Run, Fatboy, Run (312)

Seit heute arbeitet meine Frau wieder. Zwar gab es die Woche schon einige Lehrerkonferenzen, doch heute war ihr erster richtiger Schultag. Ganz klar, dass eines der Kinder ausgerechnet dann schlapp macht. Somit hatte ich heute – nach einer Nacht mit maximal 3 Stunden Schlaf – meinen ersten offiziellen Kinderkrankentag (mit sporadisch eingestreuten Home-Office-Blöcken). Natürlich war auch der Kinderarzt im Urlaub, so dass wir in die nächstgrößere Stadt tingeln durften. Achja, und der Bruder des kranken Zappelinchens war heute auch zum ersten mal ohne die große Schwester im Kindergarten. Aufregend! Warum ich das alles hier schreibe? Natürlich um eine Ausrede für meine bescheidene Leistung zu haben!

Distance: 6.31 km
Duration: 00:37:54
Avg Speed: 9.98 km/h
Avg Pace: 6:00 min/km
Energy: 505 kcal

Die Zeit ist, wie gesagt, sehr bescheiden. Allerdings bin ich froh mich heute Abend überhaupt noch rausgewagt zu haben. Gegen Ende habe ich wirklich gekämpft noch unter die 6:00 min/km zu kommen, doch es wollte einfach nicht ganz klappen. Schon deprimierend, wenn man weiß, dass man über die gleiche Distanz schon einmal exakt 5 Minuten schneller war. Aber da hatte ich auch nur einen normalen Arbeitstag hinter mir… 😉

Im Ohr: Second Unit #124: Matrix Reloaded & Matrix Revolutions

Media Monday #168

Es gibt Zeiten im Leben, die scheinen eher fremdbestimmt und bieten kaum eine Verschnaufpause. Im Moment befinde ich mich wieder in einer solchen Phase, was größtenteils unserem Hausbau zuzuschreiben ist. Für eine halbe Stunde zwinge ich meine Gedanken jedoch in Richtung Film und beantworte die aktuellen Fragen des Medienjournals – viel Spaß also mit meinen Antworten!

media_monday_168

  1. Ein Großteil meiner Schulzeit war mir persönlich deutlich zu langatmig – heute dagegen wüsste ich die nahezu unendlichen Freiheiten, die man damals hatte, wohl viel mehr zu schätzen.
  2. Fragwürdige Moral kann interessante Aspekte zu einer Geschichte hinzufügen; wenn allerdings nicht die Möglichkeit zur Reflexion gegeben wird, dann habe ich damit auch teils Probleme.
  3. Filme bzw. Bücher, die mich nicht interessieren, würde ich schon aus Prinzip nicht schauen/lesen, denn die vorhandene Freizeit ist ja bekanntlich begrenzt.
  4. Will man mir so richtigen Ekel verursachen in einem Film, gibt es nichts effektiveres als realistisch anmutende Gewalt oder Verletzungen, denn dafür liegt meine Toleranzgrenze ziemlich niedrig (anders als bei übertriebenem Splatter).
  5. Helden der Kindheit: Für mich wird es nie eine bessere Jugendbande geben als „Die Goonies“, schließlich sind sie auf Schatzsuche, schlagen sich mit üblen Gangstern rum und erleben dabei ein echtes Abenteuer.
  6. Warum gibt eigentlich nicht mehr Romane, die sich [es gibt mehr als genug Bücher da draußen, die ich gerne lesen möchte, da muss ich mir im Moment nicht noch mehr wünschen].
  7. Zuletzt gesehen habe ich „Monsters“ und das war ein beeindruckendes Erlebnis, weil Regisseur Gareth Edwards damit bewiesen hat, dass man mit Talent und Willen auch ohne unendlich großes Budget einiges erreichen kann.

