Hellboy 2: Die Goldene Armee – OT: Hellboy II: The Golden Army (2008)

Nach einer mehr als nur turbulenten Woche, habe ich mir gestern Abend Guillermo del Toros „Hellboy 2: Die Goldene Armee“ angesehen. Nach der kürzlichen Sichtung des wunderbaren Vorgängers war ich wirklich heiß auf den Film und meine Erwartungshaltung war entsprechend aufgeheizt. Konnte das Sequel sein Versprechen einlösen?

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Diese Frage kann ich nach der Erstsichtung wohl noch nicht beantworten, was auch zu großen Teilen mit den äußeren Umständen zusammenhängt. So musste ich mich wirklich zusammenreißen nicht einzuschlafen, was ich allerdings weniger dem Film ankreiden möchte, als den energieraubenden letzten Tagen. Inszenatorisch ist die Rückkehr des roten Affen nämlich eine Wucht! Del Toros Handschrift ist deutlich zu erkennen und es wird auf die Leinwand geschleudert, was die Effektetüte so hergibt. Langweile ist insofern etwas, das man dem Film wirklich nicht vorwerfen kann.

Ich hatte teils fast schon damit zu kämpfen eine Verschnaufpause zwischen den Actionszenen zu finden. Besonders die erste Filmhälfte jagt von einem actionbetonten Schauplatz zum nächsten. Hier hätte ich mir sogar etwas mehr Zurückhaltung gewünscht oder besser gesagt mehr Charaktermomente, welche leider oft etwas auf der Strecke bleiben. Im Mittelteil des Films rücken diese glücklicherweise wieder etwas mehr in den Vordergrund und ich hatte eine Gänsehaut, als die grandiosen EELS mit BEAUTIFUL FREAK gespielt wurden – ein Song, den ich wohl seit meiner Jugend nicht mehr gehört habe. Fantastisch!

Die eigentliche Geschichte ist wohl der größte Schwachpunkt des Sequels. Zwar fand ich die Darstellung der Prämisse durch die Erzählung von Professor Broom sehr gelungen und auch die ersten Auftritte von Prinz Nuada konnten wirklich überzeugen, doch so richtig wollte sich der epische und bedrohliche Effekt nicht einstellen. Besonders das Finale fand ich eher schwach. Vielleicht war mir die Goldene Armee auch einfach zu mechanisch und plump dargestellt. Nein, das konnte mich nicht wirklich überzeugen.

Eine kleine Anmerkung noch für Monsterfreunde: „Hellboy 2: Die Goldene Armee“ setzt hier wohl neue Maßstäbe. Selbst wenn der Trollmarkt etwas wie eine Mischung aus der Winkelgasse und der Cantina aus „Star Wars“ wirkt, so gibt es hier doch selbst für eingefleischte Kreaturenfreunde einiges zu bestaunen. So viel sogar, dass eine Zweitsichtung wirklich nötig ist!

Für mich kann diese Fortsetzung leider nicht mit dem gelungenen Erstling mithalten. Diesen fand ich eine ganze Spur ausgewogener und auch unterhaltsamer. Dabei ist „Hellboy 2: Die Goldene Armee“ alles andere als schlecht, ich hatte mir nur einfach mehr erwartet. Potential nach oben ist aber auf jeden Fall vorhanden: 7/10 Punkte.

Eine ganz andere Geschichte (Håkan Nesser)

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Kaum ist man einmal ein paar Tage ans Bett gefesselt, geht das mit dem Lesen gleich wieder viel flotter. So habe ich mir meine krankheitsbedingte Auszeit mit Håkan Nessers „Eine ganz andere Geschichte“ vertrieben. Dass ich das Buch trotz Kopfschmerzen und tränenden Augen nur kaum aus der Hand legen konnte, zeugt dabei eindeutig von dessen Qualität.

Erwartungen hatte ich zu Beginn kaum an das Buch. Da es ein Geschenk war, ging ich auch völlig uninformiert an die Sache heran: Man befindet sich zunächst an der französischen Küste und lauscht einem Mann, der seine Ferienerlebnisse in Tagebuchform aufarbeitet. Es ist das Jahr 2002. Nach einem Sprung in die Gegenwart lernen wir Inspektor Gunnar Barbarotti kennen, der mysteriöse Briefe erhält. Kurz darauf geschieht ein erster Mord. Wie dieser mit den geheimnisvollen Aufzeichnungen aus dem Sommer 2002 zusammenhängt? Das sollte jeder Leser selbst herausfinden.

