Lockout (2012)

Nach ein paar sehr turbulenten Tagen, kehrt mit dem bevorstehenden Wochenende ein wenig Ruhe ein. Auch wenn ich heute schon im Stehen hätte einschlafen können, wollte ich unbedingt noch einen Film sehen. Immerhin liegt die letzte Filmsichtung bereits drei Wochen zurück. Die Wahl fiel auf „Lockout“, der nicht nur durch seine angenehm kurze Laufzeit von 95 Minuten, sondern auch durch seine simple und actionreiche Handlung überzeugte. Somit habe ich es tatächlich geschafft wach zu bleiben – wenn auch nur knapp…

lockout

Es dürfte inzwischen bekannt sein, dass ich Sci-Fi nicht abgeneigt bin. Besonders Filme, die im Weltall spielen, haben es mir angetan. So ist irgendwann zwangsweise auch „Lockout“ auf meinem Radar aufgetaucht, dessen Trailer ich recht vielversprechend fand. Ein paar positive Kritiken später war der Film auch schon im Warenkorb. Worum geht es? Um es kurz zu machen: John Carpenters „Die Klapperschlange“ bzw. „Escape from New York“ im Weltall. Statt dem Präsidenten befindet sich nun die Präsidententochter in einem Hochsicherheitsgefängnis. Statt Snake Plissken gibt es Snow. Und statt Kurt Russell begibt sich Guy Pearce auf die unfreiwillige Rettungsaktion.

Guy Pearce gibt den Anti-Helden Snow herrlich altmodisch und er darf einen Oneliner nach dem anderen zum Besten geben. Eine Figur, die den 80er Jahren entsprungen scheint. Auch Maggie Grace („96 Hours: Taken 2“) fand ich erstaunlich brauchbar in dieser Odd Couple-Konstellation. Leider jedoch braucht der Film über eine halbe Stunde, bis er Tempo aufnimmt und der zentrale Plot – die Rettungsaktion – wird mit einer völlig unnötigen und uninteressanten Verschwörungsgeschichte aufgeblasen. Wirklich schade, da die mittleren 60 Minuten wirklich unterhaltsam sind.

Insgesamt ist „Lockout“ nette Genrekost mit teils wirklich schön anzusehenen Effektszenen (die billigst wirkende Motorradszene einmal außen vor gelassen). Snows Sprüche haben mir mehrfach ein Lächeln auf die Lippen gezaubert und die Bösewichte hatten tatsächlich Charisma. Letztendlich macht sich der Film aber zuviel durch eine schwache Dramaturgie und ein seltsam aufgebläht wirkendes Drehbuch kaptt. Genrefans dürfen dennoch einen Blick riskieren: 6/10 Punkte.

18 Gedanken zu “Lockout (2012)

  1. Pingback: Lockout (Film-Kritik) » Review Corner

  2. Haha, die Motorrad-Szene… meine Fresse, die war echt richtig übel. Und irgendwie interessant, dass mein Arbeitstitel „Plissken meets Deep Space 9“ war ;). Ingesamt also schon wieder erschreckend viele Parallelen.

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    • Stimmt, unsere Kritiken sind sich wieder einmal recht ähnlich. Wenn ich etwas fitter gewesen wäre, hätte es vielleicht auch für die 7 Punkte gereicht. Letztendlich bleibe ich da wohl aber lieber beim Original und schaue das nächste Mal wieder bei Carpenter rein.

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  3. Pingback: Lockout (2012) | Film-Blogosphäre

  4. Ich sehe „Lockout“ sogar noch ein wenig schwächer wie du. Ich war dermaßen enttäuscht, nachdem ich den Film gesehen habe, dass die Blu-Ray bei EBay gelandet ist. Die Mixtur aus „Die Klapperschlange“ und „Fortress“, kann nicht mal annähernd, mit seinen Vorbildern mithalten. Zudem sind die Effekte teilweise wirklich grottenschlecht. Insgesamt ist „Lockout“ ein
    unterhaltsamer, aber eben auch belangloser, klischeebeladener Macho-Actioner für zwischendurch. Aber ich habe wohl einfach zuviel erwartet :-(.

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    • Bei mit befindet sich der Film auch schon auf dem Zu-Verkaufen-Stapel. Wie du richtig schreibst würde man wohl eher die Originale schauen. Dennoch hatte ich genug Spaß damit und fand Guy Pearce als Snow ziemlich lässig. Von den Effekten war ich bis auf die erwähnte Szene auch recht angetan.

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  5. Mit den Effekten hast Du wohl recht, die Weltraumszenen sind durchaus gelungen, aber diese furchtbare Motorrad-Verfolgungsjagd, hat mir den Rest madig gemacht. Fand es nur sehr schade, da der Film einiges Richtig macht, aber eben letztendlich versagt. Egal, unterhaltsam ist er, aber einmal anschauen reicht. Ich hoffe du gekommst noch einen guten Preis ;-).

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    • Ja, bei der Motorrad-Szene hatte ich beinahe auch schon alle Hoffnung aufgegeben. Aber ich fand die erste halbe Stunde ohnehin recht schwach, da der Verschwörungsplot irgendwie langweilig und nichtssagend war.

      Da ich nur knapp 8 Euro für den Film gezahlt habe, bin ich zufrieden wenn ca. die Hälfte dabei rausspringt. Viel mehr bekommt man heutzutage ja soweiso kaum noch für Filme. Bei DVDs sieht die Lage ja noch viel trauriger aus…

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  6. Ich fand den vor allem in den Gefängnis-Insassen-Nebenrollen herrlich perfide besetzt. Man konnte sehen, dass da großen Wert drauf gelegt wurde, was man von Action-Streifen, die schon mit der bereits erwähnten Motorrad-Szene ein Statement für Schlampigkeit abgeben, nicht unbedingt erwarten kann.

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    • Ja, die waren wirklich gut besetzt. Leider jedoch hat man da zu wenig draus gemacht. Ich hätte lieber die kompletten 90 Minuten auf der Station zugebracht und dort mehr Set Pieces gesehen, aber nee, man musste ja den Verschwörungsplot und die Motorradszene unterbringen…

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      • Das ist halt das Problem mit vielen selbsternannten Blockbustern. Ihnen fehlt der Mut auf einfache, aber dafür gut in Szene gesetzte Handlungen zu setzen. Stattdessen herrscht der Irrglaube, Dramatik und Spannung könne nur durch unvorhersehbare Wendungen im Plot entstehen. Hast Recht, schade 🙂

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      • Sehr schön beschrieben. Da wäre Mut zum eigentlichen Konzept wahrlich angebracht gewesen. Den Twist am Ende hatte ich schon beinahe wieder vergessen und der war – neben den Effekten in der Motorradszene – ganz klar das Billgste am Film. Sehe ich insofern ganz genauso. Wirklich schade…

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  7. Pingback: Media Monday #118 | Tonight is gonna be a large one.

  8. Pingback: Review: Lockout (Film) - Medienjournal

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