Nachdem ich bei der Vorlage inzwischen bis zum fünften Band vorgedrungen bin, war es Zeit auch der Serie wieder einmal einen Besuch abzustatten. Obwohl die zweite Staffel bereits im Regal wartet, wollte ich mir mit „Game of Thrones – Season 1“ noch einmal die Ereignisse des ersten Teils dieser epischen Geschichte ins Gedächtnis rufen. Mit Kenntnis der Vorlage nun ein ganz neues Erlebnis, das jeder Freund der Serie einmal gemacht haben sollte…

Es ist wahrlich eine Freude die Geschehnisse in Westeros nun wissenden Blickes verfolgen zu können: Mance Rayder wird in einem Nebensatz erwähnt? Kein Problem, ist mir ja bestens aus „A Storm of Swords“ bekannt. Die politischen Verwicklungen in Dorne werden kurz angerissen? Sehr schön, diese wurden ja in „A Feast for Crows“ ausführlichst erläutert. Die Welt der Serie hat durch die Kenntnis der Vorlage enorm gewonnen. Sie ist reicher geworden und stellt für mich nun mehr als eine kompakte Bebilderung der Handlung dar. Enorm unterhaltsam und mitreißend inszeniert.
Da ich die Serie das erste Mal vor dem Lesen der Bücher gesehen habe, wurde meine Vorstellung der Charaktere natürlich auch entsprechend durch sie geprägt. Dies werte ich allerdings positiv, da HBO wirklich großartige Schauspieler gefunden hat, um Eddard Stark (Sean Bean), Tyrion Lannister (Peter Dinklage), Jon Snow (Kit Harington), Arya Stark (Maisie Williams), Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) usw. Leben einzuhauchen. Folglich also kaum verwunderlich, dass auch die neuen Charaktere der Romanreihe dieser Serienwelt entsprungen scheinen. Ich möchte gar nicht wissen, wie die Adaption als Filmreihe ausgesehen hätte. Bereits jetzt lassen sich kaum alle Handlungsstränge in je 10 Episoden pro Staffel unterbringen – und doch ist es (mit teils berechtigten Kürzungen) auf fantastische Art und Weise gelungen.
Zugegebenermaßen sieht so manches Set zu eindeutig nach Studio aus, doch wird dies durch die famosen Charaktere wieder wett gemacht, welche die Geschichte stets vorantreiben. Bei der Wahl zwischen Budget und Zeit für Charakterentwicklung wurde folglich die einzig richtige Entscheidung getroffen. Ich bin nun wahrlich gespannt, wie „A Clash of Kings“ umgesetzt wurde, bietet die Vorlage doch ein noch komplexeres Beziehungsgeflecht und epischere Momente. Kein Wunder, dass die Serie solch einen Anklang findet – und ich hoffe sie hat das Tor für hochwertig produzierte Buchverfilmungen in Serienform noch ein wenig weiter aufgestoßen. Bei dieser Qualität darf der Winter gerne kommen: 10/10 (9.5) Punkte.