Aufgrund seiner Struktur erinnert mich Nessers Roman etwas an James W. Nichols Roman „Ausgesetzt“, welcher ebenfalls auf zwei inneinander verstrickten Zeitebenen spielt. Abgesehen davon erscheint „Eine ganz andere Geschichte“ oberflächlich betrachtet eher wie ein behutsamer Krimi aus dem europäischen Norden. Die Sprache ist sehr gewählt und auf anspruchsvolle Art und Weise verspielt. Nesser verliert jedoch nie den Faden und gibt seinen Charakteren eindeutig zuordenbare Stimmen. Wirklich äußerst angenehm zu lesen.

Neben der ruhigen und doch stets mitreißenden Geschichte, gewinnt der Roman vor allem durch seine liebevolle Figurenzeichnung. Selbst Nebencharaktere werden hier mit einem plausiblen Hintergrund ausgestattet. Besonders ans Herz gewachsen ist mir aber Inspektor Barbarotti, der wahrhafter wirkt als die meisten anderen Figuren in Geschichten gleichen Genres. Ein echter Typ eben. Zudem werden durch ihn auch interessante sozialkritische und religiöse sowie philosophische Fragestellungen angeschnitten. Natürlich eher am Rande und oberflächlich, aber dennoch bekommt sowohl der Charakter, als auch die Geschichte dadurch Tiefe.

Insgesamt hat mich Håkan Nessers „Eine ganz andere Geschichte“ mehr als nur positiv überrascht und ich bin mir sicher, den Autor nicht zum letzten Mal gelesen bzw. Inspektor Barbarotti nicht zum letzten Mal besucht zu haben. Große klasse, ganz besonders wenn man dringen Ablenkung benötigt: 9/10 Punkte.

Wer länger lebt, ist später tot: Operation Zombie (Max Brooks)

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Wenn ich für ein Buch gute zwei Monate brauche, dann ist das normalerweise ein sehr schlechtes Zeichen. Bei Max Brooks „Wer länger lebt, ist später tot: Operation Zombie“ liegt die Sache jedoch etwas anders. Zunächst einmal sollte man sich von dem selten dämlichen Titel nicht abschrecken lassen. Warum kann man aus einem „World War Z“ – so der wunderbare Originaltitel – nicht einfach ein „Weltkrieg Z“ machen? Die Zielgruppe dürfte ja ohnehin eher weniger der Fanfraktion von Marcus H. Rosenmüllers Heimatmärchen angehören.

Auch wenn man es zunächst vermuten würde, richtet sich die fiktive Interviewsammlung nicht zwangsweise an blutdürstende Zombiefanatiker. Es geht weniger darum was die Welt ins Chaos stürzt, als wie ihre Bewohner darauf reagieren. Die fiktiven Gesprächspartner berichten vom ersten Ausbruch der Epidemie, von der Großen Panik nachdem das Ausmaß der Katastrophe bekannt wird, von den offiziellen Maßnahmen der einzelnen Regierungen und von bewegenden Einzelschicksalen. Durch diese Form der Aufarbeitung der Ereignisse wird eine Realitätsnähe erreicht, welche beinahe schon beängstigend ist. Max Brooks greift zudem Ereignisse der jüngeren Geschichte auf und verarbeitet diese geschickt zu einer beißenden Satire, die einem durchwegs das Lachen im Halse stecken bleiben lässt.

So erfrischend der Gedanke hinter der fiktiven Geschichtsstunde auch ist, so ermüdend sind die Texte teils zu lesen. Die meisten Interviews sind wirklich hochspannend und unterhaltsam, andere jedoch haben sich aufgrund ihrer – sicherlich der Authentizität zutragenden – Detailverliebtheit gezogen wie Kaugummi. Ich hätte hier lieber weniger Berichte gelesen, diese dann auch gerne ausführlicher aber von Personen, welche zumindest ein gewisses Identifikationspotential besitzen und – schließlich handelt das Buch von Zombies – mehr persönliche Begegnungungen mit dem großen Z schildern. Vielleicht würde dieser Ansatz aber auch gar nicht funktionieren und die messerscharfe sozialpolitische Beobachtungsgabe des Autors (übrigens Sohn von Mel Brooks) verpuffen lassen.

