Blogroll Reloaded #6

Es ist wieder einmal Zeit für das nächste Blogroll-Update. Seit dem letzten Mal gab es ein paar lesenswerte Neuzugänge und leider zwei Blogs, die aufgrund ausbleibender Aktualisierung rausgefallen sind. Mein Podcast-Programm hat sich in den letzten Monaten nicht verändert, doch ich bin zuversichtlich bis zum nächsten Mal ein paar Neuentdeckungen präsentieren zu können. In diesem Sinne: lest, hört und kommentiert eifrig – es lohnt sich!

Die Blogroll-Veteranen:

Über ein halbes Jahr Funkstille bzw. stillgelegt:

Neu und lesenswert:

Die erfolgreichen Rückkehrer:

Gab es dieses Mal leider nicht.

Mein persönliches Podcast-Programm:

Kommentare in Form von Anmerkungen, Richtigstellungen und Empfehlungen sind natürlich auch dieses Mal wieder willkommen!

The Cabin in the Woods (2011)

Obwohl es gestern Abend aufgrund eines langwierigen Kampfes mit den nicht schlafen wollenden Kindern eigentlich schon viel zu spät war, habe ich dennoch an meinem Plan festgehalten und mir endlich „The Cabin in the Woods“ angesehen. Immerhin soll es sich hierbei um die neue Offenbarung im Horrorgenre handeln, die von niemand geringerem als Joss Whedon geschrieben und produziert wurde – meine Vorfreude war folglich enorm. Spoiler sind zu erwarten.

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Auch wenn es wirklich nicht einfach war, so gelang es mir doch größtenteils Spoiler zu vermeiden – leider nur größtenteils, denn ich hatte leider den Trailer gesehen und dieser liefert leider (wie eben so oft) viel zu viele Informationen. Danach hatte ich bis zur Sichtung gestern Abend lange Zeit mir meine eigene Geschichte zusammen zu reimen – und leider muss ich sagen, dass diese Kopfkino-Version gelungener war, als das was ich letztendlich zu sehen bekam. Sorry, Joss. Dabei fing alles so gut an und die erste Filmhälfte hält einige herrliche Szenen parat. Schon alleine der Epilog: Bradley Whitford („The West Wing“), Richard Jenkins („Six Feet Under“) und die bezaubernde Amy Acker („Angel“) liefern sich ein whedonesques Wortgefecht – was kann man mehr wollen?

Ich fand es herrlich, dass auch die typischen Opfer durchaus Charakter hatten und ihre stereotypen Eigenschaften erst durch die Puppenspieler verpasst bekommen haben. Besonders die Darstellung dieses ungewöhnlichen Bürojobs hat mir ausgezeichnet gefallen. Typische und nur allzu bekannte Bürothemen (z.B. Telefonat über Lautsprecher) wurden aufgegriffen und mit besonderem Twist erzählt. Herrlich! Zwar zeichnete sich schon in der ersten Filmhälfte ab, wohin sich die Geschichte bewegen sollte, doch insgesamt hatte ich zu diesem Zeitpunkt wirklich noch enorm viel Spaß mit dem Film.

Auch die zweite Filmhälfte war mit ihrer Monsteraction durchaus unterhaltsam, doch hätte ich mir hier weniger Splatter und mehr Inhalt gewünscht. Vielleicht war ich auch nur enttäuscht, dass Whedon nicht mein Kopfkino umgesetzt hatte. Auf jeden Fall fand ich den Grund für das ganze Spektakel extrem schwach. Opfergaben für irgendwelche alten Götter? Also doch nur ein weiteres Horrorklischee. Dabei hätte man so viel aus der Idee machen können. Ich hatte mir z.B. ausgemalt, dass die Puppenspieler für ein Filmstudio arbeiten, weil sich gezeigt hat, dass man mit echter Angst mehr Erfolg an der Kinokasse hat und jeder Horrorfilm seit Jahren auf diese Weise gedreht wird. Auch hatte ich erwartet, dass die Monster nur inszeniert sind und nicht eine echte Zombie-Redneck-Torture-Family usw. aus dem Hut gezaubert wird – insgesamt also mehr Spiel mit Fiktion, unserer Wahrnehmung des Genres und mehr Anspielungen auf die Filmbranche.