Run, Fatboy, Run (311)

Nachdem ich vergangene Woche exakt einen freien Abend hatte, ist es nur wenig verwunderlich, dass ich diesen nicht gerade zum Laufen genutzt habe – folglich sind seit dem letzten Lauf exakt 7 Tage vergangen, worauf ich nicht besonders stolz bin. Immerhin bin ich heute bei leichtem Nieselregen auf die Strecke, was mich durchaus ein wenig Überwindung gekostet hat.

Distance: 6.02 km
Duration: 00:34:52
Avg Speed: 10.36 km/h
Avg Pace: 5:47 min/km
Energy: 477 kcal

Der Lauf war recht gut. Trotz nahender Erkältung kam ich flott voran, musste nur drei Hunden ausweichen (einmal – ganz toll! – durch eine matschige Wiese) und hatte einen Podcast im Ohr, bei dem die ganze Zeit über Ultra-Läufe geredet wurde. Da läuft das schlechte Gewissen gleich mit! Mal sehen, ob ich nächste Woche einmal wieder zwei Läufe hinbekomme…

Im Ohr: FatBoysRun – Episode 3: Sommerurlaub, Trail-Lauf und Beschneidungen

One Tree Hill – Season 3

Kaum zu glauben, schon wieder eine Serienstaffel abgeschlossen – inzwischen gehört „One Tree Hill – Season 3“ auch zum allabendlichen Ritual. Selbst wenn wir die Sichtungen aufgrund von Planungsgesprächen (und anderen lustigen Tätigkeiten) oft erst spät abends begonnen hatten, so ließen wir die langen Tage doch meist mit einer Episode ausklingen. Ob das immer ein Vergnügen war, lest ihr in der folgenden Besprechung… Spoiler sind zu erwarten.

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Über den Großteil der Laufzeit setzt „One Tree Hill“ im dritten Jahr konsequent dort an, wo man die Serie am Ende der zweiten Staffel verlassen hat: Die Ehe von Nathan und Haley ist eines der zentralen Themen, weiterhin spielt Lucas‘ Herzkrankheit eine große Rolle, und es gibt – keine Überraschung an dieser Stelle – etliche Paar-Konstellationen, welche kleinere bis größere Dramen zu überwinden haben. Keinesfalls vergessen darf man natürlich Dan Scott, der in einer irrwitzigen Aktion zum Bürgermeister aufsteigt und diese neue Machtposition natürlich schamlos ausnutzt.

Alles beim alten – könnte man zumindest meinen, doch im letzten Drittel schlägt „One Tree Hill“ mit den beiden Episoden „With Tired Eyes, Tired Minds, Tired Souls, We Slept“ und „Who Will Survive, and What Will Be Left of Them“ einen komplett neuen Weg ein. Dies kam für mich sehr überraschend und hätte ich so von der Serie auch nicht erwartet. Das Thematisieren eines Amoklaufs an einer amerikanischen Highschool mag nicht sonderlich innovativ erscheinen, im Rahmen dieses doch meist eher seichten Teenie-Dramas fielen diese Episoden jedoch stark aus dem Rahmen.

Speziell der Ausgang des Amoklaufs war denkwürdig, da es nicht nur den Charakter Dan Scott in einem komplett neuen Licht zeigt, sondern auch den weiteren Verlauf der Serie verändert. Ich weiß bisher noch nicht, was ich vom eiskalten Mord an Keith Scott halten soll. Bisher war Dan eine Figur, die völlig übertrieben geschrieben war, welche jedoch auch Grauzonen aufwies, d.h. es gab durchaus Momente, in denen hätte man dem Bösewicht von Tree Hill tatsächlich ein Gewissen zusprechen können – dies gilt nun nicht mehr: keine Grauzone, nur noch Schwarz und Weiß. Ein interessanter Schritt, der jedoch auch gewisse Möglichkeiten nimmt, die Geschichte weiterzuerzählen.