Für Zombiefreunde ist „World War Z“ wohl Pflichtlektüre, welche das gerne belächelte Genre in einem ganz neuen Licht zeigt. Aufgrund der kleinteiligen Struktur muss man sich teils etwas durch das Buch kämpfen, doch wird man stets mit einer weiteren bizarren Begebenheit belohnt. Ein höchst interessantes und zugleich erschreckendes Lesevergnügen: 8/10 Punkte.

Der seltsame Fall des Benjamin Button – OT: The Curious Case of Benjamin Button (2008)

Als ich das erste Mal von David Finchers „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ hörte, war mein Interesse sofort geweckt. Bisher hatte mich noch kein Film des Regisseurs enttäuscht und die Geschichte versprach zudem seine Fähigkeiten in einem ganz neuem Genre zu fordern. Dann kam die Zeit vor den Academy Awards und der Film war plötzlich in aller Munde. Größtenteils war der Tenor eher negativ und mit dem aufkommenden Hype ist mein Interesse beinahe völlig verschwunden.

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Die gestrige Sichtung war auch nur eine Notlösung, da wir ins Kino eingeladen wurden und uns die restlichen Filme noch weniger interessierten. Die Erwartungshaltung hätte folglich geringer nicht ausfallen können. Ich erwartete einen typischen Oscar-Film: Ohne Herz und mit viel Kalkül inszeniert (spontan fällt mir hier z.B. „A Beautiful Mind“ ein). Was ich jedoch zu sehen bekam war Kino in seiner reinsten Form. Bildgewordene Nostalgie, eine epische Liebesgeschichte und technische Perfektion, die in ihrer subtilen Erhabenheit noch unzählige Filme nach „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ prägen wird.

Ich mag Filme, in denen man Charaktere aufwachsen sieht. Ihr Leben verfogt. Eine Beziehung zu ihnen aufbaut. Filme die Nostalgie unvermittelt an ihre Betrachter weitergeben können. Wenn Benjamin seinen Vater zum Sterben an den Lieblingsort seiner Kindheit bringt, dann berührt mich das. Ebenso wie dutzende andere Szenen, die vielleicht nebensächlich erscheinen mögen, für das emotionale Wachstum der Figuren aber unerlässlich sind. Überhaupt handelt der Film weniger davon, dass Benjamin immer jünger wird, sondern wie die Menschen in seiner Umwelt auf ihn reagieren und von ihm beeinflusst werden. Ihr Bewusstsein in Bezug auf das Leben, das Altern und das Sterben wird geweckt. Sehr schön in diesem Zusammenhang fand ich die Episode in der Benjamin auf Elizabeth Abbott (Tilda Swinton) trifft und die unvermittelte spätere Auflösung.

Benjamins Lebensgeschichte wird in die Rahmenhandlung seiner sterbenden großen Liebe eingebettet. Hier sehe ich auch die einzigen Kritikpunkte, da mir die Übergänge teils etwas holprig und zu forciert (z.B. Hurrikan Katrina) erschienen. Ein ähnliches emotionales Gerüst, wie es bereits Tim Burton in „Big Fish“ verwendet hatte. Durch die immer wieder unterbrochene Handlung konnten zumindest Zeitsprünge relativ flüssig eingebaut werden und es war jedes Mal ein Ereignis Benjamin Button (bzw. Brad Pitt) in weiter verjüngter Form zu sehen.

Hier komme ich nun auch auf die Technik zu sprechen, die einen neuen Meilenstein für die Branche darstellt dürfte. Es ist wirklich unglaublich, was die VFX-Magier hier geschaffen haben. Selten habe ich so perfekte und absolut subtile Effektarbeit gesehen. Der Film wirkt in jedem Einzelbild wie aus einem Guss und wüsste man es nicht besser, man würde annehmen Brad Pitt und Cate Blanchett seien während der Dreharbeiten stark gealtert, nur um kurze Zeit später den Jungbrunnen gefunden zu haben. Einfach unglaublich und schon jetzt ein Grund mich auf die hoffentlich erscheindende Special Edition der DVD mit vielen Hintergrundberichten zu den Effekten zu freuen.