Insgesamt bin ich wohl tatsächlich etwas enttäuscht, wenngleich ich „The Cabin in the Woods“ auch nicht schlecht fand. Ein großer Spaß für Genrefreunde, denen ich jedoch zunächst „Tucker & Dale vs. Evil“ ans Herz legen würde. Nett, witzig und mit teils herrlichen whedonesquen Dialogen, doch weit davon entfernt der „Scream“ der 2010er Jahre zu sein: 7/10 Punkte.

Media Monday #92

Auch wenn ich es dieses Jahr nicht einmal geschafft habe meinen Lesern ‚Frohe Ostern!‘ zu wünschen, so werde ich heute trotz Ostermontag zumindest die Fragen des Medienjournals beantworten – auch wenn das bedeutet, dass ich mir – da der Tag bereits verplant ist – die Nacht um die Ohren schlage. In diesem Sinne: Frohe Ostern!

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  1. John Cusack gefiel mir am besten in „High Fidelity“, dicht gefolgt von „Being John Malkovich“ – oder andersrum.
  2. Clint Eastwood hat mit einem seiner Filme seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ich mich neben „Space Cowboys“ und „Flags of Our Fathers“ kaum an andere Eastwood-Filme erinnern kann und ich die beiden nur nett fand (siehe Media Monday #82).
  3. Demi Moore gefiel mir am besten in „Bobby“.
  4. Auch wenn es sich heute nicht mehr ziemt Mel Gibson gut zu finden, so hat er mit „Braveheart“ doch einen meiner Lieblingsfilme inszeniert – und nicht zu vergessen: Der Film hatte die imposanteste Schlacht zu bieten.
  5. Zu „Der goldene Kompass“ hätte ich mir liebend gern eine Fortsetzung gewünscht, weil ich den Film tatsächlich sehr gut, die Buchvorlage grandios und die beiden Nachfolger noch besser fand.
  6. Verfilmungen klassischer Stoffe können durchaus ihren Reiz haben, wenn damit nicht nur eine bereits existierende Verfilmung inszenatorisch aufpoliert wird.
  7. Mein zuletzt gesehener Film ist „Nachts im Museum 2“ und der war für den Abend der Sichtung genau richtig, weil ich ziemlich müde war und einfach nur anspruchslos unterhalten werden wollte.

Nachts im Museum 2 – OT: Night at the Museum: Battle of the Smithsonian (2009)

Aktualisierung: Ich habe „Nachts im Museum 2“ am 27. November 2021 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Wie bei der Besprechung des ersten Teils angekündigt, habe ich heute – nach inzwischen knapp vier Jahren – Shawn Levys „Nachts im Museum 2“ nachgeholt. Eigentlich wären noch unzählige andere Filme im Regal gestanden, denen ich lieber den Vorzug gegeben hätte, doch Krankheit und Müdigkeit forderten exakt diese Art der seichten Unterhaltung ein…

Nachts im Museum (2006) | © 20th Century Fox

Nachts im Museum 2 (2009) | © 20th Century Fox

„Night at the Museum: Battle of the Smithsonian“ ist die typische Fortsetzung eines Erfolgsfilms: eine leicht veränderte Handlung, mehr Action und Effekte und ein erweitertes Ensemble. War bereits die Geschichte des ersten Teils nur Makulatur, so ergibt sich die Fortsetzung endgültig in ihr Spiel mit den lebendig gewordenen Ausstellungsstücken. Dies war nicht anders zu erwarten und hat mich auch nicht gestört, denn die Ideen sind nett, der Humor lädt zum Schmunzeln ein und das Herz irgendwie am rechten Fleck.

Einen deutlichen Pluspunkt kann die Besetzung mit Amy Adams verbuchen, die die Flugpionierin Amelia Earhart wunderbar charmant und übermütig verkörpert. Hank Azaria als Oberbösewicht ist zwar reichlich albern, doch sehe ich ihn einfach immer wieder gerne und auch hier macht er seine Sache wirklich gut. Die anderen Stars rund um Ben Stiller sind spielfreudig und lassen auch im zweiten Teil die 100 Minuten wie im Flug vergehen.

Letztendlich muss man auch „Nachts im Museum 2“ nicht gesehen haben, doch fand ich es zumindest schön abermals das Smithsonian zu besuchen – und für mehr Film hätte meine Aufmerksamkeit heute sowieso nicht mehr gereicht. Nett, harmlos und dennoch irgendwie unterhaltsam: 6/10 Punkte.

