Alien: Earth – Staffel 1 (2025)

Normalerweise halte ich es ja ganz gut aus, aktuelle Serien nicht sofort zu schauen. Ich warte ganz gerne bis Serien abgeschlossen sind bzw. zumindest so lange, bis eine Fortführung der Geschichte gesichert ist. Bei „Alien: Earth – Staffel 1“ war das jedoch anders. Ich liebe die „Alien“-Filme. Den ersten besonders, doch auch die Fortsetzungen samt „Prometheus: Dunkle Zeichen“. Somit war ich extrem gespannt auf die Serie. Ob meine Erwartungen erfüllt wurden, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🌎

Alien: Earth | © FX & Disney

Alien: Earth | © FX & Disney

Faszinierende Sci-Fi mit schwachem Xenomorph

Wie der Titel verlauten lässt, spielt „Alien: Earth“ auf der Erde. Dieser Aspekt hat mich im Vorfeld vermutlich am meisten abgeschreckt, denn ich musste natürlich an „Aliens vs. Predator 2“ denken, der zu den schlechtesten Filmen gehört, die ich je gesehen habe. Glücklicherweise spielt „Alien: Earth“ in der Zukunft und zwar exakt zwei Jahre vor dem allerersten „Alien“-Film. Wir werden direkt in die erste Episode namens „Neverland“ hineingeworfen und befinden uns sofort und ohne Zweifel im „Alien“-Universum. Auf einem Schiff, dessen Innenraum der Nostromo zum Verwechseln ähnlich sieht, erleben wir, zu diesem Zeitpunkt noch ohne Kontext, den Angriff eines Xenomorphs. Hier muss ich direkt auf meinen ersten und größten Kritikpunkt an der Serie eingehen: Die Darstellung des titelgebenden Monsters. Showrunner Noah Hawley setzt dabei auf praktische Effekte, sprich ganz klassisch einen Mann im Anzug. Eigentlich begrüßenswert, denn mir waren die digitalen Xenomorphe in „Alien: Romulus“ schon fast zuviel des Guten. Allerdings wird das Xenomorph, gerade in den ersten Episoden, so häufig in kompletter Pracht gezeigt, dass man stets sieht, dass es sich eben nur um einen Mann im Anzug handelt. Das Xenomorph hat viel zu viel Screentime und wird leider auch nicht gelungen in Szene gesetzt. Seine Haut wirkt trocken und es fehlt der Schleim. Wenn ich da an die stimmungsvolle und sparsame Inszenierung eines Ridley Scotts denke, die bereits 1979 für Gänsehaut sorgte, dann verliert das ikonische Monster in der Serie leider ziemlich an Wirkung.

Sehr gelungen fand ich die meisten anderen Elemente der Serie: Die „Peter Pan“-Analogie hat für mich erstaunlich gut funktioniert. Ebenso hat mich Boy Kavalier als Tech-Bro-Bösewicht überzeugt, was auch an Samuel Blenkins Darstellung lag. Überhaupt sind die Schauspieler:innen allesamt gut gewählt und holen einiges aus ihren Rollen raus. Sydney Chandler als Wendy ist fantastisch, Timothy Olyphant spielt mit Kirsh einen erinnerungswürdigen Synth und Babou Ceesay zieht als Cyborg alle Aufmerksamkeit auf sich. Die Logik ist, wie so oft in diesem Franchise, nicht wirklich gegeben, doch kann ich damit wirklich gut umgehen, weil mich das World Building so fasziniert. Mit „In Space, No One…“ bekommen wir in der fünften Episode quasi ein Remake des ersten „Alien“ zu sehen, was (bis auf das Xenomorph) fantastisch inszeniert ist. Glücklicherweise gibt es neben dem Hauptmonster noch andere Aliens, welche wirklich spannende Kreaturen sind und die auch herrlich unheimlich in Szene gesetzt werden. Speziell der T. Ocellus, das unheimliche Auge, ist ein fantastischer Neuzugang zum Franchise.

„Alien: Earth“ atmet den Geist von „Prometheus“

Ich habe inzwischen einige Stimmen zur Serie gelesen bzw. meinungsmachende Schlagzeilen, wie sie gerade auf YouTube en vogue sind. Disney würde das Franchise ruinieren, die Serie würde alles kaputt machen usw. usf. Ich stelle folgende These auf: Wenn ihr „Prometheus: Dunkle Zeichen“ mochtet, dann werdet ihr auch mit „Alien: Earth“ viel Spaß haben. Bereits der Film hat einen Parallelstrang erzählt und sich mehr für KI, den Schöpfungsmythos und andere Monster neben dem Xenomorph interessiert. In diesen Aspekten brilliert auch diese Serie. Tatsächlich war mir, wie bereits erwähnt, das bekannte Monster sogar zu präsent eingesetzt. Am schwächsten fand ich die siebte Episode „Emergence“, in der es zu einer Kooperation zwischen Xenomorph und Wendy, der Anführerin der Hybride, kommt. Hier hatte ich einen ähnlichen Effekt der Ablehnung, wie im ersten „Jurassic World“, als Owen Grady die zuvor komplett monsterhaft inszenierten Raptoren trainiert hat. Das mag für mich nicht wirklich zu diesem faszinierenden Wesen passen. Allerdings hat bisher auch (fast) jeder „Alien“-Film mit den Regeln der Vorgänger gebrochen, so dass ich mich auch an diesen Bruch gewöhnen werde. Alles andere, abseits des Xenomorphs, fand ich extrem faszinierend und stilistisch grandios umgesetzt. Ich hatte richtig viel Spaß mit dieser ersten Staffel von „Alien: Earth“ und der erweiterten Welt, die sie aufmacht.

Fazit

Ich habe mich jeden einzelnen Abend auf eine neue Episode von „Alien: Earth“ gefreut. Hätte ich jede Story-Entscheidung genauso getroffen? Auf keinen Fall. Doch das ging mir im gesamten Franchise nach dem zweiten Teil bereits so. Ich habe es geliebt, einen tieferen Einblick in diese Welt zu bekommen und fand sowohl die neuen Figuren als auch die neuen Monster spannend. Keine perfekte Serie, doch eine, die mit all ihren kontroversen Entscheidungen perfekt zum Franchise passt. Ich freue mich schon sehr auf die zweite Staffel: 8/10 (8.3) Punkte.

32 Gedanken zu “Alien: Earth – Staffel 1 (2025)

  1. Ich weiß auch nicht so Recht, was ich von der Show halten soll. Manches war echt richtig toll, aber manches auch echt Murx. Die „Alien-Episode“ hat mir aber auch sehr gut gefallen, davon hätte ich gern mehr gehabt. Ich hoffe das Ende wird in Staffel 2 gut fortgesetzt, das war mir ein bisschen zu abrupt.

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    • Für mich haben die starken Elemente überwogen. Auch fand ich es schön, dass Boy Kavalier, Kirsh und Morrow noch leben. Fand ich allesamt interessante Figuren. Das Ende war sehr abrupt, das stimmt. Hoffe aber doch, dass noch eine zweite Staffel folgt. Könnte echt gut weiterschauen (auch wenn es noch dauert).

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  2. Vom Finale hatte ich mir auch mehr erhofft. Um ehrlich zu sein: Ich habe mit einer großen „Alles und jeder geht in einem epischen Gefecht drauf und Weyland-Yutani sammelt noch ein paar übriggebliebene Gewebeproben ein“-Aufräumaktion gerechnet. So heißt es warten, ob und wann eine Fortsetzung kommt. Dafür ist Glubschie dann wieder dabei, yeah!

    Der Look des Alien hat, wie du richtig geschrieben hast, enttäuscht. Aber die Charaktere (Babou Ceesay muss man da hervorheben) und die anderen Alienviecher überzeugen dafür umso mehr. Der olle Xenomorph konnte einem fast ein wenig leidtun, dass er gegenüber den neuen Modellen so abstank. Da muss er zur zweiten Staffel noch etwas besser in Form gebracht werden.

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    • Ja, das Finale hat definitiv mit den Erwartungen gebrochen. Dennoch bin ich froh, dass die „Gefangenen“ noch leben, weil ich sie allesamt für tolle Figuren halte. Bin nun sehr gespannt auf die Fortsetzung und hoffe, wir müssen nicht zu lange warten. Zombie-Glubschie kündigt schon einmal Großes an.

      Der Xenomorph war für mich klar der Schwachpunkt der Serie. Von mir aus kann sich die Geschichte komplett auf die Konzerne sowie die anderen Aliens fokussieren. Aber mal sehen, was sie aus der Queen of Dragons äh Wendy noch machen.

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  3. Ich bin auch arg hin- und hergerissen. Ich hab mich wie du immer sehr auf die Episoden gefreut und sie auch gerne geguckt… nur bestimmte Themen (gerade rund um die Lost Boys) hätte ich gerne besser ausgearbeitet gesehen.

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    • Dieser Aspekt (Peter Pan und die verlorenen Jungs) hat für mich so vage ausgereicht. Da konnte man sich seinen Teil denken. Bei der Charakterzeichnung bin ich bei dir. Da hätte ich lieber auf die eine oder andere Actionszene verzichtet. Insgesamt war ich aber doch sehr zufrieden mit der Serie. Nun hoffe ich, dass die zweite Staffel schnell angekündigt wird, denn das Ende wäre sonst schon etwas sehr offen.

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  4. Mein Favorit ist ganz klar das Auge.
    Aber mal davon ab… ich fand es schwierig. Für mich war es kein Alien in dem Sinne. Ich fand die Geschichte der „kinder“ deutlich interessante und irgendwie auch fast eigenständig. Es hätte auch ohne den Alien Aspekt funktioniert und somit erklärt sich mein eingangs gewähltes Wort „Schwierig“…

    Es gab eben Parallelen… aber es hätte sie nicht geben müssen…irgendwie. Weißt du, was ich meine? Ich glaube ich drücke mich gerade etwas durcheinander aus 🙂

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    • Ich glaube, ich verstehe schon, was du meinst. Für mich war das tatsächlich der stärkste Aspekt der Serie. Von mir aus hätte das klassische Xenomorph noch viel weniger vorkommen können und sich die Handlung komplett auf die „Kinder“ und die anderen Wesen konzentrieren können. So ähnlich eben wie in „Prometheus“. Wir hatten nun ja schon sechs Filme mit dem klassischen Monster. Da wäre es für mich okay gewesen, wenn die Serie nur in dieser Welt spielt und das Xenomorph nur Erwähnung findet oder ganz am Rande vorkommt. Hätte ich zumindest noch spannender gefunden. Aber ich mochte die Serie auch so, weil ich die Welt einfach so spannend finde.

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  6. Gerade die 5. Folge hinter mich gebracht. Ja, das war schon eine tolle Hommage an den ersten Alienfilm.

    Das Auge ist der Hammer. Das Alien hat was. Was den Xenomorph angeht, ich finde es gar nicht so wild, dass es eher einem „Mann im Anzug“ ähnelt. Immerhin ist es weitaus agiler und intelligenter als das Ur – Alien. Warum soll es sich auch nicht angepasst haben?

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