The Shield – Season 3

Auch wenn ich mich seit Sichtung der zweiten Staffel eher auf aktuell laufende Serien konzentriert habe, so hat mich „The Shield – Season 3“ doch stets begleitet. Am liebsten hätte ich wohl die ganze Staffel am Stück gesehen (und vor ein paar Jahren hätte ich das vermutlich auch noch gemacht), doch das Angebot ist zu groß und die Zeit zu knapp. Dabei war ich so neugierig darauf, was aus Vic und Co. nach dem großen Coup des Vorjahres wurde…

the_shield_s3

Wie bereits in der vorhergehenden Staffel gibt es unzählige Handlungsstränge, die sich teils über die gesamte Staffel ziehen, teils nach wenigen Episoden abgehandelt sind und teils erst etliche Episoden später wieder aufgegriffen werden. Dieser Aufbau sorgt für eine unglaubliche Dynamik, da man auch als Zuschauer nie weiß, welcher Fall nun wirklich bedeutend ist, und welcher Fall nach 20 Minuten relativ unspektakulär geköst wird. Im Hintergrund steht stets bedrohlich der Coup, der Vic und seinem Strike Team am Ende der zweiten Staffel gelungen ist. Man hört es ja oft, doch dieses Geld macht wirklich nicht glücklich…

Neben dem großen Handlungsstrang um die Nachwehen des Überfalls auf den Money Train, hält auch die dritte Staffel wieder einige Prüfungen für ihre Charaktere parat. Detective Wachenbach sieht sich mit einem Serienvergewaltiger (übrigens gespielt von Clark Gregg, Agent Coulson aus „The Avengers“) konfrontiert, der ihn nicht nur beruflich bis aufs Äußerste fordert, sondern auch sein ganz persönliches Weltbild erschüttert und ihn Grenzen überschreiten lässt. Captain Aceveda wird selbst Opfer eines sexuellen Übergriffs und muss danach lernen damit umzugehen, was ihm auf überraschend unspektakuläre und deshalb doch umso imposantere Art und Weise gelingt. Und Detective Wyms kämpft voller Überzeugung gegen die Windmühlen der Polizeirealität.

Im Strike Team entwickelt sich nach dem Coup eine ganz neue Dynamik, was in erster Linie daran liegt, dass auch das Privatleben der Mitglieder immer stärker in die Gruppe hineinspielt. Egal ob Shanes Verlobte oder Vics Familie – man spürt die Anspannung in vielen Szenen fast körperlich. Mit Ankunft der Decoy Squad steht das Strike Team auch beruflich immer mehr unter Druck, da sich diese Einheit von Undercover-Spezialisten ebenfalls im Gang-Milieu bewegt und somit eine direkte Konkurrenz zu Vics Team bildet. Nach dem Finale steht nicht nur das Strike Team vor dem Aus, es zerbrechen auch Freundschaften.

Für mich hat sich „The Shield“ im dritten Jahr noch ein wenig gesteigert und liefert die bisher überzeugendste Staffel ab. Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie sich die Serie in Zukunft noch steigern soll. Das Potential ist auf jeden Fall vorhanden und ich hoffe bzw. befürchte, dass die Autoren noch weiter in die menschlichen Abgründe hinabsteigen werden. Nach wie vor großartige Unterhaltung: 9/10 (8.9) Punkte.

13 Gedanken zu “The Shield – Season 3

  1. Für mich eine Steigerung nach dem enttäuschenden zweiten Jahr, wenn auch nicht ganz so gut, wie die erste Staffel. Die 4. Staffel ist dagegen auch thematisch irgendwie zum Vergessen und steht relativ für sich. Aber da du ja auch „Damages“ mochtest – glaube ich – wird dich natürlich der Auftritt von Glenn Close freuen 🙂

    P.S.: Seltsamerweise kann ich auf deiner Seite nicht mehr mit meinem Twitter-Konto kommentieren. Da sagt mir da System, mein Konto sei ungültig. Gibt es in deiner Kommentarfunktion auch ein Add-on für Google?

    Gefällt mir

    • Die Staffel an sich hätte ich wohl auch stärker eingeschätzt, doch auf die einzelnen Episoden runtergebrochen, sind nicht mehr Punkte rausgesprungen. Mal sehen, wie ich die kommenden Staffeln einschätze…

      Gefällt mir

  2. Kann die Meinung von Sebastian und flo nicht komplett teilen. Also für mich persönlich ist Season 4 eine sehr mutige und starke Season die definitiv zu den Top 3 der Serie gehört. Noch dazu sehen wir in dieser den bis zu diesem Zeitpunkt gefährlichsten „Bad Guy“ überhaupt. Ohne Season 4 wäre Season 5 nicht zum wahrscheinlichen Höhepunkt der Serie (abgesehen vom Finale) geworden. Noch dazu hat Season 4 besonders für einen Charakter der Serie sehr große Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Ereignisse (welche unter anderem bis in S6/S7 zu spüren sein werden). Season 3 sehe ich dagegen längst nicht so stark. Decoy Squad war Blödsinn weil mehr oder weniger überflüssig für den Gesamtverlauf der Staffel/Serie. Mit 15 Folgen war sie dazu noch nen Tick zu lang, auch wenn es ohne Zweifel Highlights gab wie den Konflikt ums Money-Train Geld. Meine auch noch in Erinnerung zu haben das gerade zu Beginn sehr viele „Case of the Week-Folgen“ dabei waren. Was es in Season 4 wenn ich es richtig im Kopf habe fast gar nicht gibt, weil sich dort eigentlich eine deutliche Hauptstory durch die Staffel zieht.

