Havoc (2025)

Was macht man als Filmliebhaber, der in den letzten Jahren alle harten Filme verpasst hat, weil er nur noch Filme mit der Familie schaut (und das wohlgemerkt freiwillig und gerne), an einem freien Abend? Natürlich noch einen zweiten Film raussuchen. Nachdem ich bereits „Predator: Killer of Killers“ geschaut hatte, habe ich direkt noch Gareth Evans‘ „Havoc“ nachgeholt. Wie mir die Schlachtplatte gefallen hat? 🚔

Havoc (2025) | © Netflix

Havoc (2025) | © Netflix

Düstere und ultrabrutale Comic-Action

Mit „The Raid: Redemption“ hat Gareth Evans einen modernen Klassiker inszeniert und eine ganze Welle an beinharten Actionfilmen aus dem asiatischen Raum losgetreten. Der ultrabrutale Höhepunkt war bisher wohl „The Night Comes for Us“, welcher in verschiedenster Hinsicht Maßstäbe gesetzt hat. Mit „Havoc“, der sich jahrelang in der Produktionshölle befand, ist Gareth Evans wieder zu der Art Film zurückgekehrt, mit der er seinen ersten großen Erfolg feiern durfte. Dieses Mal befinden wir uns jedoch in einer nicht näher benannten amerikanischen Großstadt, die am ehesten an Gotham City erinnert. Kein Wunder, dass sich Tom Hardy hier wohlfühlt. Die Stadt wirkt wie ein überstilisierter Sündenpfuhl, was durch den übermäßigen CGI-Einsatz noch unterstrichen wird. Dabei muss ich allerdings sagen, dass ich diesen weit nicht so schlimm fand, wie man teils lesen kann. Die Künstlichkeit der Bilder passt irgendwie zur comichaft übertriebenen Atmosphäre.

Die Geschichte ist im Prinzip ein 08/15-Gangsterdrama mit korrupten Polizisten und ein paar jungen Erwachsenen, die zwischen die Fronten geraten. Im Grunde lebt „Havoc“ von zwei großen Actionszenen, welche atemlos und atemberaubend inszeniert sind. Das hat Gareth Evans wirklich drauf und wenn man Spaß an comichaft überzogener Gewalt hat, dann macht sowohl der Kampf im Nachtclub als auch das Finale in der Waldhütte enorm viel Spaß. Tom Hardy passt perfekt in diese Rolle und man merkt, dass er ein erfahrener Kampfsportler ist. Die Kämpfe sind wahrlich brachial und schmerzhaft anzusehen. Auch hier fällt das CGI-Blut in manchen Momenten auf, doch für mich war das nicht schlimm oder groß ablenkend. Geschmerzt hat mich eher so mancher Dialog oder wie sich die Geschichte teils entwickelt. Hier ist wenig Substanz vorhanden, was schade ist. Somit wird mir außer den ultrabrutalen Kampfszenen nur wenig in Erinnerung bleiben. Diese aber auf jeden Fall.

Fazit

„Havoc“ ist ein Film, bei dem der Name Programm ist. Lasst euch von den teils zu harten Kritiken nicht abschrecken. Der Film ist wahrlich nicht perfekt und hat so seine Probleme, doch darüber hinaus bietet er harte Action-Unterhaltung, wie man sie von Gareth Evans gewöhnt ist. Ich hatte meinen Spaß damit: 7/10 Punkte.

Die drei ??? und der Karpatenhund (2025)

Heute hat meine Schwägerin ihren Weihnachtsgutschein eingelöst und ihre drei Kinder waren bei uns. Nach viel Pizza war die Frage, ob lieber ein Film- oder  ein Spieleabend gewünscht sei und die Wahl fiel quasi auf beides: Zunächst haben wir uns „Die drei ??? und der Karpatenhund“ angeschaut und dann noch ein paar Runden „Stadt Land Vollpfosten“ in der Girls Edition gespielt. Wie hat uns der Film gefallen? 🌴

Die drei ??? und der Karpatenhund (2025) | © Sony Pictures

Die drei ??? und der Karpatenhund (2025) | © Sony Pictures

Ein ausführlicher Besuch in Rocky Beach

Vor ziemlich exakt drei Jahren hatten wir uns noch den Vorgänger „Die drei ??? – Erbe des Drachen“ noch im Kino angeschaut. Damals hatte ich noch bemängelt, dass die deutschen Schauspieler:innen in der kurzen Rocky-Beach-Sequenz ein wenig fehlplatziert wirkten. Danach wechselte der Schauplatz und es ging nach Transsylvanien, wo sich alles schon viel natürlicher angefühlt hat. „Die drei ??? und der Karpatenhund“ spielt nun jedoch komplett in Rocky Beach, was abermals befremdlich ist, denn Florian Lukas oder Jördis Triebel wirken einfach nicht sehr amerikanisch. Aber nun gut, das muss man als Zuschauer:in eben als gegeben hinnehmen. Wenn dann noch Ulrich Tukur auftaucht, ist klar, dass man sich hier in der Welt der Hörspiele befindet und nicht den tatsächlichen USA. Glücklicherweise muss man sagen.

Der Fall um den Karpatenhund hat einen netten Aufbau, befinden wir uns doch zu jeder Zeit im Mikrokosmos einer Wohnanlage. Ich kenne die Vorlage nicht, kann mir aber gut vorstellen, dass dies auch im Hörspiel sehr gut funktioniert. Der Fall ist teils durchaus spannend und nett konstruiert. Die Auflösung am Ende fand ich ein wenig zu einfach, aber man darf eben auch nicht vergessen, dass es sich hierbei um Kinder- bzw. Jugendkrimis handelt. Unterhaltsam ist all das durchaus und ich fand die Geschichte insgesamt wohl sogar einen Tick runder als „Die drei ??? – Erbe des Drachen“. Die Schauspieler der drei Detektive machen ihre Sache erneut gut, doch drängt nun vermutlich schon die Zeit, denn irgendwann werden sie zu alt für Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews sein. Gut, dass „Die drei ??? – Toteninsel“ schon nächste Woche in den Kinos anläuft.

Fazit

Die fünf Kinder hatten viel Spaß mit „Die drei ??? und der Karpatenhund“. Das Zappelinchen war sogar ziemlich begeistert. Es wurde viel gelacht und gefühlt kiloweise Süßigkeiten gefuttert. Ein erweiterter Filmabend also. Auch ich mochte die Fortsetzung durchaus, wenngleich wir so langsam aus dieser Art von Geschichte herauszuwachsen scheinen (vielleicht hängt dieser Eindruck auch mit der parallelen Sichtung von „Stranger Things“ zusammen). Gute Unterhaltung: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind – OT: Fantastic Beasts and Where to Find Them (2016) (WS1)

Das Winterwunderland hält uns weiter voll im Griff. Fast könnte man von verzögerter Weihnachtsstimmung sprechen. Somit haben wir uns heute zum zweiten Filmabend des Jahres vor dem Fernseher versammelt und „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ eingelegt. Nach unserem „Harry Potter“-Marathon im Dezember ging es also zurück in die magische Welt. Wie uns die Reise gefallen hat? 🧳

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016) | © Warner Home Video

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016) | © Warner Home Video

Ein (zu) effektgeladenes Prequel mit Charme

Ich habe „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ vor acht Jahren schon einmal gesehen. Damals hat mir der Film recht gut gefallen, wenngleich er für mich auch nicht an die Hauptreihe anschließen konnte. Ich kann direkt vorwegnehmen, dass mein Eindruck nach der heutigen Sichtung ein recht ähnlicher ist: Ich mochte die erste Hälfte sehr gerne, die sich hauptsächlich um die Ankunft Newt Scamanders in New York City dreht. Seine phantastischen Tierwesen sind tatsächlich ziemlich fantastisch und auch die Dynamik mit seinem neuen No-Maj-Freund hat mir wieder wirklich gut gefallen. Es sind die kleinen Details der Zauberwelt, die ich mochte: Das magische Tischdecken, die Unterschiede zwischen der amerikanischen und der britischen Zauberwelt usw. Dort hatte mich David Yates‘ Film, der zudem ausgesprochen gut aussieht. Ein perfektes Prequel also?

Inhaltlich ist das wohl der Punkt, der mich am meisten stört: „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ wirkt etwas unentschlossen, ob er nun eine große Prequel-Geschichte rund um Gellart Grindelwald erzählen soll oder doch eher einen kleinen und verspielten Ausflug in die Welt der phantastischen Tierwesen. Zudem war mir der Action-Anteil im letzten Drittel deutlich zu hoch. Weniger CGI-Bombast wäre definitiv mehr gewesen. Auch kann ich die FSK-Einstufung einmal wieder nicht nachvollziehen. Mit sechs Jahren hätten sowohl ich als auch meine Kinder Albträume gehabt. Am Ende kommt es natürlich zur großen Überraschung, welche aber auch irgendwie verpufft. Mal sehen, wie der Prequel-Aspekt nun in den folgenden Filmen ausgebaut wird. Ich befürchte nämlich, dass die Reise genau dorthin gehen wird.

Fazit

Ich hatte größtenteils wieder viel Spaß mit „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“. Auch erkenne ich an, dass es schwierig ist, dem Erfolg der „Harry Potter“-Filme nachzueifern. David Yates hat vieles richtig gemacht, doch ob das alles wirklich nötig gewesen ist? Das kann man sich gerade bei Prequels immer fragen. Den Kindern hat der Film deutlich besser gefallen, doch auch ich freue mich nun auf die beiden weiteren Teile: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Harry Potter und der Orden des Phönix – OT: Harry Potter and the Order of the Phoenix (2007) (WS2)

Nach einem recht entspannten Samstag zwischen den Jahren ging es abends natürlich mit unserer aktuellen Filmreihe weiter: „Harry Potter und der Orden des Phönix“ gehört zu den Filmen des Franchises, die ich schon mehrfach auf meinem Blog besprochen habe. Weil sie einfach in diese Zeitspanne fallen. Da möchte ich gar nicht drüber nachdenken, was das über mein Alter aussagt. Also lieber zum Film… 🔮

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) | © Warner Home Video

Ein zu effizient erzählter Mittelteil

Mit David Yates sitzt hier erstmals der Regisseur auf dem Regiestuhl, der den größten Teil der „Harry Potter“-Filme inszeniert hat. Dabei hat er die Reihe interessanterweise am wenigsten geprägt. Yates ist ein famoser Handwerker, der viel von Alfonso Cuaróns etabliertem Stil aufgreift. Der Look ist stimmig und auch die Geschichte wird greifbar. Dabei ist „Harry Potter und der Orden des Phönix“ das dickste Buch der Reihe, die Verfilmung jedoch die kürzeste. Somit bleibt vermutlich (ich kann mich kaum noch an die Vorlage erinnern) einiges auf der Strecke und auch die Essenz fühlt sich stark eingedampft an. Als würde Yates die einzelnen Stationen nur abhaken.

Was gezeigt wird sieht toll aus und ist auch wirklich stimmungsvoll umgesetzt. Einzig würde ich mir wünschen, dass wir an den Schauplätzen ein wenig länger verharren dürften. Selbst der große Verlust des Films wirkt viel zu schnell abgehandelt. Es gibt keine Zeit für Trauer. Zudem erinnern die Zauberkämpfe eher an Sci-Fi-Blaster-Schüsse oder auch „Ghostbusters“-Action und weniger an heraufbeschworene Magie. Auch hier wird viel der zeitlichen Effizienz geopfert. Fantastisch fand ich dagegen Dolores Umbridge, welche großartig von Imelda Staunton (u.a. „The Crown“) verkörpert wird. Eine wahrlich hassenswerte Figur. Auch der erneut aufziehende Faschismus ist ein großer Teil der Geschichte und selbst in der verkürzten Version wird die Bedrohung greifbar. Heute leider relevanter denn je.

Fazit

Auch wenn David Yates „Harry Potter und der Orden des Phönix“ zu wenig Raum gibt, und ich nicht mehr so angetan bin wie bei der letzten Sichtung vor 16 Jahren, so funktioniert die Geschichte und Inszenierung dennoch. Neue Impulse darf man hier allerdings nicht erwarten und doch ist es ein Kunststück die ausufernde Geschichte auf gut zwei Stunden einzudampfen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Avatar: Fire and Ash (2025)

Schon vor Wochen hatten wir diesen Kinobesuch geplant. So etwas passiert nicht mehr häufig. Eines muss man James Cameron lassen: Event-Kino kann er. Zwei Tage vor Weihnachten haben wir uns also zusammen mit der Patin des Zwergofanten aufgemacht, um „Avatar: Fire and Ash“ im IMAX zu sehen. Auf dem Weg dorthin ist mir wieder meine kaputte Zeitwahrnehmung aufgefallen: Es soll schon drei Jahre her sein, dass wir in gleicher Konstellation den Vorgänger geschaut haben? 🔥

Avatar: Fire and Ash (2025) | © 20th Century Studios

Avatar: Fire and Ash (2025) | © 20th Century Studios

Ein Film wie der DLC zum imposanten Vorgänger

Ich mochte „Avatar: The Way of Water“ sehr gerne. Die 13 Jahre seit dem ersten Teil waren in jeder Hinsicht spürbar: Die Technik war noch beeindruckender, wir haben verschiedene Ökosysteme auf Pandora besucht und sind neuen Figuren begegnet. „Avatar: Fire and Ash“ versprach nun Ähnliches: Eine Feuerwelt, neue Bösewichte und bestimmt wieder atemberaubende Action. Letztendlich bekommen wir auch genau das. Andererseits aber auch wieder nicht. Mit dem Feuervolk lernen wir eine neue Bedrohung kennen. Gerade das dynamische Duo aus Col. Miles Quaritch und Varang fand ich extrem gelungen. Eine herrliche Dynamik, die einfach nur drüber war und mir unfassbar viel Spaß bereitet hat. Großartig! Leider jedoch ist die Feuerwelt nur ein Nebenschauplatz und zu bestimmt 80% bekommen wir die bereits etablierten Schauplätze zu sehen. Und nicht nur diese, auch die Struktur des Films folgt stark der des Vorgängers. Besonders spürbar war dies bei der Endschlacht, die erneut auf dem Wasser stattfindet und wie eine Kopie des Finales von „Avatar: The Way of Water“ wirkte. Plus Feuerkrieger. Wie der DLC (Downloadable Content) eines Videospiels.

Trotz meiner Kritik an der Wiederholung bekannter Elemente, besitzt „Avatar: Fire and Ash“ dennoch einige Stärken: Ich mochte die fliegenden Händler sehr gerne. Das war eine imposante Sequenz und auch die Action hat mir hier sehr gut gefallen. Auch der Angriff auf die Stadt der Menschen war famos. Ein schöner Kontrast zu bereits etablierten Schauplätzen. Auch die Figuren sind mir wieder ans Herz gewachsen. Emotional hat der Film für mich durchaus funktioniert. Gerade der Konflikt zwischen Jake, Quaritch und Spider. Nur dass wir am Ende wieder keine Auflösung bekommen, sondern quasi genau dort stehen, wo wir bereits den Vorgänger hinter uns gelassen haben, fand ich recht unbefriedigend. Für den vierten Teil muss sich Cameron nun aber wirklich etwas Neues überlegen, sonst könnte es selbst bei den wohlgesonnenen Fans eng werden. Dann vielleicht auch etwas knapper erzählen, denn eine halbe Stunde weniger hätte dem Film bestimmt gut getan. Vielleicht spricht da aber auch nur der alte Mann mit Rückenschmerzen aus mir, dem dreieinhalb Stunden im Kinosessel zu lang und unbequem waren.

Hat sich IMAX mit 3D und HFR gelohnt?

Ja und nein. IMAX und 3D waren famos. Die schiere Größe der Leinwand hat das Eintauchen in die Welt von Pandora leicht gemacht. Rausgerissen hat mich dagegen wieder HFR. Ich verstehe es einfach nicht: Teils war der Wechsel zwischen den klassischen 24 Bildern pro Sekunde und HFR mit 48 Bildern pro Sekunde einfach nicht nachvollziehbar. Da wurden Dialogszenen in HFR abgebildet, die dann nur noch nach Seifenoper aussahen, während Actionszenen fast schon ruckelig liefen. Am liebsten hätte ich eine durchgehende 24-fps-Fassung gesehen. Oder zur Not auch den Film komplett in HFR. Der Wechsel dagegen hat die Immersion oft zerstört. In manchen Szenen hat „Avatar: Fire and Ash“ eher wie ein Videospiel gewirkt. Passt dann auch irgendwie zum inhaltlichen DLC-Eindruck. Dennoch insgesamt visuell wieder extrem beeindruckend und der weite Weg hinunter bis zum IMAX hat sich auf jeden Fall wieder gelohnt:

Fazit

Auch wenn „Avatar: Fire and Ash“ eher wie ein Nachklapp zum Vorgänger wirkt, so hatte ich doch wieder sehr viel Spaß mit dem Film. Pandora sieht einfach fantastisch aus und die Action weiß zu überzeugen. Quaritch und Varang sind zudem herrliche Gegenspieler:innen und waren mein Highlight des Films. Hinzu kommt wieder eine große Portion Ethnokitsch, hinter der sich allerdings eine gute Botschaft verbirgt. Für den kommenden Teil muss sich Cameron aber deutlich mehr Neues einfallen lassen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

The Fall Guy (2024)

Der letzte Filmabend der Herbstferien. Damit habe ich acht Filme in der letzten Woche gesehen. Wie schön! So könnte es gerne weitergehen. Den Abschluss machte mit „The Fall Guy“ ein Film, den die Kinder schon länger sehen wollten. Ich selbst hatte mich auch darauf gefreut. Was der Film über einen Stuntman zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🎥

The Fall Guy (2024) | © Universal Pictures Germany GmbH

The Fall Guy (2024) | © Universal Pictures Germany GmbH

Ein Stuntman für alle Fälle (in der Kinofassung)

Natürlich kenne ich die TV-Vorlage „Ein Colt für alle Fälle“. Die Serie war damals typische Nachmittagsunterhaltung. Irgendwo zwischen „Das A-Team“ und „Knight Rider“. Ich wusste allerdings schon im Vorfeld, dass der Film bis auf den Namen der Hauptfigur (eben Colt Seavers) und den Beruf des Stuntman nichts mit der Serie gemein haben sollte. Im Vorfeld unserer Sichtung stand noch die Frage im Raum, ob wir den Extended Cut oder die Kinofassung anschauen sollen. Normalerweise greife ich bei Verfügbarkeit immer zur erweiterten Fassung, doch ein wenig Recherche hat gezeigt, dass diese sich wohl eher wie ein unrunder Rohschnitt anfühlen soll. Nun gut, dann eben doch zur Kinofassung gegriffen, was mir auch ganz recht kam, denn es war schon spät und mit zwei Stunden Laufzeit ist auch diese nicht zu knapp bemessen.

Während der ersten dreiviertel Stunde dachte ich, das wird nichts mehr. Obwohl ich Setting und Schauspieler:innen wirklich mochte, hat sich speziell das Pacing von „The Fall Guy“ komplett falsch angefühlt. Irgendwie kam kein Rhythmus zustande. Sollte ich doch zur falschen Schnittfassung gegriffen haben? Wohl eher nicht, denn viele Szenen haben sich jetzt schon zu lang angefühlt. Ab dem zweiten Akt gewinnt der Film dann deutlich an Tempo und kann ein paar tatsächlich schöne Stuntszenen ausspielen. Auch mochte ich die Geschichte und die Tatsache, dass Stuntleute zu Held:innen werden. Das gibt von mir auf jeden Fall noch einmal Bonuspunkte. Ryan Gosling (erst gestern in „Crazy, Stupid, Love.“ gesehen) und Emily Blunt (u.a. „A Quiet Place“) harmonieren gut zusammen und auch die Nebenrollen sind top besetzt. Glücklicherweise konnte sich „The Fall Guy“ bis zum Finale noch steigern und bot insgesamt gute Unterhaltung:

Fazit

Vermutlich hatten wir uns alle von „The Fall Guy“ mehr erwartet. Am begeistertsten war noch der Zwergofant aufgrund der Stunts. Verstehe ich auch. Bei mir konnte der Film in der zweiten Hälfte einige Punkte wettmachen. Dennoch wäre mehr drin gewesen. Bei der nächsten Sichtung dann doch der Extended Cut. Wer seichte und gute Unterhaltung sucht, sollte ruhig einmal reinschauen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

TRON: Ares (2025)

Nach einem langen Tag voller Rutschen-Action folgt nun, leicht verspätet, meine Besprechung von „TRON: Ares“, den ich gestern im Kino gesehen habe. Eigentlich wollte ich die Sichtung aufschieben, denn die Kritiken waren zu durchwachsen und ein passendes Zeitfenster gab es auch nicht. Da jedoch die Übernachtungsparty des Zwergofanten ins Wasser gefallen ist, wollte er zumindest mit einem seiner Freunde ins Kino. Da der Film nur nach 20 Uhr lief, ging das nur mit Begleitperson. Somit kam ich doch noch in den Genuss. Der Rest der Familie hat sich parallel übrigens „No Hit Wonder“ angeschaut. Welcher Film wohl die besser Wahl gewesen ist? 👾

TRON: Ares (2025) | © Walt Disney

TRON: Ares (2025) | © Walt Disney

Ein überraschend lohnenswerter Kinobesuch

Wie in meinen letztjährigen Besprechungen festgehalten, liebe ich den ersten „TRON“ sehr. Weil er, aus heutiger Perspektive, so wunderbar naiv erzählt ist und die damalige technische Meisterleistung inzwischen eher niedlich wirkt. Es ist zudem einer der wenigen Filme, die ich bewusst mit meinem Vater gesehen habe. Die späte Fortsetzung „TRON: Legacy“ bietet einen audiovisuellen Rausch und sieht immer noch unfassbar gut aus. Der Score von Daft Punk ist herausragend und läuft bei mir immer wieder in Dauerschleife. Was hat nun also „TRON: Ares“ zu bieten? Der erste Teaser hat mich umgehauen, doch schon der längere Trailer ließ mich zweifeln: Die Programme verlassen das Raster und begeben sich in die Realität? Das wäre nicht der Weg gewesen, den ich als Drehbuchautor eingeschlagen hätte. Aber es ist nicht mein Film und somit war ich gespannt, was er zu bieten hat.

Inhaltlich hat mich „TRON: Ares“ fast schon positiv überrascht. Der 3D-Druck der Programme hat, im Rahmen der Geschichte, fast schon Sinn gemacht. Immer noch nicht mein liebstes Element, aber ich konnte es hinnehmen. Auch die grobe Skizze der Geschichte samt KI, die gegen ihre Schöpfer rebelliert, wusste zu gefallen. Der Teufel steckt eher in den Details und es wird viel Potenzial verschenkt. Ich denke hier z.B. an die Szene, in der Ares die Computer-Welt des 1982er „TRON“ betritt: Ein wirklich netter Einfall, doch es wird inhaltlich nichts daraus gemacht. Überhaupt wirkt die Welt innerhalb des Rasters (egal welchen Unternehmens) seltsam nutzlos. Sowohl im Originalfilm als auch in „TRON: Legacy“ war das Raster ein Ort voller fremdartiger Landschaften, Schauplätze oder Nacht-Clubs. In „TRON: Ares“ ist das Raster nicht belebt und es scheint nur eine Kulisse zu sein. Einzig die Action-Sequenz auf dem Wasser bot ein wenig Abwechslung. Die Action in der Realität hat mich dagegen eher an „Pixels“ denken lassen. War aber zugegebenermaßen beeindruckend. Das bringt mich dann auch zu den formellen Aspekten: „TRON: Ares“ sieht über weite Strecken fantastisch aus (aber nicht besser als der Vorgänger). Der Score von Nine Inch Nails reicht für mich dagegen nicht an den von Daft Punk heran. Vielleicht muss ich ihn aber auch noch ein paar Mal hören. Und Jared Leto? Nicht meine Lieblingsbesetzung, aber für mich auch kein Hassobjekt. Mich haben eher die tonalen Unstimmigkeiten in der Figur gestört. Insgesamt muss ich aber sagen, dass ich eine erstaunlich gute Zeit mit dem Film hatte. Nach den Kritiken hatte ich eine Vollkatastrophe erwartet. Am Ende ist es nur eine belanglose Fortsetzung, die mich doch positiv überrascht hat.

Fazit

Da „TRON: Ares“ erst kurz vor 21 Uhr startete, war es ein sehr langer Kinoabend. Trotzdem ist die Zeit wie im Flug vergangen. Auch der Zwergofant und sein Freund hatten viel Spaß mit dem Film. Er wird allerdings nicht lange im Gedächtnis bleiben und auch der Stil wird nicht so lange frisch wirken, wie noch der des Vorgängers. Kaum zu glauben, dass 15 Jahre zwischen den  beiden Filmen liegen. Dennoch freue ich mich, dass es dieses unwahrscheinliche Franchise auf drei Filme gebracht hat: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: saß zwei Kinosäle weiter in „No Hit Wonder“; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Freaky Friday: Ein voll verrückter Freitag (2003)

Als wir im Urlaub im Kino waren, lief auch „Freakier Friday“ und das Zappelinchen war neugierig, was das denn für ein Film sei. Ich erzählte ihr, dass es sich um die  späte Fortsetzung von „Freaky Friday: Ein voll verrückter Freitag“ handelt und dieser Film auf Disney+ läuft. Somit war der Filmabend gesetzt und heute war es soweit. Auch ich kannte diese Körpertauschkomödie noch nicht, habe mich aber auf die Sichtung gefreut. Jamie Lee Curtis geht schließlich immer. 🥠

Freaky Friday: Ein voll verrückter Freitag (2003) | © Walt Disney

Freaky Friday: Ein voll verrückter Freitag (2003) | © Walt Disney

Eine herrlich simple Teenie-Komödie mit Herz

„Freaky Friday“ fühlt sich an, wie ein Film aus den 1980er Jahren. Wie „Big“ mit Tom Hanks. Aber es ist ein Film aus dem Jahr 2003. Und dieses liegt schon 22 Jahre zurück. Unfassbar. Gerade während der ersten Minuten wirkt der Film wie aus der Zeit gefallen: Seichter Pop-Punk, Grunge-Look und Zeitraffermontage. Herrlich! Ich hatte ja zunächst befürchtet, all das würde für die Kids zu angestaubt wirken, doch sie haben den Film wirklich genossen. Bis zum Körpertausch dauert es ganze 24 Minuten und diese zahlen sich aus, denn sowohl Jamie Lee Curtis als auch Lindsay Lohan können ihr schauspielerisches und komödiantisches Talent danach komplett ausspielen.

Die Geschichte selbst ist komplett vorhersehbar, was der Zwergofant nach dem Film direkt als Kritikpunkt anführte. Ich verstehe komplett, was er meint, doch mich hat das überhaupt nicht gestört. Der Film lebt in gewisser Weise auch davon. Der Weg ist quasi das Ziel und dieser wird einem speziell durch Jamie Lee Curtis als Teenie unglaublich unterhaltsam gestaltet. Weiterhin besitzt „Freaky Friday“ natürlich eine versöhnliche Botschaft und sowohl Mutter als auch Tochter wachsen aneinander. All das ist nichts Besonderes, aber doch so charmant gespielt, dass ich beinahe durchgehend ein Grinsen auf den Lippen hatte. Die Kinder wurde häufiger durch Fremdscham gequält, aber das hat dem Unterhaltungswert keinen Abbruch getan.

Fazit

Mir hat „Freaky Friday: Ein voll verrückter Freitag“ wirklich viel Spaß gemacht. Die Fortsetzung ist auf jeden Fall gesetzt. Vermutlich nicht mehr im Kino, doch dank Disney-Kosmos wird es nicht allzu lange dauern, bis auch diese im Stream läuft. Wir haben viel gelacht und das reicht manchmal auch schon: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

The Cave (2005) (WS2)

Wie ich nach jedem Meerurlaub Lust auf Filme bekomme, die am Meer spielen, so ist es nach meinem Urlaub in den Bergen ebenso mit Bergfilmen. Eigentlich wollten wir heute „Everest“ schauen, doch sind wir dafür zu spät aufs Sofa gekommen. Deshalb habe ich kurzerhand „The Cave“ eingelegt. Auch dieser Film spielt in den Bergen und es wird in Höhlen geklettert. Konnte mich der größtenteils ungeliebte Genrestreifen auch bei meiner dritten Sichtung überzeugen? 🧗

The Cave (2005) | © Constantin Film (Universal Pictures)

The Cave (2005) | © Constantin Film (Universal Pictures)

„The Descent“ in jugendfrei und mit viel Wasser

Wie bereits geschrieben, habe ich „The Cave“ bereits mehrfach gesehen. Ich mag den Film sehr. Bisher hatte ich nur die DVD im Regal stehen und die Blu-ray ist längst OOP, so dass ich diese für viel zu viel Geld über einen Dritthändler bestellt habe. Es hat sich gelohnt, denn die Qualität ist deutlich besser (siehe Bildvergleich). So weit, so nerdig. Doch wie hat uns der Film nun gefallen? Zunächst einmal muss ich eine Lanze für ihn brechen: „The Cave“ hatte das Pech im gleichen Jahr zu erscheinen wie „The Descent“, der eine ganz ähnliche Geschichte erzählt, diese jedoch deutlich packender und brutaler. Kein Wunder, dass dieser FSK-12-Ableger dagegen komplett untergegangen ist. Das aber zu unrecht, denn der Film bietet den Twist, viele Höhlentauchsequenzen in die Geschichte einzubauen, die extrem schwierig drehen waren. Ich liebe dieses Setting der gefluteten Höhlen und auch so manch anderen Schauplatz.

Über die visuell spannenden Höhlen hinaus, bietet „The Cave“ immerhin spannende Unterhaltung. Für einen FSK-12-Film ist er sogar erstaunlich brutal und die Kinder waren beide extrem gefesselt. Ich würde sogar behaupten, es war der erste typische Genrefilm, den sie gesehen haben. Ganz klassisch mit Monstern, Blut und einem ach so überraschenden Finale. Dazwischen gibt es stereotype Charaktere und auch einige Logiklöcher. Der Schnitt ist an vielen Stellen nervig und ich hätte mir mehr Ruhe gewünscht. Aber all das nimmt für mich nur wenig vom Unterhaltungswert. Mit Schauspieler:innen, wie Lena Headey (u.a. Cersei Lennister in „Game of Thrones“) oder Daniel Dae Kim (u.a. Jin Kwon in „Lost“), ist der Film zudem recht prominent besetzt. Auch die Monster wissen zu gefallen, gerade da man sie erst im letzten Drittel zu Gesicht bekommt. Ab diesem Moment haben sich auch die Kinder wieder unter ihren Decken hervorgetraut. Für alle ein echtes Erlebnis.

