Rückkehr zum Planet der Affen – OT: Beneath the Planet of the Apes (1970)

Aufgrund der plötzlich aufgetretenen Freizeit habe ich bereits heute die „Rückkehr zum Planet der Affen“ angetreten. Auch diesen Teil hatte ich als Kind bestimmt schon einige Male gesehen, allerdings ist mir nicht wirklich viel im Gedächtnis geblieben – und das war wohl auch besser so.

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Die erste Filmhälfte ist ganz vergnüglich: Es gibt einen neuen Astronauten, der sich auf die Suche nach Taylor (Charlton Heston) macht und dabei auf allerlei bekannte Affen trifft. Soweit so gut. Unterdessen bereitet ein kämpferisch veranlagter Gorilla einen Krieg vor. In der verbotenen Zone wohnt nämlich anscheinend ein noch unbekannter Stamm von Menschen. Es gibt einige nette Reden und Konflikte, sowie Anspielungen auf die Situation in Vietnam. Insgesamt eine nette Fortführung der Geschichte des ersten Teils, wenngleich auch ohne dessen erzählerische Tiefe.

In der zweiten Filmhälfte treffen die Figuren dann allerdings auf hochentwickelte Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten und lächerlichen Kostümen. Diese beten die Atombombe an und wirken auch sonst schwer neben der Spur. Dieser Handlungsstrang ist selten dämlich und die Verweise auf die damals aktuelle politische Situation kommen wie mit dem Holzhammer. Der Film verliert sich in albernen Sci-Fi-Handlungen und die Charaktere sowie ihre Beweggründe verlieren an Glaubwürdigkeit. Das Ende ist schließlich zwar explosiv, doch weder sonderlich durchdacht noch nachvollziehbar.

Fazit

„Rückkehr zum Planet der Affen“ fängt nett an, wird immer alberner nur um letztendlich im Chaos zu enden. Schade um das gute Setdesign und die tollen Masken. Ich hoffe die Nachfolger legen wieder – zumindest etwas – an Qualität zu: 3/10 Punkte.

Lucky Number Slevin (2006)

Nach langer, langer Zeit bin ich heute nun endlich dazu gekommen „Lucky Number Slevin“ bzw. „Lucky#Slevin“ nachzuholen. Ein Film, dem sein Ruf bereits seit der nicht gewährten Kinoauswertung vorauseilt. Ein gehypter Film. Dazu noch im Genre des Gangsterfilms, in dem der Begriff Kultfilm – besonders in der Post-Tarantino-Ära (siehe „Smokin‘ Aces“) – doch stark strapaziert wurde. Zeit also mir selbst ein Bild zu machen. Spoiler sind zu erwarten.

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Der Film beginnt ungewöhnlich. Ungewöhnlich ruhig. Ungewöhnlich erzählt. Dem Zuschauer werden Ereignisse präsentiert, die für die spätere Handlung keine Rolle zu spielen scheinen. Nebensächlichkeiten. Doch dem geübten Zuschauer ist klar, dass der Epilog noch einmal aufgegriffen werden wird. Dazu später mehr. Zunächst lernen wir Slevin (Josh Hartnett) kennen, der vom Pech verfolgt scheint und welcher sich von einem Moment auf den anderen mitten in einem Mafiakrieg befindet.

Die nun folgende Stunde erleben wir, wie Slevin immer weiter in diese ihm fremde Welt hinein schlittert. Er meister dabei die schwierigsten Situationen mit viel Witz und einem Mut, der fast schon selbstmörderische Tendenzen aufweist. Hier macht der Film auch am meisten Spaß. Die Figuren sind größer als die Wirklichkeit und fügen sich nahtlos in das Gangstermärchen ein. Das Produktionsdesign – diese Tapeten! – passt wie die Faust auf das Auge (bzw. die Nase) und unterstreicht die leicht comichafte Atmosphäre.

