Rizzoli & Isles – Season 2

Wie bereits im letzten Jahr, hätte ich ohne meine Frau wohl nicht in „Rizzoli & Isles – Season 2“ reingeschaut. Eine weitere Krimiserie, in der pro Episode einen Fall abgearbeitet wird und die hauptsächlich von ihren Charakteren lebt. Trotz meiner Abneigung gegen das Genre, habe ich die Sichtung nicht bereut und wurde über die 10 Episoden gut unterhalten.

Neben einigen durchschnittlichen Episoden, gab es in dieser Staffel wieder größtenteils relativ fesselnde Krimikost mit sympathischen – wenn auch ziemlich überzeichneten – Charakteren. Im Gegensatz zu „Castle“ schwankt mir der Ton immer noch etwas zu sehr zwischen ernsthaftem Drama und leichter Komödie, wobei die Serie immer öfter in seichtere Regionen abgleitet. Allerdings gibt es auch packende Fälle, wie z.B. die wirklich spannende Episode „Brown Eyed Girl“, in der ein Fall von Kindesentführung im Mittelpunkt steht – wie gemacht für junge Eltern.

Wie bereits die erste Staffel bietet auch das zweite Jahr mit Rizzoli und Isles gute Unterhaltung. Den Nebencharakteren wird mehr Raum gegeben und auch wenn die Fälle oft ziemlich konstruiert wirken, so kann man nicht nur als Krimifreund durchaus Spaß mit der Serie haben: 7/10 (6.7) Punkte.

Edit: Wir mir Nachtfalke berichtete, befindet sich die Serie nur in der Sommerpause. Sobald die restlichen Episoden ausgestrahlt worden sind, werde ich den Eintrag entsprechend anpassen.

Edit 2: Inzwischen habe ich auch die verbleibenden fünf Episoden gesichtet. An der Bewertung der Staffel ändern diese jedoch nichts.

Cougar Town – Season 2

Die Serie war einer der letzten Neuzugänge in meinem Comedy-Programm und ich bin hoch erfreut, dass sich „Cougar Town – Season 2“ im Vergleich zum Vorjahr noch einmal steigern konnte. Glücklicherweise wurde das ursprünglich geplante Konzept wieder fallen gelassen und statt Courteney Cox auf Männerfang, darf man nun eine wunderbar funktionierende Ensemble-Comedy genießen – man achte hierzu auch stets auf die Titeleinblendung.

Letztendlich setzt die zweite Staffel genau an dem Punkt an, an dem man die erste vor einem halben Jahr verlassen hat. Trevor geht nun aufs College, doch sonst ändert sich eigentlich nichts. Sehr erfrischend fand ich, dass die Beziehung zwischen Jules und Greyson aufrecht erhalten wird und man nicht krampfhaft versucht eine neue ‚Ross und Rachel‘-Geschichte zu etablieren. Normalerweise leben Liebesgeschichten in Serien und Filmen ja auch von der stetigen Spannung, die meist genau dann verpufft, wenn die Charaktere zueinanderfinden. Hier jedoch entspinnt sich eine wahrlich herrliche Dynamik, von der sich andere RomComs ein paar Scheiben abschneiden könnten.

Die einzelnen Geschichten drehen sich, wie bereits in der ersten Staffel, um die kleinen und doch großen Nichtigkeiten des Lebens. Schön fand ich, dass die Serie nun immer häufiger aus der Popkultur zitiert (z.B. „Die üblichen Verdächtigen“) und auch die Dialoge einfach herrlich pointiert sind. Für Freunde von Wort- und Dialogwitz gibt es hier wahrlich einiges zu entdecken. Besonders sympathisch fand ich auch die stete Weiterentwicklung der eingebauten Running Gags – man fühlt sich tatsächlich als Teil der Gang.

