R.I.P. Google Reader

Nach dem Ende von Bloglines hatte ich wirklich lange gebraucht, bis ich mich an den Google Reader gewöhnt hatte. Seitdem möchte ich ihn wirklich nicht mehr missen. Er ist schnell, übersichtlich und man kann von überall auf seine Feeds zugreifen – ganz egal ob über das Web-Interface oder per App. Und nun schließt auch der Google Reader seine Pforten:

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Es kann doch nicht sein, dass nur eine Minderheit die Vorteile von RSS kennt und genießt. Ich bin schwer geschockt über diese Entscheidung, besonders da es dieses Mal keine echte Alternative zu geben scheint.

Wie soll ich nun in Zukunft all den tollen Blogs da draußen folgen? Gibt es doch eine Alternative? Fühlt ihr euch überhaupt davon betroffen? Kann man Google umstimmen? Was macht ihr?

Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele (Suzanne Collins)

tribute_von_panem_1Nach der erneuten Sichtung der Verfilmung, war ich doch zu neugierig zu erfahren, wie die Geschichte um Katniss Everdeen weitergeht, als dass ich das Lesen der Trilogie länger hätte aufschieben können. Somit habe ich George R. R. Martins vierten Band der „A Song of Ice and Fire“-Reihe nach knapp 500 Seiten zur Seite gelegt, um mich mit „Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele“ dem ersten Teil der Trilogie rund um die Hungerspiele zu widmen. Trotz wenig Freizeit, hatte ich das Buch in knapp zweieinhalb Wochen durch, was für den Roman spricht und zeigt, wie stark eine fokussierte Erzählweise eine Geschichte voranbringen kann.

Zu Beginn hatte ich noch so meine Probleme mit dem Ich-Erzähler in Gegenwartsform. Es liest sich irgendwie ungewohnt. Hinzu kommt, dass Suzanne Collins sich nicht groß mit beschreibenden Adjektiven aufhält und der Erzählstil somit etwas nüchtern und fast schon zweckgebunden erscheint. Ich habe mich öfter gefragt, wie ich mir denn die Welt von Panem vorgestellt hätte, wenn ich zuvor den Film noch nicht gekannt hätte. Vermutlich bin ich aber auch durch die vorher gelesenen 3500 Seiten „A Song of Ice and Fire“ durch die minutiösen Beschreibungen jedes auch noch so unbedeutenden Kleidungsstücks oder aufgetischten Gerichts geschädigt. Nach ein paar Seiten hatte ich mich aber auch schon an Collins‘ Stil gewöhnt und wurde von der Geschichte mitgerissen.

Überraschungen gab es für mich kaum, da Gary Ross die Geschichte nahezu perfekt für die Leinwand adaptiert hatte. Auch wenn es natürlich Kürzungen im Handlungsverlauf gibt, so wurden keine besonders wichtigen Details ausgelassen. Besonders die Vorbereitungszeit wurde nahezu 1:1 umgesetzt, was ich auf jeden Fall positiv bewerte. In der Arena ist der Roman dann doch ausführlicher, wenngleich man auch im Film die Essenz und Schlüsselszenen beibehalten hat. Alleine der Beziehung zwischen Katniss und Peeta wird im Buch weit mehr Platz eingeräumt, was den Charakteren und ihrer Motivation einen etwas anderen Drall gibt.

Letztendlich ist „Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele“ wirklich unterhaltsam zu lesen und ich freue mich bereits enorm auf die nächsten beiden Teile. Man sollte sich keine Offenbarung erwarten, doch wer einfach nur gut unterhalten werden möchte und mit dem Setting – Sci-Fi, Menschenjagd und Dystopie light – etwas anfangen kann, der sollte sich nicht davon abschrecken lassen, dass es sich letztendlich um ein Jugendbuch handelt: 8/10 Punkte.

Media Monday #89

Habe ich nicht schon letzte Woche geschrieben, dass ich aufgrund kranker Kinder keinen Schlaf bekommen habe? Ich fühle mich wie in einer Zeitschleife gefangen. Vermutlich ist auch deswegen schon wieder Montag und es gilt die aktuellen Fragen des Medienjournals zu beantworten.

