Tödliche Weihnachten – OT: The Long Kiss Goodnight

Aufgrund der winterlichen Wetterverhältnisse, habe ich gestern Abend einmal wieder einen thematisch passenden Film hervorgeholt, den ich bestimmt schon seit gut 10 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Die Rede ist von Renny Harlins „Tödliche Weihnachten“, der mich damals bei nahezu jeder TV-Ausstrahlung ziemlich gut zu unterhalten wusste. Trügt die Erinnerung an vergnügliche Stunden oder kann der Film auch heute noch überzeugen?

Ich muss gestehen, dass mir die Handlung des Films nur noch sehr rudimentär im Gedächtnis war. An die Eckpfeiler der Geschichte – eine Art Vorwegnahme der Verfilmung von Robert Ludlums „Die Bourne Identität“ – konnte ich mich jedoch noch recht gut erinnern, weshalb die Aufdeckung der Identität Samantha Caines bzw. Charly Baltimores keine große Überraschung darstellte. Der Weg zum großen Finale ist mit diversen Actioneinlagen gespickt, die allesamt herrlich altmodisch inszeniert sind. Ein typischer Actionfilm der 90er Jahre eben – und hier macht es einem der Film manchmal nicht gerade leicht,  denn oftmals ist es nur ein schmaler Grat zwischen herrlich altmodisch und einfach nur altbacken, was sich besonders in der Figur des Mitch Henessey äußert. Ein typischer Sidekick dieser Epoche.

Ich für meinen Teil bin großer Anhänger des 80er/90er Jahre Actionkinos, weshalb mir der Film auch heute noch enorm viel Spaß macht. Dieser Wahrnehmung liegt allerdings ein nicht zu vernachlässigender Grad an nostalgischer Verklärung zugrunde, weshalb ich vermute, dass „The Long Kiss Goodnight“ für die Sehgewohnheiten heutiger Zuschauer ziemlich überholt wirkt. Auch wenn Geena Davis in diesem Film oftmals überfordert wirkt, so freut es mich doch stets eine weibliche Actionheldin zu sehen, die den starken Part in der Geschichte übernimmt und dabei wahrlich keine Gefangenen macht.

Auch wenn Look und Inszenierung heute schon ein wenig Staub angesetzt haben, so beweist Renny Harlin auch in „The Long Kiss Goodnight“ sein Händchen für imposante Action. Besonders das Finale an den Niagara-Fällen hat es mir besonders angetan. Was für ein herrlich übertriebenes Actionfeuerwerk! Von den großen Genreklassikern ist der Film weit entfernt, Shane Black hat auch schon deutlich bessere Drehbücher geschrieben und wenn man nicht mit dem Film aufgewachsen ist, sollte man vermutlich nicht zu viel erwarten. Ich jedoch hatte wieder enorm viel Spaß mit dem Ausflug zurück in eine einfachere Zeit, in der Action noch Action war und Mobiltelefone ein Kilo wogen: 7/10 Punkte.

6 Gedanken zu “Tödliche Weihnachten – OT: The Long Kiss Goodnight

  1. Ich war wahrscheinlich zu jung, um diesen Film in meinen Weihnachtsfilmkanon aufzunehmen. Und mittlerweile bezweifle ich, ob ich „Tödliche Weihnachten“ überhaupt noch etwas abgewinnen kann so ganz ohne Nostalgie-Effekt.

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  2. Hmm, wenn dir generell Actionfilme der 80er/90er Jahre gefallen, dann dürftest du auch mit „Tödliche Weihnachten“ deinen Spaß haben. Wenn du Werke dieser filmischen Epoche allerdings als zu angestaubt wahrnimmst, dann solltest du auch um diesen Film eher einen Bogen machen. Handwerklich ist der Film auch heute noch durchaus sehendwert. Inhaltlich eben ein 90er Jahre Jason Bourne-Film.

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  3. Hehe, ja hat dieses Mal etwas gedauert. Nun ist er aber da, der Schnee und damit auch die Muße für Weihnachtsfilm-Rezensionen.

    Du kannst mir deiner Sichtung ja noch ein knappes Jahr warten. Dann passt das auch wieder… 😉

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  4. Pingback: Media Monday #32 « Tonight is gonna be a large one.

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