Cliffhanger: Nur die Starken überleben (1993) (WS1)

Da ich nach meinem Urlaub jetzt schon wieder die Berge vermisse, musste dringend Abhilfe gefunden werden. Welcher Film bietet sich da mehr an, als Renny Harlins „Cliffhanger“ mit Sylvester Stallone und John Lithgow? Keiner, ganz genau. Zudem liegt die letzte Sichtung auch schon wieder 5 Jahre zurück, was die Entscheidung für den 90er Jahre Actionkracher umso leichter machte.

Ich liebe es wie herrlich altmodisch der Film daherkommt – und das obwohl er damals mit den aufwendigsten Stuntszenen aufwarten konnte und neueste VFX-Techniken zum Einsatz kamen. Dennoch strahlt der Film eine sehr handgemachte Atmosphäre aus, was durch die brutalen Actioneinlagen nur noch unterstrichen wird. Da die Geschichte beinahe schon vernachlässigbar simpel – aber dennoch überzeugend und spannend – ist, hat sich Renny Harlin größtenteils auf die grandiose Naturkulisse verlassen, die auch enorme Schauwerte bietet.

Der Film sieht auch heute noch fantastisch aus und wird zur nächsten Sichtung garantiert auf Blu-ray angeschafft. Einige Einstellungen lassen zwar ihre Studioherkunft nicht verleugnen, doch sind mir diese weit weniger störend aufgefallen, als noch bei der letzten Sichtung. Überhaupt hat mich die Handlung dieses Mal wieder sehr mitgerissen, was vielleicht auch daran lag, dass ich den Film wohl zum ersten Mal im englischen Originalton gesehen habe.

Renny Harlin ist mit „Cliffhanger“ wahrlich ein Actionmeisterwerk gelungen. Sicher nichts was sehr lange in Erinnerung bleibt, doch mit jeder Sichtung eine verdammt unterhaltsame Achterbahnfahrt mit einem herrlichen Bösewicht und fantastischen Bildern. Auch Trevor Jones Score ist nicht zu unterschätzen und rundet das Gesamtbild stimmig ab. Sollte man als Actionfreund ruhig öfter als alle 5 Jahre einmal sehen: 8/10 Punkte.

James Bond 007: Casino Royale (2006)

Aktualisierung: Ich habe „James Bond 007: Casino Royale“ am 8. Mai 2013 und am 22. Februar 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem alle Welt bereits über den neuen James Bond berichtet hat und Daniel Craig bereits zum zweiten Mal als 007 auf der Leinwand erschienen ist, ergreife nun auch ich die Gelegenheit, um „James Bond 007: Casino Royale“ zu besprechen. Ein neuer Bond, ein frischer Bond. Kein strahlender, charmanter Lebemann. Ein gebrochener Held, unter dessen harter Schale ein verletzlicher Kern zu finden ist. Ein James Bond für die 2010er Jahre.

James Bond 007: Casino Royale (2006) | © Warner Bros (Universal Pictures)

James Bond 007: Casino Royale (2006) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Früher habe ich James Bond geliebt. Neben den Bud Spencer- und Terence Hill-Kloppereien gehörte die Reihe um den britischen Geheimagenten wohl zu den ersten Filmen, für die ich abends lange aufbleiben durfte. So sah ich in meiner Jugend alle Bond-Filme mit Sean Connery und Roger Moore wohl nicht nur einmal. Exotische Länder, geheimnisvolle Bösewichte und außergewöhnliche technische Gadgets waren der Mix, der die Serie für mich interessant machte. So etwas hatte ich zuvor noch nicht gesehen. Spätestens mit Pierce Brosnan habe ich jedoch das Interesse an der Reihe verloren und seit knapp 10 Jahren wohl auch keinen Bond mehr gesehen. Ob es Daniel Craig gelungen ist, das alte Interesse wieder zu wecken?

Ich muss zugeben, dass Herr Craig durchaus eine gute Figur macht. Besonders das erste Filmdrittel ist wunderbar inszeniert und gespielt. Bond ist körperlicher geworden. Die Actionszenen sind schnell und doch übersichtlich geschnitten. Oft las ich von Vergleichen zur Bourne-Trilogie, doch ist James Bonds Universum weit weniger in der Realität angesiedelt, als das von Jason Bourne. Die oft übertriebene und doch realistisch inszenierte Action steht dem Film gut zu Gesicht und ich wünschte mir sehr, dass die restliche Handlung etwas von dieser Überhöhung mitbekommen hätte.

