Olympus Has Fallen (2013)

Vermutlich hätte ich das mit dem Filmschauen heute lieber lassen sollen: Die ganze Familie war noch geschlaucht von der gestrigen Geburtstagsfeier und dank eines Handwerkertermins in aller Frühe mussten wir bereits nach nur wenigen Stunden Schlaf wieder aus den Federn. Dennoch schob ich abends mutig „Olympus Has Fallen“ in den Player, den Stief-Zwilling zu Roland Emmerichs ebenfalls 2013 erschienenen „White House Down“. Welcher Film sich letztendlich besser schlägt, wird sich vermutlich in den nächsten Tagen herausstellen…

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Wie bereits erwähnt war ich ziemlich müde und musste während der Sichtung teils schwer mit dem Schlaf kämpfen. Dies sind nie die besten Voraussetzungen für einen Film, doch glaube ich seine negativen und positiven Aspekte dennoch recht gut wiedergeben zu können. Zunächst einmal liebe ich das Setting: Seit „The West Wing“ sehe ich gerne alles was in und um fiktive Weiße Häuser geschieht – und sei es nur um danach festzustellen, dass niemand Präsident Jed Bartlet das Wasser reichen kann. Die gebotene Prämisse („Stirb langsam“ im Weißen Haus) verprach zudem einen äußerst unterhaltsamen Actionfilm, der die ernstere Variante der beiden Stief-Zwillinge darstellen sollte.

Bereits der Prolog trieft nur so vor Nationalgefühl und Foreshadowing auf die Ereignisse, die da noch kommen werden. Auch wenn ich übermäßigen US-Patriotismus in Filmen durchaus zwiespältig sehe, so fand ich die Kritik daran in diesem Film doch maßlos übertrieben. Speziell die erste halbe Stunde stellt sowohl Secret Service als auch alle anderen sicherheitsrelevanten Gruppen in Washington, D.C. als unfähige Trottel da. Kein Grund darauf stolz zu sein. Dennoch ist der Angriff auf das Weiße Haus bombastisch inszeniert und bildet gleichzeitig die beste Actionsequenz des Films. Der darauf folgende „Die Hard“-Verschnitt macht ebenfalls Spaß, doch sobald schwerere Geschütze ins Spiel kommen, zerstört der Film viel von seinen Pluspukten durch billigste CGI-Effekte und absolut dämliche Handlungselemente (u.a. ein plötzlich auftauchender Waffen-Prototyp oder ein globaler Zugangscode, um auf einen Schlag alle Atomwaffen der USA zu sprengen).

Ich hatte mir von dem Film wirklich einiges erwartet, wurde letztendlich jedoch ein wenig enttäuscht. Gerald Butler ist nur ein leidlich engagierter Bruce Willis-Ersatz, viele Szenen sind viel zu comichaft für den doch eher ernsten Ton des Films, und das Finale kann mit den eröffnenden Actionszenen in keinster Weise mithalten. Ich hatte zwar meinen Spaß mit „Olympus Has Fallen“, doch würde ich mein Geld inzwischen auf Roland Emmerichs Variante des Themas setzen – mal sehen, ob ich damit richtig liege: 6/10 Punkte.

27 Gedanken zu “Olympus Has Fallen (2013)

  1. Pingback: Olympus Has Fallen (Film-Besprechung) - Review Corner

  2. Bei mir kommt der Streifen insgesamt etwas besser weg, wobei das Fazit dann doch wieder ein ähnliches ist wie bei dir. „White House Down“ habe ich hier auch noch liegen, bin ebenfalls gespannt, ob der vielleicht doch noch ein bisschen mehr kann.

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    • Wenn ich ein wenig fitter gewesen wäre, hätte mir der Film vielleicht auch besser gefallen. Letztendlich war er aber doch enttäuschend — da kann man sich auch gleich noch einmal „Die Hard“ anschauen. Auf „White House Down“ bin ich dennoch gespannt, da ich Setting und Prämisse eigentlich wirklich mag.

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    • Ich erwarte mir auch von der Emmerich-Version nicht mehr als brauchbare Unterhaltung; mit ein wenig mehr Selbstironie und besseren Effekten könnte man aus dem Setting durchaus einen schönen Actionstreifen zaubern.

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    • Nee, die Bewertung passt schon. Den Prolog und die erste Actionszenen (bis auf die miesen Effekte) fand ich klasse, doch gegen Ende hat der Film immer mehr an Drive verloren und doofe Handlungselemente sind in den Vordergrund getreten. Mal sehen, welcher Film am Ende für mich gewinnt!

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  4. Hatte damals den „Fehler“ gemacht und beide direkt hintereinander weggeschaut.
    Auch wenn ich solch rohe Ramboaction gerne sehe, hat mir bei OHF etwas gefehlt. Außerdem empfand ich, dass hier höchst fragwürdige Feinbilder entstanden sind, die mir selten zuvor so bitter aufgestoßen sind. Dafür gibt’s hier testosterongeschwängerte, stringente Action, die sich in keinen unnötigen Nebenzwist verliert. Da war wiederum cool.

    WHD fand ich persönlich einen kleinen Ticken besser, lag wohl an der Selbstironie im Film, mit der Emmerich gerne spielt.
    Bin da mal auf deine Meinung gespannt.

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    • Oh, dann empfiehlst du also nicht beide Filme hintereinander zu schauen? Hatte ich mir für heute Abend nämlich überlegt, falls ich einigermaßen fit sein sollte.

      Du beschreibst den Film schonganz gut. Die Feindbilder waren fragwürdig (obwohl das in solch Actionreißern ja eh immer der Fall ist, ganz egal ob die bösen Russen oder nordkoreanische Terroristen am Start sind). Die teilweise 80er Jahre Atmosphäre mochte ich sehr, doch Logiklöcher und CGI-Desaster haben den Film dann in der Mittelmäßigkeit versinken lassen.

      Bin auch schon sehr auf den Emmerich-Film gespannt!

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      • Doch doch, ein Tag Pause dazwischen tut nur ganz gut. Danach hatte ich jedf. fürs erste in Sachen White House Action ausgesorgt.
        Schauen kann man immerhin beide, haben sie doch unterschiedliche Stärken.

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      • Ah ok, dann passt das ja. Mal sehen, ob wir rechtzeitig auf die Couch kommen, um noch einen Film zu starten. Ich werde auf jeden Fall berichten, wie er mir gefallen hat — ganz egal wann die Sichtung letztendlich stattfindet… 😉

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      • Ein wenig mehr Feinschliff und das hätte ein legitimer „Die Hard“-Nachfolger werden können. Naja, Erfolg hatte der Film dennoch an der Kinokasse, weshalb ja auch ein Nachfolger kommt. Werde ich mir dann aber wohl sparen.

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