Predator: Killer of Killers (2025)

Heute ist die gesamte Familie ausgeflogen: Frau bullion besucht mit einer Freundin ein Konzert und die Kinder sind im Rahmen der Schulplatzmiete im Theater. Was also mache ich? Natürlich einen Film schauen. Nur welchen? Ich hatte mir ein paar Optionen überlegt, doch die gestrige Erwähnung im „Genre Geschehen“-Podcast hat „Predator: Killer of Killers“ direkt auf den ersten Platz katapultiert. 🥷

Predator: Killer of Killers (2025) | © 20th Century Studios & Hulu

Predator: Killer of Killers (2025) | © 20th Century Studios & Hulu

Animierte Action ohne Verschnaufpause

Ich muss gestehen, dass ich von der Aussicht auf einen animierten „Predator“-Film zunächst nicht sonderlich begeistert war. Ich hatte noch „Prey“ frisch im Kopf, den ich außerordentlich gelungen fand. Als ich den ersten Trailer von „Predator: Killer of Killers“ gesehen hatte, war ich zunächst etwas enttäuscht, denn ich hatte mir einen weiteren Realfilm von Dan Trachtenberg erhofft. Von „Predator: Badlands“ erfuhr ich erst kurz danach. Auf jeden Fall war mein Bedürfnis, in diesen animierten Zwischenfilm reinzuschauen, zunächst gering. Dann häuften sich jedoch die positive Stimmen und ich hatte mir fest vorgenommen, „Predator: Killer of Killers“ vor dem nächsten Realfilm nachzuholen. Gesagt, getan.

Nach der Sichtung muss ich meine erste Einschätzung ganz klar revidieren: Ich mochte den Animationsstil unfassbar gerne. Auch der Anthologie-Aufbau hat Spaß gemacht. Tatsächlich dachte ich mir, gerade bei den ersten zwei Geschichten, dass ich sogar gerne komplette Filme à la „Prey“ in diesen Settings und mit diesen Figuren gesehen hätte. Durch die kurze Dauer der einzelnen Episoden besitzt „Predator: Killer of Killers“ ein unfassbar hohes Tempo, das kaum Zeit zum Verschnaufen lässt. Die dritte Episode fand ich ein wenig schwächer, doch die Zusammenführung der einzelnen Figuren dann wieder richtig stark. Der Kniff in der Mid-Credit-Szene, noch einmal alle Protagonist:innen der vorhergehenden Filme zu sehen, hat mir auch gut gefallen. Ob das nötig gewesen wäre? Vermutlich nicht. Doch wenn man das Franchise nun tatsächlich (noch) größer ausbauen will, dann ist Dan Trachtenberg schon auf einem recht guten Weg. Hier mein bisheriges Ranking der Filme:

  1. „Predator“ (1987) | 9/10 Punkte
  2. „Prey“ (2022) | 8/10 Punkte
  3. „Predator: Killer of Killers“ (2025) | 8/10 Punkte
  4. „Predator 2“ (1990) | 7/10 Punkte
  5. „Predators“ (2010) | 7/10 Punkte
  6. „Predator: Upgrade“ (2018) | 7/10 Punkte

Fazit

Ich hatte befürchtet, „Predator: Killer of Killers“ sei nur Content für einen Streaming-Dienst. Allerdings ist dieser animierte Anthologie-Film weit gelungener als ich je gehofft hätte. Jede einzelne Geschichte ist sehenswert, die Action äußerst brutal und die Figuren erstaunlich gut ausgearbeitet. Sollte man als Fan der Reihe durchaus gesehen haben. Hat mich sehr positiv überrascht: 8/10 Punkte.