Auch wenn der Antagonist in „Casino Royale“ wie ein typischer Bond-Bösewicht daherkommt, so fehlt diesem doch der beißende Witz und unserem Helden der lockere Spruch auf den Lippen. Zwar fand ich die deutlich brutaleren Kampfszenen und harten Actioneinlagen sehr gelungen, doch hätte ich z.B. auf die Folterszene durchaus verzichten können. Überhaupt fällt die Handlung im letzten Drittel etwas ab. Die teils schon übertrieben schmonzettige Liebesgeschichte sowie das undurchsichtige Finale hätte man – trotz einer fantastischen Eva Green – durchaus kürzer und prägnanter abhandeln können. Dennoch ist dieser Kritikpunkt nur ein geringer und ich wurde insgesamt ausgezeichnet unterhalten.

Fazit

Für mich hat „Casino Royale“ tatsächlich wieder das Interesse an James Bond geweckt. So werde ich mir irgendwann demnächst garantiert auch „Ein Quantum Trost“ zu Gemüte führen – auch wenn diverse Kritiken befürchten lassen, dass man 007 noch mehr zum wortkargen Einzelkämpfer stilisiert hat. Vor der nächsten Sichtung sollte ich aber auf jeden Fall meine Poker-Kenntnisse auffrischen. Knappe 8/10 Punkte.

Knight and Day – Extended Cut (2010)

Schon lange habe ich mich nicht mehr dazu hinreißen lassen einen Film nur aufgrund seines günstigen Preises zu kaufen. Bei der Blu-ray von „Knight and Day“ für knapp 5 Euro konnte ich dann aber doch nicht widerstehen – und das obwohl mich der Film eigentlich so gar nicht interessiert hat. Meine Erwartungen waren somit nicht allzu hoch und wurden dennoch nicht erfüllt. Manche Filme sollte man eben wirklich einfach im Regal stehen lassen.

Zum Inhalt gibt es eigentlich nicht viel zu sagen: Cameron Diaz und Tom Cruise spulen in einer romantischen Actionkomödie recht überraschungsarm ihre bekannten Rollenklischees ab. Hinzu kommt übertriebene Action, ein wenig seichter Humor und diverse immerhin nett anzusehende, aber größtenteils ungenutzt bleibende internationale Locations (u.a. Salzburg). Fertig ist der Sommer-Blockbuster, der letztenlich doch keiner werden sollte. Anscheinend hatte selbst das Zielpublikum keine Lust auf einen weiteren Film nach Schema F – und genau nach diesem ist „Knight and Day“ leider aufgebaut.

Ab und zu habe ich nichts gegen seichte Geschichten und somit hätte ich damit gut leben können. Leider stimmt auch die Chemie zwischen den Hauptdarstellern nicht. Die meist müden Lacher wirken mindestens ebenso erzwungen, wie das beständige Grinsen von Diaz und Cruise. Hey Leute, seht her: Wir spielen hier im Gute-Laune-Sommerhit! Hinzu kommt ein penetranter Score, der oft wie aus der Lounge-Musik-Konserve klingt. Als wäre dies nicht genug, setzt die Inszenierung selbst in den einfachsten Szenen auf CGI, was zu einem beständig unwirklichen Look führt, der durch die oft einfach falsche Lichtsetzung noch verstärkt wird.

Dies klingt nun alles katastrophal und wohl auch schlimmer, als der Film in seiner Gesamtheit tatsächlich ist. Ich wurde durchaus gut unterhalten und bereue die Sichtung nur ein wenig. Letztendlich ärgert mich wohl am meisten, dass man in Hollywood immer noch glaubt das Publikum mit der immer gleichen Formel begeistern zu können. „Knight and Day“ ist aber leider nur lauwarme Unterhaltung, die ich spätestens morgen früh wieder vergessen haben werde: 4/10 Punkte.

