Independence Day (1996)

Gestern Abend habe ich wieder einmal einen Film gesehen, bei dessen Sichtung ich feststellen musste, wie alt ich inzwischen bin. Kaum zu glauben, dass seit dem wunderbaren Kinoerlebnis „Independence Day“ bereits 15 Jahre vergangen sind. Mein halbes Leben. Gefühlt habe ich Roland Emmerichs Zerstörungsorgie allerdings erst vor ein paar Wochen gesehen, was auch daran liegen mag, dass dies einer der wenigen Filme ist, die ich damals als VHS-Kassette besaß.

Tatsächlich liegt meine letzte Sichtung von „Independence Day“ inzwischen bestimmt schon 10 Jahre zurück. Die meisten Szenen waren mir allerdings auch gestern noch lebhaft in Erinnerung. Insgesamt muss ich sagen, dass der Film erstaunlich gut gealtert ist. Sicher sind die Effekte nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit und wohl kein heutiger Erstzuschauer wird mit der gleichen Faszination vor dem Bildschirm sitzen, mit der wir damals aus dem Kino kamen. Doch den meisten dürften die ikonografischen Bilder ohnehin bekannt sein, die nicht ohne Grund ihren Weg in die Popkultur gefunden haben.

Lässt man die auch heute noch beeindruckenden Effekte außer acht, so bleibt nur ein laues Lüftchen von einer Geschichte übrig, die mit eindimensionalen Charakteren bevölkert ist. Früher hat mich das nicht sonderlich gestört und ich fand sowohl Will Smiths Captain Steven Hiller, als auch Bill Pullmans President Whitmore ziemlich lässig. Heute allerdings besitzt einzig Jeff Goldblums Figur noch ein wenig Unterhaltungswert. Leider typisch für Roland Emmerichs Filme, doch im Gegensatz zu „The Day After Tomorrow“ und „2012“ bietet „Independence Day“ wenigstens ein brauchbares Sci-Fi-Setting.

Wie bei anderen Filmen aus meiner Jugend hat natürlich auch „Independence Day“ bei mir einen gewissen Nostalgie-Bonus. Dennoch sind die Schwächen in der Handlung und Charakterzeichnung einfach nicht zu ignorieren. Auch wenn ich den Film heute wohl nicht mehr so häufig sehen würde, so hat er mich bei der gestrigen Sichtung jedoch ziemlich gut unterhalten. Wahrlich kein Genre-Klassiker, doch für mich ein prägender Film aus einer Zeit, in der man noch leichter zu begeistern war: 7/10 Punkte.

17 Gedanken zu “Independence Day (1996)

  1. Definitiv einer meiner Lieblings-Krachmachfilm bei denen ich auch noch wunderbar unterhalten werde ohne die ganze Zeit zu denken, wie dumm das alles ist.
    Zwar ist es das auch hier, aber die Figuren sind hier immerhin noch „irgendwer“. Will Smith und Jeff Goldblum finde ich beide schlicht großartig und würde fast soweit gehen, dass ist das beste Duo was es bislang in solch einer Art Film gab. Pullmann als Präses fand ich nie so besonders und die Rede von ihm hat mich auch nie sonderlich gejuckt.
    Alles was Emmerich hier nach gemacht hat, war nicht so gut oder großer Mist. Doch ID4 macht mir immer noch richtig Spaß. Die letzte Sichtung war 2009 auf der UK-Blu. Hätte zwar Bildtechnisch viel mehr zu bieten gehabt, lohnt sich aber trotzdem. Würde immer noch die 9/10 zücken.

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  2. Ich fand besonders schön, dass damals Leute wie Pullman und vor allem Smith noch ziemlich unverbraucht waren. Selbst Goldblum, frisch aus dem Jurassic Park geflogen, war ja kein großer Name. Ob der Wertung, die mir speziell hier auf diesem Blog, das ja jeden Christopher-Nolan-Klumbatsch mit 9/10 auf den Kaminsims stellt, erstaunlich „niedrig“ erscheint, will ich angesichts der Tatsache, dass ich den Film selbst seit Jahren nicht mehr gesehen habe, nicht streiten (obschon nach unserer Tradition er ja dementsprechend eine 6/10 sein müsste). Meine Lieblinge von Emmerich bleiben jedoch UNIVERSAL SOLDIERS und STARGATE.

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  3. @C4rter: Mich hat der Film gestern auch gut unterhalten, doch manche Dialoge waren (auch im englischen O-Ton) hart an der Grenze zur unfreiwilligen Komik. Da hat mich leider etwas aus dem Film herausgerissen. Der dem Film stets vorgeworfene Patriotismus hat mich dagegen nicht gestört.