Mr. Mercedes – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 3)

Über die letzten zwei Monate habe ich eine Serie geschaut, die eher zufällig in meinem Programm gelandet ist. Im Oktober habe ich einige Stephen-King-Podcasts gehört, in denen auch „Mr. Mercedes“ Erwähnung fand, die Buchvorlage der Serie. Zudem liest Frau bullion gerade den Nachfolgeroman „Holly“, wodurch ich einen Bezug zur Serie hatte. Als diese auf Netflix veröffentlicht wurde, schien mir das ein Zeichen, dass wir einmal in die Serie reinschauen sollten… 🚘

Mr. Mercedes | © Audience Network

Mr. Mercedes | © Audience Network

Bei Stephen King denken die meisten an übernatürlichen Horror. Auch ich. Durch die gehörten Podcasts wusste ich jedoch, dass „Mr. Mercedes“ eher im Thriller-Genre angesiedelt ist. Die erste Staffel kann ich allen Thriller-Fans nur empfehlen. Danach? Wenn ihr Gefallen an Bill Hodges gefunden habt, bleibt ruhig dran. Für mich hat es sich gelohnt, wie ihr im Folgenden lesen könnt:

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Wednesday – Staffel 2 (2025)

Knapp zwei Monate haben wir für die acht Episoden dieser zweiten Staffel gebraucht. Ob das an der abfallenden Qualität von „Wednesday – Staffel 2“ liegt? Wenn man sich so die Bewertungen angeschaut hat, dann könnte man davon ausgehen. Ob das auch bei unserer Sichtung der Fall war, könnt ihr in der folgenden Besprechung lesen… 🧟

Wednesday – Staffel 2 | © Netflix

Wednesday – Staffel 2 | © Netflix

Hex-hex, Handlungsstrang vervielfache dich!

Um es ein wenig einzuordnen: Auch für die erste Staffel von „Wednesday“ haben wir beinahe einen Monat gebraucht. Mehr als ein bis zwei Episoden pro Woche sind mit der gesamten Familie nicht drin. Über die Weihnachtsferien hat uns unser „Harry Potter“-Marathon zusätzlich ausgebremst. Es lag also nicht an der Qualität dieser zweiten Staffel, sondern alleine an unserer Priorisierung. Tatsächlich fand auch ich das zweite Jahr an der Nevermore Academy schwächer als das erste. Dieses war wunderbar fokussiert erzählt. Wednesday hatte ein Mysterium zu lösen, es gab ein paar kleinere Nebenhandlungen, welche jedoch der Haupthandlung kaum in die Quere kamen, und die Auflösung war tatsächlich recht unerwartet. Das Beste jedoch: Die Kinder waren so begeistert, wie selten von einer Serie. Der Erfolg gab ihr recht, denn Tim Burton scheint mit dem Quasi-Reboot der „Addams Family“ den Zeitgeist getroffen zu haben.

Die zweite Staffel von „Wednesday“ ist eine typische Fortsetzung, denn sie bietet mehr von allem: Mehr Figuren, mehr Handlungsstränge, mehr Mysterien, mehr Addams. Klingt anstrengend? Ist es zuweilen auch. Mit Steve Buscemi (u.a. bekannt für „Fargo“ oder „Boardwalk Empire“) stößt ein bekannter Schauspieler zum Cast, den ich stets sehr gerne sehe. Gefreut habe ich mich auch über Christopher Lloyd, der in den Verfilmungen der 1990er Jahre als Onkel Fester überzeugen konnte. Was hatte ich inhaltlich erwartet? Ein komplett neues Mysterium an der Nevermore Academy. Das gibt es auch. Irgendwie. Allerdings wird noch ein weiteres eingeführt. Und noch eines. Und die Hyde-Geschichte des ersten Teils geht auch weiter. Dann hängt alles irgendwie zusammen. Auch mit den Addams, die plötzlich auch auf den Schulgrund ziehen. All das lässt die Handlung oft unfokussiert und unnötig verwirrend wirken. Zumal viele Elemente auch nicht wirklich wichtig sind. Am besten hat mir in der zweiten Staffel die sechste Episode „Kenne deine Leiden“ gefallen, die im Grunde nur eine Körpertausch-Komödie zwischen Wednesday und Enid ist. Überhaupt bietet die Serie weiterhin viele wundervolle kleine Details, die auch abseits der überladenen Mystery-Handlung funktionieren.