Was David Finchers jüngstes Werk abgesehen von seiner technischen Perfektion für mich wirklich zu einem besonderen Film macht, ist seine emotionale Wirkung. Die meiste Zeit war ich tatsächlich mit einem Lächeln auf den Lippen im Kino gesessen. Ich konnte den Film miterleben, was leider viel zu selten vorkommt. Zudem musste ich mehr als nur einmal eine Träne verdrücken und das nicht etwa, weil Fincher inszenatorisch besonders auf die Tränendrüse gedrückt hätte, sondern weil man mit den Charakteren mitgeliebt, mitgelebt und mitgelitten hatte. Es ist eine echte Bindung entstanden und das ist für mich großes Kino.

Für mich ist „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ schon jetzt eine der positivsten Überraschungen des noch jungen Kinojahres. Allen nostalgischen Träumern da draußen kann ich nur empfehlen sich nicht aufgrund der unzähligen schlechten Kritiken von einer Sichtung abhalten zu lassen. Der Film ist großes Kino. Kino fürs Herz: 9/10 Punkte.

DuckTales: Jäger der verlorenen Lampe – OT: DuckTales: Treasure of the Lost Lamp (1990)

Aktualisierung: Ich habe „DuckTales: Jäger der verlorenen Lampe“ am 7. Mai 2021 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Als Heranwachsender war ich wohl der weltgrößte Fan der Familie Duck. Ob die alten Carl Barks Comics oder Lustige Taschenbücher – ich kannte und liebte sie alle! Als ich das erste Mal von einer Zeichentrickserie im Entenuniversum hörte, war ich begeistert. Leider hatte „DuckTales – Neues aus Entenhausen“ letztendlich nicht mehr allzu viel mit den bekannten Geschichten gemein: Zu viele neue Figuren und oft zu überdrehte Geschichten. Den Kinofilm zur Serie hatte ich allerdings – dank VHS-Kassette – unzählige Male gesehen. Somit ist „DuckTales – Jäger der verlorenen Lampe“ wohl einer der meistgesehenen Filme meiner Kindheit. Wie bereits bei der kürzlichen Sichtung von „In einem Land vor unserer Zeit“ war auch die gestrige Sichtung des Entenabenteuers ein bizarr nostalgisches Erlebnis.

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„DuckTales: Jäger der verlorenen Lampe“ ist kein klassischer Disneyfilm. Man merkt hier deutliche Abstriche in der Qualität, wenn man ihn mit den Klassikern des Genres vergleicht. Oft wirkt er – zumindest technisch – eher wie eine aufgeblasene Episode der Serie, was aber auch an der mehr schlecht als recht gemasterten DVD liegen mag. Das alles ist mir früher aber nicht aufgefallen. Ich konnte mich völlig in die Geschichte fallen lassen und hatte in diesem Film auch die Abwesenheit von Donald Duck und neue Figuren wie Quack, den Bruchpiloten akzeptiert. Die extra für den Kinofilm geschriebenen Charaktere Genie, Dijon und Merlock hatten mir zudem auf Anhieb gefallen.

Bis heute haben sich die Qualitätsmaßstäbe natürlich verändert. Auch wenn mir technische und inhaltliche Fehler bei der gestrigen Sichtung doch ziemlich stark aufgefallen sind, so hat das dem reinen Unterhaltungswert jedoch keinen Abbruch getan. Mal wieder war ich erstaunt, wie gut ich gewisse Dialoge und Situationen nach bestimmt 15 Jahren noch kenne. Neue – damals noch unbekannte – Details, wie die Comicvariante von „Indiana Jones“ ergänzten das Filmerlebnis zudem noch um neue Aspekte.

Alles in allem bietet „DuckTales: Jäger der verlorenen Lampe“ auch heute noch beste Comicunterhaltung. Um den Film wirklich genießen zu können, muss man aber wohl damit aufgewachsen sein. Er mag kein Klassiker des Genres sein, auf meiner persönlichen Rangliste rangiert er aber ziemlich weit oben. Nun habe ich tatsächlich Lust auf klassische Disney Comics bekommen und werde hiermit wohl auch einmal wieder in diese Welt einsteigen. Der bisher einzige Kinofilm rund im die Familie Duck bekommt von mir auf jeden Fall nostalgische 8/10 Punkte.

Angel: After the Fall – Volume 2: First Night

angelafter2Nach dem herausragenden Einstand Angels in der Comicwelt, konnte ich nicht umhin nahezu ohne Unterbrechung mit „Angel: After the Fall – Volume 2: First Night“ weiterzumachen. Doch – welch Überraschung! – es ging gar nicht weiter. Zumindest nicht mit der Hauptgeschichte. Wir erleben in diesem Band die erste Nacht der Champions in der Hölle und somit das, worauf wir seit den letzten Sekunden von „Not Fade Away“ warten.

