Jennas Kuchen – OT: Waitress (2007)

Da unser lokales Fremdsprachenkino leider immer mehr dazu tendiert nur Blockbuster zu  (zeigen, mussten wir bis zur DVD-Veröffentlichung von „Jennas Kuchen“ (bzw. „Waitress“) warten, um in den Genuss des Films zu kommen. Beim Einstandspreis von nicht einmal zehn Euro soll mich das aber auch nicht weiter stören.

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„Waitress“ ist einmal wieder ein Film, der mir nur aufgrund der mitwirkenden Schauspieler aufgefallen ist. In der Hauptrolle ist die bezaubernde Keri Russell zu sehen, die mir bereits in der TV-Serie „Felicity“ ans Herz gewachsen ist. Auch hier kann sie wieder voll und ganz überzeugen, wenngleich es anfangs etwas ungewohnt ist sie mit südlichem Akzent zu erleben. Die männliche Hauptrolle wird von Nathan Fillion übernommen, der seit seiner Darstellung von Capt. Mel Reynolds in „Firefly“ zu meinen Lieblingsschauspielern zählt. In einer wichtigen Nebenrolle tritt zudem noch Cheryl Hines auf, die mir als geduldige Ehefrau von Larry David in „Curb Your Enthusiasm“ schon unzählige Lacher beschert hat.

An grandiosen Schauspielern mangelt es „Waitress“ schon einmal nicht. Doch was bietet der Rest des Films? Man sollte keine reine Komödie erwarten, auch kein reines Drama. Der Film von Adrienne Shelly reiht sich am ehesten in die leisen Töne von „Nobody’s Fool“ oder auch „Grüne Tomaten“ ein und besitzt doch einen ganz eigenen Charme. Die Geschichte ist dabei so einfach wie die Charaktere und überzeugt vor allem durch Situationen, Atmosphäre und die Schauspieler. Nicht unbedingt ein Feel-Good-Movie, aber auf jeden Fall ein Film mit optimistischer Grundhaltung – und gerade das macht ihn so sympathisch.

Tragisch ist wohl das Schicksal von Autorin, Regisseurin und Darstellerin Adrienne Shelly, die noch vor der Uraufführung ihres Films ermordet wurde. Sie hinterlässt einen Mann und eine Tochter, die in der letzten Einstellung auch als Jennas Tochter zu sehen ist. Mit „Waitress“ hat sie ihr filmisches Vermächtnis hinterlassen und wird nicht nur als Autorin und Regisseurin, sondern auch mit ihrer bezaubernden Darstellung der eigenwilligen Dawn in Erinnerung bleiben.

„Waitress“ ist einer jener besonderen kleinen Filme, die wohl an den meisten Leuten vorbeiziehen, aber doch mehr als einen Blick wert sind. Anrührend und bezaubernd. Die grandiosen Darsteller und die gekonnte Inszenierung lassen über leichte Drehbuchschwächen hinwegsehen: 9/10 Punkte.

14 Gedanken zu “Jennas Kuchen – OT: Waitress (2007)

  1. Ich kann dir in allen Punkten nur zustimmen! Ich hatte das Glück, den Film letzten Herbst beim Filmfest zu sehen – in „normalen“ Kinos lief der tatsächlich nirgends hier, glaub ich. Keri Russell war für mich auch der Hauptgrund, den Film zu gucken. Die DVD wäre wohl mal eine Anschaffung wert… 🙂 Blöd ist nur, dass man von dem Film totalen Appetit auf Pie bekommt. 😉

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  2. Ist ja schön, dass den Film außer mir noch jemand kennt und dass er ebenso großen Anklang findet! Bei uns ist der Film glaube ich schon – zumindst für zwei Eochen – im normalen Kino gelaufen. Jedoch wollte ich bei Keri Russell und Nathan Fillion nicht auf den O-Ton verzichten.

    Die DVD lohnt sich wirklich (zurzeit für 9,50 EUR bei Mediamarkt) und hat nette Interviews zu bieten. Hunger auf Pie macht der Film allerdings wirklich! Fast so schlimm wie bei „Pushing Daisies“… 🙂

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  3. Hey, ich hatte ganz vergessen, daß „Nobody’s Fool“ einer meiner Lieblingsfilme ist 😉 Man freut sich ja auch immer, wenn man sein Profil beim moviepiloten updaten kann…

    Bei der Gelegenheit wünsche ich übrigens Frohe Ostern! Hier in Hamburg schneit’s…

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  4. Ja, „Nobody’s Fool“ ist wirklich ein sehr schöner Film. Passt auch irgendwie zum Schnee, den wir hier auch gerade haben. Irgendwie scheint weiße Ostern inzwischen immer wahrscheinlicher, als weiße Weihnachten. Schon seltsam… 😉

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  5. Na, mit dem moviepiloten hab ich Dich heute aber auf eine Idee gebracht, oder? 😉
    Das mit dem „Filmabend planen“ ist ja doof, ich hab da schon bei verschiedenen Leuten nur mal als Spaß draufgeklickt und jetzt das erste Mal gelesen, daß die dann eine Mail kriegen, daß man gerne einen Filmabend mit denen machen möchte…

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  6. Ja, hatte mich damals in der Betaphase angemeldet und seitdem nie mehr draufgeschaut. Nun klicke ich mich schon seit einer halben Stunde durch diverse Filme – ist schwer da wieder aufzuhören…

    Also möchtest du keinen Filmabend mit mir machen?! 😉

    Ich denke wir würden uns schon auf den ein oder anderen Film einigen können – überhaupt hätte ich da bei der gesamten Blogroll kein Problem und es wäre bestimmt lustig. Doch da wir so verstreut sind, bleibt es eben bei virtuellen Filmabenden – und der Austausch funktioniert so ja auch ganz gut! 🙂

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  7. Eigentlich ist ja jede Filmkritik hier auch ein virtueller Filmabend 😉 Schade, daß die Seite heute irgendwie nicht so recht in Schwung kommt. Vielleicht sind aber auch einfach zu viele durch das Osterprogramm überfordert und brauchen etwas Orientierungshilfe.

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  8. Siehste mal, heute habe ich noch gar nicht draufgeschaut obwohl es mich schon in den Fingern juckt. Aber ich werde nun erstmal nach „lustigen“ Hochzeitsspielen für die Hochzeit meiner Schwester recherchieren… 🙂

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