Eintausend große Nächte

Es ist soweit. Der eintausendste Eintrag. Wer hätte gedacht, dass ich jemals so viel unnützes  Zeug in die virtuelle Welt hinaus posaunen würde, als ich vor über 4 Jahren mit „11:14 – elevenfourteen“ meine erste Filmkritik verfasste? Ich bestimmt nicht. Doch möchte ich nicht in der Vergangenheit verweilen, sondern ein paar (sehr) ungeordnete Gedanken zur aktuellen Blogsituation festhalten:

  • Seit dem ersten Eintrag habe ich das Design des Blogs nicht geändert und es gab weder technische noch inhaltliche Innovationen. Habe ich mein Blog damit auf das Web 2.0-Abstellgleis befördert?
  • Nachdem ich einen Film bzw. eine Serie gesehen habe, fühle ich mich manchmal unter Druck den entsprechenden Eintrag dazu schreiben zu müssen. Habe ich mir dadurch etwas den Spaß am Filme schauen und Bloggen genommen?
  • Besucherzahlen und Kommentare haben im letzten halben Jahr beständig abgenommen. Sollte ich mich mehr mit den Wünschen meiner Leser auseinandersetzen oder das Blog weiterhin als Sammlung meiner persönlichen Eindrücke verstehen?

Diese und andere Fragen beschäftigen mich zurzeit ziemlich, da ich doch nach wie vor sehr gerne blogge und mir die Auseinandersetzung mit dem kleinen Teil der Blogosphäre, mit dem ich Berührungspunkte habe, immer noch sehr viel Spaß macht. Da meine Zeit jedoch immer kostbarer wird, drängt sich mir auch immer öfter folgende Frage auf:

Lässt sich die hier investierte Zeit nicht eventuell anders besser nutzen?

Mein (vorerst) letzter Monat mit Flattr

Mein fünfter und vorerst letzter Monat mit Flattr hat für mein Blog keinerlei Besserung gebracht. Ich selbst habe 4 mal geflattrt, was für die entsprechenden Blogs bzw. Einträge einem Einzelbetrag von 0,45 EUR gleichkommt. Mein Blog wurde dagegen erneut kein einziges Mal geflattrt, was die traurige Tendenz des letzten Monats unmissverständlich fortsetzt:

    Juni   Juli   August   September
Angeflattrt   0,78 EUR   1,88 EUR   0,90 EUR   0,00 EUR
Verflattrt   -1,17 EUR   -2,00 EUR   -2,00 EUR   -2,00 EUR
Summe   -0,39 EUR   -0,12 EUR   -1,10 EUR   -2,00 EUR

    Oktober   Gesamt      
Angeflattrt   0,00 EUR   3,56 EUR        
Verflattrt   -1,79 EUR   -8,96 EUR        
Summe   -1,79 EUR   -5,40 EUR      

Leider habe ich mein Ziel einer ausgeglichenen Flattr-Bilanz nie erreicht, was mich nun auch vorerst einen Schlussstrich unter das Abenteuer Flattr ziehen lässt. Wie in den letzten Monaten gesehen, profitieren wohl hauptsächlich die großen Angebote von der Einbindung des Micropayment-Service und kleinere Blogs, die auch ich gerne geflattrt habe, gehen weitgehend leer aus. Ich werde das grundsätzlich spannende Thema weiter beobachten und bis sich das Ungleichgewicht verschiebt, werden meine 3,56 EUR wohl im virtuellen Nirvana zwischen Flattr und PayPal hängen bleiben.

Run, Fatboy, Run (118)

Morgenstund hat Gold im Mund. Also habe ich mich seit einer halben Ewigkeit einmal wieder morgens aufgemacht, um meine kleine Runde zu drehen. Feiertage sind einfach toll. Wenn dann das Wetter noch so frühlingshaft ist, wie heute (und das wohlgemerkt am 1. November), dann ist dies wahrlich ein guter Start in den Tag.

Länge: 4,20
Laufzeit: 00:24:15
kCal: 357
min/km: 5:46

Aufgrund von zuviel Bier und Cocktails im Zuge unseres kleinen Halloween-Filmabends (die Besprechungen der Filme folgen), habe ich nur die kleine Strecke geschafft und die Zeit ließ sich auch nur durchschnittlich gestalten. Doch egal. Immerhin war ich draußen und kann nun den bereits voll verplanten freien Tag genießen.