Predators (2010)

Nachdem ich die Kinoauswertung verpasst hatte, war heute endlich der richtige Tag mich an Nimród Antals „Predators“ heranzuwagen. Auch wenn ich dem Franchise nicht so viel abgewinnen kann wie der „Alien“-Reihe, so weiß ich die ersten beiden Auftritte dieser Sci-Fi-Ikonen dennoch zu schätzen. Insofern war ich äußerst gespannt, inwieweit Produzent Robert Rodriguez der Reihe seinen Stempel aufzudrücken vermochte.

Meine Erwartungen waren trotz Vorfreude nicht sonderlich hoch, was unter anderem auch mit dem letzten offiziellen Auftritt der Predatoren im miserablen „Aliens vs. Predator: Requiem“ zusammenhängt. Seit dem ikonografischen Original mit Arnold Schwarzenegger waren immerhin bereits 23 Jahre vergangen und wie mau Anbiederungen an das 80er Jahre Actionkino ausfallen können, durfte ich ja erst vor knapp zwei Wochen mit Sylvester Stallones „The Expendables“ bewundern. Was also hat das (Beinahe-)Remake letztendlich zu bieten?

Zunächst einmal ist mir der herrlich altmodische Score aufgefallen, der tatsächlich sowohl an den Erstling als auch an „Alien“ erinnert. Sehr gelungen. Die Einführung der Charaktere fand ich auch schön, wenngleich man es – wie sollte es anders sein? – nur mit Abziehbildern zu tun hat. Der Cast (u.a. Danny Trejo und Laurence Fishburne in Nebenrollen) ist zwar brauchbar, doch sind die männlichen Hauptrollen mit Adrien Brody und Topher Grace (Eric Foreman, „That ’70s Show“) eher fragwürdig besetzt. Besonders Brody nimmt man den abgebrühten Söldner leider nicht wirklich ab.

Auf der positiven Seite gibt es blutige Kämpfe (der Schwertkampf ist wahrlich toll anzusehen), herrliche Landschaftsaufnahmen und etliche Auftritte der fiesen Predatoren zu vermerken. Negative Aspekte sind dagegen die äußerst sprunghafte Charakterentwicklung, welche besonders gegen Ende unsäglich aufgesetzt wirkt sowie einige Längen im Mittelteil. Doch insgesamt überwiegen glücklicherweise die sehenswerten Elemente mit teils schönen Reminiszenzen an das Schwarzenegger-Vehikel von 1987.

Hardcore-Fans des Franchise werden bestimmt über den Film jammern, doch mir hat er überraschend gut gefallen. Natürlich darf man nicht zuviel erwarten, doch wer nur 107 Minuten harte Sci-Fi-Action mit bekannten Monstern sucht, der sollte auf jeden Fall einmal reinschauen. Kein ganz großer Wurf, doch trotz seiner Mankos durchaus sehenswertes Genrekino und somit gibt es knappe 7/10 Punkte.

The Expendables (2010)

Was hat das filmische Web 2.0 gejubelt, als „The Expendables“ angekündigt wurde. Alle Actionstars des 80er Jahre Kinos in einem Film versammelt. Entsprechend gierig wurde jedes noch so unscharfe Schauspielerfoto, jede noch so bedeutungslose News und jeder Kommentar von Sylvester Stallone aufgesogen und weiterverbreitet. Ein Hype für eine ganz bestimmte Zielgruppe. Ein Hype für alle, die mit „Rambo“, „Phantom Commando“ und Co. aufgewachsen sind. Ein Hype für uns.

Da auch ich mich immer noch an den meisten 80er Jahre Actionvehikeln erfreue, war die Erwartungshaltung entsprechend hoch und wurde erst durch diverse durchwachsene Kritiken gedämpft. Bis zur heutigen Sichtung ist dann allerdings etliche Zeit verstrichen, was mir wieder einen neutraleren Blickwinkel auf den Film erlaubte. Was ist nun also dran an dem Actionkracher des vergangenen Jahres? Konnte Stallone den selbst gesäten Vorschusslorbeeren gerecht werden oder haben die verbitterten Kritiker recht behalten, die anscheinend ihre filmischen Wurzeln vergessen haben?

Um es auf den Punkt zu bringen: Ja, der Film atmet die Luft des 80er Jahre Actionkinos. Nein, der Film ist keine tarantinoesque Hommage an das Genre. Und nein, Sylvester Stallone ist weder ein besonders guter Drehbuchautor noch ein sonderlich begabter Regisseur. Ich wollte den Film wirklich lieben. Warum auch nicht? Stallone hat nahezu alles was im Actionkino Rang und Namen hat(te) in seinem Film untergebracht. Mich stören nicht einmal die nur kurzen Gastauftritte von Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger. Alleine für diese Szene lohnt sich der Film. Nein, seine Fehler begeht Stallone woanders.