Für mich hat sich „Cougar Town“ als erstaunlich sichere Bank in meinem Comedy-Programm erwiesen. Die Episoden bewegen sich alle auf hohem Niveau und Durchhänger sind kaum auszumachen. Ich freue mich jetzt schon auf das dritte Jahr mit der Gang und hoffe sehr, dass die Autoren über den Sommer noch reichlich frisches Material gesammelt haben: 8/10 (8.2) Punkte.

Two and a Half Men – Season 7

Eigentlich wollte ich die Serie ja nicht mehr weiterschauen, doch der Eklat rund um Charlie Sheens Ausstieg Rausschmiss hat mich dann doch neugierig gemacht. Bis jedoch die neuen Episoden mit Ashton Kutcher ausgestrahlt werden, gilt es für mich noch zwei Staffeln nachzuholen. Wie zu erwarten setzt auch „Two and a Half Men – Season 7“ den eingeschlagenen Weg gnadenlos fort und verliert sich immer mehr in plattesten Humorregionen. Mal sehen, ob ich tatsächlich bis zur Neuausrichtung der Serie dranbleiben werde.

War bereits die sechste Staffel nicht mehr so untehaltsam, wie die ersten Jahre mit den zweieinhalb Männern, so waren in dieser Staffel zum ersten Mal Episoden dabei, bei denen ich am liebsten abgeschaltet hätte. Fäkalhumor auf unterstem Niveau, Schauspiel zum Fremdschämen und eine Handlung, die als solche nicht zu bezeichnen ist. Glücklicherweise haben sich solche Totalausfälle auf ein paar wenige Episoden beschränkt, wohingegen der Rest der Staffel durchaus unterhaltsam war – trotz der seltsamen Prämisse Charlie eine längerfristige Beziehung andichten zu wollen.

Viel mehr gibt es nicht zu sagen. Der Reboot kann der Serie qualitativ nur gut tun. Bis dahin heißt es noch eine verkürzte Staffel mit Charlie Sheen zu überstehen, die sich hoffentlich wieder mehr auf die durchaus funktionierende Gruppendynamik und weniger auf Furzwitze konzentriert. Sehr knappe 6/10 (5.5) Punkte.

Men of a Certain Age – Season 1

Eine Serie, über die ich durch eine Empfehlung von Kollege Inishmore gestolpert bin, ist „Men of a Certain Age – Season 1“ mit zwei nicht unbekannten Größen des TV-Geschäfts. Sowohl Ray Romano als auch Scott Bakula habe ich schon immer gerne gesehen und auch wenn ich noch nicht ganz zur Zielgruppe der Show gehören dürfte, so konnte ich mich doch erschreckend gut mit ihren Charakteren identifizieren.

Sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch sticht „Men of a Certain Age“ deutlich aus dem TV-Einerlei heraus. Die Serie ist ungewöhnlich unaufregend anzusehen und die Charaktere sind ungewöhnlich sympathisch gezeichnet. Die Geschichten verlaufen meist ohne größere Höhepunkte und sind überhaupt erfrischend altmodisch inszeniert. Einzig die dokumentarische Kamera mag teils etwas zu modern wirken, doch wird einem als Zuschauer dadurch die Distanz genommen, was ich in diesem Fall durchaus positiv sehe – und das schreibe ich als jemand, der normalerweise mit übertriebener Wackelkamera in ruhigen Szenen so rein gar nichts anfangen kann.

Inhaltlich geht es größtenteils um die Widrigkeiten des Alltags. Insbesondere um die Widrigkeiten mit denen Männer in ihren besten Jahren zu kämpfen haben. Familie, Gesundheit, Beziehungen, Beruf und der Sinn des Lebens im Allgemeinen. Dramaturgisch bleibt die Serie eher seicht, doch die Themen berühren und werden mit einem wunderbar leichten Humor unterfüttert. Dies lässt „Men of a Certain Age“ in den meisten Szenen unglaublich sympathisch erscheinen – auch oder gerade weil es kaum Spannungsmomente gibt.