Media Monday #91

Nach einem weiteren Ein-Tages-Wochenende hatte ich viel zu wenig Zeit mich mit den schönen Nebensächlichkeiten des Lebens zu beschäftigen. Immerhin habe ich es geschafft einen Film zu sehen, so dass ich für die aktuellen Fragen des Medienjournals gerüstet bin. Viel Spaß mit meinen Antworten!

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  1. Hugh Jackman gefiel mir am besten in Baz Luhrmanns „Australia“.
  2. Ridley Scott hat mit „Alien“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er mir damit eines der prägendsten Filmerlebnisse meiner Jugend bescherte und der Film selbst heute, nach über 30 Jahren, immer noch perfekt funktioniert.
  3. Natalie Portman gefiel mir am besten in „Léon: Der Profi“ und „Garden State“ – ich kann mich einfach nicht entscheiden.
  4. „Blade Runner“ hat den epischsten Zweikampf zu bieten, wenn Rick Deckard und Roy Batty aufeinandertreffen.
  5. Der Plot eines guten Films ist neben Inszenierung und Charakterzeichnung wohl einer der drei Stützpfeiler, die eben einen guten Film ausmachen.
  6. Martin Sheen wird mir immer in seiner Serienrolle als President Josiah ‚Jed‘ Bartlet in Erinnerung bleiben, weil er darin alles verkörpert, was man sich von einem Präsidenten bzw. Politiker wünschen würde.
  7. Mein zuletzt gesehener Film ist „Wer ist Hanna?“ und der war wirklich sehenswert, weil seine bekannte Thematik auf ungewöhnliche Art und Weise als Märchen inszeniert wurde.

Wer ist Hanna? – OT: Hanna (2011)

Nach einer 60-Stunden-Woche (zugegebenermaßen in zwei Jobs) war mein Kopf gestern Abend eigentlich nicht mehr sonderlich aufnahmefähig, doch die neuen Filme stapeln sich und somit habe ich „Wer ist Hanna?“ in den Player geschoben. Ich hatte sehr gemischte Meinungen darüber gelesen, fand jedoch den Trailer interessant genug, um mich zu einer Sichtung hinreißen zu lassen…

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Erwartet hatte ich im schlimmsten Fall eine uninspirierte Kopie von „Die Bourne Identität“, sprich einen weiteren Agententhriller nach Schema F. Auf die Geschichte trifft das auch zu und die gesamte Handlung fände wohl auf einer Briefmarke Platz. Für mich ist „Hanna“ – so der Originaltitel – jedoch einer der wenigen Filme, die sich hauptsächlich durch ihre formalen Merkmale definieren – und, was selten vorkommt, dennoch exzellent funktionieren. Hinzu kommt die titelgebende Hauptfigur, die den Film meiner Meinung nach mühelos trägt, da man diese fremdartige und seltsam künstlich wirkende Welt durch ihre Augen kennenlernt. Eine fantastische Leistung von Saoirse Ronan (Susie Salmon, „In meinem Himmel“).

Man könnte erwarten, dass durch die überstilisierte Inszenierung im Zusammenhang mit dem hypnotischen Elektroscore von THE CHEMICAL BROTHERS – der Jugend der 90er noch durch ihren Hit BLOCK ROCKIN‘ BEATS bekannt – eine große Distanz zu den Charakteren aufgebaut wird, doch überraschenderweise wirken diese sehr lebendig und innerhalb ihrer stilisierten Welt glaubwürdig. Überhaupt ist die märchenhafte Atmosphäre die ganz große Stärke des Films, da sie uns auf eine Wahrnehmungsebene mit Hanna bringt.

Wie soll man also „Wer ist Hanna?“ am besten beschreiben? Agententhriller? Roadmovie? Actionfilm? Irgendwie etwas von all dem und doch dominiert kein Element die anderen eindeutig. Der Film passt in keine Schublade und wenn man ihn in eine stecken wollte, müsste man für diese wohl die Kategorie Actionmärchen erfinden. Auch wenn der Film inhaltlich nicht besonders ausgefeilt ist, so überzeugt er doch durch seine Charaktere und kann durch seine formalen Aspekte beeindrucken. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Sichtung: 8/10 Punkte.

Media Monday #90

Die Kinder sind schon wieder bzw. immer noch krank. Ich fühle mich in einer Art Vorhölle gefangen, die kein Ende zu nehmen scheint. Die wöchentlichen Fragen des Medienjournals sind mein einziger Bezugspunkt in der stetigen Wiederholung von harten Arbeitstagen und durchwachten Nächten. Wird es jemals wieder anders werden?