Die Geschichte ist völlig ausreichend. Hier hatte ich auch nicht mehr erwartet. Schließlich will man ja an seine Vorbilder anknüpfen. Das Problem ist folglich nicht was erzählt wird, sondern wie es erzählt wird. Die Dialoge sind spröde und oft kann man den Witz nur erahnen. Stallone beweißt leider absolut kein Händchen für Comic Timing oder einen gelungenen Spannungsaufbau. Selbst das worauf es ankommt – die lang erwarteten Actionsequenzen – werden durch abgedroschene Videoclipästhetik mit Wackelkamera und CGI-Blut erzählt. Auch wenn Handlung und Charaktere durchaus an die gute, alte Zeit erinnern – die Inszenierung macht hier viel wieder kaputt.

Insgesamt ist „The Expendables“ für Genrefans durchaus empfehlenswert. Es macht Spaß die altgedienten Haudegen noch einmal in Action zu sehen. Leider jedoch versagt der Film an vielen Stellen, an denen er wirklich hätte auftrumpfen können. Hier hätte Stallone das Ruder einmal lieber aus der Hand gegeben. Mit ihm als Produzent und einem fähigeren Regisseur hätte der Film genau das werden können, als das er im Vorfeld gefeiert wurde: Die Hommage an das 80er Jahre Actionkino. So bleibt es leider beim ehrenwerten, aber letztendlich ziemlich müden Versuch: 5/10 Punkte.

Independence Day (1996)

Aktualisierung: Ich habe „Independence Day“ am 15. Februar 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht. Gestern Abend habe ich wieder einmal einen Film gesehen, bei dessen Sichtung ich feststellen musste, wie alt ich inzwischen bin. Kaum zu glauben, dass seit dem wunderbaren Kinoerlebnis „Independence Day“ bereits 15 Jahre vergangen sind. Mein halbes Leben. Gefühlt habe ich Roland Emmerichs Zerstörungsorgie allerdings erst vor ein paar Wochen gesehen, was auch daran liegen mag, dass dies einer der wenigen Filme ist, die ich damals als VHS-Kassette besaß.
Independence Day (1996) | © 20th Century Fox Home Entertainment

Independence Day (1996) | © 20th Century Fox Home Entertainment

Tatsächlich liegt meine letzte Sichtung von „Independence Day“ inzwischen bestimmt schon 10 Jahre zurück. Die meisten Szenen waren mir allerdings auch gestern noch lebhaft in Erinnerung. Insgesamt muss ich sagen, dass der Film erstaunlich gut gealtert ist. Sicher sind die Effekte nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit und wohl kein heutiger Erstzuschauer wird mit der gleichen Faszination vor dem Bildschirm sitzen, mit der wir damals aus dem Kino kamen. Doch den meisten dürften die ikonografischen Bilder ohnehin bekannt sein, die nicht ohne Grund ihren Weg in die Popkultur gefunden haben. Lässt man die auch heute noch beeindruckenden Effekte außer acht, so bleibt nur ein laues Lüftchen von einer Geschichte übrig, die mit eindimensionalen Charakteren bevölkert ist. Früher hat mich das nicht sonderlich gestört und ich fand sowohl Will Smiths Captain Steven Hiller, als auch Bill Pullmans President Whitmore ziemlich lässig. Heute allerdings besitzt einzig Jeff Goldblums Figur noch ein wenig Unterhaltungswert. Leider typisch für Roland Emmerichs Filme, doch im Gegensatz zu „The Day After Tomorrow“ und „2012“ bietet „Independence Day“ wenigstens ein brauchbares Sci-Fi-Setting.

Fazit

Wie bei anderen Filmen aus meiner Jugend hat natürlich auch „Independence Day“ bei mir einen gewissen Nostalgie-Bonus. Dennoch sind die Schwächen in der Handlung und Charakterzeichnung einfach nicht zu ignorieren. Auch wenn ich den Film heute wohl nicht mehr so häufig sehen würde, so hat er mich bei der gestrigen Sichtung jedoch ziemlich gut unterhalten. Wahrlich kein Genre-Klassiker, doch für mich ein prägender Film aus einer Zeit, in der man noch leichter zu begeistern war: 7/10 Punkte.

