Run, Fatboy, Run (161)

Heute war wohl der denkbar ungünstigste Tag zum Laufen: Freunde hatte uns zum Kärwa-Grillen eingeladen, was im Endeffekt viel zu viel Grillfleisch und Kärwa-Krapfen bedeutete. Nach gut vier Stunden des leiblichen Genusses ist dann langsam ein Gewitter aufgezogen, doch ich musste ja noch laufen gehen. Gestern ging es nämlich aufgrund eines anderen Grillfestes auch nicht – man muss die wenigen Sommertage ja schließlich auch entsprechend nutzen.

Distance: 5.58 km
Duration: 00:29:53
Avg Speed: 11.2 km/h
Avg Pace: 5:21 min/km
Energy: 444 kcal

Anfangs dachte ich ja noch ich komme um das Gröbste herum, doch schon bald musste ich mir eingestehen, dass ich genau ins Auge des Sturms lief. Dies hört sich nun leider nicht halb so dramatisch an, wie sich die tatsächlichen Gegebenheiten präsentierten. Nachdem mich dann noch meine Frau telefonisch zum umkehren überreden wollte, habe ich die Unterbrechung gleich für ein paar Fotos der Wetterverhältnisse genutzt:

Auf den letzten ca. 500 Metern ging es dann auch richtig los, weshalb ich sie nahezu komplett im Sprint zurücklegte. Schließlich kam ich völlig durchnässt zu Hause an. Wunderbarerweise scheint jetzt wieder die Sonne. Immerhin habe ich durch das drohende Gewitter meine bisherige Durchschnittsgeschwindigkeit noch einmal geschlagen. Immerhin etwas.

Im Ohr: Nerdtalk Episode 215

Der 13te Krieger – OT: The 13th Warrior (1999)

Lange hat es gedauert, bis John McTiernans bzw. Michael Crichtons „Der 13te Krieger“ seinen Weg in mein Heimkino fand. Obwohl ich den Film damals bereits im Kino kennen und lieben gelernt hatte und unzählige Sichtungen auf diversen Videoabenden folgen sollten, konnte ich mich nie zum Kauf der qualitativ minderwertigen DVD durchringen. Dank durchaus respektabler Blu-ray habe ich dieses Versäumnis nun endlich nachgeholt.

Ich weiß noch genau, dass die Freigabe des Films damals wilde Diskussionen entfachte. Im Kino war „Der 13te Krieger“ nämlich noch ab 12 freigegeben. Auch ich musste mich sehr wundern, erlebten wir bei der damaligen Sichtung doch ein recht brutales Historienabenteuer. Männerkino eben. Folglich durfte der Film auch bei etlichen, damals noch an der Tagesordnung stehenden, Videoabenden nicht fehlen. Die meisten Szenen haben sich demnach unauslöschbar in mein filmisches Langzeitgedächtnis gespielt. Umso gespannter war ich also, wie sich das Historienvehikel denn heute schlagen würde.

Um es kurz zu machen: Ich bin immer noch begeistert. Auch wenn bekannt ist, dass die Produktion unter keinem guten Stern stand und Michael Crichton John McTiernans Version um mehr als 45 Minuten beraubte, den Rest umschnitt und den kompletten Score austauschte, so muss ich doch sagen, dass „Der 13te Krieger“ immer noch verdammt gut funktionert. Er ist kurzweilig, äußerst atmosphärisch und schön gefilmt. Die Handlung ist treibend und der Spannungsaufbau exakt ausgearbeitet. Die Charaktere sind gut geschrieben und wachsen einem schnell ans Herz. Auch wenn man teils merkt, dass gewisse Handlungsstränge (z.B. rund um den Sohn des Königs) weichen mussten, so wirkt der Film kompakt und wie aus einem Guss.