Fazit

Auch wenn „Wednesday“ uns im zweiten Jahr nicht mehr so komplett begeistern konnte, wie noch die erste Staffel, so bietet die Serie weiterhin gute Unterhaltung. Für das dritte Jahr wünsche ich mir wieder mehr Fokus. Trotz meiner Kritikpunkte hatten die Kinder und auch wir Erwachsenen wieder viel Spaß mit „Wednesday“ und freuen uns schon auf die dritte Staffel: 8/10 (7.6) Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 – OT: Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 2 (2011) (WS1)

Wir befinden uns im neuen Jahr. Das Filmjahr 2025 habe ich mit 74 Filmen erfolgreich abgeschlossen. Mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2“ haben wir das Filmjahr 2026 nun würdig eröffnet. Die Kinder haben sich trotz Neujahrsmüdigkeit sehr auf die Sichtung gefreut und auch ich war gespannt, wie mir der Film bei der ersten Sichtung seit 15 Jahren gefallen würde… 🚂

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 (2011) | © Warner Home Video

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 (2011) | © Warner Home Video

Ein gekonnter Abschluss der Fantasy-Saga

Das Finale führt die Handlung von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ direkt weiter. Es gibt kein Durchatmen oder Neusortieren. David Yates legt mit seinem letzten Film der Hauptreihe ein extrem hohes Tempo vor, was ich beeindruckend finde. Dennoch bleibt Zeit für die Figuren und auch kleinere Momente. Das wusste ich heute wirklich zu schätzen. Als dann alles auf den großen Endkampf zuläuft, wurde ich richtig emotional. So kompakt am Stück hatte ich die Reihe noch nie gesehen und das zahlte sich aus. Natürlich ist die Geschichte bereits in der Romanvorlage festgeschrieben, doch Yates transportiert die wichtigsten Elemente gekonnt auf die Leinwand. Das Buch auf zwei Teile aufzuteilen war absolut die richtige Entscheidung. Aus kreativer Sicht und bestimmt auch aus finanzieller.

Die Schlacht um Hogwarts wird tatsächlich erstaunlich gnadenlos umgesetzt und es gibt einige Todesfälle zu bedauern. Hier geht Yates in die Vollen, nachdem er den Angriff der Todesser in „Harry Potter und der Halbblutprinz“ zu zahm inszeniert hatte. Im Folgenden versuche ich mich an einer Rangliste der Reihe, was gar nicht so einfach ist. Die ersten drei Plätze sind bei mir ziemlich gesetzt. Ursprünglich hatte ich den vierten Teil auch deutlich höher platziert, doch nach diesem Durchgang des Finales war ich mir nicht mehr sicher. Insgesamt ist es schon erstaunlich wie qualitativ hochwertig die Adaption trotz der vielfältigen Regisseure und der teils zu kurzen Laufzeiten gelungen ist. Ob die HBO-Serie diese Magie noch einmal einfangen können wird? Ich habe starke Zweifel. Diese Filme werden für mich stets mein „Harry Potter“ bleiben, noch weit mehr als die Bücher:

  1. „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ (9/10 Punkte)
  2. „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ (8/10 Punkte)
  3. „Harry Potter und der Stein der Weisen“ (8/10 Punkte)
  4. „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ (8/10 Punkte)
  5. „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2“ (8/10 Punkte)
  6. „Harry Potter und der Halbblutprinz“ (8/10 Punkte)
  7. „Harry Potter und der Feuerkelch“ (8/10 Punkte)
  8. „Harry Potter und der Orden des Phönix“ (7/10 Punkte)

Fazit

Knapp vier Wochen haben wir für die Sichtung der gesamten Reihe gebraucht. Dieses Projekt war perfekt für die Weihnachtszeit. Die Kinder waren extrem begeistert, nachdem sie jahrelang überhaupt kein Interesse an der Reihe gezeigt hatten. Schon erstaunlich. Die Prequel-Filme werden daran nicht anschließen können und auch bei der Serie bin ich skeptisch. Wäre die Autorin doch nur in ihrer Zauberwelt geblieben und hätte die Realität nicht mit ihrem Hass überschüttet. Ein famos intensives Finale: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 – OT: Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1 (2010) (WS1)