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  1. Jude Law gefiel mir am besten in „Sky Captain and the World of Tomorrow“.
  2. Steven Soderbergh hat mit „Out of Sight“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er in „Ocean’s Eleven“ zwar mehr Stars untergebracht hat und sein „Traffic“ mehr gesellschaftliche Relevanz besitzt, doch mir keiner seiner Filme so sehr am Herzen liegt, wie diese Elmore Leonard-Verfilmung.
  3. Cate Blanchett gefiel mir am besten in „Der seltsame Fall des Benjamin Button“.
  4. Wenn euch ein Film/eine Serie ausnehmend gut gefällt, freut ihr euch dann über ergänzendes Merchandise oder interessiert euch das nicht?
    In dem Bereich gibt es sicherlich viel Müll, doch auch ein paar nette Sachen, wie z.B. der Comic „Those Left Behind“, der die Lücken zwischen der Serie „Firefly“ und dem Film „Serenity“ schließt, oder der Roman „Heat Wave“ von Richard Castle, der Hauptfigur der Krimiserie „Castle“.
  5. Der gelungenste Episodenfilm ist meiner Meinung nach „Magnolia“.
  6. Sylvester Stallone sollte meiner Meinung nach langsam wirklich mal in Rente gehen, denn so langsam würde selbst eine CGI-Version von ihm lebensechter wirken, als er selbst.
  7. Auf Συμπάρανεκρομενοι habe ich in der letzten Woche einen tollen Artikel zu „Spring Breakers“ gelesen, der bei mir doch tatsächlich Interesse für den Film geweckt hat, den ich zuvor als Post-Tarantino-Streifen für Teenies, die letztes Jahr zufällig über „Drive“ gestolpert sind, abgetan habe.

Moonrise Kingdom (2012)

Mit dieser Besprechung werde ich abermals den Unmut der filmischen Blogosphäre auf mich ziehen. Dabei war mir nach unzähligen Sichtungen des Trailers bereits im Vorfeld klar, dass ich eine weitere der üblichen Lobeshymnen schreiben würde. Ich wollte den Film lieben, doch leider hat mich „Moonrise Kingdom“ völlig kalt gelassen. Dabei hätte der märchenhafte Film rund um die erste Liebe aus Kinderperspektive bei mir doch ins Schwarze treffen müssen. Warum hat er es nicht?

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An Wes Andersons gewöhnungsbedürftigem Stil kann es kaum liegen, fand ich doch seinen weit seltsameren „The Life Aquatic with Steve Zissou“ großartig. Bei „Moonrise Kingdom“ hatte ich jedoch stets das Gefühl, Anderson hätte sich auf seinem artifiziellen Inszenierungsstil ausgeruht: noch eine ein bühnenhaftes Set, noch eine Einstellung in Zentralperspektive und noch einmal Bill Murray und Jason Schwartzman in absurden Rollen. Wir haben es ja verstanden. Die Geschichte an sich ist nett und hat einen emotionalen Kern, für den ich durchaus anfällig sein müsste, doch habe ich absolut keinen Zugang zu den Figuren gefunden. Zuviel künstlerische Spielerei, zu wenig Gefühl.

Einige Einzelszenen fand ich wunderbar anzusehen und wirklich unterhaltsam, z.B. das erste Kennenlernen, die Brief-Montage oder die Konfrontation mit den anderen Pfadfindern. Auch die Charaktere waren in ihrer verschrobenen Art amüsant, doch war die gefühlte Distanz zu groß, um mich auch nur annährend ernsthaft für sie zu interessieren. Der gesamte Film wirkt für mich, als hätte Anderson auf Teufel komm raus versucht der Geschichte seinen Stil aufzudrücken. Was bei „Die Tiefseetaucher“ wunderbar funktioniert hat, lässt mich hier zwar anerkennend nicken, doch mein Herz bleibt kalt.

