The O.C. – Season 3

Nachdem ich die ersten beiden Staffeln der Serie innerhalb kürzester Zeit gesehen habe, zog sich die Sichtung von „The O.C. – Season 3“ im direkten Vergleich doch ein wenig hin. Ich kann gleich verraten, dass dies leider auch an der fallenden Qualität der Serie liegt, doch insgesamt hatte ich auch weiterhin viel Spaß mit den Problemen der Reichen und Schönen aus Orange County. Spoiler sind zu erwarten.

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Bereits mit dem Ende der zweiten Staffel hat sich „The O.C.“ in eine Richtung entwickelt, die mir nicht sonderlich gut gefallen hat: Die Serie wurde übertrieben dramatisch und hat unsere Hauptfiguren in abstruse Situationen gebracht und so agieren lassen, wie man es ihnen zuvor nicht zugetraut hätte. Leider entwickelt sich auch die dritte Staffel in diese Richtung weiter und speziell die Handlungsstränge der Eltern waren mir häufig zu übertrieben dramatisch. Bisher waren Kirsten und Sandy Cohen die moralischen Stützpfeiler und nun plötzlich Alkoholismus und schmierige Geschäfte. Das hat für mich nicht gepasst und der Serie doch einiges an Attraktivität genommen. Wie sieht es bei den Teenagern aus?

Mit Johnny Harper gibt es einen Neuzugang zur Gang, der sich schnell zur tragischsten Figur der Serie entwickelt. Bevor er auf Marissa, Ryan und Co. gestoßen ist, hatte er eine große Sportkarriere vor sich und schien mir ein ganz glücklicher Typ zu sein. Innerhalb nur weniger Episoden sorgen Johnnys neue Bekanntschaften dafür, dass er schwer verletzt wird, seine Sportkarriere aufgeben muss, in Depressionen verfällt und letztendlich tödlich verunglückt. Neben diesem dramatischen Höhepunkt gibt es wieder allerlei Beziehungsdrama zwischen Ryan und Marissa sowie Summer und Seth, was auf Dauer auch ein wenig anstrengend wird, aber zumindest größtenteils unterhaltsam bleibt. Auch die restlichen positiven Aspekte (Auftritte von bekannten Indie-Bands oder Seths Wortwitz) werden leider ziemlich heruntergefahren. Die Serie hat ihren Zenit inzwischen auf jeden Fall überschritten.

Das Finale der Staffel stellt für mich dann leider noch einmal einen Tiefpunkt dar, entledigt man sich darin doch eines Charakters in bester Soap-Opera-Manier bzw. so wie ich mir das eben vorstellte. Jeglicher Aufbau zuvor fällt in sich zusammen, was besonders tragisch ist, hätte es davor doch bereits eine gute Möglichkeit gegeben die Figur aus der Serie zu schreiben, ohne abermals einen überdramatischen Todesfall zu inszenieren. Wirklich sehr extrem schade, dass die Autoren hier den billigsten und effekthascherischsten Ausweg genommen haben.

Insgesamt hatte ich wieder viel Spaß mit meinem inzwischen schon dritten Jahr in Newport Beach. Leider hat sich die Serie in dessen Verlauf immer stärker in Richtung Soap Opera entwickelt, einem Format, das sie während ihrer ersten Staffel noch aufs Korn genommen hat. Ich bin inzwischen tatsächlich froh, dass ich nun nur noch 16 Episoden vor mir habe, denn meine Hoffnungen für diese sind leider eher gering. Gespannt bin ich dennoch, wie die Autoren mit der veränderten Situation umgehen werden und wie sich unsere Gruppe sortiert: 7/10 (6.9) Punkte.

Blutgletscher (2013)

Nach einer ziemlich turbulenten Arbeitswoche ist auch der zweite Monat des Jahres fast schon wieder vorbei. Zum Start in ein langes Wochenende habe ich mir mit „Blutgletscher“ einen österreichischen Genrefilm angeschaut, der schon länger auf meiner Liste stand. Ob unsere Nachbarn den filmischen Vorbildern gerecht werden, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Regisseur Marvin Kren hat mit „Blutgletscher“ ziemlich eindeutig seine Version von John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“ geschaffen: eine abgelegene Forschungsstation, eine Gruppe von Wissenschaftlern und eklige Mutationen. Die Anleihen sind unverkennbar und doch besitzt „Blutgletscher“ durchaus eine gewisse Eigenständigkeit, die natürlich vom Lokalkolorit und den atmosphärischen Bildern lebt. Was den Erzählton angeht, schwankt Krens Horrorfilm zwischen Ernsthaftigkeit und Trash, was erstaunlich gut funktioniert. Wären die Charaktere ein wenig interessanter (leider kann nur Gerhard Liebmanns Janek überzeugen), dann hätte der Film durchaus mehr sein können als nur ein Monsterstreifen.

Es ist wirklich wunderbar zu sehen, wie hier handgemachte Effekte eingesetzt werden, die zwar ein wenig trashig wirken, dabei jedoch unglaublich effektiv sind. Unter diesem Aspekt funktioniert dieser österreichische Genre-Beitrag sogar besser als das CGI-lastige Prequel bzw. Remake „The Thing“ aus dem Jahr 2011: abstruse Monster in einer klassischen Horrorgeschichte, die vor dem Hintergrund des Klimawandels erzählt wird und dabei das für das Genre nötige Maß an Sozialkritik mitbringt. Zwar ist „Blutgletscher“ mehr eklig als spannend, geschweige denn unheimlich, doch ist dieser Umstand dem Unterhaltungswert kaum abträglich. Einzig ein paar Längen im Mittelteil schwächen den positiven Gesamteindruck ein wenig.

Insgesamt kann ich „Blutgletscher“ allen Genre-Freunden nur ans Herz legen. Das Rad wird zwar auch hier nicht neu erfunden, doch ist der Film auf jeden Fall erfrischender als die 08/15-Jump-Scare-Streifen aus der Traumfabrik. Bei der folgenden Wertung ist der nötige, erweiterte Lokalpatriotismus schon mit eingerechnet: 7/10 Punkte.

Ghostbusters – OT: Ghostbusters: Answer the Call – Extended Edition (2016)

Eine weitere anstrengende Arbeitswoche geht zu Ende. Zeit für einen Film. Am besten für einen der Neuzugänge in meiner Sammlung. Die Wahl fiel letztendlich auf den Reboot von „Ghostbusters“ in der erweiterten Fassung und somit auf einen der am meisten diskutierten Filme des letzten Jahres. Als großer Fan des Franchises war ich auch eher skeptisch, doch wollte ich möglichst unbefangen an die Neuauflage herangehen. Ob das geklappt hat?

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Ich liebe den originalen „Ghostbusters“ und seine Fortsetzung. Beide Filme waren damals ein Mythos auf dem Schulhof der Grundschule. Angst vor Spoilern kannte man noch nicht und bevor ich die Filme zum ersten Mal sah, habe ich bereits jedes Detail gekannt. Die Erzählungen und bildhaften Schilderungen ließen die Grusel-Komödien zur Legende werden. Zuletzt habe ich sie vor über 10 Jahren gesehen und sie funktionierten immer noch. Es sind Filme, die ich stets nahe an meinem Herzen tragen werde. Umso skeptischer hätte ich nach der Ankündigung, dass Paul Feig die Regie des Reboots übernimmt, eigentlich sein müssen. Seinen „Brautalarm“ fand ich allenfalls nett und hatte Angst vor einer Überdosis Fäkalhumor.

Als bekannt wurde, dass es einen weiblichen Cast geben solle, ging ein Shitstorm durch das Internet. An mir ging dieser glücklicherweise vorüber, da ich mich größtenteils unter euch bewege, der netten Ecke der filmischen Blogosphäre. Ich fand den Ansatz spannend, denn wenn es schon keine offizielle Fortsetzung geben sollte (eine solche war spätestens mit Harold Ramis‘ Ableben keine Option mehr), dann doch bitte etwas Neues. Ich mag Kristen Wiig und selbst Melissa McCarthy hat ihre Momente. Also einfach einmal abwarten. Dann kam der erste Trailer und erneut flippte das Internet aus, dann irgendwann der Film und die Besprechungen gingen in alle nur erdenklichen Richtungen. Nun gut. Also musste ich mir doch selbst eine Meinung bilden…

Zunächst einmal war ich erstaunt, wie sehr sich der Film teils wie die damalige Reihe anfühlt. Ich kann das nicht einmal an etwas Konkretem festmachen, denn weder die Effekte, noch die Musik oder die Darstellerinnen haben sonderlich viel mit den Originalen gemeinsam. Nein, es liegt auch nicht an den erzwungenen Referenzen. Vermutlich ist es Paul Feig und Co. einfach gelungen – Achtung, Wortspiel! – den Geist von „Ghostbusters“ einzufangen: Ja, ich hatte Spaß mit dem Film. Ich mochte die Dynamik unter den Geisterjägerinnen und auch der Humor hat größtenteils gezündet. Nein, die Geschichte nicht und der Song von Fall Out Boy war eine Katastrophe (und ich mag Fall Out Boy). Wo ist nur Ray Parker, Jr. wenn man ihn braucht?

Was für ein Wirbel wurde um diesen Film gemacht! Dabei zerstört er weder das Original, noch ist er eine Beleidigung für Neueinsteiger. Tatsächlich ist der 2016er „Ghostbusters“ eine unterhaltsame Fantasy-Komödie, die einfach Spaß macht. Ich würde mich tatsächlich über eine Fortsetzung freuen, auch wenn diese vermutlich nie gedreht werden wird. Wie kann man einen Film nur so hassen? Dafür ist er viel zu belanglos und nein, er wird keine neue Welle für die Geisterjäger lostreten. Schade eigentlich: 7/10 Punkte.

Maze Runner: Die Auserwählten in der Brandwüste – OT: Maze Runner: The Scorch Trials (2015)

Aktualisierung: Ich habe „Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth“ am 18. August 2020 und am 11. Januar 2025 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

An diesem langen Wochenende, an dem alles anders kommt als geplant, habe ich es zumindest auch heute geschafft einen Film zu schauen. Wenn auch mit mehreren Unterbrechungen. Die Wahl fiel auf „Maze Runner: Die Auserwählten in der Brandwüste“, der bereits seit geraumer Zeit ungesehen im Regal stand. Seit meiner Sichtung des ersten Teils „Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth“ habe ich auch die Trilogie fertig gelesen und war somit gespannt, wie Regisseur Wes Ball den zweiten Teil auf die große Leinwand transportiert…

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Maze Runner: Die Auserwählten in der Brandwüste (2015) | © 20th Century Fox

Bereits im Vorfeld habe ich davon gelesen, dass der Film ziemlich von James Dashners Vorlage „Die Auserwählten in der Brandwüste“ abweicht. Dies hat meine Vorfreude nicht gerade gesteigert, speziell da ich auch von den Änderungen des ersten Films im Vergleich zur Vorlage nicht sonderlich begeistert war. Und ja, außer den Figuren, dem Setting und der groben Rahmenhandlung hat „The Scorch Trials“ nicht mehr viel mit dem Roman gemein. Erstaunlicherweise funktioniert der Film dennoch – oder gerade deshalb? – ziemlich gut und ließ auch mich als Buchkenner mitfiebern. Hier zeigt sich einmal mehr, dass es kaum einen richtigen oder falschen Weg gibt, wenn Romane adaptiert werden. Der Kern der Geschichte muss rüberkommen, alles andere richtet sich wohl nach der Art des Buches und der Vision des Regisseurs.

Im Grunde erzählt auch die Verfilmung eine typische Dystopie, streut ein paar Monster ein, die einmal mehr an Zombies erinnern, und lässt uns an der Reise unserer Helden zum vermeintlich sicheren Hafen teilhaben. Das alles ist flott inszeniert und zu keiner Sekunde langweilig. Speziell möchte ich die Spezialeffekte loben, für die Wes Ball definitiv ein Händchen hat. Obwohl vieles dem Computer entspringt, wirkt die Welt doch echt und dreckig. Auch wenn keine komplett neuen Bilder geschaffen werden, so habe ich mich daran doch nicht satt gesehen. Unser Ensemble wird durch etliche neue Schauspieler ergänzt, so geben unter anderem Aiden Gillen („Game of Thrones“), Giancarlo Esposito („Breaking Bad“) und Alan Tudyk („Firefly“) ihr Stelldichein.

Fazit

Auch wenn die Verfilmung in Teilen stark von ihrer Vorlage abweicht, so hatte ich doch das Gefühl eine würdige Umsetzung zu sehen. Viel Neues gibt es nicht in der Young-Adult-Welt, doch hatte ich damit mehr Spaß als mit dem Finale der „The Hunger Games“-Reihe. Wenn sich auch der dritte Teil seine Eigenständigkeit bewahrt, könnte er mir sogar besser gefallen als der Abschluss der Vorlage. Ich werde auf jeden Fall reinschauen und hoffe auf ebenso gelungene Unterhaltung: 7/10 Punkte.

Erlösung – OT: Flaskepost fra P (2016)

Nachdem es in meinem Blog in den letzten Wochen sehr still war, was Filme angeht, kann ich heute von meiner Sichtung des Thrillers „Erlösung“ berichten. Diese inzwischen schon dritte Verfilmung eines Jussi-Adler-Olsen-Romans ist zugleich auch der jüngste Neuzugang in meiner Sammlung und ich war gespannt, wie sie sich im Vergleich zur Vorlage schlägt. Diese habe ich erst vor drei Monaten gelesen und kann mich folglich noch sehr gut an die Details erinnern. Welches Medium liegt nur also vorne: Buch oder Film?

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Die beiden Vorgänger „Erbarmen“ und „Schändung“ haben mir trotz gewisser Abweichungen zu ihren Vorlagen sehr gut gefallen. Sie haben die Atmosphäre der Bücher perfekt getroffen und den Kern der Geschichte wunderbar destilliert. Auch der dritte Fall kann durchaus überzeugen, wenngleich mir die Handlung zum ersten Mal zu vereinfacht vorkam. Die Prämisse hat sich nicht verändert, jedoch fehlen viele Aspekte, welche die Geschichte des Romans für mich so spannend machten. Ich mag hier gar nicht allzu sehr ins Detail gehen, doch denke ich dabei z.B. an das frühe Involvieren der Ermittler, während im Buch eher die Nebenfiguren bzw. die augenscheinlichen Opfer ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen durften.

Auch die Vergangenheit und Motivation des Täters wird nur in sehr vereinfachter Form wiedergegeben, was ich sehr schade fand. Dadurch wurde viel von der Intensität genommen. Natürlich kann man von einem Spielfilm in Standardlänge nicht erwarten, dass er die Handlung eines Romans 1:1 widerspiegelt. Häufig sind Kürzungen auch sinnvoll und nicht jede Dramaturgie funktioniert in jedem Medium. Was der Film letztendlich erzählt funktioniert auch sehr gut und vermutlich würde mein Urteil mit ein wenig mehr Abstand milder ausfallen. So jedoch komme ich nicht umhin zu denken, dass auch hier einmal mehr die Serie das bessere Erzählmedium gewesen wäre.

Kenner der Vorlage werden in „Erlösung“ die wichtigsten Aspekte der Vorlage wiederfinden und einen spannenden Film sehen. Die Charaktere sind nach wie vor sehr nahe an den Figuren des Romans dran und die Schauspieler machen ihre Sache wirklich gut. Die Kameraarbeit ist gelungen und lässt diesen Krimi tatsächlich nach Kino aussehen. Auch inhaltlich wird nach wie vor eine packende Geschichte erzählt, die jedoch nur an der Oberfläche des Möglichen kratzt. Für mich leider die bisher schwächste Verfilmung der Reihe, auch wenn die meisten Kritiker das anders sehen: 7/10 Punkte.

Predators (2010) (WS1)

Nach einer unfassbar anstrengenden Woche liegt ein vollgestopftes Wochenende vor mir, bevor es kommende Woche auch wieder so richtig rund geht. Puh. Da ich heute Abend Strohwitwer bin, habe ich mit „Predators“ sogleich für die richtige Art von Entspannung gesorgt. Charaktere und Action wie aus den 80er Jahren, ein völlig sinnbefreites Drehbuch und eines meiner Lieblingsmonster. Ob das reicht, um komplett abzuschalten und den Alltag hinter sich zu lassen?

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Zugegebenermaßen wusste ich bereits von meiner Sichtung vor gut fünf Jahren was mich erwartet. Keine Überraschungen also, doch war ich gespannt wie Nimród Antals späte Fortsetzung wirkt, nachdem ich mit „Predator“ und „Predator 2“ die beiden ikonischen Vorgänger nach ganz frisch im Kopf habe. Der Film funktioniert. Sei es John Debneys Score, der es perfekt schafft Alan Silvestris Original fortzuführen oder das Dschungel-Setting, das natürlich sofort an den ersten Teil des Franchises erinnert. Diese Robert-Rodriguez-Produktion atmet den Geist der Vorgänger.

Meine Erinnerungen an den Film waren, was Details angeht, schon ziemlich verblasst und somit war ich überrascht neben Adrien Brody noch Walton Goggins („The Hateful Eight“), Topher Grace („That ’70s Show“) und Laurence Fishburne zu entdecken. Ein wirklich illustrer Cast, der sich durchaus spielfreudig den titelgebenden Predatoren gegenüberstellt. Diese sind natürlich die heimlichen Stars des Films und man bekommt ein paar neue Facetten zu sehen, wenngleich in dieser Hinsicht auch noch einiges mehr möglich gewesen wäre. Neben derber Action und schönen Landschaftsaufnahmen hat der Film dann leider doch nicht mehr so viel zu bieten.

Insgesamt hatte ich erneut sehr viel Spaß mit „Predators“, der eine wirklich gelungene Ergänzung des Franchises darstellt. Da ich mit der Reihe nun durch bin, werde ich mich demnächst wohl noch einmal an die beiden Crossover-Filme „Alien vs. Predator“ und „Aliens vs. Predator: Requiem“ heranwagen. Der Vollständigkeit halber. Wie ich mich kenne, dauert das ohnehin ein paar Jahre und ich kann zuvor hoffentlich Shane Blacks geplanten Reboot „The Predator“ im Kino bestaunen. Lust darauf hätte ich im Moment auf jeden Fall enorm: 7/10 Punkte.

Life in Pieces – Season 1

Mit diesem Blogeintrag kann ich endlich einmal wieder über meine Erfahrungen mit einer relativ neuen Serie berichten. Die Comedy „Life in Pieces – Season 1“ war – wie so viele Serien vor ihr – eine Empfehlung des werten Herrn Inishmore, weshalb ich höchst erfreut war, dass die Serie bei Amazon Prime in das Programm aufgenommen wurde. Ob meine hohen Erwartungen erfüllt werden konnten?

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Von den ersten Episoden war ich tatsächlich ziemlich begeistert. Endlich einmal wieder eine nette Familien-Comedy im Stil von „Modern Family“. Der Kniff bei „Life in Pieces“ ist, dass die Serie tatsächlich in Pieces erzählt wird: Jede Episode besteht aus vier Kurzgeschichten, die jeweils den Fokus auf einen Teil der Familie Short-Hughes setzt. Dazwischen gibt es meist keine übergreifende Handlung, so dass die Geschichten für sich alleine stehen. Dies ist unter anderem auch mein größer Kritikpunkt und die Serie würde für mich deutlich besser funktionieren, wenn sie klassisch erzählt würde, d.h. verschiedene Handlungsstränge, die parallel erzählt werden, und die sich an bestimmten Stellen überschneiden. Das Konzept der Kurzgeschichten ist auf Dauer leider ziemlich repetitiv.

Neben diesem formalen Aspekt hatte ich viel Spaß mit der bunten Familie. Es gibt sympathische Charaktere, die allesamt von sehenswerten Schauspielern verkörpert werden: Unter anderem gibt es Colin Hanks (Preston, „King Kong“), Betsy Brandt (Marie Schrader, „Breaking Bad“) und Thomas Sadoski (Don Keefer, „The Newsroom“) in den Hauptrollen zu sehen. Das Zusammenspiel ist launig, doch irgendwann war bei mir der Punkt erreicht, dass mir viele Geschichten zu platt wurden. Ich wurde zwar unterhalten, doch wirklich viel gelacht habe ich im letzten Drittel der Serie nicht mehr.

Insgesamt ist „Life in Pieces“ ein netter Neuzugang unter den Comedy-Serien, jedoch hatte ich mir tatsächlich mehr erhofft. Inzwischen ist auch die zweite Staffel angelaufen und ich werde bestimmt auch hier reinschauen, da mir die Charaktere ans Herz gewachsen und einige Episoden wirklich lustig sind. Ich hoffe nur die Autoren werden in Zukunft ein wenig einfallsreicher und brechen die strikte Segmentierung der Serie auf – das Finale macht Lust auf mehr: 7/10 (7.4) Punkte.

Coma (1978)

Was für ein Urlaub. Die Kinder krank, das Wetter mies und nun hat es auch noch mich erwischt. Dabei hatte ich so große Hoffnungen für diese Woche. Wenigstens ein Plan geht auf: Ich schaue fast jeden Abend einen Film. Heute fiel die Wahl auf Michael Crichtons „Coma“ aus dem Jahr 1978. Ich mag Crichtons Art Geschichten zu erzählen und habe eine Schwäche für Sci-Fi-Thriller aus den 70er Jahren. Wie diese (für mich) Neuentdeckung abschneidet, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Nach dem Film war ich tatsächlich erstaunt zu lesen, dass es sich bei der Vorlage zu „Coma“ nicht um einen Roman des Autoren und Regisseurs selbst handelt. Die Geschichte um sich häufende Fälle von plötzlich auftretenden Komas fällt mit ihren leichten Sci-Fi-Anleihen und dem medizinischen Setting voll und ganz in sein Beuteschema. Somit ist es nicht verwunderlich, dass Crichton aus der Prämisse einen geradlinigen Thriller strickt, der vor allem durch seine – von Geneviève Bujold sehr mitreißend gespielt – Heldin überzeugen kann.

In manchen Szenen wirkt „Coma“ auch heute noch höchst aktuell und frisch, andere dagegen können die beinahe 40 Jahre seit dem Dreh nicht verbergen. Letzteres macht aber auch den Charme des Thrillers aus, der heute bestimmt viel atemloser inszeniert worden wäre. Ich mochte die ruhigen Szenen zwischen den Charakteren und auch die große Enthüllung im Jefferson Institut weiß heute noch zu beeindrucken. Leider jedoch bleibt inhaltlich zu viel auf der Strecke und ich hätte mir ein wenig mehr als nur eine spannende Detektivgeschichte im medizinischen Umfeld gewünscht.

Mich hat „Coma“ wirklich gut unterhalten, was speziell am gelungenen Zusammenspiel von Geneviève Bujold und Michael Douglas lag. Auch war es unterhaltsam damals noch unbekannte Schauspieler wie Ed Harris oder Tom Selleck in unbedeutenden Nebenrollen zu entdecken. Inhaltlich ist der Film auch heute noch aktuell und mitreißend, jedoch sollte man sich auch nicht zu viel von der doch eher simplen Thriller-Handlung erwarten: 7/10 Punkte.

The Visit (2015)

Halloween steht vor der Tür, der Horrorctober neigt sich seinem Ende zu. Ich habe somit den heutigen Abend genutzt, um mir mit „The Visit“ einen weiteren Genrefilm anzusehen. Teils wurde er als M. Night Shyamalans Rückkehr zu alter Größe gefeiert, teils habe ich von einem großen Reinfall gelesen. Wie ich den Film wahrgenommen habe, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Zunächst einmal muss ich festhalten, dass ich im Vorfeld nicht wusste in welchem Stil „The Visit“ gedreht wurde. Ob man hier nun von Found Footage oder Mockumentary sprechen möchte, ist wohl Auslegungssache: Auf jeden Fall steht eine subjektive Kamera im Mittelpunkt. Wir erleben die Geschichte aus der Perspektive zweier Kinder, die zum ersten Mal ihre Großeltern besuchen. Obwohl schon recht bald ziemlich unheimliche Dinge geschehen, kommt der Humor nicht zu kurz, was bisweilen an Sam Raimis Genre-Hybriden „Drag Me to Hell“ erinnert. Auch wenn sich somit kein stringenter Ton durch den Film zieht, lag für mich jedoch genau darin der Reiz: Ich wurde köstlich unterhalten und hatte gleichzeitig wirklich große Angst. Horror-Hassliebe par excellence.

Was die Handlung von „The Visit“ angeht, so darf man sie keiner genaueren Analyse unterziehen. Während des Films kamen mir jedoch keine Logiklöcher in den Sinn und ich konnte mich voll und ganz von den Geschehnissen mitreißen lassen. Danach musste ich noch einmal nachschauen, ob ich richtig gelesen hatte und der Film wirklich ab 12 Jahren freigegeben ist. Er ist es. Unfassbar. Ich wäre als 12-jähriger gestorben. Wieder einmal ein deutliches Zeichen, dass die FSK kein aussagekräftiges Maß vorgibt und ich als Elternteil wohl jeden Film vorab überprüfen muss, den meine Kinder je bis zu ihrem 18. Geburtstag sehen werden…

Für mich hat M. Night Shyamalan („The Village“) mit „The Visit“ tatsächlich wieder abgeliefert und ich würde mir wünschen, dass er in Zukunft mehr in Richtung Horror und Komödie geht. Sicher kein Film für die Genre-Hall-of-Fame, doch auf jeden Fall einen knapp 90-minütigen Besuch wert: 7/10 Punkte.

Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 2 – OT: The Hunger Games: Mockingjay – Part 2 (2015)

Aktualisierung: Ich habe „Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 2“ am 9. Februar 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nach einem extrem ruhigen Samstag habe ich heute Abend mit „Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 2“ eine der populärsten Filmreihen der letzten Jahre abgeschlossen. Wie bereits bei „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ hat man sich in Hollywood auch bei diesem Finale für eine Zweiteilung entschieden. Ob dies der Geschichte letztendlich zugute kommt, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Das Teil 2 im Titel sollte man wirklich ernst nehmen, denn es gibt keinen Prolog oder eine Aufarbeitung der Geschehnisse des ersten Teils. Man wird direkt in die Handlung hineingeworfen, die auch nahtlos an den Vorgänger anschließt. Hier fühlte ich mich eher an eine weitere Episode einer TV-Serie als an einen für sich stehenden Kinofilm erinnert – und für sich alleine steht „The Hunger Games: Mockingjay – Part 2“ auch wirklich nicht. Schadet das der Geschichte oder wirken die Handlungselemente zu sehr ausgewalzt? Nein. Und dennoch fühlt sich diese Struktur für einen Film falsch an. Vermutlich ist das aber auch ein Zugeständnis an die Popularität des seriellen Erzählens, wie wir es in den letzten Jahren kennengelernt haben.

Wie bereits die vorangegangenen Teile ist auch die Verfilmung der zweiten Hälfte von „Die Tribute von Panem: Flammender Zorn“ eine detailgetreue Bebilderung der Geschehnisse der Vorlage. Manche Bilder hätten 1:1 aus meiner Vorstellung stammen können. Ich mochte die Actionszenen und auch die ruhigen Charaktermomente, die es in einem einzigen Film wohl nicht in dieser Fülle gegeben hätte. Dennoch lässt mich der Abschluss der „The Hunger Games“-Reihe ein wenig unbefriedigt zurück, wirkt das Finale doch weniger emotional als ich es aus der Buchvorlage in Erinnerung hatte. Wenn man die Filme tatsächlich getrennt betrachten will, ist es für mich aktuell der schwächste Teil des Franchises:

  1. „Die Tribute von Panem: Catching Fire“
  2. „Die Tribute von Panem: The Hunger Games“
  3. „Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1“
  4. „Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 2“

Letztendlich dürfte man als Kenner der Vorlage, so man an ihr denn gefallen gefunden hat, auf jeden Fall auch Spaß mit dieser Verfilmung haben. Neuerungen, oder eine Wirkung über die Genre-Grenzen hinaus, sollte man aber nicht erwarten. Ich habe mich über den runden Abschluss gefreut und werde irgendwann bestimmt noch einmal zur gesamten Reihe zurückkehren, auch weil mir die ersten Teile deutlich stärker im Gedächtnis geblieben sind: 7/10 Punkte.