Erfrischend ist, wie bedächtig Antonio Banderas Figur als untypischer Held aufgebaut wird. Kleine Details, wie das schön visualisierte Erlernen der nordischen Sprache, tragen zudem dazu bei, dass die Filmwelt – trotz mythischer Ankläge – real und fundiert wirkt. Weiterhin liebe ich die grandiosen Landschaftsaufnahmen. Der Drehort rund um das Dorf ist wirklich perfekt gewählt. Auch Jerry Goldsmiths Score könnte ich immer wieder hören. Episch und doch passend für dieses doch recht intime Historienabenteuer.

Für mich wird „Der 13te Krieger“ wohl immer ein ganz besonderer Film sein und ich würde einiges geben, um einmal John McTiernans Director’s Cut sehen zu können. Doch auch Michael Crichtons Version hat sich in mein filmisches Herz gespielt und ich werde ihn nun wohl wieder öfter anschauen. Zweiflern sei dieses herrlich altmodisch inszenierte Actionabenteuer auf jeden Fall ans Herz gelegt. Dank Blu-ray nun auch endlich in ansprechender Qualität: 9/10 Punkte.

Men of a Certain Age – Season 1

Eine Serie, über die ich durch eine Empfehlung von Kollege Inishmore gestolpert bin, ist „Men of a Certain Age – Season 1“ mit zwei nicht unbekannten Größen des TV-Geschäfts. Sowohl Ray Romano als auch Scott Bakula habe ich schon immer gerne gesehen und auch wenn ich noch nicht ganz zur Zielgruppe der Show gehören dürfte, so konnte ich mich doch erschreckend gut mit ihren Charakteren identifizieren.

Sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch sticht „Men of a Certain Age“ deutlich aus dem TV-Einerlei heraus. Die Serie ist ungewöhnlich unaufregend anzusehen und die Charaktere sind ungewöhnlich sympathisch gezeichnet. Die Geschichten verlaufen meist ohne größere Höhepunkte und sind überhaupt erfrischend altmodisch inszeniert. Einzig die dokumentarische Kamera mag teils etwas zu modern wirken, doch wird einem als Zuschauer dadurch die Distanz genommen, was ich in diesem Fall durchaus positiv sehe – und das schreibe ich als jemand, der normalerweise mit übertriebener Wackelkamera in ruhigen Szenen so rein gar nichts anfangen kann.

Inhaltlich geht es größtenteils um die Widrigkeiten des Alltags. Insbesondere um die Widrigkeiten mit denen Männer in ihren besten Jahren zu kämpfen haben. Familie, Gesundheit, Beziehungen, Beruf und der Sinn des Lebens im Allgemeinen. Dramaturgisch bleibt die Serie eher seicht, doch die Themen berühren und werden mit einem wunderbar leichten Humor unterfüttert. Dies lässt „Men of a Certain Age“ in den meisten Szenen unglaublich sympathisch erscheinen – auch oder gerade weil es kaum Spannungsmomente gibt.

Da sich die drei Erzählstränge unserer Charaktere oft nur am Rande berühren, wirkt die Serie oft sehr episodisch erzählt. Dennoch steht die Freundschaft stets im Vordergrund – und ist es im Leben (zumindest ab einem gewissen Alter) nicht auch so, dass jeder sein eigenes Leben lebt und gute Freundschaften dennoch funktionieren? Ich für meinen Teil habe „Men of a Certain Age“ auch aus diesem Grund sehr gerne gesehen. Wohl eine der sympathischsten Serien zurzeit, die zwar keine großen Geschichten erzählt, doch oft an das erinnert, was im Leben wirklich zählt: 8/10 (7.9) Punkte.

Run, Fatboy, Run (160)

Nach einem äußerst turbulenten Arbeitstag war heute der perfekte Zeitpunkt für meinen wöchentlichen Lauf gekommen. Zwar sollte es kein Mammutlauf wie am vergangenen Wochenende werden, doch Lust auf eine etwas größere Runde hatte ich schon. Und was soll ich sagen? Dieses Mal habe ich sogar die richtigen Abzweigungen genommen und musste – im Gegensatz zu einem der letzten Versuche – nicht vorzeitig umkehren.