    Ich habe übrigens die deutsche Blu-ray gesehen und war recht zufrieden mit dem Bild. Der Film ist ja auch immerhin schon 15 Jahre alt und dafür macht er doch eine recht gute Figur.

    @Flo Lieb: Die Spitze gegen meine Bewertungen von Christopher Nolan-Filmen habe ich geflissentlich überlesen. An einem anderen Tag hätte ich vielleicht auch 8 Punkte vergeben. Sind ja letztendlich doch immer nur Anhaltspunkte. „Universal Soldiers“ habe ich nur vor Urzeiten einmal gesehen und „Stargate“ fand ich bei der letzten Sichtung nicht so prall. Da ist dieser hier immer noch mein Emmerich-Favorit.

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  4. Hm, die Komik der Dialoge fand ich ich grad in ID4 noch stellenweise gewollt witzig. „Übermorgen“ und „2012“ finde ich da viel schlimmer, weil die sich ja wirklich konsequent Ernst nehmen. Da fallen die Dialoge derart unangenehm auf, das es weh tut. ID4 hat konsequenten Humor, wo man dann meist denken kann „das war sicher witzig gemeint“ 😉

    „Universal Soldier“ ist definitiv ein sehr geiler Actionfilm, der auch immer noch 80s Luft schnuppert. Macht mir viel Spaß das Teil.

    Zur Blu. Na gut, 15 Jahre ist nun zwar ein bisschen, aber wenn ich sehe wie gut z.B. „Planet der Affen“ auf Blu aussieht oder andere Filme die weitaus älter sind, habe ich mir für einen solchen Kracher doch mehr erhofft.

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  5. Keine Frage: Gerade im Vergleich mit „2012“ ist „Independence Day“ natürlich (schon allein aufgrund des Genres) um einiges stimmiger umgesetzt. Der Film hat natürlich auch gewollten Humor (besonders zwischen Smith und Goldblum), doch andere Szenen haben für mich gestern nicht mehr so gut funktioniert, wie früher.

    Ja, die Blu-ray hätte bestimmt besser sein können. Doch wird wohl erst einmal Geld in ältere Filme mit höherer filmhistorischer Bedeutung gesteckt. Ist auch völlig okay so. Irgendwann kommt da bestimmt noch einmal eine Neuauflage. Ich für meinen Teil bin mit der aktuellen Fassung erst einmal zufrieden.

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  6. Wenn du dich langsam meinem Alter annäherst, ziehst du dir DEN Film rein, den ich gestern genoss. Er hat auch mit dem Independence Day zu tun und zeigt, dass selbst Grufties noch die Welt zu retten vermögen: „Live Free or Die Hard“ (2007)! 😉

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  7. @Whoknows: DEN Film habe ich auch schon gesehen. Die Besprechung ist hier allerdings unter dem deutschen Titel zu finden. Fand ich auch sehr unterhaltsam. Bruce Willis hat die Rolle zudem immer noch drauf.

    @Dr. Borstel: „The Day After Tomorrow“ habe ich damals, glaube ich, 6 Punkte gegeben. Fand ihn zwar nicht wirklich schlecht, aufgrund der doch eher ernsten Thematik war er mir insgesamt dann aber doch zu trashig.

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  8. Ich finde den Film nach wie vor kultig. Und die Diskussion „Story-und-Effekte“ lässt sich ja beliebig fortführen (selbst bei „Avatar“). Damals war der Film explosionstechnisch ganz, ganz großes Kino. Mittlerweile sind wir andere Sachen gewöhnt, aber mit all seinen dummen Sprüchen, Präsidenten-Pathos und Dreadlock-Aliens finde ich „ID4“ immer noch sehr sehenswert 😉

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  9. Ich finde den Film ja auch immer noch ziemlich gut. Man darf bei aller Kritik auch nicht Geschichte bzw. Prämisse mit deren Umsetzung verwechseln. So finde ich die Invasionsthematik nach wie vor äußerst spannend, doch die Umsetzung lässt insbesondere in der Charakterzeichnung und den Dialogen leider teils zu wünschen übrig. Halten die Effekte heute auch in meinen Augen noch stand, so wirkt der Will Smith-Heldentypos doch schon etwas angestaubt. Lustig übrigens, dass du „Avatar“ anführst. Ich bin gerade dabei die Kritik zur ersten Wiederholungssichtung zu schreiben… 🙂

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  10. Ich gab ihm zuletzt 6/10, sehe den Film aber trotz dessen ähnlich wie du: ein unterhaltsamer Film „aus einer Zeit, in der man noch leichter zu begeistern war“.

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