The Dark Knight (2008) (WS1)

Kaum sind vier Wochen vergangen seit ich „Batman Begins“ gesehen habe, kann ich endlich die Besprechung zu meiner ersten Wiederholungssichtung von „The Dark Knight“ schreiben. Der Hype um das Sequel ist inzwischen auch abgeflacht, was dem Filmerlebnis durchaus zugute kommt. Heute kann man Christopher Nolans Comicverfilmung endlich vorurteilsfrei genießen.

Für mich wird „The Dark Kight“ immer ein besonderer Film sein, was aber hauptsächlich an den äußeren Umständen meiner Erstsichtung liegt. Vor drei Jahren während unserer Hochzeitsreise im verschlafenen Williamsport, PA war das einer dieser magischen Kinobesuche, die man wohl nie vergessen wird. Der Film war beinahe schon nebensächlich, wenngleich er mich bereits damals äußerst gut zu unterhalten wusste. Dennoch habe ich ihn eher als ziemlich guten Thriller wahrgenommen, als das cineastische Meisterwerk, als das er angekündigt wurde.

Auch gestern habe ich keine filmgewordene Offenbarung gesehen, jedoch einen ziemlich perfekten Unterhaltungsfilm, der mir noch besser gefallen hat, als bei der Erstsichtung. Einerseits konnte ich mich mehr auf den Film konzentrieren und andererseits wurde ich von der technisch perfekten Präsentation der Blu-ray ziemlich umgehauen. Die IMAX-Szenen sind wirklich atemberaubend und fügen sich erstaunlich gut in das CinemaScope-Bild des restlichen Films ein. Ein audiovisuelles Festmahl, dem glücklicherweise auch der Inhalt in nahezu nichts nachsteht.

An den ersten beiden Dritteln des Films habe ich absolut nichts auszusetzen. Es ist eine wahre Freude Heath Ledgers diabolischem Joker zuzusehen. Einfach nur großartig. Christian Bale bleibt als Batman dagegen ziemlich blass, was mich bei der gestrigen Sichtung jedoch nicht sonderlich störte. Vermutlich weil mir seine verhältnismäßig detaillierte Charakterzeichnung aus „Batman Begins“ noch ziemlich gut im Kopf war. Einzig im letzten Drittel bricht die Handlung des Films meiner Meinung nach etwas ein. Harvey ‚Tow Face‘ Dent wirkte für mich hier zu sehr wie das Mittel zum Zweck und konnte mich als eigenständiger Charakter eher wenig überzeugen.

Nun habe ich beide „Batman“-Verfilmungen von Christopher Nolan mit größerem zeitlichen Abstand erneut gesehen. Ich kann für mich festhalten, dass es wirklich fantastische Filme sind. Technisch perfekt und inhaltlich erstaunlich erwachsen. Welcher Film nun besser ist? Ich könnte mich im Moment nicht festlegen, wünsche mir für „The Dark Knight Rises“ insgeheim aber wieder mehr Comic als Realismus. Auch nach dem Hype immer noch großartiges Unterhaltungskino: 9/10 Punkte.

Batman Begins (2005) (WS1)

Vielleicht liegt es an meiner relativ langen Filmabstinenz – immerhin sind seit meiner letzten Filmsichtung bereits drei Wochen vergangen – doch Christopher Nolans „Batman Begins“ hat mir gestern weit besser gefallen, als noch bei der Erstsichtung vor dreieinhalb Jahren. Inzwischen kann ich den Film auch gut mit dem Nachfolger „The Dark Knight“ vergleichen, was neue Blickwinkel auf Nolans bombastische Comicaction zulässt.

Wie bereits bei der letzten Sichtung hat mir die erste Hälfte des Films wirklich ausgezeichnet gefallen. Man erlebt die Heldengeburt in all ihren Facetten, ohne dass diese jedoch zu abgedroschen oder vorhersehbar erscheint. Nolan zementiert hier bereits – auch wenn man dies als Zuschauer anfangs nicht wahrnimmt – das Fundament für den Hauptteil des Films, in der Batman zu voller Größe heranwächst. Ein weiterer Grund für die wirklich unterhaltsame Art und Weise der Heldengeburt ist Nolans auf düsteren Realismus getrimmte Inszenierung, welche damals noch ein Novum im Superheldengenre darstellte.