Weiterhin erwähnenswert ist abermals die musikalische Untermalung: Mit Fall Out Boy und Nada Surf gibt es erneut ein paar bekannte Bands zu sehen. Daneben wird der bisher äußerst generische Score (d.h. wenn gerade keine Pop-Songs zu hören sind) erstmals von Explosions in the Sky eingespielt, was eine wahre Freude ist! Die Post-Rock-Band hatte bereits der Serie „Friday Night Lights“ ihren unverwechselbaren Stempel aufgedrückt, und auch „One Tree Hill“ gewinnt atmosphärisch unglaublich durch die neuen Klangwelten. Wäre mein Leben vertont, würden im Hintergrund wohl auch Explosions in the Sky laufen. Einfach großartig!

Das Finale birgt erneut etliche Cliffhanger und zwingt mich vermutlich möglichst bald mit der vierten Staffel zu beginnen. Das dritte Jahr fand ich bisher am gelungensten, weil die Abstimmung der Charaktere aufeinander inzwischen perfektioniert wurde, und sich die Autoren dieses Mal auch etwas mehr getraut haben. Ob die Richtung, in die sich die Serie nun entwickelt, tatsächlich über mehrere Staffeln trägt, wird sich allerdings noch zeigen müssen: 8/10 (8.1) Punkte.

Monsters (2010)

Nach einer der bisher anstrengendsten Wochen des Jahres, wollte ich dennoch nicht auf den Film am Freitagabend verzichten. Vermutlich ein Fehler, denn ich konnte schon zu Beginn von „Monsters“ kaum noch die Augen offen halten. Ob dieser Umstand dem Film geschadet hat, oder die Müdigkeit noch von ihm verstärkt wurde, lest ihr in der folgenden Besprechung…

monsters_2010

Obwohl ich Monsterfilme liebe, so war es nicht dieser Aspekt, der mich an Gareth Edwards Kinodebüt gereizt hat. Es ist vor allem die Entstehungsgeschichte, die bemerkenswert ist: In Personalunion hat Edwards den Film geschrieben, gedreht und die Postproduktion inklusive VFX durchgeführt. Die gesamte Filmcrew lässt sich an einer Hand abzählen und es gibt nur zwei Schauspieler, der Rest wurde spontan mit Laiendarstellern besetzt. Das Ergebnis ist für diese Rahmenbedingungen unglaublich beeindruckend – „Monsters“ wirkt zu keiner Sekunde billig, schlecht gespielt oder amateurhaft. Kein Wunder, dass Edwards kurze Zeit später die Neuverfilmung von „Godzilla“ angeboten wurde.

Abgesehen von seiner Entstehungsgeschichte präsentiert der Film ein interessantes Sci-Fi-Setting, das den Rahmen für ein erstaunlich intimes Roadmovie bildet. Die titelgebenden Monster sind zwar stets präsent, sorgen aber eher für Atmosphäre als für großartige Actionszenen. Ich mochte die langsame und charakterzentrierte Erzählweise, wenngleich der Aufbau der Geschichte – besonders zu Beginn – durchaus ein wenig holprig war. Die wirklich harmonisch spielenden Hauptdarsteller (übrigens im echten Leben verheiratet) machen allerdings glücklicherweise wieder einiges wett.

Die Bewertung des Films fällt mir nun tatsächlich ein wenig schwer. Einerseits müsste ich vor dem Hintergrund der unglaublichen Produktionsbedingungen mindestens die volle Punktzahl vergeben, allerdings hatte der Film doch einige strukturelle Schwächen. Zudem war ich unglaublich müde, so dass ich „Monsters“ nicht so genießen konnte, wie es der Film wohl verdient gehabt hätte. Den inhaltlich (Sci-Fi-Allegorie auf aktuelle soziopolitische Gegebenheiten) und interessanterweise auch aufgrund seiner Entstehungsgeschichte verwandten „District 9“ des Südafrikaners Neill Blomkamp fand ich insgesamt zwar überzeugender, aber nicht unbedingt sympathischer. Grund genug für eine weitere Sichtung: 7/10 Punkte.

