Nachdem wir heute Nachmittag die Kids bei den Großeltern abgesetzt hatten, habe ich noch ein wenig gearbeitet. Gegen 18 Uhr haben Frau bullion und ich beschlossen, noch einen Abendspaziergang zu machen. Dieser wurde mit über 6 km etwas länger, und mittendrin haben wir uns noch Döner bzw. Falafel geholt. Danach habe ich mit „Renfield“ einen Film ausgesucht, den wir mit den Kindern (noch) nicht hätten schauen können und der nach seichter Unterhaltung aussah. Wie er uns gefallen hat? 🧛

Renfield (2023) | © Universal Pictures
Sehr kurzweilig, doch viel zu überdreht
Wenn man die Serie „What We Do in the Shadows“ (und natürlich auch den Film) gesehen hat, dann ist der Goldstandard moderner Vampir-Komödien bereits bekannt. Ich kann es direkt vorwegnehmen: „Renfield“ kommt nicht annähernd an den Humor der beiden Werke heran. Damit will ich es auch beim Vergleich belassen, denn „Renfield“ kann durchaus für sich stehen. Den Aufhänger, die Beziehung zwischen Dracula und Renfield als toxisches Arbeitsverhältnis darzustellen, fand ich schon recht witzig. Auch Nicolas Cage und Nicholas Hoult harmonieren wunderbar miteinander. Da hätte der Film gerne noch mehr in die Tiefe gehen können. Mehr ruhige Szenen. Weniger übertriebene Action. Aber dann wären wir ja doch wieder bei „What We Do in the Shadows“, wo die Beziehung zwischen Vampir und Familiar ebenfalls ein wichtiger Handlungsstrang ist. Nur eben viel besser umgesetzt.
Vermutlich hätte mir „Renfield“ auch (noch) besser gefallen, wenn die Welt nicht so comichaft übertrieben gewesen wäre. Auch das macht die oben bereits mehrfach erwähnte Serie so viel besser. Aber ich wollte ja nicht mehr vergleichen. Nicholas Hoult spielt Draculas Diener großartig, nur das Mutieren zum Superhelden fand ich seltsam. Die damit verbundene Action, die splattermäßig ordentlich zur Sache geht (leider mit viel CGI-Blut), macht Spaß und war mir teils dennoch zu viel des Guten. Auch hier wieder zu comichaft. Besser haben mir die ruhigeren Szenen gefallen, wenn das Bild mal länger stehen bleibt und wir Draculas Verlies z.B. länger zu sehen bekommen. Leider peitscht Regisseur Chris McKay die Geschichte ziemlich durch, was gar nicht nötig gewesen wäre. Ansonsten spielen sich Awkwafina und Ben Schwartz selbst bzw. so, wie sie all ihre Rollen spielen. Dafür hat es mich gefreut, Shohreh Aghdashloo zu sehen, die ich seit „The Expanse“ liebe.
Fazit
„Renfield“ ist ein netter und sehr kurzweiliger Film. Leider zündet der Humor nicht immer und die Action ist zu übertrieben. Mit einer balancierteren Inszenierung hätte er deutlich besser sein können. Nun sag ich es doch noch einmal: Zur Not lieber zu „What We Do in the Shadows“ greifen. Hat man Film und Serie aber schon x-mal gesehen, dann macht auch „Renfield“ durchaus Spaß: 6/10 Punkte.