Hellraiser: Das Tor zur Hölle – OT: Hellraiser (1987)

Als ich während meiner persönlichen Hochphase des Horrorfilms das erste Mal von Clive Barkers „Hellraiser: Das Tor zur Hölle“ hörte, war ich sofort fasziniert von der Geschichte. Es sollte jedoch noch einige Jahre dauern, bis ich in den Genuss dieses ersten Teils der bekannten Filmreihe kam.

hellraiser

Eine Kursfahrt nach London eröffnete mir damals – noch weit vor Zeiten von DVD oder eCommerce – den Zugriff auf mir bis dato unerreichbare Filmperlen. Neben „Braindead“ fand u.a. auch die „Hellraiser“-Trilogie ihren Weg ins ferne Deutschland. Somit eröffnete sich mir ein neues Kapitel meiner persönlichen Filmgeschichte. Auch heute noch muss ich zugeben, dass die ersten Teile der „Hellraiser“-Reihe zu den wenigen Genrefilmen gehören, die ein ungutes Gefühl bei mir hervorrufen. Zu meinen unsterblichen Favoriten haben sie jedoch – oder gerade deshalb – nie gehört.

Bei der heutigen Sichtung auf DVD gab es – neben der vielfach besseren Bild- und Tonqualität – nur wenig neue Erkenntnisse. Clive Barkers filmgewordener Albtraum erzählt immer noch eine Geschichte über menschliche Schwächen. Sexuelle Hörigkeit, Egoismus und unreflektiertes Verlangen sind nur einige der Themen, mit denen Barkers Antihelden umzugehen haben. Ein etwas grobschlächtiges und nur allzu menschliches Drama trifft auf dystopische Düsternis: Die Charaktere betreten die Unterwelt der Cenobiten.

Clive Barker („Abarat“) hält sich bei der Verfilmung seiner eigenen Vorlage nicht mit halben Sachen auf. Die grafische Gewalt ist stets präsent und weiß auch heute noch zu schockieren. Besonders da sie aus den menschlichen Schwächen entwächst. Teils mag der phantastische Ansatz nicht so ganz mit dem Familiendrama harmonieren, doch gerade das Zusammenkommen dieser an sich fremden Elemente macht einen Großteil der von dem Film ausgehenden Faszination aus.

Für Horrorfreunde ist „Hellraiser“ auch heute noch Pflichtprogramm. Ein wichtiges Werk, das Grenzen überschreitet, ohne jedoch – wie leider heute oft zu sehen – rein auf der Gewaltwelle zu reiten. Horror mit Köpfchen, der weit über das hinaus geht, was sich auf der Leinwand abspielt. Nicht mein liebster Genrefilm, aber ohne Zweifel einer der Wichtigsten: 8/10 Punkte.

6 Gedanken zu “Hellraiser: Das Tor zur Hölle – OT: Hellraiser (1987)

  1. Und heute ist mir gerade die Barker-Verfilmung „The Midnight Meat Train“ ins Haus gekommen. Seltsamerweise auch aus England. Zufall?
    😉

    Hellraiser1 (fand den angenehm unangenehm, aber er schockt heutzutage halt nicht mehr so sehr) und Braindead stehen auch bei mir in der Sammlung. Muss man die anderen Hellraiser sehen oder langt der erste? Ist ja oft bei Horrorfilmen so.

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  2. „The Midnight Meat Train“ hat auch mein Interesse geweckt. Werde bei diesem wohl auch auf die UK-Veröffentlichung zurückgreifen.

    Von der „Hellraiser“-Reihe sind die beiden ersten Teile sehenswert und nehmen sich qualitativ nicht viel, wenngleich sie etwas andere Schwerpunkte setzen. Teil 3 und 4 fand ich noch ganz nett, wenngleich sie doch stark hinter ihren Möglichkeiten bleiben. Hier kann ich nur die Anchor Bay Trilogy Box empfehlen, welche den Filmen absolut gerecht wird.

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  3. Ich mag den Film unwahrscheinlich gerne, gerade weil er sich so gegen die üblichen Genrekonventionen sträubt und ja, absolut unangenehm daherkommt. Absolut kein Teenhorror. Was die restlichen Teile der Reihe betrifft, ich finde die immer noch sehr interessant, auch wenn sie sicherlich mit fortschreitender Ziffer am Ende des Titels an Qualität verlieren und nur noch wenig mit Barkers Film zu tun haben. In jedem Fall ein klasse Film, der eine ungewöhnliche Franchise nach sich zog. Ist halt was für den anderen Geschmack.;)

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  4. Das Brechen mit den Konventionen halte ich dem Film auch zugute. Nicht umsonst hat er diesen besonderen Stellenwert in seinem Genre. Bei der gestrigen Sichtung ist mir allerdings aufgefallen, dass das Finale aka Kirsty vs. Cenobites schon etwas auf der Teenhorrorschiene fährt. Aber nur etwas. Alles davor ist wirklich absolut humorlos und erwachsen.

    Den vierten Teil fand ich hochinteressant, doch leider gibt es ja nur die verstümmelte Alan Smithee-Fassung. Der fünfte hatte mir als übernatürlicher Thriller auch ganz gut gefallen, wenngleich da nicht mehr viel von „Hellraiser“ blieb. Danach bin ich dann ausgestiegen.

    Die ersten beiden Teile sind auf jeden Fall echte Genreklassiker. Keine Frage.

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