Da sich die drei Erzählstränge unserer Charaktere oft nur am Rande berühren, wirkt die Serie oft sehr episodisch erzählt. Dennoch steht die Freundschaft stets im Vordergrund – und ist es im Leben (zumindest ab einem gewissen Alter) nicht auch so, dass jeder sein eigenes Leben lebt und gute Freundschaften dennoch funktionieren? Ich für meinen Teil habe „Men of a Certain Age“ auch aus diesem Grund sehr gerne gesehen. Wohl eine der sympathischsten Serien zurzeit, die zwar keine großen Geschichten erzählt, doch oft an das erinnert, was im Leben wirklich zählt: 8/10 (7.9) Punkte.

The Event – Season 1

Nach dem Hype um „Lost“ gingen in den letzten Jahren unzählige Mysteryserien an den Start. Keine jedoch konnte dem großen Vorbild das Wasser reichen. Nach Abflauen der Mysterywelle machte sich das Genre auch auf dem Bildschirm rar und fand mit der letztjährigen Serienhoffnung „The Event – Season 1“ ihr – zumindest bis zum nächsten Versuch – unrühmliches Ende. Dabei war die Show zu Beginn wirklich vielversprechend…

Mich überzeugte die Serie zunächst mit ihrer Besetzung. Jason Ritter als Hauptcharakter in einer actionlastigen Mystery-Serie? Ungewöhnlich, doch in meinen Augen perfekt. Ein sympathischer Jedermann, der ein hohes Identifikationspotential birgt und keine Superkräfte besitzt. Auch das Unheil bricht über die Figuren zunächst in Alltagssituationen herein, was mich ziemlich schnell in die Geschichte hinein zog. Im ersten Drittel war ich somit davon überzeugt, dass „The Event“ eines meiner diesjährigen Serienhighlights werden sollte. Wie man sich doch täuschen kann.

Spätestens mit der Enthüllung des Masterplans der Antagonisten (sprich ab dem Wiedereinstieg nach der Ausstrahlungspause) verwandelte sich die mysteriöse Geschichte in „24“ mit Aliens, was der Serie so gar nicht bekommen wollte. Absurde Wendungen, unlogische Charakterentwicklungen und sinnlose Actionsequenzen bestimmten von nun an den Verlauf der Serie. Der Qualitätseinbruch war in meinen Augen enorm und ich muss mich wirklich fragen, ob zu Beginn der Staffel meine Wahrnehmung getrübt war. Wirklich sehr schade.

Auch wenn ich das Finale recht ansprechend fand, bin ich insgesamt nicht traurig, dass „The Event“ trotz des offenen Endes abgesetzt wurde. Die Luft ist irgendwie raus. Man hat zu früh alle Karten ausgespielt und die Mysterien erklärt. Danach gab es nur noch heiße Luft. Ich hoffe sehr, dass Jason Ritter in einer anderen, gelungeneren Serie unterkommt. Übergangsweise auch gerne wieder als Gaststar in „Parenthood“. Trotz sehr gelungenem Auftakt letztendlich nur knapp überdurchschnittliche Unterhaltung: 6/10 (6.4) Punkte.

Glee – Season 2

Nachdem ich dem Hype etwas verspätet gefolgt bin und überraschenderweise auch relativ begeistert war, hat mich „Glee – Season 2“ auch im aktuellen Jahr ziemlich gut unterhalten. Natürlich ist es keine Show, die ich jede Woche sehnsüchtig erwarte, doch wenn ich dann tatsächlich einmal wieder reinschaue werde ich jedes Mal erstaunlich gut unterhalten.

Im Prinzip bekommt man so ziemlich genau das serviert, was es bereits im vorherigen Jahr zu sehen gab: Es wird viel gesungen, getanzt, geliebt, gezofft und gelacht. Amerikanisches Highschool-Leben, wie man es sich – geprägt durch Film und Fernsehen – eben vorstellt. Hinzu kommt eine nicht zu unterschätzende satirische Grundstimmung, welche die Serie auch für Zuschauer sehenswert macht, die dem Teenageralter bereits entwachsen sind. Dennoch sollte man eine hohe Toleranz gegnüber Highschool-Geschichten besitzen und Musicals nicht abgeneigt sein.