Wir nähern uns dem großen Finale. Nach einem entspannten Montag, an dem uns  sowohl meine Mama als auch mein Schwiegervater besucht hatten, ging es abends mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ zurück in die Zauberwelt. Meine letzte Sichtung des Films war damals im Kino und ich war gespannt, ob ich mich noch an relevante Details erinnern können würde… 🪦

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 (2010) | © Warner Home Video

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 (2010) | © Warner Home Video

Eine Geschichte mit Raum zum Atmen

Mir war vor allem die Atmosphäre des Films noch im Kopf. Gerade die einsame und verzweifelte Suche von Harry, Ron und Hermine nach den Horkruxen. Diese Szenen mochte ich bereits in der Romanvorlage sehr und David Yates hat sie famos auf die Leinwand gezaubert. Man merkt „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ in nahezu jedem Moment an, dass mehr Zeit für die Geschichte vorhanden ist. Auch wenn Warner, ähnlich wie Lionsgate mit „Die Tribute von Panem: Mockingjay“, die Zweiteilung aufgrund von Gewinnmaximierung angestrebt haben dürfte, so kommt die zusätzliche Laufzeit der Geschichte und ihren Figuren doch zugute. Anders als „Harry Potter und der Halbblutprinz“ wirkt die Handlung weniger gehetzt und es ist mehr Raum für zwischenmenschliche Szenen und nötige Erklärungen.

„Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ ist erneut sehr düster geraten und der magische Ton der frühen Filme fehlt nahezu komplett. David Yates erweist sich als mehr als nur kompetenter Regisseur, der hiermit seinen bisher besten Beitrag zur Reihe abliefert. Auch die jungen Schauspieler:innen können zeigen, was in ihnen steckt. Aufgrund seiner Struktur, und der veränderten Schauplätze, fühlt sich der erste Teil des Finales kaum noch an wie ein klassischer „Harry Potter“-Film. Er endet auf einem emotionalen Höhepunkt und wir hätten danach noch gut weiterschauen können. Das endgültige Finale wird allerdings erst im neuen Jahr folgen, da die nächsten beiden Tagen bereits verplant sind. Die Vorfreude ist schon groß.

Fazit

Auch bei der zweiten Sichtung hat „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“  wunderbar für mich funktioniert. David Yates hat die Vorlage gelungen adaptiert und echten Mehrwert aus der zusätzlichen Laufzeit geschaffen. Die Kinder waren auch beide begeistert, nur der Mord an einer der Figuren ist ihnen ziemlich nah gegangen. Einer der rundesten Filme der Reihe: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Harry Potter und der Halbblutprinz – OT: Harry Potter and the Half-Blood Prince (2009) (WS1)

Die Zeit rennt. Heute haben wir die Halbzeit der Ferien bzw. des Urlaubs erreicht. Erfahrungsgemäß geht es nun schnell. Bevor es jedoch soweit ist, haben wir uns „Harry Potter und der Halbblutprinz“ angeschaut. Der erste Film der Reihe, den ich bisher nur einmal und zwar damals im Kino gesehen habe. Vor unglaublichen 16 Jahren und damit so lange her, dass ich mich kaum noch an ihn erinnern konnte. 🪄

Harry Potter und der Halbblutprinz (2009) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Halbblutprinz (2009) | © Warner Home Video

Düsternis überzieht jeden Winkel von Hogwarts

War bereits „Harry Potter und der Orden des Phönix“ ein recht düsterer Film, so hat David Yates in „Harry Potter und der Halbblutprinz“ die Sättigung beinahe komplett rausgedreht. Der Film wirkt in 90% alles Szenen fast schon monochrom und teils so düster, dass es schwer fällt, etwas zu erkennen. Der visuelle Eindruck reflektiert die Handlung. Auch wenn es noch ein paar witzige und emotionale Szenen gibt, so liegt über dem Film ein Schleier der Vorahnung. Ich kann mich noch dunkel an die Buchvorlage erinnern und dass ich damals wirklich betroffen war, was das Finale angeht. Ein großer Teil Hoffnung und Sicherheit fällt nun für unsere Hauptfiguren weg. Ein geschickter Schachzug, der durchaus auch emotional in der Verfilmung umgesetzt wurde. Deutlich besser als eine ähnliche Szene im Vorgänger.