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  1. Christian Bale gefiel mir am besten in „Das Reich der Sonne“.
  2. David Fincher hat mit „Fight Club“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil mich der Film damals komplett überrumpelt hat und mir diese Erstsichtung heute noch als einer meiner beeindruckendsten Kinobesuche in Erinnerung ist – alternativ hätte ich hier aber durchaus auch „Sieben“ oder „Zodiac“ nennen können.
  3. Scarlett Johansson gefiel mir am besten in „Lost in Translation“.
  4. Der irische Film „Die Asche meiner Mutter“ ist vermutlich der einzige irische Film, den ich gesehen haben und den ich auch als eindeutig irischen Film identifizieren kann.
  5. Vom deutschen Film würde ich mir in den nächsten Jahren wünschen, dass er sich mehr in Richtung Genrekino bewegt, denn Filme wie „Hell“ oder „Die Tür“ beweisen, dass hier durchaus Potential vorhanden ist.
  6. Autoverfolgungsjagden sehe ich durchaus gerne, wenn sie gut gemacht – z.B. wie in John Frankenheimers „Ronin“ – sind.
  7. Mein zuletzt gesehener Film ist „The Hunter“ und der war überraschend gut, weil er zwar ganz anders war, als erwartet, doch es ihm vielleicht gerade deshalb gelungen ist, mich in seinen Bann zu ziehen.

The Hunter (2011)

Aufgrund der wiederholten Erwähnung im Celluleute-Podcast, habe ich mir heute „The Hunter“ angesehen. Die Romanverfilmung mit Willem Dafoe in der Hauptrolle versprach einen packenden Kampf zwischen Mensch und Natur à la „The Grey“, den es letztendlich aber nicht zu sehen gab. Warum der Film dennoch sehenswert ist, lest ihr in der folgenden Besprechung.

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Müsste ich mich auf nur einen Grund festlegen, warum es sich lohnt „The Hunter“ zu sehen, dann wäre dieser wohl Willem Dafoe. Die Rolle des schweigsamen Einzelgängers, der notgedrungen lernt zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen, ist ihm wahrlich auf den Leib geschrieben. Dafoe spielt wirklich fantastisch und überzeugt sowohl als einsamer Jäger in der tasmanischen Wilndnis, als auch als zunächst unfreiwilliger Vaterersatz. Auch wenn die Motivation seines Handelns gegen Ende ein wenig mit dem Holzhammer kommt, so stellt er die Zerrissenheit seiner Figur doch bis zur letzten Sekunde absolut glaubwürdig und mitreißend dar.

Das Marketing des Films war einmal wieder ziemlich irreführend. Angepriesen als ‚Adrenalin-Thriller, der einen einzelnen Jäger und eine unbezähmbare Wildnis in einen atemberaubenden Zweikampf schickt.‘ hätte ich einen komplett anderen Film erwartet. Es gibt jedoch weder sonderlich spannende Szenen, eine unbezähmbare Wildnis, noch einen atemberaubenden Zweikampf zu sehen. Auch der gejagte Tasmanische Tiger ist keinesfalls eine reißende Bestie, sondern eher ein Symbol für die Jagd an sich und die Hoffnung verschiedenster Parteien. Der Film lebt von seinen zwischenmenschlichen Szenen, den fantastischen Naturaufnahmen und dem beeindruckend eingefangenen Ritual der Jagd. Hinzu kommt eine beunruhigende Atmosphäre, die von Ungewissheit und der Feindseligkeit der ortsansässigen Bevölkerung geschürt wird.

Kritik üben muss ich am Finale, das einerseits etwas überstürzt, andererseits auch nur bedingt glaubwürdig motiviert scheint. Hier hätte ich mir mehr Feingefühl in der Inszenierung gewünscht. Dennoch schafft es Dafoe auch die Schwachpunkte des Films auszugleichen und sorgt somit für ein einigermaßen zufriedenstellendes Ende. Neben Willem Dafoe spielt übrigens der kaum wieder zu erkennende Sam Neill sehr imposant einen zwielichtigen Einheimischen.

„The Hunter“ richtet sich weniger an Freunde des Subgenres der Mensch gegen die Natur, sondern vielmehr an Zuschauer, die ruhig erzählte Dramen in ungewöhnlichen Settings zu schätzen wissen. Ich für meinen Teil war – trotz der nicht erfüllten Erwartungen und der Schwächen im letzten Drittel – positiv überrascht und kann den Film nur weiterempfehlen: 8/10 Punkte.