Filme der 2000er (Jürgen Müller)

filme_der_2000erNachdem die letzte Buchvorstellung mit Filmbezug bei euch so gut angekommen ist, möchte ich euch auch meinen zuletzt ausgelesenen Schmöker aus diesem Bereich nicht vorenthalten: „Filme der 2000er“ aus dem Taschen Verlag ist der neueste Band der Buchreihe rund um die wichtigsten Filme der vergangenen Jahrzehnte. In meiner Sammlung befinden sich inzwischen alle Bände ab „Filme der 60er“, wobei „Filme der 90er“ mein Einstieg in die Reihe war. Seitdem sind inzwischen bereits 12 Jahre vergangen, was unglaublich ist – eine lange Zeit, während der mich diese Buchreihe stets begleitet hat.

Wenn man die Bücher noch nicht kennt, wird man zunächst von ihrem Gewicht erschlagen. Auf knapp 900 großformatigen Seiten bekommt der Leser zu jedem Jahr eine Auswahl an Filmen der entsprechenden Dekade präsentiert. Es gibt eine Zusammenfassung des Inhalts, eine Besprechung und noch weitere Details zu Regisseur, Schauspielern und Produktion an sich. Ergänzt werden die Informationen durch mehrere Standbilder aus dem  Film, die teilweise die komplette Seite einnehmen. Dadurch bekommt man als Leser a) ausreichend Informationen zum jeweiligen Film und b) auch enorm Lust darauf ihn zu sehen – speziell die weniger bekannten Filme.

Was die Auswahl der Werke angeht, so kann man sich darüber bestimmt exzellent streiten, doch letztendlich haben die Herausgeber eine gute Mischung aus relevanten Blockbustern, Indie-Produktionen und ausländischen Beiträgen zusammengestellt. Für mich ist es jedes Mal eine Freude in den Bänden zu schmökern – selbst wenn das Regal für diese Buchreihe wirklich sehr stabil gebaut sein sollte: 9/10 Punkte.

Media Monday #167

Wieder einmal liegt ein Wochenende hinter mir, das erneut hauptsächlich von Planungen zum bevorstehenden Hausbau dominiert war. Auch diese Woche stehen wieder mindestens drei Termine auf dem Programm. Heute jedoch ist der Abend frei, was es mir erlaubt die Fragen des Medienjournals zeitnah zu beantworten – viel Spaß damit!

media_monday_167

  1. Ich hoffe ja ein bisschen auf ein Revival von Jugendabenteuer-Filmen, denn „Die Goonies“ oder „Stand by Me“ zählen bis heute zu meinen Lieblingen – J. J. Abrams‘ „Super 8“ war da schon einmal ein sehenswerter Genrebeitrag.
  2. Urlaubs- oder Strandlektüre gibt es bei mir dieses Jahr mangels Urlaub und Strand nicht.
  3. Die unglaubwürdigste Entwicklung einer Figur gibt es meist immer dann, wenn Serien zu lange laufen und den Autoren nichts mehr Sinnvolles einfällt.
  4. Eltern wissen: Ein gesundes und zufriedenes Kind ist unverzichtbar für einen guten Schlaf.
  5. Roboter können einem wirklich den schönsten Kneipenabend ruinieren.
  6. „Carlito’s Way“ ist gerade deshalb ein so toller Gangsterfilm, weil er die tragische Geschichte eines Gangsters erzählt, der wirklich aussteigen will.
  7. Zuletzt gesehen habe ich „Guardians of the Galaxy“ und das war wirklich ein tolles Kinoerlebnis, weil Regisseur James Gunn darin bombastisches Popcorn-Kino mit abgefahrenen Charakteren kombiniert und dabei eine bemerkenswerte Leichtigkeit bewahrt.