Da ich als Zuschauer durch die Struktur der Geschichte zwangsläufig mit einer Wendung rechne, mache ich mir so meine Gedanken. Dass Slevin letztendlich der Junge vom Anfang ist war nicht weiter schwer zu erraten. Die anderen Puzzleteile waren danach nur noch einleuchtend. Einleuchtend und irgendwie enttäuschend. Zwar ist die Geschichte nett und intelligent konstruiert, doch gibt sie nicht so viel her, wie uns der Film glauben machen will. Die nun folgende Auflösung ist viel zu lang und detailliert. Spätestens nach der Aufdeckung von Slevins Identität weiß auch der langsamste Zuschauer, welches Spiel hier gespielt wird. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich – wie bereits bei „Smokin‘ Aces“ – die Änderung in der Stimmung. Plötzlich werden die beiden Gansterbosse ins Zentrum gerückt und ihre dunkle Vergangenheit wird bestimmend. Zu diesem Zeitpunkt (der Zuschauer ist an der letztendlichen Auflösung interessiert) wirkt das nur ablenkend. Weiter geht es mit der Vollstreckung der Rache: Brutal und eiskalt. Nicht mehr larger than life. Ein Bruch in der Stimmung des Films.

Die ersten zwei Drittel von „Lucky#Slevin“ haben mir ausgezeichnet gefallen. Die Wendung verkommt dann leider etwas zum Selbstzweck. Der Film hat mich wirklich gut unterhalten und vielleicht habe ich einfach zu viel erwartet. Nach dieser Sichtung springen leider nicht mehr als 7/10 Punkte raus. Vielleicht relativieren sich manche Eindrücke nach einer Zweitsichtung.

Smokin’ Aces(2007)

Der zweite Film des gestrigen Abends war Joe Carnahans „Smokin‘ Aces“. Wieder ein Film, dessen Trailer mich wirklich heiß auf das finale Werk gemacht hat. Wieder ein Film, der einige grandiose Schauspieler vereint. Die Erwartungen waren folglich immens hoch. Leider wurden sie nur im Ansatz erfüllt.

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Der Trailer suggerierte abgefahrene, absurde Profikiller-Action, die sich selbst nicht zu ernst nimmt. Ein Feuerwerk an skurrilen Dialogen. Satte Action. Grandiose Schauspieler. In der ersten Filmhälft gibt es dann auch so ungefähr das, was man erwartet. Nur alles eine Spur kleiner. Braver. Unispirierter. Aber dennoch sehr unterhaltsam. Zudem man immer noch auf das große Finale hofft: The Clash of the Titans. Die große Anzahl an bekannten und liebgewonnenen Darstellern in ungewohnten Rollen trägt zudem sehr zur Steigerung des Spaßfaktors bei: Jeremy Piven („Entourage“) spielt das kaputte Ziel der Serienkiller, Jason Bateman („Arrested Development“) ist als abgehalfterter Anwalt zu sehen, Ryan Reynolds („Two Guys and a Girl“) spielt einen toughen FBI-Agenten, Matthew Fox („Lost“) ist unter seiner Maske kaum zu erkennen usw. Ein wahres Fest für Film- und Serienfreunde.

Die Action am Ende kracht dann auch ziemlich und macht erneut wirklich Spaß. Doch dann schwenkt der Film um und entwickelt sich zu einem handfesten Cop-Drama. Samt überraschender Wendung und allem, was dazu gehört. Ab hier wirkt die Handlung wie aus einem anderen Film. Sicherlich gab es davor auch ernstere Szenen, auf denen die Wendung aufbaut, doch plötzlich steht das Drama im Raum und scheint nicht so recht zu wissen, ob es auf der richtigen Party ist.

Ich möchte nicht sagen, dass der zweite Teil des Films unbedingt schlecht ist. Er passt nur nicht zum ersten. Mir kommt es etwas so vor, als hätte Carnahan nach „Narc“ erneut einen harten Cop-Thriller geschrieben, den er nun aus einer Laune heraus in tarantinoesques Actionkino umgestaltet hat. Warum auch immer. Beide Teile funktionieren für sich recht gut, sind aber dafür nicht konsequent genug umgesetzt worden. Man hat Abstriche gemacht, um aus den Versatzstücken einen einheitlichen Film zu schaffen – und das ist letztendlich leider ziemlich in die Hose gegangen.

„Smokin‘ Aces“ hätte ein großer Film werden können. Nun wirkt er leider wie ein typisches Artefakt der Post-Tarantino-Ära und reiht sich damit in die lange Schlange mit Werken wie „3000 Miles to Graceland“ und „Running Scared“ ein. Alle sicherlich optisch interessant und mit einer vielversprechenden Prämisse, doch leider stolpern all diese Filme über ihre vermeindliche Coolness. Diese Filme sind durchaus unterhaltsam und audiovisuell ansprechend, doch es fehlt das Wichtigste: Eine durchdachte Geschichte. Enttäuschend, aber immerhin nett anzusehen: 6/10 Punkte.