Insgesamt liest sich „First Night“ wie eine typische Sonderepisode. Herausgerissen aus der Geschichte und doch wichtig. Zwar können nicht alle Kapitel einhundertprozentig überzeugen, doch insgesamt gesehen werden hier teils wirklich drängende Fragen beantwortet: Was genau ist mit Wesley geschehen? Wer zerstörte/rettete Gunn? Wie reagierte Spike auf sein zweites überlebtes Finale einer Joss Whedon-Serie? Hierzu gibt es Antworten. Mal mehr, mal weniger überzeugend. Doch immerhin Antworten.

Die formale Erscheinung des Sammelbands ist einmal wieder über jeden Zweifel erhaben: Hardcover, Hochglanzseiten und jede Menge Extras. Besonders die entfallenen Flashbacks (z.B. The Dragon) sind äußerst unterhaltsam. Der gedruckte Audiokommentar enthält zudem erneut jede Menge Fakten aus dem Whedonverse und ist allen Fans nur zu empfehlen.

Im Vergleich zum fantastischen „Angel: After the Fall – Volume 1“ muss sich „First Night“ eindeutig geschlagen geben. Dennoch sind die Geschichten essentiell für die Fortführung der Serie in Papierform. Nun dauert es leider etwas bis Volume 3 erscheint, doch die Zeit lässt sich mit der Miniserie „Spike: After the Fall“ bestimmt ausgezeichnet überbrücken. Der Ausflug in die Vergangenheit war sehr interessant, doch nun bitte wieder zurück zur Hauptgeschichte: 8/10 Seiten.

True Lies: Wahre Lügen (1994)

Ich bin alt. Verdammt alt. Das wurde mir gestern Abend schlagartig klar, als ich realisierte dass James Camerons actionreiche Parodie „True Lies“ inzwischen auch schon 15 Jahre auf dem Buckel hat. 15 Jahre. Unglaublich. Dabei war mir der Film stets als noch relativ jung im Gedächtnis. In meinen Teenagerjahren unzählige Male gesehen. Nun das zweite Mal auf DVD. Kann der Film heute immer noch überzeugen?

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Oh ja. Er kann. Auch wenn ich die Dialoge beinahe komplett mitsprechen kann, so haben sich die einzelnen Szenen nicht abgenutzt. Sie erscheinen so frisch, wie bei der ersten Sichtung. James Cameron ist hier wirklich das Meisterstück gelungen eine herrlich komische Parodie mit völlig überdrehter Action zu kombinieren. Grandios! In jedem anderen Actionfilm würde man sich vermutlich an den Kopf fassen, wenn die Hauptfigur auf einem Pferd durch die Lobby eines Hotels jagd oder mit einem Kampfjet durch Wolkenkratzer fegt. Hier treffen solche Szenen exakt den Ton des Films. Man hat nie das Gefühl einen lächerlichen Film zu sehen und nimmt Charaktere und Handlung im Rahmen ihrer Welt ernst. Dieses Kunststück schaffen nur ganz wenige Parodien.

Neben Camerons absolut fabelhafter Inszenierung tragen vor allem die perfect gecasteten Schauspieler zum Gelingen des Films bei. Arnold Schwarzenegger muss sich nicht groß verstellen, ist seine Rolle doch archetypisch angelegt. Sein Umfeld dagegen muss reagieren und hier gibt es eine wunderbar wandlungsfähige Jamie Lee Curtis zu sehen. Einfach herrlich! Die Chemie zwischen den beiden Schauspielern scheint zudem für ihre Rollen perfekt gewesen zu sein. Hinzu kommt ein herrlich überdreht aufspielender Bill Paxton, der für mehr als nur einen Lacher sorgt. Des Weiteren gibt es Charlton Heston mit Augenklappe zu bewundern und Eliza Dushku (Faith, „Buffy: The Vampire Slayer“) ist als rotziger Teenager zu sehen.

Neben diversen Knallerdialogen und komödienhaften Szenen, kommt natürlich auch die Action nicht zu kurz. Diese wirkt – trotz ihrer völligen Überzogenheit – nie lächerlich oder fehlplatziert. Da könnten sich moderne Actionfilme à la „Wanted“ die eine oder andere Scheibe abschneiden – insbesondere in Bezug auf die Verbindung von Action und Handlung.

