The Expendables (2010)

Was hat das filmische Web 2.0 gejubelt, als „The Expendables“ angekündigt wurde. Alle Actionstars des 80er Jahre Kinos in einem Film versammelt. Entsprechend gierig wurde jedes noch so unscharfe Schauspielerfoto, jede noch so bedeutungslose News und jeder Kommentar von Sylvester Stallone aufgesogen und weiterverbreitet. Ein Hype für eine ganz bestimmte Zielgruppe. Ein Hype für alle, die mit „Rambo“, „Phantom Commando“ und Co. aufgewachsen sind. Ein Hype für uns.

Da auch ich mich immer noch an den meisten 80er Jahre Actionvehikeln erfreue, war die Erwartungshaltung entsprechend hoch und wurde erst durch diverse durchwachsene Kritiken gedämpft. Bis zur heutigen Sichtung ist dann allerdings etliche Zeit verstrichen, was mir wieder einen neutraleren Blickwinkel auf den Film erlaubte. Was ist nun also dran an dem Actionkracher des vergangenen Jahres? Konnte Stallone den selbst gesäten Vorschusslorbeeren gerecht werden oder haben die verbitterten Kritiker recht behalten, die anscheinend ihre filmischen Wurzeln vergessen haben?

Um es auf den Punkt zu bringen: Ja, der Film atmet die Luft des 80er Jahre Actionkinos. Nein, der Film ist keine tarantinoesque Hommage an das Genre. Und nein, Sylvester Stallone ist weder ein besonders guter Drehbuchautor noch ein sonderlich begabter Regisseur. Ich wollte den Film wirklich lieben. Warum auch nicht? Stallone hat nahezu alles was im Actionkino Rang und Namen hat(te) in seinem Film untergebracht. Mich stören nicht einmal die nur kurzen Gastauftritte von Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger. Alleine für diese Szene lohnt sich der Film. Nein, seine Fehler begeht Stallone woanders.

Die Geschichte ist völlig ausreichend. Hier hatte ich auch nicht mehr erwartet. Schließlich will man ja an seine Vorbilder anknüpfen. Das Problem ist folglich nicht was erzählt wird, sondern wie es erzählt wird. Die Dialoge sind spröde und oft kann man den Witz nur erahnen. Stallone beweißt leider absolut kein Händchen für Comic Timing oder einen gelungenen Spannungsaufbau. Selbst das worauf es ankommt – die lang erwarteten Actionsequenzen – werden durch abgedroschene Videoclipästhetik mit Wackelkamera und CGI-Blut erzählt. Auch wenn Handlung und Charaktere durchaus an die gute, alte Zeit erinnern – die Inszenierung macht hier viel wieder kaputt.

Insgesamt ist „The Expendables“ für Genrefans durchaus empfehlenswert. Es macht Spaß die altgedienten Haudegen noch einmal in Action zu sehen. Leider jedoch versagt der Film an vielen Stellen, an denen er wirklich hätte auftrumpfen können. Hier hätte Stallone das Ruder einmal lieber aus der Hand gegeben. Mit ihm als Produzent und einem fähigeren Regisseur hätte der Film genau das werden können, als das er im Vorfeld gefeiert wurde: Die Hommage an das 80er Jahre Actionkino. So bleibt es leider beim ehrenwerten, aber letztendlich ziemlich müden Versuch: 5/10 Punkte.

23 Gedanken zu “The Expendables (2010)

  1. Ich fand den eigentlich einfach nur lustig, da ich null Anspruch daran gestellt habe. Weder was Story, noch was Inszenierung angeht.
    Weil ich wusste, dass der Film Schrott sein wird. Aber das hat ihn dann wiederrum „gut“ gemacht. Trash vom Feinsten. Ist ab und zu auch manchmal ganz schön.

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  2. wanted to see something pretty mindless, and that’s exactly what this movie is.
    like in those 80s testosterone action flicks it pays homage to, the story and characters are simple, the acting and dialogues laughable.
    the lenghty final shootout was the most ridiculous thing i’ve seen in a long time.
    90 minutes of ones lifetime is definately overpriced for this.