Snakes on a Plane (2006)

Einer der am meisten gehypten Filme des letzten Jahres dürfte wohl David R. Ellis „Snakes on a Plane“ gewesen sein. Alleine das Bekanntwerden des Titels und des Hauptdarstellers (Samuel L. Jackson) haben eine Lawine ins Rollen gebracht, die sich New Line auf äußerst intelligente Weise zu nutze gemacht hat. Virales Marketing als Phänomen, das in dieser Form noch nie dagewesen war. Der Höhepunkt dürften wohl Nachdrehs gewesen sein, die New Line aufgrund der starken Fan-Reaktion veranlasst hat. Wahrlich nicht alltäglich.

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Ohne den Hype wäre der Film wohl auch komplett an mir vorbeigegangen, hat doch allein die außergewöhnliche Entstehungsgeschichte mein Interesse geweckt. Einmal abgesehen davon bekommt man im Film genau das zu sehen, was der Titel verspricht: „Snakes on a Plane“. Die Rahmenhandlung ist äußerst dünn, jedoch kann sie mit einer erstaunlich ausführlichen Einführung der Charaktere überraschen. Hätte ich in dieser Form nicht erwartet – und einmal ehrlich: Das wäre bei dieser schwachen Figurenzeichnung auch nicht wirklich nötig gewesen.

Auf dem Flug selbst gibt es dann allerlei schlangenbezogene Actionszenen, gewürzt mit Sex- und Ekelszenen – genau so, wie von den Fans gewünscht. Ab und an blitzt zudem schwarzer Humor auf, der allerdings nie sonderlich bissig ist, sondern höchstens einmal zum Schmunzeln anregt. Leider nimmt sich der Film oft viel zu ernst, was bei dieser absurden Handlung und den Klischeefiguren einfach nicht funktioniert. Solche Szenen sind anscheinend Überbleibsel aus einer Drehbuchfassung, während der das Studio den Film noch als ernsthaften Thriller konzipiert hatte. Glücklicherweise sind wir davon verschont geblieben – eifrigen Bloggern sei Dank!

Letztendlich bietet „Snakes on a Plane“ eine etwas halbgare Mischung aus verschiedensten Genres. Wirklich gruselig ist der Film nicht (dafür hätten es bei mir „Spiders on a Plane“ sein müssen), spannend ist er nur bedingt (wenngleich einige Angriffe schon recht überraschend kamen) und der Humor ist mal mehr (Freundin des Flugbegleiters) und mal weniger (Rapperhandlung) gelungen. Was bleibt ist anspruchslose Unterhaltung, die stets sympathisch bleibt. Macht – wohl hauptsächlich dank seiner Enstehungsgeschichte – größtenteils wirklich Spaß: 6/10 Punkte.

Der verbotene Schlüssel – OT: The Skeleton Key (2005)

Gestern Abend habe ich mich endlich einmal wieder gegruselt – und das glücklicherweise nicht weil der Film so schlecht gewesen wäre. Ich glaube, das letzte Mal ist das Alejandro Amenábar mit „The Others“ gelungen. Nun hat es Iain Softleys „Der verbotene Schlüssel“ erneut geschafft, dass ich gestern mit einem etwas mulmigen Gefühl ins Bett gegangen bin. So muss das bei dieser Art von Film sein.

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Von der Atmosphäre erinnert „Der verbotene Schlüssel“ tatsächlich etwas an Amenábars Gruselfilm. Besonders das große, geheimnisvolle Haus und die schummrige Beleuchtung wecken Erinnerungen an „The Others“. Daneben steht – aufgrund der Thematik – wohl vor allem Alan Parkers grandioser Voodoo- bzw. Hoodoo-Schocker „Angel Heart“ Pate. Bis heute einer meiner Lieblingsfilme und Iain Softley schafft es tatsächlich seinen Vorbildern atmospärisch nahe zu kommen.