Distance: 8.27 km
Duration: 00:45:41
Avg Speed: 10.9 km/h
Avg Pace: 5:31 min/km
Energy: 659 kcal

Mit der Zeit bin ich heute sehr zufrieden. So schnell war ich dieses Jahr noch nie unterwegs. Wenn überhaupt schon einmal. Meine Füße sind zwar noch nicht wieder 100%-ig fit, doch dank Blasenpflaster sind sie immerhin wieder einsatzfähig. Bis zum Wochenende werde ich mit dem Laufen dennoch vorerst aussetzen und freue mich bis dahin eine so schöne Strecke gefunden zu haben.

Im ersten Ohr: Sneakpod #193 – Sommer in Orange
Im zweiten Ohr: Celluleute Folge #4: Deutsche Filme – halbe Filme?

Run, Fatboy, Run (159)

Heute habe ich einen wahren Mammutlauf hingelegt. Wie angekündigt erweiterte ich meine bekannte Runde ziemlich und lief die umliegenden Dörfer ab. Somit habe ich meinen bisher längsten Lauf – sowohl von der Strecke, als auch von der Zeit – absolviert. Danach fühlte ich mich im Großen und Ganzen recht gut, weshalb ich plane dies zu passenden Gelegenheiten (d.h. wohl hauptsächlich am Wochenende) zu wiederholen.

Distance: 12.40 km
Duration: 01:13:30
Avg Speed: 10.1 km/h
Avg Pace: 5:55 min/km
Energy: 990 kcal

In letzter Zeit stellt sich auch eine Wende in meiner körperlichen Fitness ein. Meist war es so, dass ich aufgrund mangelnder Ausdauer meine Runden eher kürzer gehalten habe, doch seit ein paar Wochen könnte ich – rein von Ausdauerseite her betrachtet – stets weiterlaufen. Aktuell begrenzen eher körperliche Gebrechen die Lauflänge: Vom heutigen Lauf habe ich mir dicke Blasen an beiden Füßen mitgebracht, hier zwickt es, dort zwackt es und selbst der Läuferfluch der wunden Nippel (ich freue mich jetzt schon auf die Suchanfragen) hat mich eingeholt. Man wird halt nicht jünger… 😉

Im ersten Ohr: Nerdtalk Episode 214
Im zweiten Ohr: Fortsetzung folgt S02E02 – Taliban E4:E5 Bazinga

TRON: Legacy (2010)

Aktualisierung: Ich habe „TRON: Legacy“ am 6. Juli 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Sequels, die etliche Jahre – bzw. in diesem Fall beinahe zwei Jahrzente – nach dem Original erscheinen, sind oft leider mit Vorsicht zu genießen. Besonders wenn man die Originale liebt. So habe ich mich auf „TRON: Legacy“ zwar sehr gefreut, doch war ich gleichzeitig besorgt, dass die Fortsetzung nicht mehr viel mit einem meiner Lieblingsfilme aus sorgenfreien Jugendtagen gemein hat.

TRON: Legacy (2010) | © Walt Disney

TRON: Legacy (2010) | © Walt Disney

Der 1982er „TRON“ war ein Meilenstein für die VFX-Branche und generell für Filme, wie wir sie heute kennen. Auch wenn er heute teils sehr angestaubt und naiv wirkt, so besetzt er dennoch einen Dauerplatz in meinem persönlichen Filmolymp. Gelingt es „TRON: Legacy“ die übergroßen Fußstapfen der Vorgängers auszufüllen? Natürlich nicht. Wie sollte es auch? Selbst James Camerons „Avatar“ wird, rückblickend betrachtet, wohl nicht mit der gleichen Bedeutung in die Filmgeschichte eingehen, wie Steven Lisbergers „TRON“ – doch wenden wir uns nun der Fortsetzung zu.