Im Gegensatz zu diesem wirkt die Handlung nicht zu sehr eingedampft. Die Figuren bekommen Raum zum Atmen und auch neue Charaktere, wie Professor Horace Slughorn, werden ausreichend ausführlich eingeführt. Wunderbar fand ich auch die Reise von Harry und Dumbledore, die Yates herrlich abenteuerlich und gruselig inszeniert hat. Davon hätte ich gerne mehr gesehen. Ansonsten wurde die Erklärung der Horkruxe auf ein Minimum reduziert und ich meine mich zu erinnern, dass diese im Buch deutlich ausführlicher war. Aber ich mag mich auch täuschen.

Fazit

Ich mochte „Harry Potter und der Halbblutprinz“ wirklich sehr gerne. David Yates lehnt sich komplett in die Düsternis und das funktioniert erstaunlich gut. Auch die Kinder hatten viel Freude mit dem Film und konnten den Ausgang nicht fassen. Mir ging es damals, nach dem Lesen der Vorlage, nicht anders. Nun freuen wir uns schon auf das große Finale in zwei Teilen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Harry Potter und der Feuerkelch – OT: Harry Potter and the Goblet of Fire (2005) (WS1)

Der zweite Weihnachtsfeiertag liegt hinter uns. Wir waren bei meiner Schwägerin eingeladen und haben dort einen schönen (und kalorienreichen) Tag verbracht. Abends war ich noch eine kurze Runde spazieren und danach hat sich die Familie auf dem Sofa versammelt, um „Harry Potter und der Feuerkelch“ zu schauen. Da meine letzte Sichtung bereits 18 Jahre zurückliegt, war ich sehr gespannt, wie mir der Film heute gefallen würde… 🏆

Harry Potter und der Feuerkelch (2005) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Feuerkelch (2005) | © Warner Home Video

Vier Champions und ein Todesfall

„Harry Potter und der Feuerkelch“ kommt bei Fans der Buchvorlage nicht sonderlich gut weg. Drehbuchautor Steve Kloves scheint einige Handlungsstränge verändert bzw. eingedampft zu haben. Ich selbst kann mich an das Buch nicht mehr gut genug erinnern, um das einschätzen zu können. Als Film an sich betrachtet funktioniert Mike Newells Adaption ausgezeichnet. Dem Regisseur, der u.a. für „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ bekannt ist, gelingt es wunderbar, eine Coming-of-Age-Geschichte mit einem Fantasy-Abenteuer zu verknüpfen. Die Hormone spielen bei unseren Figuren verrückt und das wird für mich gekonnt in den Film eingebracht. Insgesamt wirkt „Harry Potter und der Feuerkelch“ dadurch ein wenig leichter als noch der düstere Vorgänger „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“. Am Ende wartet dennoch ein Todesfalls, der die Zauberwelt von Hogwarts erschüttert.

Das erste Auftauchen von Voldemort ist, mit Ralph Fiennes in der Rolle des untoten Magiers, gekonnt inszeniert. Die Bedrohung wird spürbar und diese bleibt nicht ohne Konsequenzen. Auch sehr gut gefallen hat mir Brendan Gleeson als Mad-Eye Moody, der eine fantastische Performance abliefert. Mike Newells Film nimmt sich somit insgesamt Zeit für seine Figuren und peitscht die größere Handlung trotz zweieinhalb Stunden Laufzeit ziemlich durch. All das funktioniert für mich wirklich gut, auch wenn weder der unverwechselbare Stil eines Chris Columbus noch eines Alfonso Cuarón erreicht wird. Das kommt mit dem Disclaimer, dass ich mich an die Buchvorlage kaum noch erinnern kann. Fans sehen das somit bestimmt anders.