Zur Geschichte möchte ich nicht viel sagen. Geht auch nicht, ohne zu viel zu verraten. Nur so viel: Die Handlung ist absolut schlüssig und stimmig erzählt. Die Charaktere sind sehr glaubhaft geschrieben und man fühlt sich ihnen – ganz besonders Caroline – von Anfang an verbunden. Das Beeindruckende: Jede Wendung ist absolut nachvollziehbar und logisch. Nie wirkt etwas aufgesetzt (wie das häufig bei überraschenden Wendungen der Fall ist) oder gezwungen. Ebenso wie bei den beiden – von mir ernannten – Vorbildern.

Natürlich gibt es auch einige Schwächen. So kommt auch „Der verbotene Schlüssel“ nicht ohne klischeehafte Schockeffekte aus, die allerdings nie so ausgewalzt werden, als dass sie mich genervt hätten. Viel mehr Netagivpunkte fallen mir nun gar nicht mehr ein. Das wunderbare Drehbuch und die einfühlsame Inszenierung gleichen sowieso die meisten Schwächen spielend aus.

Ich hatte eigentlich nicht mehr erwartet, als einen 08/15-Grusler. Dank Ehren Kruger (Autor von „Arlington Road“) und Iain Softley (Regisseur von „K-PAX“) – und natürlich den wunderbaren Darstellern (u.a. Kate Hudson, Gena Rowlands und John Hurt) – ist aus „Der verbotene Schlüssel“ allerdings ein kleines Highlight für Genrefreunde geworden. Zumindest für solche, die sich gerne einmal ruhig und stimmungsvoll gruseln lassen wollen. Auch wenn die zweite Sichtung nicht so effizient sein wird, so weiß ich nun zumindest die Verfilmung von „Tintenherz“ bei Iain Softley in den besten Händen: 8/10 Punkte.

Rollerball (1975)

Neben „Logan’s Run“, „Soylent Green“ und „THX 1138“ ist Norman Jewisons „Rollerball“ einer der großen Sci-Fi-Filme der 70er Jahre. Er thematisiert ähnliche Themen, wie seine Brüder im Geiste und ist doch anders. Sehr actionbetont. Ein Sportfilm. Dennoch wird auch hier die Luft einer bevorstehenden Revolution geatmet. Die Zeit des Umbruchs ist gekommen.

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„Rollerball“ lebt eindeutig von Hauptdarsteller James Caan und den Actionsequenzen. Diese sind wahrlich atemberaubend inszeniert. Man ist als Zuschauer live beim Spiel dabei. Dies liegt vermutlich auch daran, dass die Regeln recht transparent in die Filmhandlung eingebaut worden sind. Das Spiel ist absolut glaubwürdig. Teilweise sogar erschreckend glaubwürdig. Brot und Spiele in Perfektion.

So gelungen auch die Spielszenen sind, so hätte ich mir doch etwas mehr Hintergrundinformationen über die Corporations gewünscht. Ich denke ein Informationsvorsprung des Zuschauers gegenüber den Figuren hätte der Geschichte nicht geschadet. So tappt man etwas im Dunkeln. Man kann die Motivation von Jonothan E. (James Caan) zwar nachvollziehen, doch eher auf der persönlichen Ebene. Hier wäre etwas mehr kritischer Unterbau nötig gewesen.

Inszenatorisch reißen natürlich besonders die „Rollerball“-Szenen mit. Diese sind auch – für die damalige Zeit – famos in Szene gesetzt und rasant geschnitten. Etwas gestört habe ich mich an den vielen Zooms, die heute einfach etwas unfilmisch wirken. Schauspiel und der klassische Score sind auf hohem Niveau und passen perfekt zur Geschichte.

„Rollerball“ ist sicherlich nicht die beste der düsteren 70er Jahre Utopien, doch kann der Film auch heute noch mitreißen und unterhalten. Dank der tollen Spielszenen und der interessanten – aber ausbaufähigen – Rahmenhandlung, kann ich guten Gewissens immer noch 8/10 Punkte vergeben. Das Remake von John McTiernan soll dagegen ja nicht so gelungen sein.

Bubba Ho-Tep (2002)

Nach etlichen Jahren hat es „Bubba Ho-Tep“ nun endlich auch bei uns auf DVD geschafft. Der Film wurde mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht und hat dann doch viele Zuschauer enttäuscht. Was soll man auch erwarten von einer Geschichte, in der ein schrumpliger Elvis Presley und ein schwarzer John F. Kennedy eine seelensaugende Mumie in einem Altersheim jagen? Vermutlich eine Horrorkomödie im „Evil Dead“-Stil, zumal Bruce Campbell der große Name in der Produktion ist.

„Bubba Ho-Tep“ lässt sich allerdings nicht so leicht in eine Schublade stecken. Ist er ein Horrorfilm? Eine Komödie? Gar ein Drama? Erstaunlicherweise ist der Film tatsächlich oft näher am Drama, als an den anderen Genres. Das hat mich wirklich erstaunt und wurde von den meisten Zuschauern wohl auch nicht so erwartet und dementsprechend skeptisch aufgenommen. Ich war jedoch von Anfang an gefangen von der dichten Atmosphäre, sowie der Betrachtung des Alters durch die Augen des dahinsiechenden Elvis Presley. Teils – trotz derber Sprache – fast schon poetisch und wirklich ergreifend.

Die Geschichte um die Mumie – und damit der Horroranteil – dient eigentlich nur als Funke, die den letzten Lebenswillen der beiden geschichtsträchtigen Helden entfacht. Ihr Dasein bekommt wieder einen Sinn. Etwas, das den meisten alten Menschen in solchen Heimen wohl abgeht. Man kann sich – auch durch die Visualisierung der Erinnerungen – gut in Elvis hineinversetzen und ist sich des Verlusts der Jugend bewusst. Dieser Sehnsucht nach längst vergangener Zeit. Hier steckt weit mehr in „Bubba Ho-Tep“, als sich auf den ersten Blick vermuten ließe.

Neben den ruhigen, emotionalen Szenen gibt es dennoch genügend Albernheiten. Allein die beiden Hauptcharaktere sind so absurd, dass es eine wahre Freude ist. Ihre Erklärungen für das Auftauchen der Mumie und die dementsprechenden Nachforschungen sind teils irre komisch. Der Kampf gegen die Mumie ist dann noch auf typische B-Movie-Art inszeniert und verbreitet trotz offensichtlichem Gummianzug mehr Charme, als jegliches CGI-Gewitter. Dabei wird der Film von einem fantastischen Score unterstützt, der wirklich ins Ohr geht.

„Bubba Ho-Tep“ hat sich als viel mehr entpuppt, als ein simpler Horrorfilm. Er besitzt Tiefe und echten Charakter. Teils regt er sogar zum Nachdenken an. Sicherlich gibt es einige budgetbedingte Abstriche zu machen und die Dramaturgie könnte etwas ausgefeilter sein, doch all das trübt den Spaß nicht im Geringsten. Wer Freude an skurrilen Geschichten hat, sollte auf jeden Fall einmal im Altersheim von Elvis reinschauen: 8/10 Punkte.

Domino

Es gibt Filme, die lassen einen etwas unschlüssig zurück. Zu diesen gehört seit heute Tony Scotts Bilderrausch „Domino“. Zwar kommt der Film den beiden Extremen – Meisterwerk bzw. Schrott – nicht wirklich nahe, doch dazwischen ist beinahe die gesamte Bandbreite vorhanden. Wie sagt Domino so schön? There are three kinds of people in the world. The rich. The poor. And everyone in between. Dieser Film ist irgendwo dazwischen.

Im Vorfeld hatte ich – wie so oft – ein paar Dinge über den Film gelesen. Spoilerfrei natürlich. Am meisten wurde auf Tony Scotts berühmt/berüchtigte Montage eingegangen. Etwas, das mir bereits in Scotts „Man of Fire“ etwas sauer aufgestoßen ist und das ich in „Domino“ verstärkt zu sehen befürchtet hatte. Dem war dann auch so. Doch seltsamer- bzw. glücklicherweise sind mir die Bildverfremdungen hier passender erschienen. Sie haben nicht so sehr wie Fremdkörper in der Geschichte gewirkt. Stimmiger. Schwer zu beschreiben.

Auch wenn der visuelle Overkill also annehmbar war, so hat er teils doch etwas meine Nerven strapaziert. Besonders da auch ruhige Sequenzen (z.B. Beerdigung) nicht verschont geblieben sind. In solchen Szenen gab es dann auch keinerlei Verbindung zwischen Montage und Inhalt. Hier hat sich Scotts Stil als das offenbart, was er oft leider auch ganz einfach ist: Spielerei. Trotzdem darf ich für alle Entwarnung geben, die den Film völlig durch die Montage ruiniert wähnen: In vielen Szenen gibt es wunderbare Bildsequenzen zu bewundern, die Sinn und Spaß machen.

Inhaltlich ist auch nicht alles im grünen Bereich. Die Geschichte um Domino Harvey ist interessant und es gibt charismatische Figuren. Die Handlung braucht etwas bis sie in die Gänge kommt und oft werden – da haben wir es wieder – zu verspielte Sequenzen eingestreut. Ich denke nur an die Jerry Springer-Show, die ausgedehnte Drogensequenz oder auch einige der Interviewszenen. Eine halbe Stunde weniger hätte dem Film meiner Meinung nicht geschadet. Neben dem inhaltlichen Balast und den visuellen Auswüchsen wird nämlich eine spannende Geschichte erzählt, die zudem mit interessanten Figuren bevölkert ist.

Erwähnenswert finde ich zudem Keira Knightley, die mich hier sehr positiv überrascht hat, sowie Mickey Rourke, der endlich wieder zur alten Form zurückgefunden zu haben scheint. Das große Shoot Out am Ende hat mich übrigens sowohl vom Spannungsaufbau, als auch von der Inszenierung sehr an Scotts „True Romance“-Finale erinnert. Überhaupt fand ich das Ende unerwartet emotional, besonders da die wunderschönen End Credits mit der echten Domino Harvey enden, die 2005 an einer Überdosis gestorben ist.

„Domino“ ist gefällt mir besser, als ich gedacht hatte. Teils beeindruckend gespielt und in tollen Bildern erzählt. Teils abschweifend und zu verspielt. Als Gesamtwerk auf jeden Fall sehenswert und durchaus mit Potential: 7/10 Punkte.

Riddick: Chroniken eines Kriegers – Director’s Cut – OT: The Chronicles of Riddick

Im Anschluss an „Pitch Black“ habe ich mir gestern noch David Twohys Fortsetzung „Riddick: Chroniken eines Kriegers“ im Director’s Cut angesehen. Dies war meine erste Sichtung und aufgrund diverser vernichtender Kritiken war meine Erwartungshaltung nicht all zu groß. Letztendlich bekam ich dann genau das, womit ich gerechnet hatte: Einen großen, albernen Sci-Fi-Actionfilm.

Zunächst einmal finde ich die grundlegende Idee des Films samt Übernahme des Charakters aus „Pitch Black“ sehr gelungen. Viele Kritiker haben sich daran gestört, dass eine Nebenfigur aufgeblasen wird, doch ich finde den Schritt nur konsequent, war Riddick im Vorgänger doch eindeutig der interessanteste Charakter. Ich hatte zudem immer gedacht, dass die beiden Filme außer dem Antihelden nichts gemein haben. Dem ist allerdings nicht so: Es wird Bezug auf die Ereignisse aus „Pitch Black“ genommen und die Überlebenden spielen tragende Rollen in der Fortsetzung. All das wirkt seltsamerweise nicht erzwungen oder aufgesetzt – und das obwohl „The Chronicles of Riddick“ eine ganz andere Art Film darstellt, wie sein Vorgänger.

In den Chroniken wird eine episch anmutende Geschichte erzählt. Fantasyelemente übernehmen die tragende Rolle und das Design scheint Filmen wie „Stargate“ oder „Dune“ entsprungen. Die erste halbe Stunde konnte mich auch wirklich begeistern: Es wird von Planet zu Planet gereist, gibt unzählige Figuren und mystische Namen. Die Einführung der Charaktere fand ich zudem sehr gelungen. Doch dann betreten die Bösewichte die Bühne. Diese sind – neben ihrer Eigenschaft Welten auszulöschen – leider überhaupt nicht furcheinflößend. Da hatte ich selbst vor den Grashüpfern aus „Galaxy Quest“ mehr Respekt. Die Kostüme wirken wie aus der originalen „Star Trek“-Serie und die Dialoge sind teils so haarsträubend, dass es an Körperverletzung grenzt. Ich habe mich oft wirklich in einer Parodie gewähnt. Unglaublich.

Sobald die Handlung wieder direkt bei Riddick und Co. ist, macht der Film allerdings wirklich Spaß. Der Gefängnisaufenthalt samt Ausbruch ist sehr gelungen. Sowohl vom Produktionsdesign, als auch von der Action. Man darf  allerdings keine Sekunde über Logik, sowie Sinn und Zweck des Ganzen nachdenken, dann kann man den Unterhaltungswert auch voll und ganz genießen. Denn den besitzt der Film auf jeden Fall. Davon abgesehen ist Riddick wirklich eine tolle Figur. Sicher sollte man von Vin Diesel keine Shakespearschen Schauspielleistungen erwarten, doch als Actionheld taugt er allemal.

Die Geschichte an sich wäre auch gar nicht schlecht wären da nicht, ja wären da nicht die Necromonger. Ich weiß auch nicht was Twohy hier geritten hat. Die Idee (Aufzwingen einer dubiosen Religion) wäre ja an sich noch ganz brauchbar, aber die Handlungen der Figuren, die wirklich dummen Dialoge und die schrecklichen Kostüme machen aus den Villains einfach nur Witzfiguren. Dieser Umstand nimmt dem Film so viel. Es ist wahrlich eine Schande.

„The Chronicles of Riddick“ ist ein wirklich unterhaltsamer Sci-Fi-Actioner, der eigentlich alles besitzt, was man als Genrefreund braucht: Fremde Welten, Raumschiffe, Action, einen schnittigen Helden, Effekte en masse und eine einigermaßen brauchbare Geschichte. Doch leider besitzt der Film auch die Necromonger. Somit sind mehr als 6/10 Punkte leider nicht drin.

Pitch Black: Planet der Finsternis (2000)

Das Jahr, in dem „Pitch Black: Planet der Finsternis“ in die Kinos kam, war für mich das Jahr der Sneak Previews. Das letzte Schuljahr. Unendlich viel Zeit. Parties. Kino. So wurde der Besuch der Sneak zum wöchentlichen Ritual. Irgendwann kamen vermehrt Gerüchte auf, es würde ein Science-Fiction-Film gezeigt. Eine gelungene Abwechslung im Komödiensumpf. Nach drei Wochen war es schließlich soweit und ich sah mit „Pitch Black“ einen meiner unterhaltsamsten Sneak-Filme. Für das Folgende droht Spoilergefahr.

Auch heute noch mach David Twohys Sci-Fi-Actioner Spaß. Viel Spaß. Zudem ist er einem im Kino selten gewordenen Genre zugehörig: Dem klassichen Weltraumfilm. Ein Weltraumfilm mit Monstern. Gab es so etwas – sieht man einmal von diversen B- und C-Movies ab – überhaupt außerhalb der „ALIEN“-Reihe? „Pitch Black“ hat – für mich – eine Lücke gefüllt. Sicherlich darf man ihn qualitativ nicht mit den Scott/Cameron-Meisterwerken vergleichen, doch das muss man auch gar nicht. Der Film besitzt genug Eigenständigkeit um einfach nur gut zu unterhalten.

Die Figuren sind zwar alle etwas klischeehaft, aber gut gezeichnet. Keine seelenlosen Abziehbilder – und das ist in einem Monsterfilm schon einmal viel Wert. Zudem gibt es mit Riddick einen Charakter, der nur schwer zu durchschauen ist und der – netter Einfall – seine Fähigkeiten mit den Monstern teilt. Zwar ist diese Figur bewusst cool angelegt und hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen, doch darf man trotz allem nicht den Fehler machen und „Pitch Black“ als reines Vin Diesel-Vehikel à la „xXx“ sehen.

Neben einer spannenden Handlung und – innerhalb der Genregrenzen – überzeugenden Figuren, kann besonders die Optik überzeugen. Das Licht der drei Sonnen wird sehr glaubwürdig dargestellt und auch der Look der Aliens weiß zu gefallen, wenngleich sich das niedrige Budget hier doch ab und zu bemerkbar macht. Das Ende weiß dann auch inhaltlich zu gefallen, kann sich die Ripley-Gedächtnis-Amazone nicht ins Schiff retten, sondern wird in letzter Sekunde zu Hackfleisch. Eine augenzwinkernde Verbeugung vor dem Vorbild? Ich will es einmal glauben.

„Pitch Black“ ist alles andere als großes Kino. Zu großartigem Unterhaltungskino reicht es aber allemal – und das ist manchmal schon viel Wert. Wer auf Filme wie „The Cave“ steht, der wird auch mit diesem kleinen, feinen Sci-Fi-Schocker glücklich: 7/10 Punkte.