The West Wing – Season 7

Es ist nie einfach, wenn eine liebgewonnene Serie zu Ende geht. So schwer, wie bei „The West Wing – Season 7“ ist mir der Abschied jedoch noch nie gefallen. Ebenso schwer ist es nun in Worte zu fassen, wie sehr ich diese Serie während des letzten halben Jahres zu schätzen gelernt habe. Ich möchte es dennoch versuchen.

west_wing_s7

Um nicht zu viel zu verraten, möchte ich nicht zu tief in die Handlung der siebten Staffel einsteigen. Ich kann jedoch guten Gewissens behaupten, dass der geneigte Zuschauer hier wahrlich ein Highlight präsentiert bekommt, welches sich hinter den grandiosen ersten drei Jahren nicht zu verstecken braucht. Dennoch wird die Handlung der sechsten Staffel nahtlos aufgegriffen und fortgeführt, es werden keine feigen Kompromisse eingegangen und man bekommt als Zuschauer somit ein rundumerneuertes und dennoch erstaunlich vertraut wirkendes „The West Wing“ zu sehen.

Im Gegensatz zum vorangehenden Jahr hatte ich als Zuschauer – auch wenn sich die Handlung hauptsächlich auf die zwei Präsidentschaftskampagnen konzentriert – nie das Gefühl das Weiße Haus rund um Präsident Bartlet würde vernachlässigt werden. Besonders im letzten Drittel jagt wirklich ein emotionaler Höhepunkte den nächsten. Selten habe ich bei einer TV-Serie so mitgefiebert, mitgelacht und mitgelitten. Grandios. Anders kann ich es nicht ausdrücken.

Schleppen sich andere Serien Jahr um Jahr ohne auch nur die geringste Entwicklung weiter, so hat sich „The West Wing“ doch tatsächlich neu erfunden. Am Ende ihres siebten Jahres kann das Politdrama somit auf einem Hoch enden, was wahrlich nicht vielen Produktionen vergönnt ist.

Wenn ich rückblickend noch einmal alle Staffeln betrachte und versuche ein Ranking aufzustellen, dann fällt dies wahrlich schwer. Wie soll man auch fünf nahezu perfekte Staffeln in eine Reihenfolge bringen? Ich habe es dennoch versucht, wenngleich der qualitative Unterschied innerhalb der ersten fünf Plätze wirklich nur marginal ist:

1. „The West Wing – Season 2“
2. „The West Wing – Season 3“
3. „The West Wing – Season 1“
4. „The West Wing – Season 7“
5. „The West Wing – Season 4“
6. „The West Wing – Season 6“
7. „The West Wing – Season 5“

Mit dem Ende des siebten Jahres von „The West Wing“ geht nun – und das kann ich mit Fug und Recht behaubten – das beste Erlebnis meiner bisherigen Serienlaufbahn zu Ende. Ich werde die Serie vermissen, wie keine zweite. Serienkino in Perfektion, welches wirklich seinesgleichen sucht. Die perfekte Unterhaltung: 10/10 Punkte.

Anmerkung: Wer nun – wie ich vor gut sechs Monaten – auch die besten ca. 55 EUR seines Serienlebens anlegen möchte, dem kann ich nur sagen: Zuschlagen! Es wird sich in Stunden hochwertigster Unterhaltung auszahlen.

Two and a Half Men – Season 1

Die Sitcom „Two and a Half Men – Season 1“ war lange von meinem Serienradar verschwunden. Dank günstigem Kaufpreis habe ich nun jedoch noch einmal einen Blick riskiert und bin somit in den Genuss der – wer hätte es gedacht? – bedeutend besseren englischen Sprachfassung gekommen.

twoandahalfmen

Die Prämisse der Serie einfach zu nennen, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts. Vielleicht liegt aber gerade darin auch ihr Charme. „Two and a Half Men“ ist eben eine einfache Serie. Eine klassische Sitcom, welche vor allem durch ihre herzliche Schlüpfrigkeit überzeugt. Entspannter Wortwitz, etwas Slapstick und sympathische Darsteller. Noch nichts ganz Großes, aber äußerst unterhaltsam anzusehen.

Chuck Lorres erster großer Wurf vor „The Big Bang Theory“ gefällt mir in diesem aktuellen Durchgang wirklich ausgesprochen gut, was vor allem Charlie Sheen, Jon Cryer und Angus T. Jones zu verdanken ist. Originalton bei Serien ist einfach unbezahlbar.

Trotz aller Unterhaltsamkeit fand ich jedoch, dass die Serie zu sehr auf der Stelle tritt. Hier gibt es wahrlich noch Entwicklungspotential und wenn man sieht wie gut die Show läuft, wurde dieses anscheinend auch genutzt. Nun bin ich gespannt auf die mir noch unbekannten Folgestaffeln. Der Einstand war auf jeden Fall sehr gelungen: 8/10 Punkte.

The West Wing – Season 6

Zeiten des Umbruchs. Auch in den fiktiven USA. In „The West Wing – Season 6“ stehen alle Zeichen auf Veränderung. Mal schleichend, mal plötzlich. Ob das gut ist, bei einer nahezu perfekten Serie? Glücklicherweise lautet die Antwort hier uneingeschränkt: Ja!

westwing_6_4

Gab es in der vorangegangenen Staffel beinahe schon zuviel Stagnation, brechen nun bereits in den ersten Episoden grundlegende Veränderungen über das Weiße Haus und die Zuschauer herein. Wenn ich den Wechsel des Chief of Staff auch etwas abrupt fand, so hat mich das Schicksal von Leo McGarry doch mitgenommen. Besonders wenn man die Umstände von John Spencers Tod bedenkt. Die Leichtigkeit der ersten Staffeln war teils überhaupt nicht mehr zu spüren.

Die Konzentration der Handlung auf den Wahlkampf des kommenden Präsidenten fand ich einen geschickten Schachzug. Hier hat man einen relativ unbeschwerten Gegenpol zu den immer düsterer werdenden Handlungssträngen rund um Präsident Barlets Krankheit und das bevorstehende Ende seiner Regierungszeit geschaffen. Durch diese Erweiterung der Haupthandlung, erlebt man auch als langjähriger Zuschauer die Serie noch einmal komplett neu. Wirklich wunderbar!

Wenn ich Kritikpunkte finden müsste, dann eventuell die nur zaghaften Berührungspunkte beider Erzählstränge oder der – im Vergleich zu den ersten Staffeln – mangelnde Idealismus. Die Änderungen sind auch sehr gewöhnungsbedürftig, doch eben auch nötig um die Serie wieder nach vorne zu bringen. Insgesamt also wieder eine leichte Steigerung zur vorangehenden Staffel.

Für alle Freunde von „The West Wing“ ist auch das sechste Jahr erlesenstes Serienkino. Dramatischer und unbequemer als zuvor, doch vielleicht gerade deswegen so gelungen. Welche andere Serie traut sich schon in ihrer sechsten Staffel von den gewohnten Pfaden abzuweichen? 9/10 Punkte. Nun geht es leider unweigerlich auf das Ende zu…

Warehouse 13 – Season 1

Ein recht aktueller Neuzugang unter den von mir gesehenen Serien ist „Warehouse 13 – Season 1“ aus dem Hause SyFy. Mein Interesse an der Show liegt wohl vor allem in der Verwandheit zur ebenfalls von SyFy produzierten Serie „Eureka“ begründet. Doch ob das 13. Warenhaus da mithalten kann?

warehouse13

Jein. Wie „Eureka“ bietet auch „Warehouse 13“ eine gelungene Mischung aus Humor, Mystery und Technik. In Sachen Atmosphäre ähneln sich die Serien enorm, jedoch hinkt der aktuelle Neuzugang seinem Bruder im Geiste stets etwas hinterher. Die außergwöhnlichen Artefakte reichen meiner Meinung nach oft nicht aus, um das Interesse über 40 Minuten aufrecht zu erhalten. Zudem ist das Warehouse selbst zwar eine toller Handlungsort, jedoch habe ich stets das Gefühl, dass man nicht alle Chancen nutzen würde.

Die Wahl der Schauspieler ist SyFy einmal wieder ausgesprochen gut gelungen. Eddie McClintock, der Agent Pete Lattimer spielt, mochte ich bereits in der zweiten Staffel von „Bones“ und Joanne Kelly bildet als Myka Bering ein wunderbarer Gegenpol. Mulder und Scully lassen Grüßen. Mit Saul Rubinek als Artie Nielsen wird dem Trio zudem eine schrullige Vaterfigur zur Seite gestellt.

Die einzelnen Geschichten um die mysteriösen Artefakte sind mal mehr, mal weniger unterhaltsam. Der ab und zu auftauchende episodenübergreifende Handlungsstrang schien mir etwas forciert und auch erst gegen Ende ausreichend spannend. Dort wurden dann auch wortwörtlich einige Brücken abgebrochen, was ich so nicht erwartet hätte.

Die neue SyFy-Show „Warehouse 13“ ist somit nett anzusehen und kommt ohne sonderlich viel Tiefgang aus, bietet aber dennoch stets gute Unterhaltung. Ob das jedoch ausreicht, damit ich auch nächstes Jahr wieder einschalte? Man wird sehen. Nett mit einigem Potential: 6/10 Punkte.

Eureka – Season 3

Schon seltsam, wie sich manche Serien in der Wahrnehmung verändern. Anfangs war die Show nur ein unterhaltsamer Lückenfüller, doch inzwischen ist „Eureka – Season 3“ zu einer festen Nummer in meiner wöchentlichen Serienplanung geworden.

eureka_s3

Aufgrund der doch sehr zerstückelten Ausstrahlung der aktuellen Staffel fällt es schwer einen Bezug zur Rahmenhandlung zu finden. Doch das stört bei „Eureka“ nicht allzu sehr, denn die Einzelepisoden sind hier sowieso am stärksten. Kleine bis große Konflikte, sympathische Bösewichte und mysteriöse Unfälle. Es ist wirklich immer wieder eine Freude Sheriff Carter bei seinen Ermittlungen zuzusehen.

An der Qualität hat sich zur vorhergehenden Staffel objektiv gesehen nichts geändert, dennoch habe ich noch lieber eingeschaltet. Die verrückte Kleinstadt samt ihrer Einwohner wächst einem einfach ans Herz. Man ist sofort zu Hause und weiß, dass alles doch wieder irgendwie gut ausgehen wird. Harmlose Feierabendunterhaltung mit dem gewissen Etwas.

„Eureka“ ist die Stadt in der Nerdträume wahr werden. Zumindest ab und zu. Zwar nichts für die Ewigkeit, doch in gewissen Abständen die perfekte Unterhaltung. Ich werde auch in der kommenden Season garantiert wieder einschalten: 7/10 Punkte.

True Blood – Season 2

Zurück in Bon Temps. Zurück bei Vampir, Werwolf und Co. Mit Alan Balls „True Blood – Season 2“ gab es endlich einmal wieder etwas Übernatürlichkeit auf dem heimischen Bildschirm. Eine mehr als willkommene Abwechslung.

trueblood_1

Fand ich die erste Staffel noch erfrischend anders, hatte die zweite nur wenig Neues zu bieten. Sex, Gewalt und seltsamer Humor sind immer noch bestimmend. Meist funktioniert diese Mischung auch tadellos. Die ersten zwei Drittel meines diesjährigen Aufenthalts in den blutgetränkten Südstaaten haben mir demnach fast noch besser gefallen, als der letztjährige Besuch in dieser verqueren Welt.

Besonders stark fand ich den langsamen Aufbau bis zur Zerschlagung der Sekte. Auf Sookies Seite wunderbar mysteriös und spannend, auf Jasons dagegen umwerfend komisch. Das tiefere Eintauchen in die Welt der Vampire hat mir dabei besonders gut gefallen. Die Konstellation Bill/Sookie/Eric lässt zudem auf spannende Entwicklungen hoffen. Bis zum Ende dieses Handlungsstrangs bot die Serie wirklich erstklassige Unterhaltung.

In den letzten Episoden bis zum Finale schwächelte die Geschichte dagegen etwas. Die Szenen um Maryann waren zu redundant und ausschweifend. Die Handlung ist auf der Stelle getreten und die Auflösung ist in meinen Augen etwas verpufft. Wirklich schade. Daraus hätte man mehr machen müssen.

Für Vampirfreunde ist „True Blood“ zurzeit wohl die Serie der Wahl. Teils herausragende Unterhaltung, gegen Ende leider nur noch gut. Die letzten Einstellungen versprechen für das kommende Jahr zumindest differenziertere Handlungsstränge. Ich freue mich auf meine Rückkehr nach Bon Temps: 8/10 Punkte.

The West Wing – Season 5

Auch im fünften Jahr vergeht die Zeit im Westflügel des Weißen Hauses wie im Fluge. Der Wechsel des ausführenden Produzenten hat der Qualität von „The West Wing – Season 5“ glücklicherweise kaum geschadet. Dennoch hat Aaron Sorkin ein Lücke hinterlassen, welche bei genauem Hinsehen auch sichtbar wird.

westwing_5

Im Vergleich zu den vorangegangenen Staffeln wirkt das fünfte Jahr der Serie beinahe schon zurückgenommen. Man hat den Eindruck es passiert nicht wirklich viel auf der politischen Bühne, wenngleich es doch unglaublich viel zu sehen gibt. Es fehlt etwas an Intensität. Vielleicht auch an Idealismus. Es ist schwierig zu beschreiben und auch eher ein Gefühl, als eine Tatsache.

Zunächst einmal wird der Cliffhanger der vierten Staffel glücklicherweise recht zeitnah aufgelöst, was gleich zu Beginn in einem emotionalen Höhepunkt gipfelt. Danach gibt es neben dem normalen Regierungsgeschehen einige Einzelepisoden, welche sich öfter als zuvor auf nur eine Person (z.B. Toby Ziegler in „Slow News Day“ oder C. J. Craig in „Access“) konzentrieren. Eine nette Abwechslung, wenngleich die Haupthandlung dadurch auch immer etwas ausgebremst wirkt.

Erst gegen Ende der Staffel zieht wieder ein übergreifender und politisch sehr aktueller Handlungsstrang die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich. Sehr spannend und sehr emotional. Jedoch macht sich auch hier wieder die Konzentration auf einzelne Figuren bemerkbar, was ja nicht zwangsweise schlecht sein muss.

Das fünfte Jahr von „The West Wing“ reicht – rein gefühlsmäßig eingeschätzt – nicht ganz an die vorangehenden Jahre heran. Die meisten Episoden sind jedoch immer noch herausragendes Serienkino und damit besser, als so ziemlich jedes andere TV-Drama, das ich kenne: 9/10 Punkte.

24 – Season 7

Wenn Serien sieben Jahre laufen, dann ist das eine lange Zeit. Nur die wenigsten schaffen das ohne Abnutzungserscheinungen. Im aktuellen Fall von „24 – Season 7“ machen sich diese leider in besonderem Maße bemerkbar. Aus der ehemaligen Premiumserie wird ein billiges Sequel. Schade drum.

24_s7_3

Hat sich der Niedergang von „24“ bereits in der vierten und sechsten Staffel abgezeichnet, so wurde im siebten Jahr der neue Tiefpunkt erreicht. Habe ich während der ersten drei Staffeln noch stets jeder neuen Folge entgegengefiebert, so musste ich mich aktuell teils durch die Episoden quälen. Wirklich schade, zumal ich nach dem der Staffel vorgeschalteten TV-Film „24: Redemption“ wirklich große Hoffnungen auf eine Besserung hegte.

Die Verlagerung der Handlung nach Washington, D.C. bringt die Geschichte keinen Millimeter voran. Statt seltsamer Verschwörungen innerhalb der CTU gibt es diese nun eben innerhalb des FBI. Hinzu kommt eine solch inkompetente Darstellung der Regierung, dass man sich wirklich nur an den Kopf fassen kann. Sicherlich bin ich hier durch die grandiose Serie „The West Wing“ voreingenommen, doch was die Autoren hier abfeuern kann man sich wirklich nicht ohne geistiges K.O. anschauen.

Sauer aufgestoßen ist mir dieses Mal zudem die politische Ausrichtung der Serie. Dass in „24“ die Republikaner die Hosen anhaben, ist mir schon früher aufgefallen und geht – besonders in Bezug auf die terrorgetränkte Handlung – auch völlig in Ordnung. Die rechtsgerichteten Tendenzen der Serie haben sich in diesem Jahr jedoch wirklich extrem in den Vordergrund gespielt. Folter, Mord und Totschlag sind die einzigen funktionierenden Mittel. Jeglicher diplomatische Ansatz versagt komplett und liberal denkende Charaktere werden einzig und allein als Alibi benutzt.

Sieht man einmal von den politischen Tendenzen ab, bleibt ein leidlich unterhaltsames Actionspektakel, welches seiner Hauptfigur viel zu wenig Spielraum gibt. Jack Bauer bleibt immer öfter auf der Strecke und damit verliert die Serie langsam aber sicher ihr einziges Zugpferd. Wirklich erschreckend, wie sich diese einstige Vorzeigeserie entwickelt hat. Nun ist sie dort angekommen, wo man wirklich nicht landen möchte: Im absoluten Mittelmaß. Selbst für Jack Bauer-Fans enttäuschend: 5/10 Punkte.