Fazit

Wir ich erwartet hatte, war „Harry Potter und der Feuerkelch“ ein voller Erfolg beim Zappelinchen. Dem Zwergofant hat der Vorgänger dagegen etwas besser gefallen. Ich selbst wurde wunderbar unterhalten, auch wenn der Film teils wie Malen nach Zahlen wirkt. Ein packender Mittelteil der Reihe: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Die Geister, die ich rief… – OT: Scrooged (1988)

Heute war es endlich soweit und wir haben uns den ersten Weihnachtsfilm des Jahres angeschaut. Zum ersten Mal stand „Die Geister, die ich rief…“ mit der gesamten Familie auf dem Programm. Ich selbst hatte den Film seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen und war demnach gespannt, wie er mir heute noch gefallen würde. Für die Sichtung hatte ich mir Anfang des Jahres extra die 4K Ultra HD Blu-ray zum 35-jährigen Jubiläum des Films zugelegt. 🎄👻

Die Geister, die ich rief… (1988) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Die Geister, die ich rief… (1988) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Dickens‘ Weihnachtsgeschichte in den 1980ern

Ich liebe Filme, die in den 1980ern und frühen 1990ern entstanden sind. Ohne (viel) CGI, dafür wunderbar handgemacht. Diese profitieren ganz besonders von einer 4K-Abtastung. Das Bild ist knackscharf und wirkt herrlich filmisch. Großartig! Auch inhaltlich ist „Die Geister, die ich rief…“ angenehm klassisch, wird doch Charles Dickens‘ Weihnachtsgeschichte einfach modern interpretiert. Modern bedeutet in diesem Fall die kapitalistische Welt (ach, wenn wir damals nur gewusst hätten, wie ultrakapitalistisch sich die Welt noch entwickelt würde) der späten 1980er Jahre. Eine Mischung, die erstaunlich gut funktioniert.

„Die Geister, die ich rief…“ lebt eindeutig von Bill Murray (u.a. bekannt als Dr. Peter Vankman in „Ghostbusters: Die Geisterjäger“), welcher eine herrlich überzogene Vorstellung abliefert. Gefreut habe ich mich auch Karen Allen zu sehen, die mir vor allem als Marion Ravenwood in „Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes“ im Kopf geblieben ist. Die Effekte sind toll und die Botschaft des Films zeitlos. Dazwischen verstecken sich allerdings ein paar angestaubte Gags und sexistische Darstellungen, wie man sie heute nicht mehr schreiben würde. Es ist eben ein Film der 1980er Jahre und als solcher funktioniert er nach wie vor ausgezeichnet.

Fazit

Sowohl die Kinder als auch ich hatten heute viel Spaß mit „Die Geister, die ich rief…“, was an der bewährten Mischung aus klassischer Geschichte und 1980er Hollywood-Magie liegt. Der Film bietet (leicht angestaubten) Humor, tolle Effekte und durchaus einiges an Weihnachtsgefühl. Immer noch sehenswert: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Jurassic World: Die Chaostheorie – OT: Jurassic World: Chaos Theory – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 4)

Wieder einmal habe ich eine komplette Serie abgeschlossen: „Jurassic World: Die Chaostheorie“ schließt, nach einem erwartbaren Zeitsprung, direkt an die fünfte und finale Staffel von „Jurassic World: Neue Abenteuer“ an. Diese Serie hatten wir damals alle gemeinsam geschaut, doch bei der Nachfolgeserie ist das Zappelinchen recht schnell ausgestiegen. Der Zwergofant und ich waren dagegen komplett dabei, auch wenn wir für die vier Staffeln ein knappes Jahr gebraucht haben: Es war für uns ein lohnenswertes Abenteuer. 🦖

Jurassic World: Die Chaostheorie | © Netflix

Jurassic World: Die Chaostheorie | © Netflix

War ich zu Beginn von „Jurassic World: Neue Abenteuer“ noch skeptisch, ob kindgerechte Animation für dieses Franchise funktioniert, hat sich mir diese Frage bei „Jurassic World: Die Chaostheorie“ gar nicht mehr gestellt. Die Serie ist sogar noch erwachsener geworden und reflektiert die älteren Figuren auch in der Handlung:

