Space Cowboys

Clint Eastwood habe ich eine lange, lange Zeit überhaupt nicht als Regisseur wahrgenommen. Eher untypisch für mich und höchste Zeit Versäumtes nachzuholen. Den Anfang macht „Space Cowboys“, der schon länger auf meiner To-See-Liste steht und der durch die letzte Weltbild-Aktion endlich in greifbare Nähe gerückt ist. Spoiler voraus!

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Der Film teilt sich grob in zwei Häften: Eine ruhige, humorvolle erste und eine eher actiongeladene, dramatische zweite. Mit dieser Zweiteilung verändert sich meines Empfindens nach auch die Qualität des Films. Die erste Stunde fand ich wirklich famos. Eine wunderbare Einführung der Figuren, ein gelungener Spannungsaufbau und mit viel stillem Humor, der einen augenzwinkernden Blick auf das Alter wirft.

Ab dem Bekanntwerden von Hawks Krankheit nimmt der dramatische Anteil zu. Der russische Kommunikationssatellit entpuppt sich als waffenstarrendes Relikt des kalten Kriegs, der mitfliegende Jungspund löst eine Katastrophe aus, in deren Folge sich Hawk für sein Team opfert. All das hat man meiner Meinung nach schon tausend Mal gesehen und mir sind diese Plotelemente beinahe etwas fehl am Platz vorgekommen. Musste es wirklich ein gefährlicher Militärsatellit sein? Hätten die Jungs mit normalen Problemen da oben nicht schon genug zu tun gehabt?

Der Film lebt eindeutig von seinen Schauspielern. Das Altherrenquartett spielt schön selbstironisch und gibt seine Figuren dennoch nie der Lächerlichkeit Preis. Das hat mir wirklich imponiert. Was mir ansonsten von der Besetzung noch ins Auge gesprungen ist: Es spielt die halbe „24“-Besetzung der aktuellen Staffel mit! In einem Raum befinden sich plötzlich Jack Bauers Serienvater (James Cromwell), Secretary Heller (William Devane) und unser allseits beliebter Lieblingsrusse Dmitri Gredenko (Rade Serbedzija). Doch damit nicht genug: Auch Donald Sutherland ist anwesend. Als dann die USA plötzlich von sechs Atomraketen bedroht werden, fehlt nur noch Jack Bauer. Ein wahres Fest für den Film-/Seriengeek.

„Space Cowboys“ hat mir viel Spaß bereitet. Besonders Eastwoods ruhige und besonnene Art der Inszenierung ist mir sehr positiv aufgefallen. Leider werden in der zweiten Filmhälfte zu viele bereits bekannte Elemente aufgewärmt und die Stärken der ersten Hälfte etwas vernachlässigt. Trotz der Fehler wirklich gute Unterhaltung: 7/10 Punkte.

9 Gedanken zu “Space Cowboys

  1. Nein, leider nicht. Ich kenne von ihm bisher nur „Perfect World“ und jetzt eben „Space Cowboys“. „Million Dollar Baby“ steht aber bereits im Regal und wartet auf die Sichtung… 😉

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  2. Super, bei meiner Weltbild-Bestellung war Space Cowboys bereits ausverkauft. Aber ich hab ihn damals ja auch schon im Kino gesehen. Sehr netter Film, in der Tat. Und was Filme angeht, die sich in zwei Hälften teilen: das ist mit Million Dollar Baby sehr ähnlich, auch wenn der in einer anderen Liga spielt.

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  3. Das mit deiner Weltbild-Bestellung ist tatsächlich doof gelaufen. Aber wenn einen der Film wirklich reizt, sind auch die 4,47 € bei Amazon.de gut angelegt.

    Bin nun wirklich schon sehr gespannt auf „Million Dollar Baby“, obwohl ich normalerweise nicht so viel mit den Oscar-Filmen anfangen kann („Beautiful Mind“ o.ä.) – doch Clint Eastwood ist mir schonmal äußerst sympathisch!

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  4. „Space Cowboys“ habe ich damals leider mal in der Sneak verpasst. Ich war leider krank, aber meine Kumpels waren recht begeistert! Ich hab den dann später auch auf DVD nachgeholt. Hat da zwar noch ein bisschen mehr gekostet als im Moment bei Weltbild, war aber trotzdem imho jeden Cent wert! Ich fand‘ ihn jedenfalls sehr unterhaltsam, auch der Humor der ersten Hälfte hat mir besonders zugesagt, die alten Herren waren wirklich ziemlich gut drauf. Was den Rest des Films angeht, so hat mich das nicht so sehr gestört wie Dich, ich bin da anscheinend nicht so „anspruchsvoll“. 😉

    „Million Dollar Baby“ habe ich neulich im TV gesehen. Wirklich auch ein toller Film, wenngleich auch ein völlig anderes Genre. „Mystic River“ kenne ich auch noch nicht. Dafür habe ich aber noch „Blood Work“ im Regal stehen. Den gab’s neulich mal für unter 5 €. Allerdings auch noch nicht angeschaut …

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  5. Ich würde mich jetzt nicht unbedingt als besonders anspruchsvoll in diesen Dingen bezeichnen (siehe „Pitch Black“), nur habe ich einfach etwas anderes erwartet. Kann bei der nächsten Sichtung schon wieder ganz anders aussehen. 🙂

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