Auch wenn die Staffel im Vergleich zu ersten etwas abgebaut hat, so kann ich die teils drastischen Kritiken nicht verstehen, da sich die Serie – und das kann man nun bewerten, wie man möchte – kaum weiterentwickelt wurde. Für mich liegt die aktuelle Staffel folglich auf einem ähnlichen qualitativen Niveau, wie die des vergangenen Jahres – einzig die Abnutzungserscheinungen treten nun deutlicher zutage. Bis auf wenige Ausnahmen wird eben nur gesungen, getanzt, geliebt, gezofft und gelacht. Ob dies ausreicht eine ganze (weitere) Staffel zu füllen, muss wohl jeder für sich entscheiden.

Ich für meinen Teil wurde von „Glee“ auch im zweiten Jahr gut unterhalten. Viel mehr als eine Episode pro Woche ist aufgrund des teils schon sehr hohem Zuckergussfaktors dann aber auch wirklich nicht drin. Für mich immer noch eine gelungene Abwechslung im Serienallerlei. In Zukunft darf man mit der Bissigkeit wieder etwas mehr anziehen, dann fallen die Redundanzen zwischen den einzelnen Episoden vielleicht nicht so sehr auf: 7/10 (7.4) Punkte.

Parks and Recreation – Season 3

Mit „Parks and Recreation – Season 3“ geht nun auch die letzte große Comedyserie der aktuellen TV-Saison in die Sommerpause. Für mich waren die (leider nur) 16 Episoden der Kommunalpolitik-Comedy erneut äußerst unterhaltsam, womit die Serie ihr sowohl inhaltliches als auch stilistisches Vorbild „The Office“ nun endgültig überholt hat.

Wie bereits im letzten Jahr überzeugt die Serie vor allem durch ihre sympathischen Charaktere. Wer würde nicht gerne – zumindest in so unterhaltsamer Form, wie in der Serie präsentiert – mit Leslie Knope, Tom Haverford und Ron Swanson zusammenarbeiten? Wahrscheinlich funktionieren Comedys, die am Arbeitsplatz spielen auch genau deshalb so gut: Man sieht wie unterhaltsam die Arbeit theoretisch sein könnte. Befreiender Eskapismus für die arbeitende Bevölkerung.

Was bietet die dritte Staffel an Neuerungen? Am auffälligsten sind wohl die Neuzugänge im Cast, über die ich mich wirklich sehr gefreut habe. So geben Rob Lowe (Sam Seaborn, „The West Wing“) und Adam Scott (Henry Pollard, „Party Down“) ihr Stelldichein und können ihren Gaststatus des vergangenen Jahres zu einer vollwertigen Mitgliedschaft in der Pawnee Parkverwaltung ausbauen. Sehr gelungene Charaktere, die sich wunderbar ins bisherige Stadtbild einfügen.

Auch wenn die Serie im Vergleich zur zweiten Staffel minimal abgebaut hat, so wurde ich erneut exzellent unterhalten. Eine Serie mit äußerst erfrischendem Humor und Charakteren, die sich schon jetzt Kultstatus erarbeitet haben. Mir haben es erneut besonders Tom Haverford und Ron Swanson angetan, doch auch Nebencharaktere wie Jean-Ralphio zeichnen „Parks and Recreation“ aus. Für die vierte Staffel fordere ich die volle Episodenzahl: 9/10 (8.8) Punkte.