Run, Fatboy, Run (310)

Heute war ich zum ersten Mal seit zwei Wochen wieder laufen. Diese längere Pause war eher unfreiwillig und dem körperlichen Verfall geschuldet, doch wollte ich es nun endlich einmal wieder anpacken. Es zieht und zwickt zwar noch, doch habe ich es auch bewusst langsam angehen lassen, so dass es recht gut voran ging. Natürlich bin ich wieder an unserem Grundstück vorbeigelaufen, wo ein Regenbogen durch die Wolkendecke spitzte – ich werte das einmal als gutes Omen.

regenbogen

Distance: 8.23 km
Duration: 00:49:49
Avg Speed: 9.91 km/h
Avg Pace: 6:03 min/km
Energy: 660 kcal

Ansonsten gibt es nur wenig zu berichten, außer dass ich mich wieder einmal mit einem arroganten Hundehalter angelegt habe – die Idiotendichte ist hier in der Region wirklich ziemlich hoch. Die Zeit ist natürlich ein wenig enttäuschend, doch Regenbogen und störrische Hundehalter haben mich doch zu sehr ausgebremst. Immerhin war ich einmal wieder laufen. Die letzte Woche ist mit drei Hausbau-Terminen leider auch schon wieder ziemlich dicht, so dass vermutlich nur das Wochenende bleibt…

Im ersten Ohr: Sneakpod #353 – A Most Wanted Man
Im zweiten Ohr: Second Unit #123: Chinatown

Guardians of the Galaxy (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Guardians of the Galaxy“ am 20. Februar 2016 und am 18. Mai 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nur ein gutes Vierteljahr ist seit meinem letzten Kinobesuch vergangen, kaum zu glauben! Mit „Guardians of the Galaxy“ stand erneut ein Blockbuster auf dem Programm, der entsprechend zelebriert werden wollte, sprich mit 3D und IMAX. Leider jedoch gab es keine Vorstellung im englischen Originalton, was ich bei diesem Film besonders schade fand. Ob er mich trotz Synchro überzeugen konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Guardians of the Galaxy (2014) | © Walt Disney

Guardians of the Galaxy (2014) | © Walt Disney

Zunächst einmal hatte mich der Prolog fast ein wenig aus der Bahn geworfen – wer hätte gedacht, dass mich der Film bereits in den ersten Minuten emotional so packen kann? Ist vielleicht auch ein Elternding, doch damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Dieser Schock war jedoch schnell wieder vergessen, denn bereits die Eröffnungstitel sind so wunderbar unterhaltsam inszeniert, dass es eine wahre Freude ist! Man lernt Hauptcharakter Peter ‚Starlord‘ Quill kennen, indem wir ihn (mit 60er/70er Jahre Sound im Ohr) über einen lebensfeindlichen Alien-Planeten tanzen sehen. Großartig! Auch die restlichen Guardians werden zeitnah eingeführt, was glücklicherweise völlig organisch geschieht während die Geschichte fortschreitet – Charaktere, Action, Dialoge und Humor bilden dabei eine Einheit, die untrennbar miteinander verbunden ist.

Der Film lebt vom Zusammenspiel der Charaktere. Wie bereits Marvels „The Avengers“ überzeugt auch „Guardians of the Galaxy“ hauptsächlich als Ensemblefilm, wofür Regisseur James Gunn mindestens ein ebenso geschicktes Händchen beweist wie Joss Whedon. Auch wenn ich ab und zu über die Synchro gestolpert bin, so sind die Dialoge doch frisch und pfeilschnell – ich freue mich jetzt schon unbandig auf die Sichtung im englischen Originalton! Die Schauspieler tragen ihren Teil zur gelungenen Chemie bei, allen voran der sympathische Chris Pratt (Andy Dwyer, „Parks and Recreation“), der es schafft dem draufgängerisch auftretenden Starlord auch die nötige emotionale Tiefe zu verleihen. Dies gilt übrigens für alle Figuren: selbst Rocket, Groot und Drax können als echte Charaktere überzeugen. Freunde von James Gunn werden übrigens einige Schauspieler aus seinen vorherigen Werken (u.a. „Slither“) entdecken.

Fazit

Der Film besitzt eine nahezu perfekte Balance in all seinen Versatzstücken. Man muss sich schon fast wundern, wie es sein kann mit einem Film, in dem ein sprechender Waschbär und ein laufender Baum tragende Figuren sind, solch einen großen Erfolg zu haben – zumal die meisten Zuschauer die Comicvorlage wohl nicht kennen dürften. Auch die stets präsenten 80er Jahre Anspielungen sind perfekt platziert – und ich bin mir sicher, dass wir als Kinder der 80er auch die eigentliche Zielgruppe von „Guardians of the Galaxy“ sind. Zumindest dürften wir am meisten Spaß mit dem Film haben. Und was für einen Spaß ich hatte! Schon lange war ich nicht mehr so überrascht, als der Film (übrigens mit einem grandiosen Finale) zu Ende ging. Das sollen 120 Minuten gewesen sein? Die wohl unterhaltsamsten 120 Minuten, die man zurzeit mit einem Film verbringen kann. Für mich der bisher gelungenste Marvel-Film. Unbedingt anschauen: 9/10 Punkte.

One Tree Hill – Season 2

Wie zu erwarten habe ich auch „One Tree Hill – Season 2“ in kürzester Zeit verschlungen. Trotz etlicher Filmsichtungen während meines Urlaubs, wollten wir auf einen kurzen Abstecher nach Tree Hill nicht verzichten. Ob sich die Serie im Vergleich zu ihrem ersten Jahr steigern konnte, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

one_tree_hill_s2

Nachdem die erste Staffel mit mehr Cliffhangern endete als das durchschnittliche „Lost“-Staffelfinale, gaben sich die Autoren größte Mühe den Status quo möglichst schnell wieder herzustellen. Typisch für Drama-Serien dieser Art. Trotz dieses auf Dauer etwas nervigen Schachzugs, wurde ich schnell wieder in die Handlung hineingezogen. Nachdem ich zu Beginn befürchtete Dan Scott hätte aufgrund seiner Krankheit an Biss verloren, wurde ich schnell eines besseren belehrt: Der Meister der Manipulation ist zurück – und das stärker denn je! Es ist einfach großartig, wie konsequent die Autoren diese Figur mit allen Charaktereigenschaften eines typisch klischeehaften Filmbösewichts ausgestattet haben. Herrlich!

In der sonstigen Handlung wird es auch dramatischer, da Beziehungen auf dem Spiel stehen, Figuren von ihrer Vergangenheit eingeholt und auch neue Charaktere eingeführt werden. Auch wenn „One Tree Hill“ oft sehr durchschaubar bleibt, so ist der Rhythmus, in dem gewisse Ereignisse passieren bzw. Figuren wieder auftauchen, einfach perfekt gewählt. Auch wenn dies stets negative Assoziationen weckt, so haben die Showrunner den süchtig machenden Soap-Opera-Stil in dieser Serie perfektioniert.

Herausragend fand ich erneut die Musikwahl. So viele tolle Bands, so viele perfekte Montagen, von denen mir besonders der Einsatz von Jimmy Eat Worlds „23“ in der Episode „Don’t Take Me for Granted“ in Erinnerung geblieben ist. Kein Wunder also, dass die Episode „The Tide That Left and Never Came Back“ mein persönliches Highlight war: Die gesamte Episode wird parallel zu einem Jimmy Eat World-Konzert erzählt, was absolut großartig ist und auch schön mit der Handlung verknüpft wurde. Fantastisch!

Das Finale zieht dann wieder alle Register in Sachen Cliffhanger; fast schon zuviel des Guten, aber doch irgendwie passend – und dabei einfach unglaublich unterhaltsam. In all dem Beziehungschaos, den leichteren Momenten und dem teils aufgesetzt wirkenden Drama, hat die Serie inzwischen ihre Balance gefunden. Sie funktioniert und die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen. Zwar kein zweites „Friday Night Lights“, doch wunderbare Unterhaltung für verregnete Abende: 8/10 (7.9) Punkte.