    Vieles hängt wahrscheinlich davon ab wie man die „neuen“ Charaktere so mag die in der jeweiligen Staffel zu den alten Bekannten dazustoßen. Gerade die 2 großen Neuzugänge in Season 4 waren für mich alleine schon ein Grund diese Season so genial zu finden. Das war in S3 zb. nicht so wo mich weder die Decoy Leute, Dezerian noch Dutch’s Vergewaltiger so wirklich mitgerissen haben. Da ist Season 4 eine ganz andere Hausnummer mit Glenn Close und vorallem Anthony Anderson. Bin mal gespannt was bullion dann dazu schreibt. Bin jedenfalls sehr überrascht über die hohen Wertungen bisher, da S1 und S3 mMn eher zu den schwächeren gehören.

    Viel Spaß dann bei S4.

    Gefällt mir

    • Wie bei allen Serien ist wohl auch „The Shield“ größtenteils Geschmackssache, was die Einordnung der einzelnen Staffeln angeht – worüber sich natürlich vorzüglich streiten diskutieren lässt. Das erinnert mich übrigens stark an „Six Feet Under“, wo es auch einige Fürsprecher für bestimmte Staffeln gab und ich letztendlich doch alle irgendwie gut bis sehr gut fand – ohne große Ausreißer nach oben oder unten.

      Die dritte Staffel fand ich so stark, weil – besonders was den Money Train angeht – eben die Beziehungen der Charaktere untereinander im Vordergrund standen. Zudem das ständige Versteckspiel, die Finten, mit denen versucht wurde die Ermittler abzuschütteln und dann noch so unberechenbare Elemente, wie Mara. Einfach nur großartig. Auch Dutchs Entwicklung hat mich beeindruckt und erschüttert, eben ganz besonders im Zusammenhang mit dem Cuddler. Hinzu kommt Claudette, die beinahe schon nervig und pedantisch dargestellt wird, letztendlich aber nur das Richtige will. Insofern ist die hohe Punktzahl von meiner Warte aus auf jeden Fall gerechtfertigt.

      Auf Staffel 4 freue ich mich nun besonders, da sie anscheinend ja doch recht kontrovers aufgenommen wurde.

      Gefällt mir

      • Six Feet Under ist auch eine meiner absoluten Lieblingsserien. Dort fand ich aber im Gegensatz zu The Shield wirklich durch die Bank alle Staffeln stark. Aber auch dort musste man die Charaktere erst besser kennenlernen. Besonders genial an SFU fand ich das man in den späteren Staffeln 2-3 Charaktere echt liebgewonnen hat die man zu Beginn noch leicht nervig fand (Ruth, David oder auch Claire wegen der Geschichte mit Gabe ua.). Zu Beginn war SFU bei mir zumindest ganz klar die Nate Fisher Show. Was sich dann nach und nach gewandelt hat, weil einem die anderen Charaktere auch immer mehr ans Herz gewachsen sind. Auch wenn ich trotzdem sagen würde das Nate über die gesamte Serie hinweg mein Favorit war. Was die Staffeln angeht muss ich ehrlich sagen das so gut sie alle waren mich die dramatischeren Staffeln hintenraus doch etwas mehr überzeugt haben als zb. die erste wo der Fokus noch stark auf „abgefahren“ lag (auch wenn ich gerade den Piloten liebe).

        Bei The Shield ist es ähnlich, gibts auch dort kleine Ausreißer wie S1/S3/S6 (letzere beginnt stark bevor ihr dann etwas die Luft ausgeht, was immer schlecht ist find ich. Mag es lieber wenn Staffeln solide anfangen und dann immer besser werden, was besonders bei The Shield auf die Staffeln 1/2/4/5 und 7 zutrifft).

        Gefällt mir

      • Sehr schöne Beobachtung zu „Six Feet Under“. Sehe ich ganz ähnlich, besonders was die Wahrnehmung der einzelnen Charaktere betrifft. Besonders Claire hat in der letzten Staffel – und ganz besonders dem Finale – auch an Bedeutung und Sympathie gewonnen. Insgesamt habe jedoch auch ich Nate als wichtigsten Charakter wahrgenommen, was vielleicht auch an Peter Krause liegt, den ich sehr gerne sehe (großer Tipp: „Parenthood“). Jede Staffel hatte irgendwie was und ich könnte mich auch nicht wirklich festlegen. Ähnlich geht es mir bisher übrigens mit „The Shield“ – auch wenn die Serie natürlich ganz anders aufgebaut ist.

        Natürlich ist es besser, wenn Geschichte nach hinten raus fesselnder werden. Bisher fand ich durchaus, dass dies auf „The Shield“ zutrifft. Überhaupt sehe ich diesen Kritikpunkt öfter bei Filmen, die teils sehr stark anfangen und dann ziemlich nachlassen. Werde aber den Punkt mal konkret im Auge behalten.

        Gefällt mir

  3. Pingback: Media Monday #108 | Tonight is gonna be a large one.

  4. Pingback: The Shield – Season 4 | Tonight is gonna be a large one.

  5. Pingback: The Shield – Season 7 | Tonight is gonna be a large one.

Deine Meinung? (Indem du die Kommentarfunktion nutzt, erklärst du dich mit der Verarbeitung deiner angegebenen Daten durch Automattic, Inc. sowie den Dienst Gravatar einverstanden.)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.