Breaking Bad – Season 1

So häufig und beharrlich wie „Breaking Bad – Season 1“ wurde mir wohl noch keine andere Serie zuvor von Freunden und Kollegen ans Herz gelegt. Auch in der Blogosphäre genießt AMCs Show großes Ansehen, doch konnte ich mich aufgrund der Thematik bisher nicht zu einer Sichtung durchringen. Nun habe ich die erste Staffel hinter mir und bin tatsächlich ziemlich gespannt, wie es mit Walter und Jesse weitergeht…

Für mich muss eine TV-Serie in erster Linie unterhaltsam sein. Deshalb schreckte mich der teils doch sehr betroffen machende Krebsplot anfangs ziemlich ab. Ohne Frage wird besonders dieses Element der Geschichte sehr gefühlvoll und ohne Effekthascherei erzählt und dennoch hatte ich so meine Probleme damit. Dies liegt aber vielleicht auch einfach in meiner Natur und der Art und Weise begründet, wie ich Geschichten erlebe. Deshalb könnte ich mir auch keine Krankenhausserien o.ä. ansehen, ohne stets von fiktiven Patientenschicksalen aus der Bahn geworfen zu werden.

Auch wenn ich die Szenen rund um Walters Krankheit exzellent inszeniert und gespielt fand, so hat mich die Serie in diesen Momenten doch am wenigsten unterhalten. Natürlich benötigt die Geschichte einen nachvollziehbaren Grund, warum ein in die Gesellschaft integrierter Familienvater plötzlich zum Kleinkriminellen mutiert und als solcher funktioniert die Ausgangssituation erschreckend gut. In den besten Szenen werden nicht nur die Charaktere, sondern auch die Zuschauer mit schier unbegreiflichen Situationen konfrontiert. Hier setzt die Serie auch mehr auf Thrill und Unterhaltung, was einen beinahe schon surrealen Kontrast zu Walters Privatleben bietet.

In den Empfehlungen höre ich immer wieder von übertriebener Action und echten WTF-Momenten. Von diesen gibt es in dieser ersten Staffel noch relativ wenig zu sehen und ich habe die Serie eher als Charakterdrama mit gelegentlichen Ausflügen in den Drogenthriller gesehen. Auch wenn ich noch nicht das Gefühl hatte nach einer Episode sofort die nächste schauen zu wollen, wie z.B. bei AMCs „Mad Men“, so hat mich die Serie doch bewegt und gut unterhalten. Um dem Hype gerecht zu werden, darf „Breaking Bad“ gerne noch eine Schippe drauflegen, doch bereits das Staffelfinale schien mir einen mehr als nur vielversprechenden Schritt in die richtige Richtung zu machen: 8/10 (8.3) Punkte.

Mad Men – Season 3

Beinahe ein Jahr seit Abschluss der zweiten Staffel hat es für mich bis zur Sichtung von „Mad Men – Season 3“ gedauert. Das Warten auf die Blu-ray hat sich jedoch auf jeden Fall wieder gelohnt, denn wenn eine Serie dieses hochauflösende Medium vollends ausreizt, dann ist das ohne Zweifel diese schillernde Momentaufnahme der New Yorker Werbewelt der 1960er Jahre. Doch auch inhaltlich läuft die Serie in ihrem dritten Jahr zur Höchstform auf…

Ich bin immer noch völlig perplex, wie unglaublich gut diese Serie ist. Selbst im dritten Jahr kommt es zu keinerlei Abnutzungserscheinungen: Die Charaktere entwickeln sich konsequent weiter, dennoch gibt es etliche Überraschungen, zeitpolitische Bezüge werden gesponnen und die Inszenierung ist ein wahrer Ohren- und Augenschmaus. Hinter den offensichtlichen Themen, wie berufliche Weiterentwicklung, Beziehungen und Familie steckt immer mehr, als auf den ersten Blick zu sehen ist. Abgründe und Momente voller Schmerz und Zärtlichkeit wechseln sich ab. Geschichten und Charaktere so reich, wie das Leben selbst.