Die zweite Hälfte des Films hat sich für mich dieses Mal besser in den Film integriert, als noch bei der Erstsichtung. Zwar ist stilistisch durchaus ein gewisser Bruch festzustellen – auch besonders im Vergleich zu „The Dark Knight“ – doch macht dieser für die erzählte Geschichte durchaus Sinn. In diesem Abschnitt des Films erinnert Nolans Werk deutlich mehr an die „Batman“-Filme Tim Burtons, was sich besonders in der artifiziellen Darstellung von Gotham City und speziell The Narrows verdeutlicht. Hätte man den Film zuvor auch als klassischen Actionthriller klassifizieren können, gibt es nun keinen Zweifel mehr, dass „Batman Begins“ der Comicwelt entspringt.

Auch wenn mich der Film bei meiner gestrigen Sichtung nahezu perfekt zu unterhalten wusste, so habe ich doch immer noch einen Kritikpunkt. Wie auch in „Inception“ übertreibt es Nolan hier mit einer Actionszene. War es in dem Sci-Fi-Thriller die Schießerei in den Bergen, so gibt es hier deutliche Längen in der Verfolgungsjagd mit dem Batmobil. Zwar gut und mitreißend inszeniert, doch oft redundant und auf Dauer etwas ermüdend. Insgesamt ist dies aber nur ein kleiner Kritikpunkt an einem großartigen Filmerlebnis.

Nach der gestrigen Sichtung bin ich nun wieder richtig heiß auf „The Dark Knight“ und freue mich auch bereits auf dessen Nachfolger, der wohl wieder alle Rekorde brechen dürfte. Im Moment sehe ich „Batman Begins“ noch als stärksten Film der Reihe, doch dies kann sich mit der erneuten Sichtung der Fortsetzung wieder schlagartig ändern. Nahezu perfekt inszeniertes Unterhaltungskino: 9/10 Punkte.

Aliens: Die Rückkehr – Special Edition (1986)

Ein beliebter Streitpunkt unter Filmfreunden ist, welcher der beiden ersten Filme der „Alien“-Reihe denn besser ist: Ridley Scotts klaustrophobischer Horrorthriller oder James Camerons düsteres Actionabenteuer. Früher ging bei mir die Tendenz oft eher Richtung „Aliens: Die Rückkehr“, da der Film mehr Monster, coolere Sprüche und die bombastischere Action bot. Heute jedoch weiß ich, dass beide Filme für ihr Genre bahnbrechend sind.

Wie bereits angedeutet, schlägt „Aliens“ eine andere Richtung ein als sein Vorgänger. Es wäre vermutlich leicht gewesen, die bekannte Geschichte minimal abgeändert noch einmal durchzuspielen. James Cameron hat jedoch glücklicherweise einen anderen, eigenständigen Weg gewählt und das bisher eingeführte Universum rund um Weyland-Yutani und LV-426 wunderbar erweitert. Der Charakter der Hauptfigur Ellen Ripley erfährt eine konsequente Weiterentwicklung und auch die Aliens werden mit neuen Facetten ausgestattet. Vor allem jedoch wird die Handlung actionbetonter, ohne jedoch die dichte Atmosphäre zu vernachlässigen.

Gesehen habe ich erneut die Special Edition des Films, welche sinnvolle und teils enorm spannende Handlungserweiterungen beinhaltet. Auch wenn Cameron nicht das Label Director’s Cut verwendet, so darf man – wenn man diversen Interviews Glauben schenken mag und wie auch bei der Special Edition von „The Abyss“ – von der Wunschfassung des Regisseurs ausgehen. Die gut zweieinhalb Stunden vergehen tatsächlich auch wie im Flug, wenngleich der Spannungsaufbau über eine Stunde beansprucht und es erst im Anschluss zur ersten Konfrontation mit den Aliens kommt. Wirklich bemerkenswert und beinahe schon ein Lehrstück in Sachen Filmstruktur.