A long time ago we used to be friends…

Ihr wisst es ja sowieso schon alle, doch möchte ich die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen, noch einmal auf die aktuelle Kickstarter-Kampagne hinzuweisen, die innerhalb nur eines Tages den „Veronica Mars“-Film ermöglicht hat:

Wer die Serie noch nicht kennt, der hat nun noch ein knappes Jahr Zeit diese aufzuholen, bevor der Film in die Kinos kommen soll bzw. in unseren Breitengraden wohl eher auf Silberscheiben gepresst wird. Meine Meinung zur Serie ist ja hinlänglich bekannt:

Nun muss nur noch Joss Whedon die alte Truppe rund um Captain Tight Pants zusammentrommeln, „The Avengers“ an den Nagel hängen und mit Unterstützung der Fans endlich den zweiten Teil von „Serenity“ in Angriff nehmen…

The Shield – Season 1

Nachdem die sieben Staffeln umfassende Komplettbox der Serie bereits seit einem knappen Jahr bei mir im Regal steht, war es höchste Zeit mit „The Shield – Season 1“ in die düsteren Gefilde Los Angeles‘ abzutauchen. Somit steht ein neuer Serienmarathon an, dem ich nach dieser ersten Staffel bereits freudig entgegenblicke. Dabei war ich anfangs eher skeptisch und dachte die Serie würde es schwer bei mir haben…

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Von allen Seriengenres, denen ich bisher begegnet bin, rangieren Cop-Shows oder Krimis in meiner Gunst nur knapp über Arzt- oder Anwaltsserien. Doch hat ja z.B. gerade die Anwaltsserie „Damages“ – die übrigens ebenfalls auf dem Sender FX lief – gezeigt, dass sich Serien durchaus über ihre Genregrenzen hinwegsetzen können. Auch wenn „The Shield“ durchaus Anätze eines klassischen Procedurals besitzt, so sind die Erzählstränge nach einer Episode jedoch so gut wie nie abgeschlossen, sondern werden oft etliche Folgen später erneut aufgegriffen. Weiterhin gibt es einige dominierende Handlungsbögen, welche sich über die gesamte Staffel erstrecken und besonders im letzten Drittel für etliche Höhepunkte sorgen. Genial!

Neben dem dramaturgischen Aufbau, fällt besonders die Inszenierung aus dem Rahmen. Wenn man nach ein paar Folgen „The Shield“ wieder ein paar klassische Ermittlungsserien – z.B. „Bones“ oder „The Mentalist“ – sieht, dann fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Auf Erholungsurlaub mit Mord, netten Witzchen zwischen Kollegen und heiterer Musikuntermalung. „The Shield“ ist anders. Los Angeles ist der Schmelztiegel des Verbrechens. Die wackelige Handkamera nimmt grobkörnige Bilder auf und versetzt den Zuschauer ohne Filter oder Beschönigung mitten ins Geschehen.

Ebenso roh und hart wie die Bilder sind nicht nur die eingespielten Musikstücke, sondern auch die Charaktere. Ob Freund oder Feind wird nie so richtig klar. Besonders Vic Mackey (grandios verkörpert von Michael Chiklis) ist eine Figur, der Ambiguität auf die Stirn tätowiert scheint. Wir als Zuschauer wissen, dass er ein egomanisches Arschloch ist, der nur nach seinen eigenen Regeln spielt – und doch kann man nicht umhin, ihn in manchen Situationen zu bewundern und seine mehr als fragwürdige Vorgehensweise angebracht zu finden. Diese Wahrnehmung des Charakters erinnert mich stark an Tony Soprano oder Dexter Morgan, mit denen man ebenso mitfiebert, obwohl man genau weiß, dass ihre Aktionen falsch sind. Neben Mackey gibt es noch etliche andere wirklich gut geschriebene und interessante Figuren, doch ist er – bis jetzt – eindeutig die schillerndste Gestalt der Serie.

Nach ein paar Episoden Eingewöhnungszeit hatte mich die Serie mit ihrem Charme aus äußerst realistisch wirkenden Aufnahmen, überdrehten Actionszenen und mitreißendem Charakterdrama völlig in den Bann gezogen. Trotz der beständigen Schläge in die Magengrube bleibt die Show unglaublich unterhaltsam, was für eine gute Balance spricht. Packendes, toll gespieltes und exzellent inszeniertes Serienkino: 9/10 (8.9) Punkte.