Trotz meiner Kritik war der Film in seiner 60er Jahre Postkartenatmosphäre wunderschön anzusehen. Er hat mich oft schmunzeln lassen und ich musste Anderson für seine absurden Ideen loben, doch habe ich – und das ist für mich das Kriterium überhaupt – zu keiner Sekunde wirklich mitgefiebert oder war emotional in irgendeiner Weise involviert. Vielleicht war es der falsche Tag für den Film, vielleicht ist er auch einfach nicht mein Ding. Nett anzusehen, doch zu gewollt anders(on): 6/10 Punkte.

Media Monday #88

Nach einer schlaflosen Nacht – erstmals waren beide Kinder gleichzeitig krank – fühle ich mich heute, als hätte mich eine Dampfwalze überfahren. Vielleicht wurde ich das ja auch und ich bilde mir den heutigen Tag nur ein. Auf jeden Fall scheint Montag zu sein, was die aktuellen Fragen des Medienjournals beweisen. Ob ich die Energie habe sie zu beantworten, steht auf einem anderen Blatt…

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  1. Bill Murray gefiel mir am besten in „Ghostbusters“ und „Lost in Translation“.
  2. Martin Scorsese hat mit „GoodFellas“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil der Film für mich inszenatorisch als auch inhaltlich der Inbegriff des modernen Gangsterfilms ist.
  3. Kate Beckinsale gefiel mir am besten in „Underworld“, wobei sie in „Motel“ vermutlich besser war.
  4. Die diesjährigen Oscar-Verleihungen wurden von einer großen Protest-Aktion der VFX-Branche begleitet, über die leider jedoch kaum berichtet wurde.
  5. Den Hype um absolut jeden neu erscheinenden Film kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, weil mich der Trend jedes unwichtige Setfoto eines x-ten Teils eines x-beliebigen Franchises als Mega-News zu verkaufen, ziemlich nervt.
  6. Demnächst möchte ich die unzähligen ungesehen Filme bzw. ungelesenen Bücher, die sich bei mir zu Hause stapeln, sehen/lesen/o. ä., weil ich einfach nicht mehr hinterkomme und jedes Jahr auch wieder eine Menge an neuen und interessanten Werken veröffentlicht wird.
  7. Auf Zeilenkino habe ich in der letzten Woche einen tollen Artikel zu der Hauptfigur der TV-Serie „Justified“ und ihren Ursprung in Elmore Leonards Romanen gelesen, der mich am liebsten sofort ins DVD-Regal hätte greifen lassen, in dem die beiden ersten Staffeln der Serie stehen und noch darauf warten gesehen zu werden.

Run, Fatboy, Run (229)

Nachdem seit meinem letzten Lauf bereits wieder über ein Monat vergangen ist, war es höchste Zeit mich einmal wieder aufzuraffen. Warum die lange Pause? Krankheit, Arbeit und Kinder. Die Wochenenden waren auch recht dicht und abends konnte ich mich so gar nicht motivieren noch einmal rauszugehen, doch nun scheint endlich die Sonne und die Tage werden wieder länger!

Distance: 6.08 km
Duration: 00:40:12
Avg Speed: 9.08 km/h
Avg Pace: 6:36 min/km
Energy: 523 kcal

Trotz Sonne war es heute verdammt kalt und somit bin ich nur schwer in die Gänge gekommen. Gegen Ende lief es dann recht gut, wenngleich die Zeit auch alles andere als erähnenswert ist. Schon ernüchternd: Kaum läuft man eine Zeit lang nur sporadisch, ist jegliches Training fast schon hinfällig. Mal sehen, wie sich Frühling und Sommer mit nun zwei Kindern gestalten lassen…

Im ersten Ohr: Nerdtalk Episode 292
Im zweiten Ohr: Second Unit #28: The Boondock Saints

Die Tür (2009)

