Brautalarm – OT: Bridesmaids (2011)

Der Start in ein langes  Wochenende wird natürlich mit einem Film begangen. Mit „Brautalarm“ gab es einmal wieder eine klassische Komödie, die im Idealfall erfrischende Unterhaltung bieten würde. Teils überschlugen sich 2011 die Kritiker mit Lob, doch es waren auch vermehrt negative Stimmen zu hören. Wie der Film auf unserem Sofa ankam, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

brautalarm

Wenn ein Film mit ‚Wahnsinnig witzig: Ein weibliches Hangover‘ beworben wird, dann schürt das natürlich gewisse Erwartungen. Und tatsächlich scheinen so manche Szenen und Charaktere der 2009er Erfolgskomödie entliehen worden zu sein: Melissa McCarthys Megan erinnert nicht von ungefähr an Zach Galifianakis‘ schrulligen Alan, ohne jedoch dessen Witz zu besitzen. Der restliche Cast bleibt neben der grandiosen Kristen Wiig sowie Maya Rudolph und Rose Byrne (Ellen Parsons, „Damages“) jedoch erstaunlich blass.

Dabei fängt alles so gut an: Man nimmt den Hauptcharakteren tatsächlich ab, dass sie seit Jahren befreundet sind. Sie wirken sympathisch und echt. Männergeschichten scheinen zudem mit einer gewissen Ironie betrachtet zu werden. Dann kommt jedoch die anstehende Hochzeit ins Spiel und plötzlich wird nahezu jedes RomCom-Klischee erfüllt – und das leider ohne jegliche ironische Distanz. In Kombination mit größtenteils unnötigem Fäkalhumor wirkt das alles ein wenig unausgegoren. Ehrlich gesagt kann ich es auch nicht als Befreiungsschlag des weiblichen Humors sehen, wenn sich dieser auf das Niveau dutzender 08/15-Komödien herablässt. Sorry.

Doch genug kritisiert, denn der Film hat auch seine guten Seiten: Das Ensemble ist wahrlich famos und es macht Spaß Kristen Wiig und Co. bei ihren Katastrophen zuzusehen. Besonders ihre Szenen mit Chris O’Dowd (Roy, „The IT Crowd“) fand ich herrlich. Toll gespielt und einfach sympathisch. Davon hätte ich gerne mehr gesehen. Auch der restliche Film birgt einige Lacher, was über die viel zu lange Laufzeit von 125 Minuten jedoch zu wenig ist. Man merkt einigen Szenen auch an, dass sie improvisiert sind – und so nett diese für sich genommen auch sein mögen, im Kontext des Films sind sie einfach nur irritierend lang. Eine Kürzung auf 90 Minuten hätte dem Film gut getan.

Letztendlich hatte ich eine vergnügliche Zeit mit den Brautjungfern. Ich mochte Kristen Wiigs Charakter und ihre Ausbrüche. Auch Chris O’Dowd war wie immer eine Freude und selbst Melissa McCarthy hatte ihre Momente. Das formelhafte Drehbuch und der unfokussierte Schnitt haben dem Film jedoch einiges von seinem Potential genommen. Mehr als nett ist leider nicht drin: 6/10 Punkte.

9 Gedanken zu “Brautalarm – OT: Bridesmaids (2011)

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  2. Ich hab den Film auch vor kurzem zum ersten Mal gesehen und war furchtbar enttäuscht.
    Vorallem in amerikanischen Medien wurde er ja teilweise als Kultkomödie gefeiert, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann.
    Lacher gab es so gut wie keine, der Film wurde für mich nur von dem unsäglichen „Immer Ärger mit 40“, den ich eine Woche vorher schaute, unterboten.
    Wo sind die guten amerikanischen Kömodien hin? Kann mich adhoc nicht erinnern, das mich eine in den letzten 2 Jahren unterhalten hat.

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    • Ja, der Film wurde ziemlich abgefeiert. Dachte demnach auch da müsste mehr dran sein, speziell was die Revolution der Frauenkomödie angeht. War wohl nix.

      „This is 40“ steht übrigens auch noch bei mir im Regal. Den Trailer fand ich sehr nett und die Thematik auch. Deine Aussage macht mir nun Angst. Werde demnächst aber dennoch mal reinschauen…

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      • Sorry, wollte hier keine miese Stimmung verbreiten 😉 Vielleicht lag es bei mir nur an der Tagesform bei „This is 40“, bitte völlig unvoreingenommen an den Film herangehen.

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