Von der Handlung her betrachtet wirkt „TRON: Legacy“ größtenteils wohl ebenso befremdlich, wie sein Vorgänger. Eine lebendige Computerwelt. Menschen, die Programme darstellen. Spätestens an dieser Stelle steigen viele Zuschauer wohl bereits aus. Für mich war es jedoch nie ein Problem, diese Prämisse zu schlucken. Vermutlich, weil ich die Welt von „TRON“ kenne solange ich denken kann. Dass dem aktuellen Film zudem noch der naive Charme des Originals abgeht und er hypermodern inszeniert wurde, mag – trotz aggressivem Marketing – seine Schwierigkeiten beim normalen Kinopublikum erklären.

Audiovisuell ist der Film ein Genuss. Wahnsinn. Die Computerwelt wird durch ein Meer von Licht dargestellt. Glänzende Oberflächen, Spiegelungen und Licht. Soviel Licht. Absolut beeindruckend. Nicht minder imposant ist der fantastische Score des französischen Electronica-Duos DAFT PUNK, welcher den hypertechnisierten Look des Films perfekt unterstreicht. Erstaunlich dabei ist, dass sich die Welt von „TRON: Legacy“ dennoch wie ein nur weiterentwickelter Teil des damaligen Filmuniversums anfühlt. Eine erstaunliche Leistung.

Fazit

Trotz meiner hier kundgetanen Begeisterung muss man ganz klar sagen, dass „TRON: Legacy“ durchaus seine Fehler hat. Die Geschichte ist nicht sonderlich innovativ, oft nimmt sich der Film zu ernst und auch die Dramaturgie hakt an so mancher Stelle. Dennoch wurde ich absolut positiv überrascht. Besonders da es doch etliche Verbindungen zum Original – inklusive teils mehr, teils weniger gelungenem CGI-Double des 1982er Jeff Bridges – gibt, kann ich den Film als absolut sehenswert einstufen: 8/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (158)

Nachdem ich heute wieder bereits um 5:30 Uhr das Bett verlassen musste, war ich nicht wirklich in Laufstimmung. Irgendwann muss man es aber wieder anpacken. Insgesamt war es aber auch ein recht guter Ausgleich zum zurzeit herrschenden Arbeitswahnsinn. Eine neue Strecke habe ich auch ausprobiert, die sich leider als Reinfall erwies. Zu viele Steigungen, zu viel Stadt, zu wenig Erfolgsgefühl.

Distance: 6.58 km
Duration: 00:38:10
Avg Speed: 10.3 km/h
Avg Pace: 5:48 min/km
Energy: 524 kcal

Da war ich nach meinem letzten Lauf mit immerhin 10 km Länge deutlich fitter, doch hatte ich bei diesem ja auch keinen 11-stündigen Arbeitstag hinter mir. Je nach Wochenendplanung würde ich beim nächsten Lauf gerne etwas mehr über die näheren Dörfer tingeln, doch dazu brauche ich mehr Zeit und – viel wichtiger – deutlich mehr Energie.

Im Ohr: Sneakpod #192 – Super 8

The Event – Season 1

Nach dem Hype um „Lost“ gingen in den letzten Jahren unzählige Mysteryserien an den Start. Keine jedoch konnte dem großen Vorbild das Wasser reichen. Nach Abflauen der Mysterywelle machte sich das Genre auch auf dem Bildschirm rar und fand mit der letztjährigen Serienhoffnung „The Event – Season 1“ ihr – zumindest bis zum nächsten Versuch – unrühmliches Ende. Dabei war die Show zu Beginn wirklich vielversprechend…

Mich überzeugte die Serie zunächst mit ihrer Besetzung. Jason Ritter als Hauptcharakter in einer actionlastigen Mystery-Serie? Ungewöhnlich, doch in meinen Augen perfekt. Ein sympathischer Jedermann, der ein hohes Identifikationspotential birgt und keine Superkräfte besitzt. Auch das Unheil bricht über die Figuren zunächst in Alltagssituationen herein, was mich ziemlich schnell in die Geschichte hinein zog. Im ersten Drittel war ich somit davon überzeugt, dass „The Event“ eines meiner diesjährigen Serienhighlights werden sollte. Wie man sich doch täuschen kann.

Spätestens mit der Enthüllung des Masterplans der Antagonisten (sprich ab dem Wiedereinstieg nach der Ausstrahlungspause) verwandelte sich die mysteriöse Geschichte in „24“ mit Aliens, was der Serie so gar nicht bekommen wollte. Absurde Wendungen, unlogische Charakterentwicklungen und sinnlose Actionsequenzen bestimmten von nun an den Verlauf der Serie. Der Qualitätseinbruch war in meinen Augen enorm und ich muss mich wirklich fragen, ob zu Beginn der Staffel meine Wahrnehmung getrübt war. Wirklich sehr schade.

Auch wenn ich das Finale recht ansprechend fand, bin ich insgesamt nicht traurig, dass „The Event“ trotz des offenen Endes abgesetzt wurde. Die Luft ist irgendwie raus. Man hat zu früh alle Karten ausgespielt und die Mysterien erklärt. Danach gab es nur noch heiße Luft. Ich hoffe sehr, dass Jason Ritter in einer anderen, gelungeneren Serie unterkommt. Übergangsweise auch gerne wieder als Gaststar in „Parenthood“. Trotz sehr gelungenem Auftakt letztendlich nur knapp überdurchschnittliche Unterhaltung: 6/10 (6.4) Punkte.

Run, Fatboy, Run (157)

Nachdem wir heute die Großeltern zu einem mehr als üppigen Essen als Dank für etliche Babysitting-Abende eingeladen hatten, war ich die nächsten Stunden erst einmal nicht mehr in der Lage mich überhaupt irgendwie zu bewegen. Dann jedoch erinnerte ich mich daran, dass ich diese Wochenende ja noch gar nicht unterwegs war und da die kommende Woche schon wieder relativ verplant ist, habe ich mich zu einer noch unbekannten Runde aufgemacht.

Distance: 10.20 km
Duration: 00:59:25
Avg Speed: 10.3 km/h
Avg Pace: 5:49 min/km
Energy: 814 kcal

Eigentlich wusste ich schon ungefähr wo ich denn entlang laufen will, doch nach unzähligen Sackgassen musste ich meinen Plan verwerfen und so bin ich nach ca. 5 km wieder den Heimweg angetreten. Letztendlich bin ich so erstmals über die magische 10 km  Grenze gekommen und trotz einer denkbar ungünstigen Strecke mit unzähligen Steigungen war ich danach noch erstaunlich fit. Für eines der nächsten Wochenenden habe ich folglich ein richtig große Runde eingeplant, auf der ich dann hoffentlich zielgerichteter vorankomme, als bei diesem doch recht abenteuerlichen Lauf.

Im Ohr: Celluleute Folge #1: Romantic Comedies

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 – OT: Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 2 (2011)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2″ am 1. Januar 2026 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Das war es dann also. Die wohl langlebigste High-Budget-Filmreihe hat mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2“ nach 10 Jahren ihr Ende gefunden. J. K. Rowlings Zauberschüler wurde von vielen belächelt und von noch mehr geliebt. Unbestreitbar ist jedoch, dass er auch im Kino einen Eindruck hinterlassen hat. Zusammen mit der „Der Herr der Ringe“-Trilogie sorgte er für einen Aufschwung im Fantasy-Genre und ist somit aus der Geschichte des populären Kinos nicht mehr wegzudenken.