Besprechungen zu deutschen Filme sind zu einer Seltenheit auf meinem Blog geworden, doch freue ich mich immer wenn es etwas Sehenswertes aus unserem Land zu sichten gibt. Anno Sauls Verfilmung des Akif Pirinçci-Romans „Die Tür“ steht bereits auf meiner Liste, seitdem mir der Sneakpod vor gut drei Jahren davon vorschwärmte. Zudem handelt es sich um einen Genrefilm, was meine Neugier zusätzlich entfachte…

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Bei „Die Tür“ handelt es sich – wenn man den Film in eine Schublade stecken möchte – wohl am ehesten um ein Mysterydrama. Ein Mann verschuldet den Tod seine Tochter, geht fünf Jahre später durch eine mysteriöse Tür und findet sich am Tag des Unfalls wieder. Er kann seine Tochter retten und wird mit seinem jüngeren Ich konfrontiert. Allein diese Prämisse ist in meinen Augen ziemlich interessant und erinnert an Filme, wie „The Butterfly Effect“, erzählt dabei aber eine – zumindest zu Beginn – viel intimere Geschichte.

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel vorwegnehmen, doch nimmt der Film ein paar Wendungen, die ich so nie erwartet hätte. Besonders in der letzten halben Stunde überschlagen sich die Ereignisse und aus dem sehr persönlichen Drama wird unerwarteterweise ein spießbürgerlicher Nachbarschaftshorror, der beinahe schon schwarzhumorig an der Satire kratzt. Dennoch schaffen es sowohl Drehbuch als auch Inszenierung trotz dieses Bruchs die Handlung recht glaubwürdig bis zum bitteren Finale zu führen. Auch wenn ich die Wendungen so nicht erwartet hatte und durchaus interessant fand, so hätte ich mir dennoch gewünscht, dass sich die Geschichte mehr auf das persönliche Schicksal David Andernachs (Mads Mikkelsen) konzentriert.

Ähnlich wie Tim Fehlbaums „Hell“ oder die animierte Verfilmung von Pirinçcis „Felidae“, muss sich auch „Die Tür“ nicht vor der internationalen Genrekonkurrenz verstecken. Teilweise fand ich das Drehbuch etwas holprig und die Entscheidungen des Hauptcharakters nicht immer nachvollziehbar, doch wollte ich stets wissen, wie es mit dieser abstrusen Situation weitergeht. Zumindest für eine einmalige Sichtung kann ich den Film somit nur jedem Mysteryfreund ans Herz legen. Schade, dass man sonst kaum etwas über den Film liest. Verdient hätte er es: 7/10 Punkte.

30 Rock – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 7)

Kaum zu glauben, dass meine erste Begegnung mit „30 Rock“ inzwischen schon sieben Jahre zurückliegen soll. Damit heißt es Abschied nehmen von einer der intelligentesten und stets aktuellsten Comedys, die je über meinen Bildschirm geflimmert ist. Was werde ich die Wortgefechte zwischen Liz Lemon und Jack Donaghy vermissen. Keine tagesaktuellen Witze oder Anspielungen auf den Heimsender NBC mehr. Kein Tracey, keine Jenna, kein Kenneth. Schade, doch es war eine verdammt gute Zeit!

30 Rock | © NBC

30 Rock | © NBC

„30 Rock“ lief damals in direkter Konkurrenz zu Aaron Sorkins „Studio 60 on the Sunset Strip“ und es sollte sich schon bald abzeichnen, dass nur eine Serie, die hinter die Kulissen einer großen Unterhaltungssendung blickt, überleben sollte. Auch wenn die Genres grundsätzlich verschieden sind, so konnte in der Wahrnehmung der Zuschauer – und wohl auch der Networks – anscheinend nur eine Sendung überleben. Ich für meinen Teil habe beide Serien sehr gerne gesehen und hätte damals wohl sogar Aaron Sorkins Drama bevorzugt – letztendlich bin ich doch wirklich sehr froh, dass die Serie rund um die fiktive Sketch Comedy „TGS with Tracy Jordan“ überlebt hat.