Staffel 1: Zeitsprung in ein neues Zeitalter

Eine Neuerung von „Jurassic World: Die Chaostheorie“ ist, dass wir die sechs Freund:innen nach einem deutlichen Zeitsprung wiedersehen. Im Rahmen des Franchises befinden wir uns parallel zu „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“, sprich die Menschheit lebt bereits mit Dinosauriern zusammen. Brooklyn ist bei einem Dino-Angriff getötet worden und auch die restlichen fünf Überlebenden befinden sich in Lebensgefahr. Herauszufinden, wer hinter all dem steckt, mit dem Verlust von Brooklyn umzugehen und dabei etliche Dino-Abenteuer zu erleben, fasst die Handlung dieser ersten Staffel ganz gut zusammen. Die deutlich gealterten Figuren sind einer der spannendsten Punkte der Serie. So etwas hatte ich zuvor noch nicht gesehen. Für eine Kindershow ist „Jurassic World: Die Chaostheorie“ recht brutal und auch spannend. Speziell die Raptoren-Frau hat dem Zwergofanten und mir so manchen Schauer über den Rücken gejagt. Die Enthüllung am Ende der letzten Episode steigert die Vorfreude auf die zweite Staffel zudem enorm: 8/10 (7.6) Punkte.

Staffel 2: Tiefer in die Dino-Verschwörung

Die zweite Staffel von „Jurassic World: Die Chaostheorie“ fand ich unter dem Aspekt spannend, als dass wie einerseits die Fortführung der Geschichte der Nublar Six erleben und andererseits über Brooklyns Verbleib aufgeklärt werden. Auch fand ich es interessant, dass mit Soyona Santos eine Figur auftritt, die im letzten Kinofilm eine größere Rolle gespielt hat. Weiterhin mochte ich das erneute Dschungelsetting und die Flussfahrt. Auch das Finale fand ich spannend, da dieses wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und es endlich zu einem Wiedersehen der Freund:innen kommt. Selbst wenn dieses nur von kurzer Dauer ist. Insgesamt eine sehenswerte Fortführung der Geschichte und ich kann mir vorstellen, dass die dritte Staffel nun noch näher an die Filmreihe anschließt: 8/10 (7.7) Punkte.

Staffel 3: Film und Serie berühren sich

Die dritte Staffel spielt zu einem großen Teil bei Bens Freundin in Italien. Hier hatte ich ein wenig das Gefühl, als würde die Handlung auf der Stelle treten. Alles nett und heimelig, aber irgendwie auch etwas langweilig. Brooklyn dagegen darf sich auf Malta mit fiesen Gangstern und Dinos rumschlagen. Die Handlung spielt hier zu großen Teilen auf dem Schwarzmarkt, den wir bereits aus „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ kennen. Überhaupt wächst Film- und Serienhandlung immer weiter zusammen, was man auch am Auftritt von Barry Sembène und Lewis Dodgson merkt, die beide in den Filmen größere Rollen spielten. Gegen Ende werden die Handlungsstränge endlich zusammengeführt und die Geschichte bewegt sich weiter. Die finale Staffel dürfte nun im Hauptquartier von Biosyn spielen und damit an einem weiteren aus den Filmen bekanntem Schauplatz. Weiterhin gute Unterhaltung, aber so langsam kann die Geschichte auch zu ihrem Ende kommen: 7/10 (7.4) Punkte.

Staffel 4: Dramatisches Finale in Filmnähe

Das Finale von „Jurassic World: Die Chaostheorie“ spielt, wie bereits das Finale von „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“, im Biosyn Valley. Wir bewegen uns mit den Nublar Six also durch bekannte Schauplätze und treffen auf bekannte Figuren. Das wirkt alles schlüssig und ich mochte es wirklich sehr, unsere Gruppe wieder vereint in einem Handlungsstrang zu sehen. Der Höhepunkt war für mich jedoch eine lebensbedrohliche Verletzung, welche den Einsatz direkt in die Höhe getrieben hat. Spätestens hier hat sich das animierte Spin-off nicht mehr wie eine Kinderserie angefühlt. Die FSK-6-Freigabe ist absolut lächerlich. Natürlich stirbt letztendlich niemand aus der Riege der Hauptfiguren und dennoch hinterlassen die Ereignisse einen Eindruck. Wenn am Ende alle gemeinsam auf Darius‘ Terrasse sitzen, mussten der Zwergofant und ich an den Start des Abenteuers denken. Schon erstaunlich, wie sich diese Serie entwickelt hat. Ein würdiger Abschluss und fast schon schade, dass mit „Jurassic World: Die Wiedergeburt“ nun eine ganz andere Richtung für das Franchise eingeschlagen wurde: 8/10 (8.1) Punkte.