The West Wing – Season 4

Den gestrigen Abend habe ich dazu genutzt endlich die letzten Episoden von „The West Wing – Season 4“ zu sehen. Danach hätte ich am liebsten sofort mit der fünften Staffel weitergemacht, doch manche Serien sind wie ein guter Wein. Man sollte sie mit Verstand genießen.

west_wing_s4

Wie gewohnt schließt die Handlung ziemlich nahtlos an die des dritten Jahres an. Es gilt alte Geschehnisse aufzuarbeiten und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Besonders Sam Seaborne (Rob Lowe) beschreitet in dieser Staffel neue Wege, welche ihn aus den Hallen des Weißen Hauses nach Kalifornien führen, wo er die neue Leitfigur der dort ansässigen Demokraten wird. Es ist immer schwierig, wenn ein Charakter eine Serie verlässt. Selten wurde es jedoch so elegant gelöst, wie in diesem Fall. Will Baily ist zudem ein angemessener Ersatz und ich bin mir zudem sicher Sam Seaborne nicht das letzte Mal im West Wing gesehen zu haben.

Ein weiterer personeller Zuwachs ist mit Joe Quincy zu verzeichnen, der von Matthew Perry („Friends“) gespielt wird. Eine für ihn ungewöhnliche Rolle, die ihm den Weg in Aaron Sorkins Nachfolgeprojekt „Studio 60 on the Sunset Strip“ geebnet haben dürfte. Weitere Nebenrollen werden u.a. von Christian Slater und John Goodman übernommen. Es ist wahrlich immer wieder erstaunlich, wie wandlungsfähig sich manche Darsteller unter Aaron Sorkins Anleitung zeigen.

In den letzten Episoden gewinnt die Handlung deutlich an Fahrt und man bekommt beinahe schon ungewohnt actionreiche Szenen zu sehen. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel nervenzerrende Spannung hier aufkommt. Besonders da ich aktuell den Vergleich zur ebenfalls im politischen Milieu der amerikanischen Hauptstadt spielenden siebten Staffel von „24“ habe. Hier von dazwischen liegenden Welten zu reden wäre eine maßlose Untertreibung.

Für mich festigt „The West Wing“ auch im vierten Jahr ihren Stellenwert als Ausnahmeserie. Absolut perfekte Unterhaltung. Ohne Zweifel herausragendes Fernsehdrama: 10/10 Punkte.

Better Off Ted – Season 1

Von den aktuellen Comedyserien sticht „Better Off Ted – Season 1“ positiv heraus. Zwar ist die Prämisse dieser klassisch mit einer Kamera aufgenommenen Show nicht wirklich bahnbrechend neu, doch gab es selten solch einen absurden Einblick in die Welt der Großkonzerne.

better_off_ted_s1

Die titelgebende Figur Ted ist Projektleiter in der Forschungsabteilung des Großkonzerns Veridian Dynamics. Das bedeutet er hat Projekte wie waffenfähige Melonen, künstlich gezüchtete Fleischklumpen usw. unter seinen Fittichen. Auch wenn es sich nicht so anhört, hat Veridian Dynamics – wie jeder multinationale Großkonzern – natürlich nur das Wohl der Menschheit im Fokus. Keine Frage.

Teds direkte Vorgesetzte ist Veronica (grandios gespielt von Portia de Rossi), welche wohl der Inbegriff der knallharten Geschäftsfrau ist. Phil und Lem dagegen sind die realtitätsfremden Köpfe des Forschungslabors, deren Beziehung jedoch eher an die eines alten Ehepaars erinnert. Vervollständigt wird das Quintett durch Linda (Andrea Anders, „Joey“), die – mal mehr, mal weniger – als Teds Love Interest herhalten darf und dabei meist nicht nur Veronica auf die Füße tritt.

Der Humor der Serie lässt sich wohl am ehesten als eine Mischung aus „The Office“ und „Arrested Development“ vergleichen, wenngleich er meiner Meinung nach jedoch nicht an den der genannten Serien heranreicht. So amüsant die neu entwickelten Produkte sowie die sich daraus ergebenden Verwicklungen auch stets sind, so fehlt es den Charakteren meiner Meinung nach etwas an sympathiefördernder Eigenständigkeit. Sie sind oft leider zu sehr als Karikaturen angelegt, als dass man sie als echte Menschen wahrnehmen könnte.

Auch wenn „Better Off Ted“ für mich noch nicht an vorderster Comedyfront mitmischt, so macht die Serie doch unglaublich viel Spaß. Mit etwas mehr Feingefühl bei der Figurenzeichnung könnte noch etwas ganz Großes daraus werden. Erfrischender Comedyspaß mit viel Potential: 8/10 Punkte.