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 (2011) | © Warner Home Video

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 (2011) | © Warner Home Video

Wie bereits beim ersten Teil des Finales habe ich es dieses Mal nicht geschafft, mir im Vorfeld die Vorgänger zur Auffrischung der Geschehnisse anzusehen. Somit wurde ich recht unvorbereitet in die Geschichte hineingeworfen, denn auch die Romanvorlage war mir nur noch sehr dunkel in Erinnerung. Da auch die Handlung direkt an den vorangegangenen Film ansetzt, gibt es keine Verschnaufpause und ehe man sich versieht, befindet man sich zusammen mit Harry, Hermine und Ron im Endkampf. Der großen Schlacht um Hogwarts. Harry Potter gegen Voldemort. Dann ist es tatsächlich vorbei. Ich konnte es wirklich kaum glauben bis hier einen gut zweistündigen Film gesehen zu haben.

Auch wenn ich die Aufsplittung des finalen Romans in zwei Filme nur befürworten kann, so leidet die Erzählstruktur doch ziemlich und besonders dieser letzte Teil mag für sich alleine genommen seine gewünschte Wirkung nicht so recht entfalten. Für mich hat es zu lange gedauert wieder in dieser magischen Welt anzukommen. Bevor ich mich eingefunden hatte, ging die Schlacht auch schon los. Vermutlich hätte ich tatsächlich „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ direkt im Vorfeld noch einmal sichten müssen, um das volle Erlebnis zu erfahren. So gab es zwar mitreißende Kämpfe und auch einige wirklich emotionale Szenen zu bewundern, die mich allerdings nicht so sehr mitgerissen haben, wie ich es mir erhofft hatte.

Mit David Yates Inszenierung bin ich erneut recht zufrieden. Im Gegensatz zum Vorgänger erlaubt er sich keine Experimente und setzt deutlich mehr auf Action, doch was will man bei einem zweistündigen Showdown auch erwarten? Sehr gelungen fand ich die ruhigeren Szenen, wie z.B. Harrys Zusammentreffen mit seinen Eltern, Sirius und Remus im Wald. Hier wurde die Vorlage tatsächlich lebendig. Leider gab es zu wenige dieser Verschnaufpausen, was natürlich auch der Struktur des Films geschuldet ist. Insgesamt ein gelungener Film, der in meinen Augen dennoch zu den schwächsten Verfilmungen zählt. Eine qualitative Gesamteinordnung werde ich mir allerdings erst nach der Wiederholungssichtung der kompletten Reihe erlauben.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zur gesehenen 3D-Fassung: Ich bin ja kein großer Fan des aktuellen Trends. Einige Einstellungen haben von dem Effekt profitiert, in anderen war er kaum wahrnehmbar und in manchen Szenen hat er gestört. Um 3D richtig zu erleben, müsste man eben auch für 3D drehen. Dann jedoch hätten wir ein Filmerlebnis, das in 2D aufgrund der fehlenden Tiefenschärfebetonung nicht mehr funktionieren würde. Man dürfte nicht zu schnell schneiden etc. Ich glaube man verpasst nicht viel, wenn man den Film nur in der normalen Fassung sieht und ich freue mich bereits auf die Heimkinoauswertung, mit der ich den Film ohne quatschende Teenager und einer zweiten Brille auf der Nase genießen kann.

Fazit

Alle Freunde der Reihe werden den Film vermutlich sowieso schon gesehen haben. Ich bin nun gespannt, wie sich die Saga für die kommenden Generationen präsentieren wird. Auf jeden Fall beneide ich jetzt schon meine Tochter, dass sie alle sieben Romane in einem Rutsch durchlesen kann. Was aus den Filmen wird? Für mich werden sie immer ein wichtiger Teil meines persönlichen Filmuniversums sein, haben sie mich doch über 10 sehr prägende Jahre meines Lebens begleitet. Auch das Finale ist gelungen und ich bin gespannt, ob es in Zukunft noch in meinem Ansehen wächst: 7/10 Punkte.