James Camerons „True Lies“ ist trotz seiner für einen Actionfilm enormen Lauflänge zu jeder Zeit unterhaltsam. In seinem inszenatorischen Gigantismus und seiner inhaltlichen Leichtigkeit stellt diese Geburt des 90er Jahre Kinos für mich den perfekten Popcornfilm dar. Es gibt kaum einen Actioner, der unterhaltsamer wäre. Grandios und absolutes Pflichtprogramm: 10/10 Punkte.

Hellboy – Director’s Cut (2004)

Als ich Guillermo del Toros Comicverfilmung „Hellboy“ – bereits damals im Director’s Cut – zum ersten Mal sah, wusste ich nicht so recht was ich zu erwarten hatte. Die Vorlage war mir fremd und ich konnte den Film anfangs nur schwer einordnen. Eines stand jedoch ohne Zweifel fest: Ich hatte verdammt viel Spaß mit dem roten Affen!

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Aus der Vielzahl an Comicverfilmungen ist mir „Hellboy“ eindeutig als die sympatischste in Erinnerung geblieben. Auch wenn die Hauptfigur wohl – oberflächlich betrachtet – weit weniger menschlich erscheinen mag als die „X-MEN“ oder „The Hulk“, so steckt hinter der harten roten Schale doch der menschlichste aller Superhelden. Dieser Eindruck ist wohl vor allem auch Ron Perlmans grandiosem Spiel zu verdanken, der unter der Maske zur Höchstform aufläuft. Als hätte Mike Mignola die Vorlage nur für ihn geschrieben.

Stilistisch erinnert „Hellboy“ eher noch an „Blade II“, als an „Pans Labyrinth“ und ist somit seinen Comicwurzeln absolut treu geblieben. Für mich als Monsterfreund ist der Film sowieso eine kleine Offenbarung: Sammael gibt einen wunderbaren Höllenhund ab und Karl Ruprecht Kroenen ist ein absolut faszinierender Bösewicht. Selbst das riesige Schleimmonster – das sowohl H. P. Lovecrafts Phantasie, als auch Katsuhiro Otomos „Akira“ entsprungen sein könnte – passt perfekt in diese Welt. Comicfantasy at its best!

Nun bin ich mehr als gespannt auf „Hellboy II: The Golden Army“, welcher sich – wenn man nach dem Trailer urteilt – vom Kreaturendesign her gesehen stark bei „Pans Labyrinth“ bedient. Ich bin mir auf jeden Fall sicher, dass „Der Hobbit“ bei Guillermo del Toro in guten Händen ist. Ein beruhigendes Gefühl. Dieser höllisch unterhaltsame Ausflug in die bunte Comicwelt ist mir auf jeden Fall 8/10 Punkte wert.

28 Days Later (2002)

Gestern Abend hatte ich Lust auf Horror und da ich mich zurzeit auch in Buchform mit Zombies bzw. Infizierten beschäftige, habe ich einmal wieder Danny Boyles Endzeitschocker „28 Days Later“ aus dem Regal geholt. Wahrlich keine schlechte Wahl!

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Die erste Sichtung des Films hatte mich damals wirklich mitgerissen. Spannung, Horror, Endzeitatmosphäre. Was will man mehr? Unter den modernen Zombiefilmen war „28 Days Later“ trotz der im Vergleich schwachen letzten halben Stunde stets mein Favorit. Daran konnte auch der überzeugende Nachfolger „28 Weeks Later“ nichts ändern. Nach der gestrigen Sichtung sehe ich einige Dinge jedoch kritischer, als beim euphorischen ersten Mal.

Auch wenn ich die ersten zwei Drittel des Films immer noch grandios finde, so habe ich mich gestern gefragt ob der Horror nicht viel größer gewesen wäre, hätte man die Eröffnungsszene im Labor weggelassen oder zumindest nur angedeutet. Vielleicht aber auch nicht. Irgend etwas stört mich auf jeden Fall an dieser ausführlichen Exposition. Vielleicht erinnert sie mich inhaltlich auch nur zu sehr an „12 Monkeys“ und verliert in diesem Vergleich. Ich kann es nicht sagen.