Man liest oft, dass Camerons Drehbuch im Vergleich zum Original Schwächen in der Charakterzeichnung aufweist und man die Aliens zu lange und zu oft zu Gesicht bekommt, was der Spannung abträglich ist. Ich persönlich kann diesen Kritikpunkten nur vehement widersprechen, denn für das Genre sind die Charaktere wirklich wunderbar ausgearbeitet. Besonders die angedeutete Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Ripley und Newt gibt dem Film ein emotionales Grundgerüst, welches für einen Actionfilm außergewöhnlich tief geht. Und die Aliens? Außer der Königin im Showdown gibt es auch nicht viel mehr Alien zu sehen, als in Scotts Version. Durch den Schnitt und die voranpeitschende Handlung wirkt es aber so, als wären beständig ein Dutzend Aliens im Bild. Grandios!

Wie bereits in „Alien“ gibt es auch im Nachfolger unzählige Szenen, welche sich nicht mehr aus dem kollektiven Filmbewusstsein wegdenken lassen. Alleine der Endkampf zwischen Laderoboter-Ripley und der Königin ist epochales Actionkino. Kaum zu glauben, dass der Film in seiner ursprünglichen Fassung bereits 24 Jahre auf dem Buckel hat. Auch hier kann ich wieder nur die aktuelle Blu-ray empfehlen. Bisher war die Bildqualität von „Aliens“ ja immer eher bescheiden, doch jetzt wirkt der Film tatsächlich so, als wäre er erst gestern gedreht worden. Ein absoluter Pflichtkauf für jeden Fan.

Für mich steht „Aliens“ seinem Vorgänger in nahezu nichts nach. Objektiv betrachtet ist Scotts Film bestimmt der wichtigere – schon alleine aufgrund der natürlichen Innovativität des Erstlings. Man darf aber nicht vergessen, dass Cameron aus der vorhandenen Ausgangssituation nicht nur das maximale herausgeholt hat, sondern dem Franchise seinen ganz persönlichen Stempel aufdrücken konnte. Für mich wohl eine der besten Fortsetzungen überhaupt und zu Recht auf Augenhöhe mit dem Vorgänger: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Transformers (2007) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Transformers“ am 5. März 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nach einer arbeitsreichen Woche hatte ich gestern Abend Lust auf einen furiosen Actionfilm, bei dem man – wie man so schön sagt – sein Gehirn an der Kasse abgeben kann. Trotz der großen Auswahl an ebensolchen Filmen, ist meine Wahl auf Michael Bays „Transformers“ gefallen – und das obwohl ich von der Verfilmung Hasbros erfolgreicher Spielzeugreihe bei der ersten Sichtung doch etwas enttäuscht war.

Transformers (2007) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Transformers (2007) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Ich weiß auch nicht woran es liegt – vielleicht wirken die hektischen Schnitte auf dem heimischen Bildschirm weniger anstrengend, als auf der großen Kinoleinwand und vielleicht klingen die Dialoge im englischen Originalton nicht ganz so dämlich, wie in der Übersetzung – doch ich hatte gestern wirklich Spaß mit dem Film. Vermutlich spielt auch die Erwartungshaltung eine große Rolle, denn dieses Mal wusste ich ja auf was ich mich einlasse: Eine lächerliche Rahmenhandlung, welche mit enormen Schauwerten umgesetzt wurde.

Der Handlungsstrang um Sam Witwicky (Shia LeBeouf) wirkt – besonders zu Beginn – immer noch recht albern, was aber durchaus zur Grundstimmung des Films passt. Michael Bays Militärfetisch ist – wie in all seinen Filmen – perfekt inszeniert, jedoch übertreibt er es in „Transformers“ damit doch etwas. Den dritten Handlungsstrang – rund um die Aufdeckung der Invasion – empfand ich dieses Mal als durchaus ansehbar. Die Zusammenführung der drei Kerngeschichten am Hoover-Damm ist schließlich noch einmal ein audiovisuelles Highlight.

Fazit

Wenn man sich an der flachen Geschichte nicht weiter stört, der bombastischen Inszenierung etwas abgewinnen kann und – im Idealfall – als Kind tatsächlich mit den titelgebenden Actionfiguren gespielt hat, dann dürfte man mit „Transformers“ durchaus seinen Spaß haben. Ich habe mich gestern tatsächlich ziemlich gut amüsiert, weshalb sich der Film eine Aufwertung verdient hat: 7/10 Punkte.