten Minuten bis zum bitteren Ende. Tim Allen sehe seit „Galaxy Quest“ sehr gerne. Auch John Travolta mag ich ich als Schauspieler. William H. Macy ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Eigentlich also gute Voraussetzungen. Doch leider kann das Skript mit der eigentlich witzigen Grundidee überhaupt nicht mithalten. Bereits die Charakterisierung der Hauptfiguren läuft nach Schema F ab: In getrennten Kapiteln ohne Zusammenhang und Ausnutzung der durchaus vorhandenen Gruppendynamik. Zudem wird der Prolog viel zu breitgetreten und bis die Truppe endlich losfährt, stellen sich bereits erste Ermüdungserscheinungen ein.

Doch dann startet die Bikertour und damit kommt auch der Film in Fahrt. Im Mittelteil kommt es somit zu einigen gelungenen Scherzen und einem superlustigen Gastauftritt von John C. McGinley – dem Menschenfreund Dr. Cox – als schuler Cop. Im Laufe der Handlung finden unsere vier Freunde ihren Erzrivalen in dem – von Ray Liotta verkörperten – Kopf einer Bikergang. Nach einigen Desastern trifft die Truppe in der kleinen Stadt Madrid ein, in der unser Computerfreak (William H. Macy) endlich sein Mädchen (immer gerne gesehen: Marisa Tomei) findet und es zum Showdown mit den verfeindeten Bikern kommt.

Die letzte halbe Stunde kocht gerade zu über vor übermäßigem Kitsch, vorhersehbaren Handlungen und schlechten Scherzen. Einzig der Gastauftritt von Peter Fonda – als Übervater aller Biker – konnte noch ein Schmunzeln auf meine Lippen zaubern. Ansonsten ist das Ende des Films eine Ansammlung all der Faktoren, die mir Hollywood-Komödien teils wirklich madig machen. Schade drum.

Letztendlich ist „Born to be Wild“ ein typischer Sneak-Film. Ohne Anspruch, für einen normalen Kinoabend undenkbar und im Rahmen der Sneak trotzdem unterhaltsam: 5/10 Punkte (1 für iCat, 1 für John C. McGinleys schwulen Cop, 1 für Marisa Tomei, 1 für Peter Fonda und 1 für teils ganz nette Gags).

Master and Commander: Bis ans Ende der Welt – OT: Master and Commander: The Far Side of the World (2003)

Manche Filme wecken das Interesse. Allerdings nicht genug. Zu diesen zählt Peter Weirs „Master and Commander: Bis ans Ende der Welt“. Die DVD steht nun bestimmt schon ein Jahr ungesehen im Regal. Ich hatte sie schon oft in der Hand, habe mich jedoch stets für einen anderen Film entschieden. Doch gestern war es endlich soweit. Und wie das oft ist mit Filmen, deren Sichtung man immer wieder verschiebt, wurde ich überrascht – und das durchaus positiv!

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„Master and Commander“ ist ein klassischer Historienfilm. Leider wird er nie mit den sonstigen (modernen) Genregrößen („Gladiator“ etc.) genannt. Dabei hätte er es wirklich verdient. Der einzige Unterschied zu den anderen großen Epen: Der Handlungsraum wird auf ein Segelschiff begrenzt. Das Leben auf diesem wird akribisch genau dargestellt. Es ist dreckig, ungemütlich und fordernd. Die Crew ist bunt zusammengewürfelt und wird nur durch ihren Captain zusammengehalten. Dieser wird von Russell Crowe meisterlich verkörpert. Crowe ist einer der Darsteller, mit denen ich eigentlich nichts anfangen kann. Sicher macht er seine Sache meist gut, aber er ist mir weder sympathisch, noch fand ich seine Leistungen bisher besonders herausragend. Für die Rolle des Capt. Jack Aubray ist er aber eindeutig die perfekte Wahl. Sein Gegenpart – Schiffsarzt Dr. Stephen Maturin – wird ebenso grandios von Paul Bettany verkörpert. Beide Figuren harmonieren auf eine interessante Art und Weise. Die Beziehung bildet das Zentrum des Films und stellt die Bindung zum Zuschauer her.

Die Geschichte ist simpel: Die Surprise soll die französische Fregatte Acheron abfangen und unschädlich machen. Leichter gesagt als getan, denn die Acheron ist das deutlich stärkere Schiff. Nach der beeindruckenden Anfangssequenz beginnt eine Jagd auf Leben und Tod, während der sich weitere Handlungsstränge entwickeln, die das Leben auf dem Schiff beschreiben und teils doch von essentieller Bedeutung für die Haupthandlung sind. Schön gemacht. Stets interessant und nie beiläufig erzählt.

Inszenatorisch ist der Film eine Wucht. Man wähnt sich teils wirklich auf dem Schiff und fühlt das Meer um sich herum. Auf Spielereien verzichtet Peter Weir glücklicherweise, denn die klassiche Inszenierung trägt den Film perfekt. Durch die feine Chrarakterarbeit ist die Identifikation stets gegeben. Trotz der enormen Anzahl an Figuren auf dem Schiff wird es für den Zuschauer nie unübersichtlich oder uninteressant. Eine Tatsache, die nicht jeder Historienfilm von sich behaupten kann.

„Master and Commander“ ist ganz großes Kino. Interessant und unterhaltsam. Audiovisuell eine Bombe. Ich bin schwer beeindruckt von der Leistung aller Beteiligten: 9/10 Punkte.

Shrek 2 (2004)

Aktualisierung: Ich habe „Shrek 2“ am 4. März 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Gestern Abend habe ich mich einmal wieder in die überdrehte Märchenwelt von „Shrek 2“ begeben. Im Gegensatz zum Vorgänger kenne ich den zweiten Teil noch nicht auswendig, weshalb mir dieser auch etwas mehr Spaß gemacht hat. Die Vorfreude auf den dritten Teil ist auf jeden Fall noch einmal gestiegen.

Shrek 2 (2004) | © Universal Pictures Germany GmbH

Shrek 2 (2004) | © Universal Pictures Germany GmbH

Die Geschichte fügt sich nahtlos an den ersten Teil an und erweitert die Märchenwelt und ihre Figuren (grandios: der gestiefelte Kater), ohne jedoch die etablierten Charaktere und ihre Eigenheiten aus den Augen zu verlieren. Zwar gewinnt auch hier die Rahmenhandlung keine Innovationspreise, doch überzeugt auch das zweite Abenteuer des grünen Ogers mit seinen unzähligen Anspielungen auf diverse Märchen und seinen Referenzen auf die Popkultur. Einfach ein großer, unbeschwerter Spaß.

Technisch ist der Film makellos und überzeugt durch knallbunte Farben und tolle Animationen. Die Welt ist superlebendig und man kann sich – wie bereits im ersten Teil – gut vorstellen, dass sich die klassischen Märchen dort wirklich zugetragen haben. In sehr überdrehter Form, aber dennoch glaubwürdig. Unterstützt wird die spaßige Atmosphäre mit allseits bekannten Popsongs, die von den Darstellern (u.a. Eddie Murphy) teils selbst vorgetragen werden.

„Shrek 2“ ist ein wirklich gelungener Animationsfilm, der zwar nicht unbedingt lange im Gedächtnis bleibt, während der Sichtung aber wirklich ausgezeichnet zu unterhalten weiß und einfach gute Laune verbreitet. Der dritte Teil darf kommen: 8/10 Punkte.