Bis zur Ankunft bei den Militärs habe ich inhaltlich nichts mehr an dem Film auszusetzen. Atmosphärische Spannungsmomente und schön gezeichnete Figuren treiben die Odyssee durch das zerstörte England voran. Auch wenn ich dieses Mal wusste, was auf mich zukommt so konnte ich mich auch gestern nicht mit dem Finale anfreunden. Inhaltlich mag die Situation ja durchaus Sinn machen, doch wenn Jim (Cillian Murphy) plötzlich einen auf Rambo macht, dann wirkt dies eher wie eine erzwungene Selbstreferenzierung: „The Beach“ lässt grüßen, Mr. Garland/Mr. Boyle.

Die Inszenierung gibt keinen Grund zur Klage. Danny Boyle beweist einen guten Blick für eindrucksvolle Perspektiven und die stimmungsvolle musikalische Untermalung trägt ihren guten Teil zur dichten Atmosphäre bei. Mit der digitalen Videotechnik kann ich mich jedoch nicht anfreunden. Der Film ist auch viel zu artifiziell inszeniert, als dass eine echte Dokuatmosphäre aufkommen könnte. Was bleibt ist oft ein Pixelbrei, der meiner Meinung nach nicht nötig gewesen wäre.

Alles in allem bietet „28 Days Later“ auch bei der wiederholten Sichtung mitreißende Unterhaltung. Leider werden die Fehler offensichtlicher, was insgesamt aber zu verschmerzen ist. Was bleibt ist ein hochklassiger moderner Zombieschocker – Infizierte hin oder her: 8/10 Punkte.

Angel: After the Fall – Volume 1

angel_s6_1Nachdem ich von der gezeichneten achten Staffel von „Buffy: The Vampire Slayer“ schon ziemlich begeistert war, konnte ich Joss Whedons „Angel: After the Fall – Volume 1“ kaum abwarten. Besonders da das Serienfinale von „Angel“ offener nicht hätte ausfallen können. Als ich das knapp 200 Seiten starke Comicbuch – ja tatsächlich ein Buch! – in den Händen hielt, konnte ich kaum noch an mich halten und habe es viel zu schnell verschlungen.

Die Handlung setzt einige Monate nach „Not Fade Away“ an und wir sehen, dass L.A. tatsächlich zur Höllendimension geworden ist. Dämonen herrschen über die verschiedenen Bezirke und unsere Champions hat es in alle Himmelsrichtungen verstreut. Angel muss mit neuen Schuldgefühlen fertig werden und versucht den Kampf gegen die Unterwelt nun alleine zu führen, was sich in Anbetracht der Umstände – und hier möchte ich nicht zu viel verraten – schwierig gestaltet. Mit der Zeit findet er mit alten Verbündeten zusammen, die sich jedoch alle in irgendeiner Form verändert haben – das Leben in einer Höllendimension geht eben an niemandem spurlos vorrüber. Einzig Connor scheint sich – verständlicherweise – ganz gut zurechtzufinden. Beim finalen Kampf zwischen den einzelnen Bezirken steigern sich die Spannungen schließlich ins Unermessliche…

Soweit zur wirklich gelungenen Handlung, die das Comic tatsächlich wie eine weitere Staffel der Serie wirken lässt. Dazu trägt sicherlich auch der Zeichenstil bei, welcher die Figuren unglaublich gut einfängt. Man kann die Darsteller tatsächlich in nahezu jedem Panel erkennen und das düstere L.A. verbreitet eine wunderbar morbide Endzeitatmosphäre. Herrlich! Zu den grandiosen Dialogen aus der Feder von Brian Lynch – nach einer Geschichte von Joss Whedon – muss man nichts sagen. Einfach perfekt und den Charakteren absolut passend in den Mund gelegt.

Erwähnenswert ist zudem noch die Aufmachung des Comics: Ein wunderschön gestaltetes Hardcover mit glänzendem Schriftzug, gebundenen Hochglanzseiten samt Lesezeichen und etlichen Extras. Darin finden sich Skizzen, Illustrationen, der ursprüngliche Entwurf von Joss Whedon und das gesamte Skript des ersten Akts mit Anmerkungen von Brian Lynch. Wahrlich famos!

Für mich geht mit „Angel: After the Fall“ ein kleiner Traum in Erfüllung. Die nahezu perfekte Fortführung der Geschichte in einer wirklich edlen Aufmachung. Dagegen kommt selbst die – auch wirklich gelungene – achte Staffel der Mutterserie nicht an. Wirklich herausragend: 10/10 Punkte.