Auch nach sieben Jahren war kaum ein Qualitätseinbruch zu erkennen, was eine Seltenheit bei solch langlebigen Serien darstellt. Sicher war die erfrischende und selbstironische Art politische, popkulturelle und zeitgeschichtliche Ereignisse zu verarbeiten gegen Ende nicht mehr neu, doch hatte ich nie das Gefühl die Serie hätte sich selbst überlebt. Auch das Finale hat mir ausgezeichnet gefallen, da z.B. selbst die Doppelfolge als Event zum Serienende selbstreflektierend in die Handlung eingearbeitet wurde. Die letzte Szene nach den Credits hat mich zudem mit einem großen Grinsen zurückgelassen. Auf welchem anderen Weg hätte die Serie auch enden sollen?

Natürlich war „30 Rock“ stehts überdreht, hat auf mehr Metaebenen gespielt, als alle Serien die ich kenne („Community“ vielleicht ausgenommen) und konnte dennoch eine glaubhafte eigene Welt aufbauen. Ebenso waren die Charaktere allesamt vollkommen überzeichnet, doch blieben sie dabei sympathisch und innerhalb ihrer Welt glaubhaft. Loben muss ich auch die Schauspieler, die allesamt fantastisch gespielt haben – allen voran Tina Fey, die für mich wohl die lustigste Frau auf Erden ist, und Alec Baldwin, der den republikanischen Großkapitalisten mit Herz besser gibt, als man sich das in seinen kühnsten Träumen hätte ausmalen können.

Erwähnenswert finde ich noch die beiden Live Shows, die sowohl für die Ost- als auch Westküste jeweils live ausgestrahlt wurden, was die Kreativität aller Beteiligten noch einmal zusätzlich forderte und für etliche Gaststars sorgte. Wirklich sehr gelungen. Wenn ich an „30 Rock“ denke, dann muss ich übrigens auch immer an meinen eigenen Besuch von 30 Rockefeller Plaza denken. Schade nur, dass nicht Kenneth Parcell die Führung geleitet hat.

Fazit

Wir ihr merkt bin ich selbst nach sieben Jahren immer noch begeistert von dieser Serie und auch wirklich traurig, dass ich in ein paar Monaten nicht mehr in die fiktive Version des NBC-Studios im Rockefeller Center zurückkehren werde. Wer die Serie noch nicht kennt, dem kann ich sie nur ans Herz legen. Alle anderen dürften ohnehin bereits entschieden haben, ob sie mit dieser Art von Humor klar kommen. Ich für meinen Teil werde Liz, Jack und Co. vermissen. Ihr gehört zu den Guten: 9/10 Punkte.

Oscars vs. VFX

Die Oscars sind verliehen, die Berichterstattungen geschrieben und es kehrt wieder Normalität in die filmische Blogosphäre ein. Man kann sich als Filmfreund wahrlich nicht über mangelnde Informationen beklagen. Jeder kleinste Aspekt wurde angesprochen: von den Entscheidungen der Jury, über Frisuren und Kleider bis hin zum Unterhaltungswert des Moderators. Über ein Thema habe ich jedoch noch nichts gelesen: den Protest der VFX-Branche ausgelöst durch Ang Lee, „Life of Pi“ und die Academy.

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In den letzten Tagen habe ich bemerkt, dass einige meiner Facebook-Kontakte ihr Profilbild durch ein grünes Rechteck ersetzt hatten. Diese Menschen arbeiten in der VFX-Branche (ob Film, Werbung oder andere verwandte Bereiche) und wollen damit ein Zeichen setzen. Die grüne Fläche symbolisiert, wie die meisten Filmszenen heute ohne die Arbeit der Effektindustrie aussehen würden.

Die Kritik richtet sich gegen den Preisverfall und die Ausbeutung von Künstlern, die meist pauschal bezahlt werden und nichts vom Kassenerfolg der großen Blockbuster abbekommen. VFX-Studios unterbieten sich gegenseitig, um überhaupt an Aufträge zu kommen und verkaufen sich, ihre Künstler und ihre Arbeit damit unter Wert. Eine Situation, die – wie man an den Entlassungswellen der großen Studios, wie Digital Domain, Pixomondo oder aktuell Rythm & Hues – bereits länger anhält. Warum ist die Situation jedoch eskaliert und was hat das mit den Oscars zu tun?