Kick-Ass (2010)

Was hatte ich mich auf diesen Film gefreut: Matthew Vaughns „Kick-Ass“ versprach ein großer, bunter Spaß zu werden. Eine Comicverfilmung, die dem Superheldengerne neue Aspekte entlocken könnte. Dank sich teils überschlagender Kritiken war ich auch guter Dinge, dass sich meine Erwartungen erfüllen werden – und so sollte es dann auch kommen…

Selten zuvor hat ein Film so exakt meine Erwartungshaltung abgebildet. „Kick-Ass“ ist bunt, laut und kocht nur so über vor seltsamem Humor. Das Konzept erinnert – und ja, dieser Vergleich ist sehr weit hergeholt – in Grundzügen an Alan Moores „Watchmen“ mit seinen kostümierten Helden. Vigilantismus in Strumpfhosen. In Matthew Vaughns Film gibt es jedoch keine ausgefeilten Charakterstudien, sondern vor allem überdrehte Comic-Action, eingebettet in absurde Handlungsstränge.

„Kick-Ass“ beginnt als Teenie-Komödie und streift leicht das Coming-of-Age-Genre, nur um im nächsten Moment in surreale Gewalt zu explorieren. Beim ersten Auftritt von Hit Girl konnte ich kaum glauben, was sich da auf dem Bildschirm abspielt: Zu BANANA SPLITS der von mir sehr geschätzten THE DICKIES gab es plötzlich ein Feuerwerk aus Blut und Gewalt – und all dies ausgeführt von einem 11-jährigen Mädchen. Moralisch natürlich fragwürdig, doch in diesem Kontext einfach nur äußerst unterhaltsam. Wahnsinn.

Nach der schön erzählten Entstehung des titelgebenden Möchtegernhelden sowie des oben genannten Auftritts von Hit Girl schleicht sich die Normalität in den Film ein. Es gibt weitere überdrehte Actionszenen, charakterbildende Momente und durchaus auch Längen. Immer noch sehr unterhaltsam, aber man hat sich in meinen Augen zu sehr auf den bereits eingeführten Elementen ausgeruht und zu wenig Feinschliff ins Drehbuch gesteckt. Dadurch bleiben die Charaktere leider auch nur das, was sie letztendlich sind: Zweidimensionale Comicfiguren.

„Kick-Ass“ wird mir bestimmt nicht sehr lange im Gedächtnis bleiben. Dazu mangelt es sowohl der Geschichte, als auch den Charakteren an Tiefe. Dafür bin ich mir sicher, dass ich bei jeder weiteren Sichtung wieder enorm viel Spaß mit dem Film haben werde: Die flotte Inszenierung, der tolle Soundtrack und die überdrehte Action haben die Comicverfilmung garantiert nicht zum letzten Mal in meinen Blu-ray-Player wandern lassen. Auf jeden Fall sehenswert: 8/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (117)

Eigentlich möchte ich gar nicht viel über den heutigen Lauf schreiben. Es war ein Frustlauf. Manche Tage haben es einfach in sich. Mehr kann ich leider nicht dazu sagen. Ist vermutlich auch besser so. Vielleicht sollte ich einfach auf eine einsame Hütte ziehen und Schäfer werden. Kann auch nicht anstrengender sein, als mit bestimmten Menschen zu arbeiten.

Länge: 4,20
Laufzeit: 00:24:00
kCal: 357
min/km: 5:42

Die Zeit ist soweit ganz okay, ich hatte aber nur Energie für die kurze Strecke. Wie so oft in letzter Zeit. War ja auch schon wieder dunkel und sonderlich motiviert war ich auch nicht. Bis mich dann beinahe ein älterer, joggender Herr überholt hätte – das hat dann fast an meiner Läuferehre gekratzt. Eingeholt hat er mich nicht. Aber es war knapp. Meinen Respekt hat er sich auf jeden Fall erlaufen.

Run, Fatboy, Run (116)

Nachdem ich mich am Wochenende doch nicht aufraffen konnte, habe ich – wie nahezu jeden Montag – meine Woche mit einem kurzen Lauf begonnen. Es war wolkig, frisch (aber nicht kalt) und wieder einmal sehr dämmrig. Wann werde ich mich wohl daran gewöhnen?