Fazit

Ja, auch beim dritten Mal hatte ich viel Freute mit „The Cave“. Es ist nicht der beste Genrefilm, doch kann ich nicht verstehen, warum er so komplett untergegangen ist. Schon alleine das Setting ist fantastisch. Kann ich mir alle paar Jahre gut anschauen und nun auch endlich hochauflösend: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Das Kanu des Manitu (2025)

Wir befinden uns immer noch im Urlaub. Heute sollte der erste von mehreren Regentagen in Folge sein. Da es vormittags nur bewölkt war, haben wir uns noch zu einer Wanderung durch die Kitzlochklamm aufgemacht. Daraus wurden am Ende zehn Kilometer mit etlichen Höhenmetern. Nachmittags kam dann tatsächlich der Regen, weshalb wir um 16 Uhr noch ins nahe gelegene Kino gegangen sind, um uns „Das Kanu des Manitu“ anzuschauen. Eigentlich war kein Kinobesuch geplant und doch war es ein rundum gelungener Nachmittag. 🤠

Das Kanu des Manitu (2025) | © Constantin Film

Das Kanu des Manitu (2025) | © Constantin Film

Eine späte Fortsetzung und kein Legacy-Sequel

Ich gebe es zu: Als ich hörte, dass Michael ‚Bully‘ Herbig seinen 2001er Kinohit „Der Schuh des Manitu“ fortsetzen wollte, war ich nicht sonderlich interessiert. Zwar habe ich früher immer gerne die „Bullyparade“ gesehen und mochte ich auch den ersten Film, der mir selbst bei der kürzlichen Sichtung immer noch recht gut gefallen hat, doch eine Fortsetzung nach 24 Jahren? Ein Film, der auf die damaligen Fans zugeschnitten sein muss, weil die Kids heute Karl May und die entsprechenden Verfilmungen gar nicht mehr kennen? Ein Film, der mit einer Figur wie Winnetouch eher droht gecancelt zu werden? Nein, meine Erwartungen waren wahrlich nicht sonderlich hoch. Doch bin ich guter Dinge ins Kino gegangen, denn Kino und das noch im Urlaub? Klingt gut!

Um es vorwegzunehmen: Ich bin positiv überrascht worden. Ich hätte nicht gedacht, dass Bully solch einen nur wenig peinlichen Film im Jahr 2025 zu inszenieren bzw. eher zusammen mit Christian Tramitz und Rick Kavanian zu schreiben weiß. Inszeniert ist „Das Kanu des Manitu“ perfekt. Das hat Bully bzw. Michael Herbig einfach drauf, doch auch inhaltlich ist der Film erstaunlich sympathisch und witzig. Wir bekommen eine echte Fortsetzung zu sehen, die bis auf das Alter der Protagonisten auch schon vor 20 Jahren ins Kino hätte kommen können. Der Humor ist immer noch seicht und slapstickhaft, doch funktioniert er über weite Strecken wunderbar bzw. auch nicht schlechter als im ersten Teil. Wirklich laut lachen musste ich (die Outtakes einmal ausgenommen) zwar nicht, doch hatte ich stets ein Grinsen im Gesicht. So manche Songs haben eher genervt und der Überraschungseffekt war auch nicht mehr vorhanden, dafür fand ich die Geschichte stringenter und die Bösewichte fast noch witziger als im ersten Teil. Alles in allem ist „Das Kanu des Manitu“ viel gelungener als ich es mir hätte träumen lassen.

Fazit

Nun habe ich „Das Kanu des Manitu“ also doch im Kino gesehen. Wer hätte es gedacht? Blende ich einmal aus, dass der Film nach 24 Jahren wirklich nicht mehr nötig gewesen wäre, dann muss ich zugeben doch wirklich gut unterhalten worden zu sein. Die Kids und Frau bullion waren auch recht begeistert. Nachdem ich zu Beginn fast schon eine Katastrophe erwartet hatte, bin ich doch positiv überrascht: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)