Auslöser war wohl, dass Ang Lee in seiner Dankesrede für „Life of Pi“ nicht auf die VFX-Künstler einging und sich zum Konkurs von Rythm & Hues – wohlgemerkt dem Animationsstudio, das die Effekte seines Oscar-Films zauberte – folgendermaßen äußerte:

„I would like it to be cheaper and not a tough business [for VFX vendors]. It’s easy for me to say, but it’s very tough. It’s very hard for them to make money. The research and development is so expensive; that is a big burden for every house. They all have good times and hard times, and in the tough times, some may not [survive].“

Besonders die Äußerung „I would like it to be cheaper (…)“ ist natürlich ein Schlag ins Gesicht jeden Künstlers, der für Ang Lees Erfolgsfilm unbezahlt Überstunden geschoben hat und dank des Konkurses jetzt auf der Straße steht.

Weiterhin hat man die Dankesrede von Bill Westenhofer (VFX Supervisor von „Life of Pi“) exakt in dem Moment abgeschnitten, als er auf die schwierige Situation bei Rythm & Hues eingehen wollte. Verständlich also, warum sich die VFX-Branche zurzeit in Aufruhr befindet – auch wenn natürlich weder Ang Lee noch die Academy direkt für ihre Situation verantwortlich ist.

Ob aus diesem Protest letztendlich handfeste Konsequenzen gezogen werden, oder ob die Effektindustrie letztendlich wieder vor den großen Filmstudios einknickt, wird sich noch zeigen müssen. Ich bin gespannt und drücke den Künstlern die Daumen. In kleinerem Maßstab lässt sich die Situation übrigens auf nahezu alle Bereiche der Medien- bzw. Kommunikationsbranche übertragen: Die Kunden wollen immer mehr und sind nicht bereit dafür zu bezahlen – und wir machen das alles schön brav mit…

Wie steht ihr zu dem Thema? Habt ihr das überhaupt mitbekommen? Ist es euch egal? Oder findet ihr den Protest überzogen?

Lesenswerte Links zum Thema:

Media Monday #87

Nachdem sich die filmische Blogosphäre die Nacht mit der Oscar-Verleihung um die Ohren geschlagen hat, war ich damit beschäftigt mich durch die neue Eiszeit zu kämpfen. Ein halber Meter Neuschnee und die Räumdienste im Bett/im Streik/im Stau – eine schöne Kombination für Montagmorgen. Dennoch bin ich rechtzeitig für die aktuellen Fragen des Medienjournals an den Rechner gekommen…

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  1. Ben Foster gefiel mir am besten in „Six Feet Under“ als Claire Fishers Freund Russell Corwin.
  2. Rainer Erler hat mit einem seiner Filme seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ich das aufgrund der Unkenntnis seiner Werke bisher nicht besser einschätzen kann.
  3. Kristin Scott Thomas gefiel mir am besten in „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“.
  4. Meine Filmsammlung umfasst derzeit etwa 700 Filme und Serienstaffeln auf DVD und Blu-ray.
  5. Anlässlich der hierzulande immer noch eisigen Temperaturen: Ein Film, bei dem es mich vom bloßen Zusehen innerlich fröstelt, ist u.a. „The Grey“ – zumindest hat sich dort das eiskalte Setting gekonnt auf mich als Zuschauer übertragen.
  6. In der ersten Jahreshälfte 2013 freue ich mich – zumindest was Filme und Serien angeht – am meisten auf die Blu-ray-Veröffentlichung der zweiten Staffel von „Game of Thrones“, weil ich gespannt bin, wie die Macher die epische Vorlage umgesetzt haben.
  7. Auf Xanders Blog habe ich in der letzten Woche eine lohnenswerte Kritik zu „Titan A.E.“ gelesen, die dieses beinahe vergessene Kleinod wieder ins Bewusstsein der Filmfreunde bringt – über den Film kann man einfach nicht oft genug schreiben.