Länge: 4,20
Laufzeit: 00:24:30
kCal: 357
min/km: 5:49

Heute war ich etwas langsamer unterwegs, doch wollte ich einfach nicht schneller. Aufgrund der Dunkelheit hatte ich mich auch für die kurze Nachtstrecke entschieden. Letztendlich ging es sowieso nur um ausgleichende Bewegung nach einem ziemlich frustrierenden Arbeitstag.

Drachenzähmen leicht gemacht – OT: How to Train Your Dragon (2010)

Aktualisierung: Ich habe „Drachenzähmen leicht gemacht“ am 27. Dezember 2017 zum zweiten und am 11. September 2020 zum dritten Mal gesehen. Die neuen Besprechungen findet ihr jeweils hinter den Links.

Wenn es um Animationsfilme geht, dann geht für mich nichts über Pixar. Die Filme anderer Studios sind meist nett anzusehen, doch bleiben sie meist nicht wirklich lange im Gedächtnis. Mit „Drachenzähmen leicht gemacht“ hat DreamWorks Animation jedoch einen ziemlich heißen Kandidaten ins Rennen geschickt, um Pixar die Stirn zu bieten.

Die Geschichte ist simpel: Ein Stamm von Wikingern muss sich gegen die örtliche Plage – die titelgebenden Drachen – zur Wehr setzen. Der Sohn des Häuptlings ist jedoch nicht aus dem Holz geschnitzt, aus dem Drachentöter gemacht sind. Doch gerade dieser wird im Kampf gegen die Drachen die entscheidende Wendung herbeiführen. Entscheidend ist weniger was erzählt wird, als wie die Geschichte umgesetzt wurde. Mit viel Herz, Humor und noch mehr mitreißender Action.

„How to Train Your Dragon“ ist wohl der actionreichste Animationsfilm, der mir bisher untergekommen ist. Es kracht und scheppert an jeder Ecke, das Tempo ist unglaublich hoch und man weiß oft gar nicht an welche Stelle des Bildschirms man zuerst schauen soll. Diesen Film hätte ich wahrlich gerne in der 3D-Fassung gesehen. Doch glücklicherweise funktioniert er ebenso auf dem heimischen Fernseher, da man sich mit selbstzweckhaften 3D-Szenen glücklicherweise zurückgehalten hat.

Die Charaktere sind liebenswert trottelig, die Drachen feurig skurril und die computergenerierte Landschaft eine Augenweide. Hinzu kommt ein stimmungsvoller Score, der den Film auch emotional auf die richtigen Bahnen lenkt. Ein rundum stimmiges Paket. Stößt DreamWorks Animation damit Pixar vom Thron? Soweit ist es noch nicht, doch ist „Drachenzähmen leicht gemacht“ endlich einmal ein Film, der nicht auf allzu ausgetretenen Animationspfaden wandelt. Einfach nur ein großer, actionreicher Spaß für die ganze Familie (wenn auch nicht die ganz Kleinen).

Anfangs dachte ich noch, dass hiermit ein neues Franchise aufgebaut werden sollte, doch letztendlich wirkt die Geschichte des Films sehr abgeschlossen. Vielleicht ist das auch besser so. Dies würde zumindest die Sonderstellung des Films unter seinen Genrekollegen kräftigen. Bravo, DreamWorks Animation! Bitte weiter so: 8/10 Punkte.

Abenteuer Kind #6: Schlaflos im Kinderzimmer

Ich war stets eher ein Nachtmensch. Lange aufbleiben, lange ausschlafen. Einfach wunderbar! Mit dem Eintritt ins Berufsleben hatte sich mein Schlafrhythmus allerdings notgedrungen an die äußeren Umstände angepasst. Inzwischen war selbst am Wochenende meist um 8:00 Uhr die Nacht vorbei. Dennoch kam ich stets auf ca. 7 Stunden Schlaf und war rundum zufrieden. Dann zog das Zappelinchen in unser Schlafzimmer ein.