Neben der herausragenden Figurenzeichnung und den damit verbundenen Ereignissen, habe ich wieder sehr gerne dem bunten Agenturleben zugesehen. Es ist erstaunlich, wie viele Parallelen zur heutigen Agenturwelt aufgezeigt werden: Kunden, die nicht wissen was sie wollen und einen Rückzieher machen, obwohl man genau das liefert was sie gewünscht hatten. Gute Ideen, die nur aufgrund zu großer Egos abgeschossen werden. Der ewige Kampf nach Anerkennung, interne Querelen und ein Produkt (die Idee), das sich nicht konkret bewerten und bepreisen lässt. Besonders für Kenner wirklich ein höchst interessanter Blick auf die Entstehung ihrer Branche.

Die letzten Episoden haben aus der ohnehin schon grandiosen Staffel eine ganz besondere gemacht. Don Draper steht zum ersten Mal wirklich nahe am Abgrund. Es ist bedrückend mit anzusehen, wie seine Familie zerbricht – und das obwohl sie alles andere als perfekt war und hier oft die verstörendsten Szenen stattgefunden haben. Den Kniff auch Sterling Cooper in diesem Moment der größten Verwundbarkeit auseinanderbrechen zu lassen fand ich grandios. Besonders, da in der kommenden Staffel nun perfekt der Unterschied zwischen einer großen, etablierten Werbefabrik und einer kreativen, hungrigen Ideenschmiede herausgearbeitet werden kann – wie sehr ich hoffe, dass Matthew Weiner auch exakt diesen Weg einschlagen wird.

Nach zwei fantastischen ersten Staffeln hat die Serie in ihrem dritten Jahr ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Mitreißend geschrieben, perfekt inszeniert und mit mehr Nuancen gespielt, als die meisten großen Filmklassiker. Ich bin unendlich begeistert und kann für mich nur festhalten, dass sich „Mad Men“ spätestens jetzt zu meiner liebsten Dramaserie entwickelt hat. Sollte wirklich jeder Serienfreund (und wohl auch jeder Werbende) gesehen haben: 10/10 (9.7) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Happy Endings – Season 1

Der letzte Neuzugang des ausklingenden Serienjahres war bei mir „Happy Endings – Season 1“. Die halbstündige Comedy erinnert inhaltlich an „Friends“ oder „How I Met Your Mother“, besitzt allerdings keinen Laugh Track und ist als Single Camera Show konzipiert. Kann die Serie trotz fehlender Innovationen überzeugen?

Auch wenn man letztendlich – wie bereits dutzende Male gesehen – nur wieder am Leben einer Gruppe von Endzwanzigern teilnimmt, so strahlt die Serie doch einen gewisse Frische aus. Besonders das Aufbrechen des klassischen Sitcom-Settings und die dadurch lebendigere Kamera erweisen sich als große Pluspunkte. Inhaltlich dagegen bleibt alles beim Alten: Diverse Liebeswirren, das Feiern der Freundschaft und berufliche Herausforderungen stehen auch hier im Mittelpunkt der Serie.

Was macht die Serie nun sehenswert und setzt sie gegenüber eher redundanten Genrevertretern wie „Mad Love“ ab? Wie so oft in diesem Genre sind es vor allem die Charaktere und deren Darsteller (u.a. Elisha Cuthbert, „24“ oder Zachary Knighton, „FlashForward“), welche den Charme der Serie ausmachen. Auch wenn der Pilot mit einer ungewöhnlichen Ausgangssituation beginnt, so sind die erzählten Geschichten doch eher bekannt. Auch hier lebt die Serie mehr von ihrer Situationskomik und popkulturellen Anspielungen, als von einer voranschreitenden Handlung.

Ingsesamt ist „Happy Endings“ durchaus ein kleiner Gewinn für die Comedy-Welt. Auch wenn ich viele Episoden der ersten Staffel nur durchschnittlich fand, haben einige jedoch das große Potential der Serie bewiesen. Ich denke mit etwas mehr Fokus auf die Charaktere und deren Eigenheiten könnte mich die Serie durchaus noch einige Staffeln unterhalten. Macht Spaß: 7/10 (7.4) Punkte.