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  3. @Lars: Wenn es denn so gewesen wäre. Ich hatte eher stets das Gefühl Stallone habe bewusst versucht möglichst viele Boxen bei seiner Zielgruppe zu checken. Das war zu gewollt. Ich hatte auch keinen Anspruch erwartet, doch die viel zu hektische Kamera und die inszenatorischen Längen haben den Film bei mir – trotz seines gewissen Unterhaltungswerts – dann leider doch abgewertet.

    @Hotblack Desiato: Ja, das Finale war auch für mich zu over the top. Doch habe ich mich für die Laufzeit durchaus gut unterhalten gefühlt. Noch einmal werde ich mir den Film allerdings wohl nicht antun.

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  4. Diesen Post nehme ich dann mal als finale Warnung. Fast war ich bereit, ihn bei Gelegenheit zu sehen 😉

    Ich war nie ein wirklicher Anhänger der 80er-Stars aus dem Film. Als der Hype los ging hatte ich aber gerade JCVD gesehen, der mich aufgrund seiner Selbstironie schwer beeindruckt hat. Bei Filmen bin ich auch ein bisschen frankophil.

    Jean-Claude hat in einer Pressekonferenz erzählt, wie er Stallone, der ihn für die Expendables haben wollte, hat abblitzen lassen. Damit hat er mich wirklich von dem Film ferngehalten.

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  5. War auch etwas enttäuscht von dem Film bzw. hatte mir mehr erhofft. Dennoch: Zum einmal Ansehen langt es und man kann dann auch ein wenig Spaß dabei haben, der Coolness-Faktor ist dank der Darstellerriege trotzdem zweifelsohne vorhanden.

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  6. @ancore: Man sollte schon ein Faible für 80er Jahre Actionkino und seine Helden haben, um dem Film wirklich etwas abgewinnen zu können und selbst dann fällt es oft schwer in Begeisterung auszubrechen. Insofern wahrscheinlich nicht der geeignetste Film für dich – zumal er nicht gerade mit sonderlich viel Selbstironie ausgestattet ist (die Willis/Schwarzenegger/Stallone-Szene einmal ausgenommen).

    @Konna: Ja, für eine einmalige Sichtung ist der Film durchaus empfehlenswert. Tut nicht weh und unterhält, doch in Anbetracht der Möglichkeiten ist er letztendlich schon ziemlich enttäuschend – leider.

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  7. Obwohl ich Deine Kritikpunkte bestätigen und auch unterstreichen kann, kam der bei mir doch besser weg. Dass Plot und Inszenierung nicht gerade das gelbe vom Ei sein würden, war von Vornherein klar, aber das Schauspieler-Aufgebot hielt mich davon ab während des Films länger darüber nachzudenken.

    Die Kinosichtung von damals reicht mir übrigens, ich glaube kaum, dass ich den in meiner DVD/Blu Ray-Sammlung wiederfinden werde 😉

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  8. Es stimmt schon, dass man natürlich keine sonderlich großen Erwartungen an Handlung und Inszenierung hätte haben sollen. Dennoch erfordert gerade solch eine Hommage ein gewisses Fingerspitzengefühl, das Stallone leider zu fehlen scheint. Mir reicht auch diese eine Sichtung, bei der ich mich durchaus unterhalten gefühlt habe. Nur schade ist es irgendwie schon um die großen Namen unserer Jugend…

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  10. Hmm, also mir gefällt das Teil.
    Klar, ich hatte auch mehr echte 80s Action erwartet und habe das mit den CGI und dem CGI-Blut überhaupt nicht nachvollziehen können, insgesamt ist das Teil aber schon ein feines Actionbrett das ich mir gerne mal ansehe.

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  11. Wie gesagt wirkte der Film für mich leider nur aufgesetzt. Da hat „Predators“ in meinen Augen als 80er Jahre Retro-Vehikel besser funktioniert, aber das ist wohl Geschmackssache. Was „The Expendables“ angeht werde ich wohl eher wieder auf die Originale zurückgreifen…

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