Vorweg möchte ich festhalten, dass ich mich nicht beschweren möchte. Es gibt wohl kaum ein zweites Kind, das so ausgeglichen ist und nahezu perfekt durchschläft, wie unser Zappelinchen. Dennoch ist der Schlaf nicht mehr so tief und fest, wie früher und spätestens zwischen 5:00 und 6:00 Uhr wird der Nacht abrupt ein Ende gesetzt. Die Folge ist, dass die 7 Stunden Schlaf auf meist nicht mehr als 5 Stunden geschrumpft sind.

Inzwischen gibt es durchaus Abende, an denen ich vor 21:00 Uhr auf dem Sofa eingedöse. Dazu sollte man wissen, dass mir dies zuvor nie – ungelogen: nie! – passiert ist. Am Wochenende ist es beinahe noch schlimmer. Um die knappe Freizeit entsprechend zu nutzen bleibe ich an freien Tagen meist länger wach, als gut für mich ist. Das Resultat? Noch weniger Schlaf.

Aber wie gesagt: Ich möchte mich nicht beschweren. Wenn ich am Morgen angelächelt werde, ist die Müdigkeit wie weggeblasen und wenn dann keine 10+ Stunden Arbeitstage folgen würden, wäre ich wohl der glücklichste Mensch der Welt…

Also liebe Leser, wie lautet die Moral der Geschichte?

Teilt euch eure Kräfte gut ein. Ihr werdet sie brauchen.

Watchmen (Alan Moore)

Nachdem ich Zack Snyders Verfilmung in der Kinoversion ja eher nur durchschnittlich fand, habe ich mich endlich daran gemacht Alan Moores Mammutwerk „Watchmen“ in seiner ursprünglichen Form zu verinnerlichen. Eine gute Entscheidung, denn das Comic wird seinem Ruf absolut gerecht. Selten wurde ich in diesem Medium von einer Geschichte so mitgerissen.

Die epochale Superhelden-Saga umfasst zwölf Kapitel, welche meist einen Charakter prominent in den Vordergrund stellen, sich jedoch ebenso lückenlos zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Moore hat hier wahrlich ein Meisterstück der – zugegebenermaßen teils etwas geschwätzigen – Erzählkunst geschaffen, welches die Paranoia der 80er Jahre perfekt einfängt und den Leser hypnotisch in seine fremde und doch so bekannte Welt zieht.

Was macht eigentlich die Faszination von „Watchmen“ aus? Für mich wohl die unglaubliche Detailtreue mit der die beiden kreativen Köpfe Alan Moore und Dave Gibbons dieses Paralleluniversum, in denen Superhelden zum Alltag gehör(t)en, auf die Seiten zaubern. Bei manchen Panels könnte man ewig verweilen, doch treibt die mitreißende Geschichte die Handlung beständig voran. Als Verschnaufpause bleiben somit oft nur die Einschübe am Ende jedes Kapitels, welche Fragmente aus der alternativen Realität der costumed adventurers abbilden.

Für mich war „Watchmen“ ein wirklich exquisites Lesevergnügen und ich musste oft darüber nachdenken, warum denn die Verfilmung nicht so wirklich funktionieren mag. Einerseits gibt es natürlich etliche Kürzungen, andererseits hat Zack Snyder seine Adaption unnötig auf cool getrimmt, was ich Moores Vorlage so nicht entnommen hätte. Vielleicht funktioniert die Geschichte aber tatsächlich auch nur als Comic? Wie man es auch dreht und wendet, Moore ist mit „Watchmen“ ein wichtiges und zudem äußerst unterhaltsames Stück Popkultur gelungen: 9/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (115)

Da mich heute die Arbeit recht lange im Griff hatte und ich prompt in einen der zurzeit überall anzutreffenden Staus gefahren bin, konnte ich meinen geplanten Lauf in der untergehenden Sonne leider nicht verwirklichen. So wurde daraus mein erster Nachtlauf in diesem Jahr.

Länge: 4,20
Laufzeit: 00:24:00
kCal: 357
min/km: 5:42

Gelaufen bin ich dann auch nur die kurze Runde. Nachts zu laufen macht einfach nicht so viel Spaß. Es ist zu kalt, man sieht zu wenig und irgendwie will man nur noch nach Hause. Alles Faktoren, die der Motivation nicht wirklich zuträglich sind. Immerhin habe ich bereits meine zwei Läufe diese Woche absolviert und wer weiß, wie sich das Wetter so am Wochenende gibt. Gestern Abend hatte es ja schon kurzzeitig geschneit…