Als ich während meiner persönlichen Hochphase des Horrorfilms das erste Mal von Clive Barkers „Hellraiser: Das Tor zur Hölle“ hörte, war ich sofort fasziniert von der Geschichte. Es sollte jedoch noch einige Jahre dauern, bis ich in den Genuss dieses ersten Teils der bekannten Filmreihe kam.

Eine Kursfahrt nach London eröffnete mir damals – noch weit vor Zeiten von DVD oder eCommerce – den Zugriff auf mir bis dato unerreichbare Filmperlen. Neben „Braindead“ fand u.a. auch die „Hellraiser“-Trilogie ihren Weg ins ferne Deutschland. Somit eröffnete sich mir ein neues Kapitel meiner persönlichen Filmgeschichte. Auch heute noch muss ich zugeben, dass die ersten Teile der „Hellraiser“-Reihe zu den wenigen Genrefilmen gehören, die ein ungutes Gefühl bei mir hervorrufen. Zu meinen unsterblichen Favoriten haben sie jedoch – oder gerade deshalb – nie gehört.
Bei der heutigen Sichtung auf DVD gab es – neben der vielfach besseren Bild- und Tonqualität – nur wenig neue Erkenntnisse. Clive Barkers filmgewordener Albtraum erzählt immer noch eine Geschichte über menschliche Schwächen. Sexuelle Hörigkeit, Egoismus und unreflektiertes Verlangen sind nur einige der Themen, mit denen Barkers Antihelden umzugehen haben. Ein etwas grobschlächtiges und nur allzu menschliches Drama trifft auf dystopische Düsternis: Die Charaktere betreten die Unterwelt der Cenobiten.
Clive Barker („Abarat“) hält sich bei der Verfilmung seiner eigenen Vorlage nicht mit halben Sachen auf. Die grafische Gewalt ist stets präsent und weiß auch heute noch zu schockieren. Besonders da sie aus den menschlichen Schwächen entwächst. Teils mag der phantastische Ansatz nicht so ganz mit dem Familiendrama harmonieren, doch gerade das Zusammenkommen dieser an sich fremden Elemente macht einen Großteil der von dem Film ausgehenden Faszination aus.
Für Horrorfreunde ist „Hellraiser“ auch heute noch Pflichtprogramm. Ein wichtiges Werk, das Grenzen überschreitet, ohne jedoch – wie leider heute oft zu sehen – rein auf der Gewaltwelle zu reiten. Horror mit Köpfchen, der weit über das hinaus geht, was sich auf der Leinwand abspielt. Nicht mein liebster Genrefilm, aber ohne Zweifel einer der Wichtigsten: 8/10 Punkte.








