Die Bestimmung: Divergent – OT: Divergent (2014)

Nachdem die letzte Filmsichtung schon wieder über zwei Wochen zurückliegt, habe ich der Müdigkeit nach einer anstrengenden Woche nicht nachgegeben und „Die Bestimmung: Divergent“ in den Player geschoben. Die Wahl traf dieses Mal meine bessere Hälfte, da sie die Vorlage gelesen hatte, davon jedoch nicht sonderlich begeistert war. Umso gespannter war ich also, ob sie der Verfilmung mehr abgewinnen kann – und ob mich die Geschichte genug reizt, um auch einmal einen Blick in die Roman-Trilogie zu werfen…

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Der Vergleich zu „Die Tribute von Panem: The Hunger Games“ drängt sich natürlich auf: Eine dystopische Zukunft, Teenager die sich einer Wahl stellen müssen, eine starke weibliche Heldin, intensive Trainingssequenzen und eine Verschwörung. Ja, sonderlich originell wirkt „Divergent“ ein paar Jahre nach dem stilprägenden Jugendabenteuer nicht. Leider sind Geschichte, Charaktere und Inszenierung auch in jeder Instanz unterlegen. War mein Interesse für die Vorlage nach der ersten Sichtung von „The Hunger Games“ sofort geweckt, so blieb mir „Divergent“ seltsam fremd. Die Grundidee der verschiedenen Fraktionen ist eigentlich ganz nett, doch wirkt die präsentierte Welt in letzter Konsequenz einfach nicht glaubwürdig und schlüssig.

Bietet – und ja, wieder der Vergleich – Suzanne Collins‘ Geschichte eine teils beängstigend wirkende Dystopie, in die die starke Präsenz der jugendlichen Protagonisten ähnlich glaubhaft verankert ist, wie zum Beispiel in die „The Maze Runner“, so wirken die wild herum hopsenden Teenager hier einfach nur albern. Da werden die düster dreinblickenden Beschützer der Stadt als knallhart eingeführt und doch düdelt bei jedem größeren Auftritt ein radiokompatibler Popsong im Hintergrund. Die Welt wirkt einfach nicht stimmig, auch wenn die Dynamik der Figuren untereinander sowie die diversen Trainingseinheiten durchaus nett in Szene gesetzt sind. Während „The Hunger Games: Catching Fire“ selbst im zweiten Teil die für das Genre obligatorische Liebesgeschichte stets spannend und relevant für Charaktere und Geschichte erzählt, kommt es hier schon nach ein paar Minuten zum unmotivierten und plumpen Kuss.

Wie man es auch dreht und wendet: „Divergent“ ist ein zumindest nett anzusehendes Sci-Fi-Abenteuer mit guten (und leider auch verschenkten) Schauspielern, der es nie schafft das Prädikat Teenie-Film abzustreifen. Speziell im Vergleich zum mehr als offensichtlichen Vorbild fällt Neil Burgers uninspirierte Jugend-Sci-Fi doch erheblich ab. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht gut. Gerade noch mittelmäßig, was mein Interesse an der Vorlage so ziemlich beerdigt: 5/10 Punkte.

23 Gedanken zu “Die Bestimmung: Divergent – OT: Divergent (2014)

  1. da sie die Vorlage gelesen hatte, davon jedoch nicht sonderlich begeistert war.

    #nodisrespect aber da frage ich mich, warum man überhaupt den Film guckt, wenn man schon die Vorlage scheiße findet (da mir noch keine Verfilmung begegnet ist, die der Romanvorlage überlegen war).

    Ich fand den Film dennoch gelungener als THE HUNGER GAMES, das ja selbst nur ein erbärmliches Rip-Off von BATTLE ROYALE ist. Klar, die Kasten werden nicht ausreichend erklärt, um die Gravitas des Films nachvollziehen zu können und Shailene Woodley ist ziemlich meh und Theo James auch eher *pffft* aber mich faszinierte das als Teenie-Pseudo-Version von Platons „Politeia“ dann doch etwas mehr als dieses unsinnige „Hunger Games“-Szenario. Aber Geschmäcker sind eben verschieden.

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    • Kennst du das nicht, dass dich eine Verfilmung interessiert, auch wenn dich das Buch nicht sonderlich begeistert hat (von scheiße finden war keine Rede)? Zudem hat mich der Film auch interessiert, das ich mir im besten Fall einen zweiten „The Hunger Games“ (also qualitativ, keine schlechtere Kopie) erwartet hatte.

      Wie du mich nicht verstehen kannst, kann ich wiederum nicht nachvollziehen, wie man „Divergent“ ernsthaft besser finden kann als „The Hunger Games“ – schon alleine was Schauspieler und Inszenierung angeht. Aber wie du richtig sagst: Geschmäcker sind eben verschieden – und unsere wohl am verschiedensten… 😀

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      • Ja, ich räumte ja ein, dass beide Schauspieler in Divergent ziemlich für die Katz sind, aber fand da die Jungdarsteller in HG auch nicht überzeugender. Vom Look her nehmen sie sich auch nicht viel, die Location in der Natur spricht vielleicht mehr für HG.
        Sind wir uns eben einig, dass wir uns uneinig sind 🙂

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      • Mich wundert es ja nicht, dass du „The Hunger Games“ schlecht findest, doch dass dir dieser hier besser gefällt? Den hätte ich eigentlich komplett auf deiner Abschussliste erwartet… 😀

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    • Sehe ich ähnlich: Bei “The Hunger Games“ habe ich es gerade so noch zum zweiten Teil geschafft, bei der “Divergent-Series“ interessiert mich nach einem – zugegeben recht dürftigen zweiten Teil – auch die Fortsetzung des Konzepts.

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      • Echt interessant wie hier die Meinungen auseinander gehen können. Ich fand bei „The Hunger Games“ so ziemlich alles interessanter und besser umgesetzt. In welcher Reihenfolge hast du die Filme denn gesehen?

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      • Also wenn ich ich mich recht erinnere erst THG 1 und 2 und danach die beiden Teile der Divergent-Series. Es kann auch sein, dass ich erstere – würde ich sie heute nochmal sehen – besser bewerten würde, aber die Tatsache, dass ich mich spätestens nach dem zweiten (eigentlich schon nach dem ersten) nicht mehr für die Fortführung der Geschichte interessiert habe, spricht eigentlich für sich.

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      • Dann liegt es wohl nicht an der Reihenfolge, sondern ist einfach Geschmackssache. Was du über „The Hunger Games“ schreibst, würde ich 1:1 über „Divergent“ sagen – nur dass ich mir hier gleich den zweiten Teil spare… 😉

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  2. Ich kann diese Auffassung nur teilen. Mir ging es ähnlich. Jeder, der vorher HUNGER GAMES gesehen hat, wird von DIVERGENT enttäuscht sein. Keine Jennifer Lawrence (und auch keine Hauptdarstellerin, die ihr schauspielerisch das Wasser reichen könnte), keinen überzeugenden Bösewicht, keine „Magie“.

    Hier meine Review: https://filmkompass.wordpress.com/2014/04/20/divergent-2014/
    (Ich empfehle auch einen Blick in meine Kommentare zu diesem Beitrag. Da hat doch tatsächlich jemand gepostet Shailene Woodley wäre eine bessere Schauspielerin als Jennifer Lawrence. Ketzerei! In die Minen von Distrikt 12 mit ihr… 😉 )

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      • Ja, es mag schon sein, dass Woodley in anderen Filmen bessert ist, doch hier kam sie mir wirklich vor wie ein Jennifer Lawrence-Ersatz aus der zweiten Reihe. Und auch wenn diese zurzeit sehr gehyped wird, ist sie doch eine famose Schauspielerin! Und schön wandlungsfähig… 🙂

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    • Ja, das sehen wir wirklich ganz ähnlich, nur dass ich selbst die musikalische Untermalung oft nervig fand. „The Hunger Games“ wirklich in jeder Instanz unterlegen – und selbst ohne diesen sich aufdrängenden Vergleich würde nur ein laues Lüftchen von einem Film bleiben. Tut nicht weh, ist aber auch wahrlich nichts Besonderes.

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  3. Tut euch den Gefallen und lasst die Nachfolger sausen. Ich fand den hier ja noch relativ okay, danach folgt allerdings die totale Pleite mit „Insurgent“!
    Im Vergleich mit den Tributen stinkt die Reihe ohnehin gehörig ab. Sympathieträger sucht man gerade im folgenden Teil vergeblich. Da wird nämlich nur noch rumgezickt.

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  4. Pingback: Media Monday #211 | Tonight is gonna be a large one.

  5. Kann mich der Rezension nur anschließen! Ich habe (leider) die gesamte Trilogie gelesen (und das, wo ich von Anfang an nicht wirklich warm damit werden wollte) und hatte ebenfalls das Gefühl, dass diese ganze dystopische Welt nicht wirklich schlüssig war und die Protagonisten einfach nur von einem Drama ins nächste schlitterten, sich dann aber immer wieder auf erstaunliche Weise retten konnten. Den zweiten Teil des Filmes habe ich deswegen auch schon gar nicht mehr angeschaut – manchmal ist mir meine Zeit dann doch zu schade für so etwas. 😀

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    • Da fühle ich mich (leider) bestätigt. Meine Frau mochte den ersten Band noch recht gerne, doch ist dann beim zweiten ausgestiegen. Theoretisch sind ja alle erfolgversprechenden Bestandteile vorhanden, doch die Umsetzung ist leider alles andere als gut – und das fällt eben auch schon bei der Verfilmung auf. Wie du sagst: Meine Zeit ist dafür auch zu schade… 😉

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  6. Pingback: Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth – OT: The Maze Runner (2014) | Tonight is gonna be a large one.

  7. Pingback: Media Monday #216 | Tonight is gonna be a large one.

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