Das Kind schläft, die Frau ist unterwegs und ich sitze mit einer Tasse Tee auf dem Sofa und schaue die letzten Episoden von „Breaking Bad – Season 4“. Auch wenn ich mir meinen Urlaub anders vorgestellt hatte, so gibt es doch weit schlechtere Alternativen seine Nachmittage zu verbringen. Nun bin auch ich auf dem aktuellen Stand der Serie und kann verstehen, warum gerade die vierte Staffel so gelobt wird. Das Finale ist wirklich Spannungskino par excellence.

Zu Beginn der Staffel wird zunächst der Cliffhanger des letzten Jahres aufgelöst, weshalb mir der Übergang sehr fließend erschien und sich beide Staffeln kaum voneinander trennen lassen. Nach dem temporeichen Auftakt wird zunächst ein paar Gänge heruntergeschaltet und es werden die Voraussetzungen für das große Finale geschaffen. Besonders Jesse muss erst einmal ganz unten ankommen, um von Walters Nemesis Gustavo ‚Gus‘ Fring (grandios gespielt von Giancarlo Esposito) wieder aufgebaut werden zu können. Doch auch in Walters Familie gibt es so einiges zu überwinden und neu zu verhandeln. Nach einem emotionalen Zusammenbruch gelingt es sogar Mr. White höchstpersönlich gegen Ende stärker denn je aus dem Chaos aufzusteigen.
Nach einem etwas schleppenden Mittelteil sind die letzten vier Episoden als großes Finale zu sehen, das in jeder Hinsicht eine wahre Freude ist. Perfekter Spannungsaufbau, herrliche Charaktermomente und eine dichte Inszenierung runden die Staffel zum Ende hinaus ab. Die geläufige Meinung ist, dass das Finale sogar wunderbar als Abschluss der Serie funktioniert hätte. Ich jedoch kann mich dem nicht anschließen. Es ist zu sauber, zu perfekt und – trotz des zweideutigen Endbilds – zu harmonisch. Gerade für Jesse und Walter würde ich mir mehr wünschen – wie auch immer das aussehen mag.
Was mag nun also die fünfte Staffel für Überraschungen bereithalten? Tritt Walter die Nachfolge von Gus Fring an? Kommt es endlich zu Konfrantation zwischen Walter und Hank? Wird Jesse ein glückliches Leben führen können? Es ist wieder alles offen und ich wünsche mir für die Serie ein ähnlich packendes Finale, wie es David Chase für „The Sopranos“ gelungen ist. Bis dahin bildet das vierte Jahr die bisher gelungenste Staffel der Serie: 9/10 (8.9) Punkte.