Fazit

Insgesamt hat mir „Jurassic World: Die Chaostheorie“ noch etwas besser gefallen als die Vorgängerserie „Jurassic World: Neue Abenteuer“ (diese hatte es auf 7.5 Punkte gebracht). Gerade die finale Staffel fand ich ziemlich stark und hat bei mir auch emotional gezündet. Auch der Zwergofant war begeistert, hat er doch seit Beginn der Abenteuer mit den Nublar Six vor fünf(!) Jahren eine mindestens ebenso imposante Entwicklung hingelegt. Nicht nur für Kinder sehenswert: 8/10 (7.7) Punkte. (Zappelinchen: hat diese Serie nicht mit angeschaut; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Harry Potter und die Kammer des Schreckens – OT: Harry Potter and the Chamber of Secrets (2002) (WS1)

Endlich wieder ein Filmabend. Erst der zweite im Dezember. Es sind aber auch volle Wochenenden momentan. Natürlich haben wir mit unserer aktuellen Filmreihe weitergemacht und „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ angeschaut. Darauf hatte ich mich schon den ganzen Tag gefreut. Auch die Kinder waren gespannt, wie denn die Geschichte um den jungen Zauberer weitergeht… 🐍

Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002) | © Warner Home Video

Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002) | © Warner Home Video

Eine gelungene Adaption und Fortsetzung

Chris Columbus bleibt seinem Stil treu. Wie bereits „Harry Potter und der Stein der Weisen“ ist auch diese erste Fortsetzung sehr nah an der Buchvorlage. Zumindest soweit ich mich noch an diese erinnern kann. Trotz seiner knapp drei Stunden Laufzeit fühlt sich der Film nie langatmig an. Das Tempo ist hoch und doch bleibt Zeit für ein paar schöne Charaktermomente. Auch wenn die beiden Columbus-Beiträge die kindgerechtesten Filme der Reihe sind, so ist „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ doch deutlich düsterer als der erste Teil. Ich erinnere mich noch genau an die Freigabediskussionen damals bei Veröffentlichung für den Heimkinomarkt. In Deutschland gab es zunächst nur eine geschnittene FSK-6-Fassung zu kaufen und die ungeschnittene FSK-12-Version musste man aus der Schweiz importieren. In Zeiten des Streamings nicht mehr vorstellbar. Ich habe heute übrigens zum ersten Mal die 4K UHD Blu-ray der Kinofassung gesehen. Lohnt sich.

Obwohl „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ nur ein Jahr nach dem Vorgänger entstanden ist, sind die Effekte doch um einiges besser gealtert. So etwas finde ich immer wieder erstaunlich. Wie schnell sich die Technik doch weiterentwickelt. Auch die jungen Darsteller:innen wirken deutlich älter und das Schauspiel funktioniert besser. Wenngleich der erste Teil auch die Magie des Anfangs besitzt, so ist die Fortsetzung insgesamt doch runder erzählt. Ich mag den Film wirklich sehr, auch wenn die Geschichte nicht zu den stärksten der Reihe zählt. Nun finde ich es fast ein wenig schade, dass wir die warme und kindgerechte Inszenierung eines Chris Columbus hinter uns lassen. Dennoch freue ich mich auf die neuen und düstereren Interpretationen der anderen Regisseure.

Fazit

Wie zu erwarten hatte ich auch heute wieder viel Spaß mit „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“. Auch wenn ich nicht mehr ganz so begeistert bin, wie bei meiner letzten Sichtung vor 18 Jahren. Der Zwergofant fand den Film minimal schwächer als den ersten Teil, das Zappelinchen war dagegen begeistert. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr die folgenden Filme sogar noch besser gefallen. Darüber werde ich bestimmt bald berichten können: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)