How I Met Your Mother – Season 9

Als ich Ende 2005 diese Sitcom entdeckte, war es sofort um mich geschehen – es war Liebe auf den ersten Blick und über die kommenden Staffeln sollte sich die Zuneigung festigen. In den letzten Jahren konnte die Serie jedoch nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen, so dass ich das Finale „How I Met Your Mother – Season 9“ auch erst jetzt (ungefähr 2 Jahre nach der ursprünglichen Ausstrahlung) gesehen habe. Auch wenn ich bereits um den Inhalt des Endes wusste, hatte ich viel Spaß mit dieser letzten Staffel. Spoiler sind zu erwarten.

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Die Änderung des Erzählkonzepts hat tatsächlich wieder frischen Wind in die Serie gebracht: Die finalen 24 Episoden beleuchten ein einziges Wochenende, nämlich die Hochzeit von Robin und Barney. Dadurch wird einzelnen Situationen und Charakteren viel mehr Platz eingeräumt als in der bisherigen Struktur – und doch ist man nicht auf einen Schauplatz beschränkt, da es etliche Flashbacks und Flashforwards gibt. Diese lassen uns einen Blick in die Zukunft von Ted und der titelgebenden Mutter werfen und ermöglichen etliche Referenzen auf längst vergangene Staffeln. Dabei gehen die Autoren sehr selbstironisch damit um, so viel Zeit auf ein einzelnes Wochenende zu verwenden. Auch wenn das viele anders sehen werden, so funktioniert dieser Ansatz für mich perfekt und bildet einen gelungenen Rahmen für das große Finale.

Die letzte Episode samt Wendung wurde von den meisten Fans sehr negativ aufgenommen. Ich hatte mich leider schon im Vorfeld gespoilert, so dass der Schock während der Sichtung ausblieb. Vermutlich wäre ich auch nicht geschockt gewesen, denn Anzeichen für dieses Finale – die Mutter stirbt, Ted kommt doch noch mit Robin zusammen – wurden bereits einige Episoden zuvor angedeutet. Es schwang oft eine bittersüße Melancholie mit, die auch durch das nachgeschobene alternative Ende nicht aufgehoben werden kann, weshalb dieses für mich auch nicht funktioniert. Zudem muss man bedenken, dass die Serie auch zuvor schon ernstere Töne angeschlagen hatte, z.B. in der fantastischen Episode „Bad News“, in der Marshalls Vater sehr überraschend verstirbt. Es ist ein Finale, das auf jeden Fall Wirkung zeigt und mir auch in Erinnerung bleiben wird, ähnlich dem Serienende von „Roseanne“, das damals auch mit einer unerwartet tragischen Wendung aufzuwarten wusste. Zudem war dies wirklich einmal ein Ende, das von Anfang an exakt so von den Autoren geplant war, wie man an den Originalaufnahmen von Teds Kindern sieht – ja, ich schaue dich an, „Lost“!

Noch stärker als die Nachricht des Todes der Mutter, hat mich der Schnelldurchlauf durch die Stationen des Lebens der nur allzu bekannten Charaktere mitgenommen. Sie leben sich auseinander, die Familie wird immer wichtiger und über die Zeit lieb gewonnene Schauplätze werden verlassen. Ich mag dieses Gefühl der Melancholie, die wohl jeder nachvollziehen kann, der selbst in dem gezeigten Lebensabschnitt steckt oder diesen sogar schon hinter sich hat. Wie wohl kaum bei einer zweiten Serie hat sich mein Leben mit den Charakteren entwickelt: 2005 war ich selbst noch 25 Jahre alt, unverheiratet und ohne Kinder. Ted, Robin, Lilly, Marshall und Barney sind über den Lauf der Serie 10 Jahre älter geworden und haben neue Lebensabschnitte erreicht – und ich mit ihnen. Das macht die Serie für mich zu einem besonderen Erlebnis.

Da ich für die fünfte und sechste Staffel keine Punktwertungen aufgeschrieben habe, lasse ich an dieser Stelle die Rangliste der neun Staffeln bleiben. Es finden sich jedoch Besprechungen zu den ersten vier Staffeln hier im Blog (der Vollständigkeit halber: Staffel 7 bewertete ich mit 7.8 und Staffel 8 mit 7.3 Punkten)  – und ich bin mir sicher, die Serie irgendwann noch einmal komplett zu sehen. Für mich ist sie tatsächlich der legitime Nachfolger zu „Friends“ und es wird vermutlich dauern, bis es eine weitere Twentysomething-Sitcom schafft solch einen wunderbar harmonierenden Cast zusammenzutrommeln und über weite Strecken solch lustige und sympathische Geschichten zu erzählen. Diese letzte Staffel ist nicht ohne Fehler, doch weit besser als die meisten Kritiken vermuten lassen. Für mich ein absolut passendes Ende für diese großartige Serie: 8/10 (8.4) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Can a Song Save Your Life? – OT: Begin Again (2013)

Die letzte Urlaubswoche nähert sich erschreckend schnell ihrem Ende – und bisher hatte ich es nicht geschafft auch nur einen der noch geplanten Filme zu sehen. Heute jedoch gab es mit „Can a Song Save Your Life?“ tatsächlich großes Kino zu sehen, was zu Beginn nicht wirklich absehbar war. Umso glücklicher bin ich, diesem kleinen und doch großen Werk eine Chance gegeben zu haben – und ihr solltet das auch!

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Ich mag Musikfilme und -serien. Sehr sogar. Ebenso die kleinen, wunderbaren Feel-Good-Movies, die häufig unter dem Radar fliegen. Tatsächlich hat mich bei „Begin Again“ die Besetzung am meisten gestört – Keira Knightley und Mark Ruffalo sprechen nicht gerade für eine charmante Indie-Produktion. Dagegen steht die zauberhafte Geschichte sowie mit „Once“ ein Überraschungshit, den Regisseur John Carney zuvor inszenierte. Letztendlich sollten sich meine Sorgen als unbegründet herausstellen und „Can a Song Save Your Life?“ bewegt sich so zielsicher zwischen Indie und Blockbuster, wie auch die Geschichte zwischen Märchen und authentischem New-York-Portrait schwankt. Trotz Ecken und Kanten (und manchmal auch fehlenden Ecken und Kanten) ein absolut fantastisches Erlebnis.

Grundvoraussetzung für eine positiv wahrgenommene Sichtung sollte vermutlich Gefallen an Singer/Songwriter-Musik sein. Auch wenn das Ergebnis in diesem Film immer ein wenig zu glatt und überproduziert klingt, so sind die Wurzeln doch unverkennbar. Erstaunlicherweise wirkt „Begin Again“ gerade aufgrund seiner beiden Hauptdarsteller authentisch. Ich hätte wirklich niemals gedacht, dass Knightley und Ruffalo so wunderbar harmonieren und ihre Rollen perfekt ausfüllen. Es funktioniert einfach – und das Beste: Der Film kommt ohne aufgesetzte Romanze aus, auch wenn es durchaus unverkennbare Spannungen zwischen Charakteren gibt. Danke dafür.

Neben all der wunderbar echt wirkenden New-York-Atmosphäre, ist der Film ganz klar ein großes Pop-Märchen. Am Ende sind alle glücklich und haben sich zum Positiven hin weiterentwickelt. Ein echtes Feel-Good-Movie eben, der es schafft nicht in Kitsch zu ertrinken. Die Musik ist zudem wirklich gelungen und unterstützt die Atmosphäre des gesamten Films. Einfach schön. Wer das erträgt, der kann mit „Can a Song Save Your Life?“ wunderbare 100 Minuten verbringen. Eine dicke Empfehlung: 9/10 Punkte.

Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS6)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Ich weiß, ihr wartet sehnlichst auf meine Besprechung von „Schöne Bescherung“ – und heute ist es endlich soweit: Zum siebten Mal habe ich den Film im Rahmen dieses Blogs nun schon gesehen – und natürlich will ich auch dieses Jahr wieder meine frischen Eindrücke mit euch teilen. Viel Spaß also mit dieser ganz persönlichen Einstimmung auf die Weihnachtstage…

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Eigentlich habe ich dieses Jahr im Rahmen meines Weihnachtsinterviews auf dem Babykeks-Blog schon alles zum Film gesagt, was man wissen muss, um eben nicht in die typischen Fettnäpfchen zu treten, die Clark Griswold gerade zu magisch anzieht. Aber natürlich liegt darin auch der Witz des Films – und falls ihr euch fragt, ja, ich habe wieder herzhaft gelacht. Selbst die abgedroschensten Slapstick-Nummern zünden noch, vom Wortwitz von John Hughes‘ Drehbuch einmal ganz zu schweigen.

Ich weiß nicht, ob es am neuen Haus liegt, doch Weihnachtsstimmung wollte sich bei mir bisher noch nicht so recht einstellen. Zwar haben wir heute den Weihnachtsbaum aufgestellt, doch verbrachte ich den restlichen Tag mit dem Aufbauen neuer Möbel und habe mich mit der immer noch nicht 100%ig richtig funktionierenden Heizung rumgeschlagen. „Christmas Vacation“ hat mich jedoch neu kalibriert – und somit dürfte ich morgen bestimmt besser auf die Festtage eingestimmt sein.

Wie geht es euch? Seid ihr schon in Weihnachtsstimmung? Welche Filme helfen euch dabei? Bei mir hat „Schöne Bescherung“ wieder ebenso gut wie im letzten Jahr funktioniert – und da es nun sogar eine 25th-Anniversary-Ausgabe des Films gibt, wird diese Besprechungsreihe auch nächstes Jahr spannend weitergehen. Freut euch schon einmal darauf – ich könnte mir den Film jetzt schon wieder anschauen: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

The Big Bang Theory – Season 7

Seit dem Abbruch meines Hulu-Streaming-Experiments Ende 2013, muss ich wieder bis zur DVD-Veröffentlichung meiner damals verfolgten Serien warten. Mit der dritten Staffel von „New Girl“ hatte ich bereits den Anfang gemacht und nun konnte ich auch endlich „The Big Bang Theory – Season 7“ nachholen. Obwohl es sich um eine klassische Sitcom handelt, die sehr im Mainstream verankert ist, war die Vorfreude groß. Ob sie auch gerechtfertigt war, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Schon nach nur wenigen Episoden war ich wieder voll in der Serie drin – und obwohl die Witze nicht sonderlich innovativ und selbst die popkulturellen Referenzen eher an der Oberfläche bleiben, so fühle ich mich in dieser stilisierten Nerd-Welt doch pudelwohl. In Zeiten, in denen die klassische Sitcom mit Laugh Track weitestgehend ausgestorben ist, ist „The Big Bang Theory“ fast schon ein Unikum. Durch die Art der Inszenierung wirkt die Serie fast schon ein wenig aus der Zeit gefallen und bietet Unterhaltung zum Wohlfühlen für jeden, der sich auch selbstironisch mit populären Nerd-Themen identifizieren kann. Ich mag das.

Auch wenn sich der Fokus der Serie immer öfter auf die Beziehungsebene verlagert, so funktioniert auch dieses veränderte Konzept erstaunlich gut. Sicher bietet die Comedy hier nur wenig Neues und gibt im Prinzip auch nur Beziehungsgeflechte wieder, die „Friends“ schon vor über 20 Jahren etabliert hat. In Kombination mit popkulturellen Ereignissen, wie der Comic-Con San Diego oder dem „Star Wars“ Day ist das Gebotene aber oft wahrlich pointiert geschriebene und mitreißend gespielte Unterhaltung – nicht mehr, aber auch sicher nicht weniger.

Die Pause von gut zwei Jahren hat anscheinend gut getan, denn in ihrem inzwischen siebten Jahr hat mich die Serie rund um Sheldon, Leonard, Penny und Co. abermals wunderbar unterhalten – und das Beste: die kommende Staffel werde ich wohl nun endlich, eine schnelle Internet-Verbindung sei Dank, wieder per Stream verfolgen können. Doch dazu folgt demnächst vermutlich ein eigener Eintrag. Hier kann man aber auf jeden Fall reinschauen – egal ob auf DVD oder per Stream: 9/10 (8.5) Punkte.

Shameless (US) – Season 3

Die Nachwehen des Umzugs haben dafür gesorgt, dass ich für die Sichtung von „Shameless – Season 3“ unglaubliche fünf Wochen benötigt habe. Für so eine starke Serie mit ohnehin nur 12 Episoden eine wirklich lange Zeit. Vielleicht war es aber auch genau die richtige Art und Weise diese Staffel zu verfolgen, denn an Verrücktheit und teils bitteren Momenten übertrifft sie die vorherigen zwei Jahre noch um Längen. Ob dies positiv zu bewerten ist, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Die Staffel beginnt – und man befindet sich als Zuschauer plötzlich in einem absurden, aber knallharten Gangsterfilm wieder. Gesät wurde dieser Handlungsstrang rund um Jimmy zwar bereits in der zweiten Staffel, doch dass die Ernte so bestimmend für dieses Jahr werden würde, hätte ich niemals erwartet. Die anderen Handlungsstränge beginnen etwas ruhiger, doch ehe man sich versieht, wird man als Zuschauer mit Situationen konfrontiert, die man selbst in zweiter Reihe nicht über sich ergehen lassen möchte. Einen Höhepunkt bildet in der ersten Hälfte der Staffel wohl Franks unglaublich perfider Plan seinen Sohn Carl glauben zu lassen er hätte Krebs, nur um ein paar schnelle Dollar zu machen.

Weiter geht es mit dem Jugendamt, das die Kinder – nach einem anonymen Tipp durch Frank – in Pflegefamilien unterbringt. Erstaunlicherweise gibt es hier ein glückliches Ende für alle Beteiligten, das jedoch auf der Beziehungsebene zwischen den Charakteren noch für einiges an Zündstoff sorgt. In der zweiten Hälfte der Staffel werden die einzelnen Geschichten immer absurder – und doch schaffen es die Autoren den emotionalen Kern, das Beziehungsgeflecht und die starken Familienbande, aufrecht zu erhalten. Unglaublich! Egal ob dem Begriff Leihmutter eine völlig neue Bedeutung gegeben wird, Frank als Galionsfigur für gleichgeschlechtliche Ehe in Erscheinung tritt oder die Dreiecksbeziehung zwischen Karen, Mandy und Lip völlig eskaliert – kaum eine Geschichte endet so, wie man es erwarten würde. Selbst Frank zeigt Anzeichen von Herz und Mitgefühl. Dennoch ist das Finale unerwartet düster und endgültig – und lässt uns nur in der letzten Montage ein wenig Hoffnung schöpfen.

Auch wenn ich es nicht für möglich gehalten hätte, so hat „Shameless“ im dritten Jahr noch einmal an Qualität zugelegt. Der Schmerz der Figuren ist oft unwahrscheinlich unmittelbar und greifbar, was jedoch stets durch perfiden Humor gebrochen wird. Dabei ist die Serie nicht zynisch, sondern erlaubt sich einen oft zärtlichen Blick auf ihre Charaktere. Eine ungewohnte Mischung, die in dieser Form wohl einmalig ist. Ich freue mich jetzt schon auf die vierte Staffel: 9/10 (9.3) Punkte.

Hello Ladies – Season 1 & Hello Ladies: The Movie

In den letzten Monaten hatte ich einige Episoden von der „The Ricky Gervais Show“ verschlungen. Somit sind Ricky Gervais und Stephen Merchant neben Karl Pilkington (zusammen auch in „An Idiot Abroad“ zu sehen) wieder auf meinem Radar aufgetaucht. Merchants kurzlebige HBO-Show „Hello Ladies – Season 1“ war auch die letzte neue Serie, die ich in der alten Wohnung mitten in der heißen Umzugsphase angefangen hatte – und es ist die erste, die im neuen Haus mit „Hello Ladies: The Movie“ ihren Abschluss fand. Schade, dass dieser amüsante Besuch in Los Angeles damit schon wieder vorbei ist…

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Am Anfang hatte ich so meine Schwierigkeiten mit der Serie: Auf der einen Seite wirkt sie sehr wertig produziert, bietet tolle Einstellungen und Kamerafahrten – auf der anderen Seite wirkt der Plot eher wie eine Network-Sitcom als eine HBO-Comedy. Speziell die Konstellation mäßig erfolgreiche Schauspielerin lebt im Gästehaus eines nerdigen Web-Designers schien mir einfach zu abgedroschen. Merchants Figur Stuart Pritchard ist zu Beginn auch nicht wirklich greifbar, er ist zu gemein um wirklich liebenswert zu sein und der Fremdschämfaktor ist wirklich extrem hoch.

Nach den ersten 3-4 Episoden hatte mich die Serie gepackt und ich konnte mich auch an den Eigenheiten der Figuren erfreuen. Leider jedoch hat die Serie nur 8 Episoden, wurde jedoch immerhin mit einem 75-minütigen Film abgeschlossen. Durch diese komprimierte Art der Erzählung hatte ich am Ende eher das Gefühl eine etwas ausführlichere RomCom gesehen zu haben (ähnlich wie bei der kurzlebigen Serie „Bent“) als eine seriell erzählte TV-Serie.

Ihr volles Potential entwickelt „Hello Ladies“ leider erst in der zweiten Hälfte der Staffel. Auf diesem Niveau hätte ich mir gerne noch ein paar weitere Episoden angesehen. Der Film ist zwar ein gelungener Abschluss, doch merkt man, dass die Autoren zielgerichtet auf ein Finale zugesteuert sind und nur noch wenige absurde Situationen ihren Weg ins Drehbuch gefunden haben (die Sexszene ist dafür gar wunderbar witzig erzählt).

Insgesamt hatte ich sehr viel Spaß mit der Serie und mir sind die Figuren trotz des Fremdschämens schnell ans Herz gewachsen. Dennoch kann ich verstehen, dass HBO die Serie abgesetzt hat: Sie sitzt zu sehr in der Nische ohne darin wirklich herausragend zu sein. Speziell Fans von Stephen Merchant sollten sich die Show dennoch nicht entgehen lassen. Ich habe den kurzen Trip nach L.A. auf jeden Fall sehr genossen: 8/10 (7.9) Punkte.

New Girl – Season 3

Als Alternativprogramm bzw. für die Abende, wenn die Zeit einmal wieder knapp wird, habe ich über die letzten Wochen „New Girl – Season 3“ gesehen. Eine nette Abwechslung, wenn auch die Diskrepanz zwischen familienkompatibler Unterhaltung und Anarcho-Comedy à la „Shameless“ manchmal schon erschreckend groß war. Vielleicht liegt der Reiz aber auch gerade in der Abwechslung…

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Meine Sichtung der zweiten Staffel von „New Girl“ liegt inzwischen schon über zwei Jahre zurück, somit hat es ein wenig gedauert, bis ich mich wieder in die Handlung eingefunden hatte. Nach ein paar Episoden hat sich aber schon schnell wieder das gewohnte „New Girl“-Gefühl eingestellt, das sich wohl aus albernen Witzen, obskuren Charaktermomenten, ein wenig Drama und einer mehr als gesunden Prise Slapstick zusammensetzt.

„New Girl“ ist harmlos, aber stets sympathisch und eine gute Möglichkeit sich am Ende eines anstrengenden Tages auf andere Gedanken zu bringen. Zurzeit also genau das Richtige für mich. Mit dem größten Handlungsstrang, der Beziehung zwischen Jess und Nick, hatte ich ein wenig das Gefühl die Autoren wollten sich in Richtung „Friends“ bewegen, was den On- und Off-Status der Beziehung angeht. Speziell die Episode „Big News“ hat mich extrem an die beliebte 90er Jahre Sitcom erinnert, was sie – zusammen mit „Prince“ – auch zu meiner Lieblingsepisode der Staffel machte.

In der Mitte der Staffel bewegten sich die Episoden auch manchmal im qualitativen Mittelfeld, was dem positiven Gesamteindruck jedoch keinen Abbruch tat. Dennoch ist die dritte Staffel bisher das schwächste Jahr der Serie. Wer jedoch auf der Suche nach einer wirklich unterhaltsamen Comedy und bisher noch nicht über „New Girl“ gestolpert ist, der sollte auf jeden Fall einmal reinschauen bei Jess und ihrer seltsamen Chaos-WG: 8/10 (7.9) Punkte.

Shameless (US) – Season 2

Es ist unglaublich wie schnell die Sichtung von „Shameless – Season 2“ (weiterhin die US-Fassung) auch schon wieder vorbei ist. Durch den hohen Unterhaltungswert und die Beschränkung auf zwölf qualitativ hochwertige Episoden habe ich den Vorsatz früher ins Bett zu gehen öfter mal ausgesetzt – und war mit der Staffel innerhalb von nur zwei Wochen durch. Es ist aber auch einfach zu verlockend stets noch für eine weitere Episode bei den Gallaghers zu verweilen…

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Zwischen der ersten Staffel und der einsetzenden Handlung der zweiten Staffel scheinen ein paar Monate vergangen zu sein – große Veränderungen gibt es (außer einer anhaltenden Hitzewelle) nicht zu vermelden. Doch schon bald werden nahezu alle Gallaghers von ihrer Vergangenheit eingeholt: Steve sucht wieder Kontakt zu Fiona, Franks Mutter steht plötzlich auf der Türschwelle, Karen hat eine ganz besondere Überraschung für Lip und die kompletten Gallaghers werden von „Hurricane Monica“ (so der unheilvolle Episodentitel) heimgesucht. Mehr als genug Stoff also, um eine Staffel zu füllen, doch tatsächlich ist dies nur die Spitze des Eisbergs – und man wird als Zuschauer auf so manche gefühlsmäßige Achterbahnfahrt mitgenommen. Die bereits bekannte Kombination aus schmerzhaftem Drama und absurder Comedy wird hier oft auf die Spitze getrieben. Turbulent, erschütternd und tatsächlich auch verdammt lustig.

Hat sich die erste Staffel noch stark am englischen Original orientiert, geht die US-Version von „Shameless“ ab der zweiten Staffel eigene Wege. Auch wenn ich die Vorlage nur ausschnittsweise kenne, so merkt man doch dass irgendetwas passiert ist: Die Charaktere wirken noch verrückter, die Dramatik noch schmerzhafter und der Humor ist noch deutlich abgefahrener geworden. Teils ist es ganz schön harter Tobak (z.B. Missbrauch, Inzest, Suizid) mit dem sich die Figuren – und somit auch wir Zuschauer – auseinandersetzen müssen. Die Serie schafft es dennoch dabei erstaunlich unterhaltsam zu bleiben, was man wohl den Drehbuchautoren und den wirklich guten Schauspielern zuschreiben kann.

Qualitativ kann „Shameless“ im zweiten Jahr noch einmal eine Schippe drauflegen. Die Serie wirkt somit (noch) entfesselter, was in so manch völlig absurder Situation gipfelt. Dennoch bleiben die Charaktere innerhalb des Serienuniversums glaubwürdig und man geht mit ihnen durch dick und dünn, was wahrlich nicht immer einfach ist. Das Staffelfinale ist dann wiederum erstaunlich versöhnlich und lässt einem mit einem guten Gefühl zurück. Auch wieder etwas, das ich „Shameless“ nach den vorher angerissenen Erzählsträngen nicht unbedingt zugetraut hätte. Immer wieder sehr überraschend – und das ist komplett positiv gemeint: 9/10 (9.0) Punkte.

Teenage Mutant Ninja Turtles (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Teenage Mutant Ninja Turtles“ am 8. September 2023 zusammen mit den Kindern erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem auch die vergangene Woche wieder irrsinnig schnell vergangen ist, steht ein weiteres Wochenende vor der Tür. Trotz Feiertag werde ich mich morgen auf die Baustelle begeben, denn der Einzugstermin rückt unaufhaltsam näher. Somit habe ich den Freitagabend für ein wenig Unterhaltung genutzt – oder zumindest das, was „Teenage Mutant Ninja Turtles“ als Unterhaltung versteht. Ich möchte meiner Besprechung jedoch nicht vorgreifen, also lest selbst…

Teenage Mutant Ninja Turtles (2014) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Teenage Mutant Ninja Turtles (2014) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Die damals in Deutschland noch als Teenage Mutant Hero Turtles bezeichneten Figuren waren die Helden meiner Kindheit. Die ursprüngliche Zeichentrickserie aus den späten 80er Jahren habe ich geliebt, die Actionfiguren fand ich großartig und auf dem SNES habe ich Konamis „Turtles in Time“ bis zum Umfallen gespielt. Der 1990er „Turtles“-Film dürfte zudem zu einem meiner ersten Kinobesuche zählen. Ich bin mit den Turtles aufgewachsen – und umso schmerzhafter war es zu sehen, dass sich ausgerechnet Michael Bay dem Franchise annimmt. Und dann führt auch noch Jonathan Liebesmann Regie, der sich mit „Texas Chainsaw Massacre: The Beginning“ und „Zorn der Titanen“ ja schon einen ganze besonderen Namen gemacht hat.

Um es kurz zu machen: Es hätte (noch) schlimmer kommen können. Speziell das neue Design der Turtles passt für diesen realistischen Ansatz doch deutlich besser, als ich dies befürchtet hatte. Die Dynamik zwischen den Figuren funktioniert auch irgendwie, doch so richtig zünden mag die Neuinterpretation nicht. Vielleicht ist aber auch genau dieser Vergleich das Problem: Wer weiß, ob die heutigen Kids nicht diese neue, hippe Art der Inszenierung abfeiern und den Film so wahrnehmen, wie ich damals die Cartoons und die alten Filme? Schwierig, ganz schwierig. Und traurig, ganz traurig.

Als Fan der ersten Stunde konnte ich mit vielen Elementen nichts mehr anfangen. Die Bay-Produktion setzt klar auf den „Transformers“-Look, doch was für mich bei diesem Larger-Than-Life-Franchise noch bis zu einem gewissen Grad funktioniert hat, wirkt hier einfach nur noch aufgesetzt. Speziell die dämliche Handlung hat extrem häufig an meinen Nerven gezerrt und von Besetzungsentscheidungen wie Megan Fox als April O’Neil möchte ich gar nicht erst anfangen. Immerhin hat es Will Arnett (Gob Bluth, „Arrested Development“) endlich auf die große Leinwand geschafft und für so manch unterhaltsame Szene gesorgt.

Fazit

Ein paar Mal kamen bei der Sichtung sogar nostalgische Gefühle auf, nur um im nächsten Moment wieder zerstört zu werden. Unterhalten wurde ich auch teils ganz gut, doch so richtig fallen lassen konnte ich mich nicht. Letztendlich war bei diesem Produktionsteam wohl nichts anderes als glattgebügelte Hochglanzaction zu erwarten – und dennoch schmerzt es ein wenig: 4/10 Punkte.

Galaxy Quest (1999)

Heute war einer dieser Tage. Wieder 10 Stunden auf der Baustelle gewesen und doch nicht wirklich etwas ausgerichtet. Die fehlenden Erholungsphasen machen sich zudem so langsam aber sicher bemerkbar. Somit habe ich bei der Filmwahl auf eine sichere Bank gesetzt und mit „Galaxy Quest“ auf einen nur allzu bekannten Klassiker zurückgegriffen, dessen letzte Sichtung auch schon wieder gut 10 Jahre zurückliegt. Dabei wanderte die DVD früher mit Regelmäßigkeit aller paar Monate in den Player…

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Was soll ich sagen? Der Film funktioniert auch heute noch so gut wie vor 15 Jahren – und zwar, wie die meisten guten Parodien, sowohl als Komödie als auch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit in dem Genre, das parodiert wird. Man darf sich als Zuschauer somit über eine Showbiz-Satire, Sci-Fi-Komödie und ein Weltraum-Abenteuer in einem freuen. Und das Beste: „Galaxy Quest“ kommt vollständig ohne Fäkalhumor aus und gibt weder seine Figuren noch die Fans des parodierten Genres der Lächerlichkeit preis. Ich fühlte mich sofort wieder wohl in dieser Welt und war stets gefangen von der Geschichte, auch wenn mir ihre Wendungen nur allzu bekannt waren. Kein Wunder, dass Paramount und Amazon zurzeit an einer Serienversion des Konzepts arbeiten.

Neben dem toll geschriebenen und einfallreichen Drehbuch, überzeugen vor allem die passend ausgewählten Schauspieler: Tim Allen (Mike Baxter, „Last Man Standing“) mimt den egomanischen Captain absolut wunderbar. Sein Gegenpart wird von Alan Rickman (Severus Snape, „Harry Potter“) ebenso überdramatisierend verkörpert. Sam Rockwell (Sam Bell, „Moon“) und Tony Shalhoub (Adrian Monk, „Monk“) ergänzen den männlichen Part der Crew. Als weiblicher Star darf Sigourney Weaver (Ellen Ripley, „Alien“) ganz bewusst als Stichwortgeberin fungieren und bekommt kurz vor Ende auch noch den größten Lacher spendiert: „Ducts? Why is it always ducts?“ Auch wenn einige Witze ganz bewusst auf der Metaebene spielen, so muss man jedoch keine Angst haben, dass der Film beständig die vierte Wand durchbrechen würde.

Auch wenn ich nie expliziter „Star Trek“-Fan war, so sind mir viele parodierte Elemente doch noch aus Zeiten in Erinnerung, in denen nachmittags eben beständig TOS oder auch TNG über den Bildschirm flimmerten. Einfachere Zeiten, in die mich „Galaxy Quest“ auch jedes Mal ein wenig zurück teleportiert. Solltet ihr, liebe Leser, bisher noch nichts von diesem wunderbaren Film gehört haben, und im besten Fall noch ein Herz für Sci-Fi besitzen, dann spreche ich hiermit meine dringendste Empfehlung aus. Reinschauen lohnt sich – es könnte ein neuer Lieblingsfilm warten: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm