Die Legende der Wächter – OT: Legend of the Guardians: The Owls of Ga’Hoole (2010)

Während alle Welt über Zack Snyders „Sucker Punch“ diskutiert, habe ich mir gestern mit „Die Legende der Wächter“ seinen wenig beachteten Ausflug ins klassische Fantasygenre angesehen. Die Kritiken waren durchaus gemischt, weshalb meine Erwartungen nicht sonderlich hoch waren. Was ich letztendlich jedoch zu sehen bekam, hat mich – vielleicht auch deshalb – äußerst positiv überrascht.

Bisher stehe ich Zack Snyders Schaffen eher skeptisch gegenüber. Besonders seine Verfilmung von „Watchmen“ hinterließ bei mir keinen sonderlich guten Eindruck. Dennoch gehöre ich zu den Rezipienten, die seiner Art der Inszenierung durchaus etwas abgewinnen können. Auch wenn die Sichtung schon lange zurückliegt, so habe ich „300“ immer noch als äußerst bildgewaltig in Erinnerung und die Eröffnung von „Watchmen“ sieht einfach nur großartig aus. Das Problem war bisher einfach immer, dass die Bilder zu artifiziell waren, um einen Film auch emotional über die gesamte Laufzeit zu tragen.

Auch der Look von „Die Legende der Wächter“ ist sehr stilisiert, jedoch passen die übertrieben lichtdurchfluteten Bilder perfekt zum Fantasysetting und der komplett aus dem Rechner stammenden Welt samt ihrer Figuren. Der Film sieht dabei einfach unglaublich gut aus, ohne jedoch die oft irritierende Diskrepanz zwischen Realbild und CGI-Shot zu beinhalten, die Snyders vorherige Filme (und wohl auch „Sucker Punch“) auszeichneten. Natürlich gibt es auch in diesem Film die für den Regisseur typischen Zeitlupen, welche jedoch weniger aufgesetzt wirken und während der Flugsequenzen einfach nur großartig aussehen.

Neben dem audiovisuellen Hochgenuss, gibt es natürlich noch eine Geschichte zu bewerten. Auch diese hat es mir durchaus angetan. Ich mag Fantasyfilme ohnehin und „Die Legende der Wächter“ enthält viele klassische Elemente des Genres, wie die Wanderung bzw. den Flug der Helden, epische Schlachten und klischeehafte Bösewichte. Zwar wird hier nichts wirklich neu erfunden, doch Eulen als Helden? Da hatte der Film bei mir ohnehin schon fast gewonnen. Die geschaffene Welt ist zudem stimmig und ich hätte mich gerne noch länge in ihr aufgehalten. Hier sind wir auch schon beim größten Kritikpunkt: Der Film wirkt viel zu gehetzt und die Charaktere bleiben oft leider entsprechend blass. Eine halbe Stunde mehr Laufzeit und eine bessere Charakterzeichnung hätten dem Film auf jeden Fall gut getan.

Ich war nach der Sichtung selbst überrascht, wie gut mir der Film gefallen hat. Da hatte ich zuvor wahrlich nicht erwartet. Der Film ist dabei weit davon entfernt perfekt zu sein, doch wer sich in fantastischen Welten zu Hause fühlt und ein Faible für wunderschöne CG-Bilder hat, der sollte auf jeden Fall einmal in „Die Legende der Wächter“ reinschauen. Für mich nach dem „Dawn of the Dead“-Remake auf jeden Fall Zack Snyders gelungenster Film: 8/10 Punkte.

11 Gedanken zu “Die Legende der Wächter – OT: Legend of the Guardians: The Owls of Ga’Hoole (2010)

  1. „Gelungenster Film nach Dawn of the Dead“?
    Klar, das Dawn-Remake ist gut, wohl gar eines der besten Remakes eines derartigen Klassikers überhaupt, aber was hast du denn gegen „Watchmen“? Imho sein bester Film.
    Die Eulen-Show interessiert mich leider gar nicht, bezweifele das ich mir den mal ansehen werde.

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  2. @Lars: Rat mal, wo ich mir den Film geholt habe? 😉

    War ja anfangs auch skeptisch, letztendlich hat sich der Kauf aber jeden Fall gelohnt, da ich mir den Film garantiert noch einmal ansehen werde. Eine Fortsetzung wird es ja wohl leider nicht geben.

    @C4rter: Hatte ich nicht bei dir auf dem Blog eine ebenso euphorische Kritik zum Film gelesen? War aber wohl ein anderer Autor. Was ich von „Watchmen“ halte habe ich ja schon ausführlich dargelegt. Ist ja kein schlechter Film, doch fand ich ihn zu spröde und ungelenk. Vielleicht gebe ich dem Director’s Cut noch irgendwann eine Chance.

    @Xander: Ja, Eulen! Gerade das ist doch die USP des Films…

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  3. Ich fand den Film an sich eigentlich recht einfach zu verstehen. Vermutlich muss man aber um die gesamte Hintergrundgeschichte um die Wächter usw. zu begreifen tatsächlich die Bücher lesen. Sind sie denn lohnenswert?

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