DREDD (2012)

Auch wenn ich heute bereits auf dem Rückweg von der Arbeit hätte einschafen können (was schlecht gewesen wäre, denn ich fahre mit dem Auto), habe ich mich noch zu einer Filmsichtung aufgerafft, denn schließlich hat es schon zu lange keine neue Filmbesprechung mehr gegeben. Die Auswahl war schnell getroffen und somit fand der 2012er Sci-Fi-Actioner „DREDD“ mit angenehmen 95 Minuten Laufzeit seinen Weg in den Player…

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Zunächst muss ich vorausschicken, dass ich weder die Comicvorlage kenne, noch ich mich gut an das 1995er Sylvester Stallone-Vehikel erinnern kann. Den Trailer zur aktuellen Version fand ich aufgrund der eingesetzten Extremzeitlupe visuell interessant und angenehm kompromislos. Zwei Aussagen, die so auch auf den gesamten Film zutreffen. Die Optik ist teils wirklich beeindruckend und ich fand die düstere Zukunftswelt von Mega City One – trotz verhältnismäßig geringem Budget – imposant und glaubwürdig dargestellt. Die Extremzeitlupen funktionieren auch im Film tadellos und ich hätte gerne mehr davon gesehen.

Von der Handlungsseite her gesehen, geht es für unsere zwei Judges nach kurzer Einführung in das Setting auch schon gleich zur Sache. Es wird wild geballert, Gefangene werden dabei nicht gemacht. Angenehm erwachsene Sci-Fi-Action. Wirklich nett. Leider jedoch bleiben die Charaktere völlig hinter den Schauwerten und der mitreißenden Action zurück. Es liegt bestimmt nicht (nur) am Helm, doch mit Judge Dredd wurde ich einfach nicht warm. Selten war mir eine Figur so egal. Auch die gleichförmig grimmige Kinnpartie schien mir auf Dauer doch etwas anstrengend. Es mag der Vorlage geschuldet sein, doch irgendwie wollte das für mich nicht funktionieren – zumal andere Judges anscheinend durchaus gewisse menschliche Regungen zeigen. Judge Dredd dagegen schien eher „Der Terminator“ Konkurrenz machen zu wollen und Anderson war, obwohl sie durchaus Potential besaß, als Gegenpol leider zu schwach.

Eine Bewertung fällt mir nun nicht leicht: Einerseits mochte ich das Setting, die Optik und die Action, andererseits war die Handlung etwas ermüdend und die Charaktere blieben mir fern. Für die Dauer der Sichtung durchaus ein spaßiges Vergnügen, doch lange vorhalten wird „DREDD“ bei mir nicht. Durchaus mit der Option zur Aufwertung, sollte ich einmal nicht so müde sein: 6/10 Punkte.

22 Gedanken zu “DREDD (2012)

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  2. Mal wieder einer der Filme, die ich besser bewerte als du.

    Ich glaube, Dredd soll auch nicht mehr einen Charakter erhalten als what you see is what you get. „zumal andere Judges anscheinend durchaus gewisse menschliche Regungen zeigen“ – indem er nicht so ist, liegt seine Qualität. Die Antagonisten fürchten ihn ja nicht zu Unrecht. Im Grunde ist Dredd nur ein wandelndes Gesetzbuch mit Knarre.

    Aber immerhin gefiel dir ja das Visuelle 🙂

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    • Ich empfand den Film auch alles andere als schlecht und während der Sichtung habe ich zwischen 6 und 8 Punkten geschwankt, doch mit zunehmender Laufzeit hat der Film meiner Meinung nach ziemlich abgebaut. Für mich ist es zudem immer ein schlechtes Zeichen, wenn mich ein Film bzw. seine Charaktere emotional komplett kalt lassen. Dennoch werde ich dem Film irgendwann noch eine Chance geben, denn gut unterhalten hat er mich auf jeden Fall.

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  3. Lustig, Ich habe den auch gestern geschaut! Fand die City und das Set Design auch super. Sehr nah an der Comic-Vorlage.
    Dass man sich nicht wirklich mit Dredd identifizieren kann liegt natürlich auch an der Vorlage.
    Ich finde die haben dafür das Beste rausgeholt. Am Ende hat es mich auch nicht komplett vom Hocker gehauen aber im Kino mit 3D wäre es bestimmt fett gekommen.

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    • Das ist ja wirklich ein lustiger Zufall! Die Comicvorlage kenne ich, wie gesagt, nicht. Die mangelnde Identifikation hätte ich aber vermutlich auch in dieser angekreidet, vielleicht auch nicht, wenn dort andere Handlungselemente (evtl. mehr Satire) mehr in den Vordergrund rücken. Als Actionkracher auf jeden Fall sehenswert.

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    • Visuell fand ich den Film auf jeden Fall stark, auch die Action hat gefallen. Story und Charaktere dagegen wären durchaus ausbaubar gewesen. Werde dennoch irgendwann noch einmal reinschauen…

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  4. Optisch war das ziemlich groß. Die Action war angenehm kompromisslos, die Handlung zweckmäßig. Mein großes Problem lag nicht einmal an den Charakteren. DREDD baut weder auf seiner Handlung auf, noch über die Figuren, auch wenn der Film nach seinem Protagonisten benannt ist – das ist auch vollkommen ok so. Problematisch ist nur, dass die optische Brillanz durch eine vollkommene Asymmetrie über die Laufzeit (in der ersten Hälfte sind alle visuellen Highlights gesetzt) leider stark abfällt. Trotz der angenehmen Dauer von knapp über anderthalb Stunden wurde der Film zum Ende hin ermüdend, ja fast langweilig. Schade, weil er mehr Potential hatte.

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    • Was du ansprichst ist mir auch aufgefallen. Nahezu alle Highlights befanden sich in der ersten Hälfte. In der zweiten trat die Substanzlosigkeit, was Charaktere und Handlung angeht, dann auch viel stärker in den Vordergrund. Leider. Soweit ich weit ist im Moment aufgrund der starken Heimkinoverkäufe sogar ein zweiter Teil im Gespräch. Vielleicht macht man es in diesem dann besser?

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  5. Für mich war der Film eine Überraschung, gab ja mit The Raid, einen Film mit ähnlicher Thematik, aber aus Asien. Dredd hat eine gute Optik, harte Action und ist besser als sein Vorgänger, der wenig mit dem Comic zu tun hatte. Mich hat er sehr gut unterhalten, meistens scheitern solche Filme gerade an der Story. Mir hat die Story so völlig gereicht, alles andere wäre bei dem Film nach hinten los gegangen. Einziger Kritikpunkt ist vielleicht wirklich, dass er am Ende etwas abbaut.

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    • „The Raid“ ist an mir vorbeigegangen, obwohl ich über die Thematik informiert bin. Die Story an sich und das abgekapselte Setting fand ich auch bei „DREDD“ durchaus okay, doch leider gab es meiner Meinung nach zu wenig Szenen, die den Rest des Films mit ein wenig mehr Substanz unterfüttert hätten. Mit ein wenig mehr Feinschliff am Drehbuch hätte man deutlich mehr rausholen können.

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  6. Ich hatte mir, kurz bevor der Film in die Kinos lief, das Sylvester-Stallone-Ding mal angeschaut. Das war wirklich 80er-Jahre-Trash – wirklich nur schwer zu verdauen, auch wenn’s ein paar Schauwerte hatte.

    Den hier fand ich ja persönlich ziemlich gut. Eine positive Überraschung in Sachen Comic-Verfilmung. Konsequenz und ohne Schnick-Schnack. und allein die Tatsache, dass Urban den Helm wirklich die ganze Zeit aufbehält, rechne ich ihm hoch an. Mir hat der Film echt gut gefallen und ich hoffe, sie schaffen das Sequel.

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    • Hmm, die Helm-Geschichte ist bestimmt toll für Fans der Comicvorlage, ich jedoch hätte mir durchaus einen Blick hinter den Helm gewünscht. Das andere Extrem ist da natürlich das Stallone-Vehikel, aber irgendwo dazwischen hätte ich es schon ganz nett gefunden. Von der Stimmung her ein wenig mehr wie die Verhoeven-Filme der 90er. Keine Ahnung. Ich fand ihn ja auch recht sehenswert, doch wäre mehr drin gewesen.

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  7. Ich kann dir im Punkt Charakterzeichnung nur zustimmen. Klar ist das kein 3-stündiges Melodram mit entsprechender Tiefe, aber ein wenig mehr hätte es schon sein müssen. Denn wie du richtig sagst, war mir das Schicksal, zumindest von Dredd, ziemlich egal. Ich frage mich auch immer noch warum Dredd nicht mal für einige Augenblicke den Helm abnimmt… hätte helfen können, zumal ich Karl Urban eigentlich mag.
    Dazu kamen echt einige Unsinnigkeiten im Film, wo das Drehbuch nicht so wirklich weiß was es denn nun will. Naja unterm Strich ein netter Ansatz mal wieder einen dreckigen Actionfilm drehen zu wollen, aber so bleib ich doch beim 95er Ableger. Der Film funktioniert zumindest als Trash-Komödie. 😉

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    • Daws kann ich eigentlich alles so unterschreiben, auch wenn ich den Film letztendlich stärker fand als du. Das Helm-Thema ist anscheinend dem Comic geschuldet und wurde von Fans der Vorlage ja ziemlich gefeiert. Für mich als reiner Kinozuschauer war es allerdings tatsächlich eher dem Charakter abträglich.

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  8. Pingback: The Raid: Redemption – OT: Serbuan maut (2011) | Tonight is gonna be a large one.

  9. Pingback: John Wick (2014) | Tonight is gonna be a large one.

  10. Pingback: Review: Dredd (Film) | Medienjournal

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