Game of Thrones – Season 1 (WS1)

Nachdem ich bei der Vorlage inzwischen bis zum fünften Band vorgedrungen bin, war es Zeit auch der Serie wieder einmal einen Besuch abzustatten. Obwohl die zweite Staffel bereits im Regal wartet, wollte ich mir mit „Game of Thrones – Season 1“ noch einmal die Ereignisse des ersten Teils dieser epischen Geschichte ins Gedächtnis rufen. Mit Kenntnis der Vorlage nun ein ganz neues Erlebnis, das jeder Freund der Serie einmal gemacht haben sollte…

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Es ist wahrlich eine Freude die Geschehnisse in Westeros nun wissenden Blickes verfolgen zu können: Mance Rayder wird in einem Nebensatz erwähnt? Kein Problem, ist mir ja bestens aus „A Storm of Swords“ bekannt. Die politischen Verwicklungen in Dorne werden kurz angerissen? Sehr schön, diese wurden ja in „A Feast for Crows“ ausführlichst erläutert. Die Welt der Serie hat durch die Kenntnis der Vorlage enorm gewonnen. Sie ist reicher geworden und stellt für mich nun mehr als eine kompakte Bebilderung der Handlung dar. Enorm unterhaltsam und mitreißend inszeniert.

Da ich die Serie das erste Mal vor dem Lesen der Bücher gesehen habe, wurde meine Vorstellung der Charaktere natürlich auch entsprechend durch sie geprägt. Dies werte ich allerdings positiv, da HBO wirklich großartige Schauspieler gefunden hat, um Eddard Stark (Sean Bean), Tyrion Lannister (Peter Dinklage), Jon Snow (Kit Harington), Arya Stark (Maisie Williams), Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) usw. Leben einzuhauchen. Folglich also kaum verwunderlich, dass auch die neuen Charaktere der Romanreihe dieser Serienwelt entsprungen scheinen. Ich möchte gar nicht wissen, wie die Adaption als Filmreihe ausgesehen hätte. Bereits jetzt lassen sich kaum alle Handlungsstränge in je 10 Episoden pro Staffel unterbringen – und doch ist es (mit teils berechtigten Kürzungen) auf fantastische Art und Weise gelungen.

Zugegebenermaßen sieht so manches Set zu eindeutig nach Studio aus, doch wird dies durch die famosen Charaktere wieder wett gemacht, welche die Geschichte stets vorantreiben. Bei der Wahl zwischen Budget und Zeit für Charakterentwicklung wurde folglich die einzig richtige Entscheidung getroffen. Ich bin nun wahrlich gespannt, wie „A Clash of Kings“ umgesetzt wurde, bietet die Vorlage doch ein noch komplexeres Beziehungsgeflecht und epischere Momente. Kein Wunder, dass die Serie solch einen Anklang findet – und ich hoffe sie hat das Tor für hochwertig produzierte Buchverfilmungen in Serienform noch ein wenig weiter aufgestoßen. Bei dieser Qualität darf der Winter gerne kommen: 10/10 (9.5) Punkte.

Der Hobbit: Smaugs Einöde – OT: The Hobbit: The Desolation of Smaug (2013)

Aktualisierung: Ich habe „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ am 21. Dezember 2014, am 23. Dezember 2015 und am 26. Dezember 2023 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Wo soll ich nur anfangen? Mir fehlen immer noch die Worte. Dabei habe ich es tatsächlich versucht. Aber zurück zum Anfang: Heute Nachmittag habe ich endlich „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ gesehen – auf der ganz großen IMAX-Leinwand in technisch brillianter 4K-Projektion und HFR 3D. Hatte ich mich bei der Kinosichtung des Vorgängers noch nicht an die 48 fps herangewagt, wollte ich mir dieses Mal selbst ein Bild von HFR machen. Warum dies mein Kinoerlebnis zerstörte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Viele Zuschauer kennen den Unterschied zwischen Video und Film nicht. Es sind ja alles bewegte Bilder. Ich dagegen reagiere auf den sogenannten Videolook extrem empfindlich. Inzwischen sind auch digitale Kameras in der Lage Filmlook detailgetreu zu replizieren. Selbst DSLRs mit korrekt gewählter Verschlusszeit und ein wenig Nachbearbeitung lassen uns an Film glauben. Nicht nur für Hobbyfilmer der Anbruch eines neuen Zeitalters. Man sieht jedoch immer wieder Filme, in denen die Videoästhetik bewusst beibehalten wird (z.B. Michael Manns „Public Enemies“). Für mich ein ebensolches No-Go, wie die Verschandelung von Filmen durch Berechnung von Zwischenbildern, wie 100+ Hz – und exakt an diesen verhassten Effekt hat mich HFR im Vorfeld erinnert. Glauben konnte ich es – besonders da es auch immer wieder begeisterte Stimmen gab – jedoch kaum. Was ich zu sehen bekam, bestätigte allerdings meine schlimmsten Befürchtungen.

Peter Jacksons Mittelerde sieht in HFR aus wie ein billiges Homevideo. Grotesk, trotz 3D flach und einfach nur unrealistisch realistisch. Sicher sind die langsamen Kamerafahrten butterweich und sehen toll aus, doch solche Szenen waren auch mit 24 fps nie das Problem. Sobald sich Personen bewegen, schnelle Kampfhandlungen o.ä. gezeigt werden, kommt es zu Beschleunigungseffekten, die mich jedes Mal komplett aus dem Film gerissen haben. Eingewöhnung nach ca. 10 Minuten? Selbst nach 160 Minuten war ich immer noch verstört von dieser schönen neuen Kinowelt. Es mag daran liegen, dass 48 fps noch zu wenig sind (James Cameron träumt ja von 120 fps), doch es kann mir niemand erzählen hier realistische Bewegungsabläufe gesehen zu haben. Die Kombination aus 48 Bildern pro Sekunde und der gewählten Verschlusszeit ist irgendwie daneben. Zumindest für meine Wahrnehmung. Sollte das wirklich die Zukunft des Kinos sein, suche ich mir ein anderes Hobby.

Den Film abseits seiner technischen Aspekte zu bewerten, fällt mir nun unglaublich schwer. Ich bin einfach nicht reingekommen. Nicht der Hauch von Immersion. Suspension of disbelief my ass! Zwar wurde jede Station der Vorlage abgehakt, es gab ein paar interessante Bilder zu sehen, doch war ich zu keiner Sekunde bei den Charakteren. Eine Schande. Hinzu kommt die Synchro, die mich noch weiter aus dem Film gerissen hat. Dabei wäre es bestimmt toll gewesen Stephen Fry als Bürgermeister von Seestadt zu hören! Insgesamt schien mir der Film noch aufgeblähter als „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ und seine Actionszenen noch forcierter. Insgesamt also auch ein inhaltlicher Rückschritt, wobei ich das nur schwer bewerten kann.

Was bleibt mir nun noch zu schreiben? Den Kinobesuch hätte ich mir sparen können. Auch meine bessere Hälfte war entsetzt ob des visuellen Eindrucks. Das restliche Publikum schien sich nicht im Geringsten daran zu stören. Vielleicht bin ich einfach zu alt für den Scheiß. Sorry Peter, sorry James, so bleiben wir keine Freunde. Versuche ich die Kulissenhaftigkeit auszublenden und mich nur auf die Handlung zu konzentrieren, würde der Film irgendwo zwischen 6 und 8 Punkten landen. Nächstes Jahr um diese Zeit wird mein Eindruck der 2D/24 fps-Fassung nachgereicht. Entschuldigt diese etwas andere Art der Besprechung, doch ich bin immer noch entsetzt. Schade um Mittelerde: 6/10 Punkte (unter Vorbehalt).

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise – OT: The Hobbit: An Unexpected Journey – Extended Edition (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ am 13. Dezember 2014, am 19. Dezember 2015 und am 25. Dezember 2023 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine aktualisierte Besprechungen veröffentlicht.

Nach drei anstrengenden, aber schönen Weihnachtstagen war es an der Zeit für ein wenig Abwechslung. Wieso also kein Abenteuer? So ein Abenteuer, wie es Bilbo Beutlin in „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ erlebt hat. Damit sich solch ein Abenteuer auch lohnt, sollte es nicht zu kurz sein, weshalb wir dieses Mal die erweiterte Route Fassung gewählt haben. Mittelerde ist schließlich immer einen längeren Besuch wert, oder etwa nicht?

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Um es kurz zu machen: Der Film konnte sowohl seine Schwächen als auch seine Stärken, die er während der ersten Sichtung offenbart hatte, ausbauen. Ich mochte den langsamen Einstieg, die vorlagengetreue Ankunft der Zwerge und Bilbos zögerliche Zusage. Auch die bedeutungsschwangeren Andeutungen, die Peter Jackson in den ersten Teil seiner Prequel-Trilogie gepackt hat, haben mir nach wie vor gut gefallen. Zugegebenermaßen lassen manche Erzählstränge den Film ein wenig aufgebläht wirken, doch insgesamt ist Jackson dadurch eine schöne atmosphärische Brücke zu seiner „Der Herr der Ringe“-Verfilmung gelungen.

Der übermäßige CGI-Einsatz und die völlig entfesselte Kamera haben mich auch bei dieser zweiten Sichtung genervt. Allerdings wusste ich bereits, was auf mich zukommt, weshalb ich dieses Mal vorbereitet war. So oder so werde ich den filmischeren Look der alten Trilogie gegenüber den oft zu digital wirkenden Bildern der Nachfolgefilme stets bevorzugen. Über Designentscheidungen, wie den Goblin-König oder den digitalen Azog, habe ich mich ebenfalls erneut geärgert. Die Szenen mit Gollum haben mich dafür abermals gepackt und begeistert. Ein wahrlich zweischneidiges Schwert, wobei die positiven Aspekte nach wie vor klar überwiegen.

Was die erweiterten Szenen angeht, so fügen sich diese angenehm in die Handlung ein. Teils werten sie den Film deutlich auf (z.B. die Szenen im Auenland oder die White Council-Erweiterung), teils sind sie unnötig (z.B. der Song des Goblin-Königs). Fanservice eben. Man hat als Käufer ja die Wahl und ich werde auch in Zukunft zur erweiterten Fassung greifen. In 2D und auf der kleineren Bilddiagonale war es übrigens deutlich einfacher die Übersicht zu behalten, als noch in der 3D-Fassung im Kino. Umso gespannter bin ich nun auf das IMAX 3D HFR-Erlebnis, das morgen mit dem Nachfolger ansteht. Ein wenig Angst habe ich auch vor den 48 fps, aber muss man wohl einmal erlebt habe.

Insgesamt hat mir „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ bei der Zweitsichtung noch ein wenig besser gefallen, als beim ersten Mal. Für einen Punktesprung reicht es allerdings noch nicht. Auf die Fortsetzung freue ich mich nun schon ungemein und hoffe, dass bis morgen nichts dazwischen kommt. Man weiß ja nie. Weihnachtszeit ist also filmisch wieder gleichbedeutend mit Mittelerde. Was habe ich das vermisst: 8/10 Punkte.

Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS4)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Dieses Jahr habe ich irgendwie so meine Probleme in die richtige Weihnachtsstimmung zu kommen. Vermutlich liegt es am neuen Job, der mich ziemlich beschäftigt – auch wenn es mir die neuen Kollegen wirklich einfach machen. Was könnte also Abhilfe schaffen? Natürlich „Schöne Bescherung“ in den Player schieben! Denn welchem Film gelingt es besser Weihnachtsstimmung zu verbreiten? Deshalb gibt es dieses Jahr auch schon die fünfte (und bestimmt nicht letzte) Besprechung des Klassikers auf diesem Blog.

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Was kann ich noch zu „Christmas Vacation“ sagen, das ich bisher noch nicht geschrieben habe? Dieses Jahr habe ich mit Brian Doyle-Murray (Clarks Chef) einen Schauspieler entdeckt, der mir erst kürzlich in der Serie „The Middle“ aufgefallen ist. In dieser spielt er übrigens eine ähnliche Rolle. Weiterhin habe ich mich am herrlichen Dialogwitz erfreut, der im Originalton noch einmal gelungener ist, als in der durchaus brauchbaren Synchro – diese besitzt mit ‚Hmm, gar nicht mal so gut!‘ dagegen einen meiner Lieblingssprüche.

Eine weitere Prämiere war dieses Jahr die HD-Version des Films. Leider gibt es nur bedingt Verbesserungen: Das Bild besitzt eine minimal höhere Detailschärfe und den Ton fand ich auch etwas klarer. Auf jeden Fall war es schön den Film einmal ohne PAL Speed-up erleben zu können, doch wäre ich durch „The Ultimate Vacation Collection“ nicht günstig an den Film gekommen, hätte die DVD auch weiterhin genauso viel Freude bereitet. Das Upgrade lohnt sich folglich nur für Hardcore-Fans des Films.

Wenn ihr euch fragt, ob der Film erfolgreich war und sich bei mir nun endlich auch Weihnachtsstimmung eingestellt hat, so kann ich sagen: Ja, während der 90 Minuten mit den Griswolds hatte ich erneut dieses heimelige Vorweihnachtsgefühl. Insofern stehen die Chancen gut, dass ich – jetzt da auch unser Baum steht – auf ein ‚old-fashioned family Christmas‘ eingestimmt bin: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

The Middle – Season 1

Normalerweise entscheide ich bereits nach ein paar Episoden, ob ich eine Serie weiter verfolge oder nicht. Mehr Geduld habe ich selten. Auch bei „The Middle – Season 1“ hätte ich beinahe verfrüht aufgegeben, da es mir zu Beginn ziemlich schwer gefallen ist, Anschluss an die Charaktere zu finden. Rückblickend bin ich jedoch froh die kunterbunte Familie Heck nicht zu früh verlassen zu haben…

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Müsste ich die Serie in einem Satz erklären, dann würde ich sie mit 60% „Malcolm mittendrin“, 30% „Roseanne“ und 10% „Alle lieben Raymond“ beschreiben. Ich war zu Beginn wirklich sehr erstaunt, wie sehr „The Middle“ an die sogar titelverwandten Serie „Malcolm in the Middle“ erinnert. Fast schon unheimlich. Im Gegensatz zum Comedy-Hit der frühen 2000er Jahre, setzt „The Middle“ jedoch auf die Perspektive der Eltern, genauer gesagt der Mutter (sehr überzeugend gespielt von Patricia Heaton). Als Mann an ihrer Seite gibt es mit Neil Flynn (der Hausmeister aus „Scrubs“) einen weiteren bekannten Seriendarsteller zu sehen.

Auch die drei Kinder sind nett besetzt und jedes einzelne besitzt seine Eigenheiten: sei es der stark pubertierende Axl, die leicht dusselige Sue oder der eigenbrötlerische Brick – die Eltern haben alle Hände voll zu tun. Sympathisch an der Serie ist, dass eine absolute Durchschnittsfamilie im Mittelpunkt steht. Keine aufstrebenden Twentysomethings mit Penthouse in Manhatten, keine überbezahlten Jobs, kein Wer-mit-wem. Von der Stimmung erinnert die Serie auch stark an „Roseanne“ und die letzte Einstellung der Staffel dürfte sogar als direktes Zitat gewertet werden: Die Kamera umkreist den Tisch der essenden Familie, wie damals im Intro der beliebten 90er Jahre-Sitcom. Toll!

Was die Tonalität der Serie angeht, so schwankt diese zwischen realistisch und gnadenlos überzeichnet. Damit hatte ich zu Beginn zu meine Schwierigkeiten, doch mit der Zeit sind mir die Charaktere durchaus ans Herz gewachsen. Auch wenn weit nicht alle Geschichten zünden, so hatte ich doch meinen Spaß mit den Hecks aus Indiana und werde zumindest noch die zweite Staffel verfolgen, die bereits im Regal wartet: 7/10 (7.4) Punkte.

Take Me Home Tonight (2011)

Eigentlich wollte ich heute die Eindrücke meines letztjährigen Mittelerde-Besuchs auffrischen, doch natürlich bin ich für solch einen Marathon viel zu spät vor den Fernseher gekommen. Also fiel die Wahl kurzerhand auf den angenehm kurzen „Take Me Home Tonight“, der ohnehin schon länger auf meiner Liste stand. Trotz teils verhaltener Kritiken hatte ich mich schon alleine aufgrund der Schauspieler und des 80er Jahre-Settings auf den Film gefreut…

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Sieht man sich den Trailer und das Poster der Films an, könnte man eine Teenie-Komödie à la „American Pie“ erwarten. „Take Me Home Tonight“ erinnert allerdings eher an Filme wie „American Graffiti“, „Dazed and Confused“ oder „Detroit Rock City“, die einen alles entscheidenden Zeitpunkt im Leben ihrer Protagonisten erzählen. Ein Nacht, die alles entscheidet. Michael Dowses Film mag sich mit den genannten Coming-of-Age-Klassikern nicht wirklich messen können, doch empfand ich die Energie und das Lebensgefühl dieser unsteten Zeit zwischen Schule und Beruf wirklich sehr gut eingefangen.

Topher Grace sehe ich als bekennender Fan von „Die wilden Siebziger!“ ohnehin sehr gerne und auch sein Filmpartner Dan Fogler ist mir in guter Erinnerung gewesen. Auch das restliche Ensemble (Anna Faris, Teresa Palmer und Chris Pratt) weiß zu überzeugen. Großartig fand ich es Michael Biehn (Kyle Reese, „The Terminator“) in einer unerwartet treffenden Rolle zu sehen. Fantastisch! Ich hatte wirklich enorm viel Spaß die Charaktere bei ihrer nächtlichen Reise durch Los Angeles zu begleiten.

Abzüge gibt es für die vorhersehbare Handlung und die teils ein wenig holprig wirkende Dramaturgie. Letztendlich wurden diese Aspekte für mich aber von den Schauspielern und der herrlichen 80er Jahre-Atmosphäre relativiert. Letztendlich bin ich wirklich positiv überrascht und könnte mir vorstellen, dass „Take Me Home Tonight“ durchaus öfter seinen Weg in den Player findet. Sehr symapthisch: 7/10 Punkte.

Hangover 3 – OT: The Hangover Part III (2013)

Bisher hatte ich alle Teile der Filmreihe in unserem netten kleinen Fremdsprachenkino gesehen, was dem Unterhaltsungswert stets zuträglich war. Das Finale hatte ich im Kino verpasst und so war ich umso gespannter, ob „Hangover 3“ auch vom Sofa aus und ohne größeres Publikum funktionieren würde. Spoiler sind zu erwarten.

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Als ich nach der Erstsichtung von „The Hangover Part II“ das Kino verließ, wollte ich unbedingt einen dritten Teil sehen. Ich hatte enorm viel Spaß damit, der sich bei der Zweitsichtung jedoch nicht komplett aufrechterhalten ließ. Für den Abschluss der Reihe setzte ich meine Hoffnungen auf einen weiteren Junggesellenabschied, da Alan schließlich noch nicht unter der Haube war. Anscheinend hatte sich Todd Phillips aber die generelle Kritik am zweiten Teil zu Herzen genommen und die bewährte Formel geändert. Ob dies jedoch der richtige Weg war?

Im Prinzip erzählt auch der dritte Teil die bekannte Geschichte: Das Wolf Pack muss etliche kuriose Abenteuer bestehen, um ihr verlorenes Mitglied Doug wiederzufinden. Einzig das interessante Element des titelgebenden Hangovers fehlt vollkommen, was ich persönlich schade fand. Anscheinend haben dies auch die Macher gemerkt und etliche Szenen eingebaut, in denen man befürchten hätte können, dass sich die Gang wieder selbst unter Drogen setzt. Dazu kam es leider nicht, doch sorgte auch die restliche Handlung für etliche Lacher. Vielleicht bin ich da einfach zufriedenzustellen, doch Zach Galifianakis‘ Alan finde ich nach wie vor großartig.

Im direkten Vergleich zu „The Hangover“ oder auch dem Nachfolger hat sich der Grad der Verrücktheit der Erlebnisse des Wolf Packs deutlich reduziert. Dennoch waren einige Szenen einfach herrlich (z.B. das Abseilen vom Dach des Ceasars Palace), andere dagegen haben bewusst mit den Erinnerungen an den erfolgreichen ersten Teil der Reihe gespielt. Eines ist auf jeden Fall ziemlich sicher: Eine weitere Fortsetzung wird es wohl nicht geben. Dafür drückt Phillips den Zuschauern während der Credits noch einen rein, indem er ihnen zeigt, welchen Film sie nach der bekannten Formel hätten haben können. Einfach herrlich!

Es ist völlig klar, dass weder die eine noch die andere Fortsetzung nötig gewesen wäre. Der Abschluss der Trilogie ist auch klar der schwächste Teil der Reihe. Dennoch hatte ich Spaß. Es war schön mit den bekannten Figuren wieder einmal um die Häuser zu ziehen und teils verrückte, teils dämliche Abenteuer zu erleben. Die ernsthaften Cineasten schauen jetzt lieber kurz weg, doch ich wurde wirklich gut unterhalten: 7/10 Punkte.

Die wilden Siebziger – OT: That ’70s Show – Season 5

Neben dem Konsum eher harter Serienstoffe, wie „Breaking Bad“ oder „The Shield“, habe ich über die letzten Wochen auch Point Place stets gerne einen Besuch abgestattet. Dies bedeutet, dass ich mit „That ’70s Show – Season 5“ bereits fünf Jahre mit der Gang rund um Eric Forman verbracht habe. Auch wenn sich so langsam erste Abnutzungserscheinungen zeigen, hatte ich wieder enorm viel Spaß in diesen wilden 70ern…

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Am Ende der vierten Staffel hatte ich noch vermutet, die fünfte Staffel nicht mehr von früheren TV-Ausstrahlungen zu kennen. An die ersten Episoden konnte ich mich jedoch noch ziemlich gut erinnern. Was die übergreifenden Handlungsstränge angeht, so treten diese mehr und mehr in den Vordergrund und spielen sich nahezu komplett auf der Beziehungsebene ab. Die Verlobung von Eric und Donna ist der rote Faden, an den sich auch die Geschichten rund um Red und Kitty anhängen. Dieser Konflikt wird für meinen Geschmack ein wenig zu sehr breitgetreten, bis Red am Ende endlich Einsehen hat, dennoch bleibt er stets unterhaltsam.

Der Kampf von Hyde und Kelso um Jackie gestaltet sich beinahe noch amüsanter. Die beiden Konkurrenten besitzen eine herrliche Dynamik, besonders wenn Kelso sich einmal wieder darüber beschwert, dass Hyde sein Auge verletzt hat. Fez dagegen sucht erneut das Mädchen seiner Träume und findet es vorübergehend in Nina, was auch ein durchaus netter Handlungsstrang ist. Erics Eltern kämpfen – neben der Verhinderung der Hochzeitspläne ihres Sohnes – mit Kittys Wechseljahren und ihren Eltern, was für etliche unterhaltsame Szenen sorgt.

Fazit

Insgesamt hatte ich auch mit dem fünften Jahr von „Die wilden Siebziger!“ wieder viel Spaß, doch so langsam treten bekannte Muster immer wieder in den Vordergrund und lassen ein wenig die Frische der ersten Staffeln vermissen. Dennoch nach wie vor exzellente Sitcom-Unterhaltung, auf deren nächste Staffel ich mich bereits jetzt freue: 8/10 (8.4) Punkte.

Die Tribute von Panem: Catching Fire – OT: The Hunger Games: Catching Fire (2013)

Aktualisierung: Ich habe „Die Tribute von Panem: Catching Fire“ am 27. Januar 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Heute haben wir es endlich einmal wieder ins Kino geschafft. Geplant war der Besuch von „Die Tribute von Panem: Catching Fire“ schon lange, da sowohl meine Frau als auch ich Suzanne Collins‘ Romantrilogie regelrecht verschlungen haben. Da mir bereits Gary Ross‘ Verfilmung des Vorgängers ausgezeichnet gefallen hat, war ich umso gespannter wie denn mein Lieblingsteil der Trilogie unter neuer Regie umgesetzt wurde…

Die Tribute von Panem: Catching Fire (2013) | © Studiocanal

Die Tribute von Panem: Catching Fire (2013) | © Studiocanal

Bereits die ersten paar Minuten haben mich sofort in die Welt von Panem eintauchen lassen. Ich war wirklich erstaunt, wie sehr die Bilder des Films den Bildern meiner Vorstellung entsprechen. Als hätte Regisseur Francis Lawrence (u.a. „Constantine“ und „I Am Legend“) sie 1:1 auf die Leinwand übertragen. Ein ähnliches Gefühl hatte ich bereits beim ersten Teil, doch bei dessen erster Sichtung kannte ich die Bücher noch nicht. Insofern wurde mein Eindruck von Panem wohl von beiden Medien stark beeinflusst.

Die Handlung des Films entspricht nahezu unverändert der Vorlage. Bevor es erneut in die Arena geht, machen sich Katniss und Peeta während der Tour der Sieger auf den Weg durch die 12 Distrikte, was größtenteils der Charakterentwicklung und der Darstellung der beginnenden Revolution dient. Diese Szenen werden in der Vorlage zwar noch genauer beschrieben, doch der Kern ist auf jeden Fall auch im Film vorhanden. Die dynamisch erzählte Trainingssequenz eröffnet anschließend einen wunderbar unterhaltsamen Blick auf die Konkurrenz unserer Tribute, die wahrlich fantastisch besetzt ist.

Die Arena selbst hatte mir bereits im Buch ausgezeichnet gefallen und der Film schafft es tatsächlich den Schrecken visuell eindrucksvoll abzubilden. Gerne hätte ich mich noch länger darin aufgehalten. Im Gegensatz zum Vorgänger fallen Kürzungen der Arena-Szenen weniger ins Gewicht. Zudem hat man auf unpassende Änderungen, wie z.B. die Darstellung der Mutationen, dieses Mal verzichtet. Für mich stellt der Film folglich tatsächlich eine qualitative Steigerung zum ohnehin schon gelungenen Vorgänger dar.

Fazit

Freunde der Romantrilogie werden sich die Verfilmung ohnehin anschauen. Doch ich kann auch allen anderen, die sich nur am Rande für Sci-Fi-Dystopien begeistern können, nur empfehlen, sich der Welt von Panem zu öffnen. Mit Jennifer Lawrence, Woody Harrelson, Donald Sutherland, Stanley Tucci und ab diesem Teil auch Philip Seymour Hoffman gibt es zudem schauspielerische Schwergewichte, denen der Film absolut gerecht wird – und andersherum. Ein rundum gelungenes Kinoerlebnis. Am liebsten hätte ich sofort den nächsten Teil gesehen: 8/10 Punkte.

The Shield – Season 7

Mit diesem Eintrag heißt es einmal wieder von einer Serie Abschied nehmen. Knapp 9 Monate hat es somit gedauert, bis ich mit „The Shield – Season 7“ das Epos rund um die Polizeidienststelle The Barn abgeschlossen hatte. Eine aufregende Zeit mit stets neuen Wendungen und Charakterentwicklungen. Insbesondere das Finale setzt noch einmal neue Maßstäbe und wird mir bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben… Spoiler sind zu erwarten.

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Die letzte Staffel von „The Shield“ führt konsequent weiter, was in den vorhergehenden Staffeln begonnen wurde: den endgültigen Untergang des Strike Teams. Am Ende ist die Rechnung für Vic Mackey aufgegangen, doch für welchen Preis? Ein komplexer Plan wurde auf Kosten aller auch nur am Rande beteiligten Personen – sei es seine Familie, Kollegen oder sogar Freunde – in die Tat umgesetzt. Nicht nur aufgrund diese Kompromisslosigkeitdeshalb erinnerte mich das Finale stark an eine andere Serie, deren letzte Episode ich vor nur wenigen Tagen sah, nämlich „Breaking Bad“ – insbesondere die Gemeinsamkeiten zwischen beiden Hauptfiguren.

Die Parallelen zwischen Vic Mackey und Walter White sind enorm: Beide sind skrupellose Soziopathen, wenn es darum geht ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Beide genießen den Kick ihres illegalen Handelns, geben jedoch vor es nur für ihre Familie zu tun. Beide wenden sich offen und versteckt gegen Freunde und Verbündete. Beide Charaktere schaffen es, dass man trotz ihrer unglaublichen Taten – was besonders in der vorletzten Episode „Possible Kill Screen“ wunderbar auf den Punkt gebracht wird – weiterhin mit ihnen mitfiebert. Und trotz aller Qualitäten, die „Breaking Bad“ ausmachen, hat mich das Finale von „The Shield“ weit mehr schockiert, überrascht und mitgenommen.

Generell ist der Konsens, dass die Qualität von „The Shield“ in den späteren Staffeln steigt. Auch für mich waren die letzten drei Staffeln am stärksten, da sich in diesen die Schlinge rund um das Strike Team immer enger zieht, was dazu führt dass sich dessen Mitglieder gegeneinander stellen. Ein wahrer Quell für unfassbar mitreißende Charaktermomente. Auch wenn es eine knappe Entscheidung war, so empfand ich die letzte Staffel tatsächlich als den Höhepunkt der Serie:

  1. „The Shield – Season 7“ (9.4 Punkte)
  2. „The Shield – Season 5“ (9.4 Punkte)
  3. „The Shield – Season 6“ (8.9 Punkte)
  4. „The Shield – Season 3“ (8.9 Punkte)
  5. „The Shield – Season 1“ (8.9 Punkte)
  6. „The Shield – Season 4“ (8.8 Punkte)
  7. „The Shield – Season 2“ (8.8 Punkte)

Neben Vics Handlungsstrang fand ich auch alle anderen Charaktere schön zu Ende erzählt. Besonders Claudette und Dutch wurde noch ein sehr emotionaler Moment spendiert, der ihre Beziehung wunderbar zusammenfasst. Letztendlich sind es aber die letzten Minuten mit Vic, die am stärksten in Erinnerung bleiben: Wie er in seinem Anzug ungelenk vor seinem Schreibtisch sitzt, die Sirenen wahrnimmt und machtlos aus dem Fenster sieht. Am Ende ein kurzes Glitzern in seinen Augen, als er in die Nacht zieht. Was er wohl für neue Pläne verfolgt?

Nach knapp 9 Monaten heißt es für mich nun Abschied nehmen von „The Shield“ – und ich kann sagen: Es war eine tolle Zeit. Die Serie ist roh, unangenehm, spannend und mitreißend. Oft haben mich diverse Wendungen überrascht und Entscheidungen schockiert. Dennoch hatte ich stets perfiden Spaß daran Vic Mackey und Co. auf ihren Streifzügen durch Farmington zu begleiten. Nicht nur für Fans von Cop-Shows eine äußerst empfehlenswerte Serie